Auf der Spur oder Solomonaris Erben

GeschichteKrimi / P12
Bill Weasley Charlie Weasley Draco Malfoy Luna Lovegood Rolf Scamander
19.06.2020
01.08.2020
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01.08.2020 2.205
 
Hallo :)
Das regelmäßige an unserem Uploadrhythmus ist eindeutig seine Unregelmäßigkeit. :P Diesmal also Samstagabend. Wir hoffen, dass euch das neue Kapitel gefällt. :)
Viele Grüße
Lucy und Thea


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Heute stand die wöchentliche Dienstbesprechung der Drachenforschenden des rumänischen Reservats an. Für gewöhnlich arbeiteten sie immer in Zweier- oder Dreierteams über das gesamte weitläufige Gelände verteilt, aber sie tauschten sich auch sehr regelmäßig aus. Heute war es wieder so weit und Charlie hatte eine Weile gehadert, ob sie ihren Kollegen von dem Vorfall erzählen sollten, weil er sich auch schämte für das, was vorgefallen war, da sie das nicht verhindert hatten. Und deshalb mussten sie definitiv verhindern, dass so etwas noch einmal passierte - und das setzte voraus, dass sie die anderen Forscher in Kenntnis setzten, dass jemand ins Reservat eingedrungen war und junge Drachen getötet hatte. Das durfte nicht noch einmal passieren und dafür mussten sie zu ihrem eigenen Versagen stehen. Mit Corneliu hatte er gar nicht über sein Zweifeln gesprochen, denn für den Rumänen hatte von Anfang an festgestanden, dass sie dies an die anderen weiterleiten würden.
Sie apparierten zu der großen Hütte, in der ihre Besprechungen grundsätzlich stattfanden. Der Großteil war schon da, aber noch nicht alle, und Corneliu begann auch sofort, mit ihnen zu plaudern, lockerer Austausch, aber Charlie blieb stumm, denn seine Gedanken und Sorgen beschäftigten ihn genug. Eigentlich kreisten seine Gedanken um nichts anderes mehr als diese toten jungen Drachen.
Kurz darauf waren auch die Fehlenden eingetroffen und sie setzten sich an den großen Tisch in der Hütte. Zehn Forscherinnen und Forscher unterschiedlichster Nationen arbeiten fest im rumänischen Reservat, dazu kamen auch noch regelmäßig wechselnde Gastwissenschaftler sowie weitere Mitarbeiter. Anwesend waren heute insgesamt zwölf Personen.
Kerttu, eine finnische Drachenforscherin, berichtete von den Fortschritten, die sie bei der Beobachtung des Paarungsverhalten einer kleineren Drachenart, die ebenfalls hier im Reservat heimisch war und im Allgemeinen eher weniger Aufmerksamkeit gemacht hatte. Albrecht wünschte Austausch, da einer der Rumänischen Langhörner, die in seinem Gebiet lebten, eine übel aussehende Verletzung am Flügel hatte und er sich nicht sicher war, inwiefern er da nun eingreifen sollte und wenn ja, wie er diese Verletzung am besten behandeln sollte. Die Gespräche und Besprechungen, die sie immer führten. Sie tauschten sich aus über neue Erkenntnisse und Probleme. Aber wenigstens vermeldete niemand einen ähnlichen Vorfall wie den, der in Cornelius und Charlies Gebiet vorgekommen war. Immerhin ein ganz schwacher Trost.
„Wir haben auch noch etwas zu besprechen“, sagte Corneliu da. Charlie war froh, dass sein Kollege den Bericht übernahm, er war sich nicht sicher, ob er so recht ein Wort herausbekommen würde. Er war immer noch reichlich mitgenommen von dem, was er gesehen hatte, und noch mehr von dem, das er sich im Zuge dessen ausgemalt hatte.
„Wir haben vor einigen Tagen junge Drachen aufgefunden, tot.“
Irgendwer redete von den Ursachen, die öfter mal zum Tod junger Drachen führten, aber Corneliu schnitt ihm hart das Wort ab. „Es war keine natürliche Todesursache. Oder fällt dir eine ein, die Drachen erschlägt, sie aufschlitzt und ihnen Organe entnimmt?“
Jetzt saß der Schock in all ihren Gesichtern. Corneliu führte den Fund noch weiter aus, für Charlies Geschmack ein wenig zu detailliert.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte Kerttu besorgt. „Wir müssen die Schutzmaßnahmen erhöhen, damit keine Unbefugten mehr ins Reservat eindringen können!”
Charlie nickte. „Ich habe die Schutzzauber erneuert und Desillusionierungszauber eingesetzt, soweit es möglich war. Am besten macht ihr das bei euren Gebieten und euren Drachen ebenfalls, damit… damit das nicht noch einmal vorkommt.“
„Seid ihr der Sache noch weiter nachgegangen?“, wollte Albrecht wissen.
„Wir haben es versucht“, antwortete Corneliu. „Wir haben Spürzauber auf die Umgebung angewendet und einiges anderes, aber es war ziemlich erfolglos.“
„Vielleicht wäre es ratsam, die Angelegenheit extern untersuchen zu lassen?“, schlug Albrecht vor. „Es gibt diesen Verein zur Erhaltung und zum Schutz von Drachen. Solomonari nennen sie sich, nach einer rumänischen Folklore. In deren Interesse ist dieser Vorfall bestimmt auch und teilweise sind sehr mächtige Zauberer in diesem Verein. Die können garantiert auch noch nachträglich etwas herausfinden. Vielleicht nicht zu hundert Prozent legal, aber…“
Charlie hatte von diesem Verein noch nie etwas gehört, was nicht zwangsläufig etwas heißen musste, wohl aber von dieser Folklore. Ein Solomonar war ein Zauberer, der das Wetter kontrollieren konnte und einen Drachen ritt.
„Ich kenne da jemanden von den Solomonari, ich werde ihm gleich nach der Besprechung eine Eule schicken und um seine Hilfe bitten“, schlug Albrecht vor.
Die anderen Anwesenden nickten oder bekräftigten ihre Zustimmung verbal. Und auch Charlie war erleichtert über die Möglichkeit, dass der Mann von diesem Verein sich voraussichtlich dieser Angelegenheit annehmen würde. Und sie würden ihre Schutzzauber verbessern.


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Zufrieden betrachtete Hermine ihr Wohnzimmer. Am Morgen hatte sie kurzerhand Ron mit einer überdimensionalen Einkaufsliste in die Winkelgasse geschickt, um in Ruhe die Wohnung putzen zu können. Auch wenn sie normalerweise die Ansicht vertrat, dass Putzen aufgeteilt werden sollte, hatte sie nicht bestreiten können, dass es sie manchmal auch einfach entspannte. Besonders nach einer Woche voller Termine, wovon die meisten in ihren Augen absolut unsinnig gewesen waren. Die Einladungen zum Spieleabend hatte sie bereits vor zwei Wochen geschickt, damit auch wirklich jeder den Termin einplanen konnte. Für einen vernünftigen Spieleabend nahm sie auch gerne die Rolle der Gastgeberin ein. Normalerweise ging sie lieber auf fremde Veranstaltungen.
Ein Blick auf die Uhr verriet, dass bereits in wenigen Minuten ihre Gäste eintrudeln würden. Die Geräusche aus dem Badezimmer hingegen, dass Ron noch längst nicht fertig war. Hoffentlich hörte er wenigstens mit der Singerei auf, wenn die ersten Menschen eintrafen.
Wenig überraschend war es Draco, der als erstes aus dem Kamin trat. Direkt gefolgt von Blaise Zabini. Den hatte sie zwar nicht direkt eingeladen, aber Dracos Bitte, dass er nicht alleine unter Möchtegernhelden und Verrückten weilen wollte, hatte sie dann doch nicht abschlagen können. Sie war sowieso überrascht, dass er überhaupt kommen wollte, schließlich verband sie mit Draco Malfoy vieles, aber sicherlich nicht einen lockeren Spieleabend mit Freunden.
„Hallo Draco!“ Sie lief auf den blonden Mann zu und umarmte ihn kurzerhand, gleiches mit Blaise Zabini. Der daraufhin anfing zu kichern und einen bösen Blick von Draco bekam. „Hier Granger.“ Draco drückte ihr eine Flasche Rotwein in die Hand. „Ich weiß, ihr Muggel habt es nicht so mit Höflichkeit. Der Wein ist aus den Malfoybeständen, wehe, den säuft Weasley einfach weg. Das ist ein Henri Jayer Richebourg Grand Cru aus Frankreich, 1976er Jahrgang. Das ist kein Wein, den man mal eben so trinkt, okay?“
Hermine sah auf die Flasche in ihrer Hand und schmunzelte. „Ich werde es beherzigen. Vielleicht sollte ich vorher noch ordentliche Weingläser kaufen. Danke jedenfalls“, antwortete sie Draco, der sie irritiert ansah. „Ihr habt keine Weingläser? Ich denke, ihr trinkt gerne Wein?“, erwiderte er. „Tun wir ja auch. Aber normale Gläser sind doch vollkommen ausreichend“, antworte sie. Draco sagte hingegen nichts mehr und sah sie nur schockiert an. Woraufhin Blaise laut auflachte. „Wenn du höflich fragst, bekommt ihr sicherlich auch zwei Gläser aus der völlig übergroßen Weinglassammlung der Malfoys“, schlug er daraufhin pragmatisch vor.
„Was hast du da eigentlich in der Hand?“, wechselte Hermine das Thema und deutete auf den großen Behälter, den Blaise die ganze Zeit auf seinem Arm balancierte. Der nutzte die Nachfrage und drückte ihr diesen in die Hand. „Meine Hauselfe hat die Küche verwüstet und mich gezwungen das Produkt mitzubringen“, schnaubte Draco genervt. Hermine stellte den Behälter vorsichtig ab und öffnete den Deckel. „Das sind ja Cupcakes!“, rief sie begeistert und strahlte Draco an. Der zuckte mit den Schultern.. „Wenn du das sagst, hab ich noch nie gegessen.“
„Du hast noch nie Cupcakes gegessen?“ Entsetzt schaute Hermine zu ihm. „Und dass, wo deine Hauselfe offensichtlich so köstlich-aussehende Cupcakes gestalten kann. Guck mal, die einen haben kleine Schnatze, da wird Harry sich aber freuen. Und hier ist ein Buch. Ich wollte schon immer mal einen Cupcake mit Buchverziehung essen und…“ Begeistert inspizierte Hermine die verschiedenen Dekorationen, während Draco und Blaise daneben standen. Der eine erheitert, der andere etwas weniger.
„Ich kann es nicht glauben, aber meine Hauselfe hat mich tatsächlich bei meinem Gastgeschenk ausgestochen. Das war ein 1976er Henri Jayer Richebourg Grand Cru“, flüsterte Draco fast schon verzweifelt.
„Tja mein Lieber, ich sage es ja nur ungern, aber deine Hauselfe hat es einfach drauf. Ich finde es jedenfalls super, dass du mich mitgenommen hast, der Abend kann nur noch lustiger werden“, antwortete im Blaise mit einem fetten Grinsen im Gesicht.

Innerhalb der nächsten fünfzehn Minuten trafen nach und nach alle ein. Hermine wuselte hin und her, um jeden zu begrüßen und sich für das Erscheinen zu bedanken. Ron beschränkte sich darauf, Harry und Neville ein Bier in die Hand zu drücken, Draco großzügig zu ignorieren und bei Hannah, die am heutigen Abend zum ersten Mal dabei war, den charmanten Gastgeber zu mimen. Die kleine Gruppe verfiel zunächst in ein lockeres Plaudern, wobei besonders Draco störte, dass Blaise so wenig Probleme damit hatte, sich in die neue Gruppe einzufinden.
„Hat jemand was von Luna gehört?“, fragte Hermine plötzlich in die Runde. „Es ist zwar erst eine halbe Stunde später, aber zumindest seitdem Rolf da ist, ist sie eigentlich überpünktlich“” Hermine sah ein wenig besorgt aus, denn Rolf und Luna waren bisher noch nie zu spät gekommen und normalerweise meldeten sie sich sonst noch einmal. Aber alle der anwesenden Gäste verneinten, sie hatten weder etwas von Luna noch von Rolf gehört.
„Die kommen gleich“, beruhigte Harry seine Freundin. Neville nickt.:„Bestimmt ein Tiernotfall oder so. Seitdem die den verletzten Matagot aufgenommen haben und gesund pflegen, schaffen sie es kaum noch aus dem Haus.“
Draco schluckte kurz, blickte dann aber stoisch in den Raum. Vielleicht hätte er Lovegood nach dem Verkauf vergangene Woche direkt aufsuchen sollen, um seine Vermutung zu bestätigen.
Anzufangen erschien allen nicht wirklich wie eine Option, deswegen unterhielten sie sich noch ein wenig. Blaise und Harry verfielen in ein angeregtes Gespräch über die Quidditch-Liga, Hannah und Hermine unterhielten sich über eine aktuelle Reportage im Tagespropheten, nur Neville starrte ziemlich nervös auf den Kamin. Doch nach nur wenigen Minuten wurde die entspannte Stimmung unterbrochen. Ein schimmernder Hase hoppelte in Ron und Hermines Wohnzimmer und Lunas Stimme füllte den Raum: „Wenn es euch nichts ausmacht, wären wir euch sehr dankbar, wenn ihr uns ein wenig unterstützt. Wir werden, glaube ich, gerade angegriffen.“


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Rolf war gerade dabei aus seinen Haaren eine Art Frisur zu kämmen, als von draußen laute Geräusche zu vernehmen waren, die er nicht sofort zuordnen konnte. Er legte die Bürste auf die Ablage und trat zum Fenster.
„Luna, ist alles in Ordnung?“, rief er hinaus und versuchte zu erkennen, woher das Geräusch gekommen war. Aber er konnte weder etwas sehen, noch gab Luna ihm Antwort. Er beschloss daher seinen Badaufenthalt zu unterbrechen und nachschauen zu gehen. Normalerweise plante er extra viel Zeit ein, um sich fertig zu machen, da man schließlich nie wissen konnte, was einem dazwischen kam. Trotz aller Aufgaben, die Luna und er mit ihren Tieren hatten, wollte er unbedingt pünktlich am Spieleabend ankommen. Rolf wurde nicht oft eingeladen, und wenn häufig nur als Lunas Anhang, da wollte er nicht durch Unpünktlichkeit auffallen. Was anfangs allerdings gar nicht so leicht gewesen war, da Lunas notierte Uhrzeiten im Kalender nicht unbedingt den Uhrzeiten auf den verschickten Einladungen entsprachen. Deshalb hatte Rolf sich angewöhnt, die Daten eigenständig zu überprüfen.
Im Garten war Luna nicht zu sehen, also vermutete er, dass sie noch einmal nach dem kleinen Matagot schaute. Der hatte sich inzwischen prächtig erholt und die nächsten Tage wollte Rolf unbedingt eine ausführliche Untersuchung durchführen, um dem Geheimnis der Einstichwunden auf den Grund zu gehen. Das hatten sie bisher immer wieder aufgeschoben, um die Genesung in keinster Weise zu gefährden. Mittlerweile hatte der Matagot aber kaum noch Gemeinsamkeiten mit dem schwerverletzten Wesen, was man ihnen gebracht hatte.
„Luna?“, rief er noch einmal, denn seit dem Rumpeln hatte er noch nichts weiter gehört.
Aus dem Nichts ertönte plötzlich ein ziemlicher Knall, der Rolf zunächst zusammenzucken und dann zu Boden sinken ließ. Sein Kopf fühlte sich an, als hätte man ihn mit einem Ziegelstein abgeworfen;  die Bilder vor seinen Augen verschwanden und ein Brummen machte sich in seinem Kopf breit.. Das einzige, was er noch vernahm, war der Geruch von Gras. Er stöhnte laut auf, schaffte es aber noch seinen Zauberstab zu umklammern. Vage nahm er eine verschwommene Bewegung wahr, zwei Beine, die an ihm vorbeiliefen. „Halte durch, Rolf!“, rief ihm Luna zu, ehe sie eine Vielzahl an Flüchen und Zaubersprüchen wirkte. „Wir bekommen gleich hoffentlich Hilfe, ich habe einen Patronus geschickt!“, versuchte sie ihn zu beruhigen, während sie weitere Flüche abfeuerte. Er wollte Luna unterstützen, aber nachdem er es nicht einmal schaffte, seine Zauberstabhand zu bewegen, ließ er seinen Kopf frustriert auf den Boden sinken. Wobei Luna sowieso die bessere Kämpferin war und definitiv die Geübtere.
Dicht neben Rolfs Kopf rauschte es und ein weiterer Schlag ertönte. Das Geräusch wiederholte sich einige Male, so häufig, dass Rolf nicht mit Zählen hinterher kam. Er drehte sich etwas, um zu erkennen, was geschehen war, aber das Pochen seines Kopfes nahm immer mehr zu. Dumpf vernahm er zahlreiche Stimmen, die ebenfalls zauberten, in seinem Kopf aber nur zu einem einzigen Brei wurden.



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