Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Im Auge des Sturms

von Liskaya
OneshotFantasy, Übernatürlich / P12 / Gen
OC (Own Character)
26.06.2020
26.06.2020
1
2.715
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
26.06.2020 2.715
 
In Erinnerung an eine nervenaufreibende Jagd, die noch immer ihresgleichen sucht.
Mit großem Dank an unseren Meister und meine Gefährten.

Nur wer mit dem Sturm tanzt erreicht den Horizont.

* * *

Gareth, nach 1030 BF

Die Ränge des neuen Hippodroms der Kaiserstadt waren gut gefüllt, tausende Augenpaare blickten gespannt hinunter in die sandige Arena, in denen sich mehrere Wagenlenker seit einiger Zeit ein höchst spannendes Rennen lieferten. Manch exotischer und auch mitunter kurioser Wagen war heute an den Start gegangen, wie meist in den freien Rennen, und neben Pferden fanden sich auch andere Zugtiere, die von ihren Fahrern eifrig angepeitscht wurden, auf dass sie als erster das Ziel erreichen mochten: Drei elegante Straußenvögel - die flaches und auch sandiges Gelände gut gewöhnt waren - fanden sich neben Pferden aus hervorragender Zucht, und als Highlight des Tages vier zottelige Wollnashörer, die dem Fahrer aus dem hohen Norden allein schon wegen ihrer drolligen Erscheinung viele Symapthien zufliegen ließen. Rund um Rund zogen die Wagen donnernd an den Rängen vorbei, zahllose Rufe nach sich ziehend, Fahnen wurden geschwenkt und zahlreiche Wetten abgeschlossen.

Taumelnd stürzte er durch den Riss in der Realität. Seine Füße fanden den Boden, die Hände Pfeil und Bogen. Er zog einen der gläsernen Pfeile aus dem Köcher, legte ihn ein, kurz fand die Sehne ihren gewohnten Platz an seiner Wange, als er sie zurückzog, die Entfernung bemaß, den Wind einberechnete, all dies nur in wenigen Herzschlägen. Von den Wänden der engen Gasse hallten die Schreie Fliehender wieder, geboren aus Schmerz und Angst. Er ließ den Pfeil los, ein leises Lied auf den Lippen, das Erbe eines uralten Volkes, und der Pfeil sirrte von dannen, trug das Lied mit sich sicher ins Ziel.

Rhowynna war nicht nach Rufen oder Winken, doch das machte nichts, denn Cassilea, ihre Freundin und Begleiterin, tat beides ihn allerbester Laune für sie beide. Obwohl der Blick der jungen, blonden Frau durchaus den Wagen folgte, schweiften ihre Gedanken immer wieder ab und wandten sich Dingen zu, die entweder in der Stadt, oder weit davon entfernt lagen.

Jedes Mal, wenn sie nach Gareth kam, steckte ihr erneut ein Kloß im Hals. Sie hoffte tagtäglich, dass bald der Ruf kommen mochte und sie endlich der Lehenseid für ihr Erbe ablegen könne, sie vor der Kaiserin niederknien würde und feierlich ihre Rechte genannt und ihre Pflichten auferlegt bekäme. Doch je älter Rhowynna wurde, je mehr sie sah und verstand, las und begriff, desto bitterer wurden die Besuche und desto stärker die tiefe Verzweiflung, die ihr anhaftete, seitdem sie vollends begriffen hatte, wie sehr die Misstaten ihres Vaters ihr eigenes Leben noch immer beeinflussten. Nicht zum Guten, und dies, obwohl seine Verurteilung und Hinrichtung schon so lange her war.

Doch was sie gern vergessen würde, vergaß man am kaiserlichen Hofe so schnell nicht, und erst recht nicht der hohe Adel des Reiches. Man beäugte sie noch immer misstrauisch und abschätzig, und trotz ihrer sicheren Schritte auf dem Tanzparkett und aller wohlausgewählten Worte in Gesprächen würde dieser Makel auf ewig an ihr haften bleiben. Solange, bis der Ruf kam, der Schwur erfüllt und die Schmach ihres Vaters endgültig von ihr genommen war. Solange bis sein Unrecht vor den Göttern als getilgt galt, die Mutter der Kaiserin heimkehrte und die Fahne des Mittelreiches wieder über den Mauern Warunks wehen würde, dort, wo sich jetzt eine goldene Pyramide zu sonnenlosem, düsteren Himmel erhob... Es mochten nur wenige Jahre sein... oder aber Jahrzehnte. Doch vielleicht würde sie dann dem Ruf nicht mehr folgen können und auf ewig die wartende Erbin sein...

Zerbrechendes Glas ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren, und jeder Schrei nach Hilfe, dem sie nicht folgen konnte, bohrte sich wie ein Splitter in ihr eigenes Herz. Hastig folgte sie der Spur der Verwüstzung über den großen Platz, den grässlich hässlichen Feind in all seiner bruderlosen Bosheit im Auge behaltend. Kurz konnte sie Luft holen, Luft, die von niederhöllischem Gestank verpestet war, doch es gab ihr genug Zeit, um einen weiteren Zauber zu wirken, die Matrixlinien zu ziehen und zu vollenden, und die rohe Kraft des Windes mit wütenden Verwünschungen auf den Feind zu schleuern. Als würde das verpestete Element selbst sich tosend dem Abschaum entgegenwerfen zischte es vorwärts, und auch ihre Schritte wurden wieder sicherer, während sie ihm weiter quer durch die Stadt folgte.

Weitere ähnliche Gedanken jagte einen bitteren Schauder durch Rhowynnas Innerstes, und schon wollte sie sich dieser trüben Vorstellung hingeben, da ergriff ihre Freundin beherzt ihre Hand und zog sie auf die Füße, um gemeinsam einem der Wagenlenker, der soeben wieder ihren Rang passierte, zuzujubeln. Rhowynna schluckte und winkte, brachte aber noch immer keinen Ton heraus. Cassilea, die ihren Gesichtsaudruck und den dahinter verborgenen Schmerz nur zu gut kannte, ließ ihre Hand los und legte diese auf ihre Schulter, um diese freundschaftlich zu drücken, ehe sie sich mitsamt vielen der anderen gut betuchten Zuschauer in ihrer Reihe daran machte, wieder Platz zu nehmen und aufmerksam den Fortgang des Rennens zu verfolgen.

Panische Schreie flüchtender Menschen boten eine groteske Kulisse zu jenem Ort, an dem Kulissen sonst nur der Kunst und Unterhaltung dienten. Rasch lenkte er seine Schritte durch die Flüchtenden hindurch, half ein Paar von ihnen auf, die gestrauchelt und gestürzt waren, behielt doch die ganze Zeit über die Klinge fest in der Hand und auch den Feind im Blick, der sich ihm fast schon höhnisch immer wieder entzog, einfach nicht in Reichweite seiner Waffe bleiben wollte. Ein erneuter Riss in der Realität verschluckte den schier übermächtigen, grauenvollen Gegner, und so konnte er kurz Luft holen, die Hand weiteren Gestürzten reichen und sich auf den nächsten Ansturm vorbereiten, bereit, weitere Menschen und seine Gefährten zu schützen, solange bis der Kampf entschieden sein würde.

Die Abendsonne ließ den Sand der Arena warm schimmern, der Himmel über ihnen war wolkenfrei, als würde der Götterfürst selbst einen kurzen Blick auf das Spektakel werfen wollen. Rhowynna jedoch kam sich vor, als würde sie im Auge eines Sturmes sitzen. Sobald all dies hier vorüber war, würde ihr der Wind wieder unbarmherzig ins Gesicht peitschen. Gespräche, Einladungen, Empfänge, Verhandlungen. Der von kleinauf einstudierte Tanz würde erneut beginnen. Und er war ihr so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie selbst jetzt Blicke nach den Seiten warf um zu sehen, ob jemand in ihrer Nähe war, den sie kannte, der sie beobachtete, der irgendeine Bedeutung für sie hatte, ob nun gut oder schlecht...

Schnelle Schritte brachten ihn in Reichweite des Gegners, und der nächste Aschebeutel, wohlpräpariert und geschickt geworfen, fand sein Ziel. Das Kreischen der faulen Dunstvolke vor ihm zeigte, dass er getroffen hatte, und wie als Antwort fegte der Angriff eines fauligen Lufttentakels über ihn hinweg, dem er mit einem beherzten Sprung gerade so entkommen konnte. Mit einer Hand stützte er sich ab, die nächste langte in die Tasche und griff schon den nächsten Beutel. Miasmatischer Gestank schlug ihm entgegen, das beschworene drachische Unheil schlug noch einmal nach ihm und wandte sich wieder zur Flucht, um erneut die Realität auseinander zu reißen und sich durch hindurchzuquetschen durch die schmale Passage. Rasch kam er auf die kurzen, aber dennoch äußerst flinken Beine und setzte nach, unablässig folgend. Aufgeben war keine Option, nun, da sie schon so weit gekommen waren.

Die Hälfte des Rennens war nun vorüber. Weiter zogen die Wagen ihre Bahnen, überholten einander in teils sehr riskanten und äußerst geschickten Manövern. Die Zuschauer riefen, pfiffen und johlten, geschickte Verkäufer bahnten sich den Weg durch die Zwischengänge und boten Knabbereien oder kleine Wimpel zum Verkauf an. Das Donnern der Räder auf dem hellen Sand kam einem Brüllen der gewaltigen Leuin gleich, vermischte sich mit dem Getöse der wogenden Menschenmassen auf den Tribünen zu einem wahren Sturm. Ein kleiner Moment fern von all dem Krieg und Leid, den diese Menschen in den letzten Jahrzehnten hatten ertragen müssen. Wie fern war der nächste Kummer?

Rhowynnas Blick folgte wieder einem der Wagen, dann lenkte sie etwas ab. Ein plötzlicher Windstoß warf die blonden, langen Haare der jungen Baronstochter wild umher, sodass sie diese erfassen und überrascht bändigen musste. Und dann richtete sich ihr Blick auf das bis eben noch leere Zentrum der Arena, fort von Wagen, Tieren und Fahrern, und unzählige andere Augen taten dasselbe.

Ein erneuter Riss, ein Wabern dahinter, unmöglich zu erahnen, wohin der Weg diesmal führen würde. Mit zusammengebissenen Zähnen ignorierte er das Schmerzen seiner Glieder und stürmte nach, folgte dem dämonischen Unheil durch die groteske, mit Gewalt geöffnete Passage. Kurz war es dunkel, dann umfing ihn Abendsonne, er sah die mit Säurehörnern bewährte dämonische Wolke einige Schritt weit vor sich, und fiel aus dem Portal, das einige Meter über dem sandigen Boden geöffnet worden war.

Rhowynnas Augen weiteten sich, als inmitten der Arena, auf dem bis eben noch so freien, unberührten Feld, eine gräßliche Gestalt aus einer Art Portal erschien, wabernd inne hielt und ihre volle, niederhöllische Pracht allen Zuschauen voller Spott wider die Götter zur Schau stellte. Einzelne Rufe wurden laut, Menschen streckten die Hände aus und deuteten auf die Szenerie, und nach und nach kehrte Ruhe in die soeben noch johlende, ausgelassene Menge ein. Die Wagen fuhren weiter, die meisten Fahrer waren darauf fixiert, ihr Gefährt auf der Strecke zu halten, doch auch viele Tiere reagieren auf die Erscheinung der Kreatur und wurden unruhig, gar panisch.

Strauchelnd wurde er aus dem Sphärenriss ausgespuckt, doch im Fall fand er sein Gleichgewicht wieder und landete sicher auf den Füßen, ging abfedernd leicht in die Knie, die freie Hand griff kurz in den warmen Sand, die andere umfasste die geweihte Waffe fester und sein Blick huschte kurz über die Umgebung, erfasste den nächsten Ort des Kampfes und ebenso die unausweichliche Tatsache, dass dieser jetzt und hier enden MUSSTE. Ihr Feind hatte sie inmitten der wohl größten Menschenansammlung geführt, die er gerade finden konnte, als würde er höhnisch ankündigen, ihrer aller Tod würde ihr einziger Lohn sein nach der bisher vergeblich scheinenden Jagd.

Langsam erhob er sich, und die Macht seines Gottes, die ihn noch immer schützend umgab, blies die verseuchte Luft des Gegners fort und erlaubte ihm einen tiefen, stärkenden Atemzug. Dies hier war wirklich eine würdige Arena für das Ende ihres Kampfes. Hinter ihm betraten seine Gefährten den Schauplatz, und zugleich verstummten viele der tausenden Menschen auf den Rängen, die nun ihre Augen gespannt auf sie richteten, in ihren Jubel- und Anfeuerungsrufen. Selbst das Donnern der Wagenräder und Hufe auf dem Boden schien für einige Momente leiser zu werden.

„Morituri te salutant.“

Dieser instinktiv gesprochene Satz, der auf den stärkenden Atemzug folgte, wäre nur für ihn hörbar gewesen, hätte er die Macht seines Gottes zuvor nicht immer wieder beschworen als Beistand in diesem Kampf. Er verbreitete sich durch die Luft, sie seinem Herrn so gefällig war, streifte die Ohren eines jeden, der auf ihn blickte, gleich ob nah zu ihm sitzend oder am fernsten Punkt der Arena. Und der Dämon, als ob auch er es vernommen hätte, schien zu erzittern – und holte zu einem gewaltigen Schlag aus.


Cassilea schlug die Hand vor den Mund und gab ein ersticktes Keuchen von sich, als der widerwärtige Gestank der verpesteten Giftwolke sie erreichte. Rhowynna schloss kurz die Augen, dann drang ein Flüstern an ihre Ohren. Ein alter Gruß, den sie aus Gesichten kannte. Im Süden wohl noch immer gebräulich, oder auf den Bühnen mancher Theater... doch nicht hier. Normalerweise nicht. Dennoch gefor ihr das Blut in den Adern, als sie gemeinsam mit unzähligen Anderen begriff, dass dies kein Kampf zur Schau war. Diese Gestalten, die aus dem Riss kamen und sich der furchtbaren Kreatur entgegenstellten, waren kein Teil des Vergnügens, für das sie bezahlt hatte. Es war kein Anblick zum Genießen, und es ging dabei auch nicht um den Sieg irgendeines Rennfahrers. Es ging um weitaus mehr.

Als Rhowynna und viele andere dies begriffen, verstanden, die Worte ihre Wirkung entfalteten und sich die kurz wohlige Gänsehaut in Angst und viele andere Gefühle verwandelte, brach die Stille. Die Menschen riefen, schrieen, jubelten und feuerten die Unbekannten an, die nun im Herzen der Arena dem Unheil gegenüberstanden, mitten im Auge es Sturms aus verpesteter Luft. Sie alle umgab ein heller Schein, leuchtende Luft beschirmte sie. Und so sehr Rhowynna die Angst auch in sich fühlte und alle Sinne ihr zuschrien, dass Flucht nun die beste Option war, blieb sie an Ort und Stelle, heftete den Blick an die unbekannten Streiter und sprach ein stummes Gebet, auf dass alle Zwölfe diesen unbekannten Streitern nun beistehen mochten... um ihrer aller Leben Willen.

Es waren fünf. Eine Frau mit rotem Haar, in bunter, exotischer Kleidung. Ein Zwerg in schwerer Rüstung, mit einer Armbrust in den Händen. Ein hochgewachsener, gerüsteter Kämpfer, bewaffnet mit Schwert und Schild. Ein schlanker Mann mit schwarzem, langem Haar, der soeben einen neuen Pfeil an die Sehne seines kunstvoll geschnitzten Bogens legte. Und ein fünfter, ebenfalls gerüstet und mit einer Waffe, die sie nicht recht erkennen konnte - der, der zuerst aus dem Portal gekommen war und sie alle so würdig begrüßt hatte. Und da war noch eine kleine Gestalt, fliegend scheinbar, die sich nahe der rothaarigen Frau hielt und nun in die Reichweite des Monstrums aus Pestluft und Säure geriet – und es schien, als würde sich das manifestierte Unheil bereit machen, zuallererst diese kleine Gestalt zu verschlingen...

Und dann schlugen sie zu. Ein gläserner Pfeil von der Sehne eines Bogens, der Streich einer blitzenden Klinge, ein peitschender Windstoß aus magischem Wind, ein gut gezielter und mit wütendem Kampfschrei abgefeuerter Bolzen und ein leuchtender Blitz, der das Innere des Unwesens für wenige Augenblicke fast schon schmerzhaft erhellte. All dies entlud sich unter Rufen und Schreien panischer, erstaunter, zuversichtlicher, ängstlicher und hoffnungsvoller Zuschauer, von denen kaum einer seinen Blick hatte abwenden können.

Die gewaltige Entladung zerriss die Luft – und den Dämon. Gestank waberte in einer Welle durch die Arena, nun jedoch zu schwach, um weiteren Schaden an richten zu können – und die Zuschauer waren den Zwölfen zum Dank zu weit entfernt gewesen, um seine anfängliche, niederhöllische Macht zu spüren. Nicht jedoch die Streiter, die allesamt einen gemeinsamen, letzten Schlag gesetzt hatten... doch durch den Dunst drang noch immer das helle Leuchten, das sie alle umgab und nun wohl erneut beschützte. Der Geruch von Ozon verbreitete sich anstelle von Fäulnis, wie bei einem heftigen Sommergewitter, und als die Reste des Unheils vergingen und den Blick auf die Kämpfer wieder freigaben, standen sie alle aufrecht – vor ihnen ein in den Sand gebranntes, gläsernes Zeichen: Das Zeichen eines Blitzes, der aus einer Wolke auf den Boden schlug. Ein Sirren ging durch die Luft, als der Nachhall der Explosion verklang – und dann brachen tausende Menschen zugleich in frenetischen Jubel aus, lauter als bei jedem Rennen zuvor.

Rhowynna war aufgesprungen und hatte die Hand ihrer Freundin ergriffen, die es vor lauter Aufregung kaum fertig brachte, das Gleichgewicht wieder zu finden. Einer der Kämpfer sackte zusammen, wurde jedoch rasch von den anderen gestützt, und von den Seiten der Arena liefen nun eilig Bewaffnete und Heilkundige auf die unerwarteten Streiter zu. Die meisten der Wagen verfolgten noch immer ihre Strecke, und das Donnern von Rädern und Hufen mischte sich in den Jubel der Menschen auf den Rängen. Ohrenbetäubend war es, die Euphorie verbreitete sich und steckte selbst die an, deren Gedanken zuvor an anderen Orten verweilt hatten.

So auch Rhowynna. Sie war zu weit entfernt, um mehr sehen oder gar eines der Gesichter der Streiter erkennen zu können. Die Kämpfer wirkten erschöpft, fast alle sanken nun auf die Knie, das helle Leuchten, das sie beschirmt hatte, löste sich langsam auf und verwehte im Wind, der nun wieder aufgefrischt war. Doch noch immer war der Himmel über ihnen klar.

Rhowynnas Blick heftete sich auf einen der Streiter, der sich nun wieder erhob und einen Blick in die Menge zu werfen schien, ehe er sich dem Heiler zuwandte, der ihn ansprach. Rhowynnas Atem stockte, als sie glaubte, diesen Blick kurz auf sich zu spüren. Gewiss konnte es nicht sein, sie mochte nur ein Punkt in einer wabernden Masse aus unzähligen Gesichtern sein, die nun, aufgrund der schieren Zahl, wohl eher gesichtslos sein mochten... doch sie spürte diesen Blick, und wusste, dass er sie so bald nicht wieder loslassen würde. Dann wandte sich der Mann ab, stützte seine erschöpften Mitstreiter, ebenso wie sie ihn stützten. Unter tosendem Jubel verließen die fünf Unbekannten die Arena, in der sie soeben einen Sieg errungen hatten, der noch lange in aller Munde sein würde.

Ein Sieg direkt im Auge des Sturms.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast