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Watashi wa fukushūdesu- mein ist die Rache

von Mithraide
GeschichteAbenteuer / P18
Kagome Sesshoumaru
24.06.2020
20.01.2021
28
121.936
31
Alle Kapitel
105 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
16.10.2020 4.704
 
Juhuu
5.016 Aufrufe, 81 Favos und 19 Empfehlungen

Heute gibts Nacktbaden Teil 2 mit vielen Überraschungen und jeder Menge unfreiwilligem Humor
Have fun

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Auszug aus Regeln und Gesetz

Rolle 78

"So denn der Ranghöchste keine eigenen oder angenommenen Abkömmlinge aufweist, gilt der nächste der Erbfolge als Vollerbe.
Kommt dieser ehrenvoll zu Tode, und hinterläßt eine Gefährtin, so ist es die Pflicht des Ranghöchsten diese Gefährtin als Nebenfrau anzuerkennen.
So denn der Ranghöchste keine eigene Gefährtin aufweist, wird die Gefährtin des zu Tode gekommenen Erben Hauptfrau.
Dynastisch getroffene Verbindlichkeiten bereffend des Ranghöchsten werden in dem Fall ehrenvoll außer Kraft gesetzt.
Abkömmlinge werden gemäß der Abfolgeregelung entsprechend behandelt."

Rolle 152

"So sich Einer oder Eine einem verwaisten Welpen oder Jungen annähme, Ihm Obdach, Nahrung und Kleidung gewähre, als auch Unterweisung in Waffenkunde, sowie züchtiges Benehmen anheim werden lasse, so gilt dieser fortan als Vater oder Mutter.
Der angenommene Welpe ist mit allen Rechten und Pflichten behaftet und wird nach bereits vorhandenen Erben in die Rangfolge aufgenommen.
Sollte der Welpe der Erste sein, wird er nach Geburt eines weiteren zum Zweiten und verbleibt in diesem Rang selbst wenn weitere Abkömmlinge folgen."

Nachtrag zu Rolle 152

"So sich Einer oder Eine einen Gefährten nimmt, welcher gemäß Rolle 152 Abkömmlinge aufweist, so übernimmt Dieser die Abkömmlinge als eigen Fleisch und Blut."

Nachtrag zu Rolle 287

"Das Ritual zur vollständigen Formung darf ab sofort nurmehr von durch den Rat der Zwölf legitimierten, erfahrenen Youkai, oder durch DaiYoukai durchgeführt werden."

Nachtrag zu Rolle 34

"Das für einen Sitz im Rat der Zwölf nötige Eintrittsalter wird mit sofortiger Wirkung von 1500 Jahre auf 1200 Jahre herabgesetzt."


Beißt du mich, beiß ich dich

Sesshoumaru konnte die Wahngeister in Kagome spüren. Noch zeigte sein Gift keinerlei Wirkung, aber damit hatte er auch nicht so schnell gerechnet.
Die Zeit verging quälend langsam. Zeit in der er seine Gedanken schweifen ließ, und über alles Geschehene nachdachte. Das was letztendlich zu der derzeitigen Situation geführt hatte.
Zwischendurch konzentrierte er sich auf den Herzschlag der Bewußtlosen an seiner Brust, zählte ihre ruhigen Atemzüge,spürte wie sich ihr Brustkorb nur schwach hob und senkte.
Sein Biest schwieg, wofür er sehr dankbar war. Noch mehr Vorwürfe waren nicht nötig, auch hatte es genug damit zu tun, seinen Vorrat an Gift zu überprüfen und aufzustocken.
Nachdem er seinen Fangzahn in sie versenkt hatte, hatte er ein paar Tropfen ihres Blutes geschmeckt und sich daraufhin nur schwer konzentrieren können. Sofort hatte er etwas Speichel rund um seinen Zahn verteilt und die Einstichstelle versiegelt. Das Gift in seinem Speichel würde einen Schutz bilden und gleichzeitig dafür sorgen daß ihr Blut flüssig blieb. Später würde er damit ihre Wunde verschließen, aber bis dahin würde noch sehr viel Zeit vergehen.
Erst nach Stunden spürte er wie sich ein schwaches Youki in ihr bildete. Die Sonne war lange schon untergegangen, und nur vereinzelt blinkten Sterne durch das Blätterdach.
Direkt sehen konnte er sie nicht, er nahm nur deren Spiegelung auf der Oberfläche der Quelle wahr. Unterbrochen und vervielfältigt durch leichte Wellenbewegungen im Wasser.
Der Teil der Quelle in dem er sich befand, war ein natürlich gebildetes Becken. Große Steine teilten einen Bereich ab, zu seiner Rechten befand sich eine Körperlänge entfernt das sandige Ufer, zu seiner Linken war eine Öffnung zwischen den heißen Felsen. Dort floß ein Bach gemächlich entlang, führte dem Becken frisches Wasser zu und sorgte so für einen Austausch und eine annähernd gleichbleibende Temperatur.

Eigentlich hätte er Kagome auch an Land sein Zahngift injizieren können, aber er hatte sich aus mehreren Gründen dagegen entschieden.
Einmal weil das warme Wasser der Quelle dafür sorgte daß ihr Körper nicht noch weiter auskühlte. Dann, damit er selber während der Prozedur nicht auskühlte. Er würde viel Youki verbrauchen, und da er nicht wußte wieviel sie benötigte, wäre es nicht ratsam Youki für sich selber zu verschwenden. Normalerweise würde sein Biest dafür sorgen daß sich sein Vorrat nicht erschöpfte, indem es natürliche Energie in Youki umwandelte, aber es wäre vollauf damit beschäftigt, Youki zu Gift zu wandeln, als daß es gleichzeitig Energie umwandeln könnte.
Ein weiterer Grund waren die Körperfunktionen der Miko. Falls sie sich tatsächlich während sie bewußtlos war, erleichtern sollte, würde das Wasser der Quelle alles fortspülen.
Und das Wasser würde verhindern daß er ständig diesen speziellen Geruch in der Nase hatte.
Nicht daß er diesem Trieb nachgeben würde, aber er würde sich nur schwer über einen längeren Zeitraum hinweg konzentrieren können.
Er hatte sich bewußt so hingesetzt daß er die untergehende Sonne im Rücken hatte.
Je nachdem wie lange sich das ganze hinzog, und wieviel Youki er bei dieser Prozedur abgeben würde, bei Tagesanbruch würde die aufgehende Sonne auf seinen Körper fallen und seinem Biest die Aufgabe erleichtern. Er konnte nur hoffen daß sein Vorrat reichen würde um wirklich alle Wahngeister zu vertreiben.
Und daß es überhaupt funktionieren würde.
Er wollte nicht daran denken daß es eventuell zu wenig war. Oder daß es nicht den gewünschten Erfolg hatte.
Genausowenig was sein Gift alles anrichten konnte. Immerhin hatte es dafür gesorgt daß sich die MIko wie ein wildes Tier benahm, und die Vorstellung daß sie zu einer wilden Bestie ohne jeden Verstand mutierte, jagte ihm Schauer über den Rücken.
Falls er gezwungen wäre, sämtliches Youki über sein Gift in sie zu pumpen, wäre sie ihm gegenüber eindeutig im Vorteil, und er ihr quasi wehr- und schutzlos ausgeliefert.

Die Zeit tröpfelte zäh dahin. Mitternacht war vorüber. Eine schmale Mondsichel warf einen winzigen Schimmer silbernen Lichts über das Land.
Noch immer saß Sesshoumaru in der heißen Quelle, seinen Fangzahn in der Schlagader der Miko, und entließ winzigste Mengen Gift in ihren Blutkreislauf.
Doch inzwischen hatte sich etwas getan.
Nicht nur daß sich das Youki in der Miko spürbar erhöht hatte, auch die Anzahl der Wahngeister hatte abgenommen.
Genau würde er es nie erfahren, aber es kam ihm so vor als würden die Wahngeister irgendeine Form der Läuterung erfahren. Als ob sein Youki sie gegen die Barriere aus Reiki treiben würde.
Eigentlich konnte es ihm egal sein, es wurden weniger, und das bedeutete daß er nicht umsonst seinen Zahn in die Miko geschlagen hatte.
Und so hielt er die Miko weiter in seinen Armen, fest an sich gepresst, seinen Fangzahn in ihrem Hals.
Ihr Herz schlug noch immer quälend langsam, aber kräftiger als zuvor. Auch ihre Atemzüge waren tiefer und kräftiger. Dennoch hing sie wie ein nasser Sack in seinen Armen, und hätte er sie nicht auf seinem Schoß sitzen gehabt, wäre sie längst ins Wasser gerutscht und ertrunken.
Die Luft außerhalb des Wassers war kalt. In einer seltsam anmutenden schützenden Geste hatte er seinen rechten Arm um sie gelegt. Ihr Kopf ruhte auf seinem Oberarm. Seine Rechte ruhte wärmend auf ihrer Schulter, während seine Linke ihren Hinterkopf berührte und festhielt. Durch seinen vornübergebeugten Kopf fielen seine langen Haare wie ein schützender Vorhang über ihre rechte Schulter. In regelmäßigen Abständen spürte er einen warmen Hauch an seinem Nacken, und jedesmal rann ihm ein leichter Schauer über seinen Rücken.
Er hörte sie leise atmen. Monoton und einschläfernd, aber er durfte sich keinen Moment Unachtsamkeit erlauben.
Tropfen für Tropfen rann durch seinen Zahn in ihre Schlagader, wurde durch ihr pulsierendes Blut mitgerissen und in ihrem Körper verteilt. Mit jedem Tropfen erhöhte sich das Youki in ihr. Über ihr Blut gelangte es in Muskeln und Organe, sammelte sich, verstärkte sich.
Und so wie sich das Youki in ihr erhöhte, sank es in ihm.
Minute um Minute, Stunde um Stunde.

Der Himmel im Osten verfärbte sich in rosa und violetten Tönen, dann mischten sich orange und gelbe Töne dazu. Doch Sesshoumarus Aufmerksamkeit galt nach wie vor der Frau in seinen Armen. Für das Farbenspiel während des Sonnenaufgangs hatte er weder Zeit, noch Muße. Er war mehr oder weniger damit beschäftigt die bewußtlose Frau festzuhalten und gleichzeitig in der sitzenden Position zu verharren.
Sein Vorrat an Youki hatte spürbar abgenommen und ließ ihn schwächer und schwächer werden.
Noch konnte er sich durch seinen bloßen Willen in aufrechter Position halten, aber sehr lange würde er das nicht mehr durchhalten.
Immer noch tobten Wahngeister in Ihr, allerdings hatte sich ihre Anzahl derart dezimiert daß er davon ausging daß es jetzt nicht mehr lange dauern konnte bis alle restlos verschwunden waren.
An seiner Brust spürte er den kräftigen Herzschlag der Miko. In den letzten Minuten hatte sich ihre Pulsfrquenz deutlich erhöht. Auch ihr Atem drang nun kräftig und stoßweise gegen seinen Hals.
Die vergangenen Stunden hatten ihm alles an Konzentration abgefordert. Mehr als in sämtlichen Kämpfen die er bis dahin bestritten hatte. Er war harte Kämpfe gewohnt, aber nichts war vergleichbar mit dieser Art Anstrengung.
Nicht einmal im Krieg hatte er sich jemals so verausgabt wie jetzt als er einfach nur... rumgesessen hatte.
Seit gut vierzehn Stunden saß er jetzt mit der Miko auf seinem Schoß in der Quelle. Unbeweglich und starr.
Seinen Fangzahn in ihrem Hals, Gift in sie pumpend.
Leises Stöhnen drang an sein Ohr, beinahe wie ein Seufzen.
Seine letzten Kräfte sammelnd, konzentrierte er sich auf die Frau in seinen Armen, aber scheinbar hatte sie in der Bewußtlosigkeit aufgeseufzt. Vielleicht eine der letzten Wahnvorstellungen, dachte er müde, während er immer noch Gift durch seinen Zahn abgab.

'Mehr geht nicht,' flüsterte es schwach in seinen Gedanken. 'Fast kein Youki übrig.'
'Inakzeptabel,' widersprach der Youkai.
'Aber...'
'Tu es!'
Das Biest gehorchte. Nur ein winziger Rest Youki blieb übrig. Der Selbsterhaltungstrieb ließ es nicht zu daß es den auch noch zu Gift formte.
Das letzte Gift floß aus seinem Zahn in ihre Schlagader, wurde mitgerissen und vermischte sich mit ihrem bereits mehr als überschwemmten Blut. Dort lagerte es sich an Blutkörperchen und -plättchen an, in die es eindrang und dadurch Youki freisetzte. Mittlerweile durchzog das Youki Kagomes gesamten Körper, praktisch gab es keine freie Stelle mehr.
Sesshoumaru konzentrierte sich mühsam und suchte nach der Präsens der Wahngeister im Körper der Miko. Hatte sein Gift gereicht?
Behutsam löste er dann seinen Biß und leckte über die leicht blutende Wunde.
Im gleichen Moment spürte er den Schmerz den die Miko ausstrahlte, und ehe er reagieren konnte hatte sie ihre Zähne in ihn geschlagen.
Sie stöhnte vor Schmerz, und er wußte daß sie anfangen würde ihren Schmerz herauszuschreien wenn er nichts unternahm. Also tat er das einzige was ihm einfiel um einen Schrei zu unterbinden. Mit der Linken preßte er ihren Kopf an sich und ließ sie ihn beißen. Etwaige Verletzungen würden verheilen, und was er ihr in den letzten Wochen angetan hatte war weitaus schlimmer.
Die Bißwunde brannte wie Säure, und er ahnte daß sie, ohne es zu wissen und zu wollen, Reiki auf ihn übertrug. Viel konnte es nicht sein, denn seit sein Youki in ihr pulsierte, hatte sich ihr schwaches Reiki nicht wieder erhöht.
Sie war eindeutig nicht mehr ohne Bewußtsein. Blieb nur die Frage ob wirklich alle Wahngeister aus ihr verschwunden waren.
Ihre Zähne lösten sich und ihr Kopf kippte zur Seite.
Unbewußt atmete er tief ein und sog den Duft ihrer Haare in seine Lungen.
Ich bin so... müde, dachte er erschöpft.
Sein Biest schwieg, es hatte genug damit zu tun, Wärme aus den heißen Felsen in den Körper seines Herrn zu leiten. Es war nicht weniger erschöpft als der InuYoukai.
Ohne daß er es merkte, lösten sich Sesshoumarus Arme von der schlafenden Frau und sanken ins Wasser. Sein angezogenes rechtes Bein streckte sich etwas und kippte leicht angewinkelt zur Seite.
Kagome glitt, da sie nun nicht mehr gehalten wurde, ins Wasser und wurde vom durch den Bach einströmenden Wasser fortgetrieben.
Von alledem bekam der Inu nichts mit, er war so verausgabt daß er in einen tiefen Schlaf sank.

Als Sesshoumaru erwachte, war die Sonne bereits höher geklettert und schien ihm direkt ins Gesicht.
InuYasha hätte sich gekringelt vor Lachen, und seinem Halbbruder ständig vor Augen gehalten wie der große und stolze Fürst der westlichen Länder, herzhaft gähnend in einer Quelle saß und sich streckte. Aber der Hanyou lebte nicht mehr, folglich blieb dieser Moment ungesehen und unkommentiert.
Mit steifen Gelenken erhob sich der Youkai und sah sich verwirrt um.
Wieso hockte er in einer heißen Quelle? fragte er sich, immer noch erschöpft und müde.
Schwankend erhob er sich und mußte sich an einem Felsen festhalten. Ein leichtes Schwindelgefühl hatte ihn erfasst.
Seine im Wasser hängende Kleidung geriet in sein Blickfeld, und mit zitternden Fingern fischte er sie aus dem Wasser und breitete sie auf den warmen Felsen aus. Im Wasser hing noch weitere Kleidung, und ohne darüber nachzudenken, holte er auch diese heraus um sie zum Trocken auszubreiten.
Seine Beine gaben unter ihm nach, und er sank ins Wasser zurück.
Hab ich gekämpft? fragte er sich müde. Was ist geschehen daß ich so erschöpft...
Der Schlaf übermannte ihn erneut. Vergessen waren die Miko und die Wahngeister, und daß er stundenlang Zahngift in den Körper der jungen Frau entlassen hatte.
Und auch als er gegen Mittag endgültig erwachte, erinnerte er sich nicht an das was vorgefallen war.

Mit den Händen schöpfte Sesshoumaru sich Wasser ins Gesicht und schüttelte seinen Kopf. Das war ihm noch nie passiert daß er in einer heißen Quelle eingeschlafen war.
Noch nichteinmal in seinem Palast würde er sich so eine Unachtsamkeit erlauben.
Unwillig schüttelte er erneut seinen Kopf, auch um die letzte Müdigkeit zu vertreiben und sah sich um.
Aus irgendeinem Grund hatte er sich in eine heiße Quelle gesetzt und war eingeschlafen. Er, Sesshoumaru, hatte geschlafen!
Zu seiner Rechten plätscherte es leise, dann hob sich ein schlanker Fuß aus dem Wasser und senkte sich wieder. Dann hob sich ein zweiter Fuß und senkte sich ebenfalls wieder.
Irgendetwas an den Füßen hatte seine Aufmerksamkeit geweckt.
Er blinzelte und sah genauer hin.
Zarte hellgrüne Streifen wanden sich um schlanke Fesseln.
Sein Blick wanderte etwas weiter nach Rechts und gewahrte eine Gestalt am sandigen Ufer der Quelle.
Langes Stahlblaues Haar trieb auf dem Wasser und bewegte sich mit den Wellen.
Ein schlanker Arm tauchte aus dem Wasser auf und wurde auf das Ufer gelegt. Eine dünne gezackte Linie wand sich um das Handgelenk.
Sein Blick wanderte wieder zurück, und just in diesem Moment trieb eine Welle das blaue Haar zur Seite und er erhaschte einen Blick auf ihren unteren Rücken. Denn es war ohne Zweifel eine Sie.
Von ihren Hüften zogen sich gezackte blaßgrüne Linien oberhalb ihres Gesäßes bis zum Steißbein.
Als er seine Sinne ausschweifen ließ, gewahrte er eine dämonische Aura.
Eindeutig eine Yokai, dachte er. Ist das der Grund für meine Erschöpfung? fragte er sich. Hab ich etwa...?
'Träum weiter,' knurrte sein Biest. 'Als ob ausgerechnet DU so etwas in Betracht ziehen würdest.'
'Hältst du mich für so unfähig?'
'Ganz ehrlich? Ich hab die Hoffnung schon aufgegeben. Ich bin sogar geneigt zu denken daß du überhaupt kein Interesse an Frauen hast.'
Sesshoumaru schüttelte sich bei dem Gedanken.
'Wie kommst du dazu, so über mich zu denken?'
'Ich bin nicht daran schuld, daß du dich seit Jahrhunderten von allem fernhältst was auch nur annähernd weiblich aussieht. Und nicht einmal, ach, lassen wir das.'
'Nicht einmal was?'
'Spielt keine Rolle. Laß mich in Ruhe. Ich muß deine Vorräte auffüllen, du hast dich total verausgabt. Ein Wunder daß du nicht in der Quelle ersoffen bist.'
'Also hab ich nun, oder nicht?'
'Also wenn du das nicht weißt; wenn du dich nicht erinnern kannst, ist entweder nichts passiert, oder es war es schlichtweg nicht wert daß du es im Gedächtnis behältst.'
Peng, das hatte gesessen.
Sein Blick verfinsterte sich. Dann glitt sein Blick wieder zu der Youkai am Ufer.
Das Blau ihrer Haare kam ihm bekannt vor. Wer auch immer sich zu ihm gesellt hatte, denn er wußte daß sich kein anderer Youkai in der Quelle befunden hatte, als er den Bannkreis errichtet hatte, konnte nur ein InuYoukai sein.
Aber wozu hatte er einen Bannkreis errichtet? Um ungestört baden zu können? Um ein heimliches Stelldichein auf dem Hoheitsgebiet seines Onkels zu haben?
Sein Onkel!
Daher kannte er das Blau.
Seine Tante hatte die gleichen Haare, genauso wie seine Urgroßmutter.
Er wußte nichts von Vererbungslehre, kannte keine Wörter wie Gene oder Chromosomen, aber genau das war die Ursache für diesen Farbton.
Seine Urgroßmutter hatte einen Gendefekt, den sie an alle ihre Nachkommen vererbt hatte.
Unter InuYoukai waren viele Haarfarben vertreten. Weiß, Braun, Blond und Schwarz. Rot war eher selten.
Hatten Elternteile die gleichen Haarfarben, hatten die Nachkommen ebenfalls diesen Farbton. Bei unterschiedlichen Haarfarben war es eher Zufall, welche Haarfarbe der Welpe hatte.
Bei seiner Urgroßmutter hatten sich schwarz und weiß miteinander vermischt, und durch das fehlerhafte Gen hatte sie eine extrem helle Haut und Stahlblaue Haare mit einem Silberschimmer.
Auch er trug die Veranlagung dafür in sich. Seine Haare waren nur deshalb Weiß weil seine Eltern weißes Haar besaßen. Der Beweis dafür war der silbrige Schimmer in seinen Haaren.
Seine Mutter hatte ihn ebenfalls. Sein Vater dagegen nicht. Das war auch der Grund daß InuYasha rein weiße Haare gehabt hatte.
Die Inu in der Quelle mußte also eine Verwandte sein.
Sein Cousin Yokozuna als Vater schied aus. Dieser war auf die Vulkaninseln verbannt worden, und hatte soweit Sesshoumaru wußte, keine Gefährtin gehabt.
Blieben sein Onkel und seine Tante. Hatten sie nach der Verbannung ihres Sohnes eine Tochter bekommen? Sein Cousin hatte keinerlei Rechte mehr, und durfte somit auch das Fürstentum nicht erben. Es wäre nur natürlich gewesen weitere Nachkommen zu zeugen.
Dann wäre die Inu am Ufer seine Cousine zweiten Grades.
Wäre er wirklich so dämlich gewesen etwas mit seiner eigenen Cousine anzufangen?
Auf dem Land seines Onkels?
Er schüttelte innerlich den Kopf. Soweit würde er nicht gehen. Nicht weil es sich um seine Cousine handelte, der Verwandtschaftsgrad würde es zulassen, aber auch er hatte sich an gewisse Regeln zu halten. Und diese hätten ein Gesuch seines Onkels vorausgesetzt.
Also war sie eher zufällig in der Quelle gelandet.
Das durfte sie durchaus. Sie hatte sich in einiger Entfernung zu ihm ans Ufer gelegt, gewahrte also Anstand indem sie einen Mindestabstand einhielt.
Und er hatte offensichtlich geschlafen.

Noch immer fehlte ihm jede Erinnerung, und er beschloß die Quelle zu verlassen.
Soweit im Osten war er schon lange nicht mehr gewesen, eventuell hatte er seinen Onkel aufsuchen wollen. Auch wollte er die junge Inu nicht länger durch seine Anwesenheit belästigen.
Vielleicht fiel ihm ja wieder ein warum er hier war, wenn er sich auf den Weg zu seinem Onkel machte.
Mit langsamen Schritten lief er an der Inu vorbei und verließ die Quelle. Sich nach seiner Kleidung umsehend streckte er seine Sinne aus und überprüfte die Gegend.
Die junge Inu mußte Begleiter haben. Sein Onkel würde sie sicher nicht alleine durch die Gegend laufen lassen.
Seltsamerweise deutete nichts auf Begleiter hin.
Leise Geräusche drangen an seine Ohren und er konzentrierte sich darauf.
Soso, dachte er dann, die junge Dame schwärmt offenbar für jemanden.
"Okay, endlos lange silberweiße Haare. Von seiner nicht zu übersehenden guten Figur, wieso sind die eigentlich alle so gutaussehend? Bis hin zu seinen faszinierenden Augen."
Er schmunzelte in sich hinein. Ob sein Onkel davon wußte?
Gerade als er erneut darüber nachdachte was er hier eigentlich gewollt hatte, hörte er erneut die Stimme der InuYoukai hinter sich.
"Einen knackigen Hintern hat er ja schon," erklang es seufzend und er erstarrte.
Endlos lange silberweiße Haare? Faszinierende Augen? Ein knackiger Hintern?
'Ein knackiger HIntern,' kicherte sein Biest unkontrolliert. 'He, kann es sein daß sie dich meint?'
Sesshoumaru drehte sich um. Aus dem Augenwinkel sah er weitaufgerissene Bernsteinfarbene Augen und einen offen stehenden Mund. Reißzähne blitzten auf.
Seine Ahnung hatte ihn nicht betrogen. Der dunkelblaue Sichelmond auf ihrer Stirn kennzeichnete sie eindeutig als InuYoukai und seine Verwandte.
Noch immer wußte er nicht warum er in der Quelle gewesen war, aber ein seltsames Gefühl beschlich ihn. Irgendetwas fehlte hier.
Nicht irgendetwas, korrigierte er sich dann. Irgendjemand. Eine Sie.
Wo ist sie? dachte er verwirrt. Aber er wußte nicht wer 'Sie' war.
'In der Quelle,' antwortete sein Biest.
'Nicht Sie. Sie!'
Verwirrt und suchend glitt sein Blick über die Quelle.
Sie hatte den Kopf ein Stück angehoben, und als er seinen etwas senkte, trafen sich ihre Blicke. Für einen kurzen Moment verschmolz Gold mit Bernstein.
Die InuYoukai stieß sich mit den Händen vom Ufer ab und schob sich rückwärts weiter in die Quelle hinein. Sie starrte ihn an.
"Hat er denn kein Benehmen? Präsentiert sich mir ohne jeden Anstand. Ich könnte das glatt als Aufforderung mißverstehen!" Eine leichte Röte überzog ihr Gesicht bei diesen Worten. Dann bedeckte sie ihre bloßen Brüste mit einem Arm und funkelte ihn an.
"Hn," entgegnete er verwirrt und wandte sich von ihr ab.
Ohne jede Regung schlüpfte er in seine Kleidung.
Hinter ihm hörte er ein leises plätschern. Er ignorierte es, sah sich noch einmal um, und lenkte seine Schritte von der Quelle weg.

Nach ein paar Metern ließ er das gerade geschehene noch einmal Revue passieren, und er konnte ein subtiles Lächeln nicht unterdrücken als er an die Reaktionen der jungen Inu dachte.
'Besteht für dich ja doch noch Hoffnung,' bemerkte sein Biest trocken.
'Ich weiß nicht was du meinst.'
'Ich kann sehen was du siehst,' erinnerte ihn sein Biest an diese nicht zu leugnende Tatsache. 'Und ich weiß was du denkst.'
'Und was denke ich so?'
'Du denkst an die Inu in der Quelle.'
'Und wenn es so wäre?'
'Laß ich den Palast beflaggen. Und ich schicke Boten zu sämtlichen Fürsten, um sie zu deiner Verbindungsfeier einzuladen.'
'Gut daß du das nicht kannst,' entgegnete Sesshoumaru. 'Aber in einem Punkt muß ich dir Recht geben. Diese Inu, sie wäre in der Tat etwas für zwischen die Laken.'
Sein Biest schwieg überrascht. Das entging dem Youkai natürlich nicht.
'So schweigsam?'
'Ich denke nur nach. Das überrascht mich jetzt etwas.'
'Soll ichs wiederholen?'
'Kann ich das schriftlich kriegen?'
'Pinsel ich dir in den schönsten Kanji die du je zu Gesicht bekommen wirst. Und ich hängs in mein Arbeitszimmer.'
'Wirklich?' freute sich das Biest.
'Nein.'
'Schade. Ich hätte mich ehrlich gefreut. Sie gefällt mir.'
'So schnell änderst du also deine Meinung. Bis vor kurzem wolltest du mir ständig diese Miko schmackhaft machen.'
Er blieb abrupt stehen. Die leichte Konversation mit seinem Biest hatte tatsächlich seine Verwirrung beseitigt.
"Die Miko," sagte er laut. "Wo ist sie?"
Sie muß mir aus den Armen geglitten sein. Als ich geschlafen habe. Verdammt!
Er schloß seine Augen und dachte an die Quelle zurück.
Ihre Kleidung war noch da. Ihr Bündel ebenfalls. Und ohne diese seltsame Schiene kann sie nicht laufen, sinnierte er. Und es gab keine frischen Geruchsspuren von ihr.
Die Quelle, führte er seine Überlegungen weiter. Sie ist im Wasser gelandet und abgetrieben worden. Wie lange hab ich geschlafen, und wie weit könnte sie gekommen sein?

Er folgte dem dahinfließenden Wasser und sog zwischendurch die Luft prüfend ein. Nirgendwo gab es Spuren der Miko.
Der Bach hatte sich mit anderen vereinigt und glich mittlerweile einem Fluß.
Die Geräusche hatten sich verändert. Statt Plätschern und Gurgeln hörte er ein lautes Rauschen, und hatte plötzlich ein ungutes Gefühl.
Am Ufer eines Wasserfalls schaute er dann dem herabstürzenden Wasser nach. Mehr als zehn Meter ging es in die Tiefe. Schäumend und sprudelnd sammelte sich das Wasser in einem Becken, von dem es einen Fluß speiste. Stromschnellen und scharfe Kurven folgten.
Seine Augen suchten das Ufer ab.
Es spielte keine Rolle, wie lange er geschlafen hatte, oder wann die Miko von der Strömung in den Bach gezogen worden war.
Falls sie selber noch geschlafen hatte, hätte sie den Sturz den Wasserfall hinunter nicht überlebt. Entweder war sie vom herabstürzenden Wasser unter die Oberfläche gedrückt worden und ertrunken, oder sie war auf die Felsen aufgeschlagen und lag irgendwo mit zerschmetterten Knochen.
Das Wasser würde in dem Fall das Blut verdünnen und fortwaschen. Er konnte nur dem Fluß folgen und nach ihrer Leiche suchen.
Daß sie sich wie zuvor wie ein wildes Tier benahm, und jetzt durch das deutlich erhöhte Youki unkontrolliert durch den Wald raste, glaubte er nicht. Nirgendwo hatte er ihren Geruch wahrgenommen. Und es gab nur niedere Youkaiaktivitäten, allesamt nicht der Rede wert.
Er mußte den Tatsachen ins Auge schauen. Und die warfen kein gutes Licht auf ihn.
Während er in der Quelle geschlafen hatte, war die Miko irgendwo zu Tode gekommen.
"Miko!" Er rief nach ihr, mehr aus einem Impuls heraus als daß er wirklich hoffte daß sie ihn hörte.
Dann wurde ihm das ganze Ausmaß klar. Sie war tot. Ausgelöst durch seine Ablehnung und seine Wut. Sie vor den Wahngeistern retten zu wollen, hatte ihr Schicksal endgültig besiegelt. Und er konnte sie noch nicht einmal mit Tenseiga wiederbeleben solange er nicht wußte wo sich ihre sterblichen Überreste befanden.
All seine Schuldgefühle und Verzweiflung brachen aus ihm heraus als er erneut nach ihr rief.
"MIKO!"

Tenseiga!
Seine Hand fuhr an seine Hüfte und fand... Nichts.
War ich so verwirrt daß ich meine Schwerter vergessen habe? dachte er.
Da ich ohnnehin zur Quelle zurück muß, um meine Schwerter zu holen, kann ich die Inu in der Quelle fragen. Von ihr war keine Kleidung an der Quelle, vielleicht war die Miko genauso verwirrt und hat sich die Kleider der Inu gegriffen. Das würde auch erklären warum ich ihren Geruch nicht wahrgenommen habe. Der Geruch der Inu überdeckt ihren.
Vielleicht hatte sie ja Begleiter gehabt, und diese haben die Miko weggebracht.
Es stand außer Frage daß Sesshoumaru im Moment nach jedem Strohhalm griff.
Mit weitausgreifenden Schritten beeilte er sich zur Quelle zurückzukommen.
Auf halber Strecke spürte er ein sich näherndes Youki und verlangsamte seine Schritte.
Der Duft nach Blumen, Holz und Salz stieg in seine Nase.
Den gleichen Duft hatte er schon in der Quelle wahrgenommen. Die junge Inu hatte so gerochen. Also kam sie ihm entgegen.
Und tatsächlich, ein paar Minuten später trat sie zwischen den Bäumen hervor und lief auf ihn zu. Auf ihren Armen lagen seine Schwerter!
Er blieb stehen und schaute sie mit schiefgelegtem Kopf an. Seine Verwirrung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
"Wie kommst du zu diesen Schwertern," herrschte er sie an. "Wer hat dir das gestattet?"
Die junge Inu streckte ihre Arme aus und hielt ihm seine Schwerter hin, doch dann verlagerte sich der Schwerpunkt der Schwerter und sie drohten herunterzufallen.
Tenseiga rutschte von ihren Armen und landete im Gras. Dann weiteten sich seine Augen, als er sah daß Bakusaiga nicht vollständig in der Scheide eingerastet war. Aus einem Reflex heraus wich er einen Schritt zurück.
Im selben Moment glitt die Schwertscheide zu Boden, gleichzeitig griff die Inu nach dem Schwert. Die Klinge leuchtete auf und sie hielt das Schwert in seine Richtung.
Griff sie ihn gerade mit seinem eigenen Schwert an? Und warum gehorchte es ihr?
Ihre Hand zitterte etwas, dann trat sie einen Schritt zurück.
"Du wagst es, mich mit meinem eigenen Schwert anzugreifen?" knurrte er sie an.
Sie schüttelte den Kopf und stolperte erneut einen Schritt rückwärts.
Er musterte sie mit zusammengekniffenen Augen, dann kam er drohend auf sie zu.
"Es war ein Versehen," stammelte sie. "Ich hatte nicht vor... sie steckten im Boden und ich glaubte..."
Noch ein stolpernder Schritt rückwärts, dabei trat sie sich auf den Saum ihres Kimonos und fiel hin. Ihre Hand öffnete sich und Bakusaiga entglitt ihren zitternden Fingern.
Schon war er über ihr und starrte sie wütend an.
"Wer bist du?"herrschte er sie an.
"Su... Sutekina Hana," antwortete sie leise.
Ein Versehen also, dachte er. Dann hob er seine Schwerter auf, arretierte Bakusaiga, und schob beide Schwerter in seinen Obi.
Er musterte sie kurz und griff nach Ihr.
Die Inu erstarrte und warf ihm einen ängstlichen Blick zu.
"Schlampig gebunden," sagte er während er ihren Obi löste und mit geschickten Handgriffen neu wickelte.
"Besser."

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Wann ers wohl merkt....?

Eine Runde Youkai-Sake für alle

Büdde büdde ein paar Reviews, sollte doch bei sovielen lesern drin sein *Bussi*
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