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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18 / Het
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
05.03.2021
40
162.323
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27.11.2020 3.695
 
25.Kapitel: Die Ruhe in Karuizawa – Teil II





Als Kagome am nächsten Morgen durch die Sommersonne wach wurde, die durch die offenstehenden Shōji ins Zimmer fiel, war die Bettseite neben ihr bereits leer. Sie gähnte kurz, streckte und fragte sich, wohin der Han'yō sein konnte. Denn im ganzen Haus war nichts von ihm zu sehen, als sie nach ihm suchte.

„InuYasha?!“ rief sie nach ihm und blieb auf dem Engawa stehen, der zum See hin ausgerichtet war, dessen Oberfläche friedlich im Licht der Morgensonne glitzerte. Sie hörte das leise Geräusch des Wassers, das sich in der leichten Morgenbrise bewegte. Die auch durch die Blätter der umstehenden Bäume wehte. Diese leise zum Rauschen brachte.
Sie schloss kurz ihre Augen, genoss es, die Brise auf ihren Wangen zu spüren.
´´Du hast nach mir gerufen?`` Sie erschrak, als er plötzlich hinter ihr auftauchte.
„Man, InuYasha, erschreck mi-“ Als sie sich zu ihm umdrehte stoppte sie in ihrem Satz und sie sah ihn überrascht an. „InuYasha, du...“ Seine Ohren zuckten kurz, als der leichte Wind sie streifte und durch seine langen silbernen Haare wehte. Das helle Licht der Sonne, brachte seine goldenen Augen ein wenig zum Funkeln. Als er grinste, war einer seiner Reißzähne zu sehen. In seinen Händen, an der sie seine langen Krallen sah, hielt er einige Fische, die er wohl aus dem Wald mitbrachte.
Er trug nur seine rote Hose.
„InuYasha, du...du kannst doch nicht... Was ist mit den Menschen, die hier leben? Wenn sie dich-“
„Reg dich ab.“ unterbrach er sie und legte das Bündel an Fischen hin, die er bei sich hatte. „Ich hab Tessaiga ja dabei. Und mit meinen Sinnen nehme ich es früh wahr, wenn sich Menschen in meiner Nähe befinden. Ich mach das immer so, wenn ich hier bin. Ein paar Tage im Jahr brauch ich das. Um mich noch selbst spüren zu können.“
Kagome nickte einfach nur. „Dann nehme ich an, die sind unser-“
„Frühstück, hai. Du nimmst richtig an.“ Kagome lächelte nur, als er sich im Agura-Sitz auf dem Engawa vor ihr niederließ und die Bänder zerriss, die die Fische zusammenhielten...

Welche sie anschließend auf Holzstäbe spießten und an dem Feuer brieten, das InuYasha auf der Feuerstelle entzündete. Während Kagome in der alten Küche den Reis vorbereitete und Tee kochte.
Ehe sie zu ihm ins Zimmer kam und sich neben ihn setzte.
„Es kommt einem fast wie damals vor.“ meinte sie, während sie ein Stück ihres Fisches mit ihren Stäbchen festhielt, der vor ihr auf einer langen rechteckigen Tonschale, dem Yakimono-zara, lag.
„So wollte ich es ja auch haben.“ Natürlich verzichtete er auf die Stäbchen, nahm sich gleich den ganzen Holzspieß und aß den Fisch gleich so. „Waff if?“ nuschelte er mit vollem Mund, als er bemerkte, dass sie ihn dabei lächelnd ansah.
Doch sie schüttelte nur mit dem Kopf. „Nichts.“ fragend sah er sie an, hob eine Augenbraue. „Das erinnert mich nur so sehr an damals.“ Sie pustete noch einmal kurz, ehe sie sich das gebratene Stück Fisch zum Mund führte, um es dann gleich wieder von diesem zu entfernen. „Au, heiß.“ kurz zuckte sie zusammen, pustete dann noch einige Male. „Das ist unfair. Du stopfst dich einfach voll und ich verbrenn mich gleich.“
„Weil du nie dran denkst, dass mein Körper anders ist, Dummkopf.“ Er kam ihr nah, legte seine Finger an ihr Kinn, drehte ihr Gesicht zu seinem und sah sich ihre Lippen an. Wollte nachsehen, ob es mehr war, als sich nur kurz zu verbrennen.
Wobei den beiden recht schnell auffiel, wie nah sie sich waren.
Gold und braun blieben aneinander hängen.
Er realisierte, wie nah er ihren Lippen mit seinen war. Und spürte, wie sein Herz schneller schlug. Ihr Geruch, den er nun nur umso intensiver wahrnahm, ihn anzog. Ihn geradezu anlockte.
„Kagome...“
//Inu...Yasha...//

Sie spürte die Wärme auf ihren Wangen, die eindeutig nicht vom Feuer vor ihr kam. Und auch ihr Herz schien schneller zu schlagen. Ihre Augenlider senkten sich auch schon leicht, als sich seine Lippen ihr näherten.
Als etwas in ihrem Körper sie plötzlich durchzuckte und ihn Abwehrsignale aussenden ließ. Sie zog sich ein Stück zurück, zog ihre Arme an ihre Brust und verschränkte sie vor dieser.
Irritiert von ihrer Reaktion, brachte der Han'yō wieder etwas Abstand zwischen sie.
„Was ist los, Kagome?“ Ihre defensive Körperhaltung, die zudem sehr angespannt wirkte, entging ihm nicht. Und auch, wenn sie es vielleicht in diesem Moment nicht bemerkte, so fiel ihm doch ihre leicht beschleunigte und stoßweise Atmung auf. „Alles in Ordnung?“ fragte er ruhig und sanft, aber auch besorgt.
„Hai. Wieso auch nicht?“ versuchte sie zu überspielen, das sie eben diesen wunderbaren Moment zwischen ihnen zerstörte. Wegen einer plötzlichen körperlichen Reaktion, die sie nicht verstand und nicht einordnen konnte. „Es geht mir gut.“ Allein schon, weil sie seinem Blick auswich und wieder nach ihrem Frühstück griff, das nun abgekühlt genug war, dass sie es essen konnte, glaubte er ihr nicht...

„Kommst du mit schwimmen?“ fragte sie ihn, als sie, mit einem langen Handtuch um ihren Körper geschlungen, vor ihm stand. Während er auf den Tatami des offen stehenden Raumes lag, die Arme hinter seinem Kopf verschränkt und sich einfach entspannen wollte.
„Vielleicht später.“ War er doch nicht unbedingt eine Wasserratte. Anders als Kagome, die schon in den ersten Tagen, in einer ihr fremden Zeit, damals einfach ihre Bahnen durch den Fluss zog, der sich in der Nähe des Dorfes befand. „Willst du das jetzt jeden Tag machen?“
„Warum nicht? Wenn ich die Chance schon mal hab, kann ich sie auch nutzen.“ Dass sie wieder über ihr ganzes Gesicht lächelte, beruhigte ihn zwar ein wenig. Aber dennoch konnte er nicht aufhören an die Situation am Morgen zu denken. So eine Reaktion war nicht typisch für sie. Nicht auf ihn. Das machte ihm Sorgen.
Ihr schien es doch bereits besser zu gehen. Ihre Augen sahen ihn genauso an, wie vorher. Die Ausstellung zu organisieren, schien kein Problem für sie zu sein. Und hier sollte sie sich endlich mal entspannen und Abstand von allem gewinnen.
Sie sollte zur Ruhe kommen können...

„Hey, Kagome.“ Er hockte sich vor sie, als sie sich, auf dem Engawa liegend, an einen der Holzpfosten lehnte und ihre Haare und ihren Körper, an dem sie nur ein leichtes Sommerkleid trug, von der angenehm warmen Sommerluft trocknen lies. Währenddessen las sie ein Buch.
„Hm?“ Sie sah kurz zu ihm auf.
„Du meintest doch gestern, du würdest gerne etwas unternehmen. Dachtest du dabei an etwas Besonderes?“
Dass sie mit dem Kopf schüttelte irritierte ihn. „Nein, InuYasha, du hattest recht.“ Das dünne Tuch, das um ihre Schultern lag, zog sie intuitiv enger um diese. „Es ist doch auch hier wirklich schön. Und du hast dir die Ruhe hier verdient. Ich will dir wirklich nichts aufdrängen, was du nicht willst.“
„Geht es dir auch wirklich gut?“
„Natürlich. Wieso sollte es das auch nicht? Es reicht mir vollkommen, hier meine Zeit mit dir zu verbringen.“ Sie lächelte, tiefe Gefühle für ihn, erkannte er in ihren Augen. Sie legte ihre Hand auf seine.
„Wenn du etwas möchtest, oder etwas brauchst, musst es mir nur sagen, Kagome.“ Sie nickte.
„Ich weiß.“
„Hast du vielleicht Hunger?“
„So langsam könnte ich etwas vertragen, hai.“ Sie nickte. „Willst du wieder jagen gehen?“ Sie lächelte amüsiert, ein leichtes Rot legte sich auf seine Wangen.
„Ich kann auch normal einkaufen.“ Wieder schüttelte sie mit dem Kopf.
„Das entspricht nun wirklich nicht deiner Natur. Du hast dieses Haus hier, damit du, du selbst sein kannst. Also geh ruhig. Ich warte hier. Ich lauf dir schon nicht weg.“
InuYasha nickte nur und drehte sich noch einmal zu ihr um, nachdem er sich einige Meter von ihr entfernte, ehe er im Wald verschwand.
Kagome sah ihm nach und ihr Lächeln schwand, sobald er aus ihrem Sichtfeld war. Sie atmete einmal tief durch.
Dann zog sie ihre Knie an und legte ihre Arme um diese und ihr Kinn darauf. Es war nicht so, dass sie nichts unternehmen wollte. Es freute sie sogar, dass er auf sie eingehen und mit ihr etwas unternehmen wollte. Aber irgendwie....fühlte sie sich auf einmal nicht mehr ganz wohl dabei. Bei der Vorstellung, sich unter viele Menschen zu begeben.
Sie hoffte nur, InuYasha würde nichts mitbekommen...

Es war ruhig zwischen ihnen, als sie etwas von dem Fleisch des Hirsches aßen, den InuYasha mitbrachte und in der Küche auseinandernahm. Kagome wollte ihm dabei helfen, doch er wollte es lieber alleine machen.
//Typisch Mann//
„InuYasha?“
„Hm?“ Sie lächelte amüsiert, als er einfach in die große Hirschkeule biss, die er mit einer Hand festhielt.
„Wann stellst du mir eigentlich mal Dai Takahashi vor?“ fragend sah er sie an, unterbrach sein Schlemmen und verschluckte sich fast.
„Woher...“
„Du stelltest dich Hōjō-kun mit dem Namen vor und er fragte mich nach dir, während ich für eine meiner Untersuchungen bei ihm war.“
„Jeder von uns verfügt noch über einen Satz Alternatividentitäten. Für den Fall, dass alles auffliegt. Falls wir uns mal unauffällig irgendwo bewegen wollen oder müssen. Ich benutzte den Namen auch in Mexiko, als ich bei dir im Krankenhaus war.“
Kurz legte sich eine unangenehme Ruhe über sie. Lediglich das Knistern des Feuers war zu hören.
„Wenn es dir nicht gut geht, Kagome, dann sag mir das.“ durchbrach er die Stille plötzlich. Fragend sah sie zu ihm.
„Aber es geht mir gut, InuYasha.“ versuchte sie, ihn zu überzeugen.
„Warum bist du dann zurückgewichen?“ Sie fühlte sich ertappt. „Warum bedeckst du intuitiv deine Schultern, wenn ich dir näher komme? Und warum willst du dann plötzlich nichts mehr unternehmen?“
Kagome seufzte, stellte ihr Essen hin. „Ich hatte gehofft, du würdest es nicht merken.“
„Ich bin nur ein Idiot, nicht blind.“
„Du bist doch kein Idiot.“ Sie lehnte sich an ihn. „Ich bin der Dummkopf, der dachte, es vor dir verbergen zu können.“ Sie schmiegte sich noch etwas enger an ihn. „Ich weiß auch nicht, wieso....diese Gefühle plötzlich wieder da sind.“
„Was für Gefühle?“
„Diese plötzliche Angst...“ So konnte sie es wohl am ehesten bezeichnen, wie sich dieses Gefühl anfühlte. „...wenn mir jemand nahe kommt. Und bei der Vorstellung, mich wieder unter viele Menschen zu begeben.“
„Du bist ein Dummkopf.“ Er legte seinen Kopf auf ihren. „Warum sagst du mir nicht, wenn es noch zu früh für dich, irgendwo hin zu fahren?“
„Weil es das nicht ist. Der Gedanke, mit dir weg zu fahren, der war schön. Die Vorstellung davon. Und hier ist es doch wirklich schön. Ich liebe diesen Ort.“
//Kagome...//
„Es ist fast alles...wie damals. Es geht mir hier wirklich gut, glaub mir.“
„Trotzdem ist irgendwas nicht in Ordnung. Dabei solltest du hier zur Ruhe kommen.“ Sie hörte an seiner Stimme, dass er schon wieder anfing wütend zu werden.
„Vielleicht liegt es auch daran.“ äußerte sie ihre Vermutung laut. „In Tōkyō half ich Mama mit dem Schrein. Ging mit meinen Freundinnen in die Stadt. War mit der Ausstellung beschäftigt. Und zu Hōjō-kun's Hochzeit eingeladen. Ich lenkte mich ab. Hier...sind nur wir Zwei. Es ist ruhig. Und alles, wovon ich mich ablenkte und es versuchte zu verdrängen, hat jetzt Zeit und Raum, wieder an die Oberfläche zu kommen.“
Sie hörte sein tiefes Knurren neben sich.
„Ich wollte, dass es dir hier besser geht.“ Er war wütend auf sich selbst, das sah sie ihm auch an.
„Aber das tut es doch. Es geht mir hier wirklich gut. Hier mit dir zu sein, in dieser Ruhe, macht mich glücklich, InuYasha.“ Sie legte ihre Hände um seinen Oberarm, vergrub ihr Gesicht in den Ärmeln seines Suikan. „Ich hab das wirklich vermisst. Mit dir in so einem Haus zu sitzen, in einer solchen Ruhe und...das Feuerrattenfell wieder zu fühlen.“ Mit ihren Fingerkuppen fuhr sie über den roten Stoff. „Wenn es dich beruhigt, der Ausflug ist sowohl mit Hōjō-kun als auch mit meinem Psychologen abgesprochen. Beide meinten, wenn ich mich dazu in der Lage fühle und keine Probleme sehe, geht es in Ordnung. Gerade, weil es außerhalb Tōkyōs ist und mir Ruhe guttun würde. Aber sie wissen nicht, wo wir sind. Ich sagte ihnen nur, dass wir wegfahren. Niemand weiß, wo wir sind. Nur wir Zwei.“ Sie lächelte ihn an und er sah dieses Funkeln in ihren Augen, das ihm bei ihr so wichtig war.
„Brauchst du noch etwas Zeit?“
„Vielleicht noch ein paar Tage. Aber dann fände ich es wirklich toll, wenn wir etwas unternehmen könnten.“
InuYasha nickte nur und blieb sitzen, damit sie sich weiter an ihn lehnen konnte...

Es entwickelte sich die nächsten Tage zu ihrer Routine, dass Kagome morgens schwimmen ging und InuYasha ihnen nachmittags etwas zu essen aus dem Wald holte. Er kannte sogar noch einige Rezepte, die ihm Kaede damals extra aufschrieb. Wenige Monate, bevor sie starb.
Auch InuYasha ging immer mal wieder im See schwimmen, der vor seinem Haus lag. Kagome las dann meistens oder machte Tee. Als sie ein paar Blumen fand, die auf dem Gelände wuchsen, pflückte sie auch mal einige davon, um Blumensträuße im Haus aufzustellen oder Kränze daraus zu flechten. Hin und wieder schlug InuYasha ein paar Holzscheite, damit sie abends heiß baden konnten. Entweder kochte Kagome in dieser Zeit ihr Essen, oder sie kochten zusammen.
Sie verbrachten einfach ein paar ruhige Tage zusammen. In denen sie allen Stress aus Tōkyō, einfach von sich abfallen ließen…

„Kagome?!“ Nach seiner Rückkehr aus dem Wald, durch den er diesmal eine Weile streifte, um selber den Kopf frei zu bekommen, suchte er nach ihr.
Sie war nicht am oder im See, pflückte keine Blumen und saß auch nicht am Tisch, um etwas zu lesen.
„Kago-“ Er fand sie in der Küche.
„Da bist du ja endlich. Ich mach dir gerad Ramen.“ Das roch er. Dieser Geruch führte ihn in die Küche. Aber das war es nicht, was ihn kurz aus der Fassung brachte.
Sie trug einen Chihaya. Und dazu Tabi und Zōri.
„Was ist denn?“ Sie sah ihn fragend an. Auch etwas Sorge erkannte er in ihrem Blick.
„Kagome, du...“ Sie sah, wie seine Augen an ihr hoch und runter wanderten. „Wo hast du...“
„Den hatte ich in meinem gelben Rucksack. Als du mir sagtest, dass du wegfahren willst, wusste ich ja nicht wohin. Und als ich meine Sachen packte, fand ich ihn in meinem Kleiderschrank.“ Genauer gesagt, bewahrte sie ihre Roben extra in quadratischen Kartons auf, die sie in ihrem Kleiderschrank unterbrachte, nachdem die Brunnen sich schlossen. „Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich sie ja mitnehmen könnte.“
„Du hattest welche im Schrank?“ Sie nickte, während sie sich wieder dem Essen zuwandte.
„Hin und wieder nahm ich welche in meine Zeit mit. Zum Beispiel damals, als mich Yura in den Brunnen stieß, kurz, bevor du zu uns kamst. Oder nachdem ich mich in meiner Zeit befand, nachdem Menōmaru mich zwang dich...“ Aus zweierlei Gründen wollte sie diesen Satz nicht beenden.
Sie hasste diese Erinnerung.
Dass sie InuYasha dasselbe antat, wie Kikyō. Und bis heute wusste er auch nicht, dass sie es war, die sie damals in ihre Zeit zurückschickte, ehe der Brunnen zuwuchs. Sie würde die andere Miko vielleicht nicht unbedingt als Freundin bezeichnen. Aber sie war eine ihrer engsten Verbündeten. Sie kämpften gemeinsam gegen Naraku. Am Ende vertraute Kikyō ihr sogar den Bogen vom Berg Azusa an, dass sie Kohaku's Splitter beschützte und an ihrer Stelle, den Kampf gegen Naraku weiterführte. Und auch, wenn sie sich nicht sicher war, hatte sie zumindest die Vermutung, dass sie damals auch ihren Frieden damit schloss, dass sie, statt ihrer, schließlich an InuYasha's Seite blieb.
Der immer noch viel für sie empfand, dessen war sie sich immer sicher. Da konnte sie ihm nicht einfach sagen, dass es Kikyō war, die sie damals...
InuYasha, der sie von hinten umarmte, riss sie aus ihren Gedanken.
Er vergrub seine Nase in ihrem Haar und an ihrem Hals. An dem sie auch seinen warmen Atem spürte. Was ihr einen angenehmen Schauer über den Körper jagte und ihr Herz schneller schlagen ließ.
„Es war nicht deine Schuld, Kagome. Dieser Mistkerl entführte dich und brachte dich unter seine Kontrolle. Ich gebe dir nicht die Schuld.“ Kagome nickte einfach nur.

Das heiße und überkochende Wasser der Nudeln, durchbrach ihren innigen Moment. Als sich Kagome aus seiner Umarmung löste, um sich um das Essen zu kümmern. Was sie schließlich gemeinsam aßen.
Wobei Kagome bemerkte, dass InuYasha mit seinen Gedanken ganz wo anders zu sein schien. Sonst würde er sein Essen einfach runter schlingen.
„Ist etwas?“ fiel ihr doch auch auf, dass er immer wieder zu ihr sah.
„Warum hast du ihn angezogen?“ sprach er den Chihaya an, den sie trug.
„Das hatte eigentlich keinen bestimmten Grund.“ Sie pustete kurz, um sich nicht wieder zu verbrennen. „Als du vorhin weg warst, war ich noch mal ein bisschen schwimmen. Und als ich oben war, um mir was zum anziehen aus meiner Tasche zu holen, sah ich, dass ich ihn ja eingepackt hatte. Da wir uns in diesem tollen Haus aufhalten und du ja auch wieder deine alten Sachen trägst, dachte ich, dass ich mich halt anpasse.“ Sie zuckte nur kurz mit den Schulten. „Ist auch viel einfacher, als mir jeden Tag zu überlegen, welches meiner Outfits ich anziehen könnte. Er ist bequem. Irgendwie pass ich damit doch auch viel besser hier ins Bild, oder nicht?“
Sie wusste ja gar nicht, wie sehr sie für ihn momentan ins Bild passte...

„Was hast du da?“ fragte sie ihn und sah von ihrem Buch auf, als InuYasha mit einem über zwei Meter langen Koffer auftauchte.
„Ich dachte mir, wenn wir schon hier sind und du...noch etwas Zeit brauchst, dass der hier, dir vielleicht hilft....deine Seele etwas zu beruhigen.“ Kagome sah überrascht zu ihm, als er ihr ihren Bogen entgegenhielt. Ganz so wie damals, am Abend vor ihrer Abschlussprüfung.
„Mein Bogen.“
„Ich kann sonst nicht viel für dich tun. Also dachte ich, das hilft dir vielleicht.“
Kagome schüttelte mit dem Kopf. „Du tust schon unglaublich viel für mich, wenn du einfach nur hier bist, InuYasha.“ Er sah ihren Blick, mit dem sie den Bogen in ihren Händen ansah. Mit denen sie über dessen Holz strich. „Dass du ihn wirklich noch hast.“
„Kaede verwahrte ihn für dich. Als das Dorf größer wurde und ich zu Sesshōmaru ging, nahm ich ihn mit und bewahrte ihn dort sicher auf. Danach begleitete er mich überall hin, wo ich mich länger aufhielt. Ich hielt ihn die ganze Zeit über in Ordnung und hob ihn für dich auf. Weil ich dachte...vielleicht würdest du ihn irgendwann wiederhaben wollen.“
„Wusstest du, dass ich noch über Reiryoku verfüge?“
„Natürlich tust du das.“ Seine Arme steckten in seinen weiten roten Ärmeln. „Warum solltest du das auch nicht? Du bist eine der stärksten Mikos die ich kenne, Kagome.“ Als er ihren Namen, mit diesem sanften Tonfall aussprach, kribbelte etwas angenehm in ihr.
„Seit ich wieder zurück war und seit dem Tag, an dem ich Eri-chan und den anderen meine heiligen Pfeile zeigen musste, um ihnen die Geschichte zu beweisen, nutzte ich keinen Bogen und keine Pfeile mehr. Ich hatte keine Gründe, Bannkreise anzuwenden, oder Barrieren. Ich spürte ja auch kein einziges Yōki und dachte, ich wäre nur von Menschen umgeben.“ Bei dem Gedanken an diese Annahme musste sie kurz kichern. „Also dachte ich...ich hätte es vielleicht verloren oder keinen Zugriff mehr darauf.“ erklärte sie ihm. „Bis ich in...Guatemala war.“
InuYasha horchte auf, sah sie fragend an.
„Vielleicht war es mein...Reiryoku, das Kōga-kun letztlich zu mir führte? Kurz, bevor er und die anderen Yōkai auftauchten, um Ayumi-chan und mich zu retten, konnte ich es spüren und sammelte meine geistigen Kräfte, die ich in dem Moment noch zusammen bekam, um es kurz aufflammen zu lassen. Vielleicht spürte Kōga-kun es und wusste, wo er mich fand.“
In diesem Moment legte er seine Hände an ihre Taille und zog sie ein Stück an sich, legte seine Stirn gegen ihre. „Nächstes Mal werde ich dich begleiten, Kagome.“
Sie drückte sich kurz an ihn, sog tief den Geruch des Feuerrattenfells ein, in dem noch der Geruch des Waldes hing.
„InuYasha?“ Mit einem freudestrahlenden Blick sah sie zu ihm.
„Hai?“
„Hast du eigentlich auch Pfeile hier?“
Es dauerte nur einen kurzen Moment, bis er ihr einen ganzen Köcher mit Pfeilen aus einem der Räume des Hauses holte. Dann sah er ihr dabei zu, wie sie einen Pfeil auflegte und auf einen der Stämme der umstehenden Bäume zielte.
Als sie ihn losließ, weiteten sich ihre Augen vor Freude, als sie die kleinen rosafarbenen Sterne sah, die diesen umgaben.
„Hast du gesehen?“ freudestrahlend drehte sie sich zu ihm. „Ich kann immer noch....meine heiligen Pfeile verschießen.“
InuYasha reflektierte vor seinem inneren Auge.

Wie er und Kagome die letzten Tage hier zusammenlebten. Schwammen, kochten, aßen, schliefen, die Zeit miteinander verbrachten.
Er sah noch mal zu seinem Haus und an sich runter. Sah zu Kagome, die ihren Chihaya trug und mit ihrem Bogen übte.
Er dachte daran, wie sie hier immer auf ihn wartete, wenn er im Wald war, ihnen dort auch Essen holte. Hier, wo er so sein konnte, wie er wollte, wie er war. Was sie voll und ganz akzeptierte. Ihn nicht ändern und nicht anders haben wollte.
„InuYasha?“ Sie war überrascht, als er plötzlich hinter ihr stand. Zudem griff er nach ihren Haaren, die er zu einem hohen Ponytail band. Als sie in ihre Haare fasste, spürte sie etwas raues und geflochtenes. Sie drehte ihren Kopf und sah, dass sie ein rotes, geflochtenes Band in ihren Fingern hielt. „Seit wann kannst du einen Zopf binden?“
„Ich habe Generationen an Töchtern unserer Freunde hinter mir. Da lernt man einiges. Damals...kaufte ich es für dich, als ich es auf einem Markt sah, zu dem Miroku mich schleppte.“ flüsterte er ihr ins Ohr.
Sie sah zu ihm. Sein Blick war warm und weich. Sanft strich er ihr eine Strähne, die ihr vorne über die Schulter fiel, hinter ihr Ohr zurück.
Ein leichter Wind kam auf. Wehte ihnen beiden durch ihre Haare und Kleidung.
„So hätte es schon vor 500 Jahren sein sollen, Kagome. Dass du an meiner Seite bist.“




So ein bisschen Ruhe scheint den beiden wirklich langsam gut zu tun. Mal sehen, was sie dann noch so unternehmen werden. In dieser schönen Umgebung.
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
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