Auf der Spur oder Solomonaris Erben

GeschichteKrimi / P12
Bill Weasley Charlie Weasley Draco Malfoy Luna Lovegood Rolf Scamander
19.06.2020
13.09.2020
13
27.363
7
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Dieses Kapitel
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19.06.2020 2.161
 
Hallo zusammen und herzlich Willkommen bei unserer neuen Geschichte!
Wer uns noch nicht kennt; wir sind Lucy und Thea und hatten die vergangenen Monate sehr viel Spaß mit unserer Oneshot-Sammlung zur Grimmfieber-Pandemie in der Zaubererwelt (Das Grimmfieber - Ab in Quarantäne). Weil wir mit dem gemeinsamen Schreiben nicht aufhören wollten, haben wir uns an ein neues Projekt gesetzt, welches einige Zeit nach dem Grimmfieber spielt.
Die Geschichte folgt nicht vollkommen den Büchern, bei uns haben einige Menschen mehr die Schlacht von Hogwarts überlebt. Im Gegensatz zur Grimmfiebersammlung ist Voldemort aber hier besiegt und spielt auch keine Rolle. Diese Geschichte kann prinzipiell gelesen werden, ohne Grimmfieber zu kennen.

Beim Schreiben haben wir sehr viele Charaktere liebgewonnen, denen häufig zu wenig Aufmerksamkeit zukommt. (Gut, Draco vielleicht nicht :D). Die fünf tragenden Personen dieser Geschichte sind Charlie und Bill Weasley, Draco Malfoy sowie Luna Lovegood und Rolf Scamander. Unser Goldenes Trio und andere Bekanntheiten werden sicherlich auch auftreten, aber sie bilden nicht den Schwerpunkt dieser Geschichte.
Bei der Geschichte selbst handelt es sich um einen Krimi, mal lustig, mal dramatisch. Romanzen wird es in der Geschichte eher nicht geben. Dafür gibt es eine Menge magischer Tierwesen und eure Kenntnisse zu Zaubertränken werden auch mit Sicherheit erweitert.
Für die Geschichte haben wir uns für die Form einer Collage entschieden, bei der unterschiedliche Sichten und Ereignisse beleuchtet werden. Außerdem werden die meisten Szenen nicht nur von einer Person geschrieben, sondern gemeinsam.

Gepostet wird jedes Wochenende.
Wenn ihr Ideen und Wünsche habt, teilt das gerne mit uns. Wir haben zwar schon einiges geschrieben, um ein regelmäßiges Posten zu ermöglichen, aber wer weiß, was sich noch alles einbauen lässt.

Ansonsten wünschen wir euch viel Spaß beim Lesen! (Hoffentlich ist das mit den Perspektiven nicht zu verwirrend, meldet euch dazu gerne zurück, wenn ihr die Struktur unklar findet.)

Viele Grüße
Lucy und Thea :)






Der Tagesprophet - Montagsausgabe -  Aktuelle Nachrichten aus der Region

Erneut toter Matagot in der Themse gefunden

Vergangenes Wochenende erreichte das Zaubereiministerium eine Meldung, dass nicht unweit des Stadtzentrums von London der Kadaver einer schwarzen Katze von der Themse angespült  wurde. Einige Mitglieder unserer Zaubereigemeinschaft waren zu diesem Zeitpunkt in Reichweite und hatten das Tier als Matagot identifizieren können. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass somit überhaupt eine Informationsübermittlung an das Ministerium stattfand. Eigene Recherchen in der Muggelwelt haben ergeben, dass es bereits das dritte Tier innerhalb weniger Monate war, das in dieser Gegend gefunden wurde. Es ist davon auszugehen, dass es sich auch bei den anderen Kadavern um Matagots handelte. Bisher sieht das Zaubereiministerium noch keinen Anlass, in einer Untersuchung die Tiere herauszufinden.


Der Klitterer, Sonderausgabe zum 14. Geburtstag der obersten Posteule

Schwarzmagische Rituale am Rande von London?

Auch wir sind schockiert über den Bericht, der uns erreichte; am Wochenende wurde ein toter Matagot von der Themse angespült. Die Anzeichen, dass ein schwarzmagisches Ritual stattgefunden haben muss, sind eindeutig. Nicht nur die schweren Verletzungen des Tieres deuten auf einen Missbrauch hin, auch die Sterne belegen ein solches Ereignis. Am Samstag standen die Planeten Uranus und Saturn in einem günstigen Winkel zueinander, der Polarstern zeigte sich in seinem vollen Glanz und das Sternbild Chemischer Ofen war vollkommen überraschend auch in England zu sehen. Für Rituale, die einen außergewöhnlichen Energiefluss brauchen, war dieses Wochenende ausgezeichnet. Es ist eine Schande, dass solch wunderbaren energetische Ladungen für so furchtbare Rituale genutzt worden sind. Wir sind uns sicher, dass der Matagot einem solchen Ritual zum Opfer fiel und nachdem sein Leben tragisch endete, einfach in der Themse entsorgt wurde.
Im Ministerium selbst sorgte dieser Vorfall nicht für die notwendige Unruhe, die angemessen wäre, insbesondere dadurch, dass schon ähnliche Vorfälle dokumentiert wurden, die ebenfalls mit positiven kosmischen Konstellationen zusammenfallen. Der Klitterer ermittelt und berichtet weiterhin.


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Draco wusste nicht, wann und wo er das letzte Mal persönlich so etwas Banales wie eine Einkaufsliste zu Papier gebracht hatte. Dabei hatte Linny gestern so säuberlich alles aufgeschrieben, was er ihr diktiert hatte. Allerdings konnte er in seiner Eile den Zettel nicht finden, was dazu führte, dass seine Laune extrem schlecht war. Seit wann schrieben Malfoys Einkaufslisten. Und schon gar nicht mit so komischen Muggeldingern.
Er war nur leider schon halb aus der Tür heraus gewesen, als ihm aufgefallen war, dass die Liste nicht da war. Ein Stückchen Pergament hatte er daraufhin in seiner Manteltasche auftreiben können, ebenso wie dieses komische Kugelschreiberteil, das ihm Granger im Zuge ihrer gemeinsamen Forschungsarbeit geschenkt hatte. Er hätte natürlich auch zurück in sein Arbeitszimmer gehen können, wo sich eine eindrucksvolle Pfauenfeder zum Schreiben befand, aber um all die Treppen zurückzulaufen, war er dann doch zu faul gewesen. Es wurde Zeit, dass er endlich umzog. Dann müsste er nicht in einem ungemütlichen Flur versuchen, mit unpraktischen Muggelteilen Notizen zu machen.  Natürlich schaffte er es direkt, nicht nur ein, sondern gleich mehrere Löcher in das Pergament zu piksen.
Er hätte sicherlich auch so gehen können. Aber letzten Monat hatte ihm dieser arrogante Verkäufer keine Tentakelsamen aushändigen wollen, da es iwohl den Eindruck hatte, als hätte Draco spontan entschieden, noch ein paar Samen mitzunehmen. Und da sie teuer und selten waren, wurden sie meist nur verkauft, wenn man erklären konnte, welche Menge man für welchen Trank brauchte. Seitdem ließ Draco immer feinsäuberlich irgendeinen Trank aufschreiben, der ihm gerade in den Sinn kam und die gewünschte Zutat enthielt. Es war eine Schande, dass das Ministerium nicht gerade hilfreich war, was Zaubertrankforschung anging. Man hätte meinen können, dass seine erfolgreiche Beteiligung an Grangers Impfforschungskomitee etwas bewirkt hätte. Aber nein, die Auflagen waren strikt wie eh und je. Und obwohl Draco Granger versprochen hatte, nur noch im Notfall illegale Trankzutaten, zu beschaffen, war dieser Notfall doch recht häufig eingetroffen. Zumindest in seinen Augen.
Jetzt war er also mit einem neuen, nicht ganz so schönen Einkaufszettel in der Tasche auf dem Weg in die Nokturngasse. Zwar hätte er mit Sicherheit auch alles, was er brauchte, in der Winkelgasse bekommen (dieses Mal war seine Liste ziemlich langweilig. Aber selbst alle nicht ganz so legalen Projekte eingerechnet, brauche er nicht wöchentlich neue Jobberknoll-Federn). Aber es gab nichts besseres als die Blicke auszukosten, wenn er als ehemaliger Todesser selbstbewusst in die Nokturngasse marschierte. Als ob er gleich ein Dunkles Mal beschwören wollte. Menschen. Dumm wie immer Außerdem fand er es hochinteressant, wen man dort noch so antreffen konnte.

Einmal hatte er Potter gesehen, der aus einem sehr dubiosen Laden gekommen war. Er hatte zweimal unter den Umgang schauen müssen, der wohl so etwas wie ein Versuch war, sich zu verstecken. Draco hatte es sich nicht nehmen lassen, ihn mit einem extrem höflichen „Guten Morgen, Potter!“ zu begrüßen, worauf er einen ziemlich panischen Blick bekommen hatte. „Geht es noch lauter“, hatte er gezischt und Draco böse angesehen. Natürlich hatten einige andere Gestalten das mitbekommen und schienen zu diskutieren, ob es wirklich Harry Potter war, der so eben durch die Nokturngasse gelaufen war. Und das ziemlich offensichtlich nicht im Dienst. Draco hatte nur gegrinst und hatte den armen Mann dann stehen gelassen.

Heute lief ihm leider niemand interessantes über den Weg. Er betrat den Laden und der Duft einiger frischer Snargaluff-Früchte schlug ihm entgegen. Am liebsten wäre er sofort wieder umgekehrt, denn auch wenn er es sich nicht gerne eingestand, er hatte schon ein kleines Trauma durch die massenhafte Verarbeitung des Zeugs. Ein Verkäufer, den Draco nicht kannte, sprang zwischen einigen Regalen rum und versuchte, eine sich vehement wehrende Pflanzen zurück an ihren Platz zu schieben. Draco ließ es sich nicht anmerken, aber er war verwundert. Er kannte eigentlich alle Mitarbeiter dieses Ladens.
Es dauerte auch einige Momente, bis er sich an Draco wandte. „Guten Morgen, Mr. Malfoy“, begrüßte er ihn höflich, während er weiterhin mit einem Stock die aggressive Pflanze zurückdrängte. „Was kann ich für Sie tun?“, fragte er so übertrieben freundlich, dass Draco ihm am liebsten etwas angehext hätte. Er hasste diese Schleimerei.
Weil Draco nicht sofort antwortete, fuhr er fort: „Wie sie bereits feststellen konnten, ist Mr. Clarke gerade nicht im Haus. Er ist auf dem Weg eine hochinteressante Ladung Zutaten abzuholen, vielleicht ist dort auch etwas für Sie dabei?“, schleimte der Mann weiter.
Draco zog eine Augenbraue hoch. „Was verstehen Sie unter hochinteressanter Zutaten?“, fragte er gelangweilt. Musste ja nicht jeder wissen, dass er sich eigentlich immer für irgendwelche untypischen Zutaten interessierte...
„Eine Lieferung aus Rumänien, nur das Beste vom Besten. Ganz frisch verarbeitet“, fuhr der Mann fort.
Draco verdrehte die Augen. „Ich entnehme Ihrem minderen Gerede, dass wohl einige Drachenzutaten geliefert werden, allerdings wüsste ich nicht, was daran so interessant sei. Schließlich bekomme ich Drachenleber auch in der Winkelgasse. Oder wollen Sie mir sagen, dass ich mir diese aufgrund des Biosiegels dort nicht leisten könne und daher auf Ihre Billigwaren angewiesen sei?“
Panisch sah der Verkäufer ihn an. „Natürlich nicht! Außerdem würden Sie wohl kaum bei uns kaufen, wenn Sie unsere Qualität für minderwertig erachten. Bei der Lieferung istnicht nur Drachenleber enthalten, es wird auch einige andere weitere Dinge geben. Wenn für Sie diese Zutaten in Betracht kommen, sind Sie herzlich zu unserem Verkauf eingeladen.“
Der Mann zauberte eine kleine Karte herbei, die das Firmenlogo zeigte. Die Rückseite war leer. „Die nächsten Tage werden wir Ort und Datum bekannt geben, wo wir unseren kleinen privaten Ausverkauf starten. Sie als einer unserer treusten Kunden sollen schließlich die Zutaten aus erster Hand bekommen.“
Draco nahm die Karte entgegen und drehte sie skeptisch in der Hand. Natürlich war ihm klar, worauf das hinauslaufen sollte. Mit Sicherheit war ein Großteil der Zutaten, der verkauft wurde, illegal. Nicht, dass es ein sonderlich großes Problem für Draco darstellte, aber diese Art und Weise des Verkaufs irritierte ihn. Wobei er nicht absprechen konnte, dass er neugierig war, was bei diesem Verkauf so geboten wurde.
Kommentarlos packte er die Karte ein „Packen Sie mir bitte folgende Zutaten ein. Diesmal etwas besser als beim letzten Mal, einige der Schlafbohnen sind beim letzten Mal etwas nass geworden. Ich erwarte mehr, wenn Sie wollen, dass ich weiterhin hier einkaufe.“


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„Glaubst du, es war eine gute Idee, mich mitzunehmen?“, fragte Rolf und warf skeptische Blicke zu allen Seiten. Sein letzter Besuch im Zaubereiministerium war schon eine Weile her und man konnte nicht sagen, dass es ein sonderlich erfolgreicher Besuch gewesen war. Aber das musste wohl in der Familie liegen.
„Hast du Angst?“, fragte Luna ihn unmittelbar und in Rolfs Verständnis auch viel zu laut. „Natürlich nicht, aber in der Einladung des Ministers stand nichts von mir, die ging explizit an Luna Lovegood. Und mittlerweile sollten alle wissen, dass ich bei dir wohne, sie hätten mich also auch erwähnen können, wenn es wichtig gewesen wäre.“
„Ach Kingsley hat bestimmt nicht dran gedacht. Es geht schließlich um Tiere, warum sollte man dich nicht mit einladen?“
Rolf fielen spontan viele Gründe ein, aber er beschloss, sie nicht allzu sehr zu thematisieren und versuchte stattdessen, mit Lunas strammen Schritt mitzuhalten. Seit der Grimmfieber-Pandemie hatten sich auch im Ministerium einige Vorschriften gelockert. Homeoffice war nicht mehr so verpönt wie vorher und einfache, administrative Angelegenheiten konnten nach wie vor per Kamintelefonat angesprochen werden. Das war vermutlich auch der Grund, warum Rolf das Ministerium im Vergleich zu früheren Besuchen so unglaublich leer vorkam. Luna schien zu wissen, wo sie hinmussten, denn sie ließ sich von nichts beirren. Auch keinem Sicherheitsbeamten, der skeptisch schaute und zu wohl überlegte, ob er sie anhalten sollte.
Wenig später betraten sie eines der Büros. Luna schien nicht viel von anklopfen halten, was Rolf ziemlich unangenehm war.
„Hallo Kingsley!“, begrüßte Luna den Minister euphorisch. Rolf nickte höflich zu. Egal wie nett Kingsley auch zu sein schien, Politiker waren einfach nicht so seine liebste Gattung Mensch. Auch wenn die meisten vermutlich eher weniger dafür konnten. Ein gewisser MACUSA-Präsident dafür umso mehr.
„Hallo Luna! Und ich wie ich sehe, bist du in Begleitung, hallo Rolf!“, begrüßte er die beiden freundlich und forderte sie mit einer Geste auf, sich zu setzen.
„Danke, dass ihr so schnell kommen konntet. Ich denke, wir sind auf die Hilfe einiger erfahrener Tierpfleger angewiesen“, begann er zu erklären.
„Worum geht es denn?“, wollte Luna interessiert wissen.
Kingsley nahm einige Fotos zur Hand, die auf seinem Schreibtisch gelegen hatten. „Vielleicht habt ihr es mitbekommen, Ms. Abbott hatte erst vergangene Woche darüber berichtet, dass sich in London die Funde von toten Matagotkadavern häufen. Nun ja, dieses Mal hatte eines der Tiere mehr Glück. Wenn man das in diesem Zustand sagen kann.“
Luna betrachtete die Bilder intensiv und auch Rolf nahm sich eines zur Hand. Bei dem Anblick wurde ihm flau im Magen. Die Fotos zeigten ein hilfloses Geschöpf, das auf den ersten Blick ziemlich tot aussah. Nur an den traurigen Augen konnte man erkennen, dass eine winzige Regung zu sehen war. Der Matagot schien ihn direkt anzustarren, es sah aus wie ein Hilferuf.
„Könnt ihr euch um das Tier kümmern?“, fragte Kingsley sanft. Rolf sah zu Luna, die betroffen nickte. „Natürlich, wie kommt das Tier zu uns? Wir werden uns sofort vorbereiten.“


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