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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18 / Het
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
26.02.2021
39
158.852
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17.07.2020 3.213
 
6.Kapitel: Erster Tag im Job





Kagome's Augen weiteten sich überrascht, bei dem, was er sagte. Ihr Herz stolperte, schlug schneller. Er wollte da weiter machen...wo sie getrennt wurden? Sofort erinnerte sie sich an den Kuss im Shikon – der von InuYasha ausging....
Wie sollte sie seine Aussage also interpretieren? Dass er mit ihr...zusammen sein wollte? Dass sie ein...

„Ich zwinge dich natürlich zu nichts, Kagome.“ unterbrach er ihre Gedanken.
„Nein, ich will...“ Sie wich seinem Blick aus, als er sie ansah. „Ich meine... Das klingt wirklich nach einem tollen Job.“ konzentrierte sie sich erst mal darauf. Sich noch mit einer anderen Art Beziehung als einer Arbeitsbeziehung zu beschäftigen, würde sie momentan nur überfordern. „Aber ich… Ich möchte dabei nicht das Gefühl haben, den Job nur zu bekommen, weil ich...ich bin. Weil du mich...in dieser Position haben willst. Es gibt so viele gute Absolventen, die sich gerne auf eine solche Stelle bewerben würden, die von so einer Stelle träumen. Ich...will sie nicht nur bekommen....wegen dir, InuYasha.“ Mit geröteten Wangen und sichtlich verunsichert sah sie ihn an. „Ich meine, es gab ja nicht mal ein richtiges Vorstellungsgespräch. Das war ja quasi nur die mündliche Bestätigung des Schreibens, das ich von euch bekam. Genauso, wie das Stipendium. Beides bekam ich, weil du es wolltest und es mir gabst.“
„Weil du es verdienst. Weil ich wusste, dass es das perfekte Studiengebiet für dich ist. Und das Jobangebot schickten wir dir, weil du die Beste warst, die Jahrgangsbeste. Außerdem weiß ich, dass du diesen Job mit all deiner Leidenschaft ausüben würdest, dass dir jedes Projekt wichtig wäre. Ich will auch ganz einfach jemanden, der nicht nur zu uns passt, sondern dem ich auch vertrauen kann. Und wem könnte ich mehr vertrauen als dir, Kagome.“
Wieder sahen sie einander in die Augen, schlug ihr Herz schneller. Ihre Wangen fühlten sich wärmer an.
Doch dann lächelte sie, ging einen Schritt zurück.
„Na gut, ich werde den Vertrag unterschreiben, InuYasha.“ Hätte er in dieser Gestalt seine Ohren, würden sie jetzt zucken. „Ich werde bei euch arbeiten. Aber... Ich möchte, dass wir einen professionellen Umgang haben, InuYasha. Ich möchte nicht anders behandelt werden, sondern so, wie jeder andere Angestellte auch.“

Ebenso nervös war Kagome auch, als sie an dem darauf folgenden Montag ihren Job begann.
Noch am selben Tag, an dem InuYasha sie nach Hause zurück brachte, unterschrieb sie den Vertrag gleich und gab ihn ihm mit. Seitdem sah und hörte sie auch nichts mehr von ihm.
Gleich als sie das Gebäude betrat, kam ihr wieder Anzu Nakamura entgegen, die breit lächelte. Als wüsste sie nun irgendwas oder würde sich über irgendetwas freuen.
„Die ist für Sie, Higurashi.“ Sie hielt ihr eine kleine Karte hin, bei der es sich, augenscheinlich, jedoch nur um eine einfache, weiße Plastikkarte zu handeln schien. Von der Größe einer Kreditkarte, die an einem Schlüsselband hing, die sich Kagome auch gleich um den Hals hängte. „Ihre Zugangskarte. Damit können Sie alle gesicherten Bereiche der Firma betreten.“
//Alle?//
Das klang für sie nicht wirklich nach einer normalen Angestellten, wie jede andere auch.
„Ich bringe Sie erst mal zu den Chefs.“ Kagome nickte einfach nur und folgte ihr zu einem der Fahrstühle, in dem Anzu ihre eigene Karte auch gleich an eine Schaltfläche hielt.
In diesem Moment änderte sich die Beleuchtung innerhalb des Fahrstuhls zu einem warmen Apricot und eine freundliche, männliche Stimme, begrüßte die junge Frau.
´´Ohayō, Anzu.``
Kagome zeigte sich kurz irritiert über die freundlich klingende Computerstimme.
´´Wohin möchtest du?``
„Wir wollen zur Chefebene, negai.“
´´Wir?`` hakte die freundliche Stimme nach.
„Zieh auch ruhig deinen Dienstausweis durch.“ wechselte Anzu sofort in die direkte Ansprache, jetzt, wo sie unter sich waren und lächelte. Kagome nickte, hielt ihre Karte ebenfalls vor die Schaltfläche. Und sofort wechselte die Beleuchtung zu einem angenehmen, beruhigenden Grün.
´´Ohayō, Kagome. Schön, dass du jetzt bei uns arbeitest. Ich freue mich darauf, dich kennen zu lernen.``
Der Aufzug setzte sich in Bewegung und Kagome sah irritiert zu der jungen Frau neben sich.
„Das ist unsere hauseigene KI.“ klärte Anzu ihre neue Kollegin auf. „Anhand unserer Ausweise weiß das Programm immer, um wen es sich gerade handelt. Mit der Zeit lernt es immer mehr über den jeweiligen Angestellten. Dies dient der Optimierung des Arbeitsumfeldes.“
Kagome nickte einfach nur.
//Das hätte InuYasha mir ja auch mal sagen können//
Für die neueste Angestellte war es immer noch unwirklich, den Han'yō in ihrer Zeit zu wissen, dass er nun genauso selbstverständlich in dieser Zeit lebte und all diese Technik kannte, damit lebte und umzugehen wusste. Niemand musste ihm noch etwas erklären.
Mit einem kurzen 'Ping' hielt der Aufzug in einer sanften, statt ruckeligen Bewegung und die Tür öffnete sich geräuschlos.
Kagome folgte der jungen Frau mit den hellbraunen Haaren und ertappte sich dabei immer wieder, sie mit der Taijiya zu vergleichen, sie in ihrer Nachfahrin wieder zu erkennen.
Am Ende des langen Flurs klopfte die junge Frau an eine Tür aus dunklem, braunem und edel aussehendem Holz.
´´Herein.``

Dieses Wort klang deshalb so kühl, weil es von der kühlsten Person kam, die Kagome wohl jemals in ihrem Leben kennen lernte.
Und sein Büro spiegelte dies wieder.
Der Boden war ebenfalls aus dunklem, edel aussehendem Holz. Die Wände waren in kühlem Weiß gestrichen, glatt verputzt. Die Decke bildete mit einem warmen Cremeton nur einen kleinen Gegenpol. Deckenspots waren in diese eingelassen. Die zwei großen Fenster, durch die man über ganz Tōkyō hätte sehen können, waren mit weißen, lediglich lichtdurchlässigen Vorhängen verhangen. In den jeweiligen Ecken hingen noch dunkle, rote Vorhänge, die man über die weißen drüber ziehen konnte.
Hinter seinem großen, massiven Schreibtisch aus Holz, in einer Aussparung in der Wand, die vollkommen mit dunklem und edel aussehendem Holz ausgekleidet war, hing ein großes, rechteckiges Bild. Darauf das Bild einer alten, japanischen und großen Schlossanlage, umgeben von dichtem und grünem Wald.
Beleuchtet wurde das Bild durch die kleinen Spots, die über diesem in das Holz eingelassen waren.
Jeweils rechts und links des Bildes standen zwei Regale, in die Wand eingefasst, hauptsächlich mit Büchern gefüllt. Vor seinem Schreibtisch standen zwei schwarze Bürostühle.
Direkt wenn man das großzügige Büro betrat und in einiger Entfernung zum Schreibtisch, standen, auf einem quadratischen, cremefarbenen Teppich mit dunklem Rand, ein quadratischer Glastisch, darauf zwei kleine weiße Vasen, in einer davon standen Blumen, und zwei schwarze Ledersofas.
Eines seiner Bürotür zugewandt, das andere seinem Schreibtisch. In der Ecke zwischen den Sofas stand, auf einem kleinen Beistelltisch, eine Tischlampe. Über dem Glastisch hingen vier einzelne, quadratische, weiße Papierlampen.
Direkt neben der Bürotür, hüfthoch, stand ein Sideboard aus dunklem Holz, darauf der einzige, wirkliche Farbtupfer – eine grüne Topfpflanze.
Alles wirkte kühl, aufgeräumt, ruhig und geordnet.

Sesshōmaru saß hinter seinem Schreibtisch, sah sie kühl an. Wie sie ihn kannte.
Er trug einen weißen Anzug, unter dem Jackett eine schwarze Weste und ein weißes Hemd. Um seinen Hals trug er eine rote Krawatte, auf der sie aber das weiße Muster erkannte, das sie damals auf seinem Haori sah. Tenseiga trug er als Krawattenadel an dieser.
Zu der weißen Anzughose trug er schwarze Schuhe.
Die markanten Zeichnungen in seinem Gesicht fehlten. Stattdessen trug er eine rahmenlose, dünne Brille, vor seinen dunklen, bernsteingrauen Augen. Seine langen...schwarzen Haare waren im Nacken zusammengebunden.

Neben Sesshōmaru, der sich hinter seinem Schreibtisch erhob, saß InuYasha auf einem der Bürostühle. Er trug ein weißes Hemd, seine rote Krawatte nur locker, und eine rote Weste, mit dazu passender, roter Hose und schwarze Schuhe. Die Ärmel seines Hemdes waren bis zu seinen Ellenbogen hochgekrempelt.
Doch besonders fiel der jungen Frau die etwas älter wirkende Frau im Raum auf, die dennoch ein scheinbar zeitloses Aussehen und einen hellen Teint hatte. Sie trug ein fernblaues, figurbetontes Kostüm mit knielangem Rock. Darunter eine violette Weste und eine weiße Bluse. Um ihren Hals trug sie eine Perlenkette mit einer goldenen Fassung als Anhänger, in der ein dunkler Stein schimmerte.
Sie strahlte eine kühle Eleganz aus, bewegte sich langsam. Kagome fühlte sich von ihr beobachtet. Ihre schwarzen Haare waren seitlich, bis auf ihre langen, seitlichen Strähnen, ordentlich nach hinten geflochten. Wo sie zu einem ordentlich und streng zusammen geflochtenen Undone-Zopf, zusammen gefasst waren, der ihr bis zum Rücken reichte.
„Das ist sie also.“ Kagome horchte auf, ihre Sinne waren sofort wachsam und ihr Körper spannte sich an. Ihre Stimme war so ruhig, hoch, aber fein, kühl und präzise wie ein Skalpell, genau wie ihr Blick, mit dem sie die Schwarzhaarige ansah und dann ein leichtes, aber kaltes Lächeln sich auf ihren Lippen bildete. „Diese besondere Frau.“ Über ihre Schulter sah sie zu InuYasha, lächelte kühl, aber amüsiert.
Mit verschränkten Armen signalisierte er ihr über seinen Blick, dass er wenig angetan von ihrer Wortwahl war.
„Du hattest recht. Sie wird eine Bereicherung für unser Unternehmen sein. Hübsch...“ Sie musterte Kagome genau, was sich für diese unangenehm anfühlte. „...und sehr intelligent. Ich kenne ja ihre Leistungen.“ wieder lächelte sie kühl und sah Kagome mit einem Blick an, von dem sich diese seziert fühlte.
„Himiko!“ knurrte der Han'yō, trotz seiner menschlichen Gestalt.
Ein Blick des Älteren reichte, um den Jüngeren kurz zurecht zu weisen.
„Du weißt, was deine Aufgaben bei uns wären?“ An Sesshōmaru's Blick änderte sich auch in 500 Jahren nichts, wie Kagome feststellte. Was sie mit einem kleinen Lächeln quittierte, von dem sich der hochgewachsene Mann vor ihr unbeeindruckt zeigte.
„Euer Unternehmen unterhält eine Stiftung. Sie beschäftigt sich auch mit Geschichtsforschung und Archäologie. Unter anderem sollen archäologische Funde vor Menschen, die sie zerstören wollen, gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Entweder in, von euch, gestifteten Museen auf der ganzen Welt, oder als Leihgaben dieser. Und in diesem Bereich wollt ihr mich einsetzen. Weil ihr wichtige Positionen dieser Art, mit vertrauten Personen besetzt. Langfristig soll ich InuYasha die Arbeit in diesem Bereich abnehmen, weil er damit überfordert ist. Zusätzlich, zu seiner normalen Arbeit.“ lautete ihre Antwort, die Sesshōmaru zufrieden zu stellen schien.
„Hier.“ wortkarg wie immer, gab er ihr ein Notebook, ein Tablet, ein Smartphone und einen Autoschlüssel – alles in silberner Farbe. „Dies benutzt du nur zu dienstlichen Zwecken. Darauf findest du auch dein erstes Projekt, mit dem du heute anfängst.“ Kagome nickte einfach, folgte seinem Blick zu InuYasha.
Der sich daraufhin erhob und auf sie zukam.
„InuYasha bringt dich zu deinem Büro.“ Damit war die Unterhaltung für ihn beendet und der Jüngere schob die zwei jungen Frauen aus dem Büro des Älteren.
Wobei sie wieder durch das Vorzimmer dessen persönlichen Assistenten kamen. Und auch, wenn er menschlich aussah, könnte Kagome in diesem kurzen Moment, den er an ihr vorbei, zu seinem Schreibtisch ging, schwören, Jaken in ihm wieder zu erkennen....

„Ich dachte, ich wäre wie jede andere Angestellte auch?“ fragte sie den Han'yō, während sie mit Anzu im Aufzug zu der Etage fuhren, auf der ihr Büro lag.
„Bist du doch.“
„Und warum berechtigt mich mein Ausweis zu allen gesicherten Bereichen? Das klingt für mich nicht unbedingt nach einer normalen Angestellten.“
„Du bist hier keine Empfangsdame, Kagome. Deine Zugangsberechtigungen entsprechen dem normalen Standard der Ebene, auf der du arbeitest. Deine Position befindet sich nicht auf der Führungsebene, die aus Sesshōmaru, mir und seiner Mutter besteht, aber du steigst in leitender Position ein.“
„Das war also...seine Mutter?“ Kagome sah ihn überrascht an. Doch in diesem Moment hielt der Aufzug.
Wir drei sind die Direktoren der Firma. Sie leitet auch unsere Stiftung.“ erklärte er ihr kurz.
Die Drei stiegen aus und gingen auf eine Tür zu, hinter der sich Kagome's Büro befand.
„Du kannst es natürlich noch so gestalten und einrichten wie du willst.“
Es war ein rechteckiger Raum, in dem man sich recht gut bewegen konnte. Der Boden war mit hellem Holz ausgelegt. Die Wände in einem recht neutralen Cremeton gestrichen und ebenfalls Spots in der Decke eingebaut. Neben ihrem Schreibtisch aus hellem Holz, hinter dem ein Bürostuhl mit grüner Sitzfläche stand, boten ihr zwei große, deckenhohe und bodentiefe Fenster, vor denen durchsichtige, weiße und dünne Vorhänge hingen, einen tollen Ausblick über Tōkyō.
Hinter und neben ihrem Schreibtisch standen hüfthohe Schränke aus edel aussehendem Holz, in die sie Akten, Ordner und andere Sachen stellen konnte.
„Als Angestellte, ebenfalls in leitenden Positionen, liegen Ayame's, Anzu's und Kōga's Büros, auf demselben Flur, wenn du Fragen hast.“
Kagome nickte einfach nur.
„Du hattest einen Führerschein.“ stellte InuYasha noch einmal fest.
Sie nahm einfach an, dass er davon wusste, weil auch das etwas war, das sie von dem Geld des Stipendiums bezahlen konnte.
„Und noch was.“
Sie sah sich fragend zu ihm um, als er in ihrer Tür stehen blieb.
„Mein offizieller Name ist Yasha Taishō.“

Mit einem silbernen Toyota Mirai, ihrem Dienstwagen, den sie gestellt bekam und auch privat nutzen durfte, fuhr sie zum Ort ihres ersten Projektes.
Um festzustellen, dass der Grabungsort nicht weit vom Schrein ihrer Familie entfernt war, zumindest noch im selben Viertel. Hier befand sich ein neues Bauprojekt, vor dessen Errichtung zunächst die obligatorischen Grabungen stattfinden mussten. Die sie nun beaufsichtigen und leiten sollte.
Kriegsmunition fand man nicht. Dafür wurden aber Mauern vermutet, die mit der Zeit im Erdreich versanken.
Von hier aus sah sie in der Ferne, wie sich ihr Familienschrein im Bezirk erhob.

An der Stelle, an der sie auch etwas vermuteten, schlug das Bodenradar auch gleich an. Sodass Kagome die umstehenden Personen auch gleich zur Ausgrabung anleitete, in die sie sich auch selbst einbrachte.
War es doch einfach nicht ihre Natur, solche Dinge ihres Berufes und Jobs, den sie nun hatte, einfach nur zu beaufsichtigen und Anweisungen von sich zu geben. Nein, sie wollte daran teilhaben, mitmachen, alles selbst entdecken. Zumal sie auch nicht das Gefühl hatte, als Berufsanfängerin an ihrem ersten Tag, wenn sie auch in leitender Position begann, gleich als Chefin fungieren zu können.
Ihre Kollegen sollten sehen, dass sie sich genauso in die Arbeit einbrachte, wie sie.
Und das blieb bei diesen auch nicht unbemerkt.
Ohne, dass sie es wirklich mitbekam, sahen ihre Kollegen ihr sowohl aufmerksam, als auch interessiert bei der Arbeit zu.

Mit der sie auch recht schnell voran kamen. Sodass schon am Abend, als sich das Orange des Sonnenuntergangs langsam über Tōkyō legte, so viel Erde abgetragen war, dass die ersten Mauern zu sehen waren und man auch schon einen Grundriss erahnen konnte.
Kagome machte einige Fotos davon, ehe sie die heutige Arbeit für beendet erklärte und die Arbeiter in den Feierabend verabschiedete.
„Ich danke euch allen für die tolle Arbeit, die jeder von euch heute leistete.“ dankend verbeugte sie sich, was die Arbeiter erwiderten, ehe sie den Ausgrabungsort und baldige Baustelle verließen.
Kagome packte noch ihre Sachen zusammen und verstaute sie in ihrem gelben Rucksack, den sie immer noch besaß. Sie legte ihn auf den Beifahrersitz und fuhr mit ihrem Dienstwagen zurück zu ihrem neuen Arbeitsplatz.

Dort sah InuYasha, durch ihre lediglich angelehnte Bürotür, dass noch Licht in diesem brannte, als er auf der Etage vorbei sah. Auf der es ziemlich ruhig zuging, waren die meisten Angestellten seines Unternehmens doch schon zu Hause.
Draußen legte sich bereits die Dunkelheit über die Global City.
„Kagome?“ Ohne zu fragen, trat er in ihr Büro ein, wo er sie am Schreibtisch vorfand, an ihrem Notebook, welches sie zu Dienstzwecken bekam.
„Hm?“ fragte sie, ohne vom Bildschirm aufzusehen.
„Was machst du noch hier?“
„Ich werte gerade die Fotos aus.“ Er ging auf ihren Schreibtisch zu, um diesen herum, stellte sich neben sie. „Wir kamen heute wirklich gut voran. Konnten sogar die ersten Mauerreste ausgraben. Man kann sogar den Grundriss erahnen.“ Die junge Frau lächelte breit und sichtlich stolz, auf die Arbeit, die sie schon an ihrem ersten Arbeitstag, bei ihrem ersten Projekt, schaffte.
Sie sah nicht, dass das stolze Lächeln InuYasha's, aus dessen Gesicht schwand, als er auf die Fotos sah.
„Er erweiterte das Haus, als die Mädchen größer wurden.“ Kagome sah fragend zu dem Han'yō, der an ihr vorbei auf den Bildschirm ihres Notebooks sah. Auf die Bilder der Ausgrabungsstelle. Auf die sie nun auch sah. „Und das Zimmer baute er an, als der Kleine älter wurde.“
Sie folgte seinem Blick auf einen weiteren, kleinen Anbau.
„InuYasha?“ Ihr Blick wirkte zugleich fragend und bedrückt. Er sah in ihren Augen eine Frage, deren Antwort sie schon ahnte und eigentlich gar nicht wissen wollte.
„Ich...half ihnen noch bei den Anbauten, als die Kinder größer wurden.“ Sein Pony legte einen Schatten über seine Augen. Seine Stimme klang schwer und brüchig.
„Ist das...“ Sie sah wieder auf den Bildschirm, auf die Bilder. „Fanden wir...wirklich...“ Ihre Unterlippe zitterte, sie spürte die Tränen, die in ihr aufstiegen.
„Kagome...“ Es war nicht seine Absicht, sie, gleich an ihrem ersten Tag, traurig zu machen. „Sie hatten ein langes, gutes und glückliches Leben.“ versicherte er ihr und legte dabei seine Hand auf ihre.
Sie sah zu ihm, sodass sich ihre Blicke trafen.
„Aber ich....kann sie nie wieder sehen. Nie wieder mit ihnen reden. Ich...grabe nur gerade ihr Leben aus.“
„In dem sie dich, über all die Jahrzehnte, die ich mit ihnen verbringen durfte, nie auch nur einen Tag vergaßen.“
Sie lehnte sich an ihn.
„Über die ganze Zeit, die ich zu euch kam, in der wir zusammen reisten, war es so...selbstverständlich und der Weg so kurz für mich, zu euch zu kommen. Und jetzt...trennen uns 500 Jahre.“ Er legte seine Arme sanft um sie, drückte sie vorsichtig etwas fester an seine Brust, an die sie ihre Stirn lehnte. „Von denen sie nicht einmal einen Bruchteil erlebten. Wir...hatten keinerlei Chance....uns zu verabschieden oder sogar...wiedersehen zu können.“
„Es tut mir leid, Kagome.“ Er legte seinen Kopf auf ihren. „Ich wusste nicht, dass es sich bei deinem ersten Projekt, um dieses handelte.“ Er wusste, dass es eine Ausgrabung in der Nähe des Schreins anstand und vermutete bereits im Vorfeld, dass sie dabei etwas aus Kaede's ehemaligem Dorf finden würden. Aber er hatte nicht mehr auf dem Schirm, dass es dieses Projekt war.
„I-Ist schon gut, InuYasha.“ Sie schluchzte noch einmal, wischte sich die Tränen aus den Augen, versuchte wenigstens zu lächeln. „Ich wusste es ja immer, dass sie... Dass wir uns nie wieder sehen werden können. Sie waren...nun einmal Menschen. Das war mir immer klar. Ich...wollte mich nur nicht damit beschäftigen. Aber es ist ein recht tröstlicher Gedanke, wenn du mir sagst, dass sie glücklich waren. Dass sie lange lebten und es ihnen anscheinend gut ging.“
InuYasha nickte ihr bestätigend zu.
„Wenn du willst, geben wir dir ein anderes Pro-“
„Nein.“ Kagome schüttelte mit dem Kopf. „Ich möchte das beenden, InuYasha. Gerade, weil es sich dabei um Sango-chan und Miroku-sama handelt. Ich kann zumindest einen kleinen Einblick in ihr Leben gewinnen. Dann fällt es mir auch leichter....es zu verarbeiten und damit abzuschließen.“
Ihr Lächeln stimmte ihn ein wenig froh. Zu sehen, dass es ihr schon besser zu gehen schien.
„Möchtest du sie besuchen?“
Fragend, aber auch überrascht und sichtlich irritiert, sah Kagome den menschlich erscheinenden Han'yō an...




Das war ja ein emotional sehr durchmischter Tag für Kagome. Aber vielleicht gelingt es ihr ja so auch, besser mit der Vergangenheit abzuschließen? Wenn sie nächste Woche die letzte Ruhestätte ihrer alten Freunde besucht. InuYasha ihr aber auch erzählen wird, wie es für ihn war, ihr Leben mitzuerleben...

Bis nächste Woche zum lesen ^.<
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