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When the night is darkest 3 - Verschollen

von Tilajasar
GeschichteDrama / P16 / Gen
Caboose OC (Own Character) Rusty
29.06.2020
13.07.2020
10
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30.06.2020 1.281
 
Als Liz am Abend wieder in Naiva war, wusste sie noch bevor sie Rustys Depot betrat, dass er noch nicht zurück war, wie die anderen vermutet hatten. Das wäre auch zu schön gewesen. Liz rollte hinein ohne Licht zu machen und ließ sich auf das Bett sinken. Es war furchtbar nichts tun zu können. Aber Papa hatte schon recht gehabt, die Loks mussten ihren Aufgaben nachgehen und wo hätten sie auch anfangen sollen zu suchen? Sie waren nach ihrem Gespräch mit Pearl noch zur Scheune gefahren aber auch dort gab es keine Spur von Rusty.

Wo konnte er nur sein? Inzwischen war sich Liz ganz sicher, dass er nicht freiwillig weg blieb. Ihr erster Verdacht entpuppte sich aber nach einem Gespräch mit Greaseball als nichtig. Der Diesel schien genauso überrascht über Rustys Verschwinden zu sein wie Pearl. Außerdem war er zu der Zeit mit den Personenwagen unterwegs gewesen.

Auf der Rückfahrt war ihr allerdings ein viel schlimmerer Verdacht gekommen, aber den wollte sie vorerst für sich behalten, denn er schien selbst ihr etwas weit hergeholt. Liz legte sich hin und starrte in die Dunkelheit. Sie hoffte, dass Control etwas in Erfahrung bringen konnte. Vielleicht war Rusty ja auf irgendeinem anderen Bahnhof gesehen worden. Morgen früh würde sie noch einmal nach Victoria fahren und gemeinsam mit den anderen überlegen, wie weiter vorzugehen sei. Liz schloss die Augen und versuchte in den Schlaf zu finden.

---

Als Caboose zum Platz rollte, traf er Greaseball, der offenbar auch etwas spät dran war.
„Morgen Greaseball,“ grüßte Caboose. „Und wieder einmal sind alle auf der Suche nach Rusty.“
„Ich habe diesmal nichts damit zu tun. Das hab ich doch schon gesagt!“
„Na, na, das weiß ich doch.“ Caboose lachte und fuhr voraus zum Platz, wo die anderen bereits zusammen standen.

Papa verkündete gerade, dass Control leider nichts hatte in Erfahrung bringen können. Woraufhin Stimmen laut wurden, ob etwas und wenn ja was nun unternommen werden sollte. Caboose beobachtete, wie sich Grüppchen bildeten, die miteinander sprachen. Liz stand zusammen mit Buffy und Ashley, es war ihr aber deutlich anzumerken, dass sie lieber mit Papa, der mit Blacco zusammenstand, reden wollte. Aber die beiden nahmen sie so in Beschlag, dass sie offenbar nicht wegkam.
Caboose war sicher, dass all das Gerede nicht zielführend war, also rief er: „Hey, wollt ihr wissen, wo Rusty ist?“
Alle drehten sich zu ihm um. Nun hatte er ihre Aufmerksamkeit.
„Weißt du wo er ist?“, fragte Liz mit einem Anflug von Hoffnung.
„Ich weiß, wer es wissen könnte.“ Tatsächlich war es nur ein Verdacht, den Caboose hegte und der sich in keiner Weise begründen ließ. Aber es war eine Spur, der sie nachgehen konnten.
Ungeduldige Nachfragen wurden laut. Caboose lächelte geheimnisvoll. „Der, der ihn hierhergelockt hat, wusste gut Bescheid über Rusty, sein Verhältnis zu Pearl und unseren Yard.“
Caboose musste grinsen, als sich plötzlich alle Augen auf Greaseball richteten, der eine abwehrende Geste machte. „Ich habe nichts damit zu tun!“

Fragende Blicke richteten sich auf Caboose. Doch bevor er weitersprechen konnte, ergriff Liz das Wort.
„Tim“, sagte sie nur und es klang so, als hätte sie diese Möglichkeit auch schon erwogen.
„Aber warum sollte er Rusty Böses wollen? Er war doch sein Freund“, meinte Dustin.
„Ja, die beiden haben sich gut verstanden, bis…“, Hip Hopper 3 verstummte.
„…bis er sich eine Überdosis gegeben hat“, führte Flat Top den Satz zu Ende.

Caboose sah, dass Liz einen Blick mit Papa tauschte, dann sah sie zu ihm und schüttelte unmerklich den Kopf. Caboose hätte es nicht für möglich gehalten, aber es war offenbar tatsächlich gelungen einige Dinge über Tims Verhältnis zu Rusty geheim zu halten. Das war aber auch größtenteils Papas Entscheidung zu verdanken, Tim nicht vor allen bloßzustellen. Sicher hatte auch Tim selbst sich noch einmal im besten Licht bei ihm präsentiert, bevor er ohne auch nur einem der Bahnhofsbewohner Auf Wiedersehen zu sagen verschwunden war. Wenn Caboose nicht ein wenig auf Control eingewirkt hätte, wäre Tim vermutlich auch nur auf einen x-beliebigen Yard versetzt worden und hätte dort unter Beobachtung gestanden. Caboose lächelte böse.

„Ich denke, es gibt Gründe, aus denen Tim schlecht auf Rusty zu sprechen ist“, sagte er.
Mehrere Augenpaare sahen ihn fragend an.
Papa räusperte sich. „Lasst uns das weitere Vorgehen erst mal in einer kleineren Gruppe besprechen. Liz, Pearl, Caboose, kommt mit mir!“
Die anderen begannen wieder wild durcheinander zu reden. Caboose war froh, dass er sich nicht mehr an dieser ziellosen Versammlung beteiligen musste. Wortlos rollte er hinter Pearl her.

Papa hielt im Windschatten eines Gebäudes und wartete, bis alle um ihn herum standen. Ohne Umschweife wandte er sich an Caboose. „Weißt du, wo Tim stationiert ist?“
Caboose nickte. „Ein Yard im Osten, vielleicht zwei Stunden Fahrzeit von hier.“
„Zwei Stunden?“ Liz klang verzweifelt. „Das ist zu weit um eben mal hinzufahren.“
Caboose sah sie an. „Es wäre auch nicht klug, eben mal hinzufahren.“
Papa nickte, aber Pearl fragte: „Warum? Wenn er weiß, wo Rusty ist…“
„…dann wird er es uns sicher nicht sagen“, fiel ihr Caboose ins Wort. „Euch jedenfalls nicht.“
„Caboose“, fing Papa an, „denkst du, er wird mit dir reden?“
Caboose zuckte die Schultern und lächelte unschuldig. „Wir waren ein Team. Wenn du ihm damals nicht gesagt hast, warum du Rustys Geschichte plötzlich glaubst, hat er keinen Grund mir nicht zu vertrauen.“ Caboose sah Papa erwartungsvoll an. Er hatte tatsächlich nie nachgefragt, ob Papa wie er ihn gebeten hatte, dicht gehalten hatte.
„Das habe ich nicht. Dein Name ist in keinem unserer Gespräche gefallen.“
„Gut“, Caboose rieb sich die Hände. „Dann haben wir eine Chance.“
„Was willst du tun?“, fragte Liz.

Caboose sah sie amüsiert an. Hatte er das nicht gerade gesagt? „Ich werde bei nächster Gelegenheit mit Greaseball zu Tim fahren. Vielleicht nehmen wir noch ein paar Frachtwagons mit, damit es so aussieht als kämen wir zufällig vorbei, und dann frage ich ihn vorsichtig aus.“
„Und wann ist die nächste Gelegenheit?“, hakte Liz ungeduldig nach.
Caboose zuckte mit den Schultern und überlegte. „Heute nicht mehr, wir sind nachher bis abends unterwegs. Vielleicht morgen Nachmittag.“
Liz nickte aber Caboose konnte sehen, dass ihr das viel zu spät war.
„Gut", meinte Papa entschieden. "Dann geht jetzt jeder wieder seinem Tagewerk nach und du informierst mich, wenn ihr zurück seid.“ Papa nickte Caboose zu und fuhr davon. Pearl folgte ihm wortlos. Caboose wunderte sich über die Gelassenheit der beiden. Wenn Papa wüsste, was er wusste, würde er ihn sofort bei Control freistellen und zu Tim schicken.

„Wenn es wirklich Tim war, der Rusty hergelockt hat…“, Liz schluckte, „was hat er mit ihm gemacht?“
„Er wird ihn wohl nicht auf der Stelle zu Asche verbrannt haben.“ Caboose grinste aber Liz schien das nicht so witzig zu finden. Sie schaute ihn noch immer erwartungsvoll an. Vielleicht war es an der Zeit ein wenig mehr über ihr Vertrauensverhältnis zu Rusty zu erfahren.
„Hat er dir erzählt, warum Tim ihn damals in der Scheune gezwungen hat die Drogen zu nehmen?“
Zu Cabooses Überraschung nickte Liz langsam und auch an ihrem Gesichtsausdruck konnte er sehen, dass sie die Wahrheit kannte.
„Dann muss ich nichts mehr sagen.“
„Nein!“ Liz schlug eine Hand vor den Mund und sah zu Boden.
Caboose spürte plötzlich Mitleid mit ihr. „Nah, vielleicht irre ich mich auch und er stößt nur mit ihm auf die guten alten Zeiten an. Oder er hat gar nichts mit der Sache zu tun.“ All das hielt Caboose jedoch für eher unwahrscheinlich.
„Caboose, bitte fahr so bald wie möglich!“ Liz sah ihn bittend an.
„Ich versuche es“, versprach Caboose, wobei er eigentlich keinen dringenden Grund sah sich zu beeilen. Tim würde sicher wieder auf die Drogen zurückgreifen und wenn Rusty die nahm, hatte er nichts zu befürchten. Im Gegenteil. Caboose lächelte.
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