Die Blutfänge

von Courgus
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Ritter & Krieger
27.06.2020
18.10.2020
25
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Kapitel 24

Varshgar folgte der Spur durch den Wald immer weiter und weiter. Mit der Zeit wurde der modrige Geruch immer stärker. Aber gleichsam wurde auch die Fährte von Adriana stärker. Rasch bemerkte Varshgar das er sich immer mehr dem Berg näherte was seine schlimmsten Befürchtungen schon langsam wahr werden ließ.

“Also hatte ich recht mit meiner Befürchtung… Dieser Berg…” dachte er sich und setzte noch etwas schneller nach.

“Wenn Adriana dort ist… Was ist dieses Ding dann? Es stinkt nach Sumpf und Moder. Widerlich. So etwas beleidigendes habe ich schon ewig nicht mehr gerochen.” dachte sich Varshgar.

Schließlich erreichte er die Hügel, welche sich vor dem Berg erhoben. Als er die letzte Kuppe erklommen hatte legte sich Varshgar auf den Boden und kroch langsam nach oben. Er spähte von dieser Position aus hinunter zum Fuß des Berges und dort sah er was Adriana schon vor ihm gesehen hatte.

Es war ein kleines Lager von diesen Wesen. Sie hatten ein großes Feuer aufgebaut und es brannte hell. Um das Feuer herum befanden sich viele kleinere Bauten.

“Offenbar ist es ein Lager dieser Dinger. Aber wo ist…?” fragte er sich und dann sah er sie.

Adriana hatte man in einen Käfig gesperrt der vor dem Höhleneingang stand.

“Das gefällt mir gar nicht.” dachte sich Varshgar und blickte sich weiter um.

Der Berg war gewaltig wie er sich vor den Hügel erhob und der Höhleneingang war auch nicht zu verachten.

“Ob etwas in diesem Berg lebt? Wenn ja dann hoffe ich mal das es noch schläft und nicht hungrig ist.” dachte er nach und kroch ein Stück nach unten.
Er drehte sich auf den Rücken und blickte in den Himmel um zu reflektieren was er gesehen hatte.
Im Grunde war es ein primitives Lager da die Bauten recht einfach gehalten waren. Außerdem war die Anzahl der Feinde überschaubar. Jedoch hatte er nicht genau sehen können mit welchen Waffen sie kämpften.
Also musste er sich einen Plan ausdenken doch das Feuer machte jegliche Heimlichkeit, welcher er sich hätte bedienen können, nutzlos.

Varshgar wollte sich gerade erheben als er meinte etwas gehört zu haben. Wieder rollte er sich, schnell, auf den Bauch und presste sich an den Boden. Langsam stieg ihm der vertraute Geruch von Moder in die Nase.

“Offensichtlich kommt eines dieser Dinger hier her…” ging er es in Gedanken durch.
Er verharrte extrem leise und verschmolz, dank der Dunkelheit, schon beinahe mit dem Boden. Und dann sah er es. Vor ihm, fast schon auf der Kuppe kam eines dieser Wesen angelaufen.
Von seiner Warte aus hatte er einen besseren Blick auf dieses Ding und zum ersten mal konnte er einige Züge des Gesichts erkennen.
Auch konnte Varshgar sehen das es einen Speer zu tragen schien. Doch da war noch mehr.

“Ein Speer. Es hat ihn in der Hand… aber… Einen Bogen, sehr primitiv, scheint es auch zu tragen....” analysierte er seinen Feind.

Es stand noch einen Augenblick da und begann zu schnüffeln. Aber scheinbar konnte es nichts mit dem Geruch anfangen.

“Jetzt oder nie.” dachte sich Varshgar.

Das Wesen drehte ihm den Rücken zu und Varshgar erhob sich in windeseile, griff sich das Wesen an seinem Bogen und zerrte es auf den Boden. Noch bevor es einen Laut von sich geben konnte hatte Varshgar ihm eine über den Kopf gezogen.

Bewusstlos blieb das Wesen liegen und Varshgar begutachtete was es bei sich trug. Das Licht des Mondes sorgte dafür das er seinen Feind genauer betrachten konnte.

“Mal sehen… Es ist eine Art Reptil. Klein gewachsen. Es trägt einfache und primitive Waffen aus Stein und Holz. Ästen wohl eher. Einige Federn als Schmuck und eine, ebenfalls, primitive Rüstung mit Verzierungen. Interessant.”

Dann drehte er das Wesen auf den Bauch und nahm den Bogen, sowie seinen Köcher vom Rücken. Er hatte den Bogen in seiner Hand und war überrascht wie leicht das Gewicht des Bogens doch war.

“Aus einfachen Material gebaut und so leicht. Aber ob er auch stabil genug ist?” überlegte er und legte den Bogen an. Er spannte die Sehne ordentlich durch bis er die maximale Spannweite erreicht hatte.

“Unglaublich!” dachte er absolut überrascht.

So legte er den Bogen auf seinem Rücken ab und spähte wieder den Hügel hinunter.

“Sie lassen sich einfach besiegen aber… ein offener Kampf sollte sich dennoch vermeiden lassen.” überlegte er angestrengt.
Währenddessen wetterte, im Lager, Adriana gegen diese Wesen. Sie konnte, dank des Feuers, nun einen besseren Blick auf sie erhaschen.

>>Ihr kleinen schuppigen Viecher! Lasst mich hier raus! plärrte sie.

Jedoch hatten diese Reptilien kein Interesse daran gehabt sie auch nur im Ansatz heraus zu lassen. Aber das hatte sich Adriana schon gedacht. Sie schaute sich den Käfig genauer an da ihr schon vorher aufgefallen war das die Bauten dieser Reptilien sehr einfach gehalten sind.

Adriana schaute sich die Ecken und die Stäbe an die zum Bau verwendet wurden jedoch konnte sie keine Schwachstelle finden. Das Schloss war lediglich ein primitives Seil das man um die Stäbe gewickelt hatte.

“Ich könnte vielleicht das Seil entknoten.” überlegte sie

Adriana hatte gerade ihre Hände an das Seil gelegt als sie von hinten etwas glaubte zu hören.

“Was war das?” überlegte sie aufgeregt.

Es klang im ersten Moment wie ein Gähnen doch dann mehr wie ein Knurren. Vorsichtig drehte sich Adriana um und schaute auf den Eingang der Höhle doch dort konnte sie nichts ausmachen.

“Ich muss hier raus!” dachte sie und begann eilig damit das Seil zu manipulieren.

Und dann hörte sie es wieder.

“Schon wieder. Was auch immer das ist… Ich will es gar nicht wissen!” entfuhr es ihr schon fast laut statt in Gedanken.

Auch wenn diese Reptilien sehr primitiv zu sein schienen so hatten sie doch einen ordentlichen Käfig gebaut. Und wieder knurrte es hinter ihr. Doch jetzt kam noch ein fauchen dazu.

“Oh herrje!” dachte sie sich und machte eilig weiter.
In der Zwischenzeit hatte sich Varshgar schon näher an das Lager heran geschlichen und zwei weitere Reptilien aus dem Verkehr gezogen. Jetzt da er dem Feuer so nahe war konnte er seine wohlige Wärme spüren die er so gern auf seinem Fell spürte.

Doch er hatte jetzt keine Zeit sich an der Wärme des Feuers zu erfreuen da Adriana immer noch in diesem Käfig saß.
So schlich Varshgar weiter voran und näherte sich einer der ersten Bauten nahe des Feuers. Blitzschnell verschwand er darin und legte die vierte Kreatur schlafen.

Und als er diese auf dem Boden ablegte hörte er ein dumpfes Grollen.

“Was war das?” fragte er sich.

Das Geräusch an sich war zwar dumpf aber er konnte ausmachen das es von unter ihm kommen musste.

“Das kann dann nur aus der Höhle kommen…” dachte er sich und verschwand so schnell wieder aus dem kleinen Haus wie er konnte.

Er war auf dem Weg zum nächsten Haus und verschwand hinter einigen Büschen die direkt am Lager standen. Von hier aus konnte er auch Adriana sehen die gerade dabei war sich einen Weg nach draußen zu bahnen. Jedoch machte ihr das Seil immer noch Schwierigkeiten.

“Wenigstens geht es ihr gut.” dachte er sich.

Doch in diesem Moment grollte es wieder unter seinen Füßen.

“Ich sollte mich wohl beeilen…” dachte er sich und schlich weiter.

Erneut traf er auf eine Wache und schnappte sie von hinten. Er zerrte sie ins Gebüsch und haute ihr kräftig auf den Kopf. Das Reptil wurde schlaff in seinen Armen und er legte es auf dem Boden ab.

“Wie viele Wachen gibt es denn noch?” fragte er sich selbst, ungeduldig.

Varshgar lief einige Meter, in den Büschen, um das Feuer herum und war nun wesentlich näher an Adriana heran gekommen. Er wollte gerade in das nächste Haus laufen als er ein mächtiges Knurren vernahm.

Adriana schrack zusammen und schaute auf die Höhle. Die Reptilien hatten sich schon am Feuer versammelt und schienen zu kreischen. Just in diesem Moment kam eine Kralle, eine ganze Hand, aus der Höhle heraus.

“Was zum…?!” blickte Varshgar erstaunt auf die Höhle und der ersten folgte noch eine weitere Kralle.
Adriana die das ebenfalls sah konnte in die Höhle hinein schauen. Aber etwas blickte aus der Höhle heraus.

“Was ist das?!” fragte sie sich aufgeregt als sie zwei große Augen anstarrten.
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