Wenn Pokémon Trainer auf Halbblute treffen

CrossoverAbenteuer, Fantasy / P12 Slash
28.06.2020
07.07.2020
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28.06.2020 2.986
 
Dieses neueste Crossover von meiner Tastatur spielt unmittelbar nach Helden des Olymp - Das Blut des Olymp. Ich bedanke mich bei DeviantFriend für das Bereitstellen von Abigail und Crowley sowie bei Jason x, dass ich Isabelle Millfy verwenden darf.
Nun aber viel Spaß mit dem ersten Kapitel!





„Na los, wirf rüber!”, rief ein junger Mann mit blauen Haaren und einem irren Grinsen auf den Lippen, während er gerade mit einigen Gleichaltrigen und ihren Pokémon Basketball spielte.
Eines seiner Teammitglieder, das Eis-Pokémon Shnebedeck, dribbelte den Ball mehrmals auf den Boden, bis er ihn an seinen Trainer abgab. Er wollte ihn fangen, aber dann sprang von der Seite ein riesiger Schatten an ihm vorbei, schnappte sich den Ball im Vorüberrennen und versenkte ihn im selben Atemzug im Korb.
„Tja, Crowley. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”, sagte Hendrik Jigoku leicht lächelnd. Hendrik war ein junger Mann von zwei Metern Größe, der mittellange schwarze Haare hatte, in die er einige helle Streifen hatte einfärben lassen. Als die Trainer und ihre Pokémon den Platz wieder verließen, zog er seine schwarze Lederjacke und den langen schwarzen Kapuzenumhang wieder an, die er beide über einem weißen Hemd mit schwarzer Krawatte trug.
Neben ihm lief seine Freundin Kira Heart. Sie war etwa 1,95 Meter groß und eine Meisterin des Kampfsports. Sie hatte schulterlange schwarze Haare mit einem Pony, der über ihrem rechten Auge hing. Ihre Kleidung bestand aus einem langen schwarzen T-Shirt und einer schwarzen Lederhose. Ihre Augen leuchteten in einem fast schon aggressiven Rot, aber entgegen ihres Aussehens hatte sie einen warmherzigen und beschützerischen Charakter.
Der Trainer mit dem Shnebedeck, der gerade von Hendrik ausgebootet worden war, hieß Crowley Serkitz. Er war 1,70 Meter groß und hatte blaue Haare und Augen. Man kannte ihn nicht gerade für sein starkes Team und noch weniger für Ernsthaftigkeit, aber er hatte das Herz am rechten Fleck.
Seine Cousine Abigail war mit ihren roten Haaren und Augen ähnlich farbenfroh wie Crowley, aber sie war ernster und hatte statt einem Grinsen ein sanftes Lächeln auf den Lippen. Sie trug einen weißen Wollpullover und blaue Jeans.
Die fünfte im Bunde schließlich, Isabelle Millfy, war ein ziemlich taffes Mädchen mit langen braunen Haaren und einem oftmals gleichgültigen Blick. Sie gab sich meist ziemlich überlegen und sorglos. Sie war 1,80 Meter groß und trug einen knöchellangen gelben Piratenmantel über einem schwarz-weiß gestreiften T-Shirt und schwarzen Jeans. „Gegen Hendrik kann man auch nur schwer gewinnen. Der Kerl hat längere Arme als ein Machomei”, motzte sie los und zog einen Schmollmund. Hendrik lächelte nur knapp, während die fünf Trainer sich zu einer nahegelegenen Eisdiele begaben und beim Kellner bestellten.
„Ich frage mich ja manchmal echt, wie du es schaffst, mit deinem Asthma noch Sport zu betreiben”, fragte sich Abigail, als alle aus der Clique sich entschieden hatten. „Das habe ich doch schon öfters erklärt”, sagte Hendrik leise, der nebenbei auf sein Smart-Rotom starrte. „Mein Asthma bekam ich mit fünf Jahren in Folge einer Lungenentzündung, aber mithilfe mehrerer Kuren und Rehas in der Alola-Region konnte ich es besiegen und kann mittlerweile so normal und uneingeschränkt atmen wie jeder andere.”
Die anderen nickten. Jeder von ihnen wusste, dass Hendrik auch das Asperger-Syndrom hatte, weshalb seine Aussagen oft ohne wirkliche Emotionen und knapp waren. Früher war er zudem jemand gewesen, der keine Bekannten oder Freunde gehabt hatte, bevor sie sich als Kinder getroffen hatten und gemeinsam auf Reisen durch die Einall-Region gezogen waren. Mittlerweile wohnten sie fest in einer WG mitten in Stratos City, im Herzen der Stadt, und lebten mehr oder weniger in den Tag hinein. Aber das nicht, ohne dabei immer mit ihrem Team im Training zu bleiben.
„Der Sommer wird auch jedes Jahr wärmer”, meinte Kira und wischte sich kurz über ihre schwitzende Stirn. „Ich sag nur globale Erwärmung”, erklärte Abigail trocken, während die Freunde die Eisbecher entgegennahmen. Hendriks Pikachu bekam ebenfalls etwas von seiner Portion ab.
„Was wollen wir heute noch machen?”, fragte Crowley in die Runde, während sie aßen. „Keine Ahnung. Vielleicht sehe ich mir nochmal dieses Juwelengeschäft an, das vor einigen Tagen eröffnet wurde”, sagte Isabelle schulterzuckend. „Ich frage mich ja, was du an solchen Juwelen findest, die du dir in hundert Jahren nicht leisten kannst”, meinte Hendrik knurrend. „Ach weißt du, Großer, sie funkeln einfach so schön”, erklärte Isabelle grinsend und fuhr sich kurz durch die Haare.
„Ich hätte Lust, mir den heutigen finalen Kampf im Champ-Turnier der Galar-Region anzusehen”, schlug Crowley vor. „Es gibt immer mehr Diskussionen darüber, dass Delion in diesem Jahr tatsächlich vom Thron gestoßen werden könnte.”
„Das wäre in der Tat mal was Neues”, stimmte Hendrik zu. „So wenig Orientierung er hat, so viel Können zeigt er im Kampf. Das dürfte trotz allem nicht einfach werden.” „Ich finde, um diesen Delion wird zu viel Aufsehen gemacht”, sagte Isabelle, die konstant den Ring an ihrem Finger betrachtete. „Ich meine, jemand, der nicht einmal den Weg von Furlongham nach Brassburry findet, in der Position des Champions? Wie hat er das bloß geschafft?”
„Er meinte mal, sein Glurak würde ihm oft helfen, sich zurechtzufinden”, fiel Abigail ein. „Das ist auch gut so. Ohne Hilfe würde er nicht einmal aus einer Mehltüte herausfinden.”
„Ach, jeder hat seine Ecken und Kanten”, sagte Kira und strich Isabelle kurz über die Schulter. „Na gut, Abstimmung. Wer ist dafür, dass wir uns den finalen Kampf im Fernsehen ansehen?” Alle fünf hoben gleichzeitig den Arm. „Dann ist es beschlossen. Zum Glück haben wir noch genug Chips und andere Snacks im Lager.”
Crowley jubelte kurz los, während sie ihr Eis bezahlten und dann die Eisdiele wieder verließen, in Richtung ihrer gemeinsamen Wohnung. „Ist in letzter Zeit eigentlich irgendwas interessantes passiert?”, fragte Abigail, als sie an einer Ampel standen und das Grünzeichen abwarteten. „Ich habe mir so ein Buch gekauft, in welchem es um eine Geschichte über menschenähnliche Gottheiten geht”, erzählte Hendrik und holte ein gebundenes Taschenbuch hervor, auf dem mehrere aus Marmor gefertigte Statuen abgebildet waren. „Menschen als Gottheiten? Wo bleiben denn da die legendären Pokémon?”, fragte Crowley grinsend. „So ganz stimmt das nicht”, widersprach Hendrik. „In Wahrheit sind die Gottheiten dort, soweit ich das verstanden habe, so etwas wie leuchtende Säulen aus purer Energie, die aber oft menschliche Gestalt annehmen. Und weil der Anblick ihrer wahren Gestalten jeden normalen Menschen sofort zu Asche zerfallen lassen würde, werden sie meist als Menschen dargestellt.”
„Welcher geistig Verstorbene hat sich denn so eine Mythologie ausgedacht?”, fragte Isabelle belustigt, während sie nun die Straße erreicht hatten, in der sich das Apartment befand, in dem sie alle zusammenwohnten. „Du musst uns mal bei Gelegenheit von diesen Geschichten erzählen. Wäre vielleicht ganz interessant”, bat Kira ihren Freund und hakte sich bei ihm unter. „Wo ist Luka eigentlich abgeblieben?”, fragte Abigail plötzlich und sah sich aufmerksam um. Nur wenige Momente später wurde ihre Frage beantwortet: Luka, der Spitzname von Isabelles Lucario, sprang aus heiterem Himmel neben die Gruppe und stellte sich sofort neben ihre Trainerin. Luka war ihrer Trainerin in vielen Punkten ähnlich, aber beide setzten sich immer für andere Menschen und Pokémon ein.
„Du hattest heute wohl keine Lust, ein paar Körbe zu werfen, was?”, fragte Isabelle neckend, woraufhin Luka nur kurz schnaubte und sich mit der Pfote über die Nase strich. „Na los, sonst kommen wir nachher noch zu spät und verpassen den Anfang”, drängte Abigail. Die anderen lächelten kurz und betraten dann ihre Wohnung und schalteten dort den von ihnen allen finanzierten 65 Zoll Fernseher ein, während Kira die Kartoffelchips öffnete und mitnahm.
„Danken wir unserer Kira dafür, dass sie das Paket für UHD bezahlt”, sagte Abigail feierlich und hob ihr Glas. Die anderen stimmten ein und schalteten dann auf das Programm der Galar-Region um, wo der Nachrichtensprecher gerade die Vormoderation abhielt.
„Dieser Delion hat den Umhang von dir geklaut”, meinte Crowley grinsend und boxte Hendrik leicht gegen die Schulter. „Von wegen. Ein so dickes Fell rundherum wäre gar nichts für mich, und erst recht nicht diese ganzen Firmenlogos”, gab Hendrik zurück und streckte seine Beine aus.
„Seid leise. Die beiden schicken ihre Pokémon in den Kampf”, sagte Abigail aufgeregt. Die fünf Trainer starrten auf die riesige Mattscheibe, wo nun ein Glurak auf der einen und ein Duraludon auf der anderen Seite des Kampffeldes aus ihren Pokébällen auftauchten und laute Kampfschreie ausstießen. „Diese Runde könnte interessant werden”, meinte Hendrik, der von ihnen allen am meisten Erfahrung im taktischen und geplanten Kampf hatte. „Gluraks Feuerattacken haben nur eine neutrale Wirkung auf Duraludon, und es selbst hat auf der anderen Seite entweder nur seine Drachenattacken oder Steinkante.”
„Und Glurak indes könnte Erdbeben oder Durchbruch benutzen, um sehr effektiv anzugreifen”, fügte Kira hinzu, die von ihrem Freund seit Langem viel lernte. Doch in diesem Moment erhellte ein greller Blitz die Fenster zu ihrer Linken, und Hendrik zuckte kurz zusammen. „Keine Panik. Wir leben in einem modernen Neubau, da kann rein gar nichts passieren”, beruhigte Kira ihren Freund und streichelte seine Hand, bis er sich beruhigte. „Immerhin leben wir hier im Erdgeschoss. Da ist das Risiko praktisch bei null”, fügte Isabelle hinzu, während sie sich an den Chips bediente.
Noch immer leicht nervös, wandte Hendrik sich nun auch wieder der Live-Übertragung zu, bei der der Herausforderer den amtierenden Champ mittlerweile ziemlich in die Ecke gedrängt hatte. Es sah tatsächlich so aus, als würde bald ein neuer stärkster Trainer von Galar ernannt werden. Doch als auf einmal noch weitere Blitze hintereinander einschlugen, noch dazu mit einem fast zeitgleichen Donner, wurde ihm immer mulmiger zumute. „Ich will ja jetzt niemanden beunruhigen, aber dabei muss ich an dieses Buch denken. Dort wird der Gott des Himmels sowie von Blitz und Donner erwähnt, Zeus.”
„Oh, haben wir etwa den Zorn der Götter auf uns gezogen?”, scherzte Crowley und lachte laut los. „Mit sowas scherze ich nicht. Schaut doch nur nach draußen!” In der Tat hagelte es geradezu Blitze in ihrer unmittelbaren Nähe, was vollkommen unnatürlich war. „Wenn wir es hier mit etwas Außergewöhnlichem zu tun haben, dann könnte es sich vielleicht um Raikou oder Rayquaza handeln”, spekulierte Kira. „Nein. Was würden solche Pokémon hier wollen? Da muss einfach irgendwas dahinterstecken”, beharrte Hendrik und näherte sich der Terrasse, die zu einem kleinen Gartenbereich hinter ihrer Wohnung führte.
Die Lichter vor ihrer Tür wurden immer heller, und so langsam bekamen auch die anderen etwas Angst. „Vielleicht ist das ja einer meiner Verwandten, der uns hier einen Streich spielen will”, mutmaßte Crowley, wobei man ihm anhören konnte, dass es selbst ihm schwerfiel, belustigt zu klingen.
„So hobbylos sind noch nicht einmal Abraham oder Blair”, widersprach Isabelle, der mittlerweile auch der Schweiß im Gesicht stand. Die Blitze wurden noch einmal um einiges heller, sodass die Trainer schon ihre Augen bedecken mussten. „Was passiert hier bloß?”, fragte Abigail durch den immer lauter werdenden Donnerlärm.
Sie bekam aber keine Antwort, da das Licht nun auch die Trainer erfasste und sie vollständig verschluckte.




Stöhnend öffnete Isabelle ihre Augen und versuchte, ihre Orientierung zurückzuerlangen. Nachdem der Blitz sie geblendet hatte, waren sie offenbar irgendwie eingeschlafen oder hatten einen solchen Schock erlitten, dass sie das Bewusstsein verloren hatten.
Als sie langsam wieder sehen konnte, erkannte Isabelle, dass sie mitten auf nackter Erde in einem dunklen Wald lagen.
„Leute, wacht auf!”, rief sie den anderen zu und rüttelte erst Kira, dann Hendrik und Crowley mehrmals durch, bis sie ebenfalls langsam ihre Augen öffneten und sich verwirrt umsahen. „Sagt mal, wir haben doch alle unsere Jacken ausgezogen, als wir heimkamen, oder?”, fragte Hendrik und schaute an sich herunter. Die anderen taten dasselbe und stellten fest, dass sie in voller Montur mitsamt Rucksäcken und allem anderen dastanden, obwohl sie alles beim Betreten ihrer Wohnung abgelegt hatten.
„Haben wir uns im Schlaf umgezogen und sind dann in den Wald geschlafwandelt?”, mutmaßte Crowley grinsend, der gerade sein Shnebedeck vom Boden aufgelesen hatte. „Das wäre schon seltsam, vor allem, da noch niemand von uns je schlafgewandelt ist. Oder doch?”, fragte Kira und sah ihre Freunde an.
„Nicht, dass ich wüsste”, gab Hendrik zu, der gerade den Staub von seinem Umhang klopfte. „Außerdem können wir ja nicht die ganze Strecke zum Ewigenwald gelatscht sein, ohne dabei aufzuwachen.”
„Da hat er recht”, stimmte Abigail zu. „Aber wenn wir nicht im Ewigenwald oder sonst wo sind, wo genau sind wir denn dann gelandet?”
Isabelle zuckte mit den Schultern und holte dann ihr Smart-Rotom hervor und rief die Karte auf. Dann schaute sie noch einmal auf den Bildschirm, als könne sie ihren Augen nicht trauen. „Leute, was ist denn das hier für eine Karte?”, fragte sie in die Runde und winkte ihre Freunde heran. Als sie einen Kreis gebildet hatten, sahen sie auf dem Display eine riesige Karte von unterschiedlichen Kontinenten, die aber kein bisschen so aussahen wie die, die sie kannten.
„Irgendetwas Seltsames ist hier passiert”, sagte Abigail schließlich. „Ich bleibe dabei: wenn dann ist das Ganze auf dem Mist von einem legendären Pokémon gewachsen”, beharrte Hendrik. „Aber aus welchem Grund? Wieso sollte ein legendäres Pokémon so etwas mit uns machen?”, warf Kira ein. „Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß ist, dass es keinen Sinn macht, hier noch länger rumzustehen. Schauen wir uns mal um, ob es hier in der Nähe ein Dorf oder eine Stadt gibt, wo wir uns erkundigen können.”
„In Ordnung. Aber passt dabei immer auf. Wir wissen nicht, was uns hier erwartet.” Die Trainer nickten und gingen dann nebeneinander her durch den dunklen Wald, wobei sie ihre Taschenlampen benutzten, um zumindest etwas Licht zu haben. Die Bäume um sie herum sahen ebenfalls seltsam aus, da sie in ihnen keinerlei Pokémon erspähen oder zumindest hören konnten.
„Ich komme mir hier irgendwie vor wie in einem seltsamen Traum”, meinte Kira nach einer Weile. „Ich weiß, was du meinst. Ein Wald bei Nacht. Keine Pokémon zu sehen, noch nicht einmal nachtaktive wie zum Beispiel ein Noctuh. Zumindest solche müssten sich doch hier herumtreiben. Ich kenne jedenfalls keinen Wald, in dem es überhaupt keine Pokémon gibt.”
Die fünf Trainer gingen weiter und schauten sich dabei immer wieder um, ob sie irgendetwas oder irgendjemanden finden könnten.
Schließlich erreichten sie das Ende des Waldes und traten hinaus auf einen kleinen Bereich aus Gras, hinter dem aber eine unglaublich große Stadt lag, viel größer als Stratos City oder sonst eine Stadt, die sie je gesehen hatten. Die Lichter strahlten unangenehm hell in der Dunkelheit der Nacht, unzählige Autos fuhren durch die Straßen, und noch viel mehr Menschen wuselten über die Fußgängerwege.
„Was ist das denn für ein Ort?”, fragte Crowley, dem vor Staunen sogar das Grinsen vergangen war. „Hab ich noch nie gesehen”, sagte Isabelle, die die Hände in die Taschen ihres Mantels gesteckt hatte. „Und auch hier sehe ich erstaunlich wenige Pokémon, weder auf noch über den Straßen.”
„Dann sollten Luka und Pikachu sich lieber bedeckt halten”, empfahl Hendrik, woraufhin Isabelle die Augen aufriss und sich entgeistert umsah. „Moment mal! Wo ist Luka denn überhaupt?”
Kaum hatte sie das gesagt, hörten sie plötzlich ein lautes, wolfartiges Heulen aus dem Wald heraus, das sie zusammenzucken ließ. „Das war Luka!”, stieß Isabelle aus und rannte ohne Umschweife zurück in den Wald. Hendrik, Kira, Abigail und Crowley eilten ihr hinterher und kämpften sich durch mehrere Dickichte und herunterhängende Äste, die ihnen im Weg standen.
Isabelle rannte wie von einem Voltula gebissen weit voraus, sodass die anderen sich anstrengen mussten, um nicht abgehängt zu werden. Als sie sie endlich eingeholt hatten, stand sie neben ihrem Lucario und starrte auf die andere Seite der Lichtung. Dort stand ein junger Mann in ihrem Alter mit wirren schwarzen Haaren und meergrünen Augen. Er hatte ein seltsames Schwert aus Bronze in der Hand, das in der Dunkelheit schummrig leuchtete. Er sah zu Lucario und Isabelle rüber und hielt seine Klinge in ihre Richtung.
„Du da, wer du auch bist: geh von ihm weg. Es ist nicht der süße Hund oder für was auch immer du ihn hältst”, sagte der junge Mann und trat einen Schritt näher. „Rede nicht so mit meinem Lucario!”, giftete Isabelle zurück und stellte sich vor ihr Pokémon. „Ich sage es dir noch einmal: du wirst durch den Nebel verwirrt. Das dort ist ein Monster.”
Er wollte noch näherkommen, aber in diesem Moment erhellte ein Blitz die Umgebung, der an seiner bronzenen Klinge abprallte und den Fremden von oben bis unten schockte. Er fiel auf die Knie, während von seiner Haut Dampf aufstieg. Sein oranges T-Shirt, das den Schriftzug „Camp Halfblood” aufgedruckt hatte, war ebenfalls nicht ohne Schaden davongekommen.
„Gut gemacht, Pikachu!”, rief Hendrik seinem Elektro-Pokémon zu, als die vier Trainer sich zu ihrer Freundin stellten und den jungen Mann unter die Lupe nahmen, der keine Miene verzog. „Ihr habt einen komischen Aufzug, das muss ich schon sagen”, sprach der junge Mann gefasst, aber auch konzentriert. „Ist das die neue Uniform von Kronos´ Armee?”
„Was für´n Ding?”, fragte Crowley grinsend nach und verschränkte die Arme. „Pass auf, Kleiner. Wir sind erfahrene Trainer und wollen keinen Ärger mit niemandem. Aber wenn du uns angreifst, dann wirst du auch mit den Konsequenzen leben müssen.”
„Mann, ihr seid echt komisch”, sagte der junge Mann kopfschüttelnd. „Ihr müsst Menschen sein, aber warum könnt ihr dann Monster sehen? Das ergibt keinen Sinn.”
Kira wollte gerade etwas sagen, als auf einmal ein unglaublich lautes Brüllen durch den Wald schallte und alle zusammenzucken ließ. „Das waren wir definitiv nicht”, sagte Abigail, während alle Anwesenden sich in Richtung des Brüllens wandten. „Hör zu: ich glaube, keiner von uns weiß, wer der jeweils andere von uns hier ist. Aber diesem Brüllen nach zu urteilen, ist dort hinten jemand, der uns allen ans Leder will. Lass uns gemeinsam nachsehen, was da los ist. Und danach haben wir genug Zeit für Erklärungen.”
Hendrik streckte die Hand aus und hielt sie dem Fremden hin. Er schwieg einen Moment und starrte auf seine riesige Handfläche, bevor er sie ergriff und schüttelte. „Ich bin Hendrik Jigoku, da drüben sind Crowley und Abigail Serkitz, meine Freundin Kira Heart und Isabelle Millfy. Wie heißt du?”
Der junge Mann lächelte knapp. „Ich heiße Percy Jackson.”