Detour

KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Boris Saalfeld OC (Own Character) Tobias Ehrlinger / Saalfeld Viktor Saalfeld
30.06.2020
21.08.2020
14
18.743
14
Alle Kapitel
142 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
30.06.2020 1.146
 
Hello again, Ihr Lieben! Ihr kennt mich und wisst, ich freu mich wie n Königskind, wieder hier zu sein – hier, mit den Jungs und mit Euch <3

Wer Unexpected gelesen hat, der ahnt sicher was jetzt kommt. Genau! Die Abbiegung nach rechts… Und hach, was hab ich mir dafür für ein schönes Plätzchen ausgesucht… *schwärm*

Wer die Geschichte der zwei Mister nicht gelesen hat, dem wird hier schon das eine oder andere Puzzle-Stück (und so mancher Kuss) fehlen, aber ich denke, die Story schafft‘s trotzdem auch für sich zu stehen – zumindest auf einem Bein ;-)

Dann legen wir mal los! Zurück zur Weggabelung, zum defining moment, zum ursprünglichen Kapitel 23 „No more“. Mein Schreibherz hüpft, mein Grinsen ist riesig und ich bin sowas von gespannt, was Ihr von dieser Detour haltet!
Eure
OutOfTheBlue|OOTB :-)


****************


“When a defining moment comes along, you can do one of two things.
Define the moment, or let the moment define you”

From Tin Cup


(München, Ende Juni, kurz vor Ferienbeginn)

Boris hatte gewartet. Wartete immer noch. Wartete, dass Tobias es nochmal sagen würde. Laut sagen würde, dass er ihn liebte. Aber er tat es nicht. Auch nichts in die Richtung. Es lief mehr oder weniger alles wie vorher. Das einzige, das sich geändert hatte, war, dass sie sich noch häufiger trafen und Boris oder eben Tobias auch immer über Nacht blieb. Auch das ein stilles Übereinkommen über das und dessen Bedeutung sie nie geredet hatten. Beim ersten Mal war ja dann morgens Laurenz da gewesen und seither … seither war es einfach so. Irgendwie waren sie verdammt gut darin, über gewisse Dinge nicht zu sprechen. Vielleicht zu gut. Und so gab es von Tobias kein wie auch immer geartetes verbales Commitment. Ja, es gab vieles in das man etwas hineininterpretieren konnte, wenn man wollte; und natürlich wollte Boris. Wie gesagt, seine gedankliche He-loves-me-list war lang. Aber nüchtern betrachtet konnten diese Kleinigkeit alles, aber auch nichts sein. Zum x-ten Mal zermarterte sich Boris das Hirn. Vielleicht hatte er sich in jener Nacht doch verhört? Oder vielleicht war dieses „Ich liebe dich“ von Tobias nur aus dem Moment heraus gesagt? Denn diese Nacht damals, die war irgendwie besonders gewesen. Ach, es war frustrierend, dieses ständige hin und her gerissen sein zwischen der Überzeugung DASS und dem wiederkehrenden Zweifel inklusive Angst, dass eben doch NICHT. Und so sehr Boris die Zeit mit Tobias genoss, sich noch nie bei jemandem wohler gefühlt hatte und sich nicht vorstellen konnte, dass je irgendwer mehr Raum in seinem Herzen einnehmen würde, so sehr bedrückte ihn diese anhaltende Unsicherheit. Ja, es fiel Boris immer noch leicht Argumente zu finden, dass das was sie beide da am Laufen hatten, längst nichts mehr mit einer unbedeutenden Bettgeschichte zu tun hatte, sondern mehr war. Aber WIE VIEL mehr? Und war es GENUG? Würde es IHM auf Dauer genug sein?

“Love is unconditional, but relationships are not.“*

Und es kam der Punkt, wo Boris es nicht mehr aushielt, diese Frage mit sich selbst zu klären. Sie saßen wieder einmal auf den Stufen am Campus, hatten gerade ein Sandwich gegessen und unterhielten sich über die anstehende letzte Uni-Woche. In 5 Tagen begannen die Sommerferien. Tobias hatte seit dem nicht möglichen Hütten-Urlaub mit keinem Wort erwähnt, dass er Boris auch in den Ferien treffen wollte. Wahrscheinlich ging er einfach ganz selbstverständlich davon aus. Boris ja irgendwie auch. Aber, verdammt, konnte Tobias auch mal SAGEN was er wollte?! Funktionierte im Bett ja auch 1A, rollte Boris innerlich die Augen. Er atmete tief durch und bevor er es sich wieder anders überlegen konnte, begann er zu sprechen „Was… was wird das eigentlich mit uns? Wird das überhaupt was?“, zwang er sich Tobias direkt anzusehen. „Wieso? Warum? Ich versteh nicht… Läuft doch gut mit uns! Wenn ich da an gestern Nacht denke…“, zwinkerte der. Boris senkte den Blick, zerknüllte das leere Sandwichpapier fest in seiner Hand „Im Bett läuft‘s, also alles gut?“, schaute er Tobias schließlich wieder an, sein Mund verdächtig schmal. „Also ich würde das schon besser als ‚gut‘ nennen!“, grinste Tobias und stieß ihn kumpelhaft in die Seite, als wolle er sagen ‚Hey, keiner macht‘s so gut wie wir!‘  Wenn es nicht so scheiß weh täte, hätte Boris lachen müssen. Er schaute wieder auf den Betonboden. Konnte es wirklich sein, dass das von ihm gefühlte und so sehr gewünschte „wir“ für Tobias nicht vorhanden war? Nur Spaß? Eine sau gute, aber harmlose Bettgeschichte? Immer noch?! Er spürte die Enttäuschung darüber schlagartig und so deutlich, als hätte jemand Eiswasser über ihn gegossen. Noch nie hatte sich je etwas so beschissen angefühlt. Ihm blieb schier die Luft weg. Und weil er nicht noch mehr von diesem Shit herausfordern wollte und des Wartens so überdrüssig war, fasste er in diesem Augenblick einen für sich selbst überraschenden, aber plötzlich glasklaren Entschluss. Der tat zwar genauso weh, aber das würde vorbeigehen.

Er hob den Kopf und blickte Tobias entschlossen an „Dafür darfst du dir jetzt wieder einen anderen suchen. Du magst doch eh die Jagd. Also, Weidmanns heil“, sagte er ernst und bemühte sich unendlich, dass Tobias nicht sah, wie schwer ihm das fiel und wie verdammt verletzt er war. „W..w..wie bitte?“, war der total verwirrt von dieser Ansage, die für ihn völlig out oft the blue kam. Boris seufzte, stand auf, schaute auf Tobias hinunter „Mach‘s gut.“ Und die Endgültigkeit in seiner Stimme und in seinem Blick fuhr Tobias durch und durch. Er hatte, mit was auch immer, Boris Grenze nicht nur erreicht, sondern offensichtlich deutlich überschritten! Er war wie gelähmt, zu keiner Reaktion fähig, schaute Boris mit geweiteten Augen an, versuchte zu begreifen, was hier gerade passierte. Boris wartete einige Sekunden, drehte sich dann mit einem kaum merklichen Kopfschütteln um und ging. Nein. Neeeeein!!!  Fuhr es durch Tobias Hirn, durch seinen ganzen Körper. Boris Gehen fühlte sich so nach GANZ gehen, nach AUS SEINEM LEBEN GEHEN und NIE WIEDER kommen an. Zum Teufel! Boris ging einfach. War schon einige Meter weg. „Boris!“, sagte Tobias laut. Der reagierte nicht, setzte stur einen Fuß vor den anderen. Tobias stand ruckartig auf „Boris, jetzt warte doch!“ Wieder keine Reaktion. Tobias eilte ihm ein paar Schritte hinterher, als sein Handy in der Hosentasche zu vibrieren und läuten anfing. Shit! Das war der Klingelton seiner Mutter. Abrupt blieb Tobias stehen. Blick immer noch auf den sich entfernenden Boris gerichtet, fischte er fahrig das Handy heraus und ging ran „Mum, ist grad ganz schlecht, kann ich dich…“, weiter kam er nicht, denn er hörte ihr Schluchzen. Neeeeein!!!

"I should have hugged you tighter and longer the last time I saw you."
@michaeldmazurek on Instagram


*************************

Da die meisten Kaps schon mehr als grob fertig sind, werde ich versuchen zuverlässig immer Dienstag und Freitag ein neues online zu stellen. In diesem Sinne, bis hoffentlich Freitag!
Eure OOTB :-)



* Quelle: www.luvze.com
Review schreiben