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Schachfigurenliebe Teil 2

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Ciel Phantomhive Elizabeth Midfort Sebastian Michaelis
25.06.2020
23.02.2021
10
10.063
4
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23.02.2021 1.039
 
{Aus Sebastians Sicht}
 Die nächsten Tage zogen sich dahin wie Kaugummi, ich wusste einfach nichts mit mir anzufangen, ich ging meinen Tätigkeiten im Anwesen wie gewohnt nach, darauf bedacht das der junge Herr mich nicht zu Gesicht bekam. Doch immer wieder unterbrach ich meine Arbeit um nach Ciel zu sehen, zu meinem entsetzen musste ich feststellen das er deutlich mehr Zeit mit Miss Elizabeth verbrachte als früher, was mir ganz und garnicht gefiel. Doch ich konnte nichts dagegen tun, der Pakt verbat es mir ihm zu nahe zu kommen.

 Gerade saß ich im Garten des Anwesens, ich wusste das Ciel sich jetzt einige Zeit in seinem Arbeitszimmer aufhalten würde, also musste ich mir keine sorgen machen gegen seinen Befehl zu verstoßen.
 „Sebastian, was machst du den hier draußen?“ hörte ich die zarte Stimme von Miss Elizabeth. „Ich hab dich seit einigen Tagen nicht mehr gesehen.“
 „Ich war beschäftigt.“ log ich.
 „Das hat Ciel auch gesagt aber ich hab ihm irgendwie nicht geglaubt und so wie ich dich jetzt hier sehe glaube ich es noch weniger. Es ist doch irgendwas vorgefallen oder? Hast du dich mit Ciel gestritten?“ fragte sie, doch es hörte sich eher so an als würde sie die Antwort schon ahnen.
 „Nein es ist nichts geschehen Mylady.“ versuchte ich ihr dennoch auszuweichen.
 „Ach und wieso weinst du dann?“ überrascht faste ich mir an die Wangen, sie waren tatsächlich feucht, wie konnte das sein? Ich weinte? Ich? Doch nun gab es kein halten mehr und die tränen flossen nur so über mein Gesicht. So fühlte es sich also an zu weinen, zu weinen weil man traurig war. Lizzy setzte sich neben mich auf die Bank und legte mir eine Hand auf die Schulter. Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte und streifte ihre Hand von mir ab. „Du musst mir nicht sagen was los ist.“ seufzte sie. „Ich kann es mir doch schon denken und du musst dich wieder mit Ciel vertragen. Ihr liebt euch doch!“ überrascht schaute ich auf.
 „Wohe... Was?“ stammelte ich, nicht im Stande einen klaren Gedanken zu fassen, doch sie ging garnicht darauf ein.
 „Es war dumm von mir zu denken Ciel könnte mich je mehr lieben als dich. Ich hatte gehofft wenn wir heiraten würde er es irgendwann akzeptieren aber ich denke auch ich verdiene es jemanden zu finden für den ich an erster stelle stehe. So wie er es für dich und du es für ihn tust, also geh zu ihm und endschuldige dich bei ihm.“
 Ich hatte den ersten schock über Lady Elizabeths wissen verdaut und wusste nun sie würde uns nicht verraten. Das beruhigte mich und machte mich auch irgendwie froh, ich hatte jemanden mit dem ich reden konnte. Das machte sie auf einen Schlag sympathischer für mich und der hass den ich auf sie hatte war wie verflogen. „Ich fürchte dafür ist es zu spät, er denkt ich hätte nur mit ihm gespielt. Außerdem hat er mir befohlen ihm nicht mehr unter dir Augen zu treten.“
 „Na und? Ignorier doch seinen Befehl.“
 „Ich fürchte das ist nicht so einfach.“ sagte ich traurig und berührte unbemerkt das Mal an meiner Hand. „Es ist ihm wohl ziemlich ernst damit.“
 „So sah er in den letzten tagen aber nicht aus.“
 „Wie meint ihr das?“ fragte ich hellhörig.
 „Na er hat sich ständig nach dir umgesehen, überall, als wir gestern im Garten waren hat er sogar auf dem Dach nach dir gesucht.“ erzählte sie leicht belustigt.
 „Woher wollt ihr wissen das er sich wegen mir umgeschaut hat, vielleicht war da nur ein Vogel.“ widersprach ich ihr.
 „Weil ich ihn kenne und er das nie gemacht hat, nicht wenn du bei ihm warst. Also lass dir was einfallen, ich helfe dir auch dabei so gut ich kann. Du musst ihm irgendwie zeigen das es dir ernst ist.“
 Bei ihren Worten kam mir eine Idee. „Ihr habt recht, ich weiß was ich tun muss. Danke Mylady, ihr habt mir sehr geholfen.“
 „Gerne Sebastian.“ lächelte sie.  

{Aus Ciels Sicht}
 Die vergangen Tage waren mir wie eine Folter vorgekommen, ich fühlte mich so alleine, obwohl ich viel Zeit mit Lizzy verbrachte. Doch es war einfach nicht das selbe wie mit Sebastian. Alles fühlte sich anderes an, trostlos und leer und der Gedanke das es nie wieder so werden würde wie früher, machte es nicht gerade besser.
 Ich versuchte Lizzy vorzuspielen das alles in Ordnung war, dennoch fragte sie mich einige male was mit mir sei. Sie kannte mich besser als es mir lieb war, trotzdem konnte ich mit ihr darüber nicht reden. Es hätte doch sowieso keinen Sinn, Sebastian hatte mich hintergangen, ich hatte wirklich geglaubt das er es ernst meinte, wie konnte ich nur so naiv sein? Die gesamte Zeit, seit ich Sebastian von mir gestoßen hatte, ging mir nichts anderes durch den Kopf. Immer die gleichen fragen, die gleichen vorwürfe, mir gegenüber, der gleiche Hass auf Sebastian und auf meine Naivität. Es tat so weh, ich war in den wenigen Tagen, in denen ich mit Sebastian zusammen war, so glücklich wie noch nie und das hätte ich so gerne zurück, doch nicht wenn es nur ein Trugbild war.
 Ich hatte den Befehl, den ich Sebastian gab, schnell bereut. Ich wollte ihn sehen, auch wenn ich ihn nicht berühren könnte ohne meine Würde ganz zu verlieren, so wollte ich ihn wenigstens in meiner nähe haben. Ich wusste er war auf dem Anwesen geblieben, denn die Dinge liefen wie immer ab und alles glänzte. Wären nur die drei Chaoten für das gesamte Anwesen zuständig sehe es bereits ganz anders aus. Er war hier und dennoch konnte ich ihn nicht sehen, nur wegen dieses dämlichen Befehls, wegen dem der mir aus dem Weg gehen musste. Ich konnte ihn jederzeit rufen, das war mir bewusst und er wäre in ein paar Sekunden an meiner Seite, doch ich musste mein Gesicht waren, ich konnte und wollte ihm nicht zeigen wie es wirklich in mir aussah. Am Ende würde ihn das wahrscheinlich auch noch freuen, nein das wollte ich ihm nicht gönnen. Doch wie lange konnte ich noch so leben, ohne ihn, ohne zu zerbrechen?
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