Polarlichter

von Rosalie18
OneshotRomanze, Schmerz/Trost / P12
Black Widow / Natasha Romanoff Hawkeye / Clint Barton
28.06.2020
28.06.2020
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Willkommen zu meinem Beitrag zum Projekt Inspiration durch Bilder Nr. 4  von Farringdon.

Nr.: 99
Bild: Polarlichter

Viel Spaß beim Lesen!


Disclaimer: Die Charaktere gehören Marvel. Ich leihe sie mir nur aus und verdiene leider auch kein Geld mit meiner Geschichte.



Polarlichter

Sie hatte es einfach nicht mehr ausgehalten. Es war zu viel für sie gewesen. Ihm nahe zu sein und doch nicht. Wie dumm von ihr sich ausgerechnet in ihren besten Freund zu verlieben, ihren verheirateten besten Freund. Es war wirklich dumm und ohne Hoffnung. Gefühle nahmen darauf leider keine Rücksicht. Sie wollte nicht fühlen. Den Schmerz nicht mehr spüren, doch egal was sie auch versuchte, sie wurde die Gefühle nicht los. Er spuckte zu jeder Tages-und Nachtzeit in ihrem Kopf. Es war schmerzhaft und zu einem gewissen Teil auch grausam.

Sie wusste, dass sie ihn sich aus dem Kopf schlagen musste. Er hatte seine Familie – seine Kinder und seine Frau, die er über alles liebte. Sie war nur seine beste Freundin. Nicht mehr und nicht weniger. Die Liebe konnte wahrschlich schmerzhaft und grausam sein. Wieso gerade er? Warum hatte sie sich nicht in einen anderen, ungebundenen Mann verliebt? Wieso musste er es ausgerechnet sein?

Antworten würde sie auf diesen Fragen keine bekommen. Wie hieß es so schön: Die Zeit heilt alle Wunden. Darauf vertraute und hoffte sie. Wollte daran glauben, dass es mit der Zeit besser werden würde, dass sich die Gefühle wiederzurückverwandelten. Dass sie wieder nur noch freundschaftlich waren.

Denn eigentlich wollte sie ihn nicht aus ihrem Leben verbannen. Aber aus Selbstschutz musste es sein, würde sie es nicht tun, würde sie daran zerbrechen und zugrunde gehen. Genau das wollte sie nicht. Sie liebte ihr Leben, wenngleich es fort an ohne ihn stattfinden würde.

Ein Stich durchfuhr sie. Ihr Herz fühlte sich an, als wurde es mit einer Eisenfaust im Klammergriff gehalten.  Stumme Tränen rannen ihre Wangen hinab. Sie hatte gar nicht bemerkt, wie sie angefangen hatte zu weinen. Sie wollte nicht weinen.
Ihr Blick richtete sich auf die Polarlichter, die in den schönsten Farben über ihrem Kopf funkelten. Sie war sich der Schönheit bewusst, doch gerade in diesem Moment hatte sie einfach kein Auge dafür. Wenn sie ehrlich war, hatte sie gerade für nichts ein Auge. Alles war ihr egal. Sie wollte sich einfach nur einigeln und ihrem Kummer und Selbstmitleid freien Lauf lassen, bis sie wieder soweit war. Wie lang das dauern würde, war ihr egal. So lange wie es dauerte, dauerte es eben.

Auch wenn sie sich gerade nicht an den Polarlichtern erfreuen konnte, beruhigten diese sie. Das war schon immer so gewesen.

„Wenn ich es nicht besser wüsste, müsste ich glauben, dass du mir absichtlich aus dem Weg gehst", riss seine gutgelaunte Stimme sie aus ihren Gedanken. Sie zuckte zusammen, da sie ihn nicht kommen gehört hatte. Sein Grinsen erlosch, als er ihren Gesichtsausdruck, ihre traurigen Augen und die Tränenspuren sah. Er konnte sie nicht traurig und schon gar nicht weinen sehen.

„Was ist los, Tasha?“, fragte er mit sanfter Stimme und zog sie in seine Arme. Seine Nähe und Wärme fühlte sich gut an, sehr gut sogar. Ihren Blick hatte sie mittlerweile von ihm ab und wieder dem Farbenspiel am Himmel zugewandt. Wie gerne würde sie ihm sagen, was ihr auf dem Herz lang, aber das durfte sie nicht. Sie wollte ihm kein schlechtes Gewissen machen oder gar belasten.

„Es ist alles in Ordnung. Ich habe nur nachgedacht. Mach dir keine Sorgen“, schaffte sie mühsam herauszupressen. Natürlich glaubte er ihr kein Wort.

„Wieso redest du nicht mit mir?“ Er klang verletzt. Das wollte sie nicht, aber sie konnte nicht … So egoistisch war sie dann doch nicht.

„Ich kann nicht …“

„Du weißt, dass du mir alles sagen kannst.“

„Ich weiß, aber es geht nicht. Es würde zwischen uns stehen und das will ich nicht“, sagte sie leise. Clint legte ihr seine Hand unter das Kinn und drehte ihren Kopf in seine Richtung, damit sie ihn ansehen musste.

„Es gibt nichts, was jemals zwischen uns stehen könnte.“ Seine Stimme war nur ein Flüstern. Sie seufzte und ihr Widerstand bröckelte. „Bitte.“ Dieses kleine Worte und sein fast flehender Blick reichten aus, um ihren Widerstand endgültig einzureißen.

„Du bist mir sehr wichtig. Du bist mein bester Freund. Aber meine Gefühle haben sich gewandelt. Ich …“ Clint drückte aufmunternd ihre Hand. „Ich habe mich in dich verliebt, aber ich weiß, es aussichtslos ist.“ Jetzt war es raus und Natasha fühlte sich von einer Last befreit. Gespannt wartete sie auf seine Reaktion.

Es entstand eine Stille, die je länger sie andauerte, desto unangenehmer wurde sie für Natasha und sie bekam es mit der Angst zu tun, dass ihr Geständnis doch zwischen ihnen stehen würde. Sie senkte ihre Schultern. Wieso hatte sie sich nur dahin reißen lassen ihm dieses Geständnis zu machen? Es war unglaublich dumm gewesen, doch jetzt waren die Worte gesagt und sie konnte sie nicht mehr zurücknehmen.

„Du bist mir auch sehr wichtig. Ich kann mir mein Leben nicht ohne dich vorstellen. Lange habe ich mich dagegen gewehrt, aber ich kann nichts dagegen machen. Gegen seine Gefühle kann man sich einfach nichts unternehmen.“

Ihr Kopf war wie leergefegt und sie verstand nicht, was Clint ihr sagen wollte. Ein sanftes Lächeln umspielte seinen Mund. Sachte streichelte er über ihre Wange. Ihre Gesichter waren sich ganz nahe. Wann er so nahe gekommen?  Natasha hatte keine Ahnung. Sie konnte seinen warmen Atem auf ihrem Gesicht spüren. Ein wolliger Schauer lief ihren Rücken hinab, ihr Herzschlag erhöhte sich und das Kribbeln in ihrem Bauch wurde stärker. Langsam drang die Bedeutung seiner Worte in ihr Bewusstsein, doch sie wollte sich keine falschen Hoffnungen machen.

Im ersten Moment war Natasha überrascht, als sie Clints Lippen auf ihren spürte. Nach einem kurzen Moment des positiven Schocks erwiderte sie den Kuss, auch wenn sie nicht wirklich begriff was gerade hier passierte.

Nachdem sie den Kuss beendet hatten, sagte erst einmal keiner ein Wort, sondern blickten sich einfach nur in die Augen. Natasha hatte immer noch nicht begriffen, was gerade passiert war.

„Wie…? Was?“, stammelte Natasha. Clint streichelte ihr über die Wange.
„Ich habe schon länger bemerkt, dass sich meine Gefühle für dich verändert haben. Zuerst wollte ich es nicht wahrhaben. Wegen Laura und meiner Familie, aber irgendwann konnte ich mich nicht mehr dagegen wehren und musste mir eingestehen, dass ich mich in dich verliebt habe“, gestand Clint und hauchte ihr einen zärtlichen Kuss auf die Lippen.

„Was ist mit Laura?“ Noch konnte sie sich nicht freuen und den Gedanken zu lassen, dass Clint ihre Gefühle erwiderte.

„Natürlich ist sie enttäuscht und verletzt, aber der Kinder wegen haben wir uns gütlich getrennt. Es ist zwar immer noch seltsam für mich, aber ich kann nun einmal nichts für meine Gefühle.“ Jetzt endlich konnte sie sich freuen und all ihre Sorgen fielen von ihr ab. Natasha schlang ihre Arme um seinen Nacken und küsste Clint. Der Kuss war leidenschaftlicher als die vorherigen.

Nachdem Kuss saßen sie engumschlugen nebeneinander und blickten in den Himmel, wo die Polarlichter eine magische Stimmung erzeugten, die perfekt zu der Situation passte.



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