Feuer und Flamme - Zwei Hundebrüder, zwei Schmiede und jede Menge Feuer

GeschichteAbenteuer / P12
Inu-Yasha Sesshoumaru Totosei
24.06.2020
17.10.2020
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Inu Yasha starrte etwas fassungslos seinen Halbbruder an. Selbst im matten Licht der leuchtenden Fäden von der Decke und der beiden Drachenschuppen konnte er erkennen, dass der eindeutig auf der Palme war. Was hatte der denn schon wieder? „Reg dich ab,“ sagte er daher eilig. „Was hast du denn bloß dagegen, dass Rin lernt wie Honig entsteht?“
Honig? Sesshoumaru dachte kurz nach. Hatte dieser dümmste Sohn Vaters schon wieder etwas Törichtes gesagt und ganz etwas anderes gemeint? Da er nicht nachfragen wollte, schließlich besaß er doch noch etwas Stolz, meinte er nur: „Und wer hatte es dir erzählt?“
„Kagome.“ Irgendwo lag da ein Missverständnis und das sollte man bereinigen, schon um Toutousais Willen. „He, ich habe Rin erzählt, dass die Bienen die Blumen besuchen und diesen Staub einsammeln, in ihr Nest bringen und dort zu Honig verkochen. Das ist doch wohl nicht falsch, kein Grund sich so aufzuregen!“ Mann, war der Idiot leicht aufbrausend. Wenn er selbst so wäre … Nun gut. Kagome behauptete das ja von ihm auch, dabei fand er sich in den letzten Jahren doch schon recht erwachsen geworden. „Sag bloß, du hast noch nie Honig gegessen und dich gewundert woher er kommt. Hast du nicht, klar.“ Dämonen und Honig klang schon so eigenwillig in der Zusammenstellung, geschweige denn dieser Dämon.
Doch, er hatte Honig als Welpe von der Schnauze seiner Mutter lecken dürfen und … Sekunde mal. „Du hast das Rin von deiner Schnauze lecken lassen?“ Mit der Kälte in der Stimme hätte man die komplette Südsee zu Eis gefrieren lassen können.
Inu Yasha seufzte. „Du nervst, großer Bruder. Du weißt doch genau, dass ich gar keine Schnauze habe. Ich bin ein Halbdämon!“ Und ausgerechnet dieser Typ hatte es ihm doch wirklich oft genug um die Ohren gehauen.
Das war korrekt der konnte sich nicht verwandeln. Was war nur mit ihm selbst los? War das etwa die Magie der Himmelsdrachen, die sich nähernde Feinde verwirren sollte? Sesshoumaru wandte sich erneut um und nahm seinen Weg auf der kaum handbreiten Brücke über den unterirdischen Säuresee wieder auf.
Der jüngere Halbbruder erkannte es an. Nicht, dass er sich direkt geweigert hätte, den Riesenhundeidioten mal wieder mit eingezogenem Schwanz nach Hause zu schicken – aber mit nur einer Hand frei, buchstäblich auf schmalstem Grat über einem Säuresee und er als einziger Nicht-Flieger, nun ja. Mutig war er ja, aber nicht gerade lebensmüde. Warum nur regte sich der Kerl immer so auf wenn es um Rin ging? In diesem Fall wegen sogar Honig?! So schlimm war er selbst bei Kagome ja nun wirklich  nicht, und er war immerhin mit der verheiratet! Die Mädchen, auch Sango, konnten doch allein auf sich aufpassen.
Es stellte sich die Frage, ob er das noch immer so philosophisch gesehen hätte, hätte er gewusst, dass seine Angetraute gerade einem Wolfsdämon Schweinebraten servierte und dem Tipps zur Erstausstattung eines Babys gab.

Toutousai hatte den Krater gemustert. Weniger, weil er, wie er vorgab, die Temperatur der Lava überprüfen wollte, als sich seufzend damit abzufinden, dass seine Lage, die er vorher schon als düster eingestuft hatte, noch eine Nummer dunkler geworden war. Wie tief konnte es noch gehen? Oh nein, das sollte er sich wirklich nicht fragen. Immer, wenn er geglaubt hatte, es gehe nicht ärger, war es das prompt geworden. Er wurde entführt, sollte ein Meisterschwert schmieden, das aus den drei Schwertern der Macht bestand … Und das, wo er sich geschworen hatte, das Höllenschwert nie, nie, mehr zu berühren. Um die Sache noch besser zu machen war sein Entführer ein Dämonenfürst, einer von den Typen, die stur, stolz, arrogant und sehr gewalttätig sein konnten, wenn etwas gegen ihre Interessen ging. Dazu zu allem Überfluss noch jemand, dessen Bruder schon mit dem Inu no Taishou mehr oder weniger unangenehme Bekanntschaft geschlossen hatte, und besser nie erfahren sollte, wie dessen Sohn, Söhne, mit dem anschließend umsprangen. Außerdem, hatte er es vergessen, der Kerl war Sadist reinsten Wassers. Auf der anderen Seite standen zwei idiotische Hundebrüder, die hoffentlich zuerst überhaupt einmal bemerken sollten, einfach bemerken mussten, dass ihre Schwerter einen kleinen Fehler aufwiesen. Dann auch noch daran denken sollten, dass sie den zuständigen Schmied befragten. Beides nichts, das gewiss war. Wer attackierte denn diese beiden Idioten bei klarem Verstand, so dass sie zum Schwert greifen mussten? Falls, falls, sie ihn suchen würden – dann eigentlich weniger aus dem Grund um ihn zu retten, sondern um ihre Klingen funktionsfähig zu bekommen und ihm dann den Hals umzudrehen. Immerhin schnell, denn die Hundejungen neigten nicht zum Sadismus. Das war der gute Punkt an ihnen und er hätte nie geglaubt, dass er sich schon darüber mal freuen würde.
Leider endete das so oder so  im Jenseits für einen armen, alten, Rentnerschmied. Nun ja, wenn man ihn fragen würde, und das taten hier so einige Leute seit geraumer Zeit nicht, würde er das Ende schnell und sauber, a la Sesshoumaru, begrüßen. Dieser Kater war wirklich vom letzten Haken!
Wobei, das sollte er nicht vergessen, bestand ja in eben diesem Katzenvieh seine gewisse Hoffnung. Spätestens, wenn der Kerl einen Zahnarzt zu Sesshoumaru schicken würde, würde der merken, dass ihm jemand lästig fiel. Was gewöhnlich fatale Folgen für den Betreffenden hatte. Allerdings würde auch das Hundebaby es nicht gern hören Zähne oder gar Blut spenden zu sollen.
Oh, das hatte er vergessen, das nächste seiner kleinen Probleme taumelte gerade auf ihn zu. So drehte er sich um. „Yoshiyuki?“ Ja, war das jetzt sein alter Freund, nur vollkommen am Boden und auch im Kopf ziemlich wirr durch die Folter, der er offenbar unterzogen worden war – oder handelte es sich nur um eine leere Hülle, die ein Greif oder gar diese Fellnase besetzte? So oder so wurden sie abgehört, das hatte er doch rein zufällig mitbekommen. Oder war das gar kein Zufall, sondern er hätte es mitbekommen sollen? Ach, wo war nur der Herr, wenn man ihn brauchte. Taktik und Strategie hatte dem alten Hund im Blut gelegen. Seinem kompletten Nachwuchs fehlte die Intelligenz und auch wesentlich die Erfahrung. Dass sie auf Myouga hören würden, war nur der Wunschtraum eines senilen Flohgeistes. Und, was hatte er da gerade vergessen? Äh ... „Yoshiyuki? Geht es dir langsam besser?“ Egal, wer oder was das war, er durfte sich jetzt keinen Schnitzer leisten. Und das bei seinen erholungsbedürftigen grauen Zellen. Was nun?
„Äh, ja, danke.“ Yoshiyuki rieb sich die Stirn. „Es ist jedes Mal, als gehe ich durch eine Tür in das Sonnenlicht, wenn ER weg ist.“
„Kann ich mir vorstellen.“
„Nein, Toutousai. Du hast keine Ahnung von der Macht eines Dämonenfürsten. Wobei … du hast ja dem Inu no Taishou gedient.“
„Gedient würde ich nicht sagen,“ protestierte Toutousai prompt. „Ich schmiede, wenn ich nicht gerade entführt werde, nur für Leute, die ich leiden kann.“
„Hätte dir der Taishou denn ein Nein durchgehen lassen?“
Hm. „Gute Frage.“ Der Herr hätte das vermutlich ungefähr mit der gleichen Begeisterung aufgenommen wie sein Ältester.
„Man sagt, also, ich hörte, er sei der stärkste Dämon gewesen, den es gab. Und der Tapferste.“ Yoshiyuki trat neben seinen alten Freund und blickte in den Lavakrater.
„Ja, Tapfer.“ Toutousai seufzte in Erinnerung versunken. „Und ich bin ganz sicher, dass es solche Stärke in Hand und Willen nicht noch einmal gibt. Ich habe damals sehr geweint, als ich ihn da liegen sah ….“
„Aber, er hat verloren, dann war er doch nicht mehr der Stärkste!“
„Er verlor den zweiten Kampf und, du Narr, er wollte verlieren!“
„Muss ich das verstehen? Ja, vermutlich sollte ich, aber …“
„Schon gut.  Der Herr wollte seine Familie schützen.“ Toutousai entsann sich seines guten Vorsatzes vorsichtig zu sein. „Sehen wir uns das Erz mal an und machen eine Vorform aus Lehm. Viel kann man sowieso nicht machen, so ohne Tenseiga und Tessaiga.“
„Und Mondtau.“
„Ja, natürlich.“ War das nun der echte Yoshiyuki oder nicht? Was sollte er nur tun? Es blieb ihm, dachte der alte Meisterschmied seufzend, vermutlich um seines lieben Lebens Willen nichts anderes übrig als auf das Holz zu warten und ein Feuer zu schüren. Mit gewissem Pech sogar Erz zu schmelzen.  An das Schmieden aus nur eines Bruchstückes von So´unga wollte er nicht einmal denken. Wo steckten nur diese nichtsnutzigen Hundebengel?

Besagte Halbbrüder wanderten noch immer über die schmale Brücke, die sich nun auch noch als verschlungen entpuppte. Bogen schlangen sich hinauf und hinunter, scheinbar zurück und dann doch wieder vorwärts, scheinbar endlos. Da Aufgeben oder Zurück für alle zwei nicht in Betracht kam, wanderten sie schweigend immer weiter, bis der vorangehende Sesshoumaru stehen blieb. Inu Yasha versuchte an ihm vorbeizusehen, konnte allerdings in dem matten Licht vor sich nur Schwärze erkennen. Oder? Erst auf den zweiten Blick witterte er etwas anderes als das Nichts des Sees unter ihnen. Fels. Eine Insel oder hatten sie endlich das andere Ufer erreicht? Gab es da prompt wieder Ärger? Diese Sonnendrachen schienen sich ja gut abgesichert zu haben. Nun ja, das hatten sie wohl geglaubt, denn immerhin hatte Michiko ja gesagt, dass die Himmelsdrachen den Drachenkrieg gründlich verloren hatten. Trotzdem – die Vorstellung, dass ein Erddrachen hier auf der Brücke entlang gerobbt war …. Er schmunzelte unwillkürlich, als er sich Ryuukossusei hier mühsam balancierend vorstellte.
Wieso grinste der Narr denn schon wieder so? Der Ältere hatte soeben den Kopf gewandt um zu überprüfen, dass der Halbdämon ebenfalls das nahende Ufer bemerkte. War das etwa der eigentliche Gesichtsausdruck bei Menschen und der hatte es geerbt? Rin lächelte ja auch dauernd – aber, das sah irgendwie ansprechender aus als dieses grenzdebile Verziehen von Gesichtsmuskeln. Nun ja, Weder Mensch noch Dämon, was sollte man da auch erwarten.
„Da ist das Ufer,“ konstatierte Inu Yasha, der das Umdrehen zu Recht als Frage empfand. „Ich kann keine Gefahr wittern. Du?“
Hm. Immerhin eine Frage an den Fähigeren. An so etwas war Myouga natürlich gescheitert. „Nein.“ Was nicht besagte, dass es kein Hindernis gab. Magie hatte ihre Schattenseiten, wenn man durch Zauber wollte, die man nicht selbst erschaffen hatte. So drehte er sich wieder um und ging weiter.

Toutousai musterte seinen alten Freund ein wenig schlau von der Seite. Er hatte eine Idee gehabt, wie er überprüfen konnte, ob das der echte Yoshiyuki sei. „Wenn wir nachher das Holz bekommen, und ich bezweifle nicht, dass wir es bekommen, können wir ja das alte Arbeitslied singen.“
„Welches?“ Yoshiyuki sah ihn verwirrt an.
Nun gut, es hatte mehrere gegeben, die sie einst gemeinsam bei ihrem Meister gesungen hatten, um den Rhythmus des Schlagens einzuhalten. „Äh, ja, so genau weiß ich den Text auch nicht mehr. Es ging darum, dass es schon Schmiede gab, als die Welt jung war.“
„Oh, ich weiß.“ Zum ersten Mal trat ein Leuchten in die Augen des anderen Schmiedes. „Ja, den Text weiß ich auch nicht mehr, aber die Melodie war ...also, man fängt an Hm...schlägt dann zu, dann sagt der andere Hm, und schlägt zu, so viele Leute es eben sind, immer schneller und dazu singt man ... so ungefähr diese Melodie  ...lalalalalala….“
Toutousai strahlte auf. Es war wirklich sein alter Freund, denn das konnte doch kein Fremder wissen,  und sie waren zusammen. Das war schon einmal gut. „Ja, genau. Und das Lied begann, wie war das noch gleich ….Als die Welt erschaffen ward…“
„Ja, genau!“ Yoshiyuki kramte in seinen aufsteigenden Erinnerungen. „Aber höhere Tonlage!“

Shinishi, der auf dem Podest der alten Himmelsdrachenkönige in seiner Katzengestalt lag und alle Viere gemütlich von sich gestreckt hatte, zuckte unwillkürlich mit den Ohren. Als er einen Teil seiner Selbst in das zugegeben vorgeschädigte Gehirn dieses Yoshi gegeben hatte, den beiden Schmieden jetzt Gelegenheit sich ohne ihn auszutauschen und ohne die im Kerker begründete Angst abgehört zu werden … Nun ja, eigentlich hatte er gehofft durch diese drei Gegebenheiten Schmiedegeheimnisse oder gar den Namen ihres Meisters zu erfahren. Statt dessen versuchten diese zwei Narren mit ihren brüchigen Greisenstimmen ein Lied zu singen, zu dem sie sich weder an Text noch an Melodie erinnern konnten. Da wurde doch die Katze im Bad verrückt.
Ah, der gute Radj. Was wollte der denn?
Der Dämonenfürst verwandelte sich in seine menschlichere Form. „Nun, alles erledigt?“
Der Greifenprinz nahm die Höflichkeit zur Kenntnis und neigte den Kopf. „Ja, mein Gebieter. Die meisten Greife sind unterwegs und Holz zu fällen. Ich habe zur Sicherheit nur fünf hier behalten, immerhin gibt es Gefangene, auch, wenn ich nicht bezweifle, dass Ihr mit ihnen fertig werdet. Ich hätte nur eine Frage, edler Shhinishin.“
„Nun?“
„Die Schwerter der Männer werden nach dieser Aktion gewiss stumpf sein.“ Man machte seinem Herrn nicht unaufgefordert Vorschläge.
Shinishin wusste das und blieb freundlich. „Ja, aber wozu haben wir Schmiede, die sonst bis Vollmond nichts zu tun hätten. Gebt sie ihnen nach dem Fällen der Bäume. Die Menschen könnt ihr doch sicher auch ohne Waffen bringen.“
„Ihr bedenkt alles.“ In dem Satz lag ehrliche Anerkennung.
„Du darfst gehen.“ Alleingelassen legte sich der selbsternannte Kaiser wieder in seiner Katzengestalt nieder. Nur seine zuckenden Ohren und sein hin- und her schwingender Schwanz verrieten seinen Verdruss. Er hatte tatsächlich etwas nicht bedacht – und das war, dass er sich nicht mehr aus Yoshis Gehirn zurück ziehen konnte. Sollte er jetzt diesen schauerlichen Gesang, der alles schlug, was je ein Hund bei Vollmond, oder auch in seinem Kerker, veranstaltet hatte, wirklich andauernd mithören müssen? Nun gut, er könnte Yoshi umbringen, dann war er dieses Problem los, aber Toutousai würde dann nicht mehr so willig und hilfreich mitarbeiten. Lästig, aber doch. Irgendwann musste den Zweien doch die Luft ausgehen, spätestens, wenn die erste Holzlieferung kam.

Die Hundebrüder sprangen mit gewisser, ausgesprochener Erleichterung von der schmalen Brücke an das felsige Ufer und sahen sich um. Schon seit geraumer Zeit hatten sie immer wieder etwas wie ein dumpfes Grollen gehört – nicht der Laut, den man erkennen wollte, wenn man unterirdisch durch einen Vulkan lief. So fielen ihnen erneut die Wellen auf, die der zuvor ruhig daliegende See nun an das Land spülte.
„Ich glaube, das Wasser steigt,“ stellte Inu Yasha fest.
„Sag mir einmal etwas, das ich nicht weiß,“ kam die prompte Replik. Die Frage war, wie hoch es steigen würde. So sah sich der Ältere an Land um. Mehrere Gänge zweigten in der steinernen Höhlenwand vor ihnen ab, soweit er das erkennen konnte, manche steiler, andere weniger, aber sicher um die zwanzig. Lästig. Woher sollte man denn wissen, für welchen man sich entscheiden sollte und welcher möglicherweise direkt in die Magmakammer führte? Er ging einige Schritte vom Ufer weg und hob die Linke mit der Laterne der Kawataro darin etwas höher, nicht überrascht, dass der Halbdämon prompt rechts neben ihm war und die eigene Sonnendrachenschuppe etwas höher hielt. Im matten Licht dieser beiden konnten die Halbbrüder erkennen, dass der Grund, auf dem sie standen, fast glatt geschliffen war, ohne Steine. Unschwer war zu erraten, dass dies ab und an die ansteigenden Fluten des Säuresees verursacht hatten. Kein Wunder, dass es hier eine Brücke gab. Den Kawataro war dieser Weg verschlossen gewesen, da sie wohl weder die Kenntnis noch die Fähigkeit besessen hatten die Schuppen zu aktivieren. Dazu benötigte man eine gehörige Portion dämonischer Energie und es stellte sich wirklich die Frage, warum Inu Yasha das konnte. Der Halbdämon besaß mehr Energie als ein Wassergeist. Nun ja, die waren jämmerlich und selbst Vaters halbes Blut noch immer übermächtig, aber es war doch … bemerkenswert. Zu den interessanteren Dingen hier gehörte freilich, dass die Wellen lauter wurden, als das nächste Grollen zu hören war und einige, wenngleich wenige, Steine aus der Decke und der Höhlenwand gute zweihundert Schritte vor ihnen  fielen. Das war unschön, um es so zu sagen. Der Hundedämon hörte, wie sein Begleiter scharf die Luft einsog. Oh, nein, bitte  jetzt keinen Kommentar in der Form: wir sind unter der Erde und mir gefällt das nicht, dass es hier unangenehm werden könnte, weil der Vulkan bald ausbrechen könnte, Sesshoumaru-sama. Er hätte sich daran erinnern sollen, dass er nicht mit Jaken unterwegs war.
Inu Yasha klang mehr erstaunt als besorgt. „Komische Felsen haben die hier. Sie sehen aus, wie riesige Menschen aus Stein, oder täuscht mich das Licht?“
Das Licht und die Magie der Sonnendrachen dürften der gemeinsame Auslöser dieser Sicherung der alten Festung gewesen sein, dachte Sesshoumaru. Er hatte damit gerechnet, dass ihnen die Schuppen den Weg frei machen würden. Das hier war in der Tat nicht wünschenswert. Zwischen ihnen und einem Gang bauten sich fünfzehn zwei Meter große Steinfiguren auf, die recht menschenähnlich wirkten, allerdings ohne Gesichter waren. Damit war zwar geklärt, welcher der Gänge in die Festung führte, aber das war zeitraubend, lästig. Zu allem Überfluss durften sie keine Schwerter einsetzen, gleich, wie mickrig Bakusaiga und selbst Tessaiga im Moment auch funktionierten. Noch ein Punkt, den er Toutousai oder eher dessen Entführer auf die Liste der Todesarten setzen konnte. Bislang waren es achtundachtzig und er wollte sich nicht wiederholen.
„Immerhin sind sie unbewaffnet,“ erklärte Inu Yasha, ehe ihm bewusst wurde, dass er hier nicht mit Kagome sprach und gerade vorher schon gehört hatte, dass er zu viel rede. Da er den Seitenblick auf seine Hüfte richtig deutete, ergänzte er unwillig:  „Ja, ich lass Tessaiga stecken. Es sieht nur so aus, als ob die uns nicht durchlassen wollen.“ Und die Wellen hinter ihnen deuteten ein weiteres Steigen des Sees an. Vermutlich ein Hinweis auf einen kommenden Vulkanausbruch. Und dann wollte der Halbdämon lieber weit weg von der Nebelinsel sein. Natürlich mit funktionierendem Tessaiga und Toutousai im Gepäck.
Hm. Sesshoumaru hatte bereits Leute getroffen, die Tore bewachten und es ungern mit Tenseiga zu tun bekamen. Aber das war die Pforte zum Jenseits gewesen und nicht der Weg in eine alte Himmelsdrachenfestung. Im Zweifel wurden die eher von der Klinge angelockt, so wie die Seelen in der Unterwelt. Also blieb nur eine Lösung. Ohne die Augen von den Steinmenschen zu nehmen hob er die Rechte und streckte drei Finger gerade aus. Es gab ein kaum wahrnehmbares Knacken, ehe seine Finger grünlich zu leuchten begannen.
Inu Yasha sah es und hob ebenfalls die Hand, ehe er laut sagte: „Fünfzehn gegen Zwei? Leute, das wird ein ziemlich unfairer Kampf.“
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