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Wo die Liebe hinfällt

von Shila135
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
21.06.2020
22.07.2021
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22.07.2021 2.349
 
Auf der Terrasse hatte Gale mich auf die Zweier-Bank gesetzt, mir eine Decke um die Schultern gelegt und setzte sich selbst neben mich. Jedoch gefiel es mir nicht. So setzte ich mich auf seinen Schoß, lehnte mich mit meiner rechten Seite an und legte meine Linke an den Oberarm, dessen Hand ich auf dem Schoß liegen hatte. Sanft umarmte er mich.
„Du bist so ein Arschloch,“ beschimpfte Amber Gale, die hinter mich trat.
„Du hast doch Elena gesehen, als man sie abgeführt hat. Sie war immer schon so gewesen, egal bei was,“ versuchte Gale sie milde zu stimmen.
„Jade ist alles, was ich will und da konnte ich nicht riskieren, dass Elena ihr etwas antut.“
„Wenn sie noch einmal wegen dir weint, ohne dass du tot bist, werde ich dafür persönlich sorgen, dass du es bist,“ warnte sie ihn mehr als ernst.
„Mein Mädchen,“ sagte ich fast ohne Gefühl. Sanft fuhr mir Amber durchs Haar.
„Vor der ich Angst habe,“ informierte Gale mich.
„Gut. Dann lebst du wenigstens lange,“ neckte ihn Bray gespielt ernst. Jeder musste deswegen auflachen.
Am Abend saß ich im Bett auf meiner Seite und lehnte mich mit einer Decke über den Beinen an die Wand. Ich wusste nicht, wie es jetzt um uns stand. Ein Stück von mir starb, als er mich zu meinem Schutz vor allen verließ, auch wenn ich es besser wusste. Zu meiner Linken trat Gale, setzte sich neben mich und legte sich mit den Rippen auf meine Beine, weshalb ich dabei meine Füße rechts neben mein Gesäß legte.
„Bitte verzeih mir, Baby,“ bat er mich traurig. Ich sah auf meine Finger, die auf der Decke lagen.
„Also, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll,“ suchte er nach Worten.
„Am Besten an dem Tag, als wir uns…“ Meine Stimme brach bei der Erinnerung, vor der ich solche Angst hatte.
„Ich wusste, dass sie unten vor dem Gebäude sein würde, wenn du verstört gehst,“ sagte er traurig. Es war ihm anzumerken, dass es ihm genauso ging wie mir.

„So war sie 10Minuten später da und wollte mich trösten. Die ganze Woche hing sie an mir wie eine Glucke. Als ich ihr heute Morgen gesagt habe, dass ich mich nicht länger von dir fernhalte, so ist sie hysterisch gegangen. Da ich wusste, was kommen würde, hatte ich Taylor und deinen Vater um diese Gefallen gebeten.“
„Was ist jetzt mit ihr?“ flüsterte ich und sah ihn endlich an.
„Sie ist jetzt gerichtlich in der Psychiatrie. Die ganze Zeit auf dem Weg hatte sie sich wie eine Irre benommen, sodass der Richter keine Wahl hatte. Dazu habe ich mit der Hilfe von Flynn und Bailey angefangen.“
„Ich will Bailey nicht,“ unterbrach ich ihn energisch und sah ihm in die Augen. Verwirrt sah er mich an.
„Christian hat mir gesagt, wieso sie nicht mehr bei ihm arbeitet. Ich will nicht, dass sie so wird mit dir.“
„Deswegen ist er dazu gekommen, als sie uns beim Essen gestört hatte,“ wurde es ihm klar.
„Glaubst du, Rose wird meine neue Firmenanwältin?“ fragte er mich sanft.
„Das weiß ich nicht. Kannst sie ja mal fragen,“ antwortete ich bedrückt darüber, ihm die Entscheidung aufgedrängt zu haben, einen Angestellten zu entlassen, nur, weil ich Angst hatte, sie könne ihn stalken.
„Du weißt, dass ich alles tue, was du von mir verlangst,“ sagte er weich und voller Liebe für mich.
„Ich…“ fing ich stammelnd an.
„Ich kann dir nichts vorschreiben, was mit der Firma zu tun hat.“
„Püppchen, du darfst mir alles vorschreiben, solange du bei mir bleibst.“ Ich sah wieder auf meine Hände im Schoß. Mir widerstrebte es, jemanden etwas in seinem Lebenswerk vorzuschrieben, wozu ich nie etwas wichtiges beigetragen hatte. Gale richtete sich wieder auf, bevor er sich hinstellte.
„Rück mal, rüber, Püppi,“ bat er mich weich. Etwas verhalten tat ich ihm den Gefallen. Unter die Decke setzte er sich, wohl eher legte sich hin und hielt mir seinen Arm einladend hin. Damit brach mein Widerstand und ich machte es mir auf seiner Brust gemütlich. Dabei lag mein rechter Arm angewinkelt darauf, sowie meine Wange. Mir strich er sanft durchs Haar.

„Verzeihst du mir?“ fragte er mich die Frage, die unausweichlich war.
„Liebst du mich?“
„Natürlich tu ich das. Du bist mein Leben,“ antwortete er voller Liebe für mich.
„Es wird nie jemals eine Andere für mich geben als dich. Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich dich gerne am Montag schon heiraten,“ war er nervös.
„Wie groß?“ fragte ich verhalten.
„Deine Eltern, Christian mit Ana, Mum mit Taylor, Mandy, Dr. Flynn mit seiner Frau, Derek mit Kate und Hailey und deine zweite Hälfte mit Bray.“
„Du vergisst Nick.“
„Ich wollte nur sehen, ob mein schlaues Mädchen wieder da ist,“ sagte er sanft.
„Du bist gemein.“ Als Zustimmung kam ein kleines Weinen von Rex.
„Hebst du ihn bitte auf?“ bat ich Gale, da er auf seiner Seite zu sein schien. Dabei löste ich mich von ihm. Mir zu liebe beugte er sich über den Rand und hob Rex auf, den er auf die Decke setzte. Zum Schluss machten wir es uns wieder gemütlich. Auf Gales Bauch machte es sich Rex gemütlich, den ich streichelte.
„Das Haus war nicht dasselbe ohne dich, Mäuschen.“
„Hast du überhaupt hier oben geschlafen?“
„Nein. Ich kann nicht ohne dich in diesem Bett schlafen.“
„Wie hat es denn eigentlich Mandy aufgenommen?“ wollte ich wissen und schloss die Augen.
„Sie ist richtig sauer auf mich. Zum Glück war Nick da, der ein Auge auf sie hatte.“
„Habe dir doch gesagt, er ist immer da, wenn man ihn braucht.“
„Mandy scheint glücklich mit ihm zu sein.“
„Bist du denn damit einverstanden?“
„Ich weiß nicht. Er ist ihr erster richtiger Freund. Daran muss ich mich irgendwie gewöhnen.“
„Okay,“ war alles, was ich noch sagte, da ich richtig müde war.

Samstag, 19.Juli.2014
Im Pulli und Hot-Pens trug ich Rex die Treppe runter und öffnete die Haustür, wo ich hinaus auf den Rasen trat und ihn darauf absetzte. Sofort schnüffelte er, um die richtige Stelle zu finden. Auf die andere Seite des Weges setzte ich mich auf den Rasen und wartete mit dem Ball auf Rex. Rechts von mir sah ich eine Dame mit einem weißen deutsche Schäferhund-Welpen. Der war echt süß.
Nachdem Rex fertig war mit pinkeln kam er zu mir und blieb mit hochgestellten Ohren neben mir stehen. Dazu stützte er sich auf meinen Oberschenkel. Je nähe die Frau kam, desto aufmerksamer schaute ihr Welpe zu uns. Rex fing an, in Abständen zu ihr zu tapseln.
„Morgen,“ begrüßte ich sie.
„Morgen,“ lächelte die Dame und machte die Leine von ihrem ab. Aus dem Augenwinkel sah ich Anna mit ihrem Welpen Ben zu uns kommen. Beide fingen an, zu spielen.
„Wie heißt Ihrer?“ erkundigte ich mich.
„Cara. Und Ihrer?“
„Rex. Und der Welpe, der dazu kommt, Ben,“ antwortete ich und zeigte etwas in ihre Richtung.
„Eigentlich,“ sagte sie beim Setzen neben mich.
„Wollte ich nur bis zum Waldrand mit ihr gehen.“ Ben war schnell bei uns und die drei tollten auf der kleinen Wiese herum.
„Und ich wollte nur ein klein wenig mit ihm auf dem Rasen spielen.“
„Wohnen Sie nicht erst seit Kurzem hier?“ fragte sie nach kurzem Überlegen.
„Ja. Ich bin mit meinem Verlobten von Manhattan hierhergezogen und ich heiße Jade.“
„Sarah,“ lächelte sie. Anna ging neben mir in die Hocke, nahm mein Gesicht in die Hände und küsste mich auf die Wange.
„Morgen, mein Mäuschen,“ war sie glücklich, mich wiederzusehen.
„Morgen,“ sagte ich weich.
„Morgen, Sarah,“ lächelte sie auch meine Begleiterin an.
„Morgen, Mrs. Jones.“ Verwirrt sah ich beide an.
„Ich arbeite hier um die Ecke in der Drogerie,“ versuchte Sarah es zu erklären, dass sich beide kannten.
„Und seit Jahren gehe ich zu ihr, da ich ihre Eltern kenne,“ fügte Anna hinzu.
„Woher kennt ihr euch?“ erkundigte sich Sarah.

„Sie wird meine Schwiegertochter und schenkt mir ein Enkelkind,“ grinste Anna voller Stolz und küsste mich erneut auf die Wange.
„Wo ist Gale?“
„Er wollte eben duschen.“ Sie stand auf und ging rein.
„Du hast echt Glück mit ihr,“ sagte Sarah mir.
„Ja, das habe ich wirklich,“ sagte ich wehmütig bei dem Gedanken. Ich hätte es auch anders erwischen können. Einige Zeit blieben wir hier sitzen und redeten über dies und jenes. Wie sich herausstellte, hatten wir einige Gemeinsamkeiten wie die Schule, wo wir uns nur wage begegnet waren oder hatten viele gemeinsame Interessen. Die drei waren irgendwann wie in einem Knäul am Liegen. Dazu hockte sich jemand hinter mich und legte seine Hände an meine Oberarme.
„Leider habe ich den Hundetrick schon erfolgreich eingesetzt. Da wirst du leider kein Glück haben,“ neckte Gale Sarah.
„Schade aber auch,“ lächelte sie.
„Was wollte deine Mutter?“ erkundigte ich mich.
„Sie wollte nur fragen, ob wir auch was brauchen.“ Sofort drehte ich mich zu ihm.
„Ist sie schon weg?“ fragte ich leicht gestresst, da ich etwas fürs Wochenende besorgen wollte.
„Sie ist rüber gegangen, um Beutel zu holen.“ Auf die Beine setzte ich mich zwischen seine, stützte mich auf seine Oberschenkel und sah ihn.
„Haben wir eigentlich einen Grill mit Holzkohle?“
„Taylor kann einen besorgen, wenn ihr einkaufen seid.“
„Bitte einen ordentlichen,“ bat ich, richtete mich auf die Knie und küsste ihn. So stand ich auf und wandte mich Sarah zu.
„Morgen um 10h?“ fragte ich. Das hatten wir ausgemacht, bevor Gale dazu kam.
„Sei bloß pünktlich,“ versuchte sie ernst zu sein. Lächelnd lief ich ins Haus, wo ich meine Schuhe anzog, meine Tasche nahm mit dem Audi Schlüssel und lief zum Auto. Bevor ich losfuhr, um Anna einzusammeln, schrieb ich ihr, dass ich mitging.

Am Nachmittag war ich bei Grace, der Adoptivmutter von Christian, in der Praxis, weil ich einfach wissen musste, wie es meinem Baby ging. So setzte ich mich auf den Gynäkologenstuhl, ohne mich untenrum zu entkleiden. Gale zog sich einen einfachen kleinen Drehhocker neben mich und setzte sich rechts neben mich drauf.
„Ich kann am Montag noch nicht wiederkommen,“ sagte ich verhalten. Die ganze Zeit hatte ich darüber nachgedacht, wann und wie ich es ihm sagen sollte.
„Okay,“ sagte er weich.
„So hat Amber genug Zeit, ihre Wut an mir auszulassen.“
„Muss ich mit ihr reden?“
„Nein. Sie hat ja recht, wenn sie so ist. Sie hat mich gewarnt. Deswegen ertrage ich es. Und du weißt, wenn ich es nicht ertrage, bekomme ich dich nie wieder.“ An seine Wange legte ich meine Hand und küsste ihn.
„Es hilft noch dazu, dass es Bray ebenfalls trifft, wenn er so mit ihr umgeht.“
„Du lernst schnell.“ Grace kam herein und trat mit einer Akte zu mir.
„Hat meine Krankenschwester mit dir geredet?“ fragte sie mich und legte die Akte links von mir auf den kleinen Tisch neben dem Ultraschallgerät. Ich fühlte mich sofort wieder unwohl.
„Weißt du, auch wenn du tausendmal herzlicher bist wie meine leibliche Mum, so kann ich das nicht. Gale ist der Einzige, dem ich dabei vertraue,“ antwortete ich traurig. Sie zu kränken wollte ich nicht, dennoch konnte ich mich untenrum nicht untersuchen lassen. Nick und Amber ließ ich weg, da es Gale nur kränken würde, auch wenn er es besser wusste. Dennoch konnte ich ihm dies nicht antun.
„Okay,“ war alles, was sie dazu sagte, obwohl es zu spüren war, dass sie noch was sagen wollte. So lehnte ich mich an, zog mein Shirt hoch und öffnete die Jeans, die ich etwas runterzog und aufschlug. Dabei zog sie sich Handschuhe an und tat etwas Gel auf den Ultraschallkopf. Danach nahm sie sich ein Stück Papier, welches sie auf meine Hose am Hosenbund legte, ließ mir jedoch die Freiheit, es unter diesen festzuklemmen.
„Grace?“ fing ich an.
„Ja?“
„Wann kann man den Herzschlag des Babys hören?“ Sie hielt kurz vor meinem Bauch inne mit dem Ultraschallkopf.
„Ca. in der 18.ten Woche. Wieso fragst du?“
„Kannst du es mir dann direkt aufnehmen und ausdrucken? Ich möchte es gerne in einem kleinen Tagebuch festhalten,“ antwortete ich wage. Ich wollte Gale von meiner Idee als Erstes erzählen.
„Natürlich kann ich das.“ Sie war zwar leicht verwirrt, dennoch fing sie mit der Untersuchung an.

Ich stellte 5 Teller auf ein Tablett, wo schon verschiedene Soßen standen, sowie Besteck. Gale legte Fleisch auf einen extra Teller. Für ihn hatte es Taylor übernommen, denn Grill anzufachen.
„Wieso hast du vorhin nach dem Herzton gefragt?“ erkundigte sich Gale.
„Seit ich mich für das Baby entschieden habe, will ich mir ein Tattoo mit dem Herzschlag, dem Namen und dem Geburtsdatum machen lassen,“ gestand ich ihm in der Zweisamkeit. Gale hielt inne.
„Du und Tattoos?“ fragte er mit hochgezogener Augenbraue, als er mich ansah.
„Ja. Wieso sagst du das?“
„Weil ich nie gedacht hätte, dass du Tattoos willst.“
„Willst du denn welche?“
„Ich weiß nicht.“ Dabei legte er noch ein paar Würstchen auf die Platte. Hinter ihn trat ich und umarmte ihn eng. Ich ertappte mich dabei, dass ich einfach nur über seinen durchtrainierten Oberkörper fahren wollte.
„Was wird das, Püppi?“ fragte er mich grinsend.
„Ich will nur sichergehen, ob ich den Richtigen in mein Bett gelassen habe.“
„Jade? Taylor fragt nach dem Fleisch,“ hörte ich Mandy verhalten sagen. Sie stand am Tisch. Sie war Gale wirklich böse. So trat ich zum Tablett und trug es zu ihr zur Tür.
Spät am Abend lag ich im Bett und wartete auf Gale, der nur in Boxershorts zu mir kam. Rechts neben mir kam er unter die Decke, kam zwischen meine Beine und legte sich vorsichtig auf mich. Ihm legte ich sofort meine Hände an den Rücken.
„Ich habe dich noch nie gefragt, wie du dich so fit hältst,“ sagte ich irgendwann.
„Ich geh meistens früh morgens laufen oder Abends. Dazu gehe ich in der Firma in den Fitnessraum einmal am Tag.“
„Wieso habe ich es nie mitbekommen, dass du morgens laufen gehst?“
„Weil du mein Murmeltier bist und erst wach wirst, wenn der Wecker geht,“ sagte er weich.
„Kann ich morgen mit dem Fahrrad mitfahren?“
„Mein Mäuschen darf immer mit.“ Die ganze Zeit machte er keine Anstalten, mich anzufassen oder es zu versuchen. Gefiel ich ihm nicht mehr? Begehrte er mich jetzt weniger nach der ganzen Sache? Dies beschäftigte mich die ganze Zeit, bis ich in den Schlaf glitt.
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