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Bad Liar

von Saphira29
GeschichteAllgemein / P12 / FemSlash
Angela Rizzoli Jane Rizzoli Maura Isles
27.06.2020
27.06.2020
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3.848
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27.06.2020 3.848
 
Maura und ich waren schon einige Monate zusammen, wenn man es so nennen konnte. Wir hatten es bisher jedoch noch niemandem gesagt und anscheinend hatte selbst meine Mutter keinen blassen Schimmer davon. Jedenfalls hatte Maura mich, als ihre Begleitung, zu einer Dinnerparty von irgendeinem hohen Tier mitgenommen. Während sie schon seit einigen Stunden mit Leuten sprach, die ich nicht kannte, und dabei immer wieder herzhaft lachte, musste ich in einem schwarzen Fummel durch die Gegend laufen der vermutlich mehr zeigte, als er verdeckte. Zumindest wenn ich die Blicke der Männer richtig deutete. Kaum zu glauben, dass Maura mich in eines ihrer Haute Couture-Kleider gezwängt hatte, weil ich ihr in einem Anzug nicht passend genug gekleidet war.

Irgendwann setzte ich mich auf einen Stuhl, abseits der ganzen Wichtigtuer und beobachtete Maura und ihre angeblichen 'Freunde'. Hätte sie nicht so viel Geld, würde sich kein Schwein für sie interessieren, dessen war ich mir sicher. Doch je mehr ich sowohl Maura, als ihr Umfeld beobachtete, fiel mir auf, dass diese Welt definitiv nicht die meine war. Alle sprachen von Aktien, Yachten, Villen, teuren Autos, Ferienhäusern und keine Ahnung was alles. Da konnte ich mit meinem Gehalt natürlich nicht mithalten, wodurch ich wieder ein schlechtes Gewissen bekam. Maura kam für die meisten Sachen in unserer Beziehung auf, was schon einige Male zum Streit führte. Sie wollte auch, dass ich darüber nachdachte, zu ihr in ihr Haus in Beacon Hill zu ziehen. Doch mir ging das alles viel zu schnell und ihr mit meinem Gehalt nicht das Luxusleben bieten zu können, dass sie gewohnt war, nagte von Tag zu Tag mehr an mir. Der Mann, der vor ihr stand und sich angeregt mit ihr unterhielt, hatte eindeutig Interesse an Maura. Früher wäre er für sie interessant gewesen, wenn auch nur für eine Nacht. Jetzt war es das Einzige, womit ich mich an unserer Beziehung beteiligen konnte. Natürlich genoss ich unsere Abende, ich hatte in meinem Leben immerhin noch nie so guten Sex, aber es frustrierte mich.

Einen Tisch weiter saßen zwei ältere Damen, die mich schon eine Weile beobachteten und immer tuschelten, wenn sie mich ansahen. Irgendwann reichte es mir, also stand ich auf und ging direkt zu ihnen. Der abwertende Blick verriet mir direkt, dass sie auf eine Unterhaltung mit mir verzichten wollten, was mir allerdings völlig egal war.

„Verzeihung die Damen, aber dürfte ich wohl erfahren, was ihr Problem mit mir ist? Habe ich sie vielleicht in irgendeiner Art beleidigt oder warum lästern sie die ganze Zeit über mich?“

„Wenn Sie es genau wissen wollen, wir wundern uns, was Doktor Isles mit einem Bauerntrampel wie Ihnen auf einer solchen Veranstaltung sucht. Eine Person Ihres Standards gehört hier nicht hin.“

„Wenn Sie mir die Bemerkung erlauben. Es mag zwar sein, dass ich nicht mit Reichtum gesegnet bin, aber in einem können Sie sich sicher sein. ICH gehöre zu den Menschen, die ihr Leben riskieren um solchen aufgeblasenen Hühnern wie Ihnen den Arsch zu retten. Da ich Ihnen aber nicht fein genug bin, werde ich das nächste Mal einfach wegsehen, wenn Ihnen ein Killer ein Messer an Ihre fette Kehle hält.“

Ich hatte schlagartig die Aufmerksamkeit aller Gäste, inklusive Maura, auf mir was mich jedoch nicht mehr interessierte, als die Frau zum Gegenschlag ausholte.

„Ich darf doch sehr bitten. Menschen wie wir sorgen dafür, dass Sie überhaupt Geld für Ihren Job bekommen.“

„Dann verzichte ich gerne auf Ihre Almosen. Fahren Sie zur Hölle und wagen Sie es nicht, auch nur ein einziges Mal das gemeine Volk um Hilfe anzuflehen.“

Ich nahm im selben Moment ihr Wasserglas, kippte es der Frau über und verließ die Veranstaltung. Ein Taxi, dass vor dem nächsten Haus stand, war meine Rettung, als mir Maura hinterher kam und mich rief.

„Jane. Jane warte.“ Ich ignorierte sie und ging weiter zu dem parkenden Auto, hatte der Fahrer mich immerhin durch seine Zeitung noch nicht bemerkt. „Jetzt bleib doch endlich stehen.“

Ich tat ihr den Gefallen, obwohl ich bereits an der Autotür stand, drehte mich jedoch nicht um sondern sah genervt zu den Sternen. Erst als sie vor neben mir stand, richtete ich meinen Blick auf sie. Der verwirrte Ausdruck in ihren Augen blieb mir nicht entgangen.

„Was ist?“

„Das frage ich dich. Was sollte das da drin?“

„Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass das eine blöde Idee ist. Aber, nein, Doktor Isles musste ja unbedingt ihre Beziehungskarte ausspielen.“

„Wovon redest du?“

„Moment, wie waren deine Worte noch gleich? Ach, ja. 'Schatz, ich würde mich sehr freuen, wenn du mich begleiten würdest. Ohne dich ist dieser Abend nur halb so schön', oder irre ich mich vielleicht? Wo warst du denn die letzten Stunden? Soweit ich bemerkt habe, hattest du auch ohne mich sehr viel Spaß.“

„Jane, es tut mir leid. Aber das rechtfertigt nicht dein Verhalten.“

„Ach, tut es nicht. Dann geh zurück zu deinen sogenannten Freunden und frag Dumm und Dümmer, was mich so aufgeregt hat. Ich kann mir bis jetzt auch noch nicht erklären, warum du ausgerechnet mit mir eine Beziehung willst. Ganz ehrlich? Das war der größte Fehler deines Lebens. Nimm lieber den Kerl, mit dem du dich die ganze Zeit so angeregt unterhalten hast. Er hat immerhin ein Auge auf dich geworfen und kann dir nebenbei auch den Luxus bieten, den du bei mir nicht erwarten kannst. Außerdem wäre er auch eine wesentlich bessere Wahl. Mit einer Frau an deiner Seite kannst du dich in den Kreisen nämlich nicht blicken lassen. Aber wenn es dich beruhigt, wir hatten wenigstens eine wunderbare Zeit zusammen.“

Ich öffnete die Tür, setzte mich in den Wagen und wollte sie gerade schließen, als Maura sie festhielt und mich fragend ansah.

„Machst du etwa Schluss mit mir?“

„Es ist besser so. Auf die Art musst du nicht mehr so tun, als wäre ich nur deine beste Freundin und ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, weil ich meine Familie belüge. Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. Wir sehen uns auf Arbeit, sofern du das noch willst.“

„Was? Nein, Jane, warte.“

Doch ich ignorierte sie erneut, gab dem Fahrer meine Adresse und ließ dann meinen Gefühlen freien Lauf, als wir außer Sichtweite waren. Zuhause wollte ich nur noch duschen und ins Bett. Als mir auffiel, dass ich noch immer Mauras Kleid trug, wusste ich, was ich am nächsten Tag machen musste. Es in die Reinigung bringen und hinterher irgendwie bei ihr abliefern, ohne schwach zu werden. Ich zog den Fummel also aus, hing ihn auf einen Bügel und schaltete das Radio in meinem Badezimmer an. Natürlich so laut, dass ich die Musik auch unter dem fließenden Wasser hören konnte. Den ein oder anderen Song sang ich sogar lauthals mit, während ich mich nur gegen die Fliesen lehnte und auf das Wasser konzentrierte, welches über meine Haut lief.

(Mauras Sicht)

Ich hatte auch wenige Minuten später, als Jane schon weg war, nicht realisiert, was gerade passiert war. Ich brauchte Antworten und ich wusste genau, bei wem ich mir die holen würde. Kurz darauf stand ich, um es mit Janes Worten zu sagen, vor Dumm und Dümmer und unterbrach sie in ihrer Unterhaltung.

„Misses Rutherford, wären Sie wohl so freundlich und würden mir erzählen, was da eben vorgefallen ist?“

„Das haben Sie doch gesehen. Diese Person hat sich aufgeführt, wie ein Kleinkind. Ich bin wirklich froh, dass sie weg ist.“

„Ich kenne Jane und weiß, dass sie einen Grund für ihr Verhalten gehabt haben muss. Was haben Sie also getan, um sie derart zu verärgern?“

„Ich habe ihr lediglich zu verstehen gegeben, dass ein Bauerntrampel wie sie, nicht in diese Kreise gehört. Und auch, dass es mir ein Rätsel ist, warum Sie mit einer Person dieses Standards befreundet sein können und sie dann noch hier her mitzubringen.“

Jetzt verstand ich Janes Reaktion und musste gestehen, dass ich nun ebenso sauer war, wie meine Partnerin. Ich stütze mich also auf den Tisch, sah ihr drohend in die Augen und machte meinem Unmut Luft.

„Wissen Sie was? Sie sind die Person, die hier fehl am Platz ist. Das ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung und sie haben beide bisher keinen Beitrag dazu geleistet sich finanziell zu beteiligen. Stattdessen ziehen sie lieber über Menschen her, die sie nicht kennen. Jane hat ihren kompletten Monatslohn gespendet, falls es Sie interessieren sollte. Sie sind nur hier, um sich durch das Buffet zu fressen, weiterhin an Umfang zuzulegen und in absehbarer zeit auf meinem Autopsietisch landen, weil ihre Arterien durch all das Fett, nicht mehr in der Lage sein werden, Blut zu ihrem Herzen zu transportieren und es somit seinen Dienst versagen wird. Sie werden also wirklich nicht so weit herabsinken müssen, den besten Detective in ganz Boston jemals um Hilfe bitten zu müssen. Nebenbei erwähnt, teile ich mit dieser Frau seit einigen Monaten mein Leben, weil sie einen liebenswerten Charakter hat, dem Sie nicht annähernd das Wasser reichen können. Es ist also kein Wunder, warum Ihr Ehemann schon seit über drei Jahren ein Verhältnis mit seiner Sekretärin hat und allen, bis auf Ihnen, ist das nicht verborgen geblieben. Ich kann ihn sogar verstehen immerhin würde niemand Ihren Körper auch nur annähernd nackt sehen wollen.“ Sie wollte gerade etwas sagen, als ich ihr das Wort abschnitt. „Meine Partnerin hat da übrigens eine Kleinigkeit an Ihrem Äußeren vergessen“, grinste ich, nahm anschließend den Teller mit den Spaghetti der vor ihr stand, drückte ihn ihr ins Gesicht und anschließend kippte ich ihr noch ihren Schokoladenpudding über den Kopf.

Sehr zu meinem Erstaunen ertönte Beifall von den umliegenden Gästen, was Miss Rutherford natürlich erst recht wütend machte.

„Das werden Sie bereuen. Ich werde Sie verklagen.“

„Tun Sie das nur. Ich bin sicher, jeder Anwalt legt sich zu gern mit einer Frau an, die großes Ansehen in der Öffentlichkeit genießt und, anders als Sie, auch noch Geld für andere Spendet. Ohne Ihren Mann, würden Sie jetzt noch im Dreck kriechen. Etwas, dass Jane nie passieren würde. Sie ist eine starke und unabhängige Frau. Sie braucht niemanden um sich einen Namen zu machen. Das hat sie ganz allein geschafft. Falls Sie mir nicht glauben, sollten Sie mal öfter Zeitung lesen, falls Sie überhaupt die Intelligenz dazu besitzen.“

Mit diesen Worten verließ auch ich die Veranstaltung, stieg in meinen Prius und fuhr direkt zu Janes Wohnung. Ich war froh, dass ich einen Schlüssel hatte, denn vermutlich würde sie mir nach diesem Vorfall nicht die Tür öffnen wollen. Ich ging hinein und noch bevor ich nach ihr rufen konnte, wusste ich, wo sie war. Die Musik und ihre Stimme, waren nicht zu überhören. Das Lied 'Bad Liar' der Imagine Dragons fing gerade im Radio an und ich wusste, dass Jane diesen Song auswendig kannte. Ich legte meine Sachen auf dem Tresen ab, ging zu ihr ins Badezimmer und machte mich erst bemerkbar, als der Song vorbei war und die Nachrichten anfingen. Jane stand, mit dem Gesicht zur Wand, an die Fliesen gelehnt und hatte mich daher nicht mitbekommen. Um so mehr erschrak sie, als ich das Radio einfach ausschaltete.

„Ich erwarte dich in fünf Minuten im Wohnzimmer“, meinte ich nur, als ich ihr ein Handtuch auf den oberen Rand der Dusche warf und wieder hinausging.

Es dauerte etwas mehr als fünf Minuten, jedoch war ich so freundlich und stellte ihr in der Zeit ein Bier auf den Wohnzimmertisch. Als sie zu mir kam, trug sie einen Bademantel und sah nicht sehr begeistert aus.

„Wie kommst du hier rein?“

„Schlüssel“, antwortete ich nur und sah sie völlig neutral an.

„Ich möchte, dass du wieder gehst.“

„Stimmt...“

„Bitte wie meinen?“

„Du bist eine schlechte Lügnerin.“

„In wie fern lüge ich bitte?“

„Du lügst erstens, bei der Behauptung, dass du nicht weißt, warum ich eine Beziehung mit dir habe. Zweitens, bei der Aussage, dass es der größte Fehler meines Lebens war, mit dir überhaupt eine Beziehung einzugehen. Drittens, dass ein Mann die bessere Wahl wäre, weil er mir mehr bieten könnte. Viertens, dass ich bei dir keinen Luxus erwarten kann. Fünftens, ich mit dir an meiner Seite nicht in die Gesellschaft passe, in der ich aufgewachsen bin. Sechstens, ich so tun muss, als wärst du nur meine bester Freundin. Und ich bin mir auch sicher, dass du gelogen hast als du sagtest, wir würden uns auf Arbeit sehen. Du würdest alles tun, um mir aus dem Weg zu gehen.“

„Was wird...?“, wollte sie leicht wütend ansetzen, jedoch unterbrach ich sie

„Aber in einem hast du recht. Wir HABEN eine schöne Zeit zusammen.“

„Gehabt“, meinte sie.

„Nein. Wir haben sie noch. Glaubst du wirklich, ich lasse zu, dass du mich wegen Dumm und Dümmer verlässt?“

„Ich weiß nicht, wovon du redest.“

„Nun, ich bin mir zwar sicher, dass es irgendwo in den Nachrichten oder sozialen Medien auftauchen wird, immerhin nutzen einige dieser Leute jede Möglichkeit, um andere bloßzustellen, aber nachdem du regelrecht geflüchtet bist, habe ich Misses Rutherford direkt gefragt, was zwischen euch vorgefallen war.“

„Ha, ja klar. Als ob die dir die Wahrheit sagen würde.“

„Oh sie war sehr gesprächig. Sie tat erst so, als hättest du angefangen, weil du dich wie ein Kleinkind benommen hättest.“

„Und das glaubst du?“

„Nun, ich habe gesehen, was du getan hast und ich muss gestehen, dass ich deswegen erst ziemlich geschockt war.“

„Super. Nimm sie noch in Schutz.“

„Ich sagte ihr direkt, dass ich dich kenne, weiß, dass du einen Grund für dein Verhalten hattest und ich deswegen wissen wollte, was sie getan hatte um dich derart zu verärgern“, ließ ich ihren Satz halbwegs unbeachtet.

„Wie kommst du darauf, dass ich verärgert war?“, meinte Jane mit sehr deutlichem Sarkasmus.

„Weil der Satz, du wärst ein Bauerntrampel und hättest in diesen Kreisen nichts zu suchen und man ohnehin nicht wüsste, warum ich mit einer Person deines Standards befreundet sei und auch noch auf solch eine Veranstaltung mitbringe, alles andere als Freude in dir hervorrufen dürfte.“

„Was willst du jetzt von mir hören? Dass ich froh bin, dass sie wenigstens ehrlich war?“

Auf diese Frage ging ich nicht ein. Ich wusste, dass sie nur zu verletzt über den Vorfall war und ich die einzige Person war, an der sie es in diesem Moment auslassen konnte.

„Soll ich dir sagen, wie meine Reaktion war?“ Sie sah mich prüfend an und als ich erkannte, dass sie ohne Aufforderung wartete, dass ich weitersprach, tat ich es. „Ich sagte den beiden, dass sie die Personen seien, die auf dieser Veranstaltung fehl am Platz waren. Dass es sich um eine Wohltätigkeitsveranstaltung handeln würde und sie bisher keinen Beitrag dazu geleistet hatten, sich finanziell zu beteiligen. Das Einzige, was sie an diesem Abend getan haben, war, über einen Menschen herzuziehen, den sie nicht kennen und sich quer durch das Buffet zu fressen, während du deinen kompletten Monatslohn gespendet hast.“

„Das hast du nicht wirklich gesagt“, grinste sie etwas ungläubig, entsprach es für gewöhnlich nicht meiner Wortwahl.

„Ich bin noch nicht fertig“, unterbrach ich sie. „Ich sagte ihnen auch, dass sie wohl nie so tief sinken müssten, dich jemals um Hilfe zu bitten.“

„Oh, super. Also denkst du auch, dass ich es nicht wert bin, den Menschen aus der Oberschicht ihren Arsch zu retten, wenn es mal nötig sein sollte?“

„Lässt du mich jetzt weiterreden?... Meine Erklärung lag darin, und dass habe ich auch so zu den beiden Damen gesagt, dass sie mit ihren Ernährungsgewohnheiten ohnehin demnächst auf meinem Tisch landen würden, weil deren Arterien so verfettet sein dürften, dass ihnen ihr Herz seinen Dienst versagen würde. Sie würden also nicht so weit herabsinken müssen, den besten Detective in ganz Boston jemals um Hilfe bitten zu müssen.“

„Das hast du gesagt?“, lächelte sie mich an.

„Ich habe mir, während unserer Beziehung, nicht das Lügen angewöhnt, Jane“

„Wäre auch sehr schade.“

„Was deine Behauptung angeht, dass ich niemals sagen könnte, dass wir zusammen sind... Ich meinte im Beisein aller, dass ich schon seit einigen Monaten mein Leben mit dir teilen würde, weil du einen wunderbaren Charakter hast im Gegensatz zu ihr und sie sich nicht wundern muss, dass ihr Ehemann schon seit gewisser Zeit ein Verhältnis mit seiner Sekretärin hat. Immerhin dürfte niemand Interesse an ihr haben.“

„Nicht dein Ernst. Dabei finde ich ihren Ehemann jetzt auch nicht unbedingt attraktiv.“

„Oh, das Beste kommt noch und ich hoffe wirklich, dass irgendwer ein Foto oder Video davon gemacht hat“, grinste ich. „Ich habe Misses Rutherford ihre Spaghetti ins Gesicht gedrückt und ihr ihren Schokoladenpudding über den Kopf gekippt. Es war ein Bild für die Götter“, lachte ich nun.

„Doktor Isles, ich bin entsetzt“, meinte sie gespielt empört. „Wie hat sie reagiert?“, lachte Jane anschließend, bevor sie einen Schluck von ihrem Bier trank.

„Sie hat mir mit einer Anzeige gedroht“, antwortete ich nur trocken, wodurch Jane sich fast an ihrem Getränk verschluckte.

„Hast du jetzt Probleme?“

„Ich habe zur Not einen guten Anwalt, deswegen interessiert mich das nicht wirklich. Ich meinte stattdessen, dass sie ohne ihren Mann noch immer im Dreck kriechen würde, während du dir deinen guten Ruf ganz allein erarbeitet hast und kein Mensch wärst, der das Ansehen anderer zu seinem Vorteil nutzen würde. Dass du eine starke und unabhängige Frau bist, die ihren Job zu Recht hat. Und wenn sie einen Funken Intelligenz besitzen sollte, würde es nicht schaden, ab und zu mal in eine Zeitung zu sehen, um zu wissen, was du in deinem Leben schon erreicht hast.“

„Ja, ich bin wirklich sehr oft in den Medien. Ich kann nicht glauben, dass du dich wirklich so für mich eingesetzt hast.“

„Jane, ich liebe dich. Und selbst wenn wir nur beste Freundinnen wären, so wäre meine Reaktion doch die gleiche gewesen. Lediglich den Teil mit der Beziehung hätte ich an dieser Stelle natürlich ändern müssen“, lächelte ich.

„Ja, das wäre wohl sonst etwas merkwürdig gewesen.“

„Eine Frage habe ich aber an dich.“

„Und die wäre?“

„Wenn du so ein schlechtes Gewissen wegen deiner Familie hast, warum sagst du es ihnen dann nicht einfach?“

„Machst du Witze? Wir wollten es doch ruhig angehen lassen. Da stellt man seinen Eltern noch nicht seine Flamme vor.“

„Sie kennen mich doch schon. Abgesehen davon, wolltest DU es langsam angehen lassen. Hättest du es ihnen sagen wollen, hättest du das jederzeit tun können. Und unter 'langsam angehen' verstehe ich auch etwas anderes. Wir sind von Anfang an ziemlich schnell gewesen. Ich gebe zwar gern zu, dass ich mich nicht darüber beschweren möchte, dass wir bis jetzt fast jeden Abend Sex hatten, aber langsam angehen war das nicht“, grinste ich nun und verursachte eine vielsagende Röte in Janes Gesicht.

„Ist ja gut, du hast ja recht“, kratzte sie sich leicht verlegen am Hinterkopf. „Tut mir leid, dass ich so ausgerastet bin. Wollen wir es noch mal versuchen?“

Anscheinend hatte sie meinen Satz, dass ich sie lieben würde, nicht ganz mitbekommen, wodurch ich sie nun ärgern wollte.

„Nein.“

„Wie 'Nein'? Ich dachte, ...“, sah sie mich entsetzt an.

„Um es noch einmal miteinander versuchen zu können, hätte ich deine Trennung akzeptieren müssen. Wenn du also denkst, dass du mich wegen solchen Sachen einfach verlassen kannst, hast du dich gewaltig getäuscht“, grinste ich.

*****

(Janes Sicht)

Als ich am nächsten Morgen neben Maura aufwachte, während sie hingegen noch schlief, stand ich vorsichtig auf, zog mir ein langes Hemd und eine Hotpants an und ging anschließend in die Küche um Kaffee zu machen. Ich war noch völlig schlaftrunken, wodurch ich meine Mutter nicht bemerkte. Erst, als sie sich laut räusperte, entdeckte ich sie auf meiner Couch.

„Verdammt, Ma. Kannst du dir nicht endlich mal angewöhnen, dass der Ersatzschlüssel nur für Notfälle ist?“

„An deinem Outfit sehe ich, dass du nächtlichen Besuch hast.“

Ihren Blick zu deuten war ich nicht in der Lage.

„Wie kommst du darauf?“

„Weil du sonst etwas anderes als das da tragen würdest. Wer ist denn der nette junge Mann, Janie?“

„Das ist nicht der richtige Moment um mit dir über meine Beziehungen zu reden.“

„Findest du?“ Sie drehte sich zum Couchtisch, nahm eine Zeitung in die Hand, die am Abend zuvor noch nicht dort lag und zeigte mir die Titelseite mit der Aufschrift 'Chefpathologin beichtet Liebesbeziehung mit Detective der Mordkommission' und sorgte so dafür, dass ich einige Sekunden vergessen hatte, wie man atmet. „Warum erfahre ich erst aus der Zeitung, dass du und Maura ein Paar seid?“

„Da steht nicht, welcher Detective, Ma.“

Sie faltete die Titelseite zu ihrer vollen Größe auf und ich erkannte, dass leugnen zwecklos war.

„In diesem Artikel steht, dass Maura auf dieser Veranstaltung vor allen Anwesenden gesagt hat, dass ihr schon seit einigen Monaten zusammen seid. Warum erfahre ich solche Sachen nicht von euch, sondern aus der Presse?“

„Weil ich nicht wusste, wie ich es dir sagen sollte. Du wolltest immerhin, dass ich mal einen Mann heirate, Kinder bekomme und mich um nichts mehr sorgen muss.“

„Was ich wirklich will ist, dass du glücklich bist. Maura ist eine wesentlich bessere Wahl als das, was du dir sonst so anlachst.“

Kaum hatte sie das gesagt, schlag sie ihre Arme um mich und drückte mir die Luft aus den Lungen.

„Guten Morgen, Angela“, kam Maura gähnend aus dem Schlafzimmer.

Sie trug meinen Bademantel und wollte sich gerade eine Tasse Kaffee nehmen, als meine Mutter nach ihren Arm griff und sie zu uns zog. Nun hatte meine Mutter uns beide im Schwitzkasten.

„Das nächste Mal will ich wichtige Dinge nicht aus der Presse erfahren. Ich erwarte euch heute zum Abendessen. Ach und Maura...“

„Mhm?“

„Sorg bitte dafür, dass Jane anständig aussieht“, grinste meine Mutter sie an.

„Was soll das heißen, Ma?“

Sie jedoch verabschiedete sich nur flüchtig und verließ dann wieder meine Wohnung.

„Was hat die Presse denn mit uns zu tun?“ Ich zeigte ihr den Artikel und nun war auch Maura auf dem neuesten Stand. „Oh... Ich hatte ganz vergessen, dass der Boston Globe anwesend war. Tut mir wirklich leid, Jane.“

„Jetzt ist es auch zu spät. Willkommen in der Familie“, lachte ich nun.

Zugegeben, ich hatte mir meine Beziehungsbeichte etwas anders vorgestellt, doch die Reaktionen darauf waren nicht so schlimm, wie ich erst dachte. Und auch wenn ich nun eine modebewusste Frau an meiner Seite hatte, würde ich trotzdem weiterhin die Sachen tragen, die mir gefielen.


*****

So, ich hoffe, auch wenn ich Mauras Sätze 2x eingebaut habe, hat euch dieser OS gefallen. Ich hab sie zwar an manchen Stellen verändert, aber anders ließen sich Janes Reaktionen nicht wirklich einbauen, ohne die FF zu halbieren. Das wäre mir persönlich auch etwas zu halbherzig gewesen.

Manche Autoren haben mich übrigens zum Nachdenken angeregt. Versteht mich nicht falsch, ich liebe diese Serie, aber wenn nur noch gelesen wird, egal wo, und keiner mehr was dazu schreibt, stirbt Fanfiction irgendwann aus, weil kein Autor mehr Lust hat etwas zu schreiben. Meine Bitte daher an alle (im Namen jedes Schreibers)... Nehmt euch wenigstens 2 Minuten Zeit und schreibt, den Autoren ein Review. Es muss nicht lang sein und selbst, wenn es wem nicht gefallen hat und man trotzdem freundlich ist, freut sich ein Autor über Feedback. Allerdings muss ich hier auch einige Autoren darauf hinweisen, dass man sich dann auch die Zeit nehmen sollte, Reviews zu beantworten. Es kann mal passieren, dass eins durchflutscht, aber wenn grundsätzlich nicht reagiert wird, muss sich auch keiner wundern wenn nichts kommt.


LG Silvana
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