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Und immer leuchtet gerade irgendwo am Himmel ein Regenbogen für dich...

GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
22.06.2020
02.12.2020
73
178.535
18
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22.06.2020 2.596
 
Aufwachen tat er auf einem Untergrund, welcher nicht sein Bett war. Blinzelnd öffnete er die verklebten Augen und sah auf eine Fernsehwand. Er brauchte einige Momente bis sein Hirn sich einschaltete und die Erinnerungen vom letzten Abend auf ihn einströmten. Er spürte wie seine Kehle wieder trocken wurde und schluckte schwer. Langsam setzte er sich auf und schaute sich um bevor er in die Küche schritt. Ein Glas Wasser würde jetzt guttun.
Auf dem Küchentresen lag ein Zettel, den er zur Hand nahm.

Hi Momo, habe Frühschicht in der Klinik. Bedien dich am Kühlschrank und steig unter die heiße Dusche. Dann fühlst du dich besser. Kannst dir auch Klamotten von mir borgen.
Alex

P.S. Gegen Liebeskummer hilft Eis besonders gut



Moritz lächelte leicht. War froh, dass er einen so zuvorkommenden Bruder hatte. Er warf einen Blick auf die Uhr. Viertel vor zehn. Er hatte noch ca. vier Stunden bis er zum Dienst antreten müsste. Denn auch, wenn gestern ein Teil seines Lebens zerbrochen war, so musste es weitergehen. Und Arbeit lenkte ihn ab… außer wenn Burkhard Dienst hätte.
Der Blonde spürte wie ihm die Tränen wieder aufstiegen und ballte die Hände zu Fäusten. "Burkhard! Du verdammtes Arschloch!", knurrte er leise.
Wie sollte er es mit ihm auf der Wache aushalten?! Er würde sich zusammenreißen müssen ihm nicht an die Kehle zu gehen. Moritz schlug mit der Faust auf die Küchenzeile. Mehrmals bis seine Hand schmerzte. Die Tränen tropften auf die Arbeitsfläche.
"Warum?", schluchzte er leise vor sich hin. Wieso hatte sie ihn betrogen, obwohl sie schon jahrelang zusammen waren? Was hatte sie dazu veranlasst? Hatte er was falsch gemacht? Das würde jedoch nicht rechtfertigen, dass sie mit einem anderen Mann schlief. Er hatte ihr doch fast jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Wie hatte er sich nur so sehr in Sina täuschen können?

***

//Hey Alex, bin zur Spätschicht auf der Wache eingeteilt. Bin gegen 23 Uhr wieder da, wenn der Feierabend pünktlich ist//

Moritz steckte sein Handy ein und zog sich seine Jacke über bevor er die Wohnung verließ. Er hatte sich wirklich nochmal geduscht und sich danach viel wohler gefühlt. Das Eis hatte er sich auch nicht entgehen lassen, obwohl ne halbe Packung nicht so gesund war. Aber es hatte geholfen.
Moritz stieg ins Auto und fuhr den Weg zur Wache. Er lenkte seinen Wagen sicher durch die Hafenstadt in der er aufgewachsen war.
Während des Eis essens hatte er überlegt. Es wäre wohl am Besten sich versetzen zu lassen, dann müsste er Burkhard nicht mehr sehen. Vielleicht sollte er auch den Stadtteil verlassen. Denn dieser Betrug von Sina schmerzte ihn sehr und das er ihr in Hamburg-Altona über den Weg laufen würde, war sehr wahrscheinlich. Schließlich kannten sie so gut wie alles über den Anderen nach sechs Jahren Beziehung. Die Lieblingsorte, dort wo die Familienmitglieder wohnten und dort, wo sie selbst arbeiteten. Außerdem verband er mit vielen Plätzen eine Erinnerung mit Sina, die jetzt sehr schmerzte.

Moritz atmete durch, wollte sich nicht wieder seinen Gefühlen zum Opfer fallen. Vielleicht würde ihm ein Neustart gut tun, irgendwo anders. Er würde mit Alex darüber reden und mit seinen Eltern natürlich. Seinen DGL würde er gleich heute ansprechen, denn mit Burkhard auf derselben Wache arbeiten, dies wollte und konnte Breuer nicht. Vielleicht hatte Manfred auch gute Vorschläge, wo er hingehen könnte.

Nach fünfzehnminütiger Fahrt erreichte Moritz die Wache in Altona und bemerkte erleichtert, dass Burkhards Wagen nicht auf dem Parkplatz stand. Jetzt musste er nur hoffen, dass der Kerl nicht zur Spätschicht kam oder mit einem Kollegen gekommen war.
Er trat in das Gebäude, ging den Gang entlang, welcher sich aufteilte. Er ging nach rechts, blieb vor einer Tür stehen und holte seine Chipkarte heraus, hielt sie an das Scangerät. Der Summer ertönte und er öffnete die Tür. Er ging den Gang weiter, hörte die Stimmen einiger Kollegen und trat dann in die Umkleide hinein.
"Moin Moritz, na? Fit für die Schicht?", grinste ihm ein dunkelhaariger Mann mit Vollbart, der bis zum Hals ging, entgegen. Sein rechter Arm war tätowiert und außerhalb des Dienstes lief er als Hipster herum. Durch seine Brille starrten dem Blonden die grünen Augen entgegen.
"Klar Tim, mal schauen, was wir heute so alles jagen dürfen", grinste Moritz und beide Beamte lachten darauf. Denn es war schon mal vorgekommen, dass sie Waschbären durch eine Firma jagen durften. Ihre Uniform war am Ende hin gewesen, hatten paar Bissspuren abbekommen und sie hatten sich auf Tollwut testen dürfen. Jap, Breuer mochte seinen Streifenpartner.

"Wir sehen uns oben", meinte Tim und klopfte ihm auf die Schulter ehe er nach oben verschwand. Moritz schaute zu seinem anderen Kollegen, der sich am Umziehen war.
"Moin Axel", lächelte der Blonde und begab sich zu seinem Spind. Der rothaarige Mann knöpfte sich das Uniformshemd gerade zu.
"Wie geht's, wie steht's Kleiner?", fragte Axel. Er hatte einen Drei-Tage-Bart und hatte vor kurzem die 30 erreicht.
"Könnte besser sein, aber gut", erwiderte Moritz und begann sich umzuziehen.
"Stress?", kam die Frage.
"Kann man so nennen, aber ich will erstmal nicht darüber reden", antwortete der Blonde darauf.
"Na dann, legt sich hoffentlich schnell wieder", meinte Axel und Breuer seufzte leise. Er wünschte es wäre so einfach, aber diese Tat von Sina veränderte sein Leben komplett. Er konnte nicht einfach so weitermachen.

Moritz verließ kurz nach Axel die Umkleide. Er schritt den Gang entlang, durch die Tür und den Gang durch zu einer weiteren Tür, hielt die Chipkarte davor und schritt dann einige Treppen hoch. Ging durch eine weitere Tür und stand dann im Eingangsbereich der Wache. Lilian und Jason begrüßten ihn vom Tresen aus, der Blonde begrüßte sie ebenfalls und begab sich zum Büro seines DGLs. Bis zum Schichtbeginn hatte er noch zehn Minuten. Da konnte er Manfred schon mal auf die Versetzung ansprechen, auch wenn er seine Kollegen schmerzlichst vermissen würde, allen voran Tim. Schließlich pflegte er ein gutes Band zu seinem Streifenpartner.

Er klopfte an der Bürotür an und trat ein.
"Breuer! Was kann ich für dich tun?", lächelte ihm Manfred verwundert entgegen.
"Moin Manfred, ich hätte ein Anliegen", meinte Moritz und setzte sich auf einen der Stühle bevor er seinem DGL berichtete, was geschehen ist und wieso er sich gerne versetzen lassen würde. Burkhards Namen verschwieg er. Er wollte ihm keinen Ärger einhandeln, auch wenn er diesen verdient hätte.
"Ouh, das tut mir Leid. Das ist echt mies, was deine Freundin da abgezogen hat. Und dann noch mit einem Kollegen. Wer es war, willst du mir nicht mitteilen? Ich könnte diesen dann Zwangsversetzen, du musst nicht unbedingt die Wache verlassen deswegen", erklärte Manfred, doch Breuer schüttelte den Kopf.
"Ich kann nicht hier in Altona bleiben und will neu beginnen. Es hinter mir lassen. Mich erinnert hier zu viel an Sina", entgegnete der Blonde.
"Wenn du es so willst Moritz, aber lass dir das alles nochmal durch den Kopf gehen. Erstmal hier in der Stadt kann ich dir Wandsbek oder Eimsbüttel vorschlagen, dass ich dort bei den Wachen nachfrage. Bin da gut mit den Leitern in Kontakt. Lüneburg kann ich dir auch anbieten, ist halt nur neben Hamburg, nicht in der Stadt direkt", meinte Manfred. Der Blonde blinzelte und sah den glatzköpfigen Mann mit grauen Bart an. Seine blauen Augen hatte schon immer etwas Vertrautes ausgestrahlt und desto mehr fragte sich Moritz, ob er die Wache verlassen wollte.

"Lüneburg ist sehr schön, auch wenn es halt nicht wirklich in Hamburg ist. Überleg es dir Moritz. Ich werde mich mal nach freien Stellen für einen frischen Polizeikommissar umschauen", lächelte sein DGL.
"Danke Manfred", meinte der Blonde und wollte aufstehen als Manfred ihn nochmal aufhielt.
"Wegen dem Kollegen. Du kannst es mir ruhig sagen, ich werd es auch den Anderen verschweigen. Denn ich glaube nicht, dass du mit ihm gemeinsam Schicht haben willst", sagte Manfred und sah ihn besorgt an.
"Oh ja, da hast du recht. Okay… es ist Burkhard", erwiderte Moritz. Manfred zog eine Augenbraue hoch, nickte aber darauf nur.
"Ich werde den Dienstplan etwas umändern. Aber jetzt ab, sicherlich wartet Tim schon auf dich", meinte sein DGL und Breuer verließ nach einem weiteren Danke das Büro. Manfred sah ihm nach und seufzte. So ein Vertrauensbruch war wirklich nicht leicht zu verkraften und er fand es schade, dass er diesen jungen Polizisten an eine andere Wache verlieren würde. Schließlich steckte noch viel Potenzial in ihm, was sich noch entfalten musste.

"Na endlich", meinte Tim, der schon an der Tür stand und dem Blonden seine Schutzweste entgegen hielt
"Sorry, wir können los", meinte Breuer, schnappte sich die Weste und zog sie sich über das Hemd. Wenig später saßen sie im Streifenwagen, Tim hatte das Fahren heute übernommen. Moritz starrte in Gedanken versunken aus dem Fenster.
"Alles in Ordnung?", fragte Tim nach einer Weile. Der Blonde blinzelte und sah zu seinem Kollegen hinüber. König zierte sein Namensschild und an seinem Ärmel prankte das Abzeichen der Polizei Hamburg.
"Naja, es ist… ich habe vor die Wache zu verlassen", haute Moritz dann raus. Er konnte seinem Partner nichts vormachen. Dieser sah ihn geschockt an bevor er sich auf die Lippen biss und wieder auf die Straße blickte.
"Schauen wir an den Landungsbrücken nach dem Rechten", meinte er dann nur und wenig später liefen sie durch den Hafen, an den verschiedenen Ständen entlang.

"Es ist so, ich habe gestern Abend Sina mit jemand anderem im Bett erwischt. Einer unserer Kollegen war es", fing Moritz an.
"Wie bitte? Welche Sau?!", fragte Tim ungläubig.
"Tim bitte, das ist erstmal egal. Du wirst das sowieso herausfinden", meinte Breuer.
"Und wie! Das ist unglaublich! Das Letzte!", murrte König vor sich hin. Wollte es nicht wahrhaben.
"Ich hab Beide zur Rede gestellt bevor ich zu Alex gefahren bin, du weißt ja, meinen Bruder. Hab es ihm auch erzählt. Und jetzt… ich kann nicht auf der Wache bleiben. Zum Einen wegen dem Kollegen, zum Anderen, weil ich jetzt einfach Abstand haben will. Und ich auch nicht will, dass Sina da auftaucht. Denn sie will immer noch was von mir und entschuldigt sich ständig. Hab sie auf dem Handy blockiert. Ich kann mir das jetzt noch nicht anhören", schüttete Moritz seinem besten Kumpel das Herz aus und atmete durch. Der leicht salzige Geruch des Wassers stieg ihm in die Nase und beruhigte ihn etwas. Einige Möwen flogen durch die Luft.
"Okay, das ist echt scheiße auf gut deutsch gesagt. Ich würde wohl auch erstmal Abstand wollen. Aber wohin willst du Moritz?", fragte Tim und sah sich um.
"Vielleicht bleib ich in Hamburg, vielleicht gehe ich nach Lüneburg. Fange irgendwo neu an", murmelte Breuer vor sich hin und hatte den Blick auf den Boden gesenkt.
"Bist du sicher, dass du die Stadt verlassen willst?", fragte König.
"Nicht wirklich, daran werde ich jetzt einige Tage lang knabbern, aber ich kann nicht auf der Wache bleiben. Zwar hat Manfred gesagt, er würde den Kollegen auch zwangsversetzen, aber ich will nicht unbedingt, dass Sina weiß wo ich bin, da sie bestimmt auftauchen wird. Und viele Plätze hier erinnern mich… ", erzählte Moritz als ein lautes Brüllen ertönte, dann krachte etwas scheppernd zu Boden. Die Beamten sahen sich um und sahen eine Person mit dunklen Klamotten und Kapuze flüchten. Ein etwas breiterer Mann rief etwas wie "gerissener Dieb" und "asoziale Jugend" hinterher. Moritz und Tim setzten sich direkt in Bewegung, nahmen die Verfolgung auf. Die Passanten sprangen den Polizisten direkt aus dem Weg, sodass sie den Verdächtigen ohne Probleme verfolgen konnten.

Der Flüchtige hatte einen Rucksack in der Hand und sah von ihren Blickwinkel nicht sehr breit gebaut aus. Er bog zu einer der Landungsbrücke ab um zur Straße zu gelangen. Doch so langsam ließ dessen Kondition nach im Gegensatz zu König und Breuer, die ihn auf halber Strecke schnappen konnten.
"Loslassen!", zischte der Täter und wehrte sich gegen die Polizisten. Tim zog ihm die Kapuze ab und ein dunkelhaariger Junge kam zum Vorschein, schätzungsweise in einem Alter von 13-16 Jahren.
"Oh nein, was sollte das denn junger Mann? Hast du den Ladenbesitzer bestohlen?", fragte Moritz den Jüngeren und wurde nur böse angefunkelt. Er hielt ihn am Arm fest während Tim einen Blick in den Rucksack warf. Alkohol und Zeitschriften, nicht gerade für unter 18- bzw. 16-jährige waren.
"Was hattest du denn bitte damit vor?", fragte König und zeigte seinem Partner den Fund. Dieser zog überrascht die Augenbraue hoch.
"Geht Sie nichts an!", zischte er.
"Hey, bisschen mehr Respekt zeigen. Ansonsten wirst du noch weitere Probleme im Leben bekommen", meinte Tim und fischte ein Portmonaie aus dem Rucksack, fand auch einen Ausweis darin.
"Paul Schlüter. 15 Jahre. Etwas früh für so hochprozentigen Alkohol oder nicht?", fragte König den Teenager, doch dieser sagte nichts. König seufzte leise bevor er ihn am anderen Arm ergriff. Sie brachten ihm zum Ladenbesitzer zurück.

"Da ist ja diese kleine Ratte!", brummte der Besitzer des augenscheinlichen Kioskes. Moritz hob den Arm, sodass er nicht noch näher treten sollte. Tim holte die Fundsachen heraus.
"Hat er ihnen dies entwendet?", fragte König und zeigte die Zeitschriften sowie den Alkohol.
"Oh ja, hab ihn gesehen, aber er konnte mir gerade so entwischen. Vielen Dank Herr Wachtmeister", meinte der Besitzer und nahm die Ware entgegen, händigte seinen Ausweis leise grummelnd heraus als der Beamte diesen verlangte.
"Herr Gerot also. Möchten Sie Anzeige erstatten?", fragte König.
"Natürlich! So einfach kommt der junge Mann doch nicht davon mit dieser hirnrissigen Aktion!", meinte der Kioskbesitzer.
"Okay Herr Gerot, Sie bekommen auf jeden Fall nochmal Post von uns. Den kleinen Übeltäter nehmen wir mit. Ist so ein Diebstahl schon öfters vorgekommen?", fragte Tim.
"So ein großer in dem Sinne bis jetzt nur dreimal. Bei den ganzen Menschen verliert man oft den Überblick. Es wurden schon Kleinigkeiten entwendet, aber von geringem Wert, aber damit muss man hier rechnen", beantwortete der Besitzer die Frage.
"Verstehe. In Ordnung, dann bedanke ich mich. Einen schönen Tag noch", verabschiedete sich König.
"Ich habe zu danken", meinte Gerot und die beiden Polizisten brachen mit dem Teenager zum Streifenwagen auf, dieser zickte etwas herum.

"Das hilft dir nicht oder willst du unbedingt die Handschellen ausprobieren Kleiner?", fragte Tim ihn.
"Nein…", murrte Paul.
"Wieso hast du die Sachen gestohlen?", fragte Moritz nun, doch darauf bekamen die Polizisten immer noch keine Antwort.
"Vielleicht erzählst du es ja deinen Eltern. Die werden nicht so begeistert sein", meinte König als der Teenager versuchte sich loszureißen, doch es klappte nicht.
"Hey, ganz ruhig", sagte Moritz.
"Nicht zu meinen Eltern! Geht das nicht anders?", fragte Paul.
"Da du nicht volljährig bist müssen wir dich zu deinen Eltern bringen. Was ist denn los?", fragte Breuer.
"Die sollen das nicht erfahren", murmelte der Teenager und zickte wieder herum. Doch gegen die starken Beamten hatte er keine Chance. Er wurde ins Auto gesetzt. Moritz setzte sich hinten neben ihn während Tim zur Adresse fuhr, die auf dem Personalausweis gestanden hatte.

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Große Worte von Hitzewelle... hier siehts genauso kacke aus wie in Köln xD hab vorhin noch Fern gesegen.

Grüße DarthSokratis
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