Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Sonnenprinzessin und der Koboldprinz

GeschichteDrama, Fantasy / P16
21.06.2020
26.10.2020
23
38.355
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
21.06.2020 1.963
 
Die Sonnenprinzessin und der Koboldprinz

Anmerkungen:
Die Figuren gehören nicht mir und ich verdiene auch kein Geld damit. Mir gehört nur der klägliche Plott den ich hier zusammenschreibe. Der Film den ich fortsetze ist ein kleines Meisterwerk von József Gémes mit dem Titel "Prinzessin Aline und die Groblins" nach dem Buch von  George MacDonald "Die Prinzessin und der Kobold". Als Kind habe ich ihn immer wieder gerne geschaut und da der Film damals im Kino gegen Der König der Löwen sehr schwere Konkurrenz hatte, hat er leider teils negative Kritiken bekommen und ist vielleicht auch etwas unbekannt. Glücklicherweise in Zeiten von Youtube. *zauber* https://www.youtube.com/watch?v=Qz1byt6zHbc
Ich persönlich finde ihn aber wundervoll, auch wenn die Animation in wenigen Stellen etwas holprig sind, micht stört es nicht.  Größtenteils wurde die Animation von Siriol in Cardiff umgesetzt, womit der Film zum ersten Zeichentrickfilm aus Wales wurde. Es gibt zwischen Buch und Film kleine, aber bedeutende Unterschiede. Was, werde ich nicht verraten, weil ich nicht weiß was ich davon noch nutzen möchte. Im Buch wie im Film ist Aline jedoch acht Jahre als was für mich nun nicht funktioniert, wie ich während des Schreibens und bei der vorhandenen Idee im Kopf feststellen muss, weswegen sie bei mir erstmal zwölf Jahre alt ist. Was, bei mittelalterlichen Verhältnissen, einen Teenager ergibt.  Interessant, ich schreibe einen Roman, ohne einen Roman zu schreiben. Nun, dann will ich mal nicht vom Lesen abhalten. Viel Spaß... hoffe ich.

Kapitel 1

Hart umgriff seine große raue Hand meine Handgelenke und zogen mich tiefer in das klaffende Loch in unserem Weinkeller im Schloss meines Vaters. Die Kobolde waren des Nachts gekommen, durch einen Tunnel den sie von ihrem Berg bis zu unserem Schloss gegraben hatten um mich zu entführen. Curdie, ein Bergmannsjunge, der mich noch vor wenigen Tagen während meiner ersten Begegnung mit diesen Ungeheuern gerettet hatte, suchte vergebens nach mir und rief immerfort meinen Namen. „Prinzessin Aline, Prinzessin Aline“, schallte es immerzu im Chor durch die großen Hallen, doch hielt ich meinen Mund. Auch hier im Weinkeller hatten sie nach mir gesucht. Mein eigener Vater, der König dieses Landes war nur wenige Meter von mir entfernt gewesen. Doch Froschlippe, der Prinz der Kobolde hatte mir eindringlich erklärt das er jeden mit in die Tiefe reißen und zu seinen Sklaven machen würde. Ebenso hatte er durchblicken lassen das er bei Nichtgehorchen gerne schrecklich, scheußliche Strafen verhängen ließ und das glaubte ich ihm ungesehen. Nun, während alle vergebens nach mir suchten stand er wie ein Schatten hinter mir, seine Finger wie Eisenringe um meine Handgelenke gespannt, sein ruhiger Atem blies mir in den Nacken und ließ meine Nackenhaare zu berge stehen. Er musste mir nicht den Mund zuhalten, ich wusste was ich tun musste und hielt die Luft an, solange die anderen nach mir suchten und hörte mein Herz laut in meiner Brust schlagen und das Blut in meinen Ohren rauschen. In meiner Angst vor meiner ungewissen Zukunft war es fast das einzige was ich zu hören vermag, bis auf die Rufe nach mir, die nur leise in meine Ohren drangen. Aber jeder von ihnen verursachte ein Stich in meinem Herzen.
Nachdem die Suchenden den Weinkeller verlassen hatten bewegte sich mein Schatten und drängte mich in das Loch, welches der Eingang eines neuen Lebens bedeutete. Eines schrecklichen Lebens wie ich mir nur vorstellen konnte, denn wie mochte es mir ergehen als Frau an der Seite dieses hässlichen, lispelnden und bei jedem Wort spuckenden, jugendlichen Kobold, der nur Rache an den Sonnenmenschen, wie sie uns nannten, im Sinn hatte. Mit dem ersten Schritt in den Tunnel hinein spürte ich die Kälte der Erde die mich umfing und mit jedem weiteren wurde es kälter. Schnell begann es mich zu frösteln und spürte wie die Kälte mit jedem Meter tiefer in meinem Körper kroch. Die einzige Wärmequelle stellte Froschlippe da. Seine großen Hände mit den krallenartigen langen Fingernägeln, von denen sich einer schmerzhaft in meine rechte Handinnenfläche bohrte, waren warm und auch die Wärme seines Körpers spürte ich an meinem Rücken. Die Tatsache das ich froh um diese Wärme war gefiel mir nicht, doch sollte ich mich noch darüber freuen, denn plötzlich war ein leises Brummen und Rauschen aus der Ferne zu vernehmen. Angst durchfuhr mein Körper als ich bemerkte das es schnell immer lauter wurde.
Lange bevor ich wusste was geschehen würde, konnte Froschlippe mit der Nachtsicht eines Kobolds, sehen was uns entgegen kam.
„Verdammt. Halt die Luft an“, drang seine Stimme angstvoll an mein linkes Ohr und ehe ich es mich versehen konnte krallten sich seine Hände an meine Schultern und schubsten mich zur Seite. Schmerzend schlug ich mit meinem Rücken gegen die Steinwand und schlug mir eine Beule an den Kopf. Kurz wurde mir schwindlig, doch mein Überlebensinstinkt pumpte durch meine Blutbahnen und meine Sinne waren bis zum Äußersten geschärft. Froschlippe drückte sich an mich und schlug seine Hände links und rechts neben meinem Kopf in die Felswand, sein Gesicht neben meinem, meines verdeckt von seinem großen Ohr. Mit lautem Getöse, welches mir in den Ohren schmerzte, schlugen die Wassermassen an uns vorbei und rissen an uns. Nun wurde mir bewusst das er uns in eine Nische zwischen Felsbrocken gedrückt hatte um dem Druck des Wassers zu entgehen. In Anbetracht der Tatsache dass das Wasser wild an meinem Kleid riss und ich mich mehr als anstrengen musste stramm auf meinen Beinen stehen zu bleiben begrüßte ich Froschlippes starken Körper an meinen der eisern wie ein Schild zwischen mir und dem reißenden Fluss stehen blieb. So schnell wie das Wasser zu uns gestoßen war, so schnell war es uns bis über den Kopf gestiegen und raubte uns die Luft. Geistesgegenwärtig hatte ich wie aufgetragen meine Luft angehalten, doch durch die Anstrengung hatte ich das Gefühl das sie sofort verbraucht war. Als ich schon glaubte ertrinken zu müssen, reckte Froschlippe den Kopf nach oben und suchte danach mein Gesicht. Ehe ich es versah legten sich seine Lippen um meine und er blies sein Atem in meinen Mund. Mein Überlebensinstinkt schien schneller zu verstehen als ich und ohne die Kontrolle über meinen Körper zu haben, öffnete ich bereitwillig meinen Mund und sog gierig seine Luft in mich hinein, welches mich noch ein wenig länger durchhalten ließ. Als ich ein weiteres Mal glaubte ersticken zu müssen sank das Wasser bis unterhalb meines Kinns was mich endlich aufatmen ließ, im doppelten Sinne. Mit einem, wie ich mir vorstellen konnte, dümmlichen Lächeln sog ich die Luft in meine Lunge, welche sie brennend, aber nur zu gerne, in sich aufnahm. Viel Luft schien im Vergleich zu der riesigen Menge an Wasser nicht vorhanden zu sein, ich schnaufte und schnaufte, jedoch fühlte ich das mein Herz sich nicht beruhigen wollte und fühlte mich noch immer zu nahe dem Ersticken. Eine bleierne Müdigkeit und unsägliche Erschöpfung überfiel mich und die Kälte des Wassers zog an meiner Kraft. Ohne darüber nachzudenken schlang ich die Arme um Froschlippes Hals, mein einziger Anker in dieser Misere und drang mit meinem Körper noch näher an seinem, in der Hoffnung etwas Wärme zu finden. Wo es zuvor wie eine Ewigkeit schien, so schnell senkte sich der Fluss auf Knöchelhöhe und sickerte nur noch gemächlich vor sich hin. Für einen kurzen Augenblick gab Froschlippe wohl seiner eigenen Erschöpfung nach, denn er ließ sich gegen mich fallen, so das kurz sein schweres Gewicht auf mir lag. An meinem Schopf spürte ich das er einmal tief einatmete und seine verkrampften Finger aus der Felswand zog. Risse zogen sich durch seine dicken spitzen Nägel und seiner dicken Haut. Auch wies der eine oder andere Nagel abgeplatzte Stellen auf oder war ganz gebrochen. Es sah schmerzhaft aus.
Im ersten Augenblick wollte ich seine Hände ergreifen und etwas tröstendes sagen, doch fiel es mir wie Schuppen von den Augen, als mir einfiel weshalb wir uns in diesem Tunnel befanden. Er war ein Groblin, mein Feind. Froschlippe war dabei mich zu entführen und wollte Rache an den Sonnenmenschen ausüben. Der Plan die Minen zu überfluten schien offensichtlich fehlgeschlagen und ich wollte mir nicht ausmalen was mein zukünftiger Mann mir grässliches antun würde. Seine nackte Brust hob und sank sich, die Anspannung durch die Anstrengung durchzog noch immer sichtlich durch seinen Körper. Die Muskeln aufgepumpt und die Adern hervorgetreten, insbesondere an seinen Armen und Handrücken. Die Wassertropfen liefen seinen blassen olivgrünen Körper hinunter und seine tiefrosa Haare hingen seine Schultern hinab. Verlegen blickte ich zur Seite nachdem sein Blick mich eingefangen hatte. Kobold oder nicht, ich bin den Anblick halbnackter Männer im Lendenschurz nicht gewöhnt.
„Wir müssen weiter“, atmete er noch immer angestrengt und zog mich an meinem Handgelenk vorwärts.
Ich wehrte mich nicht und ließ es geschehen. Die Erschöpfung und die Müdigkeit ist zu groß um noch Kraft zu finden mich zu sträuben. Zudem hatte ich die Sorge das er meinem Vater, Curdie oder anderen Menschen tötet, wenn ich mich ihm entziehen sollte. Der Weg hinunter, tief in den Berg hinein kam mir wie eine Ewigkeit vor. Mein Körper fühlte sich wie erfroren an. Meine Glieder zitterten, mir war sehr sehr kalt. Mir war es kaum möglich meine Zähne am Klappern zu hindern. Mein Kleid hing schwer an meinem Leib und mein Bauch kreischte so sehr nach etwas essbaren das es unter den Rippen schmerzte.
Es musste eine Ewigkeit gedauert haben bis wir in der Koboldstadt angekommen waren. Dort hatte sich bereits der Rest in einem großen Saal versammelt. Vor einem großen im Stein verewigten Gesicht eines Groblins befanden sich drei Throne. Auf dem größten in der Mitte befand sich ein schniefender, ältlicher Kobold mit einem großen kreisrunden Steinbrocken auf dem Haupt, was ich als Krone identifizierte. Ich war ihm schon einmal begegnet überlegte ich, als ich mit Curdie im Schlafzimmer von Froschlippes Eltern war und er darauf bestanden hatte, der Königin mit den sechs Zehen die Steinschuhe auszuziehen. Mir war bewusst das ich ihn schon einmal gesehen hatte, doch war ich so sehr von seiner Gattin eingenommen gewesen und gleich darauf mit weglaufen beschäftigt das ich mich nicht so recht an ihn erinnern konnte. Besagte Gattin saß neben ihm, mit ihrer ebenfalls aus Stein bestehenden Krone, die, wie ich zugeben musste, schön bearbeitet an das Horn eines Einhorns erinnerte.
„Zum Glück haben wir dafür gesorgt das wir eine Mauer um die Stadt errichtet haben, sonst stünde alles unter Wasser“, rief ein Kobold aus der Menge.
„Genau, die Sonnenmenschen haben scheinbar davon gewusst und haben es zum Schloss umgeleitet.“
„Meine Füße und meine Ohren schmerzen immer noch, vielleicht hätten wir es nicht tun sollen.“
„Meine auch, die Sonnenmenschen waren auf uns vorbereitet. Doch es hieß die Weichlinge vom Schloss wüssten nichts von uns.“
„Da war dieser Sonnenknabe, er hat ihnen geholfen.“
„Den müssen wir uns schnappen.“
„Ach was, von den Sonnenmenschen will ich nichts mehr wissen, verschwinden sollten wir.“
„Was ist wenn sie nun kommen und Jagd auf uns machen?“
„RRRUUUUUUUHHHHHEEEEEE!“, schrie die kratzige schrille Stimme der Königin durch den Saal.
„Genau mein Liebling“, schniefte der König und wischte seine Rotze an seiner Hand ab. „Ruhe! Wir sollten..... wir sollten.... ja was sollten wir denn.“
„HALT DEIN BLÖDES MAUL, SCHWACHKOPF! Wir werden nicht verschwinden, es sind nur verweichlichte Sonnenmenschen ihr Idioten. Das nächste Mal müsst ihr eben besser vorbereitet sein, ihr unnützes Pack“, rief sie wütend aus.
Wir traten näher heran und wäre ich nicht aller Kräfte beraubt hätte ich mich zutiefst gefürchtet, nun ganz allein hier unter all den Kobolden.
„Verschwinden nicht, doch müssen wir uns schützen“, rief Froschlippe auf einmal neben mir.
„Ooooohhh“, rief die Königin freudig auf. „ Da ist die Prinzessin, wir haben die Prinzessin. Mein kleiner süßer Widerling, du machst mich stolz. Nun wirst du König der Sonnenmenschen.“
Müde sah ich ihr entgegen, blickte zu Froschlippe und wieder zurück. Dann legte sich der Schleier der Ohnmacht um mich.

Fortsetzung folgt . . .
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast