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Lùmiel (Bis in alle Ewigkeit)

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16
Legolas
20.06.2020
25.08.2020
15
18.794
2
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17 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.07.2020 1.400
 
Es war schon fast Mittag, als wir das Picknick, oder zumindest das das davon übrig geblieben war, zusammenräumten und wieder zurück ins Schloss gingen. Wir verabschiedeten uns mit einem Kuss und gingen getrennt weiter. Wir hatten beschlossen, dass niemand von uns erfahren sollte. Zumindest fürs erste. Ausgenommen war natürlich Naira, und Legolas würde es Tobir erzählen.                                                                                                                                                                                   Als ich ins Zimmer kam, saß Naira auf ihrem Bett und wartete auf mich. "Wo warst du denn gestern? Warst du die ganze Nacht weg?", fragte sie mich. Ich lächelte. "Nein ich habe hier geschlafen. Oder zumindest habe ich es versucht. Und als ich aufgestanden bin hast du noch geschlafen." "Das erklärt aber immer noch nicht wo du gestern Abend so lange warst und warum du nicht zum Frühstück gekommen bist!", unterbrach sie mich. "Jetzt wart doch mal..." Ich erzählte Naira von dem Kuss mit Legolas und dem Picknick heute Morgen. Sie staunte. Aber dann sagte sie: "Ich habs ja gleich gewusst! Seid ihr jetzt etwa so richtig zusammen?" "Ich...ich glaub schon! Aber bitte erzähl keinem davon. Es soll erstmal niemand wissen." "Ahhhhh...eine geheime Beziehung.", meinte sie und wackelte mit den Augenbrauen. Bei diesem Anblick fing ich laut an zu lachen und Naira lachte mit.

Beim Mittagessen setzten sich Elanor und Aldon zu uns und wir unterhielten uns ein wenig über den bevorstehenden Ball. Die Vorbereitungen liefen schon seit mehreren Tagen und so langsam begann jeder nach einer Begleitung zu suchen. Doch so richtig, beteiligte ich mich nicht an dem Gespräch. Die einzige Person mit der ich wirklich auf den Ball gehen wollen würde war Legolas. Doch das war nunmal unmöglich. Alleine hingehen wäre aber auch blöd. Naja, ich würde Tobir fragen. So weit ich wusste hatte er auch noch keine Begleitung und auch niemanden den er gerne fragen würde. Ich nahm mir vor gleich nach dem Essen zu ihm zu gehen. Ich war sowieso sehr gespannt wie er das mit Legolas und mir aufnehmen würde.

Als ich vor Tobirs Zimmertür ankam, hörte ich Stimmen in dem Zimmer sprechen. "Ich freu mich so für euch! Du hast Lù wirklich verdient.", hörte ich Tobir sagen. "Das freut mich!", antwortete Legolas. "Aber Legolas, ihr seid die zwei Elben in Mittelerde, die mir am meisten bedeuten. Also wehe du tust ihr weh!" "Das würde ich nie tun! Ich liebe sie, wirklich!" Ich seufzte. Dann klopfte ich kurz und öffnete die Tür. "Hey", sagte Legolas und gab mir einen Kuss. Es war schon ein komisches Gefühl sich vor anderen zu küssen. Auch wenn es in in diesem Fall nur Tobir war. Der grinste und schaute schmunzelnd zur Seite. Schließlich löste sich Legolas von mir und meinte: Na, hattest du schon Sehnsucht nach mir? Ich wollte grade gehen. Lust auf einen Ausflug?" "Ja, aber ich wollte vorher noch was mit Tobir besprechen. Geh ruhig schon vor!" "Ok, wir treffen uns dann am Stall" Sobald Legolas die Tür hinter sich geschlossen hatte, setzte ich mich zu Tobir auf sein Bett. "So so, du bist jetzt also mit dem Prinzen zusammen.", meinte er und lächelte mich an. "Ja, das ist doch in Ordnung für dich, oder?" "Natürlich, ich wusste von Anfang an, dass ihr etwas füreinander empfindet. Wurde ja langsam auch Zeit!" "Gut, aber ich wollte noch etwas anders mit dir besprechen. Du hast noch keine Begleitung für den Ball, oder?" "Nein, so wie es aussieht gehe ich wohl einfach alleine hin. Zumindest du wirst mir doch sicher einen Tanz reservieren, oder?" Ich lachte. "Das sowieso, aber ich dachte...wir könnten ja eigentlich gleich zusammen hingehen?" "Aber was ist mit dir und Legolas? Geht ihr nicht zusammen hin?" Traurig schaute ich ihn an. "Verstehe...das ist wohl etwas schwierig. Dann ist es mir eine Ehre dich begleiten zu dürfen, Lùmiel!" dankbar lächelte ich ihn an. Es würde zwar nicht das selbe sein, wie mit Legolas auf den Ball zu gehen. Aber man darf ja auch nicht immer zu viel erwarten. Ich meine, was konnte ich mir mehr wünschen als dass Legolas mich wirklich liebte?

Ich verabschiedete mich von Tobir, ging mir noch schnell etwas anderes anziehen und ging dann in Richtung Ställe, wo Legolas schon auf mich wartete. "Da bist du ja endlich!", meinte er lächelnd und zog mich an ihn heran. Außer uns war niemand hier weshalb ich ohne zu zögern, meine Hände in seinen Haaren vergrub und meine Lippen auf seine legte. Sichtlich überrascht, grinste Legolas in unseren Kuss hinein und legte seine Hände um meine Taille. Es war wirklich erstaunlich was für eine Wirkung Legolas Küsse immer wieder auf mich hatten. Mein Herz fing an doppelt so schnell zu schlagen und mir wurde ganz heiß. Doch irgendwann hörten wir Stimmen und mussten unseren Kuss leider unterbrechen. "Ich liebe dich, aber wenn wir heute noch ausreiten möchten, sollten wir uns langsam mal beeilen.", sagte ich etwas außer Atem. Legolas nickte und holte Arod aus dem Stall. Gemeinsam putzten und sattelten wir Arod. Dann schwang sich Legolas elegant auf sein Pferd und hielt mir seine Hand hin um mich ebenfalls auf Arods Rücken zu ziehen. Im Galopp ritten wir in den Wald hinein und wurden erst wieder langsamer als wir merkten, dass wir uns sonst zu weit vom Palast entfernen würden. Langsam ritten wir zwischen den Bäumen hindurch. Ich legte meine Hände um Legolas, legte meinen Kopf auf seine Schulter und genoss die Nähe. Schließlich kamen wir an einem kleinen Fluss an, über den eine alte verwitterte Brücke führte. Wir stiegen ab und ließen Arod trinken. Am Ufer des Flusses standen riesige Bäume. "Ich werde mal hochklettern und schauen wo genau wir überhaupt sind.", sagte ich zu Legolas. "Sollte nicht lieber ich gehen?", fragte er. "Warum, denkst du du schaffst es schneller als ich?" Ich wusste, dass Legolas bestimmt kein schlechter Kletterer war. Aber als Kind war Klettern meine Leidenschaft gewesen. Ich war auf jeden Baum innerhalb der Palastmauern gestiegen und hatte dementsprechend viel Übung. "Wir werden ja sehen!", meinte Legolas herausfordernd und stellte sich an den Baum. "Was ist mit Arod?", fragte ich. "Der läuft nicht weg. Wir haben so viel gemeinsam erlebt. Er würde nie ohne mich abhauen!" "Na dann... kanns ja losgehen!", sagte ich und fing an mich an dem dicken Baumstamm hochzuziehen. Das war der schwierigste Teil, bei dem Legolas offensichtlich schneller war, da er einfach mehr Kraft als ich hatte. Doch sobald ich die untersten Äste erreichte, kletterte ich elegant von Ast zu Ast. So dass ich schnell wieder aufholte. Wir hatten uns einen sehr hohen Baum ausgesucht, doch ich konnte schon die Spitze sehen. Ich beschleunigte nochmal mein Tempo und kam schließlich mit zwei Metern Vorsprung als erste oben an. Der Ausblick der sich mir bot, war unbeschreiblich schön. Man konnte in die eine Richtung bis ins Gebirge sehen und in die andere lag der Elbenpalast. Wir waren weiter entfernt als ich gedacht hatte. Ein paar Minuten blieben wir noch auf dem Baum und genossen gemeinsam die Aussicht. Dann kletterten wir wieder herunter, Legolas griff nach meiner Hand, und Hand in Hand sprangen wir die letzten Meter, so dass wir sanft auf dem weichen Waldboden landeten. Arod stand immer noch friedlich am Wasser und graste. Legolas und ich lächelten uns an, setzten uns auf das Moos am Boden und lehnten uns gegen einen breiten Baumstamm. Er legte seinen Arm um mich und gab mir einen sanften Kuss auf die Wange. In diesem Moment war alles perfekt. Wenn ich mit Legolas zusammen war, vergaß ich alle meine Probleme und war einfach nur froh mit ihm diesen Moment verbringen zu können.
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