Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Lùmiel (Bis in alle Ewigkeit)

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16
Legolas
20.06.2020
25.08.2020
15
18.794
2
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.07.2020 1.285
 
Die Speisehalle war schon sehr voll als wir dort ankamen. Wir holten uns unser Essen und setzten uns an einen Tisch zu Elanor und Aldon. Mit meinen Augen suchte ich nervös die Halle nach Aranel ab, doch ich sah nur Tobir, der fünf Tische entfernt mit seinen Freunden zusammen saß und mir fröhlich zuwinkte. Ich lächelte zurück und fing an zu essen. zehn Minuten später hatten alle aufgegessen und wir beschlossen uns eine zweite Portion zu holen. In der Schlange schaute Naira auf einmal wütend hinter mich und als ich mich umdrehen wollte um zu schauen warum, sah ich Aranel vor mir stehen. "Na Lù, schönen Tag gehabt?", fragte er provozierend. Ich starrte ihn einfach nur an. Wie konnte er nur? Ich wollte gerade etwas erwidern, da stellte sich Naira vor mich und sagte wütend: "Nenn sie nie wieder so!!!" In ihrem Tonfall hörte sich das fast schon an wie eine Drohung. Aber Aranel ignorierte es einfach. Er nahm seelenruhig sein Essen entgegen und verabschiedete sich mit einem: "Guten Appetit dann noch." So ein Arschloch! Aber ich hatte jetzt beschlossen mich nicht mehr darüber aufzuregen und ihn einfach zu ignorieren. Trotzdem konnte ich das ganze restliche Abendessen über Nairas besorgte Blicke auf mir spüren.

Nach dem Essen gingen wir in unser Zimmer und wechselten unsere Dienstkleidung gegen luftige Kleider mit weiten Ärmeln. Dann gingen wir durch das Haupttor Richtung Wald zur grünen Lichtung, die ganz in der Nähe des Palastes lag. Wir hatten eine Flasche elbischen Wein und drei Gläser dabei. Als wir ankamen, wartete Fénir dort schon auf uns. Wir setzten uns ins Gras und während Naira von Fénir mit einem Kuss begrüßt wurde füllte ich für jeden ein Glas Wein ein. "Also dann, auf euch!", sagte ich und wir stießen an. Fénir war wirklich sehr freundlich und je länger ich mich mit ihm unterhielt desto netter fand ich ihn. Wir redeten noch sehr lange und als wir uns schließlich vor dem Tor verabschiedeten war es schon Nacht. Es war ein sehr lustiger Abend gewesen und ich freute mich für Naira, dass sie endlich jemanden gefunden hatte, den sie und der sie wirklich liebte. Sobald wir wieder unter uns und auf dem Weg in unser Zimmer waren, fragte Naira aufgeregt: "Und, wie findest du ihn?" Ich schmunzelte. "Er ist toll! Und er scheint dich auch wirklich zu lieben.", sprach ich meine Gedanken aus. Sie schien erleichtert zu sein. "Ich bin froh, dass du das sagst. Ich liebe ihn nämlich auch!" "Wär mir bis jetzt gar nicht aufgefallen.", meinte ich ironisch. Wir lachten und gingen in unser Zimmer. Wir waren zwar noch nicht wirklich müde, aber für Naira wurde es Zeit ins Bett zu gehen, da sie morgen zur Frühschicht eingeteilt war. Wir zogen uns um, flochten uns die Haare zu einem Zopf und legten uns ins Bett. Naira schlief sofort ein. Aber ich musste wie jeden Abend an Legolas denken.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte war es schon spät. Es war bereits hell und Nairas Bett war leer. Ich blieb noch eine Weile liegen und dachte über meinen  Traum nach. Ich hatte, wie sollte es anders sein, von Legolas geträumt. Genauer gesagt, dass alles perfekt war und Legolas die Gefühle, die ich für ihn hatte erwiderte. In meinem Traum war er kein Prinz gewesen und es gab keine Probleme. Es war ein sehr schöner Traum gewesen, bis Legolas mir plötzlich ins Gesicht gesagt hatte, dass er mich nicht liebte und mir klar geworden war, dass ich egal ob er ein Prinz war oder nicht ich einfach nicht gut genug für ihn war. Dann war ich aufgewacht.

Ich seufzte und stand auf. Ich zog mir meine Wachenuniform an und ging zum Frühstück. Naira war noch nicht da, also setzte ich mich schonmal an einen Tisch und wartete auf sie. Plötzlich stand Tobir vor mir. "Hey, gut geschlafen?", begrüßte er mich. Ich nickte nur und lächelte ihn an. Wenn er wüsste. "Ich wollte dir nur sagen, dass Legolas und ich heute nach dem Mittagessen zum Trainieren verabredet sind. Und als Kommandant der Wache verpflichte ich dich dazu auch zu kommen." Er lachte. Oh Mist! Das Training hatte ich schon wieder völlig vergessen. Und es war auch wirklich keine gute Idee, schließlich wollte ich Legolas ja aus dem Weg gehen. "Ähm...", ich wollte Tobir gerade sagen, dass ich leider nicht kommen konnte, da kamen schon seine Freunde und er rief mir nur noch zu: "Dann bis heute Nachmittag! Ich freu mich schon!" Na toll! Aber ich würde ja nicht zwingend viel mit Legolas reden müssen. Und immerhin war Tobir ja auch dabei. Ich konnte nicht weiter darüber nachdenken, denn Naira kam jetzt endlich von ihrer Wache zurück. Freudestrahlend kam sie mir entgegen und setzte sich zu mir an den Tisch. "Was ist denn los? So interessant kann die Wache doch nicht gewesen sein.", fragte ich sie. Sie grinste nur und sagte: "Nein, aber Fénir hatte auch Wachdienst!" Das erklärte so einiges.

Nach dem Frühstück holte ich schnell noch meine Waffen aus unserem Zimmer und ging zum Haupttor des Elbenpalastes, da ich heute dort eingeteilt war. Bzw. mich eigentlich selbst dort eingeteilt hatte. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich Legolas begegnete war dort am geringsten. Er war wahrscheinlich sowieso den ganzen Tag draußen und wenn er wieder in den Palast kommen würde, würde er so wie ich ihn kannte nicht den offiziellen Eingang benutzen.                                         Der Vormittag verlief eigentlich ziemlich langweilig. Es kamen ein paar Händler die sich im Wald verirrt hatten und nun um unsere Hilfe baten. Als Gegenleistung boten sie uns Wein und verschiedene Pilzsorten an. Aber der Wein den die Menschen trinken schmeckte zwar in Ordnung. Jedoch hatte er auf Elben so gut wie keine alkoholische Wirkung. Trotzdem schickte ich einen jungen Elb, der den Händlern den Weg aus dem Grünwald zeigen sollte. Ich konnte ehrlich gesagt nicht verstehen wie man sich hier verirren konnte. Klar, früher während des Ringkrieges, als dieser Wald noch Düsterwald genannt wurde lauerten hier viele Gefahren. Aber jetzt? Egal, ich hatte nicht sehr viel Zeit darüber nachzudenken. Meine Wache war schon vorbei und meine Ablösung war bereits da. Ich wollte zurück zu Naira gehen, doch dann sah ich Legolas auf mich zukommen. Als er merkte, dass ich ihn gesehen hatte, beschleunigte er seine Schritte und lächelte mich an. Schnell tat ich so als hätte ich nur zufällig in seine Richtung geschaut, drehte mich um und lief in die entgegengesetzte Richtung aus dem Tor hinaus. Aus dem Augenwinkel konnte ich noch erkennen wie er verwirrt stehen blieb und mir nachschaute. Na toll! Warum musste ich immer so kindisch reagieren. Jetzt dachte Legolas erst recht, dass ich komplett bescheuert war und ich musste einen riesen Umweg laufen um zu Naira in unser Zimmer zu kommen.

Durch den Umweg hatte ich eine Menge Zeit verloren und als ich um den halben Palast gelaufen war und endlich an der Seitentür ankam, die zurück ins Schloss führte ankam, war es schon fast Nachmittag. In unserem Zimmer hing ein Zettel von Naira auf den sie geschrieben hatte, dass sie schon mal  zusammen mit Fénir zum Mittagessen gegangen war. Um da jetzt noch aufzukreuzen war es jetzt auch zu spät! Ich schnappte mir noch schnell ein paar Scheiben Lembasbrot, die noch von gestern Abend in unsrem Zimmer lagen und machte mich auf den Weg zum Trainingsplatz. Jetzt würde ich auch noch zum Training mit Tobir und Legolas zu spät kommen. Was sollte der Elbenprinz bloß von mir denken?
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast