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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
22.01.2021
34
131.044
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30.10.2020 3.919
 
21.Kapitel: Schuld





Erst mal zog sich InuYasha in sein Büro zurück. Lehnte sich an die Tür, die zu diesem führte. In ihm tobten Gefühle verschiedener Art. Wut auf die Männer, die Kagome entführten und verletzten. Hoffnung, dass sie stark genug war, dies bewältigen zu können, um zu ihm zurück zu kommen, dass er wieder etwas von ihr hörte. Und Schuld. Die er fühlte, weil er ihr seine Karte gab. Die ihr den Aufenthalt dort angenehmer und sicherer machen sollte. Stattdessen machte diese sie erst recht zum Ziel.
Aus einem plötzliche Impuls heraus schlug er mit seiner Faust gegen seine Tür.

Ehe er sich schon im nächsten Atemzug auf den Weg zum Büro seines Bruders machte. Es gab da noch etwas, was er wissen wollte. Ein Gedanke, der, nachdem er bei Kōga war, um diesen auszuräumen, blieb ihm noch.
Und die Antwort darauf, würde er wohl nur von seinem älteren Bruder bekommen.
„Lern endlich anzuklopfen, InuYasha.“ Sesshōmaru sah nicht von den Unterlagen auf, an denen er gerade saß und von denen er einige unterschrieb. „Oder komm besser gar nicht erst her.“
„Wenn du mich los werden willst, solltest du mir ein paar Antworten geben.“ langsam hob der Daiyōkai seinen kalten Blick von seinen Schreibtisch zum Gesicht seines Bruders.
„Kommt ganz darauf an, was du wissen willst.“
„Kagome.“ kam es nur kurz von InuYasha.
„Was tat dein kleines Weibchen jetzt schon wieder?“ Eine leichte, aber unverkennbare Genervtheit schwang in seiner Stimme mit.
InuYasha ignorierte die Bezeichnung Sesshōmaru's für Kagome erst einmal. „Du steckst hinter ihrer und Ayumi's Befreiung, oder?“
Der Daiyōkai in Menschengestalt sah ihn einfach nur an – und schwieg.
„Sesshōmaru, antworte!“
„Ich weiß nicht, wie du darauf kommst.“
„Ich war eben bei Kōga. Er erzählte mir von diesem...Yōkai, der in Mexiko an ihn heran trat. Dem eine ganze Truppe zur Verfügung stand, die Kōga zu Kagome brachte. Es war derselbe Typ, dessen Namen du mir nanntest und der mich am Flughafen abholte, um mich zu ihr zu bringen. Was lief da im Hintergrund, Sesshōmaru?“
„Es gibt Dinge, InuYasha, von denen du nichts zu wissen brauchst.“
„Das brauche ich sehr wohl, wenn es dabei um Kagome geht.“
Sesshōmaru senkte seine Augenlider ein wenig, sein Blick wurde präzise und schneidend. Wie ein Skalpell.
„Deine Bindung an diese Menschenfrau wird uns irgendwann noch einmal alle gefährden.“
„Sesshōmaru.“ knurrte er den Namen seines Bruders. „Sag mir endlich, was hier lief.“
„InuYasha, denkst du wirklich, dass nur unsereins existierte und über die Jahre weiterlebte, in dem sie lernten, sich an die Menschen anzupassen?“
„Also gibt es auch Yōkai in anderen Ländern.“ Wieso wusste er nichts davon?
„Du wusstest nichts davon, weil du es nicht zu wissen brauchtest.“ beantwortete Sesshōmaru ihm seine Frage, als ob er seine Gedanken lesen könnte. „Dein Aufgabengebiet sollte sich allein auf unsere Firma konzentrieren. Damit warst du schon genug beschäftigt.“
„Ach, und was war dann noch ein anderes Aufgabengebiet von dir?“ Immerhin leiteten sie beide dieses Unternehmen.
„InuYasha, denkst du wirklich, dass mich die letzten 500 Jahre, nur der Aufbau dieses Unternehmens beschäftigte? Dass ich nicht auch in Erwägung ziehen musste, vor allem bei gewissen...unsicheren Faktoren....“ Dabei sah er den Han'yō direkt an. „....dass es uns nicht irgendwann von Nutzen wäre, über ein weitreichendes Netzwerk zu verfügen? Für den Fall, dass uns die Menschen irgendwann enttarnen könnten?“
Der Han'yō musste zugeben, dass er nie an dieses Szenario dachte. Er lebte jetzt einfach sein Leben unter den Menschen.
Sesshōmaru stand auf. Eine Handlung, die sogleich eine Reaktion bei dem Han'yō auslöste. Für den Moment eines Wimpernschlages zu zucken und einige Millimeter zurück zu weichen.
„Die letzten 500 Jahre verbrachte ich auch damit, ein umfangreiches Netzwerk aufzubauen.“
„Also kennst du auch Yōkai in anderen Nationen.“
Sesshōmaru's Blick sagte alles.
„Dazu gehört auch ein Netzwerk an dämonischen Killern, die du einfach so abrufen und schicken kannst, wohin du willst?“
„Mexiko ist bekanntlich ein Land, in dem man viel mit genügend Geld organisieren kann.“
„Und warum hast du sie losgeschickt, um Kagome zu finden?“ Nicht, dass er ihm dafür nicht dankbar wäre. „Du wolltest sie doch gar nicht retten.“
„Ich sagte, unsere Firma sei nicht erpressbar. Nicht so, wie du es warst, mit deinem irrationalen Handeln, InuYasha.“ Dieser presste die Kiefer aufeinander. „Dieser Zwischenfall hätte das Ansehen unserer Firma schädigen können. Unser aller Tarnung damit auffliegen lassen.“
„Wo willst du hin?“ fragte er seinen Bruder, als dieser Anstalten machte, sein Büro zu verlassen. Was selten genug vorkam, wenn er arbeitete.
„Ein Außentermin.“
InuYasha rührte sich nicht, als sein Bruder an ihm vorbeiging. Zu sehr rasten seine Gedanken, die er zu ordnen versuchte.
„Du kannst mich begleiten. Solltest du Wert darauf legen.“

Kagome saß auf der Bank neben dem Goshinboku, unter eben diesem. Sie schloss die Augen und genoss den leichten Sommerwind, der ihr über die Wangen und durch den Pony wehte.
Sie machte gerade eine Pause, fegte bis eben noch das Gelände. Jetzt, wo sie ja für eine Weile zu Hause wohnte und ihr Großvater nicht mehr da war, konnte sie ihrer Mutter ja auch ein wenig helfen. Dann musste Sōta das nicht, der ja gerade für eine Prüfung lernen musste.
Als sich ein Schatten über ihre Oberschenkel legte, erschrak sie kurz, sah neben sich, ehe ihre Augen größer wurden.
„I-Inu...Yasha...“ Er stand direkt vor ihr. Die schwarzen Haare im Nacken zusammengebunden. Die Cap auf seinem Kopf. Er trug ein rotes kurzärmliges T-Shirt mit weißem Rand am Hals. Darüber ein rotes kurzärmliges Hoodie mit Kapuze und eine schwarze Jeans.
Doch sie sah an seinem Blick sofort, dass etwas nicht stimmte.
„InuYasha?“
„Es tut mir leid.“
„Eh?“ verwirrt sah sie ihn an. „Was meinst du?“
„Wenn es zu früh ist, dass ich...hier bin...“ Merkte er doch sofort, dass sie sich kurz erschrak, als sie ihn neben sich bemerkte, nur kurz seinen Schatten sah.
„Nein, es ist...“ kurz sah sie auf ihre Oberschenkel, knetete nervös mit ihren Fingern. „Ich war nur gerade auch in Gedanken. Deswegen sah ich dich nicht kommen.“
Er nickte nur, sah sich auf dem Gelände um.
„Was machst du gerade?“
„Nur eine kurze Pause. Ich war gerade dabei, das Gelände ein wenig zu fegen. Jii-chan ist ja nicht mehr da und Sōta muss gerade für eine Prüfung lernen. Da dachte ich mir, dass es Mama sicher hilft, wenn sie nicht alles alleine machen muss.“
Kurz breitete sich Stille zwischen ihnen aus. Keiner wusste so recht, was er sagen sollte.
„D-Darf...ich mich zu dir setzen?“ fragte er zögerlich, mied dabei ihren Blick.
Kagome rutschte ein wenig zur Seite und deutete ihm mit ihrer Hand neben sich, dass sie kein Problem damit hatte. Also setzte er sich. Dennoch wahrten beide noch eine kleine Distanz zwischen einander.
„Ich brauch dich wohl nicht danach fragen, wie es dir geht.“ Noch immer sah sie ihn nicht mit den gleichen Augen an, wie sie es vorher immer tat.
„Eigentlich geht es mir schon wieder recht gut. Ich überlege, ob ich vielleicht wieder zurück in meine Wohnung gehe und es mal wieder mit dem Alleinsein versuche.“
Seine Augen musterten ihren Körper. Sie trug zwar wohl wieder Röcke. Wenn in diesem Fall auch einen knielangen grünen Rock. Doch dazu eine weiße, hoch geschlossene Bluse und darüber eine dünne, langärmlige und grüne Strickjacke.
„Meine Verletzungen sind mittlerweile fast alle verheilt.“ Natürlich fielen ihr seine Blicke auf. Weshalb er, sich ertappt fühlend, wieder nach vorne auf den Steinboden des Schreingeländes sah. „Wieso bist du eigentlich hi-“
„Kagome, ich...“
Sie sah, wie er mit sich rang. Dass ihn etwas quälte. Irgendwoher kannte sie diesen Gesichtsausdruck.
InuYasha schreckte kurz hoch, als er ihre Hand auf seiner spürte, sah überrascht zu ihr.
„Was ist los, InuYasha?“
„Kagome, ich....“ Er biss sich auf die Unterlippe. „Ich war....in Guatemala.“ rang er sich dann doch dazu durch, ihr davon zu erzählen. Und sah in seinem Augenwinkel, wie sie kurz aufschreckte, leicht zusammenzuckte.


Im Hochland von Guatemala landete ein schwarzer Helikopter. Nichts an ihm lies auf seine Besitzer schließen.
Zwei junge Männer stiegen aus, als das Fluggerät auf dem Boden der Sierra Madre de Chiapas aufsetzte. Welche Teil einer vulkanisch geprägten Bergkette war, die vom Bundesstaat Chiapas, in dem Kagome zuvor ihre Ausgrabung hatte, ausging und sich über Guatemala weiter, bis nach El Salvador und Honduras erstreckte.
„Und was machen wir hier?“ fragte InuYasha, der Sesshōmaru zwar begleiten wollte, jedoch noch im Unklaren darüber gelassen wurde, was sie beide hierher führte. Seine langen schwarzen Haare hatte er zusammengebunden und verbarg sie unter seiner Cap. Er trug ein einfaches, rotes T-Shirt und eine knielange, schwarze Hose zu seinen rot-weißen Sneakern.
„Einen Fehler beheben, den dein kleiner Schoßwolf beging.“ InuYasha knurrte auf, bei dieser Bemerkung des Älteren.
Der selbst hier noch Wert auf ein gewisses Maß an Stil legte, mit seinem weißen Hemd und der schwarzen Anzughose. Auch wenn die oberen Knöpfe des Hemdes offen waren, die Krawatte nur locker gebunden und die Ärmel bis zu seinen Ellenbogen hochgekrempelt.
Hier, inmitten von tiefen Pinienwäldern, gingen sie auf ein kleines sehr versteckt liegendes Gebäude zu. Vor diesem wurden sie auch schon von Ambrosio García Alvez erwartet, der neben der Eingangstür lehnte.
Doch er schien seine menschliche Tarnung abgelegt zu haben. Seine Haare waren tief rot. Er trug sie offen, sie reichten ihm bis zu seinem Rücken und mit dem Band, mit dem sie das letzte Mal in seinem Nacken zusammengebunden waren, waren sie dies nun auf seinem Kopf.
Seine Pupillen waren schwarz und schmal, seine Netzhaut grün. Unter seinen Augen und an seinen Mundwinkeln, wies er gelbe Streifen auf, die sich über seine Haut zogen.
„We were able to track them all down.“ wechselte er auch sogleich ins Englische, was die beiden Brüder verstanden. Sesshōmaru nickte ihm zu, ehe er ihnen die Tür öffnete.
Durch diese man das kleine Haus betrat, welches innen wie ein Gefängnis wirkte. Die einzelnen Räume konnte man nur durch vergitterte Türen betreten, hinter denen etliche Männer standen. Allesamt an die Wände ihrer Zellen gekettet.
„Sesshōmaru, was-“
„Kōga lies den Anführer der Gruppe entkommen, die dein Weibchen entführten. Zwar mit einer deutlichen Warnung, aber dennoch stellt eine solche Handlung ein Risiko für uns dar. Für unser Unternehmen.“ InuYasha sah ihn verwundert an, als er seine Krawatte noch weiter lockerte und sie an ihn weiter reichte. Da sich Tenseiga an dieser befand, nahm sein Haar augenblicklich seine natürliche silberne Farbe wieder an. Seine Fingernägel verlängerten sich, bis sie wieder Krallen waren. Seine Eckzähne wurden zu Reißzähnen und seine Male erschienen augenblicklich in seinem Gesicht.
„Mein Team kümmerte sich bereits um sie.“ Ambrosio stellte sich neben die beiden Brüder. Und so sahen die Männer auch aus.
Schwere Hämatome und Blessuren. Zugeschwollene Augen und Gesichter, ausgeschlagene Zähne und gezogene Nägel. Vereinzelt auch offene Frakturen. Seine Leute mussten mit der Kraft von Yōkai zugeschlagen haben. Nicht, dass InuYasha es diesen Männern nicht gönnte.
„Ich denke, du möchtest deine Chance zur Rache nutzen.“ Sesshōmaru sah mit einem Blick über seine Schulter zu seinem Bruder, in dem dieser grenzenlose Gnadenlosigkeit erkannte.
Zwei der Männer, die dem mexikanischen Yōkai unterstanden, brachten einen Mann zu den beiden Brüdern, warfen ihn ihnen vor die Füße. Auch er sah mehr als grün und blau aus. Als er Sesshōmaru's Blick sah, schien er das erste Mal in seinem Leben Todesangst zu haben.
„Das ist der Mann, der diese Gang hier leitet und nicht nur die mehrfachen Vergewaltigungen an der Freundin deines Weibchens zuließ und sie seinen Männern quasi vor die Füße warf, sondern der auch deine Menschenfrau entführte, fesselte, schlug und einsperrte und sich ebenso an ihr vergehen wollte, wären diese Männer nicht in dem Moment aufgetaucht.“ verwies der Daiyōkai auf das Team von Ambrosio García Alvez.
In InuYasha flammte eine unbändige Wut auf. Aus einem kurzen Impuls heraus, entfernte er Tessaiga von dem Band an seinem Hals. Sofort spürte er wieder dieses starke Pulsieren in seinem Körper. Und der Mann, der vor ihm auf seine Knie gedrückt gehalten wurde, zeigte Angst, als er sah, wie das Haar des Mannes vor ihm, sich weiß zu färben begann. Seine Zähne und Fingernägel zu Reißzähnen und Krallen wurden. Kurz sah er ein rotes Leuchten in seinen Augen, deren Netzhäute daraufhin die Farbe von dunklem Bernsteingrau, zu hellem Gold änderten.
Als er seine Cap abnahm, sah er die Hundeohren auf seinem Kopf.
Woraufhin ein breites Grinsen sich auf seinen Lippen bildete, dann begann er leicht zu lachen.
„Ich weiß zwar nicht, wer ihr komischen Typen seid, aber ihr denkt doch nicht wirklich, dass ich vor so einem komischen...“ Er sah InuYasha verächtlich an. „...Typ Angst habe.“
„Halt dein Maul!“ zischte dieser leise und gefährlich, knurrte dann tief. Er hatte schwer mit seinem dämonischen Blut zu kämpfen.
„Wenn du mit ihm fertig bist, kannst du dir auch die anderen vornehmen.“ kam es nur kühl von Sesshōmaru.
InuYasha knurrte, nickte, bleckte seine Reißzähne und hob seine Hand mit den langen Klauen nach oben...


Sie wollte ihre Hand wegziehen, doch er umfasste ihre Finger sofort mit seiner. Hielt sie fest. Er wollte nicht, dass sie noch länger alleine damit klar kommen musste und das sollte sie wissen. Viel zu lange schon lies er sie damit allein.
„Ich begleitete...Sesshōmaru dorthin.“
Fragend sah sie ihn an.
„Du brauchst eigentlich nicht mehr zu wissen, als, dass es Sesshōmaru war, der....sagen wir, herausfand, wo du und Ayumi gefangen gehalten wurdet. Ein Kontaktmann trat dann an Kōga heran und brachte ihn zu euch. Und dieser...Kontaktmann, und dessen Leute, machten auch die Männer ausfindig, die bei eurer Befreiung fliehen konnten. Auch ihren Anführer. Kōga lies ihn gehen, wenn auch schwer verletzt. Sodass er immer ein Andenken behalten würde.“
Sie sah auf ihre Finger, um die InuYasha's Griff fester wurde. Sie sah die aufkochende Wut in seinem Gesicht.
„InuYasha...“ Er merkte, dass er zu tief in seinen Gedanken steckte und lockerte seinen Griff.
„Gomene.“
„Schon gut.“ Sie schüttelte nur kurz mit ihrem Kopf. „Aber wieso...warst du dann auch da?“
„Sesshōmaru hielt das für ein Risiko für uns. Wenn irgendwo Menschen herum laufen, die etwas von uns wissen und das dann doch mit unserem Unternehmen in Verbindung bringen können.“
Das klang für sie logisch.
„Deswegen...lies er die Männer aufspüren und in einem Versteck in den Bergen Guatemalas einsperren.“ Kagome horchte auf, sah zu ihm. „Er bot mir an, mit zu kommen. Und ich begleitete ihn. Dort traf ich auch den Mann, der dich auch...“ Er spürte, wie ihr Körper leicht zu zittern begann – und wie ihr Griff um seine Hand plötzlich fester wurde. „Er sagte mir, wenn ich wollte, könnte ich mich dafür an ihm rächen.“
Erschrocken sah sie ihn an.
„InuYasha, was...“ Sie war sich nicht sicher, ob sie die Antwort hören wollte.
„Ich wollte es, Kagome. Ich hatte mich sogar schon verwandelt, um mehr Kraft zu haben. Meine Krallen, mit denen ich seinen Körper auseinander nehmen wollte. Mein innerer Yōkai verlangte quasi danach, wollte seinen Blutdurst ausleben.“
„InuYasha...“ Ihre Stimme zitterte, das hörte er sofort und sah zu ihr. Sowohl ihre Stimme, als auch der Ausdruck in ihrem Gesicht erinnerten ihn an damals, als er sich das erste Mal verwandelte. Nachdem Goshinki Tessaiga zerbiss.
„Ich konnte es....dann aber doch nicht.“ Er sah ihr tief in die Augen, umfasste ihre Finger ein wenig fester. „Obwohl sie es verdient hätten, wie kaum jemand sonst auf diesem Planeten...hielt mich etwas davon ab.“ Nun sah sie ihn überrascht an. „Ich dachte kurz nach, es war nur ein sehr kurzer Gedanke, der mir kam. Aber ich sah auf einmal die Ähnlichkeit zu der Situation von damals. Als ich die Banditen einfach so niedermetzelte. Ohne jegliche Unterscheidung von Freund und Feind, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich spürte in diesem Moment, wie mein innerer Yōkai, genau dasselbe wieder tun wollte. Aber ich...wollte es nicht. Ich wollte nicht wieder diesen Geruch von Blut an meinen Händen haben, den ich dann nicht wieder weg bekommen würde. Erst recht nicht von diesen Kerlen.“
„Was hast du...“
„Ich hängte Tessaiga wieder an seinen Platz zurück und ging einfach. Ich musste da raus. Auch, wenn dieser Mistkerl mir noch alles Mögliche hinterher rief, um ich zu provozieren und ich wirklich mit mir zu kämpfen hatte. Aber ich...musste da weg, bevor ich noch etwas tat, das ich später bereuen würde. Sesshōmaru allerdings... Ich hörte ihre Schreie und sah die Dämpfe aus den offenen Fenstern.“
„Er setzte sein Dokkasō ein.“ InuYasha nickte nur und war sichtlich überrascht, als er Kagome's Körper plötzlich an seinem spürte. Sie lehnte sich an ihn.

„Ich bin so froh, InuYasha.“ Sie klang unglaublich erleichtert. Und so, als ob ihr gleich Tränen über ihre Wangen laufen würden. „Ich hatte schon Angst, du würdest dem einfach nachgeben und dich in deinem Blutrausch verlieren.“ Nun sah er ihre Tränen, die in ihren Augen standen. „Wenn ich nicht bei dir wäre, um dich zu beruhigen.“
Sie sahen sich einander für einen Moment an, ehe er seinen Blick wieder von ihr abwandte und nach vorne sah. Sodass sein Pony einen Schatten über seine Augen legte.
„Es tut mir leid, Kagome.“
„Was meinst du?“
„Es ist meine Schuld, dass dir das passierte. Weil ich dem ganzen Projekt zustimmte. Weil ich dich gehen lies. Weil ich nicht bei dir war und dich nicht beschützte.“
„InuYasha...“ Mit ihrer Stirn lehnte sie sich an seinen Arm, schloss kurz ihre Augen. „Ich kenne die Risiken, die mit meiner Arbeit einhergehen. Außerdem hätte mir so etwas auch hier passieren können.“
Kurz durchzuckte ihn bei ihrer Wortwahl etwas.
„Außerdem war diese Zeit doch so viel mehr, als nur das. Wir konnten dort auch so viel schöne Sachen sehen und erleben. Ich konnte mit internationalen Kollegen an einem wirklich tollen und faszinierendem Projekt arbeiten. Ich hab etwas von der Welt, außerhalb Japans, sehen können. Und ich wusste....du würdest mich finden und holen kommen.“
„Sesshōmaru fand dich, viel mehr seine Kontakte. Die Kōga zu dir brachten, der dich da raus holte.“
„Anzu-chan schrieb mir, dass du das Geld bezahlen wolltest. Von deinem eigenen Konto, weil Sesshōmaru es nicht bezahlen wollte. Ich dachte mir schon, dass es nicht an dir lag, dass nicht bezahlt wurde. Du würdest immer alles für mich tun, InuYasha.“ Ihre Hände legte sie an seinen Oberarm, ihre Finger gruben sich in seinen kurzen Ärmel. „Du würdest immer alles in deiner Macht stehende für mich tun.“
„Natürlich, Kagome.“ Er legte seinen Kopf auf ihren.
Und er sah zu ihr, als er merkte, wie sich ihre Finger in seinen Ärmel krallten.
„Kagome?“
„Ich bin schuld, dass....Ayumi-chan vergewaltigt wurde.“
Irritiert und unverständlich sah er sie an, sie nickte nur, wich seinem Blick aus.
„Der Anführer der Gang....sagte mir, als er zu uns in die Zelle kam, kurz nachdem er euch anrief, dass, wenn ich gesagt hätte, dass Ayumi-chan eure Angestellte ist und eine meiner engsten Freundinnen, dass er...“ Sie biss sich auf die Unterlippe, wieder musste sie die aufkommende Übelkeit runter schlucken. „...seinen Männern gesagt hätte, sie...netter...“ Er hörte ihr an, mit wie viel Abscheu sie dieses Wort aussprach. „...zu behandeln. So wie mich. Und er sie dann nicht...seinen Leuten überlassen hätte.“ Wieder begannen ihr die Tränen über die Wangen zu laufen, sie schluchzte. „Wenn ich etwas gesagt hätte, dann... InuYasha...“ Sie sah ihn bittend an, während ihr die Tränen über ihre geröteten Wangen liefen. „Wegen mir...wurde Ayumi-chan das angetan. Wegen mir...ist sie jetzt in der Klinik.“
„Was meinst du?“
„Die Therapie bei ihrem Psychologen wühlte viel bei ihr auf. Und er riet ihr, dass es besser für sie wäre, sich in einer richtigen Klinik therapieren zu lassen. Ich bin schuld, dass sie diese Therapie nötig hat, weil ich sie als meine Dolmetscherin dabei haben wollte. Obwohl ich doch weiß...wie gefährlich das Land ist. Vor allem für Frauen. Und Ayumi-chan nicht so ist wie ich, abgehärtet.“
„Hör auf, Kagome!“ schrie er sie an, weshalb sie kurz zurückschreckte und zusammenzuckte. „Es tut mir leid, ich wollte dich nicht anschreien.“ vorsichtig näherte sich seine Hand wieder ihrer, um sicher zu sein, dass sie das auch zulassen würde. „Es ist nicht deine Schuld, Kagome. Es ist ganz allein seine Schuld, verstehst du?“ Sie sah ihm in seine dunklen, bernsteingrauen Augen. Und etwas in ihr kribbelte bei diesem Anblick angenehm. „Es ist nicht deine Schuld. Du hättest nichts dagegen tun können. Es wäre trotzdem passiert. Hättest du dich eingemischt, hätten sie dir dasselbe angetan.“
In seinem Gesicht sah sie eine Verzweiflung, wie sie sie zuvor noch nie bei ihm sah. Und dieser Gesichtsausdruck, in seinem Gesicht, tat ihr im Herzen weh.
„Ich hätte nie damit leben können, wenn sie dich...“ Ohne auf ihre Reaktion zu warten, zog er sie an sich, drückte sie an seine Brust. „Kagome...“ sanft legte er seine Hand auf ihren Hinterkopf. Spürte, wie sie sich an ihn schmiegte, ihr Gesicht an seiner Brust vergrub, sich ihre Finger in sein Oberteil krallten.

„Gomene, InuYasha.“
„Für was entschuldigst du dich jetzt schon wieder, Dummkopf?“ tatsächlich konnte sie das erste Mal seit Wochen wieder lächeln.
„Dass ich dich im Krankenhaus von mir stieß. Das hat dich sehr verletzt. Das sah ich dir da schon an. Aber ich...konnte es nicht mehr zurücknehmen. Mein Körper gehorchte mir nicht mehr.“
„Und dafür entschuldigst du dich?“ Er intensivierte seine Umarmung noch ein wenig. „Hai, Kagome, es fiel mir unglaublich schwer, in der letzten Zeit. Nichts von dir zu hören, dich nicht zu sehen, zu wissen, wie es dir geht.“
„Mama hat dich besucht.“ Er hörte das kleine Lächeln in ihrer Stimme. Natürlich wusste sie davon. Auch wenn er sich sicher war, dass ihre Mutter ihr nichts davon erzählte.
„Das half mir, nicht vollkommen durchzudrehen. Aber du warst nicht in meiner Nähe. Aber ich kann es verstehen. Du brauchtest diese Zeit für dich. Und ich lasse dir alle Zeit der Welt, die du noch brauchst, bis du wieder zu mir zurückkommst.“ Er spürte ihr Nicken an seiner Brust. „Und ja, es tat weh, in diesem Moment, als du mich von dir gestoßen hast. Aber es war eine angemessene Reaktion. Viel mehr war ich in diesem Moment geschockt, was sie auslöste.“
„Mittlerweile...kann ich schon viel mehr Nähe zulassen.“ Sie löste sich aus seiner Umarmung und versuchte zu lächeln, was noch ein bisschen schief hing. Aber mit den roten Wangen und den kleinen Tränen in ihren Augen, erinnerte es ihn an den Abend, als er zu ihr kam, vor ihrer Abschlussprüfung. Und genau wie damals, lies sie auch jetzt sein Herz wieder schneller schlagen. „Wenn du es mal versuchen willst?“
Langsam hob er seine Hand, stoppte kurz, bevor er seine Finger zärtlich an ihre Wange legte.
Und sie lies es zu, schloss sogar ihre Augen. Es schien sich gut für sie anzufühlen.
Umso irritierter war sie, als er damit aufhörte.
„Ich will nicht noch einmal riskieren, Kagome, dass dir so etwas passiert. Dass du in eine solche Gefahr gerätst.“
„InuYasha?“
„Ich habe mich dazu entschieden, die Firma zu verlassen.“
Kagome's Augen weiteten sich, sie sah ihn geschockt an.
„Ich werde meine Anteile an Sesshōmaru und seine Mutter abgeben. Die Wohnung, die Autos und alles, was ich nicht brauche, werde ich verkaufen. Und das gesamte Geld daraus, auch das auf meinem Konto, werde ich spenden.“ Er sah ihren entsetzten und fragenden Blick. „Immerhin war es meine schwarze Karte, also meine Schuld, dass sie auf dich aufmerksam wurden und dich entführten. Mein Lebensstandard ist dafür verantwortlich. Dadurch wurdest du zum Ziel.“




Wird InuYasha seine Pläne wahrmachen? Oder lädt das Leben sie vielleicht doch dazu ein, eine solche Entscheidung noch einmal zu überdenken?
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
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