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Liebe Karin

von Selket
Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Barbara Knopmacher
23.06.2020
23.06.2020
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Hey Leute,

Ich habe einmal angefangen, Briefe von Stefan an Karin zu schreiben. Der Gedanke dahinter war, dass er sich nach Karins Tod doch irgendwie schwer tat und Rose ihm geraten hatte, wenn er schon mit niemandem redet, Tagebuch zu schreiben. Stefan hat dann für sich selbst die Lösung gefunden, Briefe an Karin zu schreiben, in denen er ihr nicht nur von seinen Gefühlen schreibt, sondern auch von all den neuen Dingen, die Frida gelernt hat. Mit diesen Briefen habe ich mich allerdings schwer getan. Und dann kam mir das:
In Staffel 8 Folge 4 feiern sie am Ende Karins Geburtstag in Roses Garten und Barbara erzählt, wie sehr sie Karin vermisst. An dieser Stelle könnte Stefan ihr von den Briefen erzählen und vorschlagen, dies auch einmal auszuprobieren, was diese dann auch tut.

In diesem Sinne: viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße
Selket
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Liebe Karin,

Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Einerseits bin ich überglücklich. Endlich haben Karl und ich das, was wir wollten, worauf wir so lange gewartet haben, unsere eigene Familie. Andererseits fehlst du mir jedoch so sehr, dass ich es nicht richtig ausdrücken kann.
Gestern habe ich Stefan zur Schnecke gemacht, weil er weiter lebt, weil er den nächsten Schritt wagt. Ich weiß, dass das gut für ihn ist und dass das genau das ist, was Du wolltest, dass er eben nicht auf ewig alleine versauert. Aber das hat mir klar gemacht, dass Dein Tod schon so lange her ist, dass es auch für mich an der Zeit ist, ein Stückchen weiter zu gehen. Vor allem jetzt, wo ich eine eigene kleine Familie habe.
Wenn Stefan dazu in der Lage ist, diesen Schritt zu gehen, wieso ich nicht?
Ich vermisse Dich, Karin. Ich vermisse unsere Filmabende – richtige Filmabende. Mit Frida macht das zwar auch Spaß, aber manchmal werden mir die ewigen Disney-Filme auch zu viel. Manchmal will ich lieber gemütlich auf dem Sofa mit einer Flasche Prosecco und Dir einen Frauenfilm schauen.
Und ich vermisse das Lästern. Oh, das Lästern. Ich habe hier niemanden mehr, mit dem ich so richtig lästern kann. Karl rafft es meistens nicht, Stefan will nicht, Frau Cornelius tratscht nur alles weiter und von Rose brauche ich gar nicht erst anfangen. Und was da immer als Ersatz für Dich kommt! Keiner von denen kann in Deine Fußstapfen treten. Deshalb schmeißt Günther sie auch immer wieder raus. Stefan ist ihm damit dann so auf den Keks gegangen, dass er jetzt Karl zum Konrektor gemacht hat. Ich bin mal gespannt, wo das noch hin führt.
Aber jetzt muss ich Dir noch berichten, wann ich Dich am meisten vermisse: Wann immer Luke ein neues Geräusch macht oder eine neue Bewegung, möchte ich Dir davon erzählen. Ich weiß noch, als Frida zur Welt gekommen ist und Du mir von alldem erzählt hast. Damals konnte ich nicht verstehen, wie besonders, wie aufregend es für Dich war, aber heute verstehe ich es. Ich erzähle es dann Karl oder Stefan oder der Frau beim Metzger, der beim Bäcker. Sogar Karls Mutter habe ich solche Sachen schon erzählt, aber keinem davon möchte ich es so sehr erzählen, wie ich es Dir erzählen möchte. Wäre die doofe Krankheit nicht gewesen, könnten wir heute über solche Dinge reden, wir könnten gemeinsam mit unseren Kindern spazieren gehen. Ich wünschte, Du könntest sehen, wie Frida mit Luke spielt. Ich wünschte Du könntest hier sein.

Barbara

P.S. Stefan hat das mit dem Brief vorgeschlagen. Er meinte, es könnte mir helfen. Er hatte Recht, es hilft wirklich. Also werde ich bald wieder von mir hören lassen.
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