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Und immer leuchtet gerade irgendwo am Himmel ein Regenbogen für dich...

GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
22.06.2020
02.12.2020
73
178.535
18
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20.10.2020 1.876
 
"Los, fahr unauffällig hinterher!", zischte Robert ihn an. Marvin schluckte leicht, legte den Gang ein und folgte dem silbernen Peugeot. Ein beklemmendes Gefühl stieg in seiner Brust auf. Er vermutete, dass irgendwas schief gehen würde. Er wollte Robert von seiner Ahnung jedoch nichts sagen, der würde ihn dann nur als weichlich abstempeln, so wie in den meisten Fällen.

Sie fuhren dem Wagen einige Minuten durch Köln hinterher bis sie in einem Viertel endeten. Marvin fuhr an dem Auto vorbei und parkte einige Meter dahinter.
"Du lenkst ihn ab!", meinte Robert und stieg aus dem Wagen. Marvin sah ihm kurz nach ehe er selbst das Auto verließ und schließlich auf den braunhaarigen Polizisten zu lief. Dieser holte gerade etwas von seiner Rückbank und Marvin überlegte im Eiltempo, wie er den Mann ablenken könnte. Dann fiel ihm etwas ein, was eigentlich immer funktionierte.
"Äh, entschuldigen Sie", meinte er zu dem Mann. Er sprach mit seinem sächsischen Akzent, so vermuteten seine Opfer, dass er überhaupt nicht von hier komme. Der Mann mit der breiteren Statur richtete sich auf, sah ihn durch seine Brille neugierig an. Einige Strähnen seiner braunen Haare fielen ihm ins Gesicht und seine Augen funkelten ihm etwas Müdigkeit entgegen.
"Ja, kann ich ihnen helfen?", fragte der Mann und musterte ihn.
"Ähm, ja… ich äh…", fing Marvin an und stockte, sah wie sich Robert von hinten unauffällig näherte.
"Ich wollte wissen, wie ich zum Dom komme. Also… äh", meinte der Jüngere und schluckte leicht. Eigentlich sah der Mann vor ihm sehr freundlich aus, man konnte ihm sicher vertrauen. Er war schließlich ein Polizeibeamter. Aber er allein könnte ihm sicher nicht helfen oder? Sollte er ihn vielleicht doch warnen als ablenken?

//Nein! Er kann dir nicht helfen! Niemand kann das! Außerdem würde Robert dich wieder…!", hielten ihn seine Gedanken auf und er schluckte schwer.
"Äh, ich komme nicht von hier und habe wohl den falschen Bus genommen. Ich will in die Innenstadt zurück", erklärte Marvin und lächelte unsicher. Der Mann ihm gegenüber blinzelte.
"Sie können doch einfach den Bus nehmen, der sie hierher gebracht hat. Nur halt in die andere Richtung", erwiderte dieser. Marvin kratzte sich an der Schläfe.
//Du bist so dumm Marvin!//
"Oh… Ja, das wäre wohl am Einfachsten", murmelte er vor sich hin.
"Sie kommen aus Sachsen?", fragte ihn der Mann. Der Jüngere blickte auf.
"Ja, gebürtig. Bin für Urlaub hier", erwiderte Marvin lächelnd.
"Urlaub? Sie sehen für mich aber noch recht jung aus", meinte der Beamte skeptisch. Marvin blinzelte, schluckte leicht. Dann war Robert hinter dem Mann.

Marvin blickte zu ihm und merkte zu spät, dass er damit einen Fehler beging. Denn der Polizist merkte, dass etwas nicht stimmte und drehte sich um. Geradeso duckte er sich und wich somit dem Gegenstand aus, den Robert nach ihm aus schlug. Dafür kassierte sein Komplize einen saftigen Schlag in die Magengrube und torkelte zurück.
//Verdammt! Verdammt! Du hast es vermasselt! Tu etwas! Robert wird sonst was mit dir anstellen!//, schrie ihm seine innere Stimme entgegen. Marvin trat vor, packte den Beamten an der Schulter und drehte ihn zu sich. Er verpasste ihm einen Faustschlag ins Gesicht und schubste ihn gegen den Wagen.
Robert kniete immer noch am Boden, würgte. Der Schlag hatte es wohl in sich gehabt.
Marvin packte den Polizisten am Kragen, wollte ihm erneut einen Schlag verpassen um ihn aus zu knocken als seine Augen plötzlich höllisch brannten. Er gab einen Aufschrei von sich, hielt sich die Hände vor das Gesicht und wankte zurück. Es war schmerzhaft und schrecklich unangenehm. War das etwa Pfefferspray!?

Er nahm Geräusche und Stimmen wahr, dennoch verwaschen. Das schmerzhafte Brennen war kaum auszuhalten! Marvin drehte sich um, stolperte zum Wagen und suchte nach einer Flasche um sich die Augen zu spülen. Das kühle Nass betäubte das Brennen und ihm entkam ein leichter Seufzer. Er brauchte einige Momente bis die Schmerzen aufhörten und er blinzelte, dann Robert rufen hörte.
Er drehte sich um, sah wie ein Polizeibeamter seinen Komplizen gerade zu Boden drückte. Ein zweiter Polizist kam auf ihn selbst zugerannt. Ohne darüber nachzudenken, nahm Marvin die Beine in die Hand und rannte davon.
"Stehen bleiben! Polizei!", hörte er den Mann hinter sich schreien. Doch Marvin dachte gar nicht daran. Er beschleunigte seinen Schritt. Sie durften ihn nicht kriegen! Das würde alles nur noch schlimmer machen… oder?
Vielleicht konnten sie ihm helfen. Wenn sie herausfinden, was wirklich geschehen war. Was hinter den ganzen Taten steckte.
//Nein! Denk an Armin und Maurice!//, dachte er sich und rannte noch schneller. Er konnte sie nicht einfach im Stich lassen. Sie hatten einander versprochen, dass sie zusammenhielten! Was auch kommen mag!
Marvin lief auf ein Grundstück, um das Haus herum und durch den großen Garten. Er sprang über den Zaun und rannte weiter. Sein Herz hämmerte wild gegen seine Brust und seine Lungen brannten. Er spürte wie ihm langsam die Kraft verließ und riss sich nochmal zusammen. Er lief noch einige Meter weiter bis er erschöpft stehen blieb und sich an einem Baum abstützen musste. Er griff sich an den Magen, beugte sich etwas über und holte mehrmals tief Luft. Alles schmerzte ihn, sein Hals brannte. So schnell war er noch nie im Leben gelaufen und dennoch hatte er den Polizisten wohl abgehängt. Etwas Stolz glimmte in ihm hoch. Der Kerl hatte ihn nicht geschnappt. Aber jetzt kam auch die Angst hoch. Robert wurde verhaftet, was würde ihn jetzt erwarten?

***

"Der ist mir entwischt", kam Stephan keuchend zurück und war teilweise sauer auf sich selbst. Er hätte den Kerl erwischen müssen, aber dann war er dummerweise gestolpert und hatte keine Chance mehr gehabt. Mehr als blöd konnte man doch nicht sein!
"Wenigstens einen haben wir", meinte Paul und schaute kurz zu ihrem Streifenwagen. Dort hatte er den schwarzhaarigen Kerl mit Bart hinein gesetzt. Der Kerl hatte sich auch ordentlich gewehrt.
"Und mit dir ist alles in Ordnung Christian?", fragte Sindera nun besorgt und musterte seinen Kollegen. Um sein rechtes Auge wurde es langsam blau und auch die Nase war etwas dunkelrot angelaufen.
"War bloß ein Schlag. Ich werde schon überleben", erwiderte Reuter.
"Du brauchst also kein Krankenwagen?", fragte Paul sicherheitshalber nach.
"Nein, alles gut. Brauche keinen RTW", winkte Christian ab. Die beiden jüngeren Kollegen musterten ihn nochmals besorgt.
"Hey, bin ich aus Zucker oder was? Ich bin schließlich Polizist. So leicht kriegt man mich doch nicht klein", sagte Reuter und klopfte dabei Sindera auf die Schulter.
"Na, wenn das so ist", zuckte Paul mit seinen Schultern und sie machten sich auf den Rückweg zur Wache. Auch Christian musste zur Wache kommen. So war er schließlich überfallen worden, in dem Sinne.

Reuter gab seine Aussage ab und beschrieb einem Phantomzeichner das Aussehen des jungen, entwischten Mannes. Klaus hatte nämlich die Kripo darüber informiert. Schließlich war ein Polizeibeamter angegriffen worden.
Nach einigen Minuten drehte der Zeichner das Papier um.
"Oh ja, das sieht ihm wirklich sehr ähnlich. Er hatte dunkelblondes Haar und blaue Augen", richtete sich Christian noch an Stephan, welcher dabei saß. Paul war mit dem festgenommenen Mann im ED-Raum, wobei Heidi zur Sicherheit an der Tür stand.
"Dann gebe ich das mal an André, der soll mal die Gesichtserkennung durchgehen lassen", meinte Sindera und verschwand aus dem Büro. Der Phantomzeichner verabschiedete sich, verschwand somit hoch zur Kripo. Christian blieb alleine im Büro zurück und wartete ab.

In der Zwischenzeit hatte Paul mit dem Festgenommenen zu kämpfen. Dieser war nämlich ziemlich stur und das ED-Verfahren zog sich somit in die Länge. Richter war mehr als erleichtert als sie durch waren und bugsierte den Kerl wieder in ein Büro.
"So Herr Specht, wollen Sie immer noch nicht den Grund sagen, warum Sie unseren Kollegen angegriffen haben?", fragte Paul ihn.
"Hat der Mistkerl eben mehr als verdient!", knurrte der Mann zurück.
"Immer noch Rache? Was hat ihnen Herr Reuter bitte angetan?", fragte Richter.
"Das weiß er ganz genau! Und Sie haben kein Recht sich einzumischen Bulle!", erwiderte Specht knurrend.
"Bullen grasen auf der Weide mein Herr und wir als Polizei müssen eben eingreifen, wenn Jemand die Absicht hat einen Menschen zu verletzen oder was auch immer ihr Grund war", meinte Paul und spürte wie er langsam sauer wurde. Er mochte solche respektlosen Gestalten eben nicht.
"Es ist eben mein Ding… Bu.lle", meinte sein Gegenüber und sprach das letzte Wort ziemlich abgehakt aus.
"Dann bekommen Sie noch eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung oben drauf! Und vielleicht sollten Sie mal zur Vernunft kommen, denn ihren Freund bekommen wir auch noch", entgegnete Paul streng.
"Och, regt sich Dickerchen jetzt auf? Und wenn ihr ihn bekommt, er wird ebenso wenig sagen wie ich Bulle", sagte Specht.
Richter atmete einmal tief durch.
//Ganz ruhig. Werf nachher einfach eine Lampe aus dem Fenster!//
"Wie es auch sein wird. Sie werden trotzdem nicht so einfach davonkommen. Es wird für Sie ein Bußgeld geben und möglicherweise eine Haftstrafe", meinte Richter.
"Oh, soll ich jetzt Angst haben Bu.lle? Ich hab den schwarzen Gürtel in Karate", meinte Specht und schnalzte mit der Zunge. Paul hasste solche Typen. Er hasste sie einfach. Wieso gab es denn solche Leute auf der Welt? Man konnte sich mit ihnen überhaupt nicht unterhalten.
"Ich bin beeindruckt. Und nun mal Klartext, was war ihr…", fing Paul an als es auf dem Flur laut wurde und im nächsten Moment seine Alarmglocken schrillten.

Christian spielte mit dem Kugelschreiber herum als sich die Tür hinter ihm wieder öffnete. Kurz darauf wurde ihm ein Bild eines jungen, blonden Mannes vors Gesicht gehalten.
"Das war der Typ! Genau der!", meinte Reuter.
"Ganz sicher?", fragte Stephan nach. Sein Kollege nickte darauf ernst, der Spanier seufzte.
"Was ist los?", fragte Christian.
"Um den jungen Mann handelt es sich um Joel Kraft. Nach unseren Berechnungen müsste er jetzt 17 Jahre alt sein", fing Stephan an.
"Wie Berechnungen?", fragte Reuter irritiert nach.
"Joel Kraft ist vor viereinhalb Jahren entführt worden. Die Polizei Dresden hat damals den Fall aufgenommen, eine große Suchaktion gestartet ohne Erfolg", erklärte Sindera. Christian klappte der Mund auf.
"W-Was? I-Ist es dann möglich, d-dass dieser Mann, der mich angegriffen hat… ", fing Christian an.
"Sein Entführer ist und ihn womöglich zu Straftaten zwingt? Das könnte sein, aber vielleicht macht es Kraft auch freiwillig. Ansonsten gab es keine ähnlichen Personen in der Datenbank und…", sprach Stephan als es auf dem Flur laut wurde und ein bestimmter Satz ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ.

"Nehmen Sie die Waffe runter!!"

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Ihr habt die fiesen Cuts vermisst, gebt es zu ;) und keine Sorge  ich weiß, ich wartet noch auf andere "Antworten". Die habe ich nicht vergessen.

Mein Landkreis hat die zweithöchste Corona-Eskalationsstufe erreicht... das Klopapier ist wieder leer... das Mehl auch... sind die Leute dumm?! Ein Kumpel hatte gesehen wie jemand fünf Packungen Klopapier gekauft hat... okay, es ist (wohl Klopapier-) Eintopfzeit...

Grüße DarthSokratis
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