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Wo die Liebe hinfällt

von Shila135
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
21.06.2020
18.08.2021
29
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21.06.2020 1.818
 
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Montag, 5.Mai.2014
Heute war mein erster Tag auf der ersten Arbeit, die ich je hatte. Mit 22 Jahren hatte ich den Job der Chef-Sekretärin bei Carter Corporation ergattert, obwohl ich erst gerade vom College wieder nach Manhattan kam. Ich konnte immer noch nicht glauben, dass ich den Job bekommen hatte. Ich war immer schüchtern gewesen, es sei denn, ich war mit Freunden zusammen, die ich lange kannte.
Deshalb war ich mir überhaupt nicht sicher, ob der Blaser, die Bluse, der Rock und die High-Heels richtig war. So trat ich um halb 8 ins Gebäude in Manhattan und dann rechts zu einer Dame hinter einem Tresen. Die Eingangshalle war groß, mit Marmor verkleidet und mit modernen Sitzmöglichkeiten passten optisch dazu. Es war echt schön hier.
„Guten Morgen. Ich bin Jade Cullen und fange heute hier an,“ begrüßte ich sie schüchtern.
„Guten Morgen, Miss,“ antwortete sie lächelnd und sah mich wissend an, bevor sie mir ein kleines Körbchen auf den Tresen stellte. Darin war eine ID-Card, ein kleiner Ausweis, den man sich anstecken musste, ein Schlüsselbund mit verschieden großen Schlüsseln und ein neues iPhone7 mit einer SIM.
„Mit der ID-Card melden Sie sich an und ab, wenn Sie kommen und gehen. Das Lesegerät ist hier am Aufzug und unten in der Tiefgarage. Mit den Schlüsseln kommen Sie als Chef-Sekretärin überall rein, was der Ausweis bestätigt,“ erklärte sie mir den Inhalt.
„Wofür ist denn das Handy?“
„Das ist dafür, falls Sie etwas erledigen müssen und so werden die Anrufe auf das Handy umgeleitet.“
„Oh,“ war alles, was ich dazu sagte.
„Haben Sie noch irgendwelche Fragen?“
„Wenn ich etwas an Büroartikel brauche, an wen wende ich mich?“
„Da brauchen sie nur einem Runner schreiben oder anrufen, der bringt es Ihnen.“
„Danke,“ lächelte ich, nahm das Körbchen und machte einen Schritt nach links zu den Aufzügen, blieb jedoch stehen. Ich wusste nicht, welchen Aufzug ich nehmen musste.
„Die beiden Äußeren,“ lächelte die Dame.
„Danke,“ lächelte ich schüchtern mit roten Wangen und ging zu den Aufzügen.

Dort zog ich meine Karte durch den Anmeldeport und stieg in den offenen Aufzug, der ganz hochfuhr. Die Chefetage war groß und luftig mit einigen Schreibtischen, wo es bestimmt einiges an Gewusel gab. Gegenüber gab es eine Glaswand, wo es zwei große Besprechungsräume waren. Rechts an der Wand gab es mittig eine Tür mit einem Schreibtisch rechts davon. Etwas rechts von diesem war ein großer ovaler Schrank mit Ordnern darin.
Es machte den Anschein, als wäre dort das Büro von Mr. Carter. Deshalb trat ich auf gut Glück dorthin. Auf dem Schreibtisch lag ein Kuvert mit meinem Namen darauf. Den Karton stellte ich daneben auf den Tisch, setzte mich auf den Stuhl und nahm den Umschlag, aus dem ich einen Zettel nahm.
Guten Morgen Miss Cullen,
Ich hoffe, Sie finden sich gut rein, bis ich gegen 10h im Büro bin.
Dementsprechend habe ich jemanden besorgt, der Ihnen etwas hilft
Carter.

Das war mal kurz und knackig. Trotzdem legte ich den Brief zur Seite und lehnte mich an mit einem Bein auf dem Anderen. Wen er mir wohl schicken würde? Die Antwort war Kate Kavanagh, eine enge Freundin von mir von der High-School. Sie war hiergeblieben, während ich mit einem Stipendium nach Chicago ging, um dort zu studieren. Sie kam mit einem Korb zu mir. Ihr lief ich entgegen.
„Kate,“ sagte ich freudig und umarmte sie vorsichtig.
„Morgen, Jade,“ lächelte sie.
„Wie?“ fragte ich beim Lösen und lies es in der Luft hängen.
„Ich habe hier meine Lehre gemacht und koordiniere jetzt die Runner,“ antwortete sie und ging zu meinem Schreibtisch.
„Also habe ich immer einen Grund, dir zu schreiben,“ lächelte ich.
„Ja genau. Jetzt zu dir. Warum bist du die Chefsekretärin und nicht eine Buchhalterin?“ fragte sie und stellte den Karton auf den Tisch.
„Verrätst du mir, was ich die letzten 6,5Std machen soll?“ fragte ich sie gespielt ernst. Kate lachte auf. Mathe war für mich immer so einfach gewesen wie laufen.
„Stimmt.“ Ich setzte mich auf meinen Stuhl und sah in den zweiten Korb. Oben auf lagen verschieden farbige Marker und Kugelschreiber, sowie ein Stiftehalter mit mehreren Fächern. Darunter war ein blauer, gebundener Notizblock und ein DIN A4 Block. So sah er jedenfalls aus.
„Woher wusstest du, dass ich die Stifte und das Notizheft wollte?“ fragte ich sie.
„Wie lange kenne wir uns?“ Ich seufzte lächelnd und packte dies sofort aus, was ich an den für mich passenden Platz stellte. Ich lächelte und nahm den Block heraus, bevor ich den Karton neben mich auf den Boden stellte. Das Heft öffnete sich und ein Kalender kam zum Vorschein, wo eine Woche auf beiden Seiten war, wenn man sie aufschlug. Genau diesen wollte ich haben.
„Woher wusstest du es? Ich habe niemandem davon erzählt.“
„Ich dachte, du würdest es für den Anfang bevorzugen.“
„Du bist die Beste,“ grinste ich, stand auf und küsste sie auf die Wange, bevor ich mich wieder setzte.

Eine halbe Stunde hatte sie mir alles gezeigt mit dem Intranet und wie ich ihr oder jemand anderem schreiben konnte. Eine ganze Stunde danach hatte ich gebraucht, um die Termine von Mr. Carter in den Kalender zu übertragen. Alle Termine, die er innerhalb der Firma hatte, waren blau. Alle Termine außerhalb hatte ich grün geschrieben und die Termine, die als Video-Konferenz waren, hatte ich in rot geschrieben. Wenn Mr. Carter irgendwo ein Geschäftsessen hatte, so schrieb ich sie in schwarz mit allen Daten.
Dazu erstellte ich ein Adressbuch der Kunden, der Lieferanten und anderen Adressen, wo ich ein Identifikationskürzel-System erstellte. Diese schrieb ich hinter die jeweiligen Termine. So war der Kalender nicht überfüllt und war so übersichtlich. Das Adressbuch kostete mich am meisten Zeit. Gegen 9.40h trat ich in den Pausenraum, um mir einen Tee zu holen. Als ich mit diesem wiederkam, hatte Kate mir den Rücken zugewandt und schloss etwas an die Steckdosen. Es waren zwei verschiedene Kaffeemaschinen. Einmal die stink normale mit dem Filterkaffee und eine Hochmoderne, wo man alles Mögliche ziehen konnte.
„Was machst du Kate?“ fragte ich sie. Erschrocken drehte sie sich um.
„Ich wollte dich bestechen,“ bekam ich als Antwort. Ich setzte mich auf den Stuhl.
„Warum?“ fragte ich und stellte das Telefon wieder aufs Festnetz.
„Ich habe sowas die Schnauze voll von meinen Nachbarn und wollte dich um Asyl bitten.“ Bevor ich etwas erwidern konnte, klingelte mein Telefon, welches die Nummer von Mr. Carter anzeigte.
„Guten Morgen, Mr. Carter,“ meldete ich mich freundlich und nahm das Notizheft mit einem Stift.
„Guten Morgen, Miss Cullen,“ sagte er etwas überrascht.
„Wie kann ich Ihnen helfen?“
„Ich bin in 5 Minuten da und wollte Sie bitten, mir einen Kaffee zu machen.“
„Den normalen Filterkaffee oder frisch Gemahlener?“
„Sie haben Filterkaffee?“ fragte er verwirrt.
„Für den Fall, dass Sie einen haben wollen.“
„Ich bitte darum,“ sagte er sichtlich erleichtert.
„Mach ich Ihnen,“ lächelte ich.
„Danke. Bis gleich.“
„Bis gleich.“ So legten wir auf und ich stand auf.
„Können wir nachher in der Mittagspause darüber reden?“ fragte ich sie, während ich zur Kaffeemaschine trat.
„Natürlich,“ lächelte sie und ließ mich allein.

Der Kaffee war halb durchgelaufen, als Mr. Carter aus dem Aufzug stieg. Er war einer der wenigen Jungunternehmer, der sein Unternehmen zu einem Milliarden schweren Konzern brachte und in der ganzen Welt tätig war. Dazu sah er mega heiß aus mit dem grauen Anzug mit der blauen Krawatte und dem 3-Tage-Bart. Ich stand auf, als er bei mir war, auch wenn ich rot wurde. In seiner Nähe fing mein Herz an zu rasen.
„Guten Morgen,“ sagte ich nervös.
„Morgen,“ lächelte er.
„Wenn der Kaffee fertig ist, kommen Sie dann bitte zu mir rein.“
„Natürlich. Wollen Sie ihn mit oder ohne Milch, Sir?“
„Schwarz bitte.“
„Okay.“ So trat er zur Tür und trat ein. Dieser Mann machte mich echt konfus. Er war der erste Mann, der diese Wirkung auf mich hatte. Selbst mein Freund nicht, mit dem ich seid 5 Monaten zusammen war. Ich drehte mich leicht konfus zur Kaffeemaschine und nahm eine Tasse, die darunter stand.
Mit dem Kalender, dem Notizblock auf der richtigen Seite dazwischen, einem Stift und dem Kaffee bewaffnet trat ich in sein Büro, dessen Tür er offengelassen hatte. Mit einem Fuß schloss ich die Tür hinter mir, bevor ich zu ihm trat. Sein Büro war echt schön eingerichtet mit der Glasfront hinter sich, einem länglichen Tisch mit 8 Plätzen links von mir und sich zwei gegenüber Sofas mit hohen Lehnen rechts von mir. Dazwischen stand ein Couchtisch und an den kurzen Seiten waren jeweils ein passender Sessel.
„Danke,“ lächelte er und nahm den Kaffee entgegen. Vor ihn setzte ich mich, legte ein Bein aufs Andere und schlug den Kalender auf, den ich auf meinen Schoß tat. Auf der ersten Seite des Notizheftes schrieb ich das heutige Datum, bevor ich ihn ansah.
„Der Kaffee ist echt gut,“ gab er preis beim Anlehnen.
„Danke. Ich gebe mir Mühe.“
„Sie haben einen Kalender aus Papier vorbereitet?“ fragte er mit hochgezogener Augenbraue.

„Ich habe lieber alles auf einen Blick, was so ansteht. Dazu kann ich schnell zwischen den Terminen unterscheiden.“
„Darf ich sehen?“ fragte er. Als Chef hatte er jedes Recht dazu. Deshalb drückte ich das Notizbuch an den Bauch, griff an die obere Ecke und drehte ihn, während ich diesem ihm hinhielt. Das Buch nahm er und studierte ihn genau. Gut, dass ich auf jeder Seite eine Legende für die Farben gemacht habe. Sowas hatte ich noch nie gesehen, dass sich jemand so für meine Arbeit interessierte wie er. Nach einigen herumblättern gab er ihn mir wieder.
„So organisiert war bis jetzt noch keine,“ bewunderte er es, während ich den Kalender wieder auf den Schoß legte mit dem Notizblock darauf.
„Wirklich keine?“ fragte ich verwirrt. Als Sekretärin sollte man schon ordentlich organisiert sein, wenn man die Chefsekretärin war.
„Leider nicht, nein. Jedoch bin ich davon beeindruckt, dass Sie all das so schnell geschafft haben.“
„Wenn ich ehrlich bin, war ich schon um 8 damit fertig. Danach habe ich ein Adressenbuch angefangen, mit den Kunden,“ gestand ich ihm.
„Ganz fertig?“ fragte er sichtlich überrascht.
„Mir fehlen ungefähr noch 15 von 70 der wichtigen Firmen, die wichtig sind für dieses Unternehmen.“
„Und wozu?“
„Ich schreibe zu jedem Terminpartner ein Verweis aus dem Adressbuch. So ist der Kalender nicht überfüllt und dann braucht meine Vertretung nicht suchen, wie alles funktioniert.“
„Ist es nicht noch mehr Arbeit?“
„Jetzt alles aufzuschreiben ja, jedoch bin ich fast fertig. Dafür habe ich es hinterher leichter und bin Ihnen nützlicher.“
„Wenn Sie mal ausfallen, leg ich mich dazu, bis Sie wiederkommen.“ Wie auf Kommando wurde ich rot.
„Und wenn Sie noch besser sind als jetzt schon, dann habe ich wohl bald nichts mehr zu tun,“ lächelte Mr. Carter.
„Wenn es nicht so wäre, dann würde ich meine Arbeit nicht richtig machen,“ sagte ich verlegen.
„Das Beste daran ist, Sie können mehr als Kaffee kochen.“
„Ich hoffe es.“
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