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Tschick

GeschichteAllgemein / P12
24.06.2020
24.06.2020
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Hier stehe ich nun, es ist Sonntag, der 29. und ich warte,... naja, eigentlich bin ich ja auch viel zu früh da, denn Isa hat ja in dem Brief geschrieben, dass sie um 17 Uhr an der Weltzeituhr, hier, in Berlin wäre und es ist jetzt viertel vor vier. Ich kann immer noch nicht so wirklich glauben, dass ich hier auf Isa warte, nur weil sie mir diesen Brief geschrieben hat.
Ich lasse mich auf den Boden fallen, den Rücken an eine Wand gelehnt. Ich schaue mich in meinen Gedanken vertieft immer mal wieder um, doch Isa ist hier nirgendswo oder, ich bemerke sie jedenfalls nicht, denn plötzlich höre ich das Fluchen einer vertrauten Stimme und wurde somit aus meinen Gedanken gerissen. Bevor ich aufstand schaue ich kurz auf die Uhr; ‚17:15‘ ich habe gar nicht bemerkt, dass die Zeit so schnell verging. Gefühlt habe ich mich gerade erst hingesetzt. Ich muss wohl die ganze Zeit nachgedacht haben, aber worüber eigentlich? So genau weiß ich das gar nicht mehr... ‚Naja, egal…‘ denke ich und stehe somit auf.
Ich schaue um die Ecke und plötzlich sehe ich sie; Isa. Sie schaut sich um und sucht mich wahrscheinlich, dabei flucht sie, als würde sie gerade an einem Wettbewerb teilnehmen… Ach man, habe ich dieses Fluchen vermisst… Sie hat ein ihr viel zu großes T-Shirt an, eine Hose und Schuhe, und sie sieht für ihre Verhältnisse sehr sauber und gepflegt aus. „Isa!“, rufe ich kurzentschlossen, während ich um die Ecke gehe… Auf einmal muss ich an den Tag am See denken und an den Kuss, bevor sie ging… tausende Fragen schießen mir durch den Kopf, vor allem bei der Frage, wie ich mich verhalten soll bleibe ich hängen, doch auf keine der vielen Fragen finde ich wirklich eine Antwort. Was ist los mit mir? Sowas hatte ich bis jetzt nur bei Tatjana, wenn sie vor mir Stand. „Na du Schwachkopf? Wie geht’s?“, ruft Isa so laut, dass halb Berlin sie hören müsste, während sie auf mich zu läuft. Auf einmal schlägt mein Herz ein wenig schneller, doch noch bevor ich auch nur eine Sekunde damit verschwenden kann, wie ich mich nach unserem Kuss verhalten soll oder auf die Frage, wie es mir geht antworten kann, spüre ich Isas Arme um meinen Rücken, eigentlich eher untypisch für sie. Aber, was heißt schon untypisch, was weiß ich denn bitte über sie? So viel kann ich mit Sicherheit sagen, viel ist es nicht. Vielleicht sollte ich eher sagen, dass ich es von ihr nicht erwartet hätte, vor allem, dass wir uns so lange umarmen. Ein außenstehender hätte bestimmt das Gefühl, wir hätten uns Jahre nicht mehr gesehen. Nach kurzer Zeit löse ich mich aus der Umarmung und sah sie an. „Das du alleine kommst hätte ich jetzt nicht erwartet, wo ist denn der andere Schwachkopf?“ Wir holen uns Eis und Cola und ich erzähle ihr alles. Wir sprachen noch sehr lange, über alles mögliche, aber vor allem über unsere Reise und was mit Tschick ist. Ob ich wollte oder nicht, muss ich mir zugeben, dass es sehr gut tut, jemandem einfach mal alles erzählen zu können, ohne gleich als ‚Psycho‘ dar gestellt zu werden. Als es später wurde, sahen wir, wie die Sonne im Westen Berlins unterging.