Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
15.01.2021
33
124.445
12
Alle Kapitel
98 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.11.2020 3.687
 
22.Kapitel: Einladung zur Hochzeit





Kagome brauchte einige Augenblicke, um das, was er sagte, zu verarbeiten. Sah ihn die ganze Zeit erschrocken an. Dann überlegte sie. Ihre Gedanken konnte man fast über ihre Augen flimmern sehen. Schließlich schüttelte sie nur mit ihrem Kopf.

„Nein, InuYasha.“
„Doch, Kagome. Und du wirst mich nicht umstimmen. Kōga erzählte es mir. Der Typ, der dir und Ayumi im Restaurant die Portemonnaies klaute, der gehörte zu denen. Er fand meine Kreditkarte bei dir. Sie suchten nach mir im Internet und fanden die Schlagzeilen der letzten Wochen. Daher wussten sie, dass es sich lohnen würde, dich zu entführen. Es ist meine Schuld!“
„Schrei mich nicht an, InuYasha!“
„Du schreist mich doch gerade selber an!“
„Weil du derselbe Baka bist wie immer!“ verfielen sie wieder in eine ihrer typischen Auseinandersetzungen. „Du hattest nicht damit rechnen können, dass das passiert, das konnte niemand. Nicht aufgrund eines dummen Stücks Plastiks. Genauso hätte es mir auch hier zu Hause passieren können, hätte jemand die Karte bei mir gefunden. Außerdem gabst du sie mir mit guten Absichten.“ Ihr Blick wurde weicher, nachdem ihre erste Wut auch schon verrauchte. „Du gabst sie mir mit guten Absichten. Weil du wolltest, dass es mir gut geht. Dass ich jeder Zeit alles bezahlen kann, was ich brauche. Und wurde nicht auch meine gute medizinische Behandlung über deine Karte bezahlt?“ Sie lehnte sich an ihn. „Aber vor allem, will ich nicht, dass du nur wegen mir, dein ganzes Leben aufgibst. Du hast es dir aufgebaut, über all die Jahrhunderte, über diese lange Zeit. Du hast es dir erarbeitet und verdient. Allein schon, weil du Sesshōmaru zum richtigen Zeitpunkt die Stirn botest. Und es ist mir egal, ob ich davon profitiere, weil du mir mein Leben so angenehm wie möglich machen willst, es vereinfacht auch dein Leben. Du hast die Möglichkeiten, dich zurückzuziehen, wenn du es brauchst. Das könntest du nie, wenn du ein normales Leben führen würdest. Mit einem normalen Job, mit vielen Kollegen und ohne wirklichen Rückzugsort. Nein, das würde dir kein bisschen entsprechen. Es würde dich unglücklich machen. Das will ich nicht, InuYasha. Ich möchte nicht, dass du irgendwas, wegen mir, aufgeben musst.“ Er sah in ihren braunen Augen etwas, was er die letzte Zeit so vermisste. Ihren natürlichen Glanz. Und die Stärke, die sie damit ausdrückte. „Weil ich dich l-“
´´Kagome?! InuYasha-kun?!``
Ihre Mutter, die gerade vom Einkaufen zurückkam, unterbrach die junge Frau in diesem Moment. Mit einem hübsch verzierten Briefumschlag kam sie zu den beiden.
Als sie den Han'yō so dicht neben ihrer Tochter sah, lächelte sie und sah beide wissend an.
„Was ist das, Mama?“ Als Absender standen Hōjō's Name und der seiner Verlobten auf dem Umschlag.
„Ich denke mal, die beiden laden dich zu ihrer Hochzeit ein.“

InuYasha hatte keine Lust auf diesen Tag. Aber Kagome wollte unbedingt zu dieser Hochzeit gehen.
Was ihn anging, war er nur froh, dass ein weiterer Mann, der etwas von ihr wollte, sich für eine andere Frau entschied. Wenn man seinen Vorfahren mit einschloss, waren nun alle raus aus dem Rennen. Nicht, dass jemals wirklich einer von ihnen Chancen bei ihr hatte.
InuYasha lehnte im Flur neben der Treppe an der Wand.
´´Kann ich so gehen?`` riss sie ihn aus seinen Gedanken, als sie am oberen Ende der Treppe stand. Auf seine Wangen legte sich ein leichtes Rot.
Ihre beiden Freunde wollten eine einfache Sommerhochzeit feiern.
Weshalb auch der Dresscode einfach, aber elegant gehalten wurde. Trotzdem schaffte sie es, für ihn besonders auszusehen.
Kagome trug ein einfaches, aber elegantes, weißes Sommerkleid, das am Ausschnitt, der nur angedeutet wurde, leicht gerafft war, mit dünnen Trägern. Die man aber nicht sah, unter der dünnen hellgrünen Dreivierteljacke, die ihr bis zu den Ellenbogen und bis zur Taille reichte. Um diese war eine dünne dunkelgrüne Schleife gebunden. Der weiße Glockenrock des Kleides, fiel in Falten um ihre Beine, die er umspielte und endete kurz über ihren Knien. Um ihre Fußgelenke trug sie kurze dunkelgrüne Stulpen zu ihren weißen Pumps mit kleinen Absätzen. An ihrem rechten Handgelenk fiel ihm das Armband ins Auge, was er für sie anfertigen lies und ihr schenkte.
Der leichte und farblose Lipgloss auf ihren Lippen betonte deren sanftes Rosa. Ihre dunklen braunen Augen, wurden durch ein wenig Kajal und Mascara hervor gehoben, zusammen mit wenigem und leichten hellen Lidschatten, den sie trug und der zu ihrer dünnen Jacke passte.
Eine ihrer Haarsträhnen war dazu genutzt wurden, einen Haarreif daraus zu flechten, hinter dem ihre restlichen Haare in Wellen über ihre Schultern fielen.
An der linken Seite schien sie noch eine kleine, silberfarbene Spange mit glitzernden Steinen hinein gesteckt zu haben, die wie eine kleine Blumenranke aussah. Sicher nur Modeschmuck. Aber es hob sich toll aus ihrem dunklen Haar ab.
„Kagome...“

Sie schien sich noch sichtlich unsicher in solchen Sachen zu fühlen. Aber auch nicht ganz unwohl. Sie machte Fortschritte.
„Du siehst wirklich hübsch aus, Kagome.“ Ihre Mutter, die wie sie und Sōta, der Hitomi als Begleitung mitbrachte, eingeladen war, umarmte sie. Vorsichtig, die Frisur ihrer Tochter nicht zu zerstören.
„Das Outfit steht dir wirklich, Nee-chan.“ Sōta trug einen hellblauen Anzug, ein weißes Hemd und eine rote Fliege um den Kragen gebunden. Hitomi, die neben ihm stand, trug ein knielanges ärmelloses Cocktailkleid. Dessen Rock auch ihr in Falten um die Beine fiel. Es hatte einen Rundhalsausschnitt, unterhalb dessen ein Blütenmuster über den Brustbereich genäht war.
Kagome's und Sōta's Mutter trug ein rosafarbenes Kostüm, mit weißer Bluse, knielangem Rock. Um ihren Hals eine Kette aus weißen Perlen und dazu passende Ohrringe...

Die Trauung fand in einem schicken Hotel statt. Die beiden hatten unbedingt warten wollen, bis sie beide gute Jobs hatten, um sich eine schöne Feier leisten zu können.
Als sie den Festsaal betraten, klatschten alle ihre Gäste.
Hōjō trug einen eleganten schwarzen Anzug mit Stoffhose. Unter dem Jackett eine graue Weste und ein weißes Hemd. Um seinen Kragen eine schwarze Krawatte. Auf seinen Wangen lag ein kräftiges Rot und er lächelte verlegen, sah aber glücklich aus.
Der Blickfang war aber definitiv seine Braut.
Sie trug ein schlichtes unauffälliges, aber hübsches und elegantes, weißes Fit'n Flair. Es hatte eine Corsage und war bis zu ihrem Hals mit durchsichtigem Tüll, hochgeschlossen, eine Illusion Neckline. Es hatte kurze Ärmel und ein florales Spitzenmuster zog sich vom Hals bis zur Taille. Dieses florale Spitzenmuster griffen auch ihre kurzen und durchsichtigen, weißen Brauthandschuhe wieder auf, die sie trug und die an ihren Handgelenken, ebenfalls mit dünnen rosa Bändern gebunden waren.
Unter ihrer Brust war eine helle rosafarbene Schleife gebunden, die vorne mit einem Glitzerornament verziert und an ihrem Rücken zusammengebunden war. An welchem die Schleifenbänder herunter hingen.
Ihr eng anliegender, bodenlanger Rock, war aus Mikado-Seide.

„Hōjō-kun scheint wirklich glücklich zu sein.“
Zusammen mit Eri und Yuka stand Kagome neben dem Buffet, sah den anderen Gästen dabei zu, wie sie dem Brautpaar gratulierten.
Eri trug ein knielanges hellgelbes Kleid mit Stehkragen, freien Schultern und floralem Spitzenmuster auf dem Rock. Ihre freien Schultern bedeckte ein gelbes Tuch zum umlegen. Statt ihres gelben Haarreifens, trug sie ein hübsches und leichtes, gelbes Haarband, das an ihrer linken Kopfseite zu einer Schleife gebunden war, deren Bänder nach unten gerafft fielen.
„Hat ja auch lang genug gedauert.“ Yuka nahm einen Schluck aus einem der ausgeteilten Gläser und grinste breit. „Nach dem ganzen Hin und Her mit Kagome-chan und seiner Schwärmerei für sie.“
Yuka steckte ihre Hände in die Hosentaschen ihrer weit ausgestellten, schwarzen Stoffhose mit Bügelfalte, die ihr bis zu den Waden reichte. Dazu trug sie ein blasses orangefarbenes Oberteil mit freien Schultern, einem runden Kragen, das ihr bis zur Taille reichte. Darüber einen schwarzen und eleganten Blazer. Dazu schwarze Stiefelletten, die ihr bis zu den Knöcheln reichten und einen Blockabsatz hatten.
„Eigentlich schon verrückt die Geschichte.“ riss die Kurzhaarige mit dem dunklen braunem Haar an. „Da geht er auf eine reine Jungenschule und kommt mit einem Mädchen zusammen, das im ersten Jahr war, als er in die Abschlussklasse ging.“
„Die Wege der Liebe sind halt unergründlich. Manche finden sie erst auf einer anderen Schule.“
„Andere sogar in einer anderen Zeit.“ grinsend sahen die beiden zu ihrer Freundin, die sofort ihren Zeigefinger an ihre Lippen legte.
„Ssshh.“ wies sie die beiden an zu schweigen, als das junge Brautpaar auf sie zukam.
„Herzlichen Glückwunsch, Hōjō-kun.“ gratulierte Eri zuerst.
„Ich wünsch euch alles Glück.“
„Arigatō.“ verlegen kratzte sich der junge Bräutigam am Hinterkopf, was seine Braut amüsiert kichern lies.
„Ich wünsche euch wirklich alles Gute, Hōjō-kun.“ freute sich auch Kagome für das befreundete Paar.
„Ich danke dir.“ bedankte er sich auch bei ihr und nahm sie in den Arm. „Wollte dich dein...Kollege nicht begleiten?“ wissend, dass Hōjō etwas anderes meinte, als er InuYasha's Abwesenheit ansprach, schüttelte sie mit dem Kopf.
„Nein, eine wichtige Aufgabe in der Firma hielt ihn heute auf.“
„Deswegen also die Vertretung.“ kurz schielte er zu Kōga, den Kagome als Begleitung dabei hatte. Nicht nur, weil der Han'yō keine Lust hatte und Sesshōmaru ihn nicht dafür von seinen Aufgaben freistellen wollte, sondern auch, damit er wusste, dass Kagome nicht allein war.
Ihre Mutter und ihren Bruder störte das nicht. Sie genossen die Fahrt in der schwarzen Lexus-Limousine.
Der Yōrōzoku in Menschengestalt kannte den jungen Arzt zwar, sah ihn aber dennoch kurz grimmig an, als er Kagome umarmte.
„Du kennst Kōga-kun ja schon.“ Er nickte dem Mann zu, der doch um gut einen Kopf größer und muskulöser gebaut war als er.

„Also wir kennen ihn noch nicht.“ Ihre beiden Freundinnen sahen sie fragend und irritiert an, nachdem sich das junge Brautpaar weiter um seine Gäste kümmerte.
Diese sich aber am Candy Buffet bedienen konnten.
Ihre Freundin hatten sie von diesem zu sich gewinkt, standen in einigen Metern Entfernung zu der Begleitung, die sie nicht kannten.
Kōga trug ein schwarzes Hemd. Von dem er die ersten zwei Knöpfe locker offen trug und die Ärmel bis zu seinen Ellenbogen umgekrempelt. Dazu trug er eine hellbraune Weste mit passender langer Stoffhose mit Bügelfalte und schwarze Schuhe.
In der Tasche seiner Weste steckte ein weißes Einstecktuch und seine schwarzen Haare hatte er heute im Nacken zusammengebunden.
„Ich erzählte euch doch mal von einem Kōga-kun, der mir offen gestand, mich zu lieben.“
Ihre beiden Freundinnen mussten kurz eine Weile nachdenken, erinnerten sich dann aber wieder an diesen Nachmittag bei Wacdnalds.
„Und dann begleitet er dich zu einer Hochzeit?“
„Na ob das InuYasha so recht sein wird.“
„Es ist okay. Er bat ihn ja sogar darum, mich zu begleiten. Weil er heute keine Zeit hatte und nicht wollte, dass ich alleine hier bin.“
„Aber deine Mutter, Sōta-kun und Hitomi-chan begleiten dich doch.“
„Wir sind auch noch hier.“
„Kōga-kun arbeitet für InuYasha und seinen Halbbruder. Er ist Chef ihres Sicherheitsteams.“ klärte sie die beiden auf. „Bis vor ein paar Wochen war er noch InuYasha's persönlicher Bodyguard. Aber InuYasha trug ihm auf, auf mich aufzupassen. Außerdem ist da nichts und war da nie was zwischen Kōga-kun und mir. Er ist ja auch schon seit 500 Jahren mit Ayame-chan verheiratet.“
„Dann ist er also...“ die beiden sahen an ihr vorbei, zu dem attraktiven jung aussehenden Mann. „...einer deiner...Freunde.“
Kagome nickte nur und sah in ihren beiden Gesichtern, dass sie etwas verwirrte.
„Kōga-kun war damals einer unserer ersten und engsten Verbündeten. Ein Großteil seines Rudels fiel Naraku's miesen Intrigen zum Opfer.“
„Und verheiratet ist er mit....Ayame?“ musste sich Eri kurz erinnern.
„Sie ist auch eine....unserer Freunde.“
„Und wer....war dieses unglaublich cool aussehende Paar bei deiner Ausstellung? Die mit den schulterlangen braunen Haaren und dem apricotfarbenen Kleid.“
„Der Typ, der neben ihr stand?“ Den ganzen Abend sahen sie die beiden nur zusammen.
„Das waren Anzu-chan und Amida. Und sie sind kein Paar.“ jetzt musste Kagome kurz amüsiert kichern. „Sie sind Sango-chan's und Miroku-sama's Nachfahren. Sie sind Geschwister, eineiige Zwillinge.“
Ihre beiden Schulfreundinnen sahen sie an, wie zu Stein erstarrt. In dem Moment fehlte es nur noch, würde man eine Grille zirpen hören.
„Aber ich kann verstehen, dass es euch so vorkam. Ich musste mich auch eine Weile daran gewöhnen. Mit Ausnahme der Haarfarbe und anderen Details, sind sie den beiden wie aus dem Gesicht geschnitten. Das war schon gewöhnungsbedürftig.“
„Also Kōga und Ayame... Und Sango und Miroku...“ Sie sah den beiden ihre Verwirrung im Gesicht an und musste kurz schmunzeln.
„Oh man, Kagome-chan.“ Yuka seufzte und trank noch mal kurz von ihrem Eistee. „Du hast echt ein kompliziertes Leben.“
Sie war wohl die Letzte, der sie das sagen mussten...

„So feiern die Menschen also eine Hochzeit.“ Kōga stand nun neben Kagome am Buffet. Beide nahmen sich etwas davon zum essen mit an den Tisch.
An welchem Kagome zusammen mit ihrer Mutter, ihrem Bruder, dessen Freundin und ihren beiden Freundinnen saß. Die, zumindest versuchten sie es, Kōga immer mal wieder unauffällig ansahen und musterten.
„In all der Zeit hast du nie eine Hochzeit der Menschen gesehen?“ Yuka und Eri standen gerade selber noch am Buffet und konnten sich nicht entscheiden.
„Doch, im Fernsehen. Und natürlich bekamen wir den Wandel der Gebräuche mit. Ich kann auch dem ganzen modernen Westlichem etwas abgewinnen. Aber in unseren Kreisen ist es eher nicht üblich, zu Menschenhochzeiten eingeladen zu werden.“
„Ich dachte ja, du würdest doch eher an dem Traditionellen hängen.“
„Dann müsste ich ja auch die moderne Medizin verteufeln. Echt tolles Kunststück, was ihr da hinbekommen habt.“
„Gib das Kompliment doch eher an deine Frau weiter.“
Kagome's Freundinnen verstanden den Satz wohl anders, als Kagome meinte. Sahen sie den Begleiter ihrer Freundin doch irritiert an.
Natürlich waren sie auch über die verschiedenen Yōkai aufgeklärt worden. Über Kagome's Freunde, Verbündete und Feinde in der Sengoku. Sodass sie mit dem Namen 'Kōga' etwas anfangen konnten. Dennoch irritierte es sie trotzdem, dass nicht InuYasha sie zur Hochzeit begleitete.
„Ayame-chan bewirkt ja schon fast wahre Wunder in der pharmakologischen Forschung.“
„Redet ihr an einem Tag wie heute, etwa über die Arbeit?“ wollte Eri wissen. Sah dabei neugierig zu Kagome, stützte ihre Ellenbogen auf dem Tisch ab. Etwas zu neugierig für Kōga, weshalb sie gleich wieder ein Stück zurückzuckte, als er sie kurz ansah.
Wofür er kurz Kagome's Knie, unter dem Tisch, gegen seines bekam.
„Ich wollte nur mal auf dem Laufenden gehalten werden.“
„Dann weißt du noch nicht, wann du wieder arbeitest?“
„Hast du da noch keine Info zu bekommen?“ Kōga wollte knurren. Ihm waren die beiden Frauen zu neugierig. Doch dass Kagome ihn kurz in den Handrücken kniff, hielt ihn davon ab.
„Anzu-chan meinte, ich könnte mich jederzeit melden, wenn ich wieder arbeiten will.“
„Fühlst du dich denn schon dazu bereit?“ besorgt sahen die beiden sie an.
Doch Kagome fand keine Antwort auf diese Frage. Sie wusste es selber noch nicht. Ihr fiel schon die Decke ziemlich auf den Kopf. Aber ob sie schon bereit war, wieder zu arbeiten? Auch wenn es ihr hier, auf der Hochzeit, wirklich gut ging.
„Heute sollte es doch eher um die beiden gehen, oder?“ lenkte sie den Fokus wieder von sich weg und auf das Brautpaar, zu dem sie von ihrem Tisch aus sah...

Kagome seufzte, bevor sie noch etwas von ihrem Wasser trank. Sie lehnte neben einem der großen Fenster, von denen aus, man einen tollen Blick über die Global City hatte.
„Du solltest die Hochzeit deiner Freunde genießen.“ Auch wenn Kōga schon vorhin auffiel, während sie sich mit ihren Freundinnen unterhielt, dass es ihr gut zu gehen schien und es ihr sichtlich gut tat, sich wieder unter normalen einfachen Menschen zu bewegen.
„Ich weiß.“ Sie nickte, lies sich das leere Glas von einem Kellner abnehmen, der sie höflich fragte, ob er es ihr abnehmen konnte. „Aber ich hab ein schlechtes Gewissen wegen Ayumi-chan. Weil sie heute nicht hier sein kann.“ Sie legte ihre Hände an ihre Oberarme. Irgendwie bekam sie leichte Beklemmungen, wenn sie an das Geschehende dachte.
´´Ich sprach vorhin mit Ayumi.`` kam Hōjō in diesem Moment zu ihr. „Sie wünscht uns eine schöne Hochzeit und eine lebenslange Ehe.“
„Und wie geht es ihr?“
„Den Umständen entsprechend gut. Sie macht langsam Fortschritte.“ Kagome nickte nur.
„Gomene, ich wollte dir nicht deine tolle Stimmung verderben.“
„Tust du nicht.“ winkte er ab. „Aber ich muss ja auch mal hin und wieder nach meinen Gästen sehen. Da du hier so verloren rum standest, wollte ich wissen, ob alles in Ordnung ist.“ Sie wusste, er fragte nicht nur als Gastgeber.
„Hai, es geht mir gut, Hōjō-kun.“ versicherte sie ihm, was auch nicht gelogen war. Seit ihrem Gespräch mit InuYasha, ging es ihr wirklich langsam besser.
„Dann solltest du dir nicht die Torte entgehen lassen.“
Die auch schon im nächsten Moment rein geschoben wurde. Sie hatte mehrere Etagen, war an der Seite mit Blüten verziert. Die sich wie eine Ranke entlang zogen.
„Geht es dir wirklich gut?“ wollte Kōga noch einmal sichergehen.
„Es geht mir gut, das kannst du mir ruhig glauben. Wieso sollte ich Hōjō-kun auch belügen? Er ist immerhin mein Arzt.“
„Hast du eigentlich noch irgendwelche Untersuchungstermine?“ Er folgte ihr zur Torte.
„Nein, es sind keine mehr nötig. Meinem Körper geht es wieder gut. Alles verheilt.“ dankend lies sie sich ein Stück der Torte geben, nachdem sie angeschnitten wurde. Auch Kōga bekam eines.
Gemeinsam gingen sie zu ihrem Tisch zurück.
„Würdest du mich denn auch dorthin begleiten wollen?“ Sie grinste.
„Nur, wenn du es willst. Oder Inukoro es mir aufträgt.“ Sie beide nahmen einen Bissen von der Torte.
„Also mir schmeckt sie. Und dir?“
„Ich hatte schon schlechteres Essen.“ Kagome lächelte amüsiert...

Von ihrem Tisch aus sah sie dem befreundeten Brautpaar und ihren Gästen beim tanzen zu. Auch ihr Bruder schien erstaunlich viel Spaß daran zu haben.
„Wieso begleitete dich InuYasha heute eigentlich nicht?“ wollte Eri wissen, die sich auf den freien Stuhl neben ihr setzte.
„Das wär nun wirklich nicht sein Ding gewesen.“ Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass InuYasha das hier lange ertragen würde. Ganz davon zu schweigen, dass sie ihn zum tanzen bekommen würde.
„Und wie läuft es im Großen und Ganzen zwischen euch?“ hakte Yuka nach, die sich auf den anderen freien Stuhl neben ihr setzte.
Kagome musste zugeben, dass es ihr leichter fallen würde die Frage zu beantworten, wenn sie wüsste, was das war, zwischen ihr und InuYasha. Sie wusste nicht einmal, ob sie ein Paar waren, wie er das sah. Aber was sollten sie sonst sein?
„Der Abstand von allem, was mit der Arbeit zu tun hatte, tat mir auf jeden Fall gut. So langsam wird mir auch ziemlich langweilig zu Hause. Und InuYasha und ich...konnten einige Dinge klären.“
Eri wollte noch etwas sagen, als auf einmal Kōga neben ihnen auftauchte und Kagome seine Hand hinhielt. Fragend sah sie zu ihm. Und die beiden Frauen neben ihr, zutiefst irritiert.
„Ich dachte mir, vielleicht willst du tanzen?“ Er grinste breit.
„Kōga-kun...“ Ihre Augen bekamen einen weichen und warmen Ausdruck. Sie lächelte, nickte und nahm seine Hand, als sie aufstand.
Zusammen mischten sich die beiden unter die tanzende Hochzeitsgesellschaft.
Wobei Kagome sichtlich Spaß zu haben schien. Niemand, der nicht um die ganze Hintergrundgeschichte wusste, würde vermuten, was vorfiel. Oder hinter dem jungen Mann steckte, der sie begleitete, mit dem sie tanzte.
Auf Außenstehende schien das in diesem Moment nicht mal wie eine platonische Freundschaft zu wirken.
„Ich weiß, sie meinte, dass zwischen InuYasha und Kōga alle Probleme ausgeräumt sind. Dass er verheiratet ist.“ fing Eri an.
„Dass er ihr Bodyguard ist.“ ergänzte Yuka.
„Aber InuYasha sollte das vielleicht besser gerade nicht sehen.“ kam es unisono von ihnen.

Kagome amüsierte sich. Sie lächelte und strahlte über das ganze Gesicht. Sie lies sich von Kōga führen.
„Ich wusste gar nicht, dass du so gut tanzen kannst.“ Sie drehten sich beide im Kreis.
„Dachtest du, ich komme 500 Jahre lang, um Tanzkurse herum?“ Er rollte nur mit den Augen. Aber sie wusste, dass er, Ayame zuliebe, wohl alles über sich ergehen lassen würde.
„Kamst du deswegen auf die Idee, mich nach einem Tanz zu fragen?“
„Nein, weil du dich auf der Hochzeit deiner Freunde, deiner normalen Freunde, amüsieren solltest. Und ich dachte mir, wenn Inukoro dich begleiten würde, würdest du ihn sicherlich nie dazu bekommen, mit dir zu tanzen, oder?“
Sie schüttelte mit dem Kopf. „Wohl eher nicht.“
//Aber so ist er nun mal//

Als die beiden in dem Moment aufhörten zu tanzen, weil auch die Musik stoppte, fiel Kagome in dieser Sekunde der Brautstrauß in ihre Hände. Den sie nicht mal kommen sah. Daher auch keinerlei Anstalten machte, ihn zu fangen.
Intuitiv hielt sie das einfach fest, was in ihren Händen landete.
Und sofort schien sie im Mittelpunkt der ganzen Hochzeitsgesellschaft zu stehen. Nicht wenige Frauen sahen sie giftig an.
Ihre Freundinnen dagegen aus, vor Überraschung, geweiteten Augen und mit ungläubigen Blicken.
„Kagome-chan...“ hauchten sie aufgeregt.
Auch ihre Mutter, ihr Bruder und Hitomi sahen sie überrascht an.
Kagome selbst war noch ganz perplex, sah auf den bunten Strauß, den sie in ihren Händen hielt und nicht recht wusste, was sie jetzt damit machen sollte.

Sie wurde erst aus ihrer Schockstarre gerissen, als ihr Blick zufällig an Kōga hängen blieb und der ihr signalisierte, mit ihm an den Rand des Festsaals zu gehen. Weshalb sie den Strauß dann kurzerhand und überfordert, einfach Yuka in die Hand drückte.
„Was gibt es denn, Kōga-kun?“
„Du solltest dir das hier vielleicht besser mal ansehen.“ Er hielt ihr sein Smartphone vor ihr Gesicht.
Kagome musste schlucken, als sie auf das Display sah. Augenblicklich wurde sie ganz blass. Für einen kurzen Moment hatte sie das Gefühl, ihre Beine würden ihr den Dienst versagen.
„Alles okay?“ Er sah natürlich, dass sie von einer Sekunde auf die Nächste, einiges an Gesichtsfarbe verlor. Hielt sie auch vorsichtshalber an den Schultern fest.
Kagome schüttelte mit dem Kopf. Und sah ihn dann mit etwas an, was in ihrem Blick lag, was er schon lange nicht mehr bei ihr sah.
„Ich muss dagegen etwas tun, Kōga-kun.“




Was jetzt wohl wieder für ein Rummel über alle Beteiligten hereinbricht?
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast