Miami

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
24.06.2020
27.10.2020
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17.10.2020 1.492
 
Hier bin ich endlich wieder! Tut mir unendlich leid, dass es so lang gebraucht hat, ich hoff ihr habt trotzdem Spaß mit dem Kapitel!















Kapitel 6: Arbeit




Unser Gelächter hallte durch die Gänge, genau wie das Getöse der Maschine. Denver kam uns lachend entgegen und brüllte irgendwas dass wir reich werden würden.

Die Nacht zog sich lange hin. Zu lange. Ich hockte auf einem Schreibtisch und ließ die Beine baumeln. Die Geißeln schliefen alle einigermaßen friedlich, also wenn man in so einer Situation friedlich schlafen konnte, und auf hartem Boden. Ich schaute auf die Uhr die von einer einzelnen Neonröhre angestrahlt wurde. Halb drei nachts. Noch eine halbe Stunde und ich konnte mich aufs Ohr hauen. Warum mussten wir überhaupt Nachtwache halten, dazu noch allein. Ich mein, alle schliefen friedlich und das monotone Geräusch der Gelddruckmaschine trug jetzt auch nicht gerade zum wach bleiben bei. Ich gähnte einmal ausgiebig.

Die Zeiger der großen Uhr an der Wand bewegten sich quälend langsam aber irgendwann wanderte der große Zeiger dann auf die drei. Keine Minute später stand Rio in der Tür und kam zu mir rüber gelaufen. Ich sprang von dem Tisch und ging ihm entgegen. „Viel Spaß dir, und nicht einschlafen“, sagte ich als ich an ihm vorbei lief. „Sagt genau die richtige, du wärst doch schon fast vom Tisch gefallen! Schlaf gut“, antwortete er mir. Ich drehte mich im Gehen nochmals um und streckte die Daumen hoch. „Wird schon“, munterte ich ihn auf.

Oben angekommen legte ich das Maschinengewehr auf den kleinen Glastisch und legte mich daneben auf die Couch und war auch ein paar Sekunden darauf eingeschlafen. Gleich darauf tönte es: „Aufwachen Arielle, wir sind hier nicht zum Schlafen, heute haben wir viel vor.“ „Halt die Klappe“, murrte ich und drehte mich um. Mit einem lauten –Rums- fiel ich auf den Boden. „Verdammte Scheiße! Wer hat auch festgelegt das wir auf Sofas schlafen!?“ Ich setzte mich auf und rieb mir den schmerzenden Rücken. Ich kickte mit dem Fuß gegen das improvisierte Bett was natürlich nicht viel brachte. Hinter mir hörte ich das hämische Lachen Berlins. „Du musst gar nicht so dumm tun, wir haben noch ein paar  Nächte vor uns und wenn du nicht einmal runter fällst schenk ich dir 500.000 Riesen.“ „Das ist doch gar nichts, die kannst du gleich behalten“, sagte Berlin als ich aufstand. „Selber schuld, Angebot vorbei.“ Die Sonne schien hell durch die Blenden. Also hatte ich doch länger geschlafen als die drei Minuten, wie gedacht.

Immer noch meinen Rücken reibend, ging ich zu den Fenstern und linste raus. Die Polizisten die draußen herum standen hatten sich über Nacht anscheinend geklont, denn es waren weit mehr als gestern. „So was steht nun so wichtiges an?“ „Nun ja, die Geiseln dürfen natürlich unterhalten werden, ganz neben bei auch ihre Videos aufnehmen, wir brauchen ein paar Wachen unten im Keller und an der Gelddruckmaschine“, zählte Berlin auf. „Und wie viel Zeit hab ich noch bis es los geht?“ „Keine, wir sind hier in einem strengen Zeitplan.“ Ich seufzte auf und schleppte mich zu meinem Besten Freund, der Kaffeemaschine.

„LOS! Alle mir nach!“ Ich schlürfte einen Schluck aus meinem warmen Getränk während Denver unsere Geißeln zusammenschrie. „He“, er deutete auf mich. Unschuldig schaute ich auf. „Ich mach hier nicht alles allein also beweg deinen Arsch hier her Miami!“ Ich hielt ihm meinen Mittelfinger entgegen, nahm dann aber die Pistole in die Hand und schubste die restlichen Geißeln zu Denver. „Wie Hirten ihre Schafe“, murmelte ich zufrieden.

Zusammen mit den Geiseln ließen wir das Foyer leer hinter uns zurück. Wir liefen durch das große Gebäude in eins der Büros. Die Wände waren mit Holz vertäfelt und es gab Stühle mit rotem Samt. Die Türen waren hoch und eine weitere führte in den nächsten Raum. Ich setzte mich auf einen Drehstuhl hinter den Schreibtisch und legte die Füße auf das edle Holz. Denver öffnete eine der beiden Flügeltüren und nahm die erste Geisel mit.  Die Anderen saßen still auf dem Boden und den restlichen Stühlen während ich mich hin-und her drehte.

„Hey Leute, kein Grund so traurig zu sein. Eine Nachricht für eure liebsten, dass es euch gut geht, das ist doch ein Grund zu feiern. Und ihr müsst zugeben, bei einem anderen Bankraub, obwohl das ja keiner ist, wärt ihr bestimmt schon abgeknallt worden, aber bisher seid ihr noch alle am Leben, also seht mal die positiven Dinge! Hier ist echt miese Laune!“

Trotz meiner allzu positiven Rede verbesserte sich die Laune nicht gerade und ich fing an in irgendwelchen Akten zu blättern die in großen, fetten Ordern eingeheftet waren. Die Leute im Raum wurden langsam aber stetig immer weniger. Schlussendlich hatten ihre Nachricht alle aufgenommen, Monica  hatte den Radiosendern und der Presse, draußen allen verkündet das es ihnen gut ginge und Moskau bewachte die Arbeiter die den, nun ja, “Fake-Fluchttunnel“ graben sollten.

Inzwischen war schon später Mittag. Zusammen mit zwei Geiseln stand ich vor der großen Metalltür. Helsinki betätigte den Schalter und die beiden Türen schoben sich auf die Seite. Draußen schien die Sonne und Polizisten rannten hinter Sandsäcke. Zusammen mit den beiden Geiseln trat ich an das Tageslicht. Auf den Treppen lagen fünf große Tüten mit Essen. Mit einem Wink des Maschinengewehrs zeigte ich den beiden mir zu folgen und wir nahmen die Tüten an uns. Dann traten wir wieder den Rückzug an, ohne die Polizisten aus dem Auge zu lassen bis die Türen sich geschlossen hatten. Ich zog meine Maske hoch als die Türen aufeinander trafen.

Plötzlich tönten Schüsse durch die Halle. Im Laufschritt brachte ich die beiden Geiseln zu den Anderen zurück und stellte die Tüten mit Essen ab. Dann lief ich auf die Schüsse zu. Wie nicht anders zu erwarten war Tokyo der Auslöser. „TOKYO“, brüllte ich aber sie ignorierte mich und lief weiter. Schnell holte ich zu ihr auf. „Tokyo, was soll das verdammt nochmal werden!“ Die Brünette ignorierte mich weiter und schoss mit ihrer M 16 stattdessen auf einen weitere Kamera. „VERDAMMT TOKYO!“ Ich griff ihre Arme und hielt sie nach hinten als sie auf die nächste Kamera zielte. „Was ist los mit dir!?“ Wieder bekam ich keine Antwort und stattdessen probierte sich Tokyo irgendwie aus meinem Klammergriff zu befreien. „Scheiße TOKYO, rede mit mir!“

Und nein, sie redete nicht mit mir. Stattdessen windete sie sich aus meinem Griff und zog mir mit dem Maschinengewehr eins über den Kopf. „Fuck!“ Fluchend wischte ich das Blut weg während Tokyo schon wieder auf die Kameras schoss. Ich zog meine Pistole und richtete sie auf die Frau. „Lass uns einfach normal reden, okay, es bringt niemandem was, wenn du alle Kameras zerstörst!“ Verächtlich schaute mich die Frau an als ich wieder das Blut weg wischte. Ich entsicherte die Pistole. „Ich zähl bis drei und dann schieß ich, und mir ist echt scheiß egal wohin! Entweder es wird dein Kopf oder dein fucking Fuß! Hör doch einfach einmal auf dich nur um dich zu scheren. Es gibt auch noch andere, die deinen ganzen Mist ausbaden müssen!!!“ „Sagt mir wer? Ein Kind? Du bist 19, und hast mir gar nichts zu sagen!“ „Scheiße Mann, dann bin ich halt 19! Aber weißt du was ich bin verdammt noch mal stärker als dein beschissener Freund. Denn der ist abgesehen von dir die Schwachstelle im Plan! UND JETZT HÖR AUF VERRÜCKT ZU SPIELEN!!!“

„Alle mal ganz ruhig, was genau ist hier los?“ Ich drehte mich um. Berlin, Helsinki, Oslo kamen auf uns zu. Mit zügigen Schritten ging Tokyo zu Berlin. „Du verfickter Arsch, was hast du mit ihm gemacht!? WAS HAST DU MIT RIO GEMACHT?!“ „Rio hat unser aller Leben gefährdet und deshalb seine gerechte Strafe verdient, und du wirst jetzt ein Wörtchen mit dem Professor reden, denn du hast ihm einiges zu erklären“, er deutete auf die kaputten Kameras. Helsinki und Oslo nahmen Tokyo in ihre Mitte und führten sie hinter Berlin her in den Konferenzraum. „He was geht den hier ab?“ Verwirrt schnallte sich Nairobi ihr Megafon um und schaute Berlin an. „Señorita Tokyo hat einen kleinen Aufstand veranstaltet.“ „Warum um aller Welt das“, wollte die Schwarzhaarige wissen. Ich schnaubte. „Wegen wem wohl? Wegen Moskau ganz bestimmt nicht. Das kommt bei Beziehungen halt raus, immer nur Stress und Ärger für die ganze Gruppe“, giftete ich. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah Nairobi zu Tokyo. „Echt jetzt? Du gefährdest den Plan für deine kleine Romanze? Was für ne Scheiße und was ist überhaupt mit dir?“ Nairobi holte zu mir auf und drehte meinen Kopf. Ich wischte mein Blut mit dem Ärmel weg. „Das passiert wenn man Liebesblinde Personen wieder zur Vernunft bringen will, man aber ignoriert wird und stattdessen eins mit nem Gewehr übergezogen bekommt. Also pass auf wenn du nächstes Mal in Tokyos Nähe kommst.“ „Das muss desinfiziert werden Miami“, wandte Nairobi ein. „Nein, nein. Das kann warten, erst mal soll Tokyo ihr Gespräch führen, danach sehen wir weiter.“ Zusammen machten wir uns auf den Weg zum Konferenzraum während uns Rio mit eingezogenen Schultern folgte.
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