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Same but Different

von Soleira
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
J-Hope Jungkook OC (Own Character) RM Suga
28.06.2020
05.04.2021
26
49.855
15
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
28.06.2020 2.096
 
Hallo ihr,

Kennt ihr das auch, wenn euch ganz plötzlich etwas einfällt und ihr es einfach niederschreiben müsst?
Genau das ist mir mit dieser Geschichte passiert. Und ich bin selbst gespannt wie sich das entwickeln wird.
Um ehrlich zu sein bin ich noch recht neu im Fandom. Seid bitte nicht zu streng mit mir :)

glg Soleira

PS: Uploads werden vermutlich alle ein bis zwei Wochen erfolgen, da ich nebenbei noch an einer anderen Fanfiktion schreibe.
Die Kapitel haben dafür eine ordentliche Länge :)

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Ich wollte ihn sehen, so sehr wie ich noch niemals jemanden hatte treffen wollen. Fast schon erschien es mir unwirklich, dass wir es doch tatsächlich geschafft hatten, Karten für dieses Fansign zu ergattern. Und so stand ich neben Mari in der großen Halle, entdeckte an ihrem Ende diesen langen Tisch. Sieben Personen hatten daran Platz genommen und auf einem Steg darunter konnten die Leute stehen und sich ihre Autogramme geben lassen. Mein Herz raste wie verrückt in der Brust, als ich von der Ferne nach ihm suchte. Da war er, ziemlich zentral und unterhielt sich mit einer kleinen kurzhaarigen Frau. Lächelte sie freundlich an und nickte zum Zeichen, ihre Worte verstanden zu haben.

Zittrig verstaute ich die schweißnassen Hände in der Tasche, ignorierte Mari’s Blick. Ja er war eine Berühmtheit. Ein bekannter koreanischer Rapper, der mehr Fans hatte, als ich zählen wollte. Zu viele als dass ich es in Worte fassen konnte, geschweige denn wollte. Glücklicherweise hatten wir uns relativ am Ende der Schlange eingereiht. Wenn ich mehr Menschen hinter, als vor mir hatte, drehte ich gerne mal durch. Hatte das Gefühl alle Blicke würden auf mir liegen. Wegen meiner Größe. Ein Gefühl, dass ich nach wie vor mehr als alles andere hasste und fürchtete.

Mein Mund wurde trocken, als sich die Schlange langsam auf ihren Tisch zubewegte. Mari nickte mir bekräftigend zu, etwas das mir leider wenig half. Die Nervosität ließ sich leider nicht einfach herunterschlucken, hatte ich mir doch schon so lange diesen Moment herbeigesehnt. Ihm endlich in die Augen schauen und seine Stimme hören zu können. Seine wunderschöne Stimme, die ich bei der Rede vor der UN das erste Mal so richtig wahrgenommen hatte. Die Worte, die mein Innerstes bewegten und dafür gesorgt hatten, dass ich inzwischen mehr als Sympathie für ihn entwickelt hatte. Zumindest glaubte ich das zu wissen.

Wie würde er reagieren? Würde er mich einfach wie alle anderen Fans behandeln oder komisch auf meine Größe reagieren? Ich wusste es nicht, kannte ihn zu wenig. Wenngleich ich die unzähligen Videos alle angesehen hatte. Zittrig kramte ich nach der Autogrammkarte und stieg auf das Podest hinauf und mich Augen in Auge mit Suga wiederzufinden, der mich überrascht ansah. Jedoch kein einziges Wort über meine Größe verlor.

Denn normalerweise war das Podest so gebaut, dass alle Fans deutlich tiefer standen als die Künstler…nur klappte das bei mir eben nicht so ganz. Dementsprechend war die Verblüffung des Rappers durchaus gerechtfertigt. Etwas das mich leicht grinsen ließ.

„That was unexpected, right?“, fragte ich in deutlichem Englisch, sodass er mich gut verstand. Auch wenn er es nur halbwegs beherrschte, so verstand er die Sprache besser, als dass er sie sprach.

Auf Sugas sonst so emotionsloses Gesicht schlich sich ein Lächeln. Zugegeben zählte er nach Namjoon und J-Hope zu meinen liebsten Personen in der Gruppe. Klar die anderen waren auch total okay. Aber es gab eben immer Menschen, denen man sich verbundener fühlte als den anderen.

Mit einem Mal bemerkte ich, dass sich inzwischen eine ziemliche Lücke zwischen mir und dem Fan vor mir gebildet hatte. Buchstäblich hielt ich den Verkehr auf. Sofort machte sich die altbekannte Unsicherheit wieder in meinem Körper breit. Vorbei war es mit dem Lächeln und Feixen. Die Blicke der Mädchen stachen schlimmer als jedes Messer. Wie sehr ich es doch hasste der Mittelpunkt von jedermanns Aufmerksamkeit zu sein.

Meine Hände verkrampften sich, Fingernägel bohrten sich in die Haut. Der Blick huschte hektisch hin und her, erfasste für einen kurzen Moment Namjoon, der mich musterte. Neugierde blitzte in seinen Augen auf. Doch in diesem Moment empfand ich seine Blicke auf mir eher als störend. Das Blut rauschte in den Ohren und ich schwankte, wäre von der Plattform gestürzt, wenn sich eine kühle, starke Hand nicht um meinen Unterarm geschlungen hätte.

Sugas dunkle Augen bohrten sich in die meinen und ich entdeckte dort etwas, das ich nie erwartet hätte. Verständnis. Er drehte leicht den Kopf und sagte etwas zu einem der STAFF Mitarbeiter. Ein Mann trat an mich heran und bedeutete mir vom Podium zu steigen. Schwindel ergriff mich. Mir war so unwohl, denn noch immer hatten sich alle Blicke auf mich gerichtet. Wut kam in mir auf, das Bedürfnis mich aufzurichten, zu schreien, was sie denn alle für ein Problem hätten. Ich warf einen kurzen Blick zu Suga zurück, der mich nicht aus den Augen gelassen hatte und mir war, als würde der Weißhaarige für einen kurzen Moment den Kopf schütteln. Und so ließ ich mich widerstandslos aus dem Raum führen. Mari hastete hinter uns her und ich musste kurz bestätigen, dass sie auch wirklich zu mir gehörte.

Die Mitarbeiter wiesen mich an, mich in einem kleinen Raum hinzusetzen, der lediglich einen Tisch, drei Stühle und einen Spiegel beinhaltete. Seufzend setzte ich mich und schüttelte den Kopf, als Mari Anstalten machte zu mir hineinzugehen. Alles was ich nun brauchte war Ruhe. Keine Menschen, niemandes Augen, die auf mir lasteten. Einfach nur mich selbst und die Stille. Diese furchtbaren Gedanken konnten ruhig verschwinden.

Mir die Hände an die Schläfen pressend, blendete ich alles aus, versank in meiner Gedankenwelt. Versuchte wieder herunterzufahren. Mir einzureden, dass alles gut wäre. Die starrenden Menschen fort und ich meine Ruhe hatte. Doch dem war nicht so. Diese furchtbaren Gedanken kreisten noch immer in meinem Kopf herum, ließen mir keinen Frieden.

Alles was nur hätte schieflaufen können, war schiefgelaufen. Ich hatte es vergeigt. Mal wieder. War ein furchtbarer Versager, der nicht einmal ein Autogramm unterschreiben lassen konnte, ohne dass es zu einem Zwischenfall kam.

Als die Tür ein weiteres Mal geöffnet wurde, hob ich den Kopf, wollte Mari oder dem Mitglied der STAFF sagen, dass ich noch nicht soweit war. Sich das Chaos im Kopf noch nicht gelichtet hatte. Ich noch etwas Zeit brauchte, für mich, für die Gedanken, für alles. Aber es war nicht Mari oder ein STAFF…, sondern Suga, der sich vorsichtig auf den Stuhl mir gegenüber setzte.

„I know this feeling“, sagte er leise in schwankendem Englisch. Doch es reichte, um meine ganze Aufmerksamkeit zu gewinnen.

„In another way, but I know how it feels when many people are watching you. And sometimes I really hate it and just want to run away.”

Ich schluckte leicht und nickte, wusste ich doch von seinem früheren Lampenfieber und immer noch bestehender Introvertierter Seite. Trotz der Tatsache, dass er ein Star war und im Rampenlicht stand. Irgendwie schaffte es der Ältere das zu meistern. Suga fürchtete große Menschenmassen, Blicke die auf ihm lagen, etwas erwarteten… Wenn man manchen Aussagen der Fans Glauben schenkte, dann setzte ihm dieses Leben furchtbar zu.

Dennoch wusste ich nicht, was auf seine Aussage zu erwidern war. Überhaupt was ich sagen sollte. Und das war nicht, weil ich hier mit einem Menschen sprach, der weltbekannt war, nein, vielmehr aufgrund der vielen Gefühle, die nach wie vor, einem Wirbelsturm gleich in mir tobten.

„I know about your fears and totally understand them. I mean…look at me. How tall I am. People are curious when something isn’t normal. But if they are staring at me like a ghost…I…”, ich unterbrach mich selbst. Sprach nicht weiter. Was brachte es schon hier einem wildfremden Menschen mein Herz auszuschütten, der mich nicht kannte und andersherum genauso wenig? Jedes andere Mädchen hätte ihm vermutlich nun was vorgeheult, aber tatsächlich stellte sich nun die Vernunft in den Vordergrund.

Solche Begegnungen waren einmalig, würden niemals wieder vorkommen. Auch wenn ich Suga wirklich mochte und mich gerne einmal richtig mit ihm unterhalten würde. Es ging einfach nicht. Dafür waren unsere Welten zu unterschiedlich. Der Abstand zu groß. Und noch dazu konnte ich kein einziges Wort Koreanisch und er zu wenig Englisch. Aber das war auch der kleinste Grund.

„Thanks for your help. That was really nice”, fügte ich an und entdeckte erst jetzt das kleine Lächeln, das an seinen Mundwinkeln zupfte. Kurz schüttelte Suga den Kopf, als würde er sagen wollen, dass das kein Problem war. Aber das Lächeln verschwand dadurch nicht.

„I think I could like you.”

Das haute mich um ehrlich zu sein ein wenig aus den Socken. So eine Stellungnahme hätte ich niemals von Suga erwartet. Noch dazu klang es furchtbar ehrlich. Seine Augen hatte der Weißhaarige direkt auf mich gerichtet, sie hielten die meinen fest.

„Oh really? But you don‘t even know me”, entgegnete ich leise, erwiderte den Blick, wusste nicht woher ich diesen plötzlichen Mut nahm. Normalerweise war ich fremden Menschen gegenüber eher schüchtern. Aber was dieses Thema betraf…irgendwie war das etwas anderes.

„Right. It’s your honesty and empathy…I like it.”

Dass Suga ein hohes Maß an Menschenkenntnis besaß war mir durchaus bekannt gewesen, aber in dieser Form hätte ich es nicht erwartet. Und vor allem, dass er mich auch noch damit konfrontierte. Meine Lippen öffneten und schlossen sich gleichermaßen. Ich wollte etwas ansetzen, doch mir fiel einfach nichts richtiges ein.

Ein Verhalten, dass ihn erneut lächeln ließ. Doch bevor er erneut ansetzen konnte, wurde es vor der Türe laut. Stimmen erklangen im Flur. Sie waren erhoben und gingen durcheinander. Ich verkrampfte mich, ahnte was nun kam. Das Fansign schien zu Ende zu sein. Unsere Wege würden sich nun trennen. Etwas das mich ein wenig traurig stimmte.

Trotz allem war schön gewesen mit Suga in diesem Raum zu sitzen und zu reden. Wenngleich es nicht viel gewesen war. Aber der Rapper hatte es geschafft mich meine trübseligen Gedanken vergessen zu lassen und abzulenken. Eigentlich hätte er gar nicht kommen und nach mir sehen müssen.

Suga bemerkte meine innere Unruhe scheinbar, denn er warf mir einen kurzen Blick zu, ehe er die dunklen Augen auf eine Person richtete, die durch die Tür getreten war. Es war deutlich zu erkennen, dass der ungebetene Besucher etwas hatte sagen wollen, doch bevor die Worte seinen Mund verließen, begegnete er Sugas Blick. Abrupt verstummte Namjoon und ich verkrampfte mich noch mehr.

Hatte nicht erwartet ihm doch noch so richtig über den Weg zu laufen. Nach all der Aufregung. Suga wechselte ein paar Worte auf Koreanisch mit ihm. Ich machte mir nicht einmal die Mühe hinzuhören. Noch dazu war es unhöflich, auch wenn mich die Neugierde plagte. Dass es über die Situation ging, war sonnenklar, aber dennoch…

Erst jetzt entdeckte ich, dass hinter Namjoon auch der Rest der Gruppe stand. Neugierig linsten sie in den Raum. Nervös wich ich ihren Blicken aus und war letztendlich auch furchtbar erleichtert, als Namjoon sich zu ihnen umdrehte und etwas auf Koreanisch sagte. Doch dafür brauchte selbst ich keine Sprachkenntnisse. Denn sie zogen sich tatsächlich zurück und schlossen die Tür.

Tatsächlich machte das die Situation aber in keinem Fall besser. Denn nach wie vor befand sich Namjoon mit im Raum. Es schien fast, als würde keiner so genau wissen, wie es denn nun weitergehen sollte. Um ehrlich zu sein, wollte ich gar nicht wissen, was passierte, wenn ich das Gebäude verließ. Denn davor schwirrten bestimmt noch ein paar ARMY Menschen herum. Und so war ich diejenige, die die peinliche Stille brach. Richtete mich mit meinen Worten an beide.

„Ehh…is there maybe a secret door or something like that. Do you know what I mean?”, fragte ich unsicher an die jungen Männer gewandt. Hilfe. Mein Englisch musste ich definitiv noch aufbessern, so furchtbar wie ich mich ausdrückte. Dass sie verstanden hatten, was ich meinte, zeigte sich zuerst in Namjoons allzu bekannten Grübchenlächeln und Sugas sachtem Nicken.

„Yes. At the backside of the house is an emergency door. But first of all, I am going to talk to the STAFF. Maybe they know a better way, getting you out of here…unseen.”

Ich kam nicht drum herum Namjoons gutes Englisch zu bestaunen, ehe ich seine Worte gänzlich erfasste und leicht nickte. Je schneller wir aus dieser unangenehmen Situation wieder heraus waren, desto besser.

Namjoons Gesicht nahm einen nachdenklichen Ausdruck an. Suga schwieg weiterhin. Etwas das ich nicht so richtig deuten konnte. Geschweige denn wollte. Der Anführer von Bts sagte noch etwas, das so klang, wie, dass er sich mit den anderen besprechen würde, dann war er schon zur Tür hinaus.

Zurück blieben Suga und ich in einer mehr als unangenehmen Stille.

Wie sehr ich doch solche Situationen hasste.
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