Jagdfieber

von Benny89
GeschichteKrimi / P18 Slash
20.06.2020
02.07.2020
11
31.042
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30.06.2020 3.636
 
Jim Roberts bewegte sich etwas und spürte einen Körper über sich liegen.
Er schnarchte auf und kuschelte sich in die Decke, die so fremdartig nach einer anderen roch, aber es war ein angenehmer Geruch und er genoss einfach die Wärme, die der andere Körper ausstrahlte.
Dieser regte sich jetzt auch und Jim hörte, wie jemand irgendwo hin griff.
Dann spürte er, wie der Körper von ihm runter stieg und sich ins Bett hinsetzte.
Er drehte sich um und betrachtete Jo Moses Nackten Oberkörper.
Sie war nicht super Schlank, aber ihm gefiel das, was er sah.
,,Schwerenöter“, grunzte Jo Moses und schlug spielerisch nach Jim.
,,Es ist halb Sechs. Fängt deine Schicht nicht bald an?“, fragte sie und zog sich ihr T-Shirt vom Boden.
Sie stand aus dem Bett auf, zog sich das Shirt über ihren Körper und holte aus einer Kommode einen Slip und zog ihn ebenfalls an.
,,Schläfst du eigentlich immer nur mit einen T-Shirt?“, fragte Jim und stützte seinen Oberkörper mit den Armen ab.
,,Vielleicht“, erwiderte Jo Moses grinsend. ,,Vielleicht aber dachte ich ja, das ich noch Männerbesuch bekomme?“.
Sie fischte seine Hose vom Boden und warf sie ihm zu. ,,Was soll ich machen, wenn ich auf deine Verlobte stoße? Ihr etwas vorlügen?“, fragte Jo und verschränkte die Arme hinter ihren Rücken.
,,Würdest du lügen?“, erwiderte Jim.
Sie zuckte mit den Wimpern. ,,Glaubst du, das würde ich für dich tun?“, meinte sie.
Jim musterte Jo. Dann schüttelte er den Kopf. ,,Du bist viel zu Ehrlich dafür. Du würdest das knallhart Ihr an den Kopf werfen“.
Jo zuckte mit den Schultern. ,,Nein, aber ich würde Ihr den Kopf zurecht rücken. Also, was soll ich tun, wenn ich sie Zufällig über den Weg laufe? Ihr  eine reinhauen und Ihr klar machen, das du mir jetzt gehörst? Oder hübsch lächeln, Ihr nichts sagen und dann weiter gehen? Also, die erste Variante ist mir am liebsten. Dann kann ich mich endlich mit einer Frau schlagen und muss hinterher mir keinen Grund ausdenken, warum ich das getan habe“, grinste Jo Moses.
Jim zog sich seine Shorts und seine Hose an. ,,Ich regel das mit Marie. Gib mir nur ein paar Tage Zeit“.
Jo Moses zuckte mit ihren Schultern. ,,Sie verkehrt nicht in Nuak, oder?“.
Jim schüttelte den Kopf. ,,Gut, dann ist die Wahrscheinlichkeit eh gleich Null, das ich sie begegnet. So, ich mach Kaffee!“.

Die Tage vergingen ohne viel vor Vorkommnisse und Daisey parkte erneut vor dem Polizeidepartement von Nuak.
Sie ging die Treppe hoch, wo bereits Angelina Mayfield auf sie wartete und in Empfang nahm.
Mayfield trug diesmal eine Hose und ein weites Shirt, ihre Haare hatte sie nur zu einen Zopf gebunden und sie bat Daisey herein zu kommen.
Beide setzten sich wieder und Mayfield überschlug ihre Beine wieder.
,,Also Ms. Forest, ich habe ein Zwischenbericht von Ihrem Chief zu einen Vorfall aus Pamelo Bay bekommen. Umreißen Sie mir Ihren Fall, wie ich es letzte Woche gesagt habe“.
Daisey zögerte. ,,Keine Sorge Ms. Forest, ich bin bei der Polizei Angestellt. Sie dürfen also mit mir über laufende Ermittlungen sprechen und kein Wort, was Sie mir hier sagen, dringt nach außen“, versicherte Angelina Mayfield.
Also begann Daisey den Fall zu umreißen. Wie sie zum Peakson Park beordert wurde. Die Befragung der Zeugen, die widersprüchliche Aussagen machten. Dann das treffen bei Noroil und die Anschließende Fahrt in die Gerichtsmedizin und den Autopsiebericht bis hin zu dem Verhör von Henrik Hovel und dessen Informationen Sie in den Straßenstrich in Pamelo Bay führte.
Mayfield zeigte sich beeindruckt. ,,Sie haben fleißig Ermittelt Ms. Forest, aber Sie haben auch Fehler begannen“, erklärte Mayfield, zog vom Beistelltisch ein Klemmbrett hervor. ,,Sie haben ihren Stimmrecorder, der Informationen zu aktuellen Ermittlungen behielt, bei Noroil liegen gelassen. Darf ich fragen, besser gesagt, haben Sie eine Idee, wieso Sie ihn da liegen gelassen haben?“.
Daisey zuckte mit den Schultern. ,,Keine Ahnung. Ich hatte mich über die Anwältin von Noroil aufgeregt. Ich dachte eigentlich, nachdem Lesly Harrison es verboten hatte, das ich Ihn benutze, in die Tasche zurückgelegt zu haben. Anscheinend habe ich Ihn nur beiseite gelegt und dann völlig vergessen“.
,,Können Sie mir sagen, was Ihnen an der Anwältin, wie hieß Sie nochmal? Ah ja, Lesly Harrison. Also was hat Sie so sehr geärgert, das Sie ein wichtiges Werkzeug haben vergessen können?“.
Daisey fing an, zu erzählen wie das Gespräch verlief.
,,Aber Sie wissen doch eigentlich, das Anwälte so sind, oder? Es ist doch nicht Ihr erster Kontakt mit einem Anwalt? Müssten Sie das nicht gewöhnt sein, das die so abgebrüht sind?“, erwiderte Mayfield. Sie warf dem Klemmbrett einen Blick zu.
,,Diese Lesly Harrison war doch die Anwältin im Gericht, als Sie gegen Augustus Perry aussagen mussten, oder?“.
Daisey verkrampfte sich und starrte zum Boden, ohne zu Antworten. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten und schwieg.
,,Ms. Forest?“, harkte Mayfield nun vorsichtig nach. ,,Okay, Sie wollen darüber nicht reden. Aber das Thema müssen wir irgendwann noch aufgreifen, verstehen Sie?“.
,,Okay, versuchen wir was anderes. Haben Sie Familie? Ein Freund? Kinder? Oder Verwandte?“.
Daisey schloss die Augen, dann schüttelte sie ihren Kopf. ,,Ich habe keine Familie mehr. Meine Mutter und mein Vater starben bei einen Autounfall“.
Mayfield machte sich ein paar Notizen. Sie schaute auf. ,,Gibt es noch andere Verwandte, die vielleicht noch Leben?“.
Daisey zuckte mit den Schultern. ,,Sicher. Aber ich kenne die nicht. Ich müsste in meinen Stammbaum gucken, meine Familie reicht weit ins Neunzehnte Jahrhundert zurück“.
,,Haben Sie Freunde, mit denen Sie sich unterhalten können?“.
Daisey zuckte mit den Schultern. ,,Ich arbeite sehr viel, da habe ich kaum Zeit für solche Nebensachen. Also, Nein. Nicht viele. Und ich habe kaum Zeit, mich mit Ihnen zu unterhalten“.
Mayfield schwieg und wippte mit einen Fuß leicht hin und her. ,,Sie sehen wieder ziemlich Müde aus. Bekommen Sie wirklich genug Schlaf?“.
Daisey zuckte zusammen. ,,Was soll das ganze hier?“, fragte sie nun wütend mit erhobener Stimme.
Mayfield legte den Kopf schräg und kniff ihre Augen kurz zusammen. Ich mache mir Gedanken, das Sie nicht genug Schlafen. Das muss ein Grund haben. Träumen Sie in letzter Zeit schlecht?“.
Daisey schüttelte den Kopf. ,,Ich schlafe ausgezeichnet, danke schön“, schnaufte sie zornig.
Mayfield hob eine Augenbraue und machte sich wieder eine Notiz.
,,Wenn ich Ihnen helfen soll, müssen Sie schon mir entgegenkommen. Aber heute haben Sie keine gute Laune. Ich möchte, das Sie mir am Donnerstag von Ihren Schlafgewohnheiten erzählen, okay?“.
,,Ich schlafe aber gut“, erwiderte Daisey. Mayfield lächelte sanft. ,,Sehen Sie sich im Spiegel nicht an? Ihre Augenringe sprechen leider eine andere Sprache Ms. Forest. Ich will, das Sie ein Art Traumtagebuch führen. Wir müssen heraus finden, was Ihre Ängste sind Ms. Forest“.
Damit endete die Sitzung Daisey fuhr zurück auf das Departement in Wiseman.
Jim Roberts saß am Schreibtisch und tippte etwas im Computer, als Daisey rein kam.
,,Heute bist du zu spät“, grinste er und warf einen Blick auf die Uhr.
,,Wirklich?“, fauchte Daisey wütend zurück. Jim Roberts lächeln gefror zu Eis und Daisey fasste sich an die Stirn. ,,Sorry“, sagte sie und grunzte. ,,Was machst du da?“, fragte Daisey.
Roberts zuckte zusammen. ,,Ich bin das Strafregister von Wiseman durchgegangen, wer in den letzten Jahren im Gefängnis war. Ich habe das noch geteilt in die Leute, noch sitzen und die, die seit mehr als einen Monat draußen sind. Es sind Zehn Leute“, erklärte Roberts.
Daisey stellte sich neben ihn und sah auf den Bildschirm. ,,Sind da Reiche dabei?“, fragte sie. Roberts schüttelte den Kopf.
,,Zehn Leute? Das ist nicht viel“, meinte sie. Sie klopfte auf Roberts Schulter. ,,Du sollst mitkommen“, brummte sie schlecht gelaunt und Roberts stand auf, zog sich die Winterjacke an und beide stiefelten hinaus in die Kälte.
Unterwegs blieben sie still, bis sie das erste Haus erreichten.
Es war ein Zweistöckiges Haus und Daisey ging voraus zur Tür und klopfte.
Es dauerte nicht lange, bis die Tür geöffnet wurde.
Dante Campbell, ein Afroamerikaner Mitte dreißig zog die Tür auf. Campbell saß Acht Jahre für einen Sexuellen Übergriff, das hatte Daisey sich in der Liste gemerkt und wo sonst sollte man Anfangen als bei einem Sexuellen Straftäter in einer Vergewaltigungsfall?
Campbell war nicht begeistert, Leute von den City Cops zu sehen und runzelte die Stirn. Seine Nase zitterte zornig auf. ,,Was wollt Ihr von mir, Ihr Bullen?“, fragte Campbell.
,,Mr. Campbell, wir haben ein paar Fragen an Sie. Wo waren Sie Vorletzten Samstag?“, fragte Daisey mit barscher Stimme.
,,Vorher soll ich wissen, wo ich da war? Das ist schon lange her“.
Daisey zog aus ihrer Tasche ein Foto hervor. ,,Kennen Sie diese Frau?“.
Campbell warf der Frau einen Blick zu. ,,Keine Ahnung. Sollte ich Sie kennen? Was soll diese...Moment mal“, sagte der Mann und musterte die Frau erneut eingehend. ,,Das ist doch diese tote, die unten in Peakson Park gefunden wurde, oder? Die wurde doch… Ihr glaubt, ich hätte die Frau Vergewaltigt und Umgebracht?“, schrie Campbell.
,,Wir glauben gar nichts Mr. Campbell“, erklärte Roberts. ,,Schnauze“, fuhr Daisey ihn an und wandte sich an Campbell. ,,Beantworten Sie einfach unsere Fragen“, forderte sie auf.
Campbell verschränkte abwehrend seine Hände vor die Brust. ,,Fickt euch, Ihr scheiß Bullen“, erwiderte er.
,,Was hast du gesagt?“, erwiderte Jim wütend, doch Daisey hob eine Hand. ,,Mr. Campbell, wenn Sie nichts zu verbergen haben, dann beantworten Sie mir die Fragen, okay?“.
Campbell schwieg. ,,Ich kenne Sie nicht. Habe Sie noch nie gesehen. Zufrieden?“.
Daisey zuckte mit den Schultern. ,,Fast. Können Sie mir sagen, wo Sie vorletzten Samstag waren?“.
,,Ich war unten in Barrow, danach war ich bei meinen Bewährungshelfer. Er heißt Valdo Cazares, okay?“, fauchte Campbell und schlug die Tür zu.
,,Warum lassen wir uns das gefallen? Das war eindeutig Beamtenbeleidigung“, rief Jim als sie zurück zum Jeep gingen.
Daisey stieg ein und wartete das Jim eingestiegen war.
,,Du musst noch viel lernen, Roberts. Das war ein Straftäter, glaubst du wirklich, das es was nützt? Du kannst dir eine Menge Schreibkram sparen. Ich sag dir kleiner, was passiert, wenn du Ihn wegen Beamtenbeleidigung anzeigst: Der Staatsanwalt wird sich das angucken und dann einfach fallen gelassen. Außerdem solltest du bei so was einfach ruhig bleiben“.
Jim schnaubte auf. Daisey lachte leise. ,,Was machen wir jetzt?“, fragte er. Daisey zuckte mit den Schultern. ,,Raus finden wo Mr. Cazares wohnt und Ihn wegen Campbell fragen und dann prüfen wir, ob Campbell wirklich in Barrow war“.
Jim seufzte. ,,Du glaubst Ihm?“, fragte er. Daisey zuckte mit den Schultern. ,,Ich glaube nicht, das Er in Barrow war. Aber Campbell ist viel zu dämlich, um so gerissen zu sein. Außerdem ist Er kein Reicher Mann“.
Sie fuhr los, während Jim Roberts über die Zentrale von Pamelo Bay sich die Adresse von Valdo Cazares ausfindig machte.

Am ende des Tages, als die Sonne bereits untergegangen war, kam Daisey zurück ins Büro.
Jim Roberts war längst zuhause und sie ging ins Büro rein, setzte sich und gähnte erschöpft auf.
Cazares hatte durchaus das Alibi bestätigt und in Barrow war Campbell nicht, aber sie wusste, das dieser Mann nicht ihr Täter war.
Die restlichen Neun Personen ebenfalls nicht, wie sie feststellen konnte.
Sie zog aus der Schublade ein Foto von Henrik Hovel. Sie wollte aufstehen, dann ließ sie sich sinken.
Sollte sie Harrison anrufen? Immerhin wollte sie noch einmal mit Henrik Hovel reden. Oder sollte sie Wilson anrufen?
Er wäre ziemlich sauer, wenn er raus fand, das sie erneut Noroil aufsuchte. Andererseits wollte sie Hovel nicht als Verdächtigen befragen, lediglich zwei Fragen stellen, die die unbekannte, Reiche Person betraf.
Mit Lesly Harrison wollte sie auf keinen Fall reden, das wäre die letzte Person, die sie anrufen würde.
Mit Wilson? Sie wusste, das er das nicht erlauben würde. Er hatte sein Standpunkt dargelegt und wollte, das man Noroil nicht weiter belästigte.
Sie griff zum Telefon und wählte die Vermittlung.
,,Mit wem soll ich Sie verbinden?“, ertönte eine Stimme.
,,Mit Mathias Rosenvinge bitte“.
Es knackte und einigen Minuten später sagte jemand: ,,Rosenvinge!“.
,,Guten Abend Mr. Rosenvinge, hier spricht Deputy Forest vom Wiseman Police Departement“, erklärte Daisey. ,,Was? Es ist halb Zehn Abends“.
,,Ja, es tut mir leid für die späte Nachtstörung. Aber ich wollte fragen, ob ich noch mal mich mit Mr. Henrik Hovel unterhalten könnte? Es gibt neue Erkenntnisse zum Fall und neue Fragen bezüglich einer Person“.
,,Sie wissen doch, was Ms. Harrison gesagt hat, oder? Wenden Sie sich also an Sie bitte. Wollen Sie Hovel nun doch Verhaften?“.
,,Nein Sir, es geht nicht um die Verdächtigung. Die Tote Frau könnte Ihren Mörder gekannt haben und eventuell Henrik Hovel davon erzählt haben“.
Stille. ,,Wie soll eine tote einem lebenden das Gesagt haben?“.
,,Es gibt ein Verdacht, das es ein Serienkiller sein könnte. Die Frau war, wie sie vielleicht wissen eine Prostituierte. Und es geht dort das Gerücht um, das ein Mann Prostituierte mitnahm und die nie wiederkehrten. Eine Zeugenaussage sagte, das Sie mit diesen Mann gefahren ist und Ihn kannte. Vielleicht hat Sie das Henrik Hovel gegenüber gesagt“.
,,Warten Sie kurz“.
Rosenvinge legte auf und Daisey wartete Minutenlang gespannt, bis das Telefon klingelte. ,,Also, morgen früh um Neun Uhr kommt Henrik Hovel zu Ihnen ins Büro. In Begleitung mit Ms. Harrison. Alles andere regeln Sie da bitte dann. Schönen Abend noch“.
Rosenvinge legte auf und Daisey legte den Hörer zurück auf die Telefongabel.

Der nächste Morgen war aufregend genug.
Daisey hatte sowohl Wilson, als auch Jim Roberts Benachrichtigen.
Wilson war alles andere als erfreut über die Situation, hatte aber auch keine andere Ideen.
Daisey wartete daher im Büro bis es klopfte und als sie herein sagte, traten Lesly Harrison und Henrik Hovel ein.
,,Guten Morgen Ms. Forest“, grüßte die Anwältin mit einem spöttischen Ton.
Sie trug eine dicke Winterjacke aus Pelz, Lederhandschuhe und einen kurzen Rock.
Sie legte den Winterpelz ab, unter dem Sie ein Rotes Hemd trug und deutete auf die zwei Stühle.
Henrik Hovel setzte sich und schaute nicht zu Daisey herüber.
,,Ich muss sagen, ich war gestern Abend überrascht als mich Mathias Rosenvinge von Noroil anrief und mir erzählte, das Sie noch etwas von Henrik Hovel brauchen. Seit wann halten Sie sich an die Dienstvorschriften?“.
Sie setzte sich, kreuzte die Beine und legte ihre Finger beider Hände aufeinander. ,,Was können wir für Sie tun Ms. Forest?“.
Daisey schwieg und funkelte Lesly Harrison an, zuckte dann aber mit den Schultern. ,,Unsere Ermittlungen haben festgestellt, das eventuell ein Reicher Mann aus Wiseman hinter der Tat steckt. Der Mann ist in der Prostituierten Szene kein unbekannter, aber bisher haben wir keinen Namen erhalten. Sherry, die tote, kannte wahrscheinlich den Mann“, erklärte Daisey.
,,Soll das ein Witz sein? Anstatt meinen Mandanten zu schikanieren, indem Sie Ihn hier her beordern sollten Sie den Täter nicht jagen?“, fragte Lesly Harrison.
,,Ich habe nur zwei Fragen an Mr. Hovel, wenn Sie erlauben“.
Die Anwältin hob eine Augenbraue, nickte dann aber. ,,Nur zu, ich werde danach überlegen, ob ich Sie verklagen sollte oder nicht“.
,,Mr. Hovel, Henrik. Hat dir Sherry etwas über einen Reichen Mann aus Wiseman was erzählt?“, fragte Daisey.
Hovel zuckte zusammen. ,,Nein, Sie hat von keinen anderen Typen gefaselt“, erwiderte Hovel leise.
,,Als Sie mit Sherry verkehrten, ist Ihnen da je ein anderer Mann aufgefallen?“.
Hovel schwieg, dann zuckte er mit den Schultern. ,,Ich habe da auf den Parkplatz einige Typen gesehen, keine Ahnung ob einer aus Wiseman da war. Sherry hatte nichts gesagt, ob Sie einen da kennt oder nicht kennt“.
Daisey seufzte auf. ,,War es das?“, fragte Lesly Harrison und Daisey nickte. Hovel stand auf. ,,Warten Sie am Auto Henrik, ich fahre Sie dann rüber um Ihre restlichen Angelegenheiten zu klären“.
Hovel ging wortlos aus dem Büro, während Daisey sich verspannte. ,,Was bedeutet das?“, fragte sie.
Lesly Harrison erhob sich langsam. ,,Noroil hat Alexander Frogner suspendiert und Henrik Hovel die Kündigung eingereicht, aufgrund deren Pflichtverletzungen. Er fliegt heute zurück nach Norwegen, wenn Sie das erlauben“.
,,Sie feuern jemanden, nur weil Er sich mit einer Straßennutte vergnügt hat?“, erwiderte Daisey.
,,Ich feuer niemanden Ms. Forest. Ich vertrete Noroil nur, ich gehöre aber nicht zu Noroil“, korrigierte Lesly Harrison Daisey.
,,Und warum haben Sie Ihn jetzt vertreten, wenn Er gar nicht mehr für Noroil arbeitet?“, fragte Daisey.
Lesly Harrison zuckte mit den Schultern. ,,Matthias Rosenvinge bat mich um diesen Gefallen und ich hatte keine Einwände. Mir ist das egal, ob Hovel nach Norwegen darf oder nicht. Wenn Er sein Flieger nicht bekommt, muss er den nächsten Flug aber aus eigener Tasche bezahlen“.
Daisey rümpfte die Nase. ,,Meinen Sie, das Er das nächste Mal ohne Anwalt dar steht?“.
Lesly Harrison zuckte mit den Schultern. ,,Wenn Er sich keinen leisten kann, ja. Aber beim letzten Verhör wollte Er schon keinen Anwalt. Warum sollte Er dann seine Meinung ändern?“.
Lesly Harrisons Stimme blieb kalt. Ihr war es völlig egal, was mit Henrik Hovel passierte. Für sie war Noroil der Arbeitgeber, weil er sie wahrscheinlich hoch Honorierte für ihre Dienste. Das schien bei Henrik Hovel nicht der Fall zu sein und da daraus kein Fall für das öffentliche Interesse werden könnte, war Henrik Hovel natürlich für die Anwältin völlig Wertlos.
,,Ich habe gehört, das Captain Castillo vor einigen Tagen hier war?“, fragte Lesly Harrison nun.
Daisey verkrampfte sich und beugte sich nach vorne. ,,Vorher kennen Sie den Captain?“, fragte sie.
Lesly Harrison lachte leise. ,,Ich habe öfters mit Ihm zu tun gehabt. Ich hörte auch, das Sie wegen irgendeiner Straßennutte wohl Schwierigkeiten hätten“.
,,Ihnen geht das doch gar nichts an!“, fauchte Daisey.
Lesly Harrison zuckte mit den Schultern und lächelte breit. ,,Ich habe ein wenig Recherchiert über Sie Ms. Forest. In Pamelo Bay hat man Sie ziemlich durch den Kakao gezogen. Ich habe Sie schon einmal gefragt, wie es Ihnen geht. So wie ich sehe, sind Sie auf einen absteigenden Ast Ms. Forest“.
Daisey beugte sich nach vorne um die Frau an den Kragen zu packen, bevor sie jedoch zugriff hielt sie innen.
,,Na los, packen Sie mich ruhig. Dann war es das mit Ihrem Job“, erwiderte Lesly Harrison nach einigen Sekunden, in der sie Kreidebleich geworden war und um Fassung ringen musste.
Daisey fiel schnaufend in den Stuhl zurück. ,,Verschwinden Sie hier“, rief Daisey.
Lesly Harrison lachte leise. ,,Sind Sie so tief verletzt, das Sie jetzt ausflippen? Sie sollten Ihren Job niederlegen. Das meine ich ernst Ms. Forest“.
Lesly Harrison ging zu der Garderobe, zog ihren Mantel an und verabschiedete sich und verließ das Büro und schloss es.
Daisey fegte alles, was auf ihren Schreibtisch lag herunter und schrie auf.
Wütend zog sie das Telefon wieder hoch, nahm den Hörer in die Hand und tippte eine Nummer ein und ließ das Telefon klingeln.
Es knackte und eine Stimme sagte: ,,Captain Castillo“.
,,Was soll der Mist?“, fauchte Daisey in den Hörer. ,,Sie haben gesagt, Sie wollten das mit der Prostituierten nicht Offiziell machen!“.
,,Zügeln Sie Ihr Mundwerk Ms. Forest!“, bellte Castillo zurück. ,,Ich soll mein Mundwerk zügeln? Erst erzählen Sie mir, Sie wollen es nicht Offiziell machen und dann dieser Scheiß!“.
,,Könnten Sie mir erklären, was Sie von mir wollen Deputy?“, erwiderte Castillo barsch. ,,Um was geht hier eigentlich?“.
,,Warum war gerade eine Anwältin hier in meinen Büro und hat Andeutungen gemacht über den Fall in Pamelo Bay? Wieso wusste diese Frau davon, wenn die Straßennutte keine Anzeige erstattet hat oder Sie kein Disziplinarverfahren gegen mich eingeleitet haben?“.
Castillo schwieg kurze Momente. ,,Wer hat da was gesagt?“.
Daisey erzählte, was Lesly Harrison ihr gesagt hatte.
Dann trat ein Schweigen auf. ,,Sie wusste davon? Auch das ich bei euch war?“, fragte Castillo nun nach.
,,Ja, verdammt richtig“.
,,Ich kann Ihnen versichern Deputy, das ich nichts Offiziell gemacht habe. Ich werde der Sache natürlich auf den Grund gehen, warum eine Anwältin davon Kenntnisse hat“, erklärte Castillo.
Daisey legte auf und fuhr sich durch das Gesicht.
Sie wusste, das sie gerade viel mehr Mist gebaut hatte. Sie hatte Captain Castillo angeschrien. Nicht nur ein Vorgesetzter von ihr, auch noch ein Vorgesetzter von William Wilson.
Und es dauerte auch nicht lange, nur Minuten später stieß jemand die Tür auf.
Wilson stürmte rein, schlug die Tür hinter sich zu und blieb dann stehen, als er das Chaos im Büro sah. Er schüttelte sich, baute sich vor Daiseys Tisch auf und funkelte Daisey an. ,,Kannst du mal Raten, wer mich gerade angerufen hat?“, fragte Wilson wütend.
Daisey tat nicht mal so, als wüsste sie von nichts. ,,Captain...“, fing Daisey an, wurde aber unterbrochen: ,,Ganz genau! Captain Castillo! Du hast Ihn nicht nur angerufen, sondern auch angeschrien!“, schrie nun Wilson mit Roten Gesicht.
,,Du kannst doch keinen Captain anschreien Deputy!“, brüllte Wilson aus vollem Hals, das sogar Speichel flog.
,,Ich konnte den Captain gerade davon abbringen, das Er dir ein Disziplinarverfahren wegen Missachtung eines Ranghöheren Officers an den Hals hetzt. Erkläre mir das“.
Daisey fing an, ihm alles zu erzählen und als sie geendet hatte, hatte Wilson seine Hände vor das Gesicht gedrückt.
,,Was tue ich hier eigentlich? Vielleicht sollte ich dich einfach raus werfen. Du legst es ja irgendwie darauf an habe ich so das Gefühl“.
,,Hör zu Daisey, das hier ist meine letzte Warnung an dir. Solltest du dir nur noch eine Sache zu Schulden kommen lassen, dann war es das für dich, klar? Ich werde meine Karriere nicht für dich aufs Spiel setzen, damit das mal feststeht, ja?“, fauchte Wilson wütend. Er hob mahnend ein Finger. ,,Ein kleiner Fehltritt noch mal und du bist entlassen dann und ich schick dir die Interne auf den Hals“, drohte er.
Dann machte er eine ausladende Handgeste. ,,Und räum gefälligst hier mal in diesen Saustall auf! Wir sind kein Schweinestall, sondern ein Polizei Revier!“, schrie er.
Wilson zog die Tür auf, ging raus und schlug sie hinter sich mit einen lauten Rums zu.
Daisey lehnte sich zurück und verdeckte ihr Gesicht mit ihren Händen.
Wilson hatte absolut Recht.
Daisey verstand sich ja selber nicht mal mehr. Warum hatte sie das nur getan? Früher hätte sie jede Sache locker weggesteckt. Jetzt rastete sie völlig aus, schrie ihre Vorgesetzten an und riskierte, das man sie kündigte.
Und sie wusste, das Wilson seine Drohung ernst meinte.
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