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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
22.01.2021
34
131.044
12
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
02.10.2020 4.320
 
17.Kapitel: Rettung in letzter Sekunde





Um diese Aussage zu unterstreichen, war auf dem Foto zu sehen, wie einer der Männer, der neben Kagome stand, langsam mit seinen Fingern an ihren Hals entlang strich.
In InuYasha brodelte es gefährlich. Selbst Tessaiga schien Schwierigkeiten zu haben, sein aufgebrachtes Blut unter Kontrolle halten zu können. Die Mordfantasien gegenüber Kagome's Entführern, standen ihm geradezu ins Gesicht geschrieben. Sie liefen über seine Augen und seine Stirn wie ein Nachrichtenticker.

„Weder die Mirai Corporation, noch unsere Familie, ist erpressbar.“ Sesshōmaru schloss das Fenster mit der E-Mail einfach.
InuYasha sah ihn fassungslos und entgeistert an.
„Wir werden das gefälligst bezahlen!“ schrie er seinen älteren Halbbruder an. „Es geht hier um Kagome's Leben, verdammt!!“
„InuYasha...“ kam es ruhig von seinem Gegenüber. Der ihn auch genauso emotionslos wie vielsagend ansah. „...ich lies bereits Nachforschungen über diese Gruppe anstellen, in dessen Händen sie sich befindet. Es handelt sich dabei um die gefährlichste und brutalste Gang des amerikanischen Kontinents. Sie operieren hauptsächlich in El Salvador und Guatemala. Sie arbeiten auch für das Sinaloa-Kartell. Verdienen ihr Geld aber hauptsächlich mit Drogen-, Waffen- und Menschenhandel und Prostitution. Ihre Morde erkennt man an ihrem hohen Maß an Grausamkeit.“
„Ich denke nicht, dass du sehen willst, was sie mit den anderen Archäologen, mit denen Kagome zusammen arbeitete, anstellten.“ warf Himiko ein.
„Wenn sie ihr bis jetzt nur körperliche Gewalt antaten, kann sie sich glücklich schätzen.“ InuYasha's Körper versteifte sich, als Sesshōmaru ihn mit einem vielsagenden Blick ansah, der keine Interpretationen zuließ. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch am Leben ist, geschweige denn, dass wir jemals etwas über ihren Verbleib erfahren werden, ist gering. Und das weißt du.“ Sesshōmaru traf seinen Halbbruder an einem Punkt, den er immer weiter von sich schob. Eine Tatsache, die er sich nicht eingestehen wollte. „Außerdem würden wir damit einen Präzedenzfall schaffen, der uns immer wieder angreifbar machen würde. Wir werden nicht bezahlen.“

Kagome schreckte aus ihrem Dämmerzustand hoch, der die letzten Tage noch am nächsten an das ran kam, was sie als Schlaf bezeichnen würde, als die Tür aufgerissen wurde.
„Deinem Lover scheinst du ja nicht gerade am Herzen zu liegen.“ Ein bulliger Typ hockte sich vor sie. In seinem Blick lag ganz klar die Absicht, sie allein schon durch diesen einzuschüchtern. Doch Kagome blieb standhaft, sie wollte keine Angst zeigen. „Normalerweise kriegen wir unser Geld innerhalb von Minuten.“ erzählte er ihr auf dem unausgesprochen verständigten Englisch. „Dabei sollte man doch davon ausgehen, dass man jemanden wie dich, schnell wieder zurück haben will.“ Er musterte sie von oben bis unten. Sie konnte an dem Ausdruck in seinen Augen erkennen, was er vorhatte, mit ihr zu tun. „Unsere Hinweise, dass wir nicht zimperlich sind, sollten doch ausreichen, damit das Geld möglichst schnell locker gemacht wird.“ Er legte seine Hände an ihre nackte Taille, unterhalb ihres dunkelgrünen Hemdes, das sie sich für die Arbeit immer anzog und aufgrund der Hitze an ihrem Bauch immer zusammen knotete. „So eine Schönheit wie dich würde doch jeder Mann wieder haben wollen.“
Kagome musste kurz schlucken, als er begann, die oberen Knöpfe öffnen zu wollen. Aber nur, um ihren Würgereiz zurückzuhalten. Sie durfte keine Angst zeigen. Auch jetzt nicht.
„Wie lange...“ Sie hoffte, ihn in ein Gespräch verwickeln zu können. „Wie lange ist es her, dass ihr die Lösegeldforderung geschickt habt?“ Und tatsächlich hörte er auf und sah sie an. Es schien ihn zu irritieren, dass sie immer noch nicht nachgab.
„3 Tage.“
Kagome riss kurz ihre Augen auf, mit denen sie ihn ansah. Dann senkte sie ihren Blick, dachte nach. Sie wusste, InuYasha würde alles tun, was auf dieser Welt in seiner Macht lag, um sie zu finden und hier raus zu holen. Das tat er immer. Daher war sie sich sicher, dass es einen Grund geben musste, warum das Geld noch nicht gezahlt wurde.
„Sicher wird nicht eher gezahlt werden, bis sie ein Lebenszeichen von mir bekommen haben.“ Ihr Hemd war schon fast ganz offen, man sah schon ihren BH. „Warum sollten sie auch zahlen, wenn sie sich nicht sicher sein können, dass ich noch lebe? Immerhin wollen sie mich ja wieder haben. Wenn ihr mich umbringt, haben sie auch keinen Grund zu zahlen.“ Zeit. Sie musste Zeit schinden. Nicht nur für sich. Sondern auch für Ayumi, die hoffentlich auch noch lebte. Auch wenn sich Kagome nicht mal in ihren schrecklichsten Alpträumen vorstellen wollte, was sie in der Zeit, in der sie schon hier waren, mit ihr anstellten. Zumindest ging sie davon aus, dass Ayumi noch lebte. Von etwas anderem würde sie nicht ausgehen, so lange sie keine Leiche sah. „Lasst mich mit ihnen reden.“
Der Typ sah sie zweifelnd an. Doch Kagome wollte noch höher pokern. Was hatte sie hier draußen auch schon zu verlieren? Keiner verbarg sein Gesicht vor ihr. Sie wusste, wie das hier sowieso ausgehen könnte.
„Und ich möchte meine Freundin sehen. Ich will wissen ob sie lebt oder...“ Den Rest des Satzes schluckte sie runter. Sie wollte nicht mal daran denken. „Sie ist eine Angestellte der Mirai Corporation. Und eine meiner engsten Freundinnen. Es springt noch mehr für euch raus, wenn sie lebt.“

„Sesshōmaru!“ knurrte InuYasha ihn an. Doch das lies diesen kalt. „Bezahl gefälligst!“
„Nein.“ war die kurze Antwort.
„Sie werden sie töten!!“
„Das wurde sie vermutlich schon längst.“ Sesshōmaru lehnte sich in seinem schwarzen Lederstuhl zurück.
Hätte InuYasha momentan Krallen, er würde tiefe Spuren im edlen Holzschreibtisch seines Bruders hinterlassen. Aber auch so zeigte sich der Daiyōkai, mit seinem Blick, wenig begeistert über die Fingernägel des Jüngeren, die über das polierte Holz kratzten.
Zu mehr fehlte dem Han'yō auch die Kraft. Seit Tagen ging er durch die Hölle. Konnte nicht schlafen, nicht essen. In seinem Kopf wechselten sich Vorstellungen, darüber, was sie Kagome alles antaten, mit seinen Erinnerungen an sie und Momente mit ihr, ab.
„Bitte, Sesshōmaru.“ Nie hatte er gedacht, das einmal tun zu müssen. Aber es war, als würde man ihm die Luft, schrittweise, immer mehr abdrücken. Er konnte kaum noch richtig atmen. „Ich flehe dich an. Bezahl das Lösegeld.“ Nur seine Tränen, die würde er dem Daiyōkai niemals zeigen.
„Genau aus solchen Gründen, InuYasha, richteten wir es damals so ein, dass keiner von uns allein, über das Geld der Firma verfügen kann. Ohne die Einwilligung des anderen.“
Es fühlte sich so an, als würde man ihm das Herz in der Brust zerquetschen.
In diesem Moment klingelte sein Smartphone, was ihn aufschrecken lies. Auf dem Display stand Unterdrückte Nummer.
„Hello?“
´´InuYasha...`` Genannter riss seine Augen auf, während sein Körper erstarrte. Sein Name, ihre Stimme, hallten in seinem Kopf immer wieder. Wieder schien die Zeit um ihn herum einzufrieren.
„Kagome...“ Sesshōmaru und Himiko horchten auf. „Kagome, wo bist-“
´´Es ist alles in Ordnung, InuYasha. Sie haben mich nicht angefasst, verstehst du?`` Sein Gehirn arbeitete nicht schnell genug, um das Gesagte zu verarbeiten und ihr zu antworten. ´´Und mach dir um den Rest keine Gedanken, okay? Das sind doch nur...Kratzer.`` Er hörte das kleine Lächeln in ihrer Stimme. ´´Und ich möchte, dass du dir um noch etwas keine Gedanken machst. Ich komm klar. Ich schaff das.``
Und dann machte Kagome eine kurze Pause, indem sie noch mal tief durchatmete und lächelte, bevor sie InuYasha noch etwas sagen konnte.
Weshalb er, nahezu erstarrt, seine Augen weitete, als er ihre Worte hörte – ehe ihre Stimme plötzlich abbrach.
„Kagome?!“
Der Mann, der bei Kagome war, nahm ihr das Telefon weg. Zudem wurde in diesem Moment auch die Tür aufgerissen und Ayumi zu Kagome auf den Boden geschubst. Wobei ein kurzer und erstickter Schrei von ihr zu hören war. Was InuYasha am anderen Ende der Leitung mitbekam.
´´Das war Ayumi-chan!`` hörte er Kagome aus dem Hintergrund rufen. Sie klang weiter weg. ´´Ayumi-chan lebt!`` Also ging er davon aus, dass man die beiden Frauen trennte und Kagome nichts um den Verbleib ihrer Freundin wusste.
InuYasha's Griff um sein Mobiltelefon wurde fester.
´´Wie du hörst, lebt die Freundin deiner kleinen Hure auch noch.`` sprach ein Mann auf Englisch, aber mit deutlich spanischem Einschlag, mit ihm. Trotzdem verstand er, was man ihm sagte. Und am liebsten würde er diesem Kerl, jetzt im Moment, persönlich den Hals umdrehen. ´´Damit liegt das Angebot jetzt bei 125 Millionen. Ihr bezahlt besser noch innerhalb der nächsten Stunden. Ich weiß nämlich nicht, wie lange ich meinen Männern noch begreiflich machen kann, dass es besser für unseren Deal ist, deine Kleine nicht anzufassen. Sie ist ein wirklich hübsches Ding.``
Damit endete der Anruf.
Und in InuYasha brodelte es. Sein ganzer Körper fühlte sich wie zum zerreißen gespannt.
„Da hast du dein Lebenszeichen. Jetzt bezahl endlich!“
Sesshōmaru sah ihn einen Moment lang einfach nur an. Ohne etwas zu erwidern. Ohne die geringste Regung.
„Sesshōmaru!“
„Ich werde unserer Firma nicht erpressbar machen.“
InuYasha reichte es jetzt endgültig.
„Ich bezahl das Geld selbst.“ Er wandte sich zum gehen.
„Das wirst du nicht.“ Doch weder der Ältere, noch dessen Mutter regten sich auch nur einen Millimeter, um ihn davon abzuhalten.
„Es ist mein Geld. Ich kann damit machen was ich will!“

Kōga war vollkommen fertig. Mit sich selbst. Mit der Welt. Und sein Körper fühlte sich auch vollkommen fertig an.
In seiner Menschengestalt dauerte es, trotz des Yōkaiblutes in seinen Adern, doch um einiges länger, bis die Wunden und Verletzungen heilten. Da schien es wohl eine biologische Diskrepanz zwischen dämonischem Blut und menschlicher Physis zu geben.
Beides schien einfach nicht zusammen zu passen. Umso mehr fragte er sich, wie InuYasha das, in seiner wahren Gestalt, seit seiner Geburt aushielt.
Aber was hatte er für eine Wahl? Zwar hatte er kurz seine wahre Form dazu genutzt, diese Typen zu erledigen. Aber genau in diesem Moment musste es ja beginnen zu regnen.
Weshalb jeglicher Geruch weg gewaschen wurde. Regen in diesen subtropischen Ländern dauerte entschieden zu lange.
Dann musste er Ginta und Hakkaku ins nächste Krankenhaus schaffen, da sie zu beschäftigt mit den anderen Kerlen waren, um sich zu verwandeln und ernsthaft verletzt wurden. Um sich unter Menschen bewegen zu können, musste er wieder Menschengestalt annehmen.
Seitdem musste er die bescheidenen Heilungskräfte der menschlichen Physis ihre Arbeit machen lassen. Hier im Krankenhaus konnte er sich nicht verwandeln.
Immerhin musste auch das Geheimnis ihrer Spezies gewahrt bleiben. Niemandem, auch nicht Kagome, ihren Freunden und ihrer Familie, wäre geholfen, wüssten die Menschen von ihrer Existenz.
Und wer konnte schon abschätzen, wie die Menschen darauf reagieren würden? Was sie mit denjenigen machen würden, die von ihnen wussten?
Kōga schüttelte mit dem Kopf. Auch wenn das, im Nachhinein, nicht seine beste Idee war. Das war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um über so etwas weitreichendes und kompliziertes, das für die gegenwärtige Situation nicht relevant war, nachzudenken.
Und auch, wenn er wenig Hoffnung in die örtlichen Behörden hatte, hatte er Kagome's Entführung doch bei ihnen gemeldet.
Er musste dringend mal vor die Tür.

Vor dem Krankenhaus holte er dann erst mal tief Luft und lehnte sich an eine Wand. Er hasste es, sich so nutzlos zu fühlen!
Er konnte Kagome nicht beschützen. Er wusste nicht, wo sie war. Wie er sie finden sollte.
//Verfluchte Scheiße!//
In einer fließenden Bewegung drehte er sich um und schlug mit der Faust gegen die Steinwand des Krankenhauses.
Die Leute auf der Straße sahen ihn kurz überrascht und misstrauisch an, ehe sie weiter gingen.
„Señor Kitayama?“ sprach ihn ein junger Mann an, der plötzlich neben ihm stand.
Er hatte dunkle Haut und war Kōga von Statur und Größe gleich. Seine Haare waren schulterlang, schwarz und wuschelig, aber locker zu einem Zopf im Nacken zusammen gebunden. Um sein Kinn wuchs ein gepflegt aussehender Dreitagebart und ein kleiner Oberlippenbart unter seiner Nase. Er trug ein helles Leinenhemd, was ihm locker um den Körper fiel. Und um dessen Kragen Bilder gestickt waren, die von den Steinwänden hätten sein können, die Kagome die letzten Wochen immer wieder freilegte. Über seinem Hemd trug er eine schwarze Weste und dazu eine schwarze knielange Stoffhose und einfache Sandalen. Um seinen Hals trug er ein schwarzes Band, an dem ein kleiner metallener Totenkopf hing. Passend dazu trug er an seinem rechten Handgelenk einen dünnen Armreif aus metallenen Totenköpfen. Und an seinen Ohren kleine, rechteckige Ohrringe...

„Ayumi-chan.“ Kagome wusste nicht, ob sie aus Freude weinte, oder weil sie nur erahnen konnte, was ihre Freundin in den letzten Tagen erleben musste, so wie sie aussah.
Aber daran wollte sie im Moment einfach nicht denken. Hauptsache, ihre Freundin lebte noch.
„K-Konntest du...mit InuYasha reden?“ hauchte Ayumi leise und Kagome nickte. Bei jeder Bewegung schien sie Schmerzen zu haben. „S-Sie wollen...Lösegeld.“ Es war eine Feststellung.
„Ayumi-chan...“ Dieses Mal wusste Kagome, warum ihr die Tränen kamen. Ayumi war nicht nur in einer ähnlichen, körperlichen Verfassung wie sie selbst. Sie sah auch eindeutig die Spuren am Körper ihrer Freundin, von dem, was die Männer ihr sicherlich die vergangenen Tage wiederholt antaten.
„Wir kommen hier nicht mehr raus, Kagome-chan.“ Sie schien unfähig, ihre Freundin anzusehen. Ihre Augen waren leer, kalt, trüb, einfach nur leblos. Kagome musste sich immer wieder dazu bringen, nicht zu den Hämatomen ihrer Freundin zu sehen, die diese an der Innenseite ihrer Schenkel hatte. Die nicht einfach nur blau waren, sondern schon eher ins Dunkelrot gingen. Auch an ihr sah man überall die Handabdrücke der Männer.
„Doch, Ayumi-chan, das werden wir. InuYasha weiß jetzt, dass wir beide noch leben. InuYasha wird kommen und uns retten. Er kam immer.“ Nun standen ihr aus anderen Gründen Tränen in den Augen.
„Sie zeigten uns ihre Gesichter, Kagome-chan.“ Nichts schien mehr von ihrer lebensfrohen Freundin noch übrig zu sein. Aber wie konnte Kagome das auch annehmen?
Ayumi kannte solche Situationen nicht. Sie wuchs im Tōkyō des 21. Jahrhunderts auf, führte dort ein ruhiges, sicheres Leben. Sie war ein junges Schulmädchen, das zur Schule ging, um Dolmetscherin zu werden. Sie hatte ein liebevolles stabiles Elternhaus.
Ihre schlimmsten Erlebnisse waren die Abfuhren von Jungs, in die sie verknallt war.
Sie selbst dagegen wurde schon so oft entführt, gefangen gehalten. Von Yōkai, von Banditen. Wo ihr damals sicher dasselbe Schicksal geblüht hätte, wäre InuYasha nicht aufgetaucht. Sie wurde angegriffen, verletzt, gejagt. Ihre Seele wurde in einen Spiegel gesogen. Einmal wurde sie fast von Naraku absorbiert.
„Das glaubst du doch nicht wirklich, Kagome-chan.“
„Doch, weil ich mich auf InuYasha verlassen kann. Er kam immer, um mich zu retten. Er fand mich sogar im Shikon.“ Auch diese Geschichte erzählte sie ihren Freundinnen damals natürlich. „Er wird mich immer, überall finden.“
Auf Ayumi's Lippen bildete sich ein zynisches Lächeln. „Würdest du daran glauben, Kagome-chan, dann hättest du vorhin nicht-“
Weiter kam die junge Übersetzerin auch gar nicht, als die Tür erneut aufgerissen wurde. Doch beide Frauen schreckten nicht auf.
Kagome wollte weiter Trotz zeigen. Ayumi's Körper war einfach zu müde. Ihr fehlte die Kraft dafür.

„Jetzt habe ich wirklich keine Geduld mehr.“ Kagome erkannte den Mann, der ihren Raum betrat als den, der auch an der Ausgrabungsstelle auftauchte und in Kōga's und ihre Unterhaltung platzte.
Sie spannte ihren Körper an und sah ihren Gegenüber dabei unentwegt an.
„Nach einem Lebenszeichen sollte es doch Geld regnen. Aber es ist schon Stunden her und wir haben unsere Kohle immer noch nicht.“ Er griff Kagome fest am Kinn, grinste breit und dreckig. „Scheint mir ganz so, als wäre deine Gnadenfrist dann wohl abgelaufen.“ Er packte Ayumi am Kragen.
„Ayumi-chan!“ rief sie noch nach ihr, als er sie auf den Boden vor die Tür schubste. Die junge Dolmetscherin wehrte sich nicht und blieb einfach liegen.
Der Typ griff nach dem Seil, mit dem auch ihre Hände und Füße gefesselt waren und löste es von der Wand. Dafür zog er es durch eine Vorrichtung und hängte Kagome's gefesselte Handgelenke an einen Haken über ihrem Kopf.
Ruckartig zog er diesen mit dem Seil nach oben, somit auch Kagome. Der dadurch beinahe die Schultern ausgekugelt wurden.
Die Schmerzen, die sie dennoch dadurch empfand, versuchte sie, ihn nicht sehen zu lassen. Sah ihn stattdessen weiter trotzend an.
Er stand direkt vor ihr, sie hing kurz über dem Boden, er hatte den Blick eines Raubtieres. Doch Kagome wollte ihm dennoch zeigen, dass sie sich nicht so einfach kleinkriegen lassen würde. Weshalb sie auch versuchte, sich zu wehren.
„Umso mehr du dich wehrst, desto mehr erschwerst du dir das nur.“ Er sah über seine Schulter zu Ayumi, die sich gerade mal dazu aufraffen konnte, sich an die Wand neben der Tür zu lehnen. „Frag deine Freundin. Die musste das auch erst lernen. Dafür lernte sie es aber ziemlich schnell.“
„Ayumi-chan...“ Kagome sah zu ihr. Ihr Atem ging langsam und schwer.
Der Mann vor ihr folgte ihrem Blick und grinste sie dann wieder an, Kagome erwiderte seinen Blick trotzig.
„Weißt du, dass es deine Schuld ist, dass meine Männer sich die letzten Tagen ein wenig mit deiner Freundin vertrieben?“ Kagome hielt kurz inne in ihrer Gegenwehr. „Hätten wir gewusst, dass wir wegen ihr unser Angebot erhöhen können, hätte ich den anderen gesagt, dass sie unseren zweiten Gast auch freundlich behandeln sollen. Aber sie waren so ungeduldig, wegen dem Geld. Und mussten die ganzen Tage, so eng aufeinander, hier in diesem Haus verbringen, um euch zu bewachen. Da brauchten sie etwas Abwechslung. Und du warst ja keine Option. Immerhin warst du ja unser bestes Druckmittel.“
//'Warst'?// wiederholte sie in ihrem Kopf.
„Deswegen waren wir ja auch nur ein bisschen grob.“ Sein lüsterner Blick fuhr über ihren Körper. Den sie nun absolut still hielt. Sickerten doch seine Worte langsam in ihr Bewusstsein.
//Hätte ich gleich etwas gesagt, wäre Ayumi-chan nicht... Ich bin schuld, dass sie...//
„Keine Sorge...“ Seine Hand fuhr über ihren Körper. Mit seinen Fingern öffnete er auch die letzten Knöpfe ihres Hemdes. „..ich beeil mich auch. Und dann gönn ich dir eine Pause, bevor du meine Männer kennen lernen darfst.“
Kagome hing regungslos da, leistete keinen Widerstand. Zu gelähmt war ihr Körper von ihren Gedanken.
Weshalb er auch kurz das Risiko einging, sie los zu lassen, um erst seine eigene Hose zu öffnen. Bevor er seine Finger an den den Knopf von Kagome's Hotpants legen wollte.
Als ihn plötzlich etwas von den Beinen riss.

Ayumi blickte zwischendurch vom Boden auf. Zu ihrer Freundin, vor der dieser Kerl stand. Auch sie hörte was er sagte. Und sie sah, wie Kagome sich noch immer versuchte zu wehren. Als sie dann hörte, was er zu ihrer Freundin sagte und deren Gegenwehr daraufhin erstarb, blitzte kurz etwas in Ayumi auf. Sie raffte ihre letzten Kräfte zusammen und warf sich, mit ihrem ganzen Körpergewicht, seitlich gegen ihn. Was ihn zu Boden fallen lies.
„Kagome-chan!“ rief sie dabei nach ihrer Freundin.
Dafür kassierte sie sofort eine heftige Ohrfeige. Ihre Wange leuchtete geradezu und eine verheilte Blessur platzte wieder auf.
„Kleines Miststück!“ fluchte er laut. Ayumi zuckte auch kurz zusammen, ehe sie an ihre Freundin appellierte.
„Ka-Kagome-chan, du darfst jetzt nicht aufgeben. InuYasha ist sicher schon auf dem Weg. Er ist bald hier. Er ist sicher....schon in der Nähe.“ Ayumi lächelte traurig, während ihre Tränen sich auf einer ihrer Wangen mit ihrem Blut vermischten.
„Das könnt ihr Weiber euch abschminken. So tief im Dschungel findet euch nie jemand.“ Er sah wieder zu Kagome, die sich auch weiterhin nicht zu regen schien. „Ihr solltet euch nicht so sehr an diese Hoffnung klammern, dass euch je jemand finden oder erfahren wird, was mit euch passierte. Das verlängert nur eure Qualen. Aber ich weiß schon, wie wir dir diese Hoffnung austreiben können.“ Er strich Kagome über die Wange, leckte sich selbst über seine Lippen und begann, eine ihrer Brüste fest zu kneten. Während seine andere Hand erneut ihre Hotpants öffnen wollte.
Als genau in dem Moment ein grelles Licht durch das kleine Fenster, vor dem ein schiefes Rollo hing, den Raum hell erleuchtete und den Anführer der Gruppe blendete. Sodass er sich seinen Arm vor seine Augen halten musste.
Auch Ayumi musste wegsehen, weil ihr das Licht in den Augen stach. Sie horchte irritiert auf, als sie zudem Helikopter hörte.
Im nächsten Moment schreckten auch die anderen Männer in dem Versteck auf, als die Tür zu diesem, nicht einfach nur aus den Angeln flog, sondern auch durch das ganze Haus an die gegenüberliegende Wand.

//InuYasha...// war Kagome's letzter Gedanke, nachdem Ayumi nach ihr rief und seinen Namen nannte, er ebenfalls in ihre Gedanken sickerte.
Und aus dem Impuls eines letzten verzweifelten Versuches heraus, setzte sie zum ersten Mal seit Jahren, wieder ihr Reiryoku ein. Sie sammelte alle Kräfte, die ihr geschwächter Geist zuließ und kanalisierte sie.
Genau dieses plötzliche Aufflammen ihres starken Reiryoku war es, was ein verzweifelter Yōrōzoku und auch seine Begleiter, sofort wahrnahmen und nun endgültig wussten, dass sie in die richtige Richtung flogen, dass ihre Koordinaten korrekt waren.
Doch so plötzlich dieses starke Reiryoku aufflammte, genauso schnell verschwand es auch wieder.
„Warte!“ rief ihm der junge Mann noch nach, der Kōga vor dem Krankenhaus ansprach, als er aus dem Helikopter sprang. Um dann sofort auf das Haus zuzulaufen, das inmitten des grünen Dschungels stand.
Mit einem einzigen Tritt trat er die Tür ein, die aus den Angeln flog, während seine zahlreichen Begleiter ihm folgten.
„Kagome! Ayumi!“
Die Männer in dem Versteck sprangen sofort auf, zückten ihre Waffen und hielten diese Richtung Tür. Durch welche erst ein langer Schatten trat, dem dessen Besitzer folgte. Mit dem Licht der Scheinwerfer im Rücken, die sich vorne an den Helikoptern befanden.
In seinem rechten Mundwinkel blitzte auch ein langer Reißzahn gefährlich auf. Er blieb kurz vor der Gruppe junger Männer stehen. Sein Pony warf einen Schatten über seine Augen.
„Ihr widerlichen Dreckskerle.“ kam es leise von Kōga – gefährlich leise. „Das war euer letztes widerliches Verbrechen.“ sprach er auf Englisch zu ihnen, was sie verstanden.
„Und du allein willst uns aufhalten?“ Sie richteten ihre Waffen auf ihn.
Doch Kōga konnte nur müde lächeln. Er war vielleicht nicht mehr so schnell, wie er es war, als die Splitter noch in seinen Beinen steckten. Aber schneller als Menschen war er allemal.
Und so waren seine Gegenüber auch mehr als irritiert, als er plötzlich aus ihrem Blickfeld verschwand, ehe er sie von hinten angriff und ihnen allen nicht nur die Waffen aus den Händen, sondern auch ihre Zähne aus ihren Kiefern schlug. Die der Reihe nach brachen.
Doch das war ihm nicht genug. Er knackste mit seinen Fingern. Sie sollten leiden.
„Denkst du wirklich...“ raffte sich einer vom Boden auf, der erst mal Blut spuckte, ehe er zu der Waffe griff, die direkt vor ihm lag. Er grinste breit, richtete sie dann direkt auf Kōga. „...dass du uns allein gewachsen bist?“
Wieder lächelte er nur kalt.
Dann packte er den Mann mit der Waffe mit einer Hand am Hals und hob ihn mühelos hoch. Was die anderen Männer um sie herum, dann doch zurückweichen lies. In Kōga's Blick sah man keinerlei Mitleid.
Er war so schnell, dass der Mann sofort seine Waffe fallen lies, als er den Boden unter den Füßen verlor. Er sah in kalte blaue Augen.
„Ihr habt doch alle keine Ahnung.“ Mit einem kurzen Griff verdrehte er ihm das Genick und lies den leblosen Körper zu Boden fallen. Dann sah er langsam über seine Schulter zur Seite, zu den anderen Männern.
Die zwar erneut ihre Waffen auf ihn richteten, die aber nur zitternd festhalten konnten.
Kōga erhob nur kurz reine rechte Hand und aus einem hellen Licht erschien das Goraishi an dieser.
Die bewaffneten Männer schreckten zurück, als sie die langen metallenen Klauen sahen, die aus dem Nichts erschienen.
„W-Was z-zum...“ war das Letzte, was er von diesen Männern hörte, ehe ein grelles Licht das Haus nicht nur erhellte. Sondern auch dessen Wände einriss und den Boden zum beben brachte.
Diejenigen, die nach draußen flüchten konnten, liefen direkt in die Arme weiterer Männer.
Welche ebenfalls alle übermenschliche Kräfte zu besitzen schienen...

Seine spitzen Ohren zuckten, als Kōga eine Bewegung in seinem Augenwinkel bemerkte. In dem Türrahmen neben ihm stand ein Mann, der ihn ängstlich ansah. Die Augen weit aufgerissen.
„W-Was...“ Kōga kam langsam auf ihn zu. Sofort griff er nach seiner Waffe, die er auf diesen richtete.
Innerhalb eines Wimpernschlags stand der fremde Mann vor ihm, schlug ihm die Waffe aus den Händen und blickte ihm direkt in die Augen.
„Ich lasse dich nur leben, damit du jedem sagen kannst, was hier passierte. Jedem, den du in deinem Netzwerk kennst. Damit sie wissen, dass es besser für sie ist, niemanden mehr einfach zu entführen, wenn ihnen etwas an ihren Leben hängt, kapiert?“
Der Mann vor ihm nickte heftig, schluckte.
„Aber egal, wo du dich aufhältst, sei dir nie zu sicher, dass wir dich nicht doch finden. Und damit du mich nicht vergisst, geb ich dir noch ein nettes Souvenir von mir.“ Kōga zückte seine Goraishi und zog eine Kralle über sein linkes Auge, ehe er den Anführer entkommen lies.
Es gab jetzt Wichtigeres.
´´K-Kōga?!`` hörte er Ayumi's schwache Stimme aus dem Nebenzimmer wispern und folgte ihr. Seine Goraishi lies er wieder in seinem Körper verschwinden.
„Kōga...-kun...“ kam es schwach, von einer hängenden Kagome.
´´Ayumi!`` hörte diese plötzlich Ginta nach ihrer Freundin rufen, der auch sogleich neben ihr in der Tür stand. Er besah sie sich von oben bis unten. Sie sah den Schock in seinen Augen und begann zu weinen.
Kōga löste ihre Fesseln und hielt sie fest, als sie in seine Arme sank.
„Es ist jetzt vorbei, Kagome.“ Kōga sah sie mit einem weichen Blick an.
Sie nickte nur, regte sich aber sonst nicht. Sein Blick fiel auf ihr offenes Hemd. Die dunklen Handabdrücke an ihrem Körper. Und er wünschte sich, er hätte diesen Mistkerl doch umgebracht.
Vorsichtig hob er die junge Frau hoch.
„Wir bringen euch erst mal in ein Krankenhaus und dann nach Hause.“




Die Rettung war ja wohl mal wirklich ziemlich knapp. Aber Koga wird sie jetzt sicher nach Hause bringen.
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
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