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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
15.01.2021
33
124.445
12
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09.10.2020 3.521
 
18.Kapitel: Sicher zu Hause





Noch am Abend desselben Tages landete der Helikopter vor der Stadtgrenze von Mexiko-Stadt. Von wo aus die beiden Frauen mit einer schwarzen Limousine sogleich in eines der privaten Krankenhäuser der Stadt gefahren wurden. Auf dem Weg dorthin meldete Kōga ihre baldige Ankunft und den nötigen Behandlungsbedarf schon mal vorab an. Sodass sie auch gleich in Empfang und aufgenommen wurden, um sie sofort zu den entsprechenden Ärzten und Ärztinnen zu bringen. Insbesondere Ayumi musste eingehend untersucht werden. Noch immer war sie vollkommen apathisch.
Doch Kōga blieb die ganze Zeit über in der Nähe der beiden Frauen.


InuYasha ging in sein Büro und war gerade dabei, das Geld von seinem Privatkonto, in Bitcoin zu transferieren. Als das aufleuchtende Display seines Smartphones, das neben seinem Laptop lag, ihn vor dem letzten Klick stoppen lies.
Sah er doch Ginta's Gesicht und Nummer auf seinem Display. Also musste es Kōga sein, der ihn anrief und nahm ab.
´´Wir haben sie, InuYasha. Kagome und Ayumi sind jetzt in Sicherheit. Wir bringen sie in ein Krankenhaus, nach Mexiko-Stadt.``
Sofort lies der Han'yō alles stehen und liegen und lief ins Büro seines Bruders.
„Sesshōmaru, Kōga konnte sie finden. Kagome, sie ist-“
„Unser Jet wird gerade aufgetankt.“ Der Ältere stand mit dem Rücken zu ihm, stand vor einem der großen Fenster und sah über die graue Betonwüste, die sich vor ihm bis zum Horizont erstreckte.
Skeptisch sah InuYasha zu ihm. Sesshōmaru sah über seine Schulter zu ihm.
„Er wird direkt in Mexiko-Stadt landen. Ein Mann, Ambrosio García Alvez, wird dich dort mit einem Wagen erwarten und dich zu dem Krankenhaus fahren, in dem sie sich aufhält.“
InuYasha verstand zwar nicht, was gerade vor sich ging. Aber er akzeptierte dies und nickte, ehe er sofort Richtung Aufzug stürmte, um zur Tiefgarage zu kommen. Damit er zum Flughafen fahren und endlich zu Kagome kommen konnte.
Sesshōmaru richtete seinen Blick wieder auf die Global City vor sich und ein kaltes Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. In seinem Blick blitzte kurz etwas gnadenloses auf. Seine Hände, die hinter seinem Rücken ineinander lagen, spannte er kurz an, ehe er wieder zu seinem Schreibtisch ging...


Und es dauerte auch nicht lange, bis ein Privatjet auf dem Internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt landete. Von dem aus sich eine schwarze Limousine Richtung des Krankenhauses begab.
Durch dessen Eingangstür ein völlig panischer InuYasha stürzte. Weshalb die junge Rezeptionistin an dieser erschrocken zusammenzuckte.
„Where is Kagome Higurashi treated?“
„Who are you?“
„Dai Takahashi.“ Er zeigte ihr auch einen Ausweis.
„Is she your wife or are you related to her?“
„No, she's my girlfriend.“
„Dann kann ich Sie auch nicht zu ihr lassen.“ führte sie die Unterhaltung mit dem Han'yō fort.
InuYasha glaubte, aus allen Wolken zu fallen und hart auf einen Betonboden aufzuschlagen. Er wollte, nein, er musste zu Kagome!
„Security!“ rief die junge Frau am Empfang, als er an diesem vorbei zu stürmen versuchte. Lief so direkt in die Arme einiger Männer, die versuchten, ihn festzuhalten.
„Lasst mich...gefälligst durch!“ brüllte er rum, wehrte sich gegen die Griffe der Männer. Aus denen er versuchte, sich zu befreien.
//Kagome!//
Auch mit einem InuYasha in dessen menschlicher Gestalt hatten sie Mühe, ihn zurückzuhalten.
Als eine Hand, die sich von hinten auf seine Schulter legte, ihn innehalten lies, als er sich zu deren Besitzer umdrehte. Der nur mit dem Kopf schüttelte und dann zu der jungen Rezeptionistin ging, diese zu umgarnen schien.
InuYasha folgte ihm mit seinen Augen, beäugte ihn skeptisch, hob eine Augenbraue. Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Er wollte endlich zu Kagome!
Und nicht seinen ominösen Begleiter dabei beobachten, wie der mit der jungen Frau am Empfang flirtete. Wie er nur vermuten konnte, da er kein Spanisch sprach.
Dann sah er, wie Geld, unauffällig, den Besitzer wechselte. Die junge Rezeptionistin sah dann zu ihm, gab den Männern der Security ein Zeichen. Die nickten und machten ihm den Weg frei. Die junge Rezeptionistin zeigte in Richtung des Krankenhausflures, der vom Foyer weiter ins Gebäude führte.
„Sie können jetzt zu Ihrer Freundin. Erste Etage, Zimmer 1.996.“ erklärte ihm sein Begleiter auf Englisch, was er beherrschte. Dieser wandte sich auch gleich wieder der jungen Frau zu und schien noch ein wenig mit ihr zu flirten.
InuYasha nickte nur und lief los. Er wollte nur noch zu Kagome. Kein anderer Gedanke existierte noch in seinem Kopf.
Dass Kōga vor Kagome's Zimmer stand, war ihm eine hilfreiche Orientierung.

„Warte, InuYasha.“ hielt dieser ihn jedoch zurück, in dem er ihn am Arm packte, als er in Kagome's Zimmer stürmen wollte.
„Lass mich zu ihr, Kōga.“ Dessen ernster Blick irritierte den Han'yō und er wurde ruhiger, weshalb Kōga ihn losließ und dann erst mal tief durchatmen musste.
„Kagome...“ suchte er nach den richtigen Worten.
„Was ist mit ihr?“ InuYasha sah ihn energisch an.
„Du solltest nicht so plötzlich in ihrem Zimmer auftauchen. Das könnte sie...nicht gut verkraften.“
InuYasha sah ihn geschockt an. „Was haben sie ihr...“ Er senkte seinen Blick.
Kōga blieb ihm eine Antwort schuldig.
InuYasha ballte seine Hände zu Fäusten. „Kōga!“ drängte er auf eine Antwort. „Haben sie sie...“
„Nein.“ An InuYasha's sinkenden Schultern und seinem Brustkorb, der sich einmal hob und senkte, als er tief durchatmete, sah er ihm die Erleichterung an. „Aber sie waren auch nicht zimperlich mit ihr. Kagome musste viel durchstehen. Du solltest sehr vorsichtig mit ihr umgehen.“
InuYasha nickte einfach. In ihm mischte sich Erleichterung mit dem Wunsch nach Vergeltung.
„Und...Ayumi? Waren sie auch nur grob-“ Nun wich Kōga seinem Blick aus, er schüttelte nur mit dem Kopf. Damit war dem Han'yō alles klar. Er sah auf Kagome's Zimmertür. „Kann ich wirklich zu ihr?“
„Du bist sicher die einzige Person auf der Welt, die ich zu ihr lassen würde. Die sie sehen will.“
InuYasha nickte und klopfte leise an ihrer Tür, ehe er langsam ihr Zimmer betrat.
„Kagome…“

Ihr Zimmer war recht geräumig. Das Bett stand an der linken Wand. Sie war an einem Tropf angeschlossen. Die Wände waren in blassem Gelb gestrichen, der Boden aus hellem Holz. Ihr Fenster ging zu einer kleinen Grünanlage raus. Dem Bett gegenüber stand eine Schrankwand aus Holz, in die ein Flachbildfernseher eingefasst war. Ein Teppich und Blumengestecke ließen das Zimmer angenehmer wirken. Genauso wie die verschiedenen gerahmten Bilder an den Wänden. Über ihrer Zimmertür hing eine Uhr und sie hatte ihr eigenes Badezimmer.
Nur langsam drehte sie ihren Kopf zu ihm, um ihn anzusehen. Ihre Gedanken schienen langsam zu schalten.
Und ihr Blick lies den Han'yō erneut erstarren und sich ohnmächtig fühlen.
Das waren nicht mehr die hellen, warmen, braunen Augen, die ihn auf den Fotos noch so stark ansahen, voller Trotz. Mit denen sie ihn schon damals immer so ansah, dass er wusste, alles schaffen zu können, weil sie ihm voll und ganz vertraute. An ihn und seine Stärke glaubte. Und dass er alles für sie tun würde.
Jetzt sah sie ihn mit kalten leeren Augen an und ihre Mundwinkel schienen wie versteinert.
„K-Kagome...“
„InuYasha...“ Ihre Stimme klang schwach, aber hoch, ängstlich. Sofort kamen ihr die Tränen, die ihr über die Wangen liefen und ihre Schluchzer schienen ihren ganzen Körper zu schütteln. Der sichtlich schwächer zu sein schien.
„Kagome!“ Sofort ging er zu ihr und schloss sie in seine Arme, drückte sie an seine Brust. Er legte seinen Kopf auf ihren und strich mit seinen Fingern durch ihr Haar. Das nicht mehr seidig, sondern strohig war. Sie roch nach ganz anderem Duschgel und Shampoo, wie sie es sonst benutzte.
Sicherlich musste sie hier im Krankenhaus erst mal alles von sich waschen, was ihr von den letzten Tagen am Körper klebte.
„Ayumi-chan... Sie haben Ayumi-chan...“
„Ich weiß.“ Und er hatte keine Ahnung, wie er jetzt drauf wäre, wenn sie auch ihr das angetan hätten. Schon jetzt tobte es in ihm.
Seine Augen wanderten über ihren Körper, der so viel dünner war als vorher. Schnitte, Kratzer und Blessuren waren mit Pflastern und an einigen Stellen auch mit kleineren Verbänden versorgt. Überall sah man noch die Hämatome an ihrem Körper. Unter anderem konnte er genau sehen, wo an ihrem Körper sie grob angepackt wurde. Jeden einzelnen Finger, der sich um ihre Arme gelegt haben musste, konnte er an diesen ausmachen.
Ein Gefühl aus Wut, Zorn und dem Wunsch nach Rache, dessen Beschreibung weit, weit über diese Worte, die es nicht einmal ansatzweise fassen konnten, brodelte in ihm.
„Wir bringen euch beide nach Hause. Da bist du in Sicherheit, Kagome.“ Sie sah zu ihm hoch. Liebevoll strich er ihr über die Wange, lächelte, wollte ihr so Mut machen. „Und ich werde dich nie wieder allein lassen.“
Doch als er ihre Wange an derselben Stelle berührte, wie der Mann, der sie zuvor in ihrer Zelle über dem Boden auf hängte und sie ebenfalls dort berührte, blitzte dieses Bild vor ihrem inneren Auge auf. Noch deutlicher, als InuYasha lächelte, was auch der Anführer der Gang tat, die sie entführte.
Sofort verkrampfte Kagome sich und sie stieß InuYasha reflexartig von sich.
„Nein!“ schrie sie und schlug dann wild um sich, als wollte sie sich wehren. Was Kōga sofort auf den Plan rief.
Fassungslos sah InuYasha zu ihr.
Und bekam nur am Rande mit, wie der Yōrōzoku auf einen Knopf drückte, der sich neben ihrem Bett befand. Schon im nächsten Moment stand eine Schwester im Raum und versuchte, beruhigend auf Kagome einzugehen. Da dies jedoch keine Wirkung zeigte, gab sie ihr eine Spritze mit einem Beruhigungsmittel. Was auch schnell seine Wirkung zeigte.
„Aber was... Kagome?“ Die Frau die er.... Sie stieß ihn von sich.
Kōga legte ihm eine Hand auf die Schulter, er sah zu ihm. „Gib ihr etwas Zeit. Sie muss unglaublich viel verarbeiten. Wir wissen noch gar nicht, was alles diese Panikanfälle bei ihr auslöst. Was auch ihre Untersuchung nicht vereinfachte.“
InuYasha's Hände ballten sich zu Fäusten. Hätte er jetzt seine Krallen, statt Fingernägel, würde er diese tief in seine Handflächen graben.
„Ich will...ihre Untersuchungsergebnisse sehen.“ verlangte er, in einem ruhigen und leisen Tonfall.
„InuYasha, du solltest sie vielleicht besser nicht-“
„Ich sagte, dass ich ihre Untersuchungsergebnisse sehen will.“

3 Tage später konnten die beiden Frauen entlassen werden und InuYasha brachte sie im Privatjet nach Hause. Den ganzen Flug über war es ruhig in dem kleinen Flugzeug, in dem auch Kōga, Ginta und Hakkaku mitflogen.
Er lies Kagome keine Sekunde aus den Augen, näherte sich ihr aber kaum bis gar nicht und nur vorsichtig, sprach ruhig und langsam mit ihr. Wenn sie und Ayumi nicht schliefen.
Währenddessen las er sich Kagome's Untersuchungsberichte durch, die er sich noch in Mexiko hatte übersetzen lassen. Und mit jedem Wort, das er las, würde er am liebsten etwas im Flugzeug auseinander nehmen, um seine unendliche Wut ausleben zu können.
Kaum in Tōkyō gelandet, brachte er beide Frauen auch gleich ins Sōgō Krankenhaus. Dasselbe Krankenhaus, in dem Kagome damals geboren wurde.
In dem Hōjō nun als Arzt arbeitete. Von dem InuYasha wusste, dass er nicht nur ein guter Arzt dort war, sondern der den beiden Frauen auch vertraut war. Was nur gut für sie war.
Beide bekamen ein Einzelzimmer.

„Wir konnten die Untersuchungsergebnisse der Kollegen aus Mexiko nur bestätigen.“ kam Hōjō zu InuYasha, der sich ihm gegenüber auch erst mal als Dai Takahashi vorstellte. Wusste er doch nicht, wie weit er dem jungen Mann vertrauen konnte. Und ein Presserummel war auch das Letzte, was er gebrauchen konnte.
Das alles hier sollte in Ruhe, unauffällig und unterhalb jeglichen Radars stattfinden.
„Kagome und Ayumi weisen beide einige schwere Hämatome auf. Etliche, leichte bis mittelschwere Prellungen. Eine Gehirnerschütterung, die aber langsam abklingt. Viele Schnitte und tiefe Kratzer, deren Heilungsprozess gut vorangeht. Es werden keine Narben bleiben. Zumindest...keine körperlichen.“
„Erzählte eine der beiden vielleicht schon irgendwas?“ InuYasha hörte einfach nur zu, überließ es Kōga, nachzufragen und mit Hōjō zu sprechen. Jedes Wort, das er jetzt von sich geben müsste, würde nur die Eskalation, die in seinem Inneren wütete, nach außen tragen.
Hōjō sah auf seine Unterlagen, die auf seinem Schreibtisch lagen.
„Von Ayumi....war bis jetzt, zumindest darüber, nichts in Erfahrung zu bringen. Sie ist definitiv schwer traumatisiert und wird eine sehr lange intensive Therapie benötigen, um alles zu verarbeiten. Ihre Untersuchungsberichte sprechen eine klare Sprache. Ich kann sie mit euch besprechen, sie entband mich, euch gegenüber, von der Schweigepflicht.“ Hōjō wartete auf eine Antwort, als er zu InuYasha und Kōga sah.
Letzterer sah ersteren an, der nur kurz zu ihm blickte. Was der junge Arzt registrierte.
„Die Mirai Corporation wird für alle Behandlungskosten aufkommen.“
„Das kannst du einfach so garantieren?“ InuYasha bot ihm diese direkte Anrede an, als er sich ihm vorstellte. Doch Hōjō ahnte schon, dass es nicht sein richtiger Name war, mit dem er sich ihm vorstellte. Mehr brauchte er wohl aber auch und wollte er gar nicht wissen.
„Eine umfassende Fürsorge für die Mitarbeiter gehört zur Firmenpolitik des Unternehmens. Sie werden keine Einwände dagegen haben.“ versicherte der Yōrōzoku in Menschengestalt dem jungen Arzt, der ihm gegenüber saß. Dieser nahm das mit einem Nicken zur Kenntnis.
„Bei Ayumi sind eindeutig Spuren von mehreren schweren....“ Hōjō musste sich dazu durchringen, es laut auszusprechen, musste davor schlucken. „...Vergewaltigungen nachzuweisen.“ Eine tonnenschwere unangenehme Ruhe breitete sich im Raum aus, als diese Gewissheit nun feststand. „Kagome blieb, was das angeht, verschont. Aber...“ Hōjō musste einmal tief durchatmen. Was den Han'yō in Menschengestalt innerlich in den Wahnsinn trieb. „Sie erzählte bis jetzt kaum etwas. Sie steht noch sichtlich unter Schock. Beide werden die nächsten Tage mit unserem hauseigenen Therapeuten reden.“ InuYasha, zu dem Hōjō sah, nickte das nur kurz ab. Er wollte wenigstens irgendetwas für Kagome tun. „Nachdem, was sie uns bisher wissen lies, schlug man sie bewusstlos, um sie zu entführen. Daher rührt auch die Gehirnerschütterung. Zu sich kamen beide erst wieder, als sie am Versteck ankamen, bevor man sie einsperrte. Sie waren gefesselt, bekamen nichts zu essen und kaum zu trinken. Sie musste...einige Schläge einstecken. Daher die Blessuren und Hämatome.“
Umso mehr InuYasha hörte, desto lieber würde er gerade irgendwas in diesem Zimmer auseinander nehmen.
„Sie wusste nicht, wie viel Zeit verging. Ayumi und sie wurden voneinander getrennt eingesperrt. Tagelang wusste sie nicht mal, ob Ayumi noch lebt. Aber fast jeden Tag kam jemand zu ihr rein und drohte ihr mit dem Tod. Sie entzogen ihr den Schlaf und wenn sie schlief, was mehr einem wegdämmern glich, schütteten sie ihr kaltes Wasser über den Körper. Außerdem...“ Hōjō sah zu einem InuYasha, der auffällig ruhig war. Aber an dessen angespannter Körperhaltung und dem anhaltend zitternden, angespanntem Bein, sah er ihm an, dass es in ihm wüten musste wie ein Hurricane. „...kamt ihr wohl gerade rechtzeitig, um sie zu retten. Wir...stellten bei der Untersuchung einen großen und deutlichen Handabdruck an ihrem Oberkörper fest.“ InuYasha riss seine Augen auf, fixierte aber weiterhin einen Punkt auf dem Fußboden. Hōjō sah die ganze Zeit zu ihm, während er sprach. „An einer ihrer...“ Den Rest des Satzes führte er nicht weiter aus. Wusste doch auch so jeder, was er meinte. „Sie muss dort grob angepackt worden sein. Und du meintest ja, ihr Hemd wäre geöffnet, als du sie vorfandest.“
Auch Kōga erlaubte ihm diese direkte Anrede, als er sich ihm vorstellte.
Von einem Augenblick auf den anderen zog ein kurzer Luftzug durch das Büro des jungen Arztes, als InuYasha wortlos aus diesem hinaus stürmte und dabei die Tür aufriss, die er hinter sich laut ins Schloss warf.
Beide Männer sahen ihm nach...

Auf dem Dach des Krankenhauses umfassten seine Hände die metallene Stange des Geländers. So fest, dass seine Knöchel weiß hervor traten. Wäre er jetzt in seiner normalen Gestalt, würde er dieses Geländer mühelos zerdrücken.
„AHHHHHHHHH!“ schrie er sich all seine Wut, seinen Zorn, seine aufwallenden und in ihm tobenden Gefühle und Gedanken, die er nicht in Worte fassen konnte, heraus. Bis seine Lunge neuen Sauerstoff brauchte, weshalb er schnell und tief ein- und ausatmete.
Alles, was ihm momentan durch den Kopf schoss, machte ihn wahnsinnig. Er konnte diese Gedanken nicht abstellen, diese Verzweiflung. Die Wut auf sich selbst.
Das alles passierte nur, weil er sie gehen lies! Weil er sie allein lies und nicht bei ihr war!! Weil er sie deswegen nicht beschützen konnte!!!
Wie würde er ihr je wieder gegenüber treten können? Ihr ins Gesicht sehen können? In ihre Augen, die ihn vielleicht nie wieder so ansehen würden, wie vorher?
InuYasha sah auf seine Hand, mit der er damals nach ihrer griff und sie festhielt, als sie allein in ihrem Zimmer waren. Damals versprach er ihr und schwor sich selbst, sie mit seinem Leben zu beschützen.
Und was tat er stattdessen? InuYasha ballte die Hand wieder zusammen, presste seine Kiefer aufeinander. Stattdessen lies er sie in eines der gefährlichsten Länder der Welt gehen. Vor allem für Frauen. Er wusste, was passieren würde und...lies sie dennoch gehen.
Als nächstes schlug er mit der Faust gegen eine Wand.

„Nii-chan!“ rief Sōta nach ihm, als er und seine Mutter das Foyer des Krankenhauses betraten, wo er auf sie wartete. Auch wenn er beiden nicht in die Augen sehen konnte.
Um ihn nicht zu verraten, vermied Sōta es, seinen Namen zu benutzen. Seine schwarzen Haare band er im Nacken zu einem Zopf. Zusätzlich trug er die Cap auf seinem Kopf und unauffällige normale Kleidung.
„Kannst du uns zu ihr bringen?“ Er hörte ihrer Mutter nur die Verzweiflung an, die ihr sicher auch an den Augen abzulesen war. In die er ihr nicht sehen konnte.
Er nickte nur und brachte sie zum Aufzug, um sie dann zu Kagome's Zimmer zu bringen.
Im Aufzug hielt er die Nähe zu ihrer Familie kaum aus. All die Jahre vertraute ihre Mutter ihm ihre Tochter an. Lies sie 500 Jahre zurück in die Vergangenheit reisen, durch einen magischen Brunnen. In eine Zeit, in der es Yōkai gab. Als würde sich ihre Tochter zum shoppen mit ihren Freundinnen in der Innenstadt treffen, oder in einem Café. Mit dem Vertrauen darauf, dass sie wieder zu ihr zurückkam, weil er auf sie aufpasste, sie beschützen konnte.
Und jetzt musste sie sie hier, in dieser Zeit, im Krankenhaus besuchen und würde sicher alles erfahren, was ihr zustieß – weil er nicht da war und sie nicht beschützte.
Sōta schreckte kurz auf, als InuYasha, der hinter ihm und seiner Mutter an der Wand lehnte, mit der Faust, aus einem Impuls heraus, gegen diese schlug.
„Inu-no-nii-chan...“ sprach er ihn so wie immer an, da sie die einzigen im Aufzug waren. „...deine Knöchel bluten.“ bemerkte Sōta. Der Han'yō in Menschengestalt sah nur kurz auf seine Wunden an seiner Hand. Ignorierte aber sowohl den Fakt, als auch, dass Sōta es ansprach.
Kagome's Mutter sah nur mit einem kurzen Blick über ihre Schulter, den er nicht bemerkte, zu ihm, als sich die Tür des Aufzuges öffnete.

„Kagome.“ sprach ihre Mutter leise und ging auch langsam auf sie zu. Ebenso wie ihr Bruder. Zuvor gingen sie an ihrem Nachbarzimmer vorbei, in dem Ayumi lag. Ihre Eltern waren gerade bei ihr, nachdem Hōjō ihnen beibringen musste, was ihrer Tochter passierte. Die noch immer apathisch schwieg.
„Mama... Sōta...“ Wieder begann sie zu weinen. Vorsichtig umarmten die beiden sie.
InuYasha blieb draußen, lehnte neben ihrer Zimmertür. Sie schien ihn nicht bei sich haben zu wollen, seit sie ihn in ihrem Zimmer in Mexiko, von sich stieß. Ein Schmerz, der sich für ihn nicht in Worte fassen lies.
Aber er konnte ihr auch gerade nicht gegenübertreten, sie nicht ansehen. Nicht, nachdem er zuließ, was ihr passierte. Und er konnte nicht all diese Spuren von Gewalt, die sie ihr antaten, an ihrem Körper sehen, ohne innerlich auszurasten.
Er hatte das Gefühl, dass sie noch nie so weit voneinander getrennt zu sein schienen wie jetzt. Nicht mal während der letzten 500 Jahre.
„Ich möchte nach Hause.“ kam es von Kagome, die mit leerem Blick auf ihre Decke sah. Auch ihre Mutter und ihr Bruder schockte ihr leerer Blick, als sie ihr Zimmer betraten.
„Willst du mit InuYasha-kun gehen?“ Ihre Mutter lächelte sie liebevoll an.
„Ich möchte nach Hause.“ Ihre Finger krallten sich in ihre Decke.
„Darfst du denn schon gehen?“
´´So lange sie regelmäßig zu ihren Untersuchungen und...ihren Terminen mit dem Psychologen kommt, kann ich sie entlassen.`` kam es von Hōjō, der gerade ihr Zimmer betrat. Dabei lies er ihre Tür offen stehen.
„Dann bringen wir dich nach Hause, Kagome. Du musst uns nur anrufen, wenn du etwas brauchst.“
„Nein, ich...möchte zu dir nach Hause, Mama.“ Mit Tränen in den Augen sah sie ihre Mutter an und umarmte sie, was diese erwiderte.
„Kagome...“ liebevoll strich sie ihr über den Kopf.
„Nee-chan.“ Sōta setzte sich neben sie auf ihr Bett.
Und wieder schlug InuYasha, mit seiner blutenden Hand, gegen die Wand, an die er lehnte. Was alle in Kagome's Zimmer aufschrecken lies.
„InuYasha-kun?“ fragte ihre Mutter flüsternd und sah Richtung Tür. Doch der Han'yō war schon weg, als Sōta nachsah.
//InuYasha...//




Dieser Alptraum ist für Kagome also erst einmal vorbei. Aber er wird sie sicher noch eine Weile beschäftigen.
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
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