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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
15.01.2021
33
124.445
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20.11.2020 2.479
 
24.Kapitel: Die Ruhe in Karuizawa – Teil I





In einem unauffälligen, aber roten Toyota Prius, fuhr InuYasha, mit Kagome auf dem Beifahrersitz im Gepäck, und ihrem Gepäck, vor einem traditionell aussehenden Haus in Karuizawa vor.
Es lag im Grünen, tief im Wald. Weit abseits der Stadt. Nur durch eine längere Zufahrt zu erreichen. Das Grundstück, das aber recht weitläufig war, war von einer Mauer umgeben, die man nur durch ein Tor passieren konnte. An welchem man sich mit einer weiteren, einfachen, weißen Transponderkarte, ausweisen musste. Zudem gab es Kameras, Bewegungsmelder.
Doch hier endete auch schon die moderne Welt. Hinter der Mauer, suchte man Technik vergeblich.

InuYasha stellte das Auto ab, nahm sich Kagome's Gepäck an und sie folgte ihm, durch ein kurzes Stück dichten Waldes, durch den mehrere Wege führten, auf denen sich wohl nur InuYasha zurechtfand. In dem es leicht abschüssig über eine kleine und enge Steintreppe ging, dann über eine kleine Steinbrücke, die über einem schmalen Bach floss, zu dem zweistöckigen Haus.
Welches selber, und der See, an dem es lag und in den ein Steg ein Stück hinein führte, noch mal von einer klassischen alten Mauer umgeben war, die nur durch ein schweres und verriegeltes Holztor und eine schwere Holztür, passiert werden konnte.
Von der hölzernen Tür führte ein kleiner Weg aus runden Steinplatten, ein Nobedan, zum Haus, das von einem Engawa umgeben war, der jedoch rund herum verglast wurde. Von diesem Flur mit hölzernem Boden, führten Shōji zu den dahinter liegenden Räumen.
Sofort fielen Kagome die traditionellen Holzdecken auf, als sie nach oben sah. Die mit mehreren Streben in viele kleine Quadrate geteilt waren. Die dicken oberen Holzbalken, die zu den Rahmen gehörten, in denen sich die Shōji befanden, waren kunstvoll zu hübschen floralen Motiven geschnitzt.
Das Haus war um einen kleinen begrünten Innenhof herum gebaut. Nacheinander besah sich Kagome die einzelnen Räume. Die im Inneren des Hauses mit Tatami ausgelegt waren. Deren Geruch ihr sofort in die Nase stieg, als sie die Fusuma, die die Räume voneinander trennten, beiseite schob. In einem Zimmer fand sie einen der traditionellen niedrigen Tatamitische vor, um diesen herum vier Kissen, Zabuton, auf denen man sitzen konnte. An den Decken sah sie weiße quadratische Papierlampen, die man über eine Schnur anschaltete, an der man zog.
Es gab einen Raum, der nur eine große Feuerstelle in der Mitte hatte. Und der Engawa führte sie sogar zu einer traditionellen Küche mit kleinen Öfen und Herden aus Stein. Der Weg zur Küche führte an einem Lagerraum vorbei, über eine kleine Holzbrücke.
Auch ein traditionelles Bad war eingebaut.

„Das Einzige, was ich dem Haus vor ein paar Jahren mal spendierte, abgesehen von dem Glas, damit mir die Shōji nicht verwittern, waren ein paar moderne Stromleitungen fürs Licht und einen Anschluss an die Kanalisation und eine moderne Toilette.“
Kagome nickte verstehend, lächelte dann wieder über ihr ganzes Gesicht.
„Dieses Haus ist wirklich unglaublich toll.“ Mit ihrer Hand fuhr sie an einem der alten Holzbalken entlang. Sie hatte das Gefühl, die Geschichte in diesem Haus spüren zu können. Es fühlte sich wie eine Verbindung in alte Zeiten an.
„Ich kaufte das Grundstück damals und lies das Haus bauen, als das alles langsam richtig anfing, mit dem Handel, dem Geld und allem, was mit der Öffnung ins Land kam. Seitdem wurde es eigentlich immer nur in Stand gehalten.“
„Das ist wirklich toll, fast ganz wie damals.“
„Du findest es hier wirklich toll?“ Er trat dicht hinter sie, sodass sie seine Körperwärme spüren konnte. „Du würdest nicht lieber einen Swimmingpool oder einen Tennisplatz haben? Ein Esszimmer mit hochmoderner Küche?“
Kagome schüttelte mit dem Kopf, sah zu ihm hoch. „Nein, dieses Haus entspricht dir, InuYasha. Deiner Natur. Es ist wie du.“
„Es steht an einem sehr abgeschiedenen Berghang. Von oben kannst du auf die Stadt runter gucken. Und du hast tolle Ausblicke auf den Fuji und die Sagami-Bucht.“
„Oben?“ fragend sah sie ihn an.
„Oben sind die Schlafräume.“

Gleich hinter der ersten Fusuma, die Kagome beiseite schob, fand sie das Hauptschlafzimmer.
Der ganze Raum war mit Tatami ausgelegt. Hinter dem Bett, einem Futon, der breit genug für zwei Personen war, und der auf einer weiteren Tatami lag, auf einem niedrigen Bettgestell aus Holz, befand sich ein Tokonoma. In der ein Kakemono hing und neben dem Bett ein kleines Blumenarrangement stand. Jeweils zwei Kissen pro Bettseite und zwei Kissenrollen, die zwischen diesen lagen, befanden sich im Bett. Shōji führten zu einem weiteren, verglasten Engawa, den man, oberhalb des Holzes, öffnen konnte, der auch um die obere Etage herum führte und von dem aus, man auf die naheliegende Stadt sehen konnte. Auch in diesem Zimmer gab es einen kleinen Tisch und Kissen um diesen herum. Eine kleine Kommode aus Holz, vor die man sich kniete. Und eine Lampe an der Decke. Doch mehr Einrichtung wollte und brauchte der Han'yō wohl nicht.
Vom ersten Stock aus, fiel Kagome's Blick jedoch noch auf ein weiteres, ein kleineres Nebengebäude.
Es war ebenfalls im traditionellen Stil gebaut, quadratisch, hatte nur einen Eingang durch eine Schiebetür ganz aus Holz und daneben zwei große Glasfenster, die von der Decke bis zum Boden reichten, innen jedoch mit blickdichten, weißen Vorhängen verhangen waren.

„Sagst du mir auch noch, was sich da drin befindet?“ wollte sie von ihm wissen.
„Willst du nicht erst mal auspacken?“ versuchte er, sie mit einer Gegenfrage abzulenken und stellte ihr ihren großen gelben Rucksack ins Zimmer.
„Du willst, dass ich hier schlafe?“
„Keh, glaubst du, ich lass dich alleine schlafen? In einer dir fremden Umgebung?“ Ein liebevolles Lächeln bildete sich nur auf ihren Lippen.
„Empfang gibt es hier wohl nicht.“ bemerkte sie, als sie auf ihr Smartphone sah.
„Natürlich nicht, ich will hier draußen ja auch meine Ruhe haben.“ Seine Arme hatte er vor seiner Brust verschränkt.
„Was dagegen, wenn ich nach der Autofahrt, ein bisschen schwimmen gehe?“ Sie zeigte auf den kleinen See, der auf dem Gelände lag.
„Du kannst hier machen was du willst und dich frei bewegen. Wir sind hier schließlich zum entspannen.“ Die Arme hinter seinem Kopf verschränkt, lies er sich, auf den sichtlich bequemen Futon, fallen. Legte sich dann auf eine Seite, sodass er ihr den Rücken zudrehte.
Kagome lächelte nur kurz, ehe sie begann, ihre normalen Sachen aus- und ihren Badeanzug anzuziehen.
Er hörte ihre Schritte, wie sie das Zimmer verließen und sich von ihm entfernten und drehte sich dann wieder auf den Rücken, sah an die Decke und musste kurz lächeln.
Dann streckte er sich einmal und atmete tief durch, lies sich einfach in den Futon sinken. Er lies seine beschränkten menschlichen Sinne schweifen....und hörte nichts.
Die Luft war sauber, klar und frisch. Was er roch, waren Erde, Bäume, Gras und klares Wasser. Ein angenehmer Sommerwind wehte durch den Raum. Im Hintergrund zwitscherten Vögel und rauschte der langsame Wind durch die Blätter der Bäume.
All der Stress, der in Tōkyō immer an ihm hängen blieb, egal wie sehr er sich davon zurückzog, schien hier von ihm abzufallen. Entspannt schloss er seine Augen.
Und bemerkte dabei gar nicht, wie er langsam einschlief....

Als InuYasha langsam wieder wach wurde, zog schon ein etwas kühlerer Wind durch das Zimmer. Und als er sich aufsetzte und sich umsah, sah er auch den orangefarbenen Himmel, der fern am Horizont schon langsam in die Dämmerung überging. Schemenhaft waren die ersten Sterne zu sehen.
Und noch etwas fiel ihm auf – die Stille im Haus.
Es waren schon einige Stunden vergangen, aber er war allein im Zimmer.

„Kagome?“ Er trat auf den Flur vor dem Zimmer, sah sich nach ihr um. Aber auch hier nahm er nicht das kleinste Geräusch wahr. Wie er diese Gestalt doch in manchen Situationen hasste.
Auch im Erdgeschoss begann er sich umzusehen, doch war nirgendwo etwas zu sehen und zu hören.
„Kagome?!“
Diese Ruhe, die er hier sonst so sehr genoss, missfiel ihm im Moment deutlich. Ein genauso bekanntes wie verhasstes Gefühl machte sich in seinem Hals breit, steckte in diesem wie ein Kloß, den er versuchte herunter zu schlucken.
„Kago-“
´´Hast du mich gerufen?`` tauchte sie plötzlich hinter ihm auf und erschreckte ihn kurz. Aber nur für den Moment eines Wimpernschlages. Bis er sah, dass sie vor ihm stand, wohlbehalten, unversehrt.
Ihre nassen Haare hatte sie im Nacken zusammengebunden, sodass sie ihr nun in einem kleinen nassen Zopf, über ihrer rechten Schulter lagen. Um ihren Körper trug sie nur einen einfachen weißen Juban. Dessen Kragen ihren schmalen Hals und dessen helle Haut betonte.
Und überhaupt schmiegte er sich an ihren nicht ganz trockenen Körper.
„Wo warst du? Bis eben...schwimmen?“ Immer wieder musste er sich zwingen, sie nicht direkt anzusehen.
„Nein, es wurde mir zwischendurch dann doch langsam zu kalt. Als ich wieder zurück war, hast du geschlafen.“
//Deswegen bin ich nicht so gern in dieser Gestalt//
„Also nahm ich mir ein paar meiner Sachen und machte mir ein warmes Bad.“ Sie lächelte.
„Alleine?“ Er erinnerte sich, für solche Fälle, immer ein paar Holzscheite auf Lager zu haben, um nicht extra welche schlagen zu müssen. Trotzdem war das ja nicht einfach.
„Natürlich, ich bin doch kein Kind mehr. Da werd ich ja wohl noch ein Bad hinbekommen.“ Sie schmollte, wenn auch nicht ernsthaft.
„Hast du Hunger?“ Immerhin waren sie schon Stunden auf den Beinen und sie immerhin schwimmen.
„Schon ein bisschen.“ Sie legte ihren Zeigefinger an ihr Kinn und schien zu überlegen, was sie essen wollte.
„Und was willst du?“
„Nachdem ich jetzt die ganze Zeit im Wasser war...wär irgendwas sättigendes toll. Nudeln oder so.“ dachte sie laut nach.
„Warte hier.“ kam es nur kurz von ihm und schon war er zur Haustür raus.
Kagome sah ihm nur kurz nach und schüttelte dann lächelnd mit dem Kopf, ehe sie wieder hoch ins Schlafzimmer ging, um ihre restlichen Sachen auszupacken...

Als InuYasha aus der Stadt zurückkam, mit einigen Pappboxen voll Essen, lag schon die spätabendliche Dunkelheit über dem Haus.
In einem der Zimmer im Erdgeschoss, stellte er die einzelnen Portionen auf den Tisch.
„Kagome?!“ rief er nach ihr durch das ganze Haus. Doch wieder war nichts von ihr zu hören und zu sehen. „Kagome?!“ begann er deshalb, sie zu suchen. Und fand sie auf dem geöffneten Engawa sitzend, wie sie zum See sah, auf dessen Oberfläche sich der Mond und die Sterne spiegelten.
„Ist das nicht schön?“ fragte sie ihn, während sie zu dem dunkelblauen Nachthimmel hoch sah. Vor dem sich ihre dunklen Haare, die im Licht des Mondes bläulich glänzten, kaum abhoben. Zudem betonte das helle Mondlicht den hellen Teint ihrer Haut und die Sterne am Himmel, schienen sich in ihren Augen zu spiegeln.
„Ist dir nicht kalt?“ Vom Türrahmen, in dem er bis eben noch lehnte, ging er auf sie zu.
Sie schien ein langes dunkelgrünes Kleid zu tragen, das ihr bis zu ihren Knöcheln reichte. Und darüber einen kurzen, blickdichten, langärmligen und hellgrünen Han-Juban, der dunkelgrüne Ränder hatte.
„Es geht eigentlich. Sind ja Sommerabende.“
„Komm, ich hab Essen geholt.“ Er hielt ihr seine Hand hin, nach der sie auch griff, um besser aufstehen zu können.
Zusammen gingen sie in das Zimmer mit dem Tisch und begannen zu essen.

„Die sind wirklich lecker.“
„Das sind die Soba aus der Gegend hier.“
„Was wollen wir eigentlich morgen machen?“
„Was meinst du?“
„Was wir morgen und die nächsten Tage unternehmen.“
„Was meinst du mit unternehmen?“ fragend sah er sie an.
„Naja, etwas zu unternehmen. Unten in der Stadt oder im Umland. Oder wolltest du die nächsten Tage wirklich nur hier im Haus bleiben?“
„Was glaubst du wohl, wozu ich das hab? Bestimmt nicht, um mich dann auch noch hier unter die Menschen zu mischen. Ich will ja meine Ruhe.“
„Aber hier in der Nähe gibt es so viele Möglichkeiten etwas zu erleben. Ich meine, das gehört doch zu einem Urlaub dazu.“
„Wir sind hier nicht zum Urlaub machen, sondern um abzuschalten und zu entspannen. Also zumindest ich.“
Nun schmollte Kagome ernsthaft und seufzte kurz. Sie stocherte mit ihren Stäbchen in ihren Nudeln. „Na gut, dann guck ich mir halt alleine was an.“
„Darüber reden wir morgen noch mal.“ kam es knurrig von ihm.
„Damals war entspannen nie dein Ding. Du hast uns immer alle angetrieben. Selbst, wenn wir am Ende unserer Kräfte waren. Weil es dir nie schnell genug voran ging.“
„Mittlerweile ist dieses Tempo ja auch Dauerzustand für jeden.“ vollgegessen lies er sich nach hinten fallen, verschränkte seine Arme hinter seinem Kopf und schloss seine Augen kurz. „Jetzt hab ich die Firma mit zu führen und kann froh sein, über diese Atempausen.“ Die er jetzt wieder öffnete.
Das letzte Wort brachte Kagome zum schmunzeln, leise kicherte sie kurz.
„Was ist so witzig?“
„Nichts, es hat mich nur kurz an etwas von damals erinnert.“ meinte sie und aß weiter.
„Aha.“

Nach dem Essen gähnte Kagome kurz. Ihr fielen auch schon fast die Augen zu, als sie sich wieder hinsetzte.
„Du bist müde.“ stellte er fest.
„Gar nicht wahr.“ versuchte sie zu leugnen, während sie gähnte.
„Natürlich nicht.“ Er rollte mit den Augen.
„Na gut, vielleicht doch ein kleines bisschen.“
„Wir sind ja auch schon den halben Tag unterwegs. Komm.“ Er hielt ihr seine Hand hin, sie stand auf und folgte ihm in die obere Etage.
Wo er sich auch gleich auf den Futon legte und sein Blick an Kagome haften blieb, als diese ihren Han-Juban auszog. Ihr Kleid war ein Negligé. Das dünne, weiße Spaghettiträger hatte, die auf ihren Schultern lagen und weiße Spitze, die den Ausschnitt verzierte.
„Ist was?“ fragte sie ihn, als sie merkte, dass er sie ansah. Sie hockte sich hin, um sich dann selber auf den Futon zu legen und zu zudecken.
„Nein.“ Er wich ihrem Blick aus, versuchte so, seine roten Wangen zu verbergen.
Und dachte dabei über das nach, was sie vorhin sagte. Dass sie etwas unternehmen wollte. Ihm war nicht wirklich wohl dabei. Er hatte dieses Haus, weil er sich von den Menschen und der Öffentlichkeit ganz zurückziehen wollte. Um seine Ruhe zu finden. Und er wollte auch, dass auch Kagome diese fand. Nach den Geschehnissen der letzten Zeit, dem Rummel um ihre Ausstellung. Er wollte einfach nur Zeit mit ihr verbringen. Mit ihr allein. Aber natürlich hätte er sich denken können, dass sie etwas von der Gegend sehen wollte.
Ihr ganzes Wesen, war das Gegenstück zu ihm.
Ein liebevolles Lächeln legte sich auf seine Lippen.
Sie war sein Gegenstück.
„Kagome, hör mal, wegen dem von vor-“ Als er zu ihr sah, sah er, dass sie bereits schlief. Langsam und gleichmäßig hob und senkte sich ihr Oberkörper unter ihren regelmäßigen Atemzügen.
Vorsichtig, damit sie nicht aufwachte, zog er ihre Decke noch etwas höher, bis auch ihre Schultern ganz bedeckt waren, damit sie sich nicht doch noch erkälten würde und legte sich dann neben sie...




Ich weiß, der erste Teil ist recht unspektakulär. Aber es gibt ja in Karuizawa auch noch ein bisschen was zum unternehmen und mehr zu genießen, als nur dessen Ruhe.
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
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