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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18 / Het
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
26.02.2021
39
158.852
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24.07.2020 4.596
 
7.Kapitel: Dein Leben





Kagome saß an ihrem Schreibtisch, vor ihrem Notebook. Trug dabei ein weißes Shirt, darüber eine grüne Strickjacke, deren weit ausgestellte Ärmel bis zu ihren Ellenbogen reichten. Dazu eine dunkelbraune Hotpants, unter dieser eine schwarze Leggins und dazu dunkelbraune Stiefel mit leichten Absätzen und einem Schaft, der ihr bis zu den Waden reichte. Immerhin gehörten auch praktisch auszuführende Bereiche zu ihrem Beruf und Job, für die sie auch praktisch gekleidet sein musste.
Sie sichtete die Fotos der Ausgrabung, die gut voran ging und deren Fortschritt sie auch noch schriftlich würde dokumentieren müssen. Vor allem sah sie sich die Bilder der gefundenen Artefakte an, wenn es auch nicht viele waren, oder besonders aufregende. Aber sie gaben ihr Einblicke in das Leben ihrer Freunde.
Was sie ebenso faszinierte, wie auch ein wenig wehmütig stimmte. Immerhin war dies die einzige Möglichkeit, näher etwas aus ihrem Leben zu erfahren.
Ein Klopfen an ihrer Tür riss sie aus ihren Gedanken.

„Kommst du mit zum Essen?“ Ayame steckte ihren brünetten Kopf durch ihre Tür, lächelte dabei.
Kagome nickte, klappte ihr Notebook zu und folgte ihr und Anzu. Mit der Ayame anscheinend gut befreundet war. Kagome hatte jedoch noch nicht so viel mit ihr zu tun. Beide Frauen halfen ihr dabei, sich schnell in ihre neue Umgebung einzufinden.
„Ich muss nur noch kurz...“ kurz sah sich Kagome auf dem Flur um, als sie ihre Bürotür hinter sich schloss. „...zu InuYasha.“ beendete sie den Satz, als sie niemanden sah und ging dann zum Aufzug.
Sie hielt ihren Ausweis, eine Transponderkarte, vor das Display und nannte dem System ihr Ziel, zu dem der Aufzug sie sofort brachte.
„Herein.“ sagte InuYasha, als es klopfte und seine Augen weiteten sich leicht, als er Kagome durch die Tür kommen sah.
Die aber sogleich stehen blieb und den jungen Mann im Büro des Han'yō überrascht ansah.
Es fehlten der kleine Zopf im Nacken und die Ohrringe an den Ohrläppchen. Außerdem waren seine Haare genauso hellbraun wie die von Anzu Nakamura. Es war auch so, dass Sango's Augen sie ansahen.
Aber er glich Miroku ansonsten eins zu eins.
Und für eine Sekunde war es für die junge Frau tatsächlich so, als stünde der Hōshi selber vor ihr, als er sich zu ihr umdrehte, als sie den Raum betrat.

InuYasha's Büro erinnerte sie an seine Wohnung. Auch wenn Sesshōmaru ihm hier wohl kein Backstein gestattete. Die Wände waren alle glatt verputzt, dafür in einem warmen Cremeton gestrichen. Ein grauer Teppich sorgte für leise Schritte und brachte so Ruhe in den Raum.
Die beiden großen Fenster glichen denen in seiner Wohnung. Zwischen ihnen hing eine schmale Lampe an der Wand, vor ihnen stand ein langes, rotes Sofa.
Hinter seinem relativ kurzen Schreibtisch aus dunklem Holz, saß er in einem Drehstuhl aus rotem Leder und mit hoher Rückenlehne. Hinter diesem stand ein metallener, hüfthoher schwarzer Schrank an der Wand, der aus drei einzelnen Schränken mit jeweils drei Schubladen, bestand.
Auf diesem standen einige gerahmte Fotos, Preise, ein Drucker und ein gerahmter Universitätsabschluss.
An der Wand hinter seinem Stuhl und über seinem Schrank, hingen einzelne Regalbretter aus dunklem Holz. Auf dem auch einige Bücher standen, gerahmte Zeitungsartikel hingen neben den Regalen an der Wand.

„Kagome, das ist Amida.“ stellte der menschlich wirkende Han'yō ihr den jungen Mann vor, der vor ihr stand. „Nakamura Amida.“
Kagome horchte auf.
//Dann ist er Anzu's...//
„Er ist Anzu's eineiiger Zwillingsbruder.“
Kagome versteifte sich für einen Augenblick kaum merklich, in ihrem Blick lag nun auch Irritation.
Amida Nakamura trug ein helles, fliederfarbenes Shirt mit V-Ausschnitt, wie auch ein fliederfarbenes Hemd darunter, dessen obere zwei Knöpfe offen waren und eine schwarze Krawatte, die nur locker um den Kragen gebunden war. Dazu eine schwarze Hose.
„Wenn ich...ich...dich gerade störe, kann ich auch später wieder-“
„Du störst mich nie, Kagome.“ Er lächelte, wenn auch nur leicht, aber vielsagend. Kagome nickte nur.
„Freut mich, dich endlich mal persönlich kennen zu lernen.“ Er grinste breit, was sie in diesem Moment wieder an den jungen Hōshi von damals erinnerte. „Anzu erzählte schon einiges von dir.“
Kagome nickte einfach nur bestätigend, sah, noch immer leicht verwirrt, zu InuYasha.
„Amida erbte Miroku's....nennen wir es mal Talent, einfach jeden von allem zu überzeugen. Deswegen ist er unser CMO.“
Auch das nahm Kagome lediglich mit einem Nicken zur Kenntnis. Seine Schwester war die Personalvorständin des Unternehmens.
„Du hast ja jetzt alles, was du wolltest.“ sagte er, locker, zu seinem Chef über seine Schulter. „Wir sehen uns ja sicher gleich beim Mittagessen.“ meinte Amida dann noch zu Kagome, die ihm nachsah, als er das große und helle Chefbüro verließ.
„Amida und Anzu sind die erste Zwillingsgeburt in Sango's und Miroku's Ahnenreihe, seit ihren Töchtern, die sie damals bekamen.“
Kagome hörte ihm nicht wirklich zu, sah dann aber zu ihm.
„Ich will sie besuchen.“ war Kagome's Antwort auf seine Frage vom Abend von vor einer Woche.


„Wie meinst du das, ob ich sie besuchen will?“ Sie verstand nicht so recht, was InuYasha ihr damit sagen wollte.
„Nach Sango's und Miroku's...Tod...“ Es fiel ihm selbst noch schwer, darüber zu reden. Aber ganz besonders vor Kagome, der es noch sichtbar näher ging. „...konnte ich, aber hauptsächlich auch Rin und Kohaku, Sesshōmaru davon überzeugen, ein Mausoleum für sie zu bauen. In diesem wurden auch alle nachfolgenden Generationen beerdigt.“
„Und wo...befindet sich das?“
„Ursprünglich befand es sich hier in Tōkyō. Auch wenn Sango immer eine enge Verbindung zum Dorf ihrer Familie behielt, sagte sie immer wieder, dass sie in unserem Dorf bestattet werden möchte, wenn sie einmal stirbt. Und Kohaku auch. Wir kamen ihren Wünschen auch nach. Aber dann mussten wir sie umbetten, um sie vor den Wirren der Kriege in Sicherheit zu bringen. Eine Zeit lang...behielten wir sie auf dem Gelände des Schlosses meiner Familie. Es liegt im Westen und war sicher. Nach dem Krieg konnten wir sie aber nicht nach Tōkyō zurückbringen. Immerhin war die ganze Stadt nieder gebombt. Es war nichts mehr von den alten Strukturen auszumachen. Doch eine unserer ersten, archäologischen Funde, die unsere Stiftung nach dem Krieg machte-“
„War das Dorf der Taijiya.“ unterbrach sie ihn mit ihrer Vermutung und InuYasha nickte.
„Wir bauten es wieder auf, so, wie es damals war. Nachdem wir das Land kauften, um es auch unter Schutz stellen zu können. Wir errichteten dort ein neues Mausoleum, in das wir die beiden und ihre Nachfahren umbetten konnten. Es kam mir damals ideal vor. Immerhin lag dort ihr familiärer Ursprung. Sango und Kohaku, und auch Miroku, Rin und Kaede, hätten den Grund der Umbettung sicher verstanden. Es liegt außerhalb Tōkyōs, aber nicht allzu weit weg.“
Kagome nickte zustimmend. Doch sie wusste nicht, ob sie dort wirklich hin wollte, ob sie stark genug dafür wäre, es auszuhalten...


Als die junge Archäologin in die Cafeteria ihres Arbeitgebers kam, sah sie, wie Anzu und Amida, neben Ayame und Kōga, in der Schlange vor dem Buffet standen. Und ihr fiel auch auf, dass Amida nicht nur...Miroku's Talent für Marketing erbte, sondern auch dessen Interesse für Frauen, denen er nur allzu auffällig hinter her sah. Für was seine Schwester, sichtlich nicht begeistert davon, ihn am Ohr zog.
Was wieder eine Erinnerung in Kagome und vor ihrem inneren Auge hervor rief.
„Wie laufen die Vorbereitungen für deinen Umzug, Kagome-chan?“ fragte Ayame sie, als sie alle zusammen, mit Anzu und Amida, an einem Tisch saßen.
Noch am Tag, nachdem sie ihren Arbeitsvertrag unterschrieb und ihn InuYasha mitgab, begann sie ihre Suche nach einer eigenen Wohnung. Um dabei zu merken, wie begeistert Vermieter davon zu sein schienen, wenn man ihnen sagte, dass man gerade einen Arbeitsvertrag bei der Mirai Corporation unterschrieb und vorzuweisen hatte.
„Ich hab demnächst eine Besichtigung.“ Sie lächelte breit.
Auch Anzu lächelte leicht, senkte ihren Blick dann aber wieder auf ihr Essen, wobei ihr Lächeln auch gleich wieder schwand. Was ihrem Bruder, der neben ihr und Kagome quer gegenüber saß, gleich auffiel. Er sah zu seiner neuen, schwarzhaarigen Kollegin, die sich hauptsächlich mit Ayame und Kōga unterhielt...

Es waren schon alle anderen Angestellten gegangen, als InuYasha in Kagome's Bürotür lehnte. Sie sah zu ihm, nickte, ehe sie ihr Büro mit ihm gemeinsam verließ.
In seinem roten Lexus fuhren sie aus Tōkyō raus, in die Richtung des ehemaligen Standorts des Dorfes, aus dem Sango's Familie stammte und das sie als historische Rekonstruktion wieder erbauten.
Tagsüber konnten Touristen und Schulklassen es besichtigen.
„Das Mausoleum befindet sich in einem hinteren, öffentlich nicht zugänglichen Bereich.“ erklärte er ihr. Schon lange lag die Dunkelheit über dem Ort.
Kagome kam alles schmerzhaft bekannt vor, als sie mit InuYasha an den rekonstruierten Holzhütten vorbei ging. Es war fast so, als blieb die Zeit vor 500 Jahren an diesem Ort stehen.
Sie folgte ihm aus dem Dorf raus, auf einem Weg, den wohl nur Eingeweihte kannten, da er kaum zu erkennen war und in einen dichten Teil des angrenzenden Waldes führte. Welcher ebenfalls zum Landbesitz der Mirai Corporation gehörte.
Vor einem großen und verblassten, hölzernen Torii, das an beiden Seiten in eine Mauer überging, die wohl das gesamte Gelände umschloss, blieb der Han'yō stehen. Öffnete das Schloss des metallenen Gittertores, das den Weg zur Treppe dahinter versperrte, die einen leichten Hügel hinauf führte.
Alles wirkte verwittert, wenig benutzt und die Natur begann, sich hier wieder auszubreiten. Wahrscheinlich auch, damit es nicht allzu sehr auffiel und Neugierde weckte.
Am oberen Ende der Treppe durchschritten sie ein weiteres, dünneres Torii aus Holz.
Auf einem winzigen Hügel, der hinter diesem lag, stand ein, ebenfalls aus Holz, gebautes Gebäude, das ähnlich dem aussah, das den Brunnen bei ihr zu Hause umgab und überdachte, nur etwas größer.
Innen war es auch vollkommen leer, bis auf den Schrein, am anderen Ende des vollkommen hölzernen Raumes.
„Ist das...ihr Altar?“
„Der ist mehr der ganzen Familie gewidmet.“ InuYasha trat an ihn heran und betätigte eine verborgene Vorrichtung. Wodurch sich der hölzerne Altar zu bewegen begann und eine Treppe freilegte, die in den Untergrund führte.
Kagome folgte ihm in diesen, wenn auch sehr überrascht. Am oberen Ende der Treppe betätigte InuYasha noch einen Lichtschalter, sodass die kleinen Lampen an den steinernen Wänden ihnen die Sicht ermöglichten.
„Wir entschlossen uns, die eigentlichen Räumlichkeiten nach unten zu verlegen. Das ist alles wie ein Bunker konstruiert, damit im Falle von weiteren Kriegen, nichts zerstört werden kann.“
Kagome nickte und folgte ihm in einen höhlenähnlichen Raum mit hoher Decke, der am Ende der Treppe lag. Links und rechts sah sie überall die kleinen Fächer in den Steinwänden, in denen Urnen standen. Darunter metallene Plaketten, auf denen Namen sowie Geburts- und Sterbedaten zu lesen waren.
Doch in der Mitte des Raumes stand ein weiterer Schrein, in dem sich auch zwei Urnen befanden, vor denen ebenfalls zwei metallene Plaketten lesbar waren.
Kagome kamen die Tränen, als sie diese mit ihren Fingerspitzen berührte und die Namen und Daten ihrer Freunde las.
„Sango-chan... Miroku-sama...“ Sie schluchzte.
„Rin's und...Kohaku's stehen auf der anderen Seite des Schreins. Und Kaede hat ihr eigenes Fach.“ wies er sie darauf hin und sie nickte, umrundete das hölzerne Gebilde einmal.
„Gomene, dass wir uns nichts verabschieden konnten. Ich...“ Immer mehr Tränen liefen über ihre Wangen.
Weshalb InuYasha den Blick von ihr abwandte und eine Hand zur Faust ballte. Er hasste es, wenn sie weinte, wenn sie traurig war und er nichts tun konnte, dies zu lindern.
„Ich vermisste euch so. Vermisse euch immer noch.“ Sie wischte sich einige der Tränen weg. „Kirara wohnt jetzt bei InuYasha. Ihr scheint es gut zu gehen. Eure...Nachfahren arbeiten in InuYasha's und Sesshōmaru's Firma. Sie scheinen alle ein gutes Leben zu führen. Sie sind...euch so unglaublich ähnlich.“ kurz musste sie kichern. „Ich arbeite jetzt auch für InuYasha und Sesshōmaru, nachdem ich, nach meinem Abschluss der Oberschule, ein Stipendium von ihnen bekam, mit dem ich Geschichte und Archäologie studierte. Das war InuYasha's Wahl, aber er kennt mich wirklich gut.“ lächelnd sah sie zu ihm, was ihm einen roten Schleier auf seinen Wangen bescherte. „Ich bin jetzt für die Ausgrabungen ihrer Stiftung zuständig. Vor kurzem fanden wir euer Haus.“ Ihr Lächeln ging wieder in Tränen über. „Ich wünschte...ihr könntet hier bei uns sein.“ Sie versuchte zu lächeln, obwohl sie weinte. „Aber ich bin froh, dass ihr ein glückliches Leben hattet.“ Kagome atmete noch einmal tief durch, lächelte. „Ich werde demnächst in meine eigene Wohnung ziehen.“
InuYasha horchte auf.

„InuYasha?“ Die ganze Rückfahrt über war es still zwischen ihnen. Wie auch schon zuvor auf der Hinfahrt. Doch da drehten sich ihre Gedanken noch um ihre Freunde.
„Hm?“ konzentriert sah er auf die Straße, die nur von seinen Scheinwerfern erhellt wurde.
„Was weißt du jetzt eigentlich alles?“ Sie nestelte am Saum ihres Shirts herum, sah dabei auf ihre Finger, die daran herum zupften. „Wie lange...beobachtest du mich jetzt schon?“
InuYasha seufzte. Das war eigentlich keine Unterhaltung, die er während einer Autofahrt führen wollte. Aber sie würde ihm keine Wahl lassen, dafür war sie zu stur. Ein liebevolles Lächeln bildete sich auf seinen Lippen.
„Seit deiner Geburt.“


12.März 1982

Eine junge Frau, deren dunkelbraunes Haar ihr Gesicht in leichten Wellen umrandete, lief an diesem Tag über den Flur der Geburtsstation des Sōgō Krankenhauses. Immer wieder schrie sie kurz auf, als eine Wehe durch ihren Körper fuhr. Trotz der Schmerzen lächelte sie liebevoll und streichelte ihren runden Bauch.
Ehe man sie in ihr Zimmer zurück brachte, damit sie dort ihr erstes Kind auf die Welt bringen konnte.
Sichtlich erschöpft, aber ebenso glücklich wiegte sie das kleine Mädchen, nach den anstrengenden Stunden der Geburt, in ihren Armen, wiegte es in diesen liebevoll und lächelte. Sie versuchte ihre Tochter zu beruhigen, als diese zu weinen begann.
„Schon gut. Braves Mädchen.“ liebevoll klopfte sie dem Neugeborenen an die Seite und drückte ihr Kind dann sanft an sich. „Dein Name ist Kagome.“ liebevoll hielt sie ihr Kind fest. „Ka-go-me.“ betonte sie jede Silbe des Namens. Sah dann mit dem liebevollen Blick einer Mutter auf ihr Kind. „Nett, dich kennen zu lernen, Kagome-chan.“ Ein Lächeln war in ihrer Stimme zu hören und als ein helles, rosafarbenes Licht auf der Brust des Mädchens zu leuchten begann, beruhigte sich dieses auch wieder und erwiderte das Lächeln ihrer Mutter.
Vor dem Krankenhauszimmer seiner Schwiegertochter freute sich der alte Higurashi sich sichtlich über die Geburt seiner Enkeltochter.
„Es ist geboren! Mein erstes Enkelkind! Ein wunderschönes Mädchen!“ Immer wieder ging er freudig in die Knie, um sich dann ebenso freudig zu strecken und grinste dabei breit, lächelte voller Stolz.
Die zwei Krankenschwestern auf dem Flur, berührte die Freude des alten Mannes sehr.
Wen niemand bemerkte, war der junge Mann mit langem schwarzem Haar, das er zu dieser Zeit im Nacken zu einem Zopf gebunden trug, der hinter einer Ecke, an der Wand eines anderen Flures lehnte. Die Arme vor der Brust verschränkt, lächelte er liebevoll, eher er die Etage wieder verließ...

Die Dunkelheit des späten Abends begann sich über die Global City und das Krankenhaus zu legen, als eine Krankenschwester mit der neugeborenen Kagome auf dem Arm ins Krankenzimmer ihrer Mutter zurück kam und sie dort in das Bett legte, das neben dem Krankenhausbett stand. Sie brachte die kleine Kagome gerade von einer Untersuchung, bei der sich auch ihre Mutter noch befand, jedoch in wenigen Augenblicken von dieser zurück sein würde.
Als sie die Tür hinter sich schloss, brachte ein kurzer Windhauch die dünnen, durchsichtigen und weißen Vorhänge an den Fenstern zum wehen.
Warme, goldene Augen sahen auf das kleine Mädchen, mit den wenigen, schwarzen Haaren auf ihrem Kopf, als dieses begann, unruhig in ihrem Bettchen zu werden.
Vorsichtig und sanft, hielt der Besuch ihr einen Finger hin. Darauf bedacht, dem Neugeborenen mit der weichen Haut, mit seiner Kralle nicht zu nahe zu kommen.
Schnell bemerkte das neugeborene Mädchen die fremde Person im Zimmer, sah diese direkt an. Schemenhaft spiegelte sich sein Gesicht in ihren braunen Augen.
Ruhe herrschte in diesem Zimmer, als sie sich einfach einander ansahen.
Es kam ihm vor, als würde sie ihm direkt in sein Herz sehen, in seine Seele.

Dann streckte sie ihre kleine Hand nach dem Finger aus, der ihr sanft über die rosige Wange streichelte.
„Kagome...“
In diesem Moment hatte er die volle Aufmerksamkeit des Kindes, das ihn direkt ansah, aber den Kopf schief legte.
Als seine Ohren zuckten, weil sie sich nähernde Schritte wahrnahmen, gluckste das kleine Mädchen amüsiert, ehe wieder ein kurzer Windstoß die Vorhänge wehen lies.
Den Bruchteil einer Sekunde, ehe eine junge Mutter ihr Zimmer betrat und ihr kleines Mädchen wieder auf die Arme nahm, ihre Tochter an ihre Brust drückte, die über ihre Schulter durch das offene Fenster sah.
Die Sterne und das Licht des zunehmend abnehmenden Mondes, spiegelten sich in ihren großen, braunen Augen wieder...


Kagome's Wangen glühten, ihr Herz raste. Sie zwang sich, ihren Blick auf ihren Schoß zu heften und vergrub ihre Fingernägel in ihrer Hotpants.
„Das war einer dieser Momente, für die Sesshōmaru mich danach für eine Zeit....sagen wir mal, näher bei sich behielt. Oder wegen denen er mir wichtige Geschäftsreisen ins Ausland aufdrückte.“
Kagome nickte einfach nur.
„Aber glaub mir, es gab noch so viele Momente in deinem Leben, in denen ich gerne bei dir, bei euch, gewesen wäre.“ Eine rote Ampel stoppte das Fahrzeug. Was InuYasha dazu nutzte, seine Hand auf Kagome's zu legen. Sodass sie ihn daraufhin ansah. „Gerne wäre ich damals zu deiner Mutter gegangen, um ihr zu sagen, dass alles gut wird. Dass sie eine starke Frau ist und wunderbare Kinder großziehen wird, vor allem eine ebenso starke Tochter.“
Kagome's Augen weiteten sich überrascht, aber sie verdunkelten sich und ihre Unterlippe zitterte, als sie vermutete, welchen Zeitpunkt in ihrem Leben er meinte...


- 6 Jahre später… -


Die 6-jährige Kagome spielte in ihrem Zimmer, in der Wohnung, in der sie mit ihren Eltern wohnte. Welches jedoch schon in einigen Monaten nicht mehr nur ihr Zimmer wäre. Sie würde einen kleinen Bruder bekommen. Wie ihre Eltern ihr vor einigen Wochen mitteilten.
Kurz sah sie von ihren Spielsachen auf, als es klingelte, ehe sie sich diesen wieder zuwandte. Aber nur einen kurzen Moment, bis der Schrei ihrer Mutter sie aufschreckte.
„Mama?“ Sie lief zu ihr an die Tür. Fragend sah das kleine Mädchen zu der Frau mit den dunkelbraunen Haaren hoch, die dieser nun bis in den Nacken reichten und glatter waren.
Der Gesichtsausdruck ihrer Mutter, von der sie sonst immer nur ein Lächeln gewohnt war, machte ihr Angst. Vor allem, als sie die Tränen sah, die dieser über ihre Wangen liefen. Dann sah sie zu den zwei Männern, die vor ihrer Tür standen.
Im nächsten Moment wurde sie fest von ihrer Mutter umarmt und an ihre Brust gedrückt, strich sie ihr über den schwarzen glatten Haarschopf, der ihr, wie die Haare ihrer Mutter, in den Nacken reichte.
„Papa...“ schluchzte sie. Und das kleine Mädchen sah verunsichert in die Gesichter der zwei Fremden vor ihrer Tür, die sie mitleidig ansahen. „Kagome...“ versuchte ihre Mutter sich zu fangen. „...dein Papa...“ was ihr aber nur schlecht gelang. „Papa hatte einen Unfall, mit dem Auto.“
„Papa verletzt?“ fragte sie unwissend nach, legte dabei ihren Kopf schief. Und noch mehr Tränen liefen ihrer Mutter über die Wangen. „Nein, Kagome, mein Schatz. Papa...wird nicht mehr...zu uns nach Hause kommen.“
Graue Wolken zogen draußen vor den vorher noch blauen Himmel. Ehe dann auch schon die ersten Regentropfen an die Fenster fielen und an diesen herunter liefen.
Wie die Tränen eines kleinen Mädchens, die kleine dunkle Flecken auf dem hellen Holzboden im Wohnungsflur hinterließen...

Auch ein paar Tage später regnete es noch. Als die Urne in der ihr Vater war, was die 6-jährige Kagome immer noch nicht recht verstand, wie das ging, in das Grab gelassen wurde. Auf dessen Stein der Name ihres Vaters in Schriftzeichen eingraviert war.
Doch diesen wollte sie nicht ansehen, senkte ihren Kopf, blickte zu Boden. Sodass ihr Pony einen Schatten über ihre Augen legte. Aus denen Tränen über ihre Wangen liefen. Während ihre Finger sich in den Rock ihres Kleides krallten.
Neben ihr standen ihre Mutter, ihr Großvater und ihre Großmutter. Sowie etliche Freunde und Kollegen ihrer Eltern.

Aber in einiger Entfernung zur Trauergesellschaft, fand sich an diesem Tag noch ein weiterer Gast ein, der an einem Baumstamm lehnte, den Rücken den Trauernden zugewandt, die Arme vor der Brust verschränkt und in weiten, roten Ärmeln verborgen. Sein Blick lag, über seine Schulter, auf einem kleinen, schwarzhaarigen Mädchen, das die Hand seiner Mutter hielt.
Trotz der auch für sie schwierigen Situation, versuchte sie, ihre Mutter mit einem Lächeln aufzumuntern, was diese liebevoll erwiderte. Ehe sie ihre Tochter auf den Arm nahm. Auch, wenn ihr Zustand das eigentlich verbot.
Sie drückte ihre Tochter an sich, wollte ihr so Nähe, Wärme und Liebe schenken...

Nur wenige Wochen später, kurz, nachdem die junge und schwangere Mutter mit ihrer Tochter zu ihrem Schwiegervater ins Haus auf dem Schreingelände zog, ereilte der nächste Verlust die Familie Higurashi.
Kagome's Großmutter, die Mutter ihres Vaters, Ehefrau ihres Opas und Schwiegermutter ihrer Mama, verkraftete den Verlust ihres Sohnes, ihres einzigen Kindes, nicht und starb kurz nach diesem.
Wieder eine Beerdigung, der die Familie Higurashi an einem weiteren, verregneten Tag beiwohnte. Trotz des schwarzen Kleides, sah man ihrer Mutter ihren Umstand nun noch etwas deutlicher an.
Und auch dieses Mal war, in einigem Abstand zur Trauergesellschaft, und unter den äußerst strengen Blicken seines älteren Bruders, ein weiterer Gast anwesend...

Nur wenige Monate später erblickte Kagome's kleiner Bruder das Licht der Welt...


Wieder war es ganz still zwischen ihnen geworden. Kagome's Hände lagen in ihrem Schoß. Sie atmete ruhig, aber ihr Herz schlug schneller.
„Kagome, denk nicht, dass ich ständig bei dir war. Immerhin hatte ich ja auch noch ein Unternehmen mit zu führen. Und Sesshōmaru hätte mich irgendwann gekillt, wäre ich noch öfter in deiner Nähe gewesen. Seiner Meinung nach, war ich das eh schon zu oft und riskierte zu häufig, dass du auf mich aufmerksam werden würdest. Dass ich damit den Ablauf der Geschichte verändern würde. Aber ich....musste nach diesen Tiefpunkten in deinem frühen Leben, einfach immer mal wieder nach dir sehen. Wie es dir geht, ob es dir einigermaßen gut geht. Was du machst, wie du dich entwickelst.“
Ein liebevolles Lächeln erschien auf seinem Gesicht. Auch wenn sie es gerade nicht sah, weil er auf die Straße sehen musste. In weiter Ferne sah man schon die riesige Menge an Licht, die von Tōkyō ausging.
„Aber ich...bekam einiges aus deinem Leben mit. Wie du größer wurdest, wie du weiterhin aufwuchst. Wie du...zu der Kagome wurdest, die zu mir kam.“ Sie richtete ihren Blick wieder von ihrem Schoß auf, sah nach vorne durch die Windschutzscheibe auf die Straße. „In der Grundschule lerntest du deine drei Freundinnen kennen. Ungefähr zur selben Zeit kaufte deine Mutter euch Buyo. Sie ging wieder arbeiten, euer Großvater betreute euch. Du wurdest größer. Aus der Entfernung beobachtete ich deine Eintrittszeremonie in die Mittelschule. Sōta's Einschulung. Und glaub mir, es gab so viele Momente, wo ich froh war, dass entweder Sesshōmaru anwesend war oder mir den Winselwolf hinter her schickte, um mich von wirklich dummen Aktionen abzuhalten.“
Fragend sah sie zu ihm.
„Gleich am ersten Tag, als du und deine Freundinnen diesem Hōjō begegnetet, erkannte ich sofort, dass er etwas von dir wollte. Und auch die nächsten 3 Jahre nicht locker lies. Immer unter einem Vorwand, deine Nähe suchte.“ Seine Finger krallten sich ins Lenkrad, er trat mehr aufs Gas.
Was Kagome ein wenig in den Sitz drückte, als der Wagen beschleunigte.
„Und noch offensichtlicher, dass er was von dir wollte, wurde es, nachdem du zu uns kamst und dein Großvater jedem die Geschichten deiner erfunden Krankheiten auftischte.“ Kagome musste bei der Erinnerung daran schmunzeln. „Jedes Mal kam er mit irgendeinem Geschenk an. Und ich weiß nicht, warum ich es damals nicht roch, dass er auch mit bei dir war, als du krank warst und deine Freundinnen vorbei kamen, weil du ja unbedingt lernen wolltest, statt dich auszuruhen. Aber ich hätte ihm so gerne den Hals an diesem Tag umgedreht.“
Leicht erschrocken, über seinen aggressiven Tonfall, sah sie zu ihm. Sah sein breites, selbstbewusstes Grinsen, was sie nun irritierte.
„Als ob ich dich einem anderen, einem wie ihm, überlassen würde, Kagome.“

Sie wusste nicht, ob es am Tempo des Wagens oder seinen Worten lag, aber auch ihr Herz raste, als er das sagte.
„Warst du...“ Ihr Gesicht fühlte sich ganz warm an. „...auch in der Nähe, als ich...“
„Deine Mutter sagte es dir vielleicht nie.“ beantwortete er damit wohl ihre nicht beendete Frage. „Aber an dem Tag, an dem du von diesem überdimensionierten Regenwurm in den Brunnen gezogen wurdest und tagelang bei uns und in deiner Zeit nicht aufzufinden warst, machte deine Mutter sich ziemliche Sorgen um dich, wo du warst.“


- 9 Jahre später… -


Es war Kagome Higurashi's 15.Geburtstag. Der recht unspektakulär damit begann, dass die 15-jährige Schwarzhaarige mit ihrem Großvater im Wohnzimmer saß, in dem der alte Mann die Kartons auspackte, in denen sich die Anhänger befanden, die dem Shikon no Tama nachempfunden waren und die er vor hatte, an die Touristen zu verkaufen. Doch in diesem Moment schien sich nur Buyo, ihr Hauskater, für die bunte, glänzende Kugel zu interessieren.
Die Wende, des, sonst so gewöhnlich wirkenden Tages, kam erst mit dem Moment, in dem Kagome das Häuschen betrat, das den Brunnen umgab.
InuYasha, der das vom Torii an der Treppe aus beobachtete, schloss kurz seine Augen, atmete einmal tief durch und wollte schon gehen, als er Sōta's ängstliche Schreie hörte, der nach seiner Mutter und seinem Großvater rief. Dass seine Schwester eben in den Brunnen fiel.
Dass sie von einem Monster in diesen gezogen wurde.
„Was ist passiert, Sōta?“ wollte seine Mutter von ihm wissen. Und InuYasha sah das erste Mal, seit dem Moment, in dem ihre Tochter sich wieder in ihre Arme stürzte, dass Kagome's Mutter Angst hatte. Angst, die man in ihrem Gesicht nur zu deutlich erkannte.
„Nee-chan, sie... Sie fiel in den Brunnen. Ein Monster zog sie dort hinein.“ Sōta weinte, hatte Angst und war verzweifelt, mit der Situation vollkommen überfordert.
Seine Mutter stürzte sofort in das kleine Holzhaus. Ihre Augen waren geweitet, Tränen standen darin. Verzweifelt rief sie nach ihrer Tochter.
Ohne eine Antwort zu bekommen....


„Glaub mir, ich wäre gerne in diesem Moment und auch den Tagen danach zu ihr gegangen. Hätte ihr am liebsten alles erklärt, was passieren wird. Dass sie sich keine Sorgen um dich zu machen braucht, weil alles in Ordnung ist und so passieren soll. Dass du dort gute Freunde finden wirst und mich, der dich immer und vor allem beschützen wird, Kagome.“ langsam, ausrollend, hielt das Auto vor der Treppe, die zum Schrein führte.
Er griff nach ihrer Hand, sie sahen einander an. Sein Blick war derselbe wie damals, kurz bevor sie sich.... Wäre nur ihr kleiner Bruder nicht in ihr Zimmer geplatzt.
„Daran änderten die letzten 500 Jahre nichts. Ich werde immer an deiner Seite sein und dich beschützen, Kagome.“ Sie nickte nur, sichtlich verlegen und wortlos. „Und ich möchte, nach 500 Jahren, dass wir unser Leben zusammen verbringen können.“
//Nani?!//
Ihr Herz setzte kurz aus. Er wollte ihr doch nicht etwa jetzt…
„Zieh zu mir, Kagome.“




Kagome und InuYasha waren also ihre Freunde besuchen. Und Kagome weiß jetzt, wie ihr Leben für ihn ablief.
Nächste Woche erfahrt ihr dann auch ihre Reaktion auf sein Anliegen.
Bis nächste Woche zum lesen ^.<
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