Das verflixte 7. Jahr

von Sanna2907
GeschichteRomanze / P18
Draco Malfoy Hermine Granger Lucius Malfoy Severus Snape
24.06.2020
27.08.2020
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24.06.2020 1.148
 
Den ganzen Tag hatte es geregnet, dünne Bindfäden, von denen man nicht wirklich nass wurde, die aber einen Aufenthalt im Freien unangenehm werden ließen.

Severus Snape hatte nicht vor das Haus zu verlassen, lesend saß er in seiner gut sortierten Bibliothek, und nippte nur ab und zu an dem Tee, den seine Hauselfen ihm gebracht hatten. Immer wenn es regnete schmerzten seine Narben unangenehm.
Vorsichtig fuhr er sich,mit seiner freien Hand,über die Seiten seines Halses.
Wo die Schlange ihn, vor nun mehr als zwei Jahren, erwischt hatte, war die Haut noch immer dünner und sehr empfindlich. Außerdem brauchte er noch immer einen Gehstock, ein Umstand, den er aber so schnell wie möglich ändern wollte.
Er war nicht alt, gerade 40, und wollte seine Leben nicht auf eine Gehhilfe gestützt leben müssen. Ein halbes Jahr Koma,und die anschließende Behandlung aber forderten ihren Tribut, darum trainierte er nun jeden Tag wie ein Besessener.
Heute war es ihm aber bisher zu schlecht gegangen, und so genoss er die Ruhe und Einsamkeit seines Hauses in Spinners End.
Ruhe ,die er, nach dieser langen Zeit , in diesem hektischen Krankenhaus wahrlich jeden Tag begrüßte.
Ein jähes Klopfen am Fenster aber drohte diese Ruhe nun empfindlich zu stören.
Severus schreckte hoch und sah eine Posteule auf seiner Fensterbank sitzen, die mit dem Schnabel eifrig dagegen trommelte, und dabei ihre nassen Federn aufplusterte.

„NOMI, komm her, eine Eule ist am Fenster. NOMI, wo steckst du denn?“

Eigentlich hatte der ehemalige Professor absolut keine Lust seinen Sessel zu verlassen, aber als auch nach dem dritten Mal rufen diese verfluchte Elfe nicht auftauchte, griff er widerwillig nach seinem Gehstock.

„Alles muss man selber machen, taubes Elfenpack, pah, Kleider müsste man ihnen geben, jawohl Kleider!“

Mühsam stemmte er sich hoch und durchquerte das Zimmer, um der Eule zu öffnen.
Diese hüpfte mit einem, wie Severus fand, vorwurfsvollen Gesichtsausdruck zu ihm herein. Dann hielt sie ihm ihr nasses Bein hin, damit er sie, von der Last die sie trug ,befreien konnte.

„Nanu, was bringst du mir denn da? Offizielle Post vom Ministerium. Was soll das nun schon wieder?“

Zunächst aber legte er den Brief beiseite und sah die Eule einen Augenblick nachdenklich an.

„Du hast sicher Hunger und Durst, oder?NOOOOOMI!“

Die Eule flatterte erschrocken auf, als die Elfe dicht neben ihr aufploppte.

„Ja Master, was kann Nomi tun!“

„Wo bist du gewesen, ich habe dich schon drei Mal gerufen?“

„Oh, Verzeihung Master, Nomi war in der Küche und kochte das Abendessen!“

„Wie auch immer, geh und hole mir einen Eulenkeks, außerdem etwas Wasser, na los!“

Die Elfe verschwand und erschien beinahe sofort wieder mit den gewünschten Dingen. Severus wandte sich nun wieder dem Vogel zu, der leise Rufe ausstieß.

„Na komm,das ist für dich, trink und friss dich satt.“

Gedankenverloren strich er dem Tier über das weiche Gefieder. Vielleicht könnte er sich ein Haustier anschaffen, dann wäre er nicht ganz so einsam. Gleich darauf verwarf er den Gedanken aber wieder, ein Tier würde auch Verantwortung bedeuten, die er, zumindest momentan, nicht würde tragen können.
Über eine Frau dachte der düstere Mann schon lange nicht mehr nach, keine Frau der Welt würde es mit Severus Snape aushalten.Keine!
Als der Vogel schließlich satt und zufrieden davon geflogen war,schloss er das Fenster und nahm, mit einem Seufzer der Erleichterung, wieder in seinem Sessel Platz. Dort entrollte er das Pergament, las die ersten Sätze, und starrte dann einige Minuten einfach nur ins Leere.

Alle im Ministerium mussten vollkommen durchgedreht sein, oder besonders schlecht auf ihn zu sprechen. Sollte er böse werden, oder lieber laut los lachen? DAS konnte der Minister nicht ernst meinen, und auch nicht Minerva, deren kleineres Pergament in dem großen steckte. Er, Severus Snape, wollte allein sein, seine Ruhe haben, und nun das. Wenn das kein, besonders schlechter, Scherz war steckte er knietief in der Schei….!
Das hier war sein Zuhause, sein Rückzugsort und kein Internat, bei Merlin, er hatte eigentlich nie wieder unterrichten wollen.Erneut nahm er das Pergament zur Hand um nachzusehen,ob es nicht doch einen Ausweg geben würde.

Erlass des Ministeriums
Einige Schülerinnen und Schüler ,die das siebte Schuljahr kriegsbedingt nicht beenden konnten, haben den Wunsch geäußert ,dies nun nachzuholen.Da unsere hochgeschätzte Schule für Hexerei und Zauberei momentan nicht über die nötigen Kapazitäten verfügt,um diese erneut aufzunehmen, galt es einen anderen Weg zu finden. Besagte Schüler werden nun, immer zu Zweit, unseren zur Zeit nicht im Schuldienst weilenden Professoren zugeteilt. Da wir von der Verbesserung ihres Gesundheitszustandes,und den vorhandenen Kapazitäten in ihrem Hause erfahren haben, sind auch ihrem Haushalt zwei Schüler zugeteilt worden.
Entstehende Kosten werden vom Ministerium getragen. Stellen sie sicher das die Schüler bei ihnen Wohnraum und Verpflegung haben. Da sie den gesamten Stoff der siebten Klasse unterrichten werden, stellt die Schule ihnen hier das passende Material zur Verfügung. Erwarten sie die  nötigen Eulen in den nächsten Tagen.
Die Schüler beginnen das Schuljahr, wie gehabt, am ersten September, und werden auch an diesem Tage bei Ihnen ankommen.
Mit den besten Wünschen, M. Evans/ Ministerium

Der Zauberer zerknüllte den Brief und warf ihn an die Wand. Verflucht!
Dann betrachtete er nachdenklich das kleinere Pergament mit dem Schulsiegel.

Mein lieber Severus,
ich hoffe deine Genesung geht noch immer gut voran, wenn dich mein Brief erreicht. Er kommt zusammen mit einem offiziellen Erlass des Ministeriums, der dich sicher nicht gerade freuen wird.
Trotzdem, auch du wirst dich damit abfinden müssen zwei lernwillige, junge Menschen bei dir aufzunehmen. Da ich bei der Verteilung mitentscheiden durfte , habe ich es dir einfach gemacht…und auch wieder nicht.
Beide Schüler, die bald Tür an Tür bei dir leben werden, sind wissbegierig und fleißig, was das Unterrichten betrifft wirst du also kaum Probleme haben. Schwieriger wird wahrscheinlich das Zwischenmenschliche werden, kommen die Beiden doch aus unterschiedlichen Schulhäusern und waren, zu ihren Zeiten hier, niemals Freunde.
Bitte sorge dafür das sie ein Wenig zusammen wachsen, ihre Feindschaft begraben und vielleicht sogar Freunde werden.
Hermine Granger wird in dein Haus kommen, sie hat noch immer mit den Folgen des Krieges zu kämpfen. Da sie ihren Eltern jede Erinnerung genommen hat, um diese zu schützen, steht sie ganz alleine da.Nach der Trennung von Mister Weasley sind aus vielen Freunden verschwindend Wenige geworden.
Der Schüler war schon oft Gast in deinem Haus, die Einsamkeit in Malfoy Manor tut ihm nicht gut. Auch Draco ist traumatisiert , außerdem ist er dein Patenkind. Bitte behandle Beide fair und gib Ihnen ein angenehmes Zuhause auf Zeit.
Mit den besten Wünschen für dich, Minerva

Das konnte nur in einer Katastrophe enden, und das hier, hier bei ihm Zuhause. Diese, zugegeben brillante,Miss know it all, und dieser arrogante Schnösel der sich Patenkind schimpfte. Nicht auszudenken wenn diese Beiden hier Tag für Tag, Stunde für Stunde zusammen wären.Severus fluchte erneut und bellte dann nach noch mehr Tee.
Er brauchte einen Plan, einen Plan und neue Einrichtung für seine Gästezimmer.
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