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Watashi wa fukushūdesu- mein ist die Rache

von Mithraide
GeschichteAbenteuer / P18
Kagome Sesshoumaru
24.06.2020
20.01.2021
28
121.936
31
Alle Kapitel
105 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
19.11.2020 5.946
 
Eigentlich sollte das Kapitel schon am Montag kommen, aber ein unvorhersehbarer Aufenthalt in der Uniklinik kam mir dazwischen.

Danke für die lieben Kommis, ich hab mich scheckig gefreut
@Morgan 81, zumindest wird er versuchen sich rauszureden

@Nati61011, ja es wird ein Pairing geben, genaugenommen sogar zwei
    Mein Problem ist, ich mach mir ständig Gedanken... auf die Art hab ich außer dieser Story noch sieben weitere in Warteschleife.

@Leseratte-hoch10, ich werd mir Mühe geben

@ Rosenengel , die zwei schweigen nicht länger

@ Mina Schatzi, er hat da doch eher unfreiwillig einen manchmal trockenen Humor...

Heute gibts ein Wiedersehen mit alten Bekannten, und jede Menge Zoff unter Hunden

Have fun

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Erklärungen...

Hätte es das zu seiner Zeit schon gegeben, hätten jetzt sämtliche Alarmglocken in Sesshoumaru geläutet. So verharrte der DaiYoukai nur in absoluter Bewegungslosigkeit und überlegte fieberhaft was er antworten könnte.
Am Vortag war er nur dazu gekommen, sich Gedanken darüber zu machen wo er sie hinbringen könnte. Wie er ihr begreiflich machen könnte was sie nun war, und warum, war weiterhin ein unbeschriebenes Blatt. Seit sie am Morgen aufgebrochen waren hatte er sich den Kopf darüber zerbrochen. Wie so oft, nein eigentlich wie immer, seit er sie mit sich schleppte, hatte er seine Gedankengänge unterbrochen und verworfen.
Was war nur los mit ihm, früher hatte er über ein Problem nachgedacht, war zu einer Lösung gekommen und hatte diese dann umgesetzt. Es hatte nie lange gedauert bis er eine Lösung gefunden hatte. Seit die Miko zurückgekehrt war, befand er sich gefühlt andauernd in irgendwelchen Überlegungen, und Streitgesprächen mit seinem Biest, welches ihn beinahe unablässig nervte sowie es sich meldete.
So auch jetzt, und er rieb sich mit den Fingerspitzen über seine Stirn um das anwachsende Pochen dahinter zu vertreiben.
'Dreh dich um,' knurrte es. 'Ich will ihr Gesicht sehen wenn du es ihr erzählst.'
Sesshoumaru ignorierte es und zermarterte sich weiter den Kopf. Sie hatte ihn eiskalt erwischt. Zudem hatte er in ihrer Stimme einen Unterton vernommen, und dieser Vorwurf ging in eine eindeutige Richtung.
Er konnte ihr dies noch nichteinmal verdenken; das was am vorangegangenen Tag passiert war, oder beinahe passiert wäre, war keine Seltenheit.
Es gab durchaus Rassen die sich nicht scheuten Gewalt einzusetzen wenn es um Frauen ging. Und sowohl Löwen als auch Wildschweine waren geradezu bekannt dafür daß sie nicht gerade zimperlich mit ihren Gefährtinnen, oder allgemein Frauen, umgingen. Vermutlich war der Dämon der Kagome überfallen hatte, aus genau einer solchen Verbindung entstanden, und hatte die Verhaltensmuster und Vorlieben beider Rassen in sich vereinigt. Sie mußte zwangsläufig denken daß er ebenfalls zu solch einer Scheußlichkeit fähig wäre. Nicht daß er das in Erwägung ziehen würde, aber falls es so wäre, würde er mit Sicherheit keine Gewalt anwenden. Inus taten so etwas nicht.
Aber hatte er sich nicht zusammenreißen müssen, als er sie so nackt vor sich liegen gesehen hatte? Ihren Duft wahrgenommen hatte, nachdem er Blut und Schmutz von ihrem Körper gewaschen hatte? Er hatte seinem Biest einschärfen müssen, nichts in dieser Richtung zu unternehmen!
Und er hatte tatsächlich gedacht daß die Inu aus der Quelle gewisse Reize hatte.
Jedenfalls solange bis ihm, durch ihre Bemerkung, bewußt wurde wer sie war.
Ihr Geruch stieg ihm in die Nase. Unbewußt holte er tief Atem. Treibholz und Blumen. Salzwasser und Sand. Wärme.
Halt! Was dachte er da nur? Beinahe hätte er diesem Gefühl nachgegeben und aufgeseufzt. Wütend schalt er sein Biest, welches vergnügt vor sich hin kicherte.
"Was ist! Krieg ich heute noch eine Antwort, oder träumt der Herr weiter vor sich hin?"
Erschreckt öffnete er die Augen und fand sich ihr gegenüber.
Während er überlegt hatte, war sie an ihm vorbeigegangen und hatte sich vor ihm aufgebaut. Nun schaute sie ihn erwartungsvoll an.
"Ihr hattet schlechte Träume," begann er, nach Worten suchend.
"Ist das ein Wunder? Nach dem was ich gesehen habe?" unterbrach sie ihn scharf. "Das hätte jeden ohne Umweg direkt in die Klapse gebracht!"
Mit dem Begriff konnte er nichts anfangen, und vermutete daß es etwas aus ihrer Welt war.
"Der Tee," versuchte er es erneut, und in Kagome keimte eine Ahnung. "Ihr solltet ruhig schlafen können."
"Ihr sagtet da wären Kräuter drin. Was für Kräuter genau? Und wagt es nicht mir etwas vormachen zu wollen. Ich weiß genug darüber, um zu wissen daß 'Kräuter' nicht diese Wirkung haben."
'Ich hab dir gesagt daß das nicht gut ist,' hieb sein Biest in dieselbe Kerbe. 'Jetzt sieh zu wie du da wieder raus kommst.'
Treibholz.
Blumen.
Sesshoumaru preßte seine Kiefer aufeinander. Diemal konnte er seinem Biest nicht die Schuld geben. Sie stand direkt vor ihm, es war kein Wunder daß ihm ihr Geruch in die Nase stieg. Er mußte diesem Geruch entkommen, also tat er das einzige was ihn aus ihrer Nähe brachte, zumindest ein wenig. Er lief weiter, an ihr vorbei, und wie er es sich gedacht hatte folgte sie ihm.
Besser.
"Kräuter," sagte er mit unbewegtem Gesicht. "Und eins meiner Gifte."
Sie war stehen geblieben und ihr Geruch wurde weniger aufdringlich. Noch besser.
"Das... das... Sagt mal, habt ihr einen Knall? Eins eurer Gifte? Hat euch irgendjemand..."
Was folgte war offensichtlich eine Beleidigung, so zumindest interpretierte er es. Ihre wütende Stimme ließ keinen anderen Schluß zu.
Irgendetwas mit Fäkalien die jemand in seinem Kopf hinterlassen hätte.
Weitere Beschimpfungen folgten.
Ihre Stimme war laut und schrill, und je mehr sie sich in Rage redete, umso lauter und schriller wurde sie. Sesshoumaru war versucht dem Ratschlag seines Biestes, er möge sich doch bitte, BITTE, die Ohren zuhalten, damit das Klingeln in ihnen nachließ, Folge zu leisten.
Er hoffte, irgendwann würden ihr die Schimpfwörter, oder aber die Luft ausgehen.
"Fühlt ihr euch besser wenn ihr mich beleidigt?" fragte er dann als sie ihre Schimpfkanonade unterbrach. Vielleicht gingen ihr aber auch nur die Beleidigungen aus, wovon sie offensichtlich eine Menge kannte.
"Ich will verflucht nochmal wissen was passiert ist! Und wenn euer Gift dafür verantwortlich ist, hab ich jedes Recht wütend und aufgebracht zu sein!"
"Dieses Gift hat euch ruhig schlafen lassen. Und ihr bekamt es nicht lange."
"Ungefähr so lange bis ich jeden eurer Befehle widerspruchslos befolgt habe!" knurrte sie bissig.
"Ihr erinnert euch ja doch," ließ er trocken fallen. "Genaugenommen bis ihr euch aufgrund des Wetters beinahe eine Lungenkrankheit zugezogen hättet," setzte er dann hinzu.
"Und dann habt ihr euch gedacht, lasse ich sie lieber an einer Lungenentzündung verrecken als an Gift?"
"Ihr lebt doch noch."

Alte Freunde

Irgendwo westlich von ihnen, gut versteckt im Wald, stand ein alter Kitsune auf einem überdachten Balkon und starrte auf das Trainingsgelände. Auf einem abgesteckten Viereck übte ein junger Kitsune seine Zauber.
Sho, so der Name des alten Kitsunen, hatte ein nachdenkliches Lächeln auf seinem Gesicht als er den jungen dabei beobachtete, dieses verschwand jedoch als etwas ihn an der Stirn berührte. Sofort hob er seine Hand und ließ sie in einer blitzschnellen Bewegung auf seine Stirn klatschen. Ein leises Ächzen ertönte und entlockte dem Kitsunen ein Grinsen.
"Ich sollte meine Abwehrzauber verstärken," meinte er kopfschüttelnd "wenn sogar Hundeflöhe sie überwinden können."
Seine Hand öffnend lächelte Sho auf seinen Besucher herab. Dieser plusterte sich etwas auf und zupfte seine Kleidung zurecht.
"Willkommen, alter Freund. Lange ists her." Den Flohgeist auf seiner Hand balancierend hob er diese an seine Schulter, wo sich der gerademal Daumengroße Besucher und langjährige Freund des alten Kitsunen leise seufzend niederließ.
"Mit deinen Zaubern ist alles in Ordnung. Aber es ist in der Tat sehr lange her," entgegnete der Flohgeist beschwichtigend.
"Dann bin ich ja beruhigt," lachte Sho. "Was treibt dich her Myoga? Oder läufst du wieder vor irgendeiner Gefahr davon?"
Entrüstet verschränkte der so aufgezogene seine vier Ärmchen vor der Brust.
"Als ob ich feige wäre."
"Aber nicht doch. Du hast nur ein untrügliches Gespür für lebensbedrohliche Situationen und bringst dich rechtzeitig in Sicherheit."
Myoga wandte sich ab und schaffte es für ganze fünf Sekunden beleidigt zu wirken. Sho hatte ja Recht. Der alte Flohgeist gehörte wirklich nicht zu den tapfersten.
"Meine Frau bringt mich zur Weißglut," gab er dann grummelnd zu. "Und da dachte ich, es wäre mal wieder Zeit für eine längere Reise. Vorzugsweise in den Südwesten."
"Oh weh," klagte der alte Kitsune theatralisch. "Der letzte Junggeselle wurde bezwungen. Also hast du jetzt eine Familie?"
"Hätte sie gerne," wisperte Myoga. "Sie sieht einfach nicht ein daß das nichts für mich ist."
Sho lachte los. Der alte Flohgeist würde sich lieber in einen aussichtslosen Kampf stürzen als seiner Frau diese Art Nähe zu gestatten.
"Ist dein Besuch dann sowas wie ein Zwischenstopp?" vermutete er dann.
"Ein ungewollter Zwischenstopp. Mein Transportmittel geriet in einen Schwarm anderer Krähen die Jagd auf einen Bussard machen, und hat sich diesen angeschlossen. Ehe ich reagieren konnte rutschte ich ab und purzelte durch die Baumkronen." Myoga war die Situation mehr als peinlich. Um von sich abzulenken beugte er sich vor und folgte dem Blick des Kitsunen.
"Jetzt sind doch gar keine Prüfungen," staunte er. "Und er sieht nicht so aus als wäre er alt genug um andere zu unterweisen."
"Ist er auch nicht," antwortete Sho, und seine Miene umwölkte sich. "Diesen Kitsune umgibt ein Geheimnis, aber wir wissen außer seinem Namen nichts über ihn. Seit seiner Ankunft vor achtunddreißig Jahren hat er kaum Worte mit uns gewechselt."
"Heißt das, daß er die ganze Zeit über hier im Lager ist?"
"Genau das heißt es. Er tut alles damit er das Lager nicht verlassen muß. Stattdessen trainiert und übt er wie ein Besessener. Er gehorcht jedem Befehl, verrichtet sogar niederste Arbeiten und meistert jede noch so schwere Aufgabe. Mittlerweile ist er seinen Altersgenossen so weit voraus, daß wir darüber nachdenken ihn im fortgeschrittenen Waffenhandwerk auszubilden."
"Ihr denkt darüber nach?"
Sho senkte den Kopf, ließ aber den jungen Kitsune nicht aus den Augen. Unten auf dem Übungsgelände flammte Fuchsfeuer auf und schien von sich aus den Platz zu umrunden, ehe es gehorsam zu den Händen des jungen Fuchses zurückkehrte.
"Wir sind uns nicht sicher ob wir das wirklich tun sollen. Ja, er ist gut und beherrscht seine Zauber. Er ist sicher in dem was er tut, und in ihm steckt mehr. Aber irgendetwas brodelt in ihm. Wir können es unterschwellig fühlen. Er ist diszipliniert und gewissenhaft. ZU diszipliniert, wenn du verstehst."
Myoga wußte worauf der alte Fuchs anspielte. Junge Kitsunen schlugen über die Stränge. Sie waren alberne Witzbolde, gerade wie es sich für Kitsunen gehörte. Wenn ein halbwüchsiger über ein hohes Maß an Selbstbeherrschung verfügte, und sich diszipliniert an die Regeln hielt, war etwas faul an der Sache. Im Regeln brechen waren junge Kitsunen wahre Meister, und ließen meistens keine Gelegenheit dazu aus.
In Gedanken versunken hüpfte er von der Schulter seines alten Freundes und ließ sich auf dem Geländer nieder. Sein Blick richtete sich auf den jungen Fuchs der sich gerade auf dem Boden niederließ und in seiner Kleidung herumwühlte um einen kleinen Gegenstand hervorzukramen.
"Was tut er da?" wollte der Flohgeist neugierig wissen.
"Das tut er immer am Ende seiner Trainigseinheit. Er setzt sich hin, zieht etwas aus seiner Tasche und betrachtet es. Und dann, aber sieh selbst." Sho deutete hinunter.
Der junge Kitsune schloß seine Hand um den Gegenstand und hob ihn an sein Gesicht. Es sah aus als würde er daran schnuppern. Dann presste er die Hand auf sein Herz und formte tonlose Worte.
"Was ist das, und was sagt er?" Angespannt starrte Myoga hinunter.
"Wir wissen es nicht. Zusammengerolltes Papier und etwas das aussieht wie Glas. Aber es ist kein Glas. Wie durchsichtiges knisterndes Papier. Es muß sehr wichtig für ihn sein. Einmal haben andere Kitsunen es ihm weggenommen. Du kannst dir nicht vorstellen wieviele Bißwunden wir verarzten mußten, so sehr ist er auf die anderen losgegangen."
"Wegen ein bißchen Papier?" fragte der Flohgeist verwundert. Sho zuckte die Achseln.
"Angeblich wäre es das einzige was er von seiner Mutter noch besitzt. In dem Fall wäre es natürlich wichtig für ihn. Und seine Worte; nun, es täte ihm leid. Und er würde groß und stark werden und Rache nehmen."
"Und deshalb überlegt ihr noch ob ihr ihn im Waffenhandwerk ausbilden wollt," antwortete Myoga verstehend.
"Als er damals hier ankam; er war verwahrlost, seine Kleidung starrte vor Schmutz und er schien halbverhungert zu sein. Er hat am ganzen Leib gezittert als wären sämtliche Dämonen der Welt hinter ihm her. Im ersten Jahr hat er kein Wort gesagt, hat nur apathisch dagesessen und sich mißtrauisch umgesehen. Nach und nach konnten wir ihn dazu bringen, daß er seine Zauber übt. Er lernt gut und ist wißbegierig, zumindest was seine Ausbildung betrifft. Ansonsten; keine Freunde, keine andersgearteten Interessen."
Myoga nickte in sich hinein. Kein Wunder daß der Kleine noch immer im Lager verweilte. Kitsunen lebten in einem engen sozialen Verband. Vermutlich hatte es eine furchtbare Tragödie gegeben, und der Schock war so tief verwurzelt daß der halbwüchsige die Sicherheit des Lagers allem anderen vorzog. Der Flohgeist seufzte leise. Schon einmal war er einem Kitsunen begegnet der einen großen Verlust hatte hinnehmen müssen, aber dieser hatte Freunde gefunden und diese nach kurzer Zeit als Familie betrachtet.
Erneut entfuhr ein Seufzer dem alten Flohgeist. Auch er hatte zu den Freunden des Kitsunen gezählt, aber das war sehr lange her, und er hatte den jungen Fuchs schon seit bestimmt dreiundvierzig Jahren nicht mehr gesehen. Er müßte sich wirklich öfter Zeit nehmen und seine alten Freunde aufsuchen, beschloß er dann.
Erneut warf er einen Blick auf das abgesteckte Gelände. Dann riß er seine Augen auf und fixierte den jungen Fuchs, betrachtete ihn genauer, beobachtete dessen Handlungen.
Eigentlich gab es nichts außergewöhnliches zu sehen. Der Junge war kaum einen Meter groß, hatte die typischen spitzen Ohren und rote Haare, die er mit einem grünen Band zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte. Seine Kleidung bestand aus grünen, weiten Hosen, einem hellen Hemd und einer dunkelroten Weste. Seine Rute hing mehr herab als daß sie hin und her wedelte, aber falls dieser junge Fuchs wirklich schreckliches erlebt hatte, wäre das kein Wunder.
Was Myoga dazu gebracht hatte, den Kitsunen derart anzustarren, waren dessen Zauberutensilien die dieser vor sich ausgebreitet hatte. Dazu gehörten neben einer Holzschlange mit beweglichen Gliedern, auch Pilze, Eicheln, ein kleines Holzpferd und ein Kreisel.
Jeder Kitsune hatte andere Gegenstände, aber gerade diese Zusammenstellung kam dem Flohgeist mehr als nur bekannt vor.
Er hatte schon mit eigenen Augen gesehen wie diese Utensilien eingesetzt worden waren, und von wem.
Myoga überlegte nicht lange und sprang vom Geländer herunter, landete auf einem Busch und hüpfte weiter bis er dicht vor dem Kitsunen zum Stehen kam. Dieser hatte sich gerade gebückt um seine Spielzeuge wieder einzusammeln, und sah auf als er eine Bewegung dicht vor ihm wahrnahm. Seine Lippen begannen zu zittern, im nächsten Moment plumpste er auf sein Hinterteil und blinzelte. Blinzelte wieder. Sein Brustkorb hob und senkte sich hektisch, dann fuhr er sich mit seinem rechten Unterarm über seine Augen.
"Myoga?" flüsterte er, und rieb sich erneut über seine Augen. Vorher nur stumpf und trüb, glitzerten sie verräterisch feucht. Ein Schniefen quälte sich über seine zitternden Lippen.
"Myoga," wiederholte er.
"Shippou," entgegnete der Flohgeist sanft. Noch niemals zuvor hatte er sich so sehr gewünscht, größer zu sein, als just in diesem Moment. Irgendetwas furchtbares mußte sich ereignet haben, soviel wußte er, doch um es zu erfahren mußte der Kitsune sich seinen Kummer von der Seele reden. Was dieser offensichtlich seit fast vierzig Jahren nicht getan hatte.
"Du kennst ihn?" Unbemerkt war Sho zu ihnen getreten und warf Myoga einen Blick zu. Dieser nickte nur. Er war zu überwältigt zum sprechen. Mit einem Satz war er auf Shippous Schulter gesprungen und presste sein Gesicht gegen den Hals des Kitsunen, in der Hoffnung daß dieser ihn verstehen würde.
"Na dann komm mal mit," sagte Sho freundlich. "Ich denke dir würde ein Tee guttun."
Auffordernd hielt er dem jüngeren die Hand hin, und zu seiner großen Überraschung erhob sich Shippou und ergriff die dargebotene Hand. Widerspruchslos folgte er dem alten Fuchs die Treppen hoch, und ließ sich dann in dessen Zimmer schieben.
Keine viertelstunde später hockte er auf einem bequemen Kissen, in den Händen eine Schale Tee, und zog immer noch die Luft schniefend ein. Seine Wangen waren nass, und würden wohl auch so schnell nicht trocken werden, denn noch immer rannen unaufhörlich Tränen darüber.
Ihm gegenüber saß Sho im Schneidersitz, zwischen ihnen hockte der alte Flohgeist auf einem niedrigen Tischchen und schaute unverwandt zu seinem jungen Freund.
Was belastete den kleinen so sehr, daß er sich für so lange Zeit regelrecht versteckt hielt, und außer seinem Namen keine Informationen preisgab? Zuletzt hatte er ihn bei InuYasha gesehen. Die Dämonenjägerin war mit ihrem Mönch und ihren Kindern ins alte Dämonenjägerdorf gezogen, während ihr Bruder mit Kirara unterwegs war um Jagd auf Dämonen zu machen. Der Halbbruder InuYashas, Sesshoumaru, war auf das Angebot der alten Kaede eingegangen und hatte das kleine Menschenmädchen Rin im Dorf gelassen. InuYasha hatte begonnen ein Haus zu bauen; er hatte die Hoffnung, Kagome würde eines Tages zurückkehren, nie aufgegeben. Shippou hatte ihm dabei geholfen den Platz für das Haus von Bäumen und Büschen zu befreien.
Myoga überlegte was in den fünf Jahren, in denen er sich im Norden aufgehalten hatte, wohl passiert war, daß Shippou verwahrlost und halb verhungert im Ausbildungslager aufgetaucht war. Ein normaler Streit zwischen dem Halbdämon und dem Fuchs schied seiner Meinung nach aus. Der Hanyou war impulsiv, das stimmte schon, aber so sehr würde der allenfalls auf den Wolf losgehen, und nicht ausgerechnet auf den kleinen Fuchs.
"Meinst du nicht daß die Zeit gekommen ist, dir endlich alles von der Seele zu reden?" fragte Sho gütig und lächelte seinem Schützling aufmunternd zu.
Shippou nippte an seinem Tee und drehte die Schale nervös zwischen seinen Händen. Mit gesenkten Augen nickte er langsam. Dann stellte er die Schale ab und starrte an die Decke.
"Wir, also InuYasha und ich, wir hatten begonnen Steine aufzuschichten. Für das Haus. Ich weiß noch, ich hab gefragt ob ich bei Ihnen bleiben könnte. Wo doch das Haus so groß ist," begann er leise. Sho warf einen fragenden Blick zu Myoga. Dieser erwiderte den Blick und schüttelte kurz den Kopf. Später, sollte das heißen. Es war im Moment wichtiger daß Shippou weitersprach, als daß er dazwischengrätschte um Erklärungen abzugeben.
"InuYasha hat gelacht und gesagt daß ich draußen eine, eine Hundehütte kriegen würde. Wir haben gestritten, wie immer." Für einen kurzen Moment wechselten sich leise Wut und ein verhaltenes Lächeln auf seinen Zügen ab.
"Ich war wütend. Wie er sowas sagen kann. Heute würde ich mich sogar freuen wenn er mir wie früher auf den Kopf haut."
Myoga liefen kalte Schauer über den Rücken. Was der Kleine sagte hörte sich vielleicht harmlos an, aber irgendetwas daran klang alles andere als erfreulich.
"Kurz nachdem du weg warst, hörten wir Gerüchte über verschwundene Menschen überall, und er wollte los um zu gucken ob die Gerüchte stimmen. Ich glaube er wollte auch für eine Weile weg vom Dorf. Das Haus war doch auch nur eine Ablenkung. Wir alle hofften daß sie irgendwann wiederkommt, aber mit jedem Jahr wurde er verschlossener. Er hat sich regelrecht daran festgebissen. Loszuziehen, so wie früher, ein paar Idioten zur Strecke bringen; vielleicht hätte das gereicht daß er wieder mehr Lebensfreude hat."
Myoga nickte innerlich. Er hatte mitbekommen wie sehr InuYasha unter Kagomes Verschwinden gelitten hatte.
"Die Gerüchte stimmten. Überall gab es leere Dörfer. Und in jedem Dorf was wir fanden, konnte man die Luft kaum atmen. InuYasha fiel irgendwann auf daß wir die leeren Dörfer kannten. Daß wir schonmal dort gewesen waren. Wir fragten uns durch und fanden heraus daß die Dörfer von einer Art Nebel heimgesucht worden waren."
Je mehr der kleine Kitsune erzählte, umso leichter fielen ihm die Worte. Es sprudelte geradezu aus ihm heraus.
Sho und Myoga hörten fassungslos zu, und als Shippou gegen Ende seiner Erzählung nur noch abgehackte Wörter herausbrachte, wußten sie warum der kleine Fuchs so heruntergekommen im Lager angekommen war. Und so verbissen trainierte.
InuYasha und Shippou hatten herausgefunden daß die Dörfer in der gleichen Reihenfolge überfallen worden waren, wie sie sie bei der Jagd nach den Juwelensplittern und Naraku aufgesucht hatten. Mit einer bösen Vorahnung seien sie nach Hause zurückgekehrt, nur um festzustellen daß ein Dorf in der Nähe bereits zu einem toten Dorf geworden war.
InuYasha hatte den dunklen Nebel bemerkt und Shippou ins Dorf geschickt um die Einwohner und ihre Freunde zu warnen, er selbst wollte im Wald bleiben und versuchen den Nebel irgendwie aufzuhalten. Niemand ausser Kaede hatte auf den Fuchs hören wollen, sie hatten es wohl als eine Art Spiel angesehen, und so war Kaede dann die einzige die sich den angreifenden Dämonen gestellt hatte. Bevor diese im Dorf aufgetaucht waren hatte auch die alte Miko den Fuchs fortgeschickt. Zu dieser Zeit waren InuYashas Kampfschreie bereits verstummt, und man hatte wohl auch keine weiteren Kampfgeräusche mehr wahrnehmen können. Shippou war voller Angst und Panik über den Fluß hinweg geflohen und hatte sich im angrenzenden Wald in einem leeren Fuchsbau versteckt. Doch auch die Entfernung zum Dorf und zum Wald, und daß er sich gut einen Meter tief unter dem Waldboden aufgehalten hatte, hatte nicht verhindern können, daß er InuYashas schmerzerfüllte Schreie und die panischen Schreie der Dorfbewohner mitbekommen hatte.
Selbst Stunden später, als schon lange keine Geräusche mehr an seine Ohren gedrungen waren, hatte er noch im Fuchsbau gesessen und gebetet daß ihn niemand aufspürte. Erst ein paar Tage danach hatte er sich herausgetraut, schwach vor Hunger und Durst, und sich im Dorf umgesehen. Sein Entsetzen war nicht in Worte zu fassen, als er sich schließlich dem Waldstück genähert hatte in dem InuYasha hatte warten wollen. Statt des gesunden Waldes lag eine riesige tote, nach Verwesung und Blut riechende Lichtung vor ihm. Tiefe Krater und Furchen hatten ein bizarres Muster in den Boden gezeichnet, und an mehreren Stellen befanden sich getrocknete Blutlachen. Von InuYasha war keine Spur zu sehen, aber der Geruch der dem getrockneten Blut anhaftete, hatte Shippou alles mitgeteilt was er wissen mußte. Am Rand der Lichtung hatte er den Geruch von Sesshoumaru wahrgenommen, dieser war vermutlich auf der Suche nach Rin, und Shippou hatte keine Lust verspürt dem InuYoukai das Verschwinden des Mädchens erklären zu müssen. Halb wahnsinnig vor Angst hatte er sich dann monatelang versteckt gehalten, solange bis die ersten zerstückelten Mikos aufgefunden wurden. In seiner Not hatte er sich dann soweit nach Südwesten begeben wie er konnte. Die einzige Stelle in ganz Japan, an der damals keine Juwelensplitter aufgetaucht waren, und sie diesen Bereich folglich auch nie aufgesucht hatten. Auf seiner feigen Flucht, wie er es nannte, war er weitläufig um den Palast des Westens herum gelaufen. Aber er hatte dennoch das aufgebrachte, und überaus zornige Youki von InuYashas Halbbruder ausmachen können. Und Sesshoumaru hatte er nicht über den Weg laufen wollen.
Für ein halbes Jahr war er im Westen geblieben, war dann aber aufgebrochen als Sesshoumarus Youki sich vom Palast entfernt hatte. Er hatte sein eigenes Youki so gut es ging verborgen, und war dem InuYoukai in größerem Abstand gefolgt. Noch immer wußte er nicht was mit seinem Freund genau passiert war, und ein winziges Stück Hoffnung, Sesshoumaru hätte vielleicht Tenseiga eingesetzt um InuYasha zu retten, hatte sich in ihm eingenistet. Aber außer daß ihm die kleinen Füße nach einem Monatelangen Marsch schmerzten als hätte er direkt auf brennenden Kohlen gestanden, hatte er nichts herausgefunden. Und seine Angst vor dem Fürsten hatte ihn dazu bewogen, ihn lieber nicht nach InuYasha zu fragen. Weitere Monate in völliger Abgeschiedenheit folgten. Schließlich sei er durch Zufall auf das Ausbildungslager der Füchse gestoßen und war zwischen den Torbäumen zusammengebrochen.
Nachdem Shippou geendet hatte, herrschte Schweigen in der Hütte. Myoga hatte feuchte Augen bekommen und sich dicht an den Hals seines Freundes gekuschelt. Erneut wünschte er sich größer zu sein. Dieser kleine tapfere Fuchs hatte mehr als nur eine Umarmung nötig. Und auch wenn er sich selber als Feigling und Angsthase bezeichnet hatte, war er doch alles andere als feige.
Sho indes hatte aus einem Schränkchen eine irdene Flasche geholt und ein paar Tropfen ihres Inhalts in Shippous Teeschale fallen lassen.
"Trink, kleiner tapferer Freund," mit diesen Worten hielt er dem Kleinen die Schale an die Lippen. "Das wird dir etwas Ruhe bringen."
Gehorsam tat der kleine was er geheißen wurde, und fiel kurz darauf seitlich in die weichen Kissen. Sho strich ihm beruhigend über den Kopf und deckte ihn zu.
"Komm, Myoga. Lassen wir ihn ein wenig ausruhen. Und du erzählst mir was ich über all diese Leute in seinem Bericht noch nicht weiß."
Myoga berichtete über Vorfälle rund um das Shikon no Tama was er wußte, und ließ auch Shippous Part dabei nicht aus. Danach schwieg er bedrückt. Seine ganze Sorge galt seinem kleinen Freund, den er so lange nicht gesehen hatte, und InuYasha. Wenn Shippous Bericht der Wahrheit entsprach, und daran zweifelte der Flohgeist keine Sekunde, dann war der Hanyou vor vierzig Jahren auf grausame Art und Weise ums Leben gekommen.

Shippou hatte bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen, worüber Myoga als auch Sho mehr als erfreut waren. Vierzig Jahre lang hatte der Kleine mit furchtbaren Erinnerungen gelebt, ohne sich jemandem anzuvertrauen. Aber auch wenn er sich jetzt alles von der Seele geredet hatte, würde es dennoch lange dauern bis er über das Erlebte hinweg war.
Weder der alte Kitsune, noch der Flohgeist wunderten sich darüber daß Shippou, nachdem er erwacht war, einfach liegen blieb und stille Tränen vergoß. Myoga hatte sich zu ihm gesetzt und leistete ihm stumm Gesellschaft.
"Myoga," schniefte der Kitsune nach einer Weile "meinst du daß sie böse auf mich ist?"
"Wer, Kagome? Wie kommst du darauf sie könnte jemals böse auf dich sein?"
"Weil ich weggelaufen bin. Anders als damals. Da hab ich niemanden im Stich gelassen."
"Du bist nicht Schuld daß dir niemand geglaubt hat, Shippou. Ich bin mir sicher daß du dein Bestes gegeben hast sie zu warnen," versuchte der Flohgeist seinen Freund von seinen Selbstvorwürfen abzubringen. "Wenn sie hier wäre, würde sie dich in die Arme nehmen und sich freuen daß du lebst. Sie würde dich trösten und dir das Gleiche sagen wie ich."
"Ich hab geträumt daß sie wieder hier ist," seufzte der Kitsune. "Schon sehr oft."
"Du vermißt sie," sagte der Flohgeist nickend. Wer vermißt sie nicht, dachte er dann.

Wenn Hunde sich streiten...

Sesshoumaru hatte es geschafft Kagome in Bruchstücken fast alles zu erklären was passiert war. Jede seiner Erklärungen hatte weitere Beschimpfungen nach sich gezogen, und mittlerweile verwünschte er den Tag an dem er zur Lichtung aufgebrochen war. In seinen Ohren hatte sich ein Pfeifton eingenistet, den er nicht mehr los wurde.
Seine Augen glühten förmlich in einem grellen Rot, und seine Krallen waren bedrohlich angewachsen. Die Luft um ihn herum knisterte.
Aber auch Kagome wurde von ihrer dämonischen Seite heimgesucht. Ihre Augen hatten den gleichen gefährlichen Rotton angenommen. Aus Zeige- und Mittelfinger ihrer herabhängenden rechten Hand tropfte unablässig eine rosagoldene zähflüssige Substanz zu Boden. Da wo sie auftraf, erblühten innerhalb von Sekunden kleine weiße Blumen.
Sesshoumaru hatte es erschrocken zur Kenntnis genommen und war zurückgewichen. Als sie nun ihren Arm anhob, und in einer anmutigen Geste vor sich hin und her schwenkte, vergrößerte er den Abstand abermals. Ihr Arm schlug Achten vor ihrem Körper, und die leuchtende Masse verdichtete sich zu einer ungefähr einen Meter langen Peitsche, die gehorsam den Handbewegungen Kagomes folgte. Kleine schillernde Funken lösten sich von der Peitsche und verglühten.
"Und du glaubst wirklich, du hattest das Recht dazu mich einfach auszuziehen und zu begrabschen?" pfiff sie den InuYoukai an und warf ihm wütende Blicke zu.
"Du warst dreckig."
"Wieso wohl! Eine fadenscheinige Ausrede, mehr nicht. Genauso wie diese 'angeblichen' Wahngeister die du damit vertreiben wolltest!"
"Du warst voll damit. Mein Youki hat sie vertrieben."
"Wie überaus gut für dich daß das keiner nachprüfen und bestätigen kann!"
"Du wärst ohne meine Hilfe nicht mehr am Leben!"
"Ohne deine 'Hilfe' wäre ich gar nicht in diese Situation gekommen. Ich sag dir was: Deine sogenannte Hilfe ist einen Dreck wert!"
"Zolle mir gefälligst Respekt, Weib!" knurrte Sesshoumaru wütend.
"Respekt???" Sie kam auf ihn zu und erhöhte das Tempo mit der ihre Hand sich bewegte.
"Respekt ist nichts womit man auf die Welt kommt! Respekt bekommt man nicht einfach so geschenkt. Respekt FÜRST Sesshoumaru," ihre Stimme troff vor Sarkasmus "ist etwas was man sich verdienen muß! Und du verdienst keinen Respekt. Nicht nach allem was ich in deiner Gegenwart ertragen mußte. Und als wäre das nicht schon genug gewesen, nein, zu allem Überfluß mußtest du mich auch noch in den Hals beißen!" Ihre Peitsche schoß auf ihn zu und verfehlte ihn nur knapp.
'Das ist reines Reiki,' erklärte sein Biest überflüssigerweise. Das wußte er selber, er wußte nur nicht wie sie das bewerkstelligte. Statt erneut auszuweichen machte er einen Schritt auf sie zu und funkelte sie wütend an.
"Dadurch gelangte mein Youki in deinen schwachen, wertlosen Körper und vertrieb die Wahngeister! Du solltest mir dankbar sein!"
Erneut zischte die läuternde Energie auf ihn zu, und wieder wich er vor ihr zurück. Zu deutlich stand das Erlebte auf der Lichtung vor seinen Augen.
"Schwach und wertlos? Wieso weichst du dann vor mir zurück wie ein in die Enge getriebener Köter? Denn nichts anders bist du. Ein räudiger, verlauster Köter. Du gehörst an die Kette gelegt!" Wieder schlug sie mit der Hand in seine Richtung daß ihr Reiki ihm um die Ohren pfiff. "Hm, mal sehen... ich hab InuYashas Bannkette noch. Wie würde es dir gefallen wenn ich sie dir umlege und dich mit einem netten kleinen Bann belege? Wobei, nett und spaßig wäre es nur für mich. Wie würde dir zum Beispiel der Befehl: spiel toter Hund gefallen?" Zwei rasche Handbewegungen ließen die Peitsche schnalzen. Mittlerweile war der gesamte Bereich mit hunderten kleiner Blüten bedeckt. "Oder wie wäre es mit: sei lieb?"
'Alles, nur das nicht!' schoß es durch seinen Kopf. Und als ob die Vorstellung davon nicht schon grausam genug wäre, hieb sein Biest in die selbe Kerbe. Wieder einmal.
'Oh ja, bitte! Ich lieg dir zu Füßen.'
'SCHWEIG!'
"Und dankbar? Wofür denn genau? Hierfür etwa?" Sie hob ihre Rechte und die Peitsche verschwand. Nur ihre Finger glühten noch rosagolden. "Tu nicht so als wäre das was neues für dich. Wie lange wolltest du das vor mir geheimhalten? Ich hab schon genug ertragen. Und erst recht seit ich in den Brunnen gefallen bin. Ich hab genug verloren. Mußtest du mir auch noch meine Menschlichkeit nehmen? Mich zu dem machen was du bist? Zu einem dreckigen Köter?"
Sie weiß es, dachte er geschockt.
"Ich wußte nicht daß das passieren würde," setzte er zu einer Erklärung an.
"Ach nein? Du beißt mich in den Hals, verpasst mir jede Menge Gift, und hast keine Ahnung was das mit mir macht? Wie dämlich bist du eigentlich?"
"Treibs nicht zu weit," knurrte er wütend. "Wie lange willst du mich noch sinnlos beleidigen? Geschehen ist geschehen."
"Ich bin noch nicht fertig mit dir, du Hund! Aber zu deiner Verteidigung, daß du das nicht gewußt hast glaub ich dir aufs Wort. Willst du wissen warum? Weil du mich nicht erkannt hast. Du hast mich offensichtlich mit jemandem verwechselt. Sonst hättest du meinen Vater nicht erwähnt. Der im übrigen starb als ich ungefähr so alt war wie Rin damals. Du wolltest mich zu meinem Vater bringen und ihm etwas über diese Quellen berichten."
Bei ihren Worten schaute er unbewußt in die Richtung in der der Palast seines Onkels lag. Die Erwähnung von Rins Namen ließ ihn kurz seine Wut vergessen, bevor sie dank Kagomes Worten wieder aufflammte.
"Vielen Dank, dank dir weiß ich jetzt wo ich hin muß. Mal sehen wie derjenige, zu dem du mich bringen wolltest, reagiert, wenn ich vor seiner Tür stehe und ihm berichte was sein sauberes Oberhaupt so alles treibt."
Bevor er reagieren konnte hatte sie sich umgedreht und war in die Richtung verschwunden die seine Blicke ihr ohne es zu wollen verraten hatten.
Sie ist hier der Idiot, dachte er als er ihr folgte. Flieht durch den Wald, statt oberhalb der Bäume den direkten Weg zu nehmen.
Kurze Zeit später revidierte er seine Meinung. Oberhalb der Bäume wäre er ihr überlegen. Im Wald kam es eher auf Geschicklichkeit als auf Geschwindigkeit an. Auch wenn er es nicht zugeben wollte, sie stellte sich tatsächlich geschickt dabei an, den Bäumen auszuweichen. Und, so seltsam es auch war, ihm gefiel die Jagd.
Kagome flitzte mit großen Sätzen durch den Wald, und fühlte sich unangenehm an die Situation am Brunnen erinnert. Dort war sie ihm beinahe entkommen, und nur ihr Sturz hatte dazu geführt daß er sie erwischt hatte. Sie mußte unbedingt auf ihren Weg achten und aufpassen daß ihr so etwas nicht nochmal passierte.
Erneut mußte sie Haken schlagen um ein paar dicht zusammenstehender Bäume auszuweichen. Sie sprang und bewegte sich mit einer ungeahnten Geschwindigkeit. Gerade so wie sie es früher bei InuYasha gesehen und erlebt hatte.
Und dann machte sie einen entscheidenden Fehler. Sie schaute sich während des Laufens nach Rechts und Links um und vergass völlig daß sie sich nun viel schneller als vorher bewegte. Es kam wie es kommen mußte. Der nächste Baum auf ihrem Weg tauchte schneller auf als gedacht, und mit einem lauten Krachen prallte sie dagegen. Das Holz splitterte als der Stamm brach, und ihr Schwung trug sie weiter. Sie überschlug sich mehrfach und wurde von einem weiteren Baum gebremst.
Sesshoumaru war das nicht entgangen, und ein geradezu diabolisches Grinsen huschte über seine Züge als er ihren Flug mit den Augen verfolgte.
Schon wieder? dachte Kagome, wütend auf sich selbst, während sie sich aufrappelte. Mit einer blitzschnellen Bewegung drehte sie sich von ihrem Verfolger weg um weiter zu rennen, doch Sesshoumaru hatte ihren unfreiwilligen Sturz ausgenutzt. Zwei weite Sätze reichten ihm um sie zu erreichen, und dann ging alles blitzschnell.
Kagome entfuhr ein Quietschen als er sie packte und mit einem Arm an sich presste. Sein Mokomoko ringelte sich um ihre Beine und zog sie dicht an ihn heran.
"Auu!" Die spitzen Dornen an seiner Rüstung bohrten sich schmerzhaft in ihre Schulterblätter und entlockten ihr einen Schmerzensschrei als er seine freie Hand über ihre Augen legte, ihr so die Sicht nahm und ihren Kopf fest an seine Brust drückte.
"Schluß jetzt!" herrschte er sie an.
Das nächste was Kagome wahrnahm war ein grelles Licht, welches sie selbst durch seine Hand vor ihren Augen wahrnehmen konnte, und das Gefühl als ob sich sämtliche Zellen ihres Körper voneinander trennten und sich anschließend auflösten. Dann überluden sich all ihre Sinne und die Welt versank in Schwärze.

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Sesshoumaru hat ja mal gar kein Talent zum erklären...
Was er da wohl mit Kagome vor hat?

Kekse hinstell
Youkai-sake is schon wieder alle...
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