Daechwita

von Caneeve
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
Suga
24.06.2020
30.06.2020
8
7.528
3
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30.06.2020 610
 
In dem kleinen Hinterraum roch es nach frischem Gebäck und Rauch.

Sieben Personen saßen in einem Kreis auf dem Boden, umgeben von einer unangenehmen Stille, die schwer auf Yoongis Brust lastete.

Taehyung hatte einen tröstenden Arm um Jimin geschlungen, der erschöpft an seine Schulter gesunken war. Mehl haftete an den Händen und Klamotten des anderen und Yoongi klopfte sich den hellen Staub aus seinem eigenen Hemd.

Jimins Großmutter hatte einen Blick auf ihn gelegt und Yoongi hatte fast erwartet erneut zu Boden geschmissen zu werden. Stattdessen hatte sie ihn warnend angesehen und Jimin etwas ins Ohr geflüstert. Er hoffte, dass das ein gutes Zeichen war.

Jungkook spielte abwesend mit Fäden seiner Hose herum, Jin kaute auf einem Laib frisch gebackenem Brot. Hoseok saß einfach nur da und starrte auf seine Hände, die er mit den Handflächen nach oben in seinem Schoß ausgebreitet hatte.

Die Stille zog sich in die Länge und mischte sich mit der Nervosität, die jeden in ihren Besitz genommen zu haben schien.

Auch Yoongis Fuß wippte unruhig auf und ab und das Gefühl der Erwartung hatte sich in seiner Brust fest gesetzt. Zwei Seiten standen sich in seinen Gedanken gegenüber und schienen einen angespannten Streit zu führen.

Zum einen wollte er von seinem letzten Leben erfahren. Es war schließlich auf irgendeine Art ein Teil seiner selbst, von dem er bis vor kurzem nichts gewusst hatte. Er wollte wissen, was es mit all dem auf sich hatte.

Zum anderen stellte sich alles in ihm dagegen es zu erfahren. Weiterhin glücklich in Unwissenheit zu leben, seinem anderen Ich die Waffe an die Schläfe zu halten und den Abzug zu drücken ohne jemals erfahren zu müssen, was er getan hatte. Was sein anderes Ich getan hatte, damit seine Freunde ihn mit solchen melancholischen und traurigen oder auch wütenden Blicken bedachten.

Namjoon räusperte sich und sechs Köpfe drehten sich im Einklang in seine Richtung.

„Wie wir alle wahrscheinlich bereits festgestellt haben, sind wir auf die eine oder andere Weise wieder vollständig.“

Yoongi wollte ihm ins Wort fallen, doch Namjoon hielt ihn mit einer Handbewegung zurück.

„Obwohl das hier ganz gewiss nicht unser Yoongi ist. Und wir ihn auch nicht als solchen behandeln sollten.“

Wieder wollte er unterbrechen, doch diesmal warf Namjoon ihm einen durchdringenden Blick zu und er schloss seinen Mund.

„Und ich glaube, dass wir uns alle einig sind, dass derjenige, den wir unseren Yoongi nennen, fallen muss.“

Entschlossenes Nicken. Yoongi erinnerte sein Gehirn daran, dass sie nicht von ihm sprachen. Nicht direkt jedenfalls. Er würde als Sieger hervorgehen. Namjoon holte tief Luft, bevor er fortfuhr und Yoongi sollte hinterher auch verstehen warum.

„Nicht nur wegen seinem zukünftigen Ich, sondern auch des Landes zu liebe. Wir haben seit Ewigkeiten mit der Idee von einer Revolution gespielt und was gibt es einen besseren Zeitpunkt als jetzt. Jeden Tag werden weitere Menschen hingerichtet und wenn wir etwas tun müssen, dann jetzt.“

Yoongi fühlte sich, als hätte jeder Muskel in seinem Körper aufgegeben. Nicht einmal seine Fingerspitzen wollten sich bewegen lassen, als er in Namjoons fast schon mitfühlende Augen starrte.

„Was?“, brachte er nur heraus.

Erneut tränkte Blut den Sand des Hinrichtungsplatzes. Erneut fühlte es sich an, als stände ein Fuß auf seiner Brust und drückte ein Messer an seiner Kehle, die ihn daran hinderten frei zu atmen.

Fünf paar Augen betrachteten ihn mit gemischten Gefühlen, Jimin wich seinem Blick aus.

„Ich glaube, du solltest die ganze Geschichte erfahren. Von Anfang an“, meinte Jin und legte ihm vorsichtig eine Hand auf den Rücken.

„Es gibt viel zu erzählen.“

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Das war der erste Teil! Nach ner Pause geht’s dann irgendwann hier weiter, lasst gerne mal ne Review da. Vielen Dank fürs Lesen!
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