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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
15.01.2021
33
124.445
12
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28.08.2020 4.350
 
12.Kapitel: Rückzugsort





Irgendwas war anders an diesem Morgen, als InuYasha aufwachte. Anders, als an all den anderen Morgen zuvor. Er fühlte sich glücklich, erleichtert, zufrieden. Und der Grund dafür lag neben ihm. Tief in die Kissen und die Decke eingekuschelt, eingesunken in die weiche Matratze.
Zärtlich, aber vorsichtig, dass sie nicht aufwachte, strich er ihr eine ihrer dunklen Haarsträhnen aus dem Gesicht, bevor er aus dem Bett aufstand und sich erst eine neue Boxershorts aus der Kommode und dann ein neues Hemd aus seinem Kleiderschrank holte, bevor er runter in die Küche ging.
Er fühlte sich heute unglaublich energiegeladen.

Nur langsam bekam sie ein Gefühl für ihren Körper, als sie begann, aus einem langen, tiefen und traumlosen Schlaf aufzuwachen.
Dann spürte sie langsam das weiche Bett und als sie ihren Oberkörper anhob und sich umsah, realisierte sie auch schnell, dass das hier nicht ihr Schlafzimmer war.
Sie lag in einem Kingsize-Bett mit zwei schwarzen und schmalen Bettpfosten aus Holz, an den beiden Ecken des Fußendes, auf dem ein großes weißes Fell lag. Das Bettzeug war rot, das Laken schwarz, aber es lagen auch viele weiße Kissen zwischen den roten, in die sich zurückfallen lies. Wobei sie die Wand aus grauem, aber glatt verputzten Beton sah, an der eine große Uhr aus Metall hing.
Mit großen Zeigern und römischen Zahlen.
Das Kopfteil war aus hellem Holz, ebenso wie die schmalen Bretter, die rechts und links des Bettes als Nachttisch fungierten und in beiden Ecken des Raumes, in Bücherregale übergingen. Die aus Metall waren und in denen sich einige, sehr alt aussehende Bücher, Fotos in verschiedenen Farben und andere Erinnerungsstücke befanden.
Am Fußende des Bettes übernahm eine alt wirkende Holzkiste die Funktion eines Ottomanen.
Die Wand gegenüber der Schlafzimmertür, war aus rotem Backstein. Ein großes Fenster mit dickem schwarzen Rahmen, das, wie die Fenster unten im Wohnzimmer, in mehrere kleine Quadrate unterteilt war, und in dessen Ecken auch dieselben blickdichten, weißen Stoffvorhänge hingen, lies die Morgensonne in den übersichtlichen, aber gemütlichen Raum.
Gegenüber des Bettes stand eine hohe Kommode, die wie aus schwarzem Leder gemacht zu sein schien und ziemlich viele Griffe hatte. Daneben hing ein Spiegel.
Als Kagome aufstand und ihre Unterwäsche und sein Hemd vom gestrigen Abend, vom Boden aufklaubte, spürte sie die Wärme einer Fußbodenheizung unter dem dunklen Parkettboden.
Auch unter dem Bett lag ein großes weißes Fell, als Teppich, damit die Füße den teuren Holzfußboden nicht zerkratzten, wenn es sich bewegte. Was es letzte Nacht wohl sehr intensiv tat.
Kagome wurde rot bei dem Gedanken an die letzte Nacht, aber sie fühlte sich auch glücklich.

Als sie sich näher in seinem Schlafzimmer umsah, fiel ihr schnell ein Foto auf, das gerahmt, neben ihrem Kopfteil stand. Sie setzte sich kurz auf ihre Bettseite und nahm es in die Hand. Mit wehmütigem Blick sah sie es sich an und strich mit ihren Fingern über das Glas.
Hinter dem ihre Freunde in eine Kamera sahen und lächelten – alle, bis auf InuYasha.
Sie erinnerte sich an den Tag. Es entstand an einem schönen Sommertag, den sie mit weiterreisen verbrachten. Einer der wenigen Tage, die friedlich waren. Zu dem Zeitpunkt machten sie gerade eine Pause und da kam ihr die Idee für das Foto, dass sie mittels Selbstauslöser machte.
Das Foto zeigte sie, in ihrer Schuluniform. Wie sie Shippō im Arm hielt. Neben ihr stand Sango, mit Kirara im Arm. Sie beide lächelten. Genauso wie Miroku, der zwischen ihnen beiden, hinter ihnen, stand. Und InuYasha, der hinter ihr stand. Seinen Blick nur widerwillig und mürrisch, der Kamera seitlich zugedreht, in diese richtete. Wahrscheinlich störte ihn der starke Geruch der gelben Blumen, vor denen sie posierten. Oder, dass sie mal wieder eine Pause brauchten.
Trotzdem musste Kagome lächeln, als sie das Foto sah und es dann wieder zurück stellte.

Sie ging vorbei an der dunklen Holztür, die man schieben konnte und durch die man das angrenzende Masterbad betrat. Auch die Schlafzimmertür war eine Schiebetür aus dunkelbraunem Holz.
Sie führte in einen vorgelagerten Flur, in dem sich nur ein großer, zusammenhängender Kleiderschrank befand. Und da die Türen aus Glas waren, fiel ihr auch als erstes sein roter Suikan ins Auge, der auf einem Bügel hing.
Kurz sah sie sich um und öffnete den Kleiderschrank dann kurz. Nach so langer Zeit wollte sie das so vertraute Material einfach mal wieder zwischen ihren Fingern spüren. Um festzustellen, dass es sich noch genauso anfühlte, wie in ihrer Erinnerung.
Sie roch sogar noch den Geruch des Waldes, der sich einmal da befand, wo sich jetzt die Hochhäuser drängten.

„Du machst Frühstück?“ liebevoll lächelte sie, als sie am oberen Ende der Treppe stand und zu ihm in die danebenliegende Küche sah.
Wo er an der Kücheninsel stand, auf der sie einige Lebensmittel ausmachte, die wohl eher der westlichen Küche zuzuordnen waren. Auch Kirara bekam schon etwas zu essen und fraß, sichtlich zufrieden, eine Portion Thunfisch aus ihrem Napf, den sie noch gründlich aus leckte.
Ehe sie sich dem Spielzeug auf ihrem Kratzbaum widmete.
„In den letzten Jahren musste ich ja lernen zu kochen. Oder glaubst du, Sesshōmaru ist der Typ großer Bruder, der mir mein Lunch macht?“
Während Kagome die Treppe herunter kam und um die Kücheninsel herum ging, lagen seine Augen auf ihr. Sein Hemd verdeckte ihren Körper an machen Stellen nur unzureichend.
Nicht, dass ihn dieser Anblick stören würde. Auch wenn es ihm schwer fiel, sich zurückzuhalten.
„Du machst Bagles mit Lachs?“ Sie setzte sich ihm gegenüber, auf einen der Hochstühle, die an der Kücheninsel standen. Und trotz der zerwühlten Haare, ihr Zopf löste sich in der letzten Nacht schnell auf, die ihr über die Schultern fielen, auf denen sein Hemd hing, war sie für ihn die schönste Frau der Welt.
„Wir lebten einige Zeit in Europa, da bringt man dann auch einige Gewohnheiten mit.“ Er schob ihr einen auf einem Teller hin. Unter den Fisch strich er vorher noch Kräuterfrischkäse.
„Schmeckt wirklich lecker.“ Ein wenig des Frischkäses blieb an ihren Lippen hängen, die immer noch leicht geschwollen schienen und einen natürlichen Glanz hatten.
„Du hast da noch etwas Frischkäse.“ benutzte er diesen als Vorwand, um im nächsten Moment vor ihr zu stehen und mit seinem Daumen über ihre Lippen zu fahren.
Sodass sie sich wieder sehr nah waren und in den Augen des anderen versanken.
„Kagome...“ gedankenverloren sah er sie an und legte dann sanft seine Lippen auf ihre. Es kostete ihn all seine Selbstbeherrschung, als sie seinen Kuss erwiderte, das von letzter Nacht nicht sofort zu wiederholen.
„Ich sah das Foto.“ kam es leise von ihr, als er den Kuss löste. Ihre Wangen waren noch gerötet. War sie so einen Umgang mit ihm doch nicht gewohnt. „Auf meiner Bettseite. Von uns.“
Auch sein Blick wurde nun etwas wehmütig.
Damals lies sie es bei Kaede, als sie von dieser Reise zurückkamen. Damit auch ihre Freunde etwas hatten, was sie immer an ihre gemeinsame Zeit erinnerte.
„Sango bewahrte es all die Jahre auf, bis sie... Sie gab es mir, kurz davor. Ich trug es all die Jahrhunderte bei mir.“ Er verschwieg ihr, wie oft er es sich ansah, sie darauf ansah. „Als dann Bilderrahmen erfunden worden, kaufte ich gleich einen, damit es keinen Schaden nimmt.“
Kagome nickte nur. Er mochte diesen Ausdruck in ihren Augen nicht.
Weshalb er sie in seine Arme zog und seinen Kopf auf ihren legte. „Sie waren glücklich, ihr ganzes Leben. Miroku war Sango immer loyal gegenüber. Er meinte einmal, sie wären...füreinander geboren.“
Seine Umarmung intensivierte sich, als er diese Worte aussprach.

Ihr inniger Moment wurde von einer Nachricht unterbrochen und ihre Aufmerksamkeit auch schon auf das nächste Thema gelenkt, als eine Nachricht auf der Website, die auf seinem Surface Pro 7 geöffnet war, welches aufgeklappt auf der Kücheninsel stand, während er das Frühstück für Kagome und sich vorbereitete, aufploppte.
Und wieder zog sich seine Stirn zusammen, lag Wut in seinem Blick. „Toll, es ist genau das passiert, was ich von Anfang an zu verhindern versuchte.“
Fragend sah Kagome auf den Bildschirm, auf dem ein Artikel zu sehen war, in dem es nicht hauptsächlich um die Ausstellung ging.
Es ging um Kagome. Eine junge Frau aus der Mittelschicht, die dank eines Stipendiums eine Elite-Uni besuchte und diese als Beste abschloss, das fanden die Journalisten schnell heraus. Ebenso den tragischen Unfalltod ihres Vaters, den sie in dem Artikel nicht ausließen. Woraus sie die Geschichte einer jungen Frau strickten, die sich von Niederschlägen im Leben nicht unterkriegen lies und den sozialen Aufstieg schaffte. Wobei sie gegen Ende des Artikels vermehrt darauf eingingen, dass die Mirai Corporation schon seit Jahren Interesse an ihr zu haben schien und ob dies einen, momentan noch, nicht bekannten Hintergrund hatte.
„Ich wollte verhindern, dass du in der Presse auftauchst. Dass dein Leben in diesen Klatschspalten landet.“
„Deswegen gestern also dieses ganze Theater.“
„Ich bat Asagi darum, bei Interviews die führende Rolle einzunehmen. Aber dein Sturkopf musste mir meine Pläne mal wieder zerlegen.“ Er sah sie liebevoll an und legte seinen Kopf auf ihren. „Deswegen war ich auch bei Sesshōmaru, wollte ihm den Mist ausreden, dich in die Öffentlichkeit zu stellen. Ich wollte, dass du normal deiner Arbeit nachgehen und dein Leben weiter führen kannst.“
„Warum sollte ich das jetzt nicht mehr können?“

Die Antwort sollte sie schneller bekommen, als ihr lieb war.
Es war Wochenende, als sich Kagome für einen Ausflug mit InuYasha fertig machte. Sie zog das dunkelgrüne, schwarz karierte Kleid an, von dem InuYasha beim Shopping angetan zu sein schien. Und sie war überrascht, als Kōga unten vor ihrem Apartmentkomplex stand.
„Kōga-kun?“ traf sie den Yōrōzoku vor ihrem Haus an. Und da er seinen dunklen Anzug trug, musste er arbeiten. Aber sie sah InuYasha nirgendwo. „Was machst du hier?“
„Inukoro schickt mich, dich abzuholen.“
Fragend sah sie ihn an und verstand nicht ganz, wozu das nötig sein sollte. „Ich hab mein eigenes Auto, mit dem ich zu ihm fahren kann.“
„Ihr trefft euch aber nicht bei ihm.“
„Dann sag mir die Adresse und ich fahr hin.“ Sie wollte an Kōga vorbei gehen, als dieser sie am Oberarm festhielt. Sie sah sich zu ihm um. „Was soll das, Kōga-kun?“
„Meine Anweisung lautet, dich abzuholen und zu ihm zu bringen.“ Sie merkte, dass er wohl keinen Widerspruch gelten lies und folgte ihm zu der schwarzen Lexus-Limousine, mit der er sie auch schon am Abend der Ausstellung zu InuYasha nach Hause fuhr.
„Ich nehme an, InuYasha gab dir eine Anweisung.“
„Da liegst du richtig.“
„Bist du, als Sicherheitschef, nicht eigentlich seine Leibwache?“ wobei sie sich schon seit längerem fragte, wofür die beiden Brüder überhaupt ein Sicherheitsteam brauchten.
„Meine Aufgabenbereich wurde verlagert. Ich bin jetzt für dich zuständig.“ Er sah ihren fragenden Blick im Rückspiegel. „Wenn du ihn fragst, wird er es dir sicherlich beantworten.“ griff er mit seiner Antwort, ihrer nicht gestellten Frage vor. Die er ihr aber schon an der Nasenspitze ansah.
Kagome nickte einfach. Mehr, als es zu akzeptieren, blieb ihr ja auch nicht übrig.
„Sagst du mir wenigstens, wo du mich hinfährst?“
„Das soll eine Überraschung für dich werden.“

Und die gelang dem Han'yō ziemlich gut, als sie merkte, dass sie in den Yachthafen fuhren und die Limousine vor einer Segelyacht stehen blieb. Kōga öffnete ihr die Tür, sie stieg aus und besah sich das Schiff ganz genau.
Sie war mehrere Meter lang, weiß, mit einem langen roten Streifen an jeder Seite. Hinten schien sie noch ein kleines, motorisiertes Schlauchboot geladen zu haben. In der Mitte des Decks, das überwiegend aus hellem Holz bestand, hatte sie einen großen Mast. Doch die Segel schienen noch nicht gesetzt zu sein. Über einen Steg konnte sie das Boot betreten.
Aus den unteren Räumlichkeiten kam ihr auch gleich InuYasha entgegen. Der eine graue Jeans und ein lockeres, weites, rotes Hemd trug, dessen Ärmel bis zum Ellenbogen umgeschlagen waren. Auf seinem Kopf trug er dieselbe Cap wie damals, wenn er in ihrer Zeit war.
„Arigatō, Winselwolf.“ Angesprochener nickte nur, konnte sich aber auch ein leises, wenn auch menschliches, Knurren nicht verkneifen.
„Wie lange bleibt ihr draußen?“
„In etwa bis heute Abend.“ Sofort legte InuYasha einen Arm um ihre Taille, zog sie an sich. Intuitiv suchten ihre Finger Halt an seinem Hemd. „Willst du vielleicht deine Sachen unten ablegen?“ wandte er sich an Kagome. „Kannst dich ruhig auch schon mal umsehen.“ Ein kleines Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. Kagome nickte und verschwand nach unten. In diesem Moment gab der Han'yō dem Yōrōzoku ein Zeichen.
Wo sich ihre Augen weiteten, als sie den Luxus sah, der sich vor ihr offenbarte.
Die Decke war weiß, Spots waren in sie eingefasst. Die Möbel, zwei lange Sofas und ein kurzes am Esstisch, die sich gegenüber standen, waren cremefarben, so wie der weiche Teppich, der den ganzen Boden bedeckte und jedes Geräusch schluckte. Das Holz, aus dem die Wände und die Schränke gemacht waren, war dunkel und sah hochwertig aus. Direkt vor ihr gab es eine Essecke, mit einem fest verbauten Sofa und einem kleineren, das festgeschraubt war. Auf beiden lagen rote Kissen mit weißen Rändern. Zwischen diesen Sofas stand ein Esstisch. Über dem Sofa konnte man durch zwei schmale Fenster nach draußen sehen. Und durch die kleinen Fenster, die oben im Deck eingebaut waren, fiel Licht von oben in den Raum.
Auch ein Flachbildfernseher, der der Essecke gegenüber hing, befand sich an Bord. Durch die offenstehende Tür der Küche, sah sie, dass diese zu einem kleinen Schlafzimmer führte. Hinter ihr, sah sich noch zwei kleine Zimmer. Mit Sofas, die man wohl ausklappen konnte. Neben ihr sah sie eine Tür, die wohl zu dem winzigen Bad an Bord führte.

„Es sieht alles viel eindrucksvoller aus, als es eigentlich ist.“ InuYasha, der hinter ihr auf der kleinen Treppe stand, zuckte mit den Schultern. Als wäre solch ein Lebensstil völlig normal. Kagome's Augen sahen ihm nach, wie er zu der kleinen Küche ging. „Passend zu unserem kleinen maritimen Aufenthalt, dachte ich mir, würde das gut passen.“ Er stellte einen Teller mit Teriyaki Lachs auf Reis und mit Gemüse auf die Arbeitsfläche. „Wenn du schon Hunger hast?“
„Ich hätte schon ein bisschen Appetit. Das sieht wirklich lecker aus.“ Sie wollte sich an den Esstisch setzen, doch InuYasha schüttelte mit dem Kopf. Sie folgte ihm nach draußen, an Deck. Wo sich auch ein Esstisch, der bereits eingedeckt war, in der Plicht befand, auf den er die Teller stellte.
Die Yacht schien auch schon abgelegt zu haben.
„Hier draußen ist es doch viel besser, oder nicht?“
Sie nickte nur und setzte sich zu ihm. Und ihr Eindruck täuschte Kagome nicht. Das Essen war wirklich lecker. Kagome sah sich um, lies ihren Blick über die weite Oberfläche des blauen Ozeans schweifen und sah, wie sie sich immer weiter vom Festland entfernten. Auf dem sie Kōga nur noch schemenhaft erkannte.
„Du kannst segeln?“ war sie doch überrascht.
„Wenn du wüsstest, was ich die letzten Jahrhunderte alles lernen musste.“
„Und du hast eine Yacht.“ Sie lehnte sich zurück.
„Wir Reichen haben doch immer eine Yacht.“
„Klar.“ Sie nickte und sah sich um. Sah den weiten, blauen Ozean vor sich, dessen Oberfläche in der Sonne glitzerte. Und der sich in ihren Augen spiegelte, sodass sie schon nahezu blau erschienen. Während der Wind ihre Haare nach hinten wehte. Ein Anblick, der dem jung erscheinenden Mann an Bord sehr gefiel. „Aber kein Personal an Bord.“ Sie sah sich auf dem Boot um.
„Das wäre auch gegangen, aber dann hätte ich unsere große Yacht nehmen müssen. Und ich dachte, fürs Erste reicht auch mein persönlicher Rückzugsort.“ Er legte sanft seine Hand auf ihre, an deren Handgelenk das Armband im Sonnenlicht glitzerte.
„Weil es hier so ruhig ist, nehme ich an.“ Sie hörte nur das Klatschen der Wellen an die Außenwand des Bootes.
„Und, weil ich bestimmen kann, wie weit draußen ich bin. Wie viel Ruhe ich hab und wie weit ich mich zurückziehen kann.“ Unter seinem Hemd blitzte kurz das Kotodama no Nenju auf, das er immer noch um seinen Hals trug. „Die einzige Person, die ich dann hier haben will, bist du, Kagome.“ wieder lies er ihr Herz schneller schlagen, wenn er so etwas sagte. Dann beugte er sich über den Tisch zu ihr rüber und es kam ihr so vor, als würde er ihre Lippen, nur für eine Sekunde, mit seinen lediglich streifen.
Wobei sein Gesicht durch den Hut, den sie sich zuvor noch kaufte, weil er ihr zu einem riet, verdeckt wurde.

„Du scheinst unseren Ausflug zu genießen.“ InuYasha lächelte, als er zu ihr sah. Kagome saß am Heck des Bootes am Rande der Plicht, neben dem motorisierten Schlauchboot, das an Bord der Segelyacht war, und lies ihre Beine ins Wasser hängen, während der kühle Meereswind ihr über die Wangen und durch ihr Haar wehte.
„Hai, aber das Ganze hier ist nicht nötig, damit ich die Zeit mit dir genieße.“ Sie sah über ihre Schulter zu ihm, bis er sich neben sie hockte, sodass sie auf Augenhöhe waren. „Du musst mich nicht beeindrucken oder....umwerben...“ bei dem Wort färbten sich ihre Wangen kurz rot. „...InuYasha.“
„So gesehen, kann ich aber eigentlich wirklich froh sein, dass die Brunnen nicht mehr funktionierten.“
„Nani?“
„Wärst du zu mir gekommen, hätte dich ein recht einfaches Leben erwartet.“ Er sah auf die blaue Oberfläche des Ozeans, der sie umgab, dessen leises Rauschen sie hörten. „Ich hätte dir niemals so ein Leben bieten können.“
„InuYasha, es ist mir doch völlig egal, welchen Lebensstil du mir bieten kannst. Alles, was ich einfach nur will, ist, mit dir zusammen sein zu können.“ Worte, die er nur von ihr hören wollte und die sein Herz schneller schlagen ließen.
„Ich weiß, dir ist dieser Lebensstil nicht wichtig, Kagome.“ Er stand auf, umfasste die Reling mit beiden Händen und lies seinen Blick über das Wasser schweifen. „Aber ich möchte ihn mit dir teilen. Es ist nun einmal mein Leben, das uns diese Annehmlichkeiten ermöglicht, die du verdient hast. Es wäre für mich völlig bedeutungslos, würde ich es nicht mit dir teilen. Außerdem stehen mir so auch viel mehr, dieser Zeit angemessene, Möglichkeiten zur Verfügung, dich zu beschützen.“
„Wovor musst du mich denn beschützen?“ Sie stand auf, stellte sich neben ihn, lehnte sich an ihn an.
„Es ist nötig.“ wich er einer genauen Antwort aus. „Jetzt, wo du in der Öffentlichkeit stehst.“
„Was sollte die Öffentlichkeit für ein Interesse an mir haben? Ich bin doch nur eine junge Archäologin, die für euch arbeitet. Wozu braucht ihr überhaupt ein Sicherheitsteam, das euch Personenschutz zu geben scheint?“
„Weil es zum Einen nicht sehr einfach ist, die Anonymität zu wahren, wenn die Presse an einem interessiert ist, gerade, weil man anonym bleiben möchte. So etwas eignet sich einfach zu gut für ihre Klatschspalten. Und zum Anderen ist es nicht so, dass unser Leben ungefährlich ist, Kagome. Vor allem dann, wenn alle Welt weiß, dass es bei uns viel zu holen gibt und wir uns nun mal in dieser Form unter den Menschen bewegen. Wir könnten uns nicht einfach so verwandeln, um uns zu wehren. Und außerdem machen wir uns mit unserer Firmenpolitik und den Zielen, denen wir uns verschrieben, auch nicht überall Freunde auf der Welt. Dazu kommt Industriespionage, Erpressung-“
„Schon gut.“ Mehr musste sie wohl und wollte sie auch gar nicht wissen. „Gab es denn...schon mal Sicherheitsvorfälle?“
„Um das zu vermeiden, haben wir ja unser Sicherheitsteam, das auch sehr informativ arbeitet.“ Kagome akzeptierte diese Antwort einfach mit einem Nicken.

„Mir ist es egal, was du für ein Leben führst und was damit verbunden ist.“ Sie griff nach seiner Hand, was er erwiderte und in ihr lächelndes Gesicht sah. „So lange wir zusammen sind.“
Er sah sie in diesem Moment, vor seinem inneren Auge, wieder vor sich, diese Erinnerung. Wie sie es ihm damals sagte, in ihrem Zimmer, in dem sie an diesem Abend allein waren. Und wie er sie vor sich sah, kurz bevor er wieder zu sich kam, nachdem er sie, in Naraku's Körper, in den Abgrund stieß.
„Kagome...“ Er beugte sich zu ihr, legte seine Lippen auf ihre und seine Arme um ihre Taille. Sacht drückte er ihren Körper an sich und begann, den Kuss zu vertiefen. Er strich mit seiner Zunge über ihre Lippen und begann daran zu knabbern, ehe er sich von ihr löste. „Ich würde das alles hier, jederzeit für dich aufgeben, Kagome.“
Sie nickte einfach, ihr Blick war auf seine Brust gerichtet, an die sie ihre Hände legte, um dann an seinem Hemd herum zu nesteln. „Und ich werde dich, nach all der Zeit, nie mehr verlassen.“ Sie sah ihn an, legte ihm eine Hand an die Wange.
Die er umfasste und erneut seine Lippen auf ihre legte. Sie erwiderte seinen Kuss, während er sie enger an seinen Körper drückte. Ehe er sie mit sich unter Deck zog, in Richtung der offenen Schlafzimmertür. Wobei er sie immer wieder küsste.
Auch im Schlafzimmer war der Boden komplett von dem cremefarbenen Teppich bedeckt und die Schränke aus dem dunklen Holz. Rechts und links fiel Licht durch schmale, rechteckige Fenster hinein. Und durch die in der Decke. Direkt neben der Tür, die der Han'yō mit seinem Fuß zustieß, hing ein Spiegel an der Wand, neben diesem befand sich eine kleine Duschkabine hinter einer der dunklen Holztüren.
Während er sie küsste, knöpfte er sich sein Hemd auf. Griff dann nach dem Rock ihres Kleides, den er nach oben schob und sie auf das eher runde Bett setzte. Dessen Decke cremefarben war, ebenso wie das Laken. Drei Reihen Kissen lagen hinter ihnen, wovon die Kissen der mittleren Reihe rot waren, genau wie die Ränder der Kissen, die ganz vorne lagen.
Seine Lippen verblieben an ihrem Hals, während seine Hände an ihrer Taille lagen. Kagome legte ihre Arme um seinen Hals, küsste diesen und strich mit ihren Fingern über seinen Nacken. Was dem Han'yō sichtlich gefiel. Innig küsste er sie und öffnete dabei den Reißverschluss ihres Kleides, damit er es ihr über den Kopf ziehen konnte.
Er lag über ihr, die Finger seiner linken Hand mit ihren ineinander verhakt, küsste sie, als sie sich am Knopf seiner Hose zu schaffen machte. Ihr Kopf versank in den Kissen, wie ihr Körper in der Matratze. Während sein rechter Arm um ihren Körper lag, um diesen an seinen zu drücken...

Vorsichtig strich er über ihren Körper. Um sie nicht aufzuwecken. Was ihm jedoch nicht sonderlich gut gelang, wie er merkte, als sie begann sich zu regen. Weshalb er auch dazu überging, Küsse auf ihrer Schulter zu verteilen.
Lächelnd drehte sie sich zu ihm und küsste ihn.
„Ich war wohl ein wenig zu grob.“ meinte er und strich sachte über eine Stelle an ihrem Oberarm, die sich leicht dunkel färbte. „Verzeih mir, Kagome.“
Doch sie schüttelte mit ihrem Kopf. „Ist schon gut.“ Sie sah an seine Brust, über die sie strich. „Es war schön.“ Sie schmiegte sich an ihn, was er nur begrüßte. Wenn es nach ihm ging, würde er in diesem Moment die Zeit einfrieren.
Sie küsste ihn, strich über seinen Oberkörper. Kurz erwiderte er diesen Kuss auch, bevor er ihn unterbrach und sich dann aus ihren Armen zurückzog, um aufzustehen.
„Wir sollten noch ein bisschen raus gehen, bevor es zu kühl wird und wir zurückfahren.“ Sichtlich enttäuscht, lies sie sich in die Kissen zurückfallen, ehe sie sich dazu durchrang, aufzustehen und sich anzuziehen, um ihm an Deck zu folgen.
Wo ihr auch recht schnell bewusst werden sollte, wovor InuYasha sie beschützen wollte...

Dieser ging gerade zuerst an Deck, wohin Kagome ihm folgte, als er kurz inne hielt.
„InuYasha?“ Sie folgte seinem Blick, der aufs Meer raus ging, aber sie sah nichts. Bis sie plötzlich...einen Motor hörte?
„Geh runter.“ wies er sie sofort an und stieß sie in Richtung der Treppe, die unter Deck führte.
„Aber-“
„Los!“ Sein Blick lies keine Diskussion zu, weshalb sie dieser Anweisung folgte. Sah sie immerhin den Ernst in seinem Blick.
Schon in der nächsten Sekunde tauchte das motorisierte Schlauchboot eines Paparazzo direkt vor InuYasha's Segelyacht auf. Sofort entzog auch er sich der Sichtreichweite des Paparazzo, in dem er zu Kagome unter Deck ging.
„InuYasha, was-“
„Kōga!“ brüllte der plötzlich in sein Smartphone. Dieses Maß an Wut, was sie in seinen Augen erkannte, sah sie noch kein einziges Mal, seit sie sich wiedersahen.
´´Wir sind schon dran, Inukoro.`` hörte sie Kōga's Stimme aus dem Lautsprecher.
„Wie konnte das überhaupt passieren?!“ Dass InuYasha aufgebracht war, würde es nicht mal im Ansatz treffend beschreiben.
´´Er schlich sich auf dem Hafengelände herum und nahm eines der Boote. Er war so vorsichtig, dass wir erst reagieren konnten, als wir den Motor hörten.``
„Und so was ist Sicherheitschef, keh.“ Der Han'yō war sichtlich nicht begeistert und eindeutig mehr als wütend.
´´Das hab ich gehört!`` kam aus seinem Smartphone, doch InuYasha reagierte nicht darauf.
„Kōga-kun kann doch nichts dafür.“ Dafür aber Kagome, die sich vor den jungen Firmenchef kniete, der auf der kleinen Treppe saß. „Es wäre ihnen sicher viel früher aufgefallen, müssten sie ihr Yōki nicht unterdrücken und hätten ihre natürlichen Fähigkeiten.“
´´Genau!`` stimmte ihr der Yōrōzoku aus der Entfernung zu, als er sich, in Begleitung von Ginta und Hakkaku, in einem eigenen motorisierten Boot, der Segelyacht näherte, auf die der Paparazzo gerade versuchte zu gelangen. „Hey, wo wollen wir denn hin, hm?“ Doch Kōga bekam ihn an seinen Sachen zu packen und zog ihn zu sich und seinen Freunden und Kollegen ins Boot. „Chef.“ vermied er InuYasha's Namen zu nennen. „Wir haben ihn. Wollte sich gerade auf die Yacht schleichen, die Made.“ Mit einem finsteren Blick sah der Yōrōzoku über seine Schulter.
Wo seine Rudelmitglieder und Kollegen den Eindringling festhielten.
´´Nehmt ihm das Telefon, die Kamera, oder was auch immer er dabei hat, sofort ab.`` erfolgte die Anweisung des Han'yōs aus dem Lautsprecher.
„Zu spät.“ Mit einem breiten und dreckigen Grinsen sah er die drei jung wirkenden Männer an. „Die Fotos sind schon längst in der Cloud meiner Redaktion.“




So sollte der Tag ganz sicher nicht enden. Und ohne Auswirkungen werden diese Geschehnisse sicher auch nicht bleiben. Vielleicht wäre es für Kagome besser, einer Ausgrabung im Ausland nachzugehen, um aus dem Fokus der Presse zu verschwinden?
Was meint ihr?
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
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