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i love you, baby

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Jeff Atkins Justin Foley Montgomery de la Cruz OC (Own Character) Tony Padilla
21.06.2020
29.07.2020
11
29.789
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15.07.2020 3.113
 
Es war bereits früher Abend, als Ana inmitten ihres Zimmers vor ihrem großen Spiegel stand und sich lange Zeit ansah. Sie trug ein goldenes Kleid, das ihr etwa bis zu den Knöcheln ging und weiße Schuhe mit einem kleinen Absatz. Das Kleid glitzerte und hatte einen kleinen Schlitz, der kurz unter ihrem Knie schon aufhörte und somit lediglich den Blick auf ihr Schienbein freigab. Das dunkle Haar trug sie halb offen und halb zusammengenommen, wobei zwei saubere, brünette Locken ihr Gesicht wie ein Rahmen umschlossen.

"Du siehst zauberhaft aus", hörte Ana ihre Mutter flüstern, welche plötzlich in ihrem Türrahmen aufgetaucht war. Sie fuhr herum und sah ihre Mutter überrascht an. Sie trug ihre Arbeitskleidung und das dichte, blonde Haar hatte sie in einem strengen Dutt im Nacken zusammengenommen. Sie sah jünger aus als sie eigentlich war, lediglich unzählige Lachfältchen um ihre Augen verrieten ihr wahres Alter. Ana lächelte ihr unsicher zu.

"Ich weiß nicht, Mom. Ich denke, es ist vielleicht zu viel."

"Ach, so ein Unsinn", sagte Tori Belfort und tat einen Schritt auf ihre Tochter zu. Sie trat hinter sie und sah sie durch den Spiegel hindurch an, wie Jeff es früher immer getan hatte. Der Gedanke brachte Ana dazu die Arme um den Oberkörper zu schlingen und schneller zu atmen.

"Wenn er hier wäre...er würde das selbe sagen, Ani", flüsterte ihre Mutter, legte die Arme um ihre Tochter und lächelte ein zerworfenes Lächeln. Ana gab sich alle Mühe, um nicht zu weinen und lächelte gegen die Tränen an.

"Wir wollten immer zusammen auf diesen Ball gehen", flüsterte Ana zurück.

Tori dachte einen Augenblick nach, dann holte sie Luft und ließ von ihrer Tochter ab.

"Warte mal. Das geht so nicht."

Ana beobachtete verwirrt wie ihre Mutter ihre Sachen durchwühlte und sie hatte schon Sorge, sie hätte vielleicht Kondome oder Ähnliches bei ihr entdeckt, als sie plötzlich mit einem Schmuckstück zurückkam. Es war die Kette.

Ana lächelte breit und sah ihrer Mutter im Spiegel dabei zu, wie sie ihr die goldene Kette anlegte, die Jeff ihr zum ersten Jahrestag geschenkt hatte. Sie holte Luft und laß die Gravur.

Mein Engel - Bis zum Himmel und noch weiter. A&J

Wenn man die Kette aufklappte, erschien ein Bild von Jeff und Ana beim Picknicken im Park. Jeff saß hinter ihr und hatte ihr die Arme um die Schultern gelegt und beide lächelten glücklich in die Kamera.

Sie presste sich den Anhänger an die Lippen und nickte ihrer Mutter dann entschlossen zu. "Danke, Mom", sagte sie. Und sie meinte es so.

"Ich muss jetzt los, meine Schicht fängt gleich an...Willst du, dass ich dich mitnehme?"

"Nein, fahr ruhig. Ich komme schon hin. Aber danke, Mom."

"Okay. Ich wünsche dir einen wundervollen Abend. Pass schön auf dich auf", sagte ihre Mutter und presste Ana dann einen kurzen Kuss auf die Stirn, bevor sie verschwand. Bevor Ana wieder in Gedanken versinken konnte, hörte sie, dass ihr Telefon klingelte. Sie entfernte es von seiner Ladestation und meldete sich, ohne zu schauen, wer anrief.

"Hallo?"

"Ich bin's", hörte sie Monty sagen. Es klang irgendwie gepresst und so als hätte er in Eile gesprochen.

"Hey, Montgomery. Wie weit bist du?"

"Ich bin fertig", sagte er knapp, "Wie sieht's bei dir aus?"

Ana dachte kurz nach, dann setzte sie sich geräuschlos auf das Bett und winkelte die Beine an. Sie blickte aus dem Fenster und lauschte der Straße.

"Um ehrlich zu sein...ich denke, es wird noch ein wenig länger bei mir dauern. Du kannst ruhig schon ohne mich fahren." Sie biss sich auf die Zunge und fing an zu hoffen, dass alles so funktionierte, wie sie sich das in ihrem Kopf ausgemalt hatte.

"Sicher? Ich meine...ich kann doch warten. Wann soll ich bei dir sein?"

"Nein, nein, mach dir da bloß keinen Stress. Fahr schonmal hin und trink was, ich beeile mich und komme dann nach." Sie versuchte möglichst überzeugend zu klingen und nicht lautstark zu atmen, damit er nicht merkte, wie aufgeregt sie eigentlich war.

Nach einer kurzen Pause, hörte man Monty am anderen Ende seufzen. "Okay, wie du willst. Lass dir aber nicht zu viel Zeit, ich weiß bei diesem Tanz echt nicht, was ich da eigentlich soll."

"Denk an den Plan!", erinnerte ihn Ana und sie hörte, wie Monty leise lachte.

"Keine Sorge", versicherte er ihr und verabschiedete sich. Nachdem sie aufgelegt hatten, suchte Ana nach Justin in ihrem Kontaktverzeichnis und verschrieb sich zweimal. Schließlich erwischte sie den richtigen Kontakt und rief an.

"Hallo?", meldete sich Justin hastig zu Wort.

"Wie weit sind wir?", fragte Ana, ohne Begrüßung.

Justin sagte kurze Zeit nichts, dann räusperte er sich und man hörte im Hintergrund etwas rascheln. "So gut wie fertig. Was ist mit dir? Ich meine, du brauchst doch immer..."

"Jaja, spar dir das", kicherte Ana und lehnte sich ein wenig entspannter an ihre Zimmerwand. "Hast du Person X erreicht?"

Justin schien kurz zu überlegen, dann hörte man ihn durch den Hörer lächeln.

"Ist alles erledigt. Charlie ist auch informiert und alles sollte so klappen wie es geplant ist. Das heißt...es ist dein Plan, aber eigentlich hängt alles von Monty ab. Aber das weißt du ja." Er klang ernst.

Ana kaute auf ihrem Zeigefinger herum und lächelte dann schmal. "Das muss einfach klappen", flüsterte sie. "Es ist Jeffs Plan."

Als keine Antwort kam, atmete Ana ein paar Mal tief durch. "Okay. Okay, okay. Dann bin ich fertig. Soll ich dich abholen?"

"Ja, klar, das Mädchen holt den Jungen ab", sagte Justin und klang schrecklich sarkastisch. Am Geräusch erkannte Ana, dass er gerade Parfüm auftrug oder so etwas.

"Wir haben 2019", erinnerte Ana ihn mit einem gewissen Nachdruck, aber Justin lächelte wieder nur. "Und außerdem ist es ja kein Date."

"Stimmt. Monty ist ja dein Date."

Ana runzelte die Stirn und dachte kurz nach. Dann setzte sie zu einer Antwort an und bemühte sich, nicht neugierig oder aufgebracht zu klingen.

"Es ist doch noch okay für dich...das zu tun, oder? Ich meine, wenn das für dich zu weit geht, dann kann ich die Sache noch immer abblasen. Kein Druck." Sie biss sich auf die Zunge und wartete geduldig ab.

Justin holte offenbar Luft und antwortete dann. "Aber nein, Ana, mach dir keinen Kopf. Alles in bester Ordnung. Ich verstehe, warum du das tust."

Ana hakte nicht mehr weiter nach und nickte schließlich, so, als könnte er sie sehen.

"Okay. Dann komm einfach dann, wenn du fertig bist."





"Oh mein...Wow. Ich...Wow."

Ana stand verlegen im Flur ihres Elternhauses und versuchte, zu verbergen, wie ihre Wangen zu glühen begannen. Sie lächelte schüchtern und machte einen altmodischen Knicks vor Justin.

"Du siehst wunderschön aus, Ana", sagte er leise und erwiderte ihr Lächeln.

"Du aber auch", sagte sie schnell und ihr Blick wanderte über sein blaues Hemd, seine schwarze Jacke und die dunklen Hosen. Ihr Lächeln wurde breiter als sie sah, dass er eine Blume dabei hatte. Er lächelte und streckte ihr schnell und verdutzt eine einzelne, weiße Rose entgegen.

"Die...ehm...ist für dich", sagte er und kratzte sich am Kopf.

Ana grinste und schüttelte den Kopf. "Wär doch nicht nötig gewesen", sagte sie und nahm die Rose an. Erst dachte sie, die Rose zu Hause zu lassen, doch da sie die Geste so liebenswert fand und dachte, dass sie ohnehin zu den Schuhen passte, beschloss sie, sie mitzunehmen.

"Wollen wir?", fragte sie und wartete darauf, dass Justin den Arm anwinkelte. Schließlich hakte sie sich bei ihm ein und sie schritten langsam auf das Auto zu. Er holte sie mit dem Auto der Jensens ab, da Clay mit seinem Auto allein gefahren war, um Ani abzuholen. Clay schien es zwar besser zu gehen, aber er verhielt sich noch immer etwas merkwürdiger als sonst. Ana dachte, das kam einfach von den traumatischen Erfahrungen in der Schule und davon, dass man ihn gegen seinen Willen in die Psychiatrie gesteckt hatte.

"Was mache ich, solange du mit Monty beschäftigt bist?", fragte Justin mit ehrlichem Interesse, als sie langsam aus der Einfahrt rollten. Ana biss sich auf die Unterlippe und beobachtete wie sie ihre Straße hinter sich ließ.

"Was würdest du denn machen, wenn ich nicht da wäre?", fragte sie.

Justin lächelte schmal und nickte. "Hast Recht."

Es dauerte nicht lange, bis sie die Schule erreicht hatten. Sie parkten nicht weit vom Eingang entfernt und machten noch einen letzten Check-Up, bevor sie beschlossen, dass es Zeit war, einzutreten.

"Du siehst wirklich umwerfend aus", versicherte ihr Justin noch einmal, als sie bei der Eingangstür ankamen, durch die schon pinkes Licht und laute Musik drangen.

"Dasselbe gilt für dich, Foley", erwiderte Ana lächeln und stieß die Tür vor ihnen auf.

Als sie die Halle betraten, gingen sie so auseinander, dass man kaum sah, dass sie zusammen angekommen waren. Ana fing sofort an, die Aula nach Monty abzuscannen. Stattdessen sah sie nur Ani und Clay, die sich unter der Tribüne angeregt unterhielten und wandte schnell den Blick ab. Das sah aus wie ein Privatgespräch. Dann schließlich blieb ihr Blick an Jessica Davis hängen, die mit schnellen Schritten in ihre Richtung stürmte. Ana hatte eine böse Vorahnung.

"Hey, Jess", sagte Ana vorsichtig, doch die hübsche Brünette schnitt ihr das Wort ab.

"Bist du mit Justin hier?", wollte sie energisch wissen.

Ana hob abwehrend die Hände, wobei sie ungeplant die weiße Rose hochhielt und schüttelte schnell den Kopf. "Er hat mich gefahren, das ist alles. Ich bin mit Monty hier."

Jess nahm schnell den Kopf zurück, so als hätte man ihr etwas Unnatürliches gesagt, dann verschränkte sie die Arme vor der Brust. "Warum bist du denn dann nicht mit Monty gekommen?"

"Also wenn es dich etwas anginge", sagte Ana langsam und zog eine Augenbraue hoch, "dann würde ich dir sagen, weil Monty schon fertig war und ich noch lange nicht. Da hab ich ihm gesagt, er soll vorfahren. Es geht dich nur nichts an."

Jess warf ihr einen seltsamen Blick zu, als hätte man sie geohrfeigt und sofort bereute Ana, was sie gesagt hatte. Sie wank schnell ab und setzte zu einer neuen Antwort an. "Warte, so meinte ich das nicht. Ich meine nur...du brauchst dir da keine Sorgen zu machen. Hundertprozentig nicht. Du weißt doch, Justin und ich sind einfach gute Freunde. Und davon abgesehen, ich bin immer noch mit Jeff zusammen. Was auch immer du davon halten magst."

Jessica lockerte ihre Körperhaltung und schien verständnisvoll zu reagieren. Das beruhigte Ana, denn sie konnte keine Jess gebrauchen, die ihr jetzt dazwischenfunkte. Der Plan lief bereits und sie konnte nichts mehr rückgängig machen, was das anging.

"Das weiß ich doch. Tut mir leid, ich...das sah einfach so aus und eigentlich hab ich ja auch gar nicht das Recht irgendwem von euch was zu verbieten. Ich bin mit Diego hier", sagte sie leise und lächelte auf den Boden.

Ana lächelte mit und berührte Jess' Arm. "Das ist doch toll", sagte sie schnell. "Es freut mich, dass du nach vorn blickst, Jessica. Das ist der richtige Weg", versicherte sie ihrer Freundin. Nach einem kurzen Pläuschchen machte Ana sich auf die Suche nach Monty und sie wurde schnell fündig. Er saß gelangweilt mit einem Glas Punsch in der Hand auf einer Zuschauertribüne und zuckte sofort hoch, als er sie näherkommen sah.

"Hey", sagte sie schuldbewusst und ließ sich neben ihm nieder. "Tut mir leid, ich weiß, ich bin schrecklich spät dran, aber ich..."

"Du siehst unglaublich aus", platzte Monty heraus und plötzlich musste Ana lachen. Der ganze Stress, der sich bisher angestaut hatte, floss heraus und sie war froh, dass es wenigstens in Form von Lachen und nicht Weinen passierte.

"Danke, Monty", sagte sie schließlich und lächelte ihn warm an. "Du siehst auch gut aus, sogar richtig umwerfend. Aber das ist ja nichts Neues."

Monty wank mit seinem Glas in der Hand ab und nahm den Blick von ihr. "Willst du was trinken?"

Sie überlegte. "Was ist in deinem Glas?"

Monty grinste schief. "Nur alkoholfreier Punsch, Madame. Vor einem großen Gig schieße ich mich doch nicht ab."

Ana lächelte und angelte nach seinem Glas, als sie Alex Standall in der Menge vor ihnen erblickte und ihm zunickte. Er nickte zurück und lächelte schwach. Vermutlich wäre er zu ihr gekommen und sie hätten sich über Dies und Jenes unterhalten, aber das war völlig unmöglich, wann immer Ana mit Monty zusammen war. Aber solange Alex ihn nur tolerierte, konnte Ana damit leben.

"Das schmeckt...voll scheiße", sagte Ana und klang beschwipst, obwohl sie stocknüchtern war. Monty grinste von Neuem und wandte wieder den Blick ab.

"Wann starten wir?", fragte er und es klang, als sprachen sie dabei von einem Bankraub. Ana stützte den Kopf auf ihren Händen ab, nachdem sie das Glas abgestellt hatte.

"Das Footballfeld ist vorbereitet, also ist alles, so wie es sein soll. Ich dachte, wir warten nur noch ein bisschen, bis alle in der richtigen Stimmung sind. Dann kann's losgehen." Ana rieb sich die Hände und holte tief Luft. Was sie vorhatten war schon riskant. Aber was Ana eigentlich und auf eigene Faust geplant hatte, war noch viel riskanter. Und es konnte sie in ihrer Freundschaft mit Monty entweder bestärken oder um Lichtjahre zurückwerfen. Sie atmete tief durch.

"Du weißt, du bist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben, oder?"

Monty schaute sie überrascht an und zog dann die Augenbrauen hoch. "So, ich dachte, du hast heute noch nichts getrunken", witzelte er und griff unbewusst nach ihrer Hand. Ana lächelte und schüttelte gleichzeitig den Kopf.

"Ich mein's ernst, Blödmann!"

Monty hob abwehrend die Hände und erwiderte das Lächeln schließlich.

"Okay, Belfort. Und du bist das auch. Zufrieden?"

Ana grinste und nahm dann einen großen Schluck von der Bowle, von der sie kaum glaubte, dass sie wirklich alkoholfrei war. Aber das störte sie eigentlich nicht weiter, solange ihnen niemand K.O.-Tropfen unterjubelte.

"Vielleicht sollten wir so langsam losgehen", schlug sie nach einiger Zeit vor.

"Was, kein Tanz?"

Überrascht hob Ana den Blick und blieb an Montgomerys großen Augen hängen, die sie erwartungsvoll ansahen. Sie dachte kurz nach, dann stellte sie den Becher beiseite und erhob sich von ihrem Platz. Sie streckte die Hand aus und ließ sich von Monty auf die Tanzfläche führen. Der aktuelle Song ging gerade zu Ende und das nächste Lied war langsam, romantisch. Für die Liebenden. Ana seufzte, griff einmal nach ihrer Kette, um sicherzugehen, dass sie noch da war, was Monty nicht enging und schließlich legte sie ihre Hände in seinem Nacken zusammen.

Als sie spürte, wie er seine schweren Hände an ihre Taille legte, durchfuhr sie ein kurzer Schauer. Die Berührung war so ungewohnt geworden, dass es sich ganz neu und sonderbar anfühlte, aber eigentlich nicht schlecht. Monty schien ihre Unsicherheit zu bemerken und sah sie schnell an.

"Ist das...okay?", fragte er leise.

Anabeth nickte sofort und lächelte weiter. Sie holte Luft und so begannen sie, sich zu der Musik hin- und herzuwiegen. Irgendwann lehnte Ana ihren Kopf an Montys Brust und spürte nur kurze Zeit später, wie seine Finger sanft durch ihr Haar fuhren. Bei der Berührung kribbelte ihr ganzer Körper und um ein Haar hätte sie Monty von sich weggeschoben, weil es sich so anders anfühlte als sonst, so nah und vertraut, aber sie ließ ihn und lauschte weiterhin der Musik und versuchte sich, unter seiner Berührung zu entspannen.

"Dass ich das letzte Mal getanzt habe, ist eine Ewigkeit her", gestand Ana, ohne ihn anzusehen und machte weiterhin langsame, zaghafte Schritte. Monty schien es nicht anders zu gehen. Er nickte nur und führte sie bei dem Tanz. Sie war ihm dankbar, dass sie sich bei ihm anlehnen konnte und, dass er sich bereit erklärt hatte mitzukommen. Das, obwohl er wusste, was eine Menge Schüler von ihm hielten.

"Du machst das gut", versicherte Monty im Flüsterton und kitzelte sie mit seinem Atem am Ohr.

"Vielleicht sollten wir so langsam los, was meinst du?", fragte Ana und hob den Blick, wobei sie an Montys hängen blieb. Er sah sie auf eine seltsam verträumte Art an und tanzte weiter, nickte aber schließlich.

"Es ist deine Party, Belfort."

Ana lächelte. "Und deine."

Sie spazierten los und versuchten dabei, so unscheinbar wie möglich auszusehen. Der Weg den sie antraten, war nicht lang. Aber die Umsetzung von ihrem Vorhaben, das würde das wirklich schwierige dabei sein. Das...sich-trauen.

Sie kamen nach ein paar Sekunden an der Wand an, an welcher der Schalter für den Feueralarm angebracht war. Dort befand sich eine kleine, hinter einer dünnen Glaswand verborgene Axt und ein großer roter Schalter, ebenfalls hinter einer dünnen, beleuchteten Glaswand. Sie sahen sich einen Moment lang an und sahen nichts anderes als einander, als Monty den Blick von Ana nahm und auf den Alarmknopf zuschreiten wollte.

Plötzlich und ohne Vorwarnung griff Ana nach Montys Ärmel und zog ihn hektisch zurück. Er sah sie erschrocken und fragend an, als er ihrem Blick folgte.

"Diesmal kann ich wirklich nichts mehr für dich tun, Clay..."

Man hörte Anis Stimme in der ganzen Aula und mit einem Mal fiel die Musik aus. Alle Schüler waren zusammengepfercht und einige rannten schnell in Richtung Ausgang. Andere standen versammelt zusammengedrängt und starrten alle auf dieselbe Sache. Ana zog Monty mit sich, als sie ebenfalls darauf zu steuerte und plötzlich stehen blieb und erstarrte.

Dort stand Clay mit verstörtem Gesichtsausdruck und offenbar völlig blutdurchtränkt. Das Blut glänzte im schwachen Licht und wirkte so, als kam es nicht von Clay. Er war völlig verschmiert, es gab kaum einen Millimeter an seinem Körper, der nicht damit überströmt war. Ana schlug sich die Hände vor den Mund und wollte auf Clay zustolpern, aber Monty hielt sie rechtzeitig zurück. In der Menge erkannte sie Justin und Ani, die nebeneinander standen und Clay mitsamt der ganzen Schülerschaft anstarrten.

Das war's, dachte Ana.

Das war's.
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