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500 Years later...

GeschichteAllgemein / P18 / Het
Inu-Yasha Kagome
26.06.2020
05.03.2021
40
162.323
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07.08.2020 4.782
 
9.Kapitel: Ungewöhnliches Date





Noch am nächsten Morgen war Kagome leicht neben der Spur, als sie auf den Weg in ihr Büro war. Bat InuYasha sie am Vorabend wirklich um ein Date? War das noch der InuYasha, den sie kannte?
Vor Ayame's Tür, an der ein Schild mit deren Nachnamen, Kitayama hing, blieb sie stehen und hob ihre Hand, ehe sie dann klopfte und eintrat, als sie die Stimme ihrer Freundin und Kollegin hörte.
Diese saß an ihrem Schreibtisch, an ihrem Notebook.

„Ohayō, Kagome-chan.“ begrüßte sie die Schwarzhaarige kurz.
„Ohayō.“ erwiderte sie. „Wenn du gerade irgendwie beschäftigt bist, kann ich auch später noch mal wieder kommen.“
„Nein, ich hab gerade Zeit. Aber ich muss gleich los. Muss dann so eine leidige Präsentation über einen potenzielles neues Forschungsgebiet halten.“
„Dann komm ich später noch mal wieder. Das ist kein Thema, wonach ich dich zwischen Tür und Angel fragen sollte.“
Ayame sah sie nun sichtlich interessiert an und lehnte sich gegen ihren gläsernen Schreibtisch, nachdem sie ihr Notebook zuklappte und in ihre Tasche packte, um es mitzunehmen.
„Jetzt hast du meine volle Aufmerksamkeit.“ Die menschlich erscheinende Yōrōzoku war sichtlich neugierig.
„Ich will dich aber wirklich nicht von deiner Vorbereitung abhalten.“
„Ich hab das alles im Kopf, keine Sorge. Wollte das alles nur noch mal schnell ordnen. Aber das bekomm ich relativ schnell hin. Also?“ Ayame hob eine Augenbraue.
„Es geht...um InuYasha.“ Nun wurde die jung aussehende Yōrōzoku hellhörig. „Du und Kōga-kun, ihr arbeitet seit Anbeginn der Firmengründung für ihn und Sesshōmaru.“
Ayame nickte und setzte sich nun auf ihren Schreibtisch.
„Veränderten die zurückliegenden Jahrhunderte InuYasha sehr? Sein Wesen, seinen Charakter?“
„Weißt du, Kagome-chan, wir alle mussten uns verändern, um uns anzupassen. Auch InuYasha. Was ihm allerdings eine gewisse Zeit schwerfiel, du kennst ihn ja.“
Kagome nickte, schmunzelte dabei.
„Einige Male trieb er Sesshōmaru fast bis zu dessen Grenzen zur Weißglut. Aber mit der Zeit gelang es ihm, sich anzupassen. Aber glaub mir, wenn ich dir sage, dass ein Großteil seines jetzigen Charakters daher rührt, dass sein Yōki zum Großteil unterdrückt wird. Das ist bei uns allen so, auch bei Kōga. Wir wurden alle etwas ruhiger.“
Kagome nahm dies mit einem Nicken zur Kenntnis, als Ayame auch schon auf ihre Armbanduhr sah und dann gleich los ging, um ihre Präsentation halten zu können.
Als sie das Arbeitszimmer ihrer Freundin und Kollegin verließ, begegnete sie dabei Anzu, die ihr auf dem Flur entgegen kam, die sie überrascht ansah.
„Ich war nur kurz bei Ayame-chan, um sie etwas zu fragen.“ erklärte sie der Frau, die ihrer besten Freundin so ähnlich sah. „Sie ist gerade auf dem Weg, eine wichtige Präsentation zu halten.“ Kagome schloss die Bürotür ihrer Freundin hinter sich.
„Und...“ begann die junge Personalvorständin, zog so Kagome's Aufmerksamkeit auf sich. „...warum kamst du...“ traute sie es sich, Kagome so direkt anzusprechen. „...nicht zur mir, wenn du eine Frage hattest?“
„Weil nur Ayame-chan sie mir beantworten konnte. Es ging um InuYasha und...“ Anzu legte den Kopf schief, sah sie fragend an. Kagome setzte ein freundliches Lächeln auf. „Wollen du und dein Bruder vielleicht demnächst mal zu mir kommen? Ich würde euch beide wirklich gern näher kennen lernen.“
Man sah Anzu sofort an, wie ihre Augen sich weiteten und zu glänzen begannen, vor Freude. Breit lächelnd sagte sie mit einem Nicken zu.
„Und wenn ich nächstes Mal eine Frage habe, komme ich auch zu dir, Anzu-chan.“

Kagome saß an ihrem Schreibtisch, war in ihre Arbeit vertieft, als sie die einzelnen Fundstücke der Ausgrabung auflistete und katalogisierte, als es an ihrer Tür klopfte.
„Herein.“ kam es gedankenversunken von ihr. Sie sah überrascht auf, als sie merkte, dass es InuYasha war, der ihr Büro betrat, in dem sie sich auch langsam einzurichten begann.
Die Wände waren in blassem Grün gestrichen, in einer Ecke stand eine Topfpflanze. Ein weißer Teppich mit grünen Streifen am Rand lag vor ihrem Schreibtisch, auf dem einzelne Fotos standen.
In den Schränken und Fächern neben und hinter ihrem Schreibtisch, sammelten sich ihre beruflichen Unterlagen, Akten und Ordner an.
„Was machst du denn hier?“ Sie freut sich sichtlich ihn zu sehen, was ihn ebenso freute.
„Ich wollte dich nur fragen, ob du am Freitag, nach der Arbeit, Zeit hättest.“
„Vorhin verabredete ich mich mit Anzu-chan, dass sie und ihr Bruder ja mal bei mir vorbei kommen könnten, um sich richtig kennen zu lernen. Aber das kann ich ja dann auch am Samstag.“
„Nein, weißt du was, dann triff dich ruhig Freitagabend mit den beiden, aber dein Samstag gehört dann ganz mir.“ Er grinste breit und sie wusste noch nicht recht, ob ihr das gefiel. „Ich hol dich dann gegen elf ab?“
„Und was schwebte dir so vor?“
Der Han'yō lehnte sich auf ihren Schreibtisch, sie stützte sich auf ihren verschränkten Armen ab.
„Ich dachte mir, wir verbringen einfach einen ruhigen, entspannten Tag miteinander. Vielleicht hilft dir das ja auch, dich an die neuen Umstände zu gewöhnen.“ beide sahen den jeweils Anderen etwas verträumt an.
„Klingt gut.“

Doch da ahnte Kagome noch nicht, was auf sie zukam.
Auch nicht, als sie auf der Stadtautobahn Tōkyō über eine alte Brücke fuhren. Die im alten, europäischen Stil und aus hellem Stein gebaut war. Mit Gaslaternen aus Metall, an denen kleine Löwenstatuen saßen.
Inmitten der glänzenden Hochhäuser, floss in ruhigem und beschaulichem Tempo ein Fluss unter der Brücke hindurch, zu der eine Treppe herauf führte.
„An was dachtest du zuerst, was wir heute machen?“ Sie lächelte breit, als sie zu ihm sah, während sie sich im bequemen Sitz seines Lexus zurücklehnte.
Sie stützte einfach nur ihren Kopf auf ihrer Hand und den Arm an der Tür. Ein Bein war angewinkelt. Eine Haarsträhne fiel ihr über die Schulter. Trotz dieser einfachen Körperhaltung sah sie für ihn einfach nur hübsch aus.
„Ich dachte mir, da du ja die letzten Jahre alles von dem Geld deines Stipendiums bestreiten musstest und fast deine ganze Zeit fürs lernen drauf ging, dass du es dir verdienst, mal so richtig ausgiebig zu shoppen.“
Aus großen und glänzenden Augen sah sie ihn an.
Und da dämmerte ihr auch langsam, wohin ihr Ausflug sie brachte, als sie im Augenwinkel die Gebäude um sie herum erkannte und sie auf eine bestimmte Kreuzung zufuhren, bevor InuYasha die Einfahrt zur Tiefgarage eines der beiden markanten Gebäude ansteuerte.
Es stand an der Ecke des Gebäudeblocks, zur Kreuzung ausgerichtet, war im modernen Stil erbaut. Der Eingangsbereich war eher aus hellbraunem Stein, der Rest des Gebäudes mehr grau. Riesige Werbeplakate hingen über der gläsernen Eingangstür. Ansonsten hingen lange, rote Banner an der Fassade und das rote Symbol des Konzerns war außen an dieser zu sehen.
In goldenen Lettern stand über der gläsernen Eingangstür 'Mitsukoshi'.

Dem gegenüber, an derselben Kreuzung, gleich auf der anderen Straßenseite, erkannte sie das Wako Kaufhaus.
Es war aus hellem Stein, im europäischen Renaissancestil gebaut. In der Fußgängerzone hatte es riesige Schaufenster, in die man sehen konnte. Über dem Dach des Gebäudes thronte der markante Uhrenturm.
„Was machen wir hier, InuYasha?“ lässig lehnte dieser im Fahrstuhl, der aus der Ebene mit der Tiefgarage, ins Erdgeschoss fuhr, während der Han'yō auf sein Smartphone sah – ein Sony Xperia 1 II in einer roten, aufklappbaren Schutzhülle.
„Was wohl? Das sagte ich doch eben im Auto. Ich geh heute mit dir shoppen.“
„A-Aber doch nicht hier.“
„Und wieso nicht?“
„Weil das hier...“ In diesem Moment hielt der Aufzug und seine Tür öffnete sich. Und bei Kagome weiteten sich ihre Augen, als sie sich umdrehte und InuYasha sie aus dem Aufzug ins Atrium schob.
Sechs Etagen sah sie vor sich. Licht fiel durch ein Glasdach, ebenfalls in einem alten, europäischen Stil gebaut, ins Innere. Alles war hell, die Wände, die Böden, schienen auf Hochglanz poliert zu sein und glänzten, reflektierten von überall her das Licht der Lampen und Deckenspots.
Keine Roll- sondern richtige Treppen, auf denen rote Teppiche lagen, führten von Etage zu Etage. Vor allem blieb ihr Blick an der gigantischen Statue der Göttin der Aufrichtigkeit hängen, die auf einem sechseckigen Sockel im Eingangsbereich stand und mindestens über drei Stockwerke in die Höhe reichte.
Kagome kam sich ziemlich underdressed vor.
Sie trug ein grünes Off-Shoulder-Top mit weißem Rand an Kragen und den Enden der Ärmel am Handgelenk. Unter diesem sah man die Träger ihres schwarzen Neckholder-Tops. Dazu trug sie eine braune Hotpants und weiße Overknee-Strümpfe und dunkelbraune Pumps.
„...die Ginza ist.“ beendete sie ihren Satz leise.

In diesem Moment zeigte die Uhr, die man von der Eingangstür aus sehen konnte, zwölf Uhr an und Kagome horchte auf, als sie die Klänge einer Orgel hörte. Irritiert sah sie sich um. Bis sie das hörbare Instrument auf einer der Etagen entdeckte, wie es von einem Angestellten des luxuriösen Kaufhauses gespielt wurde.
„In welche der Boutiquen willst du zuerst?“ fragte er sie, als wäre dies das Normalste der Welt, Kagome wurde ziemlich rot um ihre Nase.
„Was meinst du damit, wo ich zuerst hin will? Ich kann mir nichts von alle dem hier leisten.“
„Aber ich kann es.“ Er packte sie an ihrem Handgelenk und zog sie mit sich, suchte einfach ein Geschäft auf.
In dem die junge Frau, die ein edel aussehendes, schwarzes Kostüm trug, die am Eingang stand, wie eine Empfangsdame oder eine Rezeptionistin in einem teuren Hotel. "Irasshaimase, okyaku-sama." begrüßte sie ihre zwei Kunden zwar mit einer denen gebührenden Verbeugung, sah sie aber zweifelnd und skeptisch an.
InuYasha trug zu seiner schwarzen Jeans, an der eine Kette hing, ein dunkelrotes Hoodie mit Kapuze, darunter ein weißes T-Shirt und darüber ein schwarzes Jackett.
Als er ihr dann nur kurz eine schwarze Kreditkarte hinhielt, änderte sich ihr Gesichtsausdruck sofort.
Freundlich führte sie die beiden in den hinteren Teil der Boutique.

„Wie kann ich Ihnen behilflich sein?“ fragte sie in einem höflichen Ton. „Wenn Sie möchten, bringe ich Ihnen gerne etwas zu trinken.“
InuYasha rollte nur mit den Augen und setzte sich in einen der kleinen Sessel.
„Ein Wasser wäre recht nett.“ kam es schüchtern und kleinlaut von Kagome. Deren Hals sich ganz trocken anfühlte, seit sie erkannte, wo sie sich hier befanden.
Die Angestellte nickte und verschwand sofort wieder in den vorderen Bereich des Geschäfts. Kagome sah ihr hinter her. „Ich fühl mich hier irgendwie deplatziert.“ gab sie zu.
„Du bist hier genau richtig, glaub mir.“ Sie glaubte seinem Lächeln und seinem Blick, seiner Stimme und nickte. „Und wenn du dir selbst was in Ruhe aussuchen willst, solltest du das, bevor sie zurück kommt. Sie wird dich jetzt nämlich nicht mehr in Ruhe lassen.“ sichtlich nicht interessiert, blätterte er durch eines der Modemagazine, das auf einem der kleinen Tische lag, die neben den Sesseln standen. „Auch ohne meine Sinne, sticht dieses Parfüm einem unangenehm in der Nase.“ flüsterte er vor sich hin.
„Wir können auch gehen, wenn du keine Lust hast.“ Sie verstand es trotzdem. Auch seine rollenden Augen entgingen ihr nicht.
„Nein, wir sind hier, damit du dir mal was Gutes tun kannst. Was du verdient hast, Kagome.“ Sie akzeptierte seine Aussage einfach, als in diesem Moment die junge Angestellte des Ladens mit einer gekühlten, kleinen Wasserflasche aus Glas, die auf einem kleinen Tablett stand, zu ihnen zurück kam.
Dieses stellte sie ebenfalls auf den kleinen Tisch und füllte einen Teil des Inhaltes in das leere Glas, bevor sie es ihrer Kundin reichte.
„Wenn Sie wollen, helfe ich Ihnen gerne bei der Auswahl einiger Kleidungsstücke.“ bot sie ihren Service an, den Kagome dankend annahm.
Sie fand sich in diesem Laden nur schlecht zurecht und all die vielen Klamotten auf einmal, überforderten sie.

Sodass sie bei der Auswahl der Kleidung erst einmal tief durchatmete und krampfhaft versuchte, nicht auf die Preisschilder zu sehen und sich einfach Sachen aussuchte, die ihr gefielen und sich dabei von der jungen Verkäuferin beraten lies.
„Sie haben wirklich eine tolle Figur.“ schmeichelte ihr die Angestellte, die kaum älter als Kagome selbst war, als sie zur Umkleidekabine zurück kamen.
Und gleich das erste Outfit war für den Han'yō perfekt, als sie aus dieser wieder heraus kam.
Im ersten Moment war es für ihn, als stünde wieder die 15-jährige Kagome vor ihm, die einen Chihaya trug. Erst in der nächsten Sekunde, nachdem er kurz blinzelte, sah er sie richtig vor sich.
Sie trug eine weiße Bluse, die ihren schlanken und gut proportionierten Oberkörper betonte. Der erste Knopf war offen, der Kragen leicht steif zurecht gerückt und betonte so ihren schlanken Hals. Um ihre schlanke Taille legte sich ein schwarzer Stoffgürtel, der an der linken Seite mit einer roten Schleife zugebunden wurde. Ihre langen Beine, ihre Oberschenkel, umspielte ein leichter, roter Rock. Die roten Pumps ließen ihre Beine noch länger erscheinen.
Es war, als wäre das Outfit für sie maßgeschneidert worden.
„Findest du, das steht mir?“ fragte sie ihn, sichtlich verlegen. Sie lächelte verhalten, ihre Wangen waren leicht rosa und sie spielte mit einer ihrer Haarsträhnen, die ihr über die Schulter fielen.
Immer wieder sah sie zum Spiegel. Sie musste zugeben, diese Sachen waren ein Traum. Sie spürte sie beinahe gar nicht auf ihrem Körper, fühlte sich aber wohl darin.
InuYasha wollte etwas sagen, als schon die teuer gekleidete Verkäuferin dazwischen ging und selbst ganz begeistert schien.
„Mit Ihrer tollen Figur können Sie wirklich alles tragen. Es steht Ihnen perfekt.“
„Steht es mir wirklich so gut?“
//Kagome...//
Kurz schloss er die Augen, atmete tief durch. „Es steht dir. Du solltest es behalten.“ antwortete er ruhig und beherrscht, was sie über das ganze Gesicht lächeln lies und sofort verschwand sie in de Umkleidekabine.
Als sie das Outfit raus hielt, hängte es die Verkäuferin an eine mobile Garderobe mit Rollen, die sie neben die Kabine stellte.

Auch das nächste Oberteil schien ihr wie auf den Leib geschneidert zu passen. Es war ein grünes, kariertes, etwas längeres Neckholder-Top, das ihr bis zu den Hüften reichte. Wo es in einen Saum aus weißen Rüschen überging. Im Ausschnitt hatte es ein Stück weißes Stoff mit einem Rand aus leichten Rüschen. Um die Taille band man zudem noch ein schwarzes Band auf der rechten Seite zu einer Schleife.
„Also im Büro kann ich das eher nicht tragen. Aber privat...“ Sie besah sich vor dem Spiegel, der in der Kabine hing, sah dann zu InuYasha. „Das steht mir doch, oder?“
Das Highlight des Oberteils war der tiefe, freie Rücken. Zudem betonte es Kagome's weiblichen und erwachsenen Oberkörper an jeder passenden Stelle.
„Ich wünschte, ich hätte Ihre Figur.“ beneidete die Verkäuferin ihre Kundin, die, für Kagome's Verständnis, selber zum Model taugen könnte.
„Es steht dir gut.“ war nur von dem Han'yō zu hören, dem nicht nur allmählich das Verhalten der Verkäuferin nervte, sondern auch Kagome's Auswahl an Outfits seine Selbstbeherrschung herausforderte.
Kagome nickte und auch das Oberteil wanderte an die mobile Garderobenstange.
Als nächstes kam sie in einem eng anliegenden, schwarzen Kleid mit Cut-Outs an den Schultern aus der Kabine. In zwei Reihen hatte es sechs silberfarbene Knöpfe im Bereich des Oberkörpers, umspielte ihre Beine mit einem leichten Faltenrock der einen weißen Rand am Saum hatte.
Dazu trug sie hellbraune Riemchensandalen mit kleinen Absätzen.
„Weißt du, ich dachte, ich fahr diesen Sommer vielleicht mal für den Urlaub an den Strand.“ Sie drehte sich vor dem Spiegel hin und her. Sah in diesem immer wieder zu InuYasha, achtete auf seine Reaktion.
„Ich hab dafür die passenden Accessoires für Sie.“ kurz verschwand die fleißige Verkäuferin, um dann mit einem dünnen, hellbraunen Gürtel mit silberfarbener Schnalle wieder zu kommen, den sie Kagome umlegte. Gab ihr dazu einen Perlenarmband, das sie an ihr linkes Handgelenk legte.
„Wenn es dir gefällt, nimm es ruhig.“ InuYasha verzog seine Lippen nur leicht, als er an die mobile Garderobenstange sah, an die auch dieses Kleid wanderte, dazu die Schuhe und die Accessoires.
„Nach einem Tag am Strand könnte ich ja dann auch irgendwo schick essen gehen.“ überlegte sie laut, ehe sie den Vorhang beiseite schob und für ihn die absolute Punktlandung erfolgte.
Mit einem eng anliegenden, figurbetonten, dunkelgrünen und schwarz karierten Kleid. Es war hochgeschlossen, hatte dafür keine Ärmel, reichte ihr nicht mal bis zu den Knien. Sondern hörte auf halbem Weg zu diesen auf. Den Reißverschluss hatte es am Rücken.
Die Verkäuferin brachte ihr noch einen dünnen, weißen Ledergürtel mit silberfarbener Schnalle und dazu passend, ein paar weiße, elegante Pumps mit einem kleinen Riemchen an ihrem Knöchel.
„Das kannst du auch gleich anbehalten.“ InuYasha stand ruckartig auf. Was sowohl Kagome, als auch die junge Verkäuferin kurz überraschte und verwirrte. „Packen Sie doch einfach alles kurz ein.“
„Aber, I-“ biss sie sich kurz leicht auf die Zunge. „D-Das ist doch alles zu viel und viel zu teuer.“ Zum Ende des Satzes wurde sie immer leiser. „Ich muss mich für ein oder zwei Teile davon entscheiden.“
„Musst du nicht.“ entgegnete er ihr und wandte sich dann an die Verkäuferin. „Geht auf mich.“ wieder reichte er ihr die schwarze Karte, mit der, und den Sachen an der Stange, sie sofort Richtung Kasse verschwand.
Dort bekam Kagome dann auch einfach nur drei Tüten der Boutique überreicht, in einer davon befand sich ihr Outfit, mit dem sie her kam. Dann löste die Verkäuferin noch schnell die Preisschilder an Kleid, Gürtel und Schuhe, ehe InuYasha die junge Frau aus dem Laden zog.

„Was sollte das eben?“ kam es auf dem Weg zum Lexus von ihr, auf dessen schmale Rückbank sein Besitzer die Tüten auch gleich stellte. „Ich muss doch wissen, was das eben gekostet hat. Ich verdiene ja vielleicht wirklich ganz gut bei euch. Trotzdem kann ich nicht einfach blind drauf los shoppen. Und schon gar nicht hier.“ Sie lies ihren Blick sinken, auf den grauen Betonboden der Tiefgarage.
„Musst du ja auch nicht, weil ich dir doch eben alles gekauft hab.“ wollte er sie beschwichtigen.
„Und wenn ich Sachen für mich, vielleicht lieber selbst bezahlen möchte?“
„Kagome...“ Er legte ihr seine Hände auf ihre freien Schultern, sie hob ihren Blick und sah ihn an. „...ich sagte doch, dass wir uns heute einen ganz entspannten Tag machen wollen.“
Sie nickte einfach nur, ihr Herz schlug wieder schneller. Es war so lange her, dass sie ihm so nah war. Ihm so direkt und tief in die Augen sehen konnte.
„Also mach dir darum einfach keine Sorgen, okay? Genieß den Tag heute einfach.“
Kagome seufzte und gab nach. Sie sah ihm sowieso an, dass er nicht davon abrücken würde.
„Möchtest du vielleicht etwas essen?“ Erst jetzt spürte sie, wie der Hunger langsam in ihr aufkam. Doch dann fiel ihr Blick auf die Tüten im Auto und sie biss sich auf ihre Unterlippe. Wurde ihr doch wieder und noch deutlicher bewusst, wo sie sich hier aufhielten.
In einem der Hauptgeschäfts- und Vergnügungsviertel Tōkyōs.
Dementsprechend ahnte sie, oder versuchte zumindest, sich vorzustellen, was Essen in einem Restaurant hier kosten würde.
„Ist etwas, Kagome?“ Ihr veränderter Gemütszustand fiel ihm an ihrem hektischen Blick auf die Tüten auf seiner Rückbank auf.
„Nichts.“ brachte sie kaum hervor. „Ich glaube nur, mir verging gerade der Appetit.“
„Gut.“ InuYasha seufzte, wirkte wenig begeistert. „Dann weiß ich, wo wir hin gehen.“ Sie folgte ihm zum Aufzug, zu dem sie zurück gingen und mit dem sie diesmal bis hoch zum Dach fuhren.
Während dieser Fahrt füllte eine unangenehme Stille zwischen ihnen den Raum in der Aufzugkabine. Wusste sie doch, dass ihre Zurückhaltung hier, ihm gegen den Strich ging. War er doch immerhin mit ihr hier, um ihr einen schönen Tag zu bereiten.
Sie wollte gerade etwas sagen, als sich der Aufzug öffnete und sie ein weiteres Mal einmal erstaunt war.

Vor ihr breitete sich tatsächlich ein Dachgarten aus. Mit Bäumen, Grünflächen, auf denen diese Bäume wuchsen, zwischen denen man spazieren konnte. Sogar einen Teich gab es hier, an den man sich setzen konnte. Es gab hier nicht nur ein Restaurant, sondern auch einen kleinen Shintō-Schrein.
Zudem konnte man von hier aus fast über ganz Tōkyō sehen.
Ein leichter und frischer Wind kam auf, wehte ihr durch die Haare und lies das Kleid um ihre Beine wehen. Was sie nicht mitbekam, war, wie InuYasha dieses Bild, das sich ihm kurz bot, beobachtete und seine Augen jede ihrer Bewegungen dabei einfingen.
„Es ist hier wirklich schön.“ riss sie ihn aus seinen Gedanken, als sie sich zu ihm drehte, nachdem sie sich die Aussicht ansah. „So ruhig und grün.“ Sie hatte das Gefühl, allein die Anwesenheit der Pflanzen, beruhigte sie und senkte ihren Puls. Die Pflanzen gaben ihr auch das Gefühl, sauberere Luft zu atmen und dass alles um sie herum ruhiger war. Man verstand kaum die leisen, geflüsterten Unterhaltungen der wenigen, anderen Gäste die sich hier noch aufhielten und hörte ansonsten nur das leise Rauschen des Windes in den Kronen der kleinen Bäume.
„Ich dachte mir schon, dass es dir hier gefallen würde.“ Er stellte sich neben sie und lies seinen Blick ebenfalls kurz über die Global City, die sich hier vor ihnen ausbreitete und bis zum Horizont zu reichen schien, schweifen.
„Gomene.“ kam es da schuldbewusst von ihr.
„Für was entschuldigst du dich?“
„Du kommst mit mir hier her, damit ich einen schönen Tag habe und ich...mach die Stimmung kaputt, in dem ich über das Geld nachdenke, was du dabei für mich ausgibst.“
„Kagome?“ Er klang ernst, weshalb sie zu ihm sah. „Ich möchte, dass du aufhörst, darüber nachzudenken, wenn wir zusammen unterwegs sind. Genieß es dann einfach, okay?“ Er sah sie nicht an, sah über die weite Stadt. Der Wind lies sein langes, schwarzes Haar nach hinten wehen.
Doch sie wusste, dass er wirklich nicht wollte, dass sie sich darüber Gedanken machte.
„Ich werde es versuchen, in Ordnung?“ Sie stützte sich neben ihm auf dem Geländer ab, das den Dachgarten umgab. „Aber versteh bitte, dass es keinesfalls selbstverständlich für mich ist, in Kaufhäusern wie diesem...“ Sie sah sich noch einmal kurz um. „...einfach so einkaufen zu gehen. Mir, nach Lust und Laune, auszusuchen was mir gefällt. Und es, ohne auf den Preis zu sehen, einfach zu kaufen. Und so ein Leben sollte auch für niemanden selbstverständlich werden.“
„Na dann.“ InuYasha trat vom Geländer zurück, verwirrt sah sie ihm nach.
„Wohin gehst du?“ Sie lief ihm sofort nach, Richtung Schrein.
„Dafür beten, dieses Leben so weiter führen zu können.“ Sie sah kurz zu dem Schrein, der hier stand und dann wieder zu dem jung aussehenden Mann, der neben ihr stand und tatsächlich betete. Auch etwas, das früher nie sein Ding gewesen wäre. „An diesem Schrein betet man für die Sicherheit des Gebäudes und natürlich auch für Wohlstand im Geschäftsleben.“
„Na dann.“ wiederholte sie seine Worte mit einem Lächeln und begann ebenfalls zu beten. Nun sah er sie fragend an. „Doppelt funktioniert besser. Und ich will ja nicht, dass du alles verlierst, was du dir mit aufbautest.“

Ihr nächstes Ausflugsziel, nachdem sie noch eine ganze Weile durch den Dachgarten spazierten, einfach zu nebeneinander saßen und über ihre Leben sprachen, führte sie zum Tokyo Skytree. Nachdem Kagome dann doch wieder etwas aufkommenden Hunger verspürte.
„Wir hätten gerne einen Tisch.“ meinte InuYasha nur am Eingang zu dem Restaurant, welches sich dort befand.
Kagome sah am Empfang vorbei. Dadurch, dass sie in dem Dachgarten noch ein wenig spazieren waren, näherte sich nun langsam der Abend. Langsam erkannte man die vielen blinkenden Lichter der Stadt und das Restaurant wirkte gut gefüllt.
Sie glaubte nicht, dass sie, jetzt noch, einfach so einen Tisch bekamen – als der junge Mann am Empfang sie sofort eintreten lies. Sie sah auch, wie InuYasha seine schwarze Karte wieder einsteckte.
Der Angestellte des Restaurants brachte sie zu einem Tisch und gab ihnen auch gleich eine Speisekarte für jeden, ehe er erst einen Kellner orderte und dann wieder an den Empfang zurück ging.
„Wünschen Sie etwas zu trinken?“
„Ich hätte gern Ihren grünen Tee aus Shizuoka.“
„Du kannst dir ruhig alles bestellen, auf was du Lust hast.“ kam es von Kagome's Gegenüber, ohne, dass dieser von der Speisekarte aufsah, während Kagome's Getränkeauswahl noch notiert wurde.
„Und ich habe gerade Lust auf grünen Tee. Außerdem ist es Tee aus Shizuoka.“
„Dann nehme ich den sizilianischen Orangensaft.“ Ihr Kellner nickte und verschwand.
„Wo sind wir hier?“ Sie legte die Speisekarte erst einmal auf den Tisch und sah sich um, ehe sie aus dem Fenster sah, an dem sie saßen. Wieder hatten sie einen atemberaubenden Panoramablick über die Global City.
„Im Sky Restaurant 634. Man nennt es auch Musashi Sky.“
Bei diesem Wort sah die junge Frau ihren Gegenüber sofort neugierig, aus großen Augen an. Ehe ein kleines Lächeln ihre Lippen umspielte.
„Musashi...Sky, hm?“
„Hai, Musashi.“ Nur sie konnten den Blick verstehen, mit dem sie den jeweils anderen ansahen.
„Möchtest du das Iki- oder das Miyabi-Menü?“ fragte er sie, als sie sich die Speisekarte wieder ansah.
Und als Kagome diese genauer durchlas, weiteten sich ihre Augen kurz, als sie sah, was sie bestellen konnte.
„Und es ist wirklich in Ordnung, wenn ich bestelle, was ich will?“ Sie sah ihn noch einmal fragend, über die Karte hinweg, an.
„Es ist vollkommen in Ordnung, glaub mir. Bestell dir, was du willst.“
„Okay.“ Sie nickte nur, musste aber noch mal schlucken, bevor sie ihre Wahl traf.
„Ich nehme das Iki-Menü.“ antwortete sie, was auch sogleich notiert wurde, als ihr persönlicher Kellner die bestellten Getränke abstellte. „Als Hauptgericht nehm ich das...Wagyū mit Pfeffersauce und Tokyo Salat.“
Sie lächelte den Kellner freundlich an, was diesen rot um die Nase werden lies. Was ihm jedoch sogleich wieder verging, als er zu InuYasha sah, um dessen Bestellung aufzunehmen.
„Ich nehme das Miyabi-Menü, mit Hirschbraten mit drei Arten von Sauce, roter Johannisbeere, Pflaumenmus und Orangensalz.“ Als Kagome in diesem Moment einen Schluck von ihrem Tee nahm, gab er dem Kellner noch unauffällig eine weitere Anweisung, bevor dieser ging.

Kagome schmunzelte, als sie die Teetasse wieder hinstellte. Die Bestellung passte zu InuYasha.
„Du magst wohl immer noch kein scharfes Essen, hm?“ bemerkte sie daraufhin und sah ihn dabei wissend und liebevoll, aber auch mit leichtem Amüsement im Blick, an, während sie ihren Kopf mit einer Hand abstützte.
„Es gibt auch Sachen, die ändern sich in 500 Jahren nicht.“
„Wie ist es dir eigentlich möglich, in einem so tollen Restaurant, um die Uhrzeit, spontan einen Platz zu bekommen?“ Sie sah dabei aus dem Fenster, die Lichter der Stadt spiegelten sich in ihren Augen.
„Das ist alles eine Frage-“
„Des Geldes?“ unterbrach sie ihn und sah zu ihm.
„Hm.“ grummelte er kurz. „In der Kurzform, hai.“
Sie wollte gerade etwas sagen, als ihr Kellner mit ihrer Bestellung zurückkam. Jedoch verwunderte es Kagome, dass er noch einen kleinen Blumenstrauß dabei hatte, der für sie war. Fragend sah sie den Han'yō an, der ihr gegenüber saß.
„Eine kleine Option des Hauses.“
Kagome wurde etwas rot um die Nase, doch sie genoss den Abend sichtlich…

„Das war...ein wirklich schöner Tag.“ Den kleinen Blumenstrauß nahm sie mit nach Hause, wohin InuYasha sie brachte. Die Blumen stellte sie auch gleich in eine kleine Vase und diese auf ihren Couchtisch, während InuYasha die Tüten der Boutique einfach neben ihrem Sofa abstellte.
„Ich hab da übrigens noch was für dich.“
„Noch etwas? Aber du hast doch heute schon so viel für mich ausgegeben.“ grimmig sah er sie an, knurrte leicht, wenn auch leise. Sodass sie kurz abwehrend die Hände hob, dabei jedoch ein Lächeln sich auf ihren Lippen bildete. „Ich weiß, ich soll nicht darüber nachdenken.“
Er griff nach einer ihrer Hände, zog sie näher zu sich. Wobei er ihr eine weiße Karte in die Hand drückte.
„Was...“ Sie besah sich das Stück Plastik, das die Größe einer Kreditkarte hatte, auf dem aber nichts stand. „..ist-“
„Dein Schlüssel zu meiner Wohnung.“ fragend und zugleich irritiert sah sie ihn an. „Ich weiß, du hast deine eigene Wohnung.“ In der sich noch einmal umsah. „Und ich muss zugeben, dass die ziemlich gut ist. Aber ich will, dass du weißt, dass du jederzeit, ohne mich zu fragen, bei mir willkommen bist und dich aufhalten kannst.“
Kagome nickte einfach nur.
„Arigatō, InuYasha.“ Sie lehnte sich an ihn, sog dabei seinen Geruch ein. Sanft legte er seine Arme um sie und sein Kinn auf ihren Kopf. „Für alles heute. Das war wirklich ein schöner Tag. Und die Klamotten gefallen mir wirklich gut. Ich hatte noch nie so leckeres Essen. Und ich...werde dich bestimmt mal besuchen kommen.“
„Ich will auch nur dich bei mir haben, Kagome.“ flüsterte er ihren Namen, was ihr einen angenehmen Schauer über den Körper laufen lies.
Sie schmiegte sich noch etwas enger an ihn...




Das war also ihr erstes Date mit InuYasha. Mal sehen, mit was er sie sonst noch so überrascht. Sie immerhin so lange allein und im Unklaren über seine Anwesenheit gelassen zu haben, da wird ihn bestimmt noch sein schlechtes Gewissen plagen.
Bis nächste Woche zum Lesen^.<
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