Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

From Sapporo To Tokyo

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16
Hikari "Kari" Yagami und Gatomon Sora Takenouchi und Biyomon Taichi "Tai" Yagami und Agumon
22.06.2020
21.11.2020
11
6.528
 
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.06.2020 684
 
„Ich hab gehört, du spielst jetzt Tennis?“, fragte mich das kleine, braunhaarige Mädchen neben mir. „Das stimmt.“ Enttäuscht, aber auch ein wenig geschockt sah sie mich an: „Aber dann spielst du ja gar nicht mehr mit meinem Brüderchen. Was wird er dann ohne dich machen?“ „Keine Sorge, er kommt schon klar. Es sind schließlich noch eine Menge andere Mitglieder in dem Klub“, versuchte ich sie zu beruhigen. „Aber keiner, der wie du ist!“

Schweigend liefen wir nebeneinander her. Die Sonne ging schon unter und wir bogen gerade in meine Straße ein. Ich wohnte ziemlich am Stadtrand von Sapporo. Als sie mich vor ein paar Minuten im Park gefunden hatte, saß ich wie ein Häufchen Elend am Rand der Spielwiese. Früher hatten wir uns immer dort getroffen, um gemeinsam Fußball zu spielen. Wir erreichten mein Haus und ich öffnete schnell die Tür.
.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..
Gemütlich schob ich die Pizzen in den Ofen und nahm dann das Besteck aus der Lade, während Kari uns eine Art Cocktail mixte. „Was genau wird das eigentlich?“ „Ich mische einen Anti-Tai-Cocktail.“ „Einen was?“ „Einen Anti-Tai-Cocktail. Es kommt einfach alles rein, was Tai nicht mag“, meinte sie, während ich laut loslachen musste. „Du bist manchmal echt verrückt.“ „Aber er hat dich zum Lachen gebracht, also hat er seinen Zweck ja erfüllt.“

Mit unserem fertigen Abendessen setzten wir uns auf die Couch und suchten uns einen Film aus. „Aber du hast recht, wir sollten die Zeit genießen, bevor du auch wegziehst.“ „Das sollten wir auf jeden Fall! Wir haben nur noch einen Monat.“
.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..
Fertig angezogen stand ich vor dem Spiegel und betrachtete mein Outfit eine Weile bis Kari aus dem Bad kam. „Ok, ich bin fertig. Wollen wir dann los?“, fragte sie mich und ich nickte. Daraufhin verließen wir meine Wohnung und fuhren in die Innenstadt. Eine gute Halbestunde später waren wir vor dem Klub angekommen. Ich schickte Hayato schnell eine Nachricht und eine Minute später öffnete er uns auch schon die Tür zum Backstagebereich. „Beeilt euch. Ich will nicht, dass sie merken, dass ich ohne Erlaubnis irgendwelche Leute hier rein lasse.“ Wir flüsterten beide darauf nur ein kurzes Danke und verschwanden dann unauffällig in der Konzerthalle. Der Saal war schon jetzt überfüllt und es gab kaum noch freie Plätze an der Bar, aber ehrlich gesagt wunderte mich das auch nicht. Knife of Day - oder kurz KoD - war mittlerweile ziemlich berühmt geworden und vor einer guten Woche hatten sie ihre Japan-Tour gestartet. Die Karten für das Konzert waren schon vor Wochen ausverkauft. Zum Glück arbeitete Hayato in dem Klub und konnte uns so doch noch Zutritt verschaffen.

„Und… geht’s dir schon besser?“, fragte mich Kari „Ja, danke, du hattest recht. Ablenkung tut wirklich gut.“ „Siehst du, du solltest öfter auf mich hören.“ „Träum weiter“, erwiderte ich nur, woraufhin sie die Augen verdrehte. Wir hatten uns an die Bar gesetzt, um erstmal anzustoßen. Im Endeffekt war ich extrem froh darüber, dass ich mitgekommen war. Schnell leerten wir unsere Gläser und standen dann auf, um zur Tanzfläche zu gehen. Wir zwängten uns durch die Menschenmenge und auch wenn das Konzert noch gar nicht begonnen hatte, herrschte bereits jetzt eine ziemlich ausgelassene Stimmung. Gemeinsam tanzten wir zwischen hunderten Weiteren, welche sich das Konzert von KoD nicht entgehen lassen wollten.
.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..--.._..
Ich trocknete mir gerade wieder meine Hände als mein Handy vibrierte. Ich zog es aus meiner Tasche und entsperrte den Bildschirm. Eine unbekannte Nummer hatte mir Fotos geschickt und trotz meiner schlechten Verbindung konnte ich die Bilder laden. Aber das war doch Ryo… mit Aimi…?!
„Hey Sora, kommst du wieder zurück?“, plötzlich tauchte Kari hinter meinem Rücken auf. „Was ist los? Du siehst so geschockt aus…“ Unfähig auch nur ein Wort zu sagen, starrte ich weiterhin in ihre Augen und überlegte, wie ich ihr das wohl schonend beibringen konnte. Als ob sie irgendwas schon wusste, nahm sie mir das Handy aus der Hand und warf selbst einen Blick auf das Display. Ihre Augen wurden leer und erste Tränen bildeten sich in ihren Augenwinkeln. Die Bilder boten aber auch keinen schönen Anblick, ihr Freund, der sie mit ihrer besten Freundin betrog.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast