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Lùmiel (Bis in alle Ewigkeit)

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16
Legolas
20.06.2020
25.08.2020
15
18.794
2
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29.06.2020 1.514
 
Als ich am nächsten Morgen aufwachte fühlte ich mich immer noch nicht wirklich gut. Ich beschloss zwar nichts zu sagen damit Naira sich keine Sorgen machte, aber sie schien mich wie immer zu durchschauen. Denn das erste was sie heute morgen zu mir sagte war: "Ich glaube es ist besser wenn du bis zum Mittagessen im Bett bleibst." "Das geht nicht Naira. Ich hab heute nach dem Frühstück Dienst!" Doch darauf erwiderte sie nur stur: "Das ist doch kein Problem! Ich werde noch vor dem Essen zu Tobir gehen und ihn bitten dich in eine andere Schicht einzuteilen. Leg dich jetzt einfach wieder hin und ruh dich aus!" Dem hatte ich nichts entgegenzusetzten und so blieb ich einfach im Bett liegen und schlief nach kurzer Zeit schon wieder ein.

Ich wachte erst wieder auf als Naira mit einem Lächeln und etwas Essen für mich nach dem Frühstück wieder zurück ins Zimmer kam. "Ich hab dir was zu Essen mitgebracht. Und Tobir hat dich jetzt für den Nachtdienst eingeteilt, etwas anderes war leider nicht mehr frei. Aber ich soll dir ausrichten, dass du nur kommen sollst wenn es dir besser geht!" "Danke, Naira!" Ich nahm das Lembasbrot das sie mir mitgebracht hatte und aß etwas davon. Mir ging es mittlerweile eigentlich wieder so gut perfekt, aber Naira bestand darauf, dass ich im Bett blieb. Also nahm ich mir ein Buch und fing an zu lesen. Nach etwa drei Stunden stand ich auf und stellte mich erstmal unter die Dusche. Ich zog mich an und ging dann zusammen mit Naira zum Mittagessen. Wir suchten nach Elanor und Aldon doch wir konnten sie nirgends entdecken. Wir holten uns unser Essen und setzten uns an einen noch freien Tisch. Ich wollte gerade anfangen meine Gemüsesuppe zu löffeln, als ich Nairas Blick bemerkte. Sie sah aus als würde sie gleich platzen, weil sie etwas erzählen wollte, schien aber zu überlegen ob es mir mittlerweile gut genug ging um mir ihre Probleme anzuhören. Ich schmunzelte. "Was willst du mir erzählen, Naira?", fragte ich sie. Sie seufzte. "Ich habe jemanden kennengelernt und ich mag ihn wirklich sehr gerne, bin mir aber nicht sicher ob er genauso fühlt. Wir wollten uns heute Abend treffen, aber ich bin völlig überfordert. Ich weiß nicht was er von mir erwartet. IchweißnichtwasichanziehensollIchweißnichtwelcheFrisurichmirmachensoll...", während sie sprach wurde sie immer schneller so dass sie irgendwann einfach aufhörte zu reden und erst einmal langsam ein und ausatmete. Dann fuhr sie wesentlich langsamer fort: "Und eigentlich wollte ich dir das gar nicht erzählen, weil ich dich nicht auch noch mit meinen Problemen belasten wollte." Wow, sie schien es mit dem Kerl ja wirklich ernst zu meinen. Ich lachte. "Wie heißt er denn?", fragte ich erstmal. Sie schien erleichtert zu sein, dass ich mich für das Thema interessierte. Doch was erwartete sie denn? Ich war schließlich ihre beste Freundin und ich freute mich für sie. Auch wenn das mal wieder zeigte, dass sie in Sachen Männer einfach mehr Glück hatte als ich. "Fénir", antwortete sie schließlich. "Schöner Name! Ich helfe dir selbstverständlich bei deiner Frisur und wir suchen gemeinsam etwas schönes zum anziehen heraus. Okay?" "Danke, Lù! Du bist wirklich die Beste!"

Später im Zimmer ging Naira schon mal ins Bad, während ich ein passendes Kleid für sie heraussuchen sollte. Ich konnte nur staunen. Naira besaß so viele schöne Kleider und insgesamt mindestens zehn mal so viele Klamotten wie ich. Ich suchte ein paar Kleider aus und als Naira frisch gewaschen schließlich aus dem Bad zurückkam, entschieden wir uns gemeinsam für ein blaues Kleid mit weiten Ärmeln das, wie ich fand, perfekt Nairas Augen betonte. Sie zog es an und setzte sich dann auf einen Stuhl so dass ich ihr die gewünschte Frisur machen konnte. Nach etwa einer Sunde war sie dann glücklich und bereit für ihr Date und für mich wurde es Zeit mich bei Tobir zu melden und meinen Nachtdienst zu beginnen. Ich flocht mir noch schnell zwei Haarsträhnen aus dem Gesicht nahm meinen Bogen und machte mich auf den Weg.

Als ich bei Tobir ankam lächelte er nur und meinte: "Irgendwie war mir klar, dass du kommen würdest. Wenn es okay für dich ist bist du heute im Wald auf der südlichen Seite eingeteilt. Falls etwas sein sollte melde dich bei mir, ich steh beim Haupttor." "Perfekt!", antwortete ich ihm. Was sollte schon sein. Diese Wache würde mit Sicherheit genauso langweilig werden wie die vorherigen Nachtwachen. Trotzdem musste ich meine Aufgabe gut machen. Ich lief also in den Wald zur südlichen Seite des Schlosses. Nachts konnte einem alleine im Wald doch irgendwie mulmig werden. Aber ich hatte keine Angst. Ich kam schließlich an der Lichtung an zu der ich wollte. Hier würde ich warten und ab und zu die Grenze ablaufen. Doch erstmal setzte ich mich hin, betrachtete die Sterne und genoss die Stille. Obwohl ich nicht damit rechnete, dass etwas geschehen würde hatte ich meinen Bogen schussbereit in der Hand. Nach einer Weile spürte ich wie ich immer müder wurde, aber schlafen kam heute Nacht nicht in Frage. Ich stand auf und beschloss, das erste Mal die Grenze abzulaufen. Nach etwa hundert Metern hörte ich plötzlich ganz in der Nähe ein Rascheln. Ich nahm einen Pfeil aus meinem Köcher, spannte meinen Bogen und stellte mich hinter einen Baum.  Langsam hörte ich leise Schritte näherkommen. Es musste sich um einen Elben oder vielleicht auch einen Menschen handeln. Als die Person, oder was auch immer es war, direkt vor meinem Baum stehen blieb, kam ich hinter dem Stamm vor und richtete meinen Bogen auf die Gestalt vor mir. Mir gegenüber stand ein junger Elb, der genau wie ich mit seinem Bogen auf mich zielte. Er hatte lange blonde Haare, faszinierende blaue Augen und sah, wie ich zugeben musste sehr gut aus. Aber davon durfte ich mich nicht ablenken lassen.  "Lass deine Waffen fallen!", forderte ich ihn auf. "Mit wem spreche ich?", fragte er mich und hielt seinen Bogen dabei weiter auf mich gerichtet. "Ich bin eine Wache von König Thranduil. Mein Name geht sie nichts an!", sagte ich so streng ich konnte. Nachdem ich das gesagt hatte sah ich ihn kurz schmunzeln und meine Uniform betrachten. Warum wusste ich nicht. Aber immerhin ließ er nun seinen Bogen sinken. Trauen konnte ich ihm aber trotzdem nicht. "Wer bist du?", fragte ich ihn. "Ich bin nur ein Reisender auf dem Weg zu meiner Familie.", antwortete er mir. "Euer Name?", fragte ich ihn nun ungeduldig. "Ihr sagtet mir nicht euren Namen, warum sollte ich euch also meinen nennen?" Okay, so würde ich bei ihm nicht weiterkommen. Doch ich konnte ihn auch nicht einfach gehen lassen. Ich würde ihn zu Tobir bringen und fragen was nun mit ihm geschehen sollte. "Hände auf den Rücken!", sagte ich barsch. Ich erwartete Wiederstand, doch er lächelte nur und befolgte meine Anweisungen. Ich nahm dem Fremden seine Waffen ab und lief mit ihm im Schlepptau zurück zum Haupttor. Als wir dort ankamen stand aber nicht Tobir, sondern eine andere Wache dort. "Was wollt ihr?", fragte er mich. "Ich muss zu Tobir! Ich bringe einen Elben den ich bei meiner Wache im Wald gefunden habe.", sagte ich und deutete dabei auf den blonden Elb neben mir. "Ich werde ihn holen gehen." Jetzt stand ich allein mit meinem vorerst Gefangenen vor dem Tor. Doch er schien nicht mal an eine Flucht zu denken.

Als Tobir dann nach etwa zwei Minuten zu uns kam, fiel sein Blick als erstes auf den Elb, den ich noch immer an den Handgelenken festhielt, und er schaute mich verwirrt an. "Legolas!", sagte er dann, ging ein paar Schritte auf ihn zu umarmte ihn dann. Legolas?! Der Prinz?! Sofort lies ich meinen "Gefangenen" los und schaute peinlich berührt auf den Boden. Der Prinz lachte. Langsam schien Tobir die Situation zu verstehen. Auch er musste schmunzeln und fragte mich dann: "Lù, möchtest du unserem Prinzen nicht seine Waffen zurückgeben? Ich werde ihn dann zum König bringen." Ich lief rot an. Warum passierte so etwas eigentlich immer mir? Schnell reichte ich dem Elben neben mir die beschlagnahmten Waffen, verbeugte mich und murmelte: "Mein Prinz", bevor ich so schnell ich konnte zu Naira in unser Zimmer lief. Sie würde mir wahrscheinlich niemals glauben was grade passiert war. Doch als ich im Zimmer ankam war niemand da. Stimmt, Naira traf sich heute ja mit diesem Fénir. Ich würde ihr morgen alles erzählen müssen. Hoffentlich lief wenigstens ihr Abend gut.

Ich zog mir mein Schlafgewand an und legte mich ins Bett. Und obwohl ich eigentlich ziemlich sauer auf den Prinzen war, weil er mich so verarscht hatte, konnte ich lange nicht einschlafen, da ich immer wieder an diese wunderschönen blauen Augen denken musste. Die so tief und blau wie der Ozean schienen und mich auch im Traum noch verfolgten.
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