Das verflixte 7. Jahr

von Sanna2907
GeschichteRomanze / P18
Draco Malfoy Hermine Granger Lucius Malfoy Severus Snape
24.06.2020
27.08.2020
16
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26.06.2020 1.246
 
Hermine Granger saß auf dem Bett ihrer kleinen Wohnung im Norden Londons.
Von ihrer Position aus konnte sie beinahe ihr ganzes Zuhause überblicken.
Klein aber fein, wie sie zu sagen pflegte. Man hatte ihr übel genommen, dass sie sich entschieden hatte in ihr eigenes, kleines Reich zu ziehen.
Ihre Beziehung war gescheitert, gescheitert an ihrem Wissensdurst, den Ron nicht teilen wollte oder konnte. Er wollte sich auf seinen Lorbeeren ausruhen, schließlich hatte das goldene Trio viel erreicht, Alles erreicht.
Die junge Hexe aber wollte mehr, und dazu gehörte ihre Anmeldung das letzte Schuljahr nachzuholen. Auch die Aussicht,ein Jahr im Hause eines der momentan nicht im Dienst weilenden Professoren leben zu müssen, hatte sie keinesfalls abgeschreckt.
Rons Ultimatum sich gegen das Lernen und für ihn zu entscheiden, hatte sie verstreichen lassen. Stattdessen war nun diese kleine Wohnung ,für den Übergang, ihre Bleibe.

Die Eule am Fenster bemerkte sie zunächst nicht, da ihre Nase, wie so oft, in einem Buch steckte. Erst als das Tier leise Töne von sich gab,sah sie auf ,und entdeckte den Vogel der sich im Nieselregen gegen die Scheibe presste.

„Armes Ding!“

Schnell öffnete Hermine das Fenster und das Tier flatterte auf den darunter stehenden Schreibtisch. Dort schüttelte es den Regen aus seinem Gefieder und besprenkelte die junge Hexe mit einer Menge Tropfen. Diese nahm das ihr gebrachte Pergament,und zog aus einer bereit stehenden Dose einen Eulenkeks,was die Eule freudig klackern ließ.

Sehr geehrte Miss Granger
Sie haben sich dazu entschieden im Hause eines unserer Professoren außer Dienst das letzte Schuljahr nachzuholen. Da sie kriegsbedingt dieses Schuljahr nicht haben besuchen können, eine begrüßenswerte Entscheidung. Heute teilen wir ihnen auf dem zweiten Pergament (beigelegt) mit ,wo ihre Reise hingehen wird. Dort werden sie gemeinsam mit einem ehemaligen Mitschüler und der genannten Lehrperson leben und arbeiten. Am Ende des Schuljahres werden sie an unserer hochgeschätzten Schule für Hexerei und Zauberei ein Prüfung ablegen. Für das kommende Schuljahr wünsche ich Ihnen viel Erfolg.
Mit besten Grüßen ,Evans (Ministerium)

Neugierig entfaltete Hermine auch das zweite Pergament ,und musste sich dann erst einmal hinsetzten. Bitte wo sollte sie hinreisen? Sollte wirklich er sie unterrichten? Würde er das wollen und können? Anscheinend, denn hier stand es schwarz auf weiß:

Auf ihr kommen freut sich: Professor Severus Tobias Snape
Spinners End/ letztes Haus
Cokeworth
Bitte bringen Sie lediglich ihren Schulkoffer mit, für alles Andere wird gesorgt.

Ob der Professor wusste,wer da zu ihm kommen würde. Hermine hoffte es zutiefst, denn darauf ,die unangenehme Überraschung zu sein, hatte sie keine Lust. Die Herausforderung aber würde sie annehmen, koste es was es wolle.

In Malfoy Manor saß der Sohn des Hauses bei einem einsamen Abendessen. Sein Vater versauerte in Askaban, zu Recht, wie er sich nun eingestehen konnte. Aber, bei Merlin, seine Mutter fehlte ihm höllisch. Ein halbes Jahr war nun schon seit ihrem Tod vergangen, sie war in seinen Armen gestorben, am Gram über ihren egoistischen, boshaften Mann.
Draco seufzte leise ,und ließ wie so oft, bei einem noch halb vollen Teller, die Gabel sinken. Die kleine Elfe, die hinter seinem Stuhl gestanden hatte, räusperte sich leise.

„Hat der Masterdenn schon wieder keinen Hunger?“

„Nein Alba, es tut mir leid!“

„Das muss dem Master doch nicht leid tun, Alba kocht gerne für den Master! Möchte der Master jetzt seine Post haben?“

Der junge Zauberer nickte ergeben,und die Elfe drückte ihm einen offiziell aussehenden Umschlag in die Hand. Er öffnete ihn und las des Selbe wie Hermine kurz zuvor.
Darüber, dass er zu seinem Patenonkel würde reisen müssen, schnaubte er nur amüsiert. Onkel Severus würde es ihm sicher nicht leicht machen, aber das war nur gut so.
Er wollte lernen, endlich die Schule beenden, das war er ,zumindest seiner Mutter ,mehr als schuldig. Der junge Zauberer stand auf, und sah durch das große Fenster auf die dunklen Parkanlagen des Anwesens hinaus. Endlich nicht mehr allein in diesem großen, so düsteren Haus. Endlich nicht mehr allein mit seinen schrecklichen Erinnerungen und Albträumen. Gespannt war er wer dort mit ihm lernen und leben würde, sicher ein bekanntes Gesicht. Aber wen würde sein Onkel in sein Haus lassen, wen würde er genau wie ihn unterrichten wollen?

Diesen plagten derweil ganz andere Sorgen. Nach einem Blick in die zwei großen, sich im Haus befindenden, Gästezimmer, war klar das man diesen Zustand niemandem zumuten konnte. Warum sollten es seine Gäste nicht gemütlich haben? Beinahe erschrak er selber vor diesem Gedanken ,und fasste dann kühn einen Plan.
Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, seinen Zauberstab zu zücken, und Alles wie gewohnt, schnell und unkompliziert, herzurichten. Aber, so einfach würde er es sich nicht machen.
Er würde nach London fahren, in ein Möbelhaus, ein Möbelhaus für Muggel. Er grinste, wahrlich ein Abenteuer, wenn auch ein Kleines.
Am nächsten Tag beschloss er daher, seinen Plan gleich in die Tat umzusetzen.

„NOMI, ich möchte ausgehen. Wo bist du? Verflixt, wo steckt diese Elfeschon wieder?“

„Hier bin ich. Was kann NOMI für den Master tun?“

„Bring mir meinen Mantel,draußen ist es kalt! Nein, nicht den Umhang, ich möchte nach Muggel London!“

Die Elfe machte kugelrunde Augen, ließ sich aber sonst ihre Verwunderung nicht weiter anmerken.Kopfschüttelnd sah sie ihrem Master nach, der, so schnell es ihm sein Gehstock erlaubte, die düstere Straße entlang davon ging.
Auf einem abgelegenen Hinterhof apparierte er in eine ruhige Seitenstraße Londons. Von dort aus waren es nur wenige Minuten Fußweg zu einem großen Möbelhaus, dessen gelb – blaue Fassade schon von Weitem zu sehen war. Schnell betrat er das grell erleuchtete Gebäude ,und fühlte sich augenblicklich unwohl.
Wo sollte er anfangen? Eine überfreundliche Verkäuferin , die auf Hogwarts höchstens das sechste Schuljahr besucht hätte, steuerte zielstrebig auf ihn zu.

„Na, was kann man denn für dich tun?“

Irritiert über diese so saloppe Ansprache sah Severus die junge Frau an.

„Tja, ich möchte zwei Zimmer meines Hauses neu einrichten!“

„Da biste bei uns genau richtig Meister, um was für Zimmer geht es denn?“

Wäre dieses unverschämte Wesen seine Schülerin, hätte sie der letzte Satz mindestens 50 Punkte gekostet. So lächelte der Zauberer nur gequält.

„Es geht um meine Gästezimmer, sie werden bald über ein Jahr bewohnt sein, und den Bewohnern soll es an Nichts fehlen!“

Die Verkäuferin klatschte in die Hände, und Severus schloss einen Augenblick genervt die Augen.

„ Das klingt doch Mal gut, dann komm Mal mit. Wie darf es denn preislich aussehen?“

„Der Preis ist unwichtig, es muss mir gefallen, das reicht!“

Severus Laune hob sich nicht gerade alsdie junge Frau ihm gönnerhaft auf den Rücken klopfte.

„ Na Jackpot würde ich sagen, das hört man gerne. Sag Mal lauf ich dir zu schnell? Was haste denn gemacht, Sportunfall?“

„Kriegsverletzung!“

Den weiteren Weg in die gewünschte Abteilung schwieg sein Gegenüber , Merlin sei Dank ,beeindruckt, und Severus hatte endlich Zeit sich umzusehen.

„So, da wären wir, hier haben wir Alles für Gästezimmer!“

Aufmerksam betrachtete der Zauberer all die Möbel. Was seinen Gästen wohl gefallen würde. Hermine Granger war kein Kind mehr, also keine Blümchentapete, oder?

„Es handelt sich um junge Gäste, eine junge Dame und ein junger Herr. Können Sie mir besonders für die Dame etwas empfehlen?“

Gefühlte Stunden später war Severus tatsächlich fündig geworden, und würde sich Alles nach Hause liefern lassen. Den Aufbau würde er nun doch mit dem Zauberstab erledigen. Bei dem Betrag den er dem Möbelhaus bar bezahlte, handelte es sich um eine fünfstellige Summe. Qualität hatte eben ihren Preis. Zufrieden, und zum ersten Mal seit langer Zeit wieder hungrig apparierte er, an der nächst möglichen Stelle, nach Hause.
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