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Wo die Liebe hinfällt

von Shila135
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
21.06.2020
18.08.2021
29
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09.04.2021 2.181
 
Es läutete, wo ich in einem knielangen Kleid die Tür öffnete. Derek stand vor der Tür mit Hailey, die sofort reinkam und weiter in die Küche lief. Ich hatte ihn zu Hause angerufen und Hailey an die Strippe bekommen. So wie es aussah hatte sie ihn zum Aufpassen der Welpen überredet bekommen.
„Hey,“ sagte ich ihm.
„Hey,“ lächelte er und kam ebenfalls rein.
„Danke, dass du Zeit hast,“ war ich ihm dankbar beim Schließen der Tür.
„Kein Ding. Hailey hat mich solange genervt, bis ich ja gesagt habe,“ gab er zurück und trat mit mir ebenfalls in die Küche.
„Braves Mädchen,“ lächelte ich sie an, was mir ebenfalls ein Lächeln einbrachte.
„Nehmt euch einfach alles, was ihr wollt,“ sagte ich ihnen und nahm meine kleine Tasche vom Tisch.
„Kate bringt uns gleich was mit.“
„Okay,“ lächelte ich und ging mit Gale zur Tür. Dort zog ich mir eine dünne, blaue Strickjacke an und folgte Gale nach draußen.
Taylor parkte auf dem Parkplatz gegenüber von Flynns Haus, der zu einem Hundeplatz gehörte. Für kurz nach 7 war es schon einige da, so wie ich meinte. Zusammen stiegen wir aus und Hand in Hand mit Gale traten wir über die Straße zum Haus. Flynn öffnete uns die Tür.
„Guten Abend,“ sagte er überrascht uns zu sehen. Dabei hatte er uns doch eingeladen. Mandy umarmte ihn, was er erwiderte. Seine Reaktion nach zu urteilen, machte sie dies häufiger.
„Kommt rein,“ bat er uns, dem wir nachgingen. Draußen im Garten hatte er mehrere Tische mit Stühlen aufgebaut, wo mehrere schon verteilt saßen.
„Willst du was trinken, Jade?“ fragte er mich.
„Wasser bitte,“ antwortete ich und bekam von ihm einen Kuss, bevor er uns was holen ging. An einen Tisch setzte ich mich, wo anscheinend bis jetzt nur ein Pärchen saß.
„Guten Abend,“ sagte ich dabei.
„Nabend,“ lächelten Beide.
„Von welcher Seite sind Sie?“ fragte mich die Dame.
„Weder noch. Ich bin seit über 10 Jahren die Patienten von John.“
„Es tut mir leid,“ entschuldigte sie sich sofort für ihren Fehler.
„Macht doch nichts. Sie konnten es nicht ahnen.“
„War Ihr Begleiter zufällig Mr. Carter von Carter Industrie´s?“ fragte der Mann.
„Ja, ist er.“ So unterhielten wir uns etwas über das Geschäft, bis Gale wieder da war mit einem Wasser für mich und einem Wein für sich.

„Willst du auch was Essen?“ fragte ich Gale, als die Beiden von anderen Gästen kurz abgelenkt wurden.
„Überrasch mich.“
„Ich gehe mal nachschauen,“ lächelte ich und küsste ihn, bevor ich aufstand und ging in den Wintergarten. Dort hatte er ein Buffet aufgebaut mit mehreren Kleinigkeiten. Dort nahm ich mir zwei Teller, die ich übereinander mit einer Hand trug und nahm mir dazu Besteck. Während ich mir die Sachen auf dem Buffet ansah, kam von mir unbemerkt mein Bruder zu mir.
„Hey, Jade,“ begrüßte er mich neben mir, zu dem ich mich leicht erschrocken drehte.
„Hi,“ gab ich zurück und bekam einen Kuss auf die Wange.
„Du kommst genau richtig,“ lächelte ich über diese Gelegenheit und drückte ihm einen der beiden Teller in die Hand.
„Wieso?“ fragte er skeptisch.
„Wonach sieht es denn aus?“ fragte ich frech und trat mir was vom CusCus-Salat auf den Teller.
„Bist du sicher, dass wir unabhängig groß geworden sind?“ Zu ihm drehte ich mich und sah ihn mit großen Augen an.
„Mia tut genau das Selbe seit Jahren mit Ell und mir,“ erklärte er sich. Sanft lächelte ich ihn an, bevor ich mir weiter Kleinigkeiten auf den Teller tat. Fertig damit gab ich Christian meinen Teller und nahm den von Gale in die Hand.
„Flynn hat draußen einen Grill,“ informierte er mich dabei.
„Wieso sagst du das erst jetzt?“ seufzte ich leicht schmollend.
„Willst du denn Fleisch?“
„Was hat er denn?“
„Soweit ich weiß Bauchfleisch und….,“ unterbrach er, da er meinen bittenden Schmollmund sah.
„Nur, weil du meine Schwester bist,“ knickte er liebevoll ein, küsste mich am Kopf und nahm sich noch einen kleinen Teller, bevor er wieder rausging.

Mit weniger für Gale trat ich auf dem Wintergarten hinaus. Erst da sah ich links davon einen Grill stehen, wo Christian mit Dad beim Warten sprach. Zu ihnen trat ich.
„Hi, Dad.“ Er legte mir seine Linke um den Hals und zog mich eng an sich.
„Hi, Püppchen.“ Sanft küsste er mich dann am Kopf, bevor er sich etwas von mir löste. So trat ich dann vor Dad und blieb mir dem Rücken an seiner Brust.
„Was wird das?“ fragte Christian mit hochgezogener Augenbraun und einem Lächeln auf den Lippen.
„Du lässt einfach nur deine liebe, kleine Schwester vor.“
„Lieb?“ neckte er mich verwirrt. Ihm streckte ich die Zunge raus. Unerwartet legte Dad seine Hände an meinen Bauch, den er abtastete.
„Du kannst es nicht lassen, Arzt zu sein, oder?“ fragte ich meinen Vater.
„Erwischt,“ hörte ich ihn lächeln, während er leicht meinen Bauch abtastete. Der Herr am Grill bot uns ein Steak an, welches ich direkt für Gale annahm und meinen Teller hielt ich ihm entgegen. Auf den freien Platz legte er es und signalisierte Christian, dass meine drei Bauchfleischstücke fertig waren. Da er diese auf den kleinen Teller gelegt bekam, trat ich wieder zu Gale. Dorthin folgte mir Dad.
„Hier,“ sagte ich Gale und hielt ihm den Teller hin. Diesen nahm Gale entgegen und stellte ihn vor sich auf den Tisch. Mum hatte zwischen Gale und sich einen Stuhl freigelassen, auf den ich mich setzte.
„Hi, Mama,“ lächelte ich und küsste sie auf die Wange.
„Hi, Mäuschen.“
„Hast du dir nichts geholt?“ fragte Gale verwirrt.
„Das hab ich,“ kam von Christian beim vor mich stellen beider Teller. Bei der Anzahl sah mich Gale immer noch leicht verwirrt an.
„Ich habe den Grill nicht gesehen und als Christian mir es gesagt hat, so war kein Platz mehr,“ tat ich auf naiv. Darüber lächelte er.
Nach dem Essen brachte ich die 3 Teller mit Besteck ins Haus. Ich brauchte etwas Bewegung, da ich mich irgendwie leicht unwohl fühlte, wenn ich hier sitzen blieb. Dabei wusste ich nicht, wieso. Johns Frau Dana kam mir aus der Küche entgegen. Sofort kam sie zu mir.
„Was tust du Jade?“ versuchte sie mich zu tadeln beim Nehmen der Teller.
„Ich wollte euch nur weniger Arbeit machen.“
„Du bist viel zu gut für mein Arschloch von Mann.“
„Sind wir Frauen das nicht bei allen Männern?“ ging ich lächelnd darauf ein.
„Erwischt,“ kniff sie ihr Gesicht zusammen mit einem Lächeln und brachte die Teller weg. Sie jetzt so erlebt zu haben, wünschte ich mir, dass Gale und ich nach 20 Jahren Ehe genauso waren, wie die Beiden.

„Hey, Jade,“ sprach mich eine bekannte Stimme an, zu der ich mich drehte. Mein Herz blieb stehen beim Anblick von Daniel. Angst durchflutete mein Gehirn, was mich handlungsunfähig machte. Ich konnte nichts darauf erwidern. Das hatte gerade noch gefehlt, wo es mir jetzt endlich wieder besser ging.
„Du siehst wunderschön aus.“ Ganz hatte er es verdrängt, dass wir getrennt waren, wie mir schien.
„Wie…?“ versuchte ich es zu fragen, wie es sein konnte, dass er frei war. Ich dachte, er wäre massiven Belästigungen in Untersuchungshaft. Dazu ließ er keinen Zweifel aufkommen, dass er mich in Ruhe ließ, wenn er frei war. Dies bewies genau diese Situation.
„Ich wollte so schnell wie möglich zu dir, dass wir hier zusammen sein können,“ war er lieb Kind. So, als wolle er mich manipulieren. Als er einen Schritt auf mich zumachte, löste diese Tat meine Starre und sofort lief ich um den Tisch herum zurück in den Wintergarten. Zum Glück kam er mir bei dem Start hinterher, sodass ich ihm fürs Erste nicht in die Arme lief. Tränen liefen mir vor Angst die Wangen hinunter. Wie gerufen war Taylor am Buffet, als ich dort war. Ungehindert dessen lief ich an ihm vorbei in den Garten.
Auf der Wiese lief ich John in die Arme, der mir die Hände an die Oberarme legte. Auch, wenn es John war, so wollte ich auch vor ihm fliehen. Ein Schuss war zu hören, was mich komplett zum Zusammenbrechen brachte. Sofort drehte er sich mit mir, ging mit ihm in die Knie und umarmte mich ganz. So schützte er mich mit seinem ganzen Körper, obwohl er groß Mühe hatte, mich an Ort und Stelle zu halten. Ich wollte weg. Einfach weg von diesem Ort, von dem ich dachte, er wäre sicher.
Vor Schock bekam ich nicht mit, wie Daniel aus dem Wintergarten trat und durch Dad gestoppt, der ihn mit einem Haken ausknockt wurde. Dazu kam noch, das Mum sofort nachsah, wen es getroffen hatte. Alle Gäste waren beim Schuss aufgeschreckt und sind mindestens einige Meter zum Ende des Gartens gewichen. Flynn ließ es zu, dass Gale mich in den Arm nahm zum Beruhigen.

Sonntag, 29.Juni.2014
Mit einer kleinen Decke um den Schultern trat ich bei Anna´s Haus durch die Terrassentür ins Haus. Bei ihnen sah es genauso aus wie bei uns, nur dass dieses in Rottönen eingerichtet war. Dort saß Taylor in einem T-Shirt am Tisch, welches deutlich den Verband am Oberarm sichtbar machte. Gale war mir gefolgt. Das einzige, was von dem Abend noch übrig war, war, dass ich noch schwanger war, was keiner gedacht hatte. Ich wusste nicht, wie ich ihm danken sollte. Als Taylor von seiner Zeitung aufsah, stand er auf.
„Sieh mich bitte nicht so an,“ bat er mich dabei und legte seinen linken Arm um meinen Hals und die Andere um meine Mitte. Ihm legte ich meine Rechte um die Mitte und die Linke an seine Brust.
„Es tut mir leid,“ weinte ich.
„Hör auf. Du gehörst doch zur Familie.“ Mir strich er mir übers Haar. So viel Liebe, wie mir diese Familie gegenüber brachte, machte mir verdammt nochmal Angst. Angst, sie könnten noch mehr verletzt werden wegen mir und die Angst, von ihnen verlassen zu werden, wenn sie genug von mir hatten.

„Jade,“ rief mich Amber mit Angst. Es kam, wie ich meinte, aus dem Garten. Ich saß dabei am Tisch mit Gale im Rücken in der Küche und Mandy fuhr mir sanft durchs Haar. Die 2 Welpen dackelten auf die Terrasse der Stimme entgegen. Etwas später kam Amber durch die Glastür und blieb direkt nahe neben mir stehen. Dazu zog sie mich in ihre Arme, fuhr über mein Haar und legte ihren Mund ebenfalls an mein Haar. Ihr war Bray, Derek, Hailey und Kate gefolgt.
„Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll, Taylor,“ versuchte sie ihre Erleichterung und Dankbarkeit ausdrücken.
„Jeder Zeit. Jade gehört zur Familie,“ sagte Taylor verlegen.
„Was ist mit dem Baby?“ fragte sie besorgt.
„Dem geht´s halbwegs,“ sagte Gale immer noch hörbar besorgt.
„Mir gehst du jedenfalls nicht mehr ohne Begleitung irgendwohin,“ war Amer bestimmt mir gegenüber.
„Ich will dieses Baby.“
„Okay,“ sagte ich leise und löste mich etwas von ihr. Erst da sah ich, dass Nick ebenfalls da war. Er sah mich weich an. An ihnen sah man, was es bedeutete, ein Freund zu sein. Für alle von ihnen tat ich dasselbe. Es klingelte, weshalb Mandy zur Tür ging.
„Wollt ihr was trinken?“ erkundigte sie Anna.
„Wenn es dir nichts ausmacht, würden wir uns selbst bedienen,“ antwortete Gale, der hinter mir in die Küche trat. Mandy kam mit Mum, Dad, Rosalie und Dr. Flynn zu uns.
„Morgen,“ sagte Dad in die Runde, obwohl er nur mit Amber und Bray gerechnet hatte.
„Morgen,“ antworteten wir im Chor.
„Wäre es vielleicht möglich, dass wir mit Taylor und Jade allein reden könnten?“ fragte Dad ernst. Alle stimmten dem zu und traten auf die Terrasse. Bis auf Amber.
„Bray,“ rief ihn Dad zurück, der sich umdrehte, hinter ihr stehenblieb, sie hochhob und nahm sie mit etwas Gegenwehr mit. Wie immer wollte sie mir zur Seite stehen. Egal was sie dafür tun musste. Dad setzte sich rechts an die kurze Seite neben mir, Rosalie mit Flynn mir gegenüber. Mum blieb links neben Taylor stehen, stellte ihren Arztkoffer auf den Tisch und fing an, den Verband an seinem Oberarm zu lösen.
„Können Sie mir bitte die Anzeige unterschreiben?“ fragte Rose Taylor und schob ihm einen kleinen Stapel an Zetteln hin, die zusammengetackert waren.

Nur kurz überflog er die erste Seite, bevor er auf die Letzte schlug und den Stift von Rose entgegennahm, mit dem er die Anzeige unterschrieb.
„Und was ist mit mir?“ fragte ich leise. Mir fehlte Gale und Amber an meiner Seite.
„Du wirst im Prozess und davor nicht aussagen,“ antwortete Flynn mir.
„Und wieso nicht?“
„Ich habe die Befürchtung, dass du daran zerbrichst und ich dich für einige Zeit einweisen muss. Dazu muss ich das Baby schützen.“
„Und wie soll er aus dem Verkehr gezogen werden?“ fragte ich traurig ohne jegliche Hoffnung.
„Du unterschreibst für jeden von uns die Erlaubnis, dass wir über das Stalking reden dürfen und über die Tatsache, was deine Mum mit dir gemacht haben.“ Bei der Aussage zuckte ich zusammen und spannte mich an.
„Damit wollen wir untermauern, warum du nicht aussagst,“ antwortete Dad mir. Sofort setzte ich mich auf seinen Schoß, rutschte etwas runter und schmuste mich an seine Brust. Mit seinen Armen um mich und seiner Hand an meinem Kopf schaltete ich ab. Ich wollte es nicht hören, wie sie alles organisierten.
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