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Die letzte Drachenreiterin

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Fili Gandalf OC (Own Character) Smaug
19.06.2020
17.09.2020
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31.08.2020 12.824
 
Chapter 8: Zwerge, Zwerge und noch mehr Zwerge…


Raidyns Sicht:


„Und wer ist das, wenn ich fragen darf, Gandalf?“

Augenblicklich schoss der Kopf des Besagten nach hinten in das Innere der warmbeleuchteten, totenstillen Höhle herum und fixierte dort jenen, der gesprochen hatte, wobei mir der graue Zauberer so unabsichtlich allerdings jedoch gänzlich, mit seinem großen, gebeugten Körper, die Sicht hinein versperrte. Viel erkennen konnte ich daher, abgesehen von ein paar schicken, hölzernen Möbeln, einen halben Weidekorb voll leuchtend roter Äpfel direkt neben der Tür und ein paar dunkler, zwergischer Stiefel, logischerweise nicht, weshalb ich auch irritiert eine Augenbraue hochzog und meinen Kopf leicht schieflegte, kam mir dieses Verhalten doch ein wenig sonderbar vor, unterdessen ich hören konnte, wie Gandalf einen überraschten Laut von sich gab, so als hätte er nicht erwartet, dass jemand hinter ihm stehen würde, wenn er die Tür öffnete. „Oh, Thorin-…!“ gab er deswegen scheinheilig verblüfft von sich, wollte augenscheinlich noch etwas sagen, verkniff es sich jedoch abrupt und wandte sich, mit einem gutmütigen Funkeln in den blauen Augen, stattdessen wieder zu mir um, die ja noch, wie eine Ausgestoßene vor der Tür stand und skeptisch das ganze Schauspiel beobachtete. „Ah-…Raidyn, verzeiht meine Unhöflichkeit. Bitte, kommt doch herein.“ bat er mich dann vornehm um Verzeihung und trat gleichzeitig einen kleinen, dumpfen Schritt zur Seite, damit ich die Möglichkeit hatte einzutreten und nicht die ganze Nacht vor der Tür verbringen musste.

Seine Hand formte dabei wie von selbst eine einladende Geste, währenddessen die kleine, runde, dunkelgrüne Tür in seiner anderen leise knarrte. Ich, in der Zwischenzeit, zögerte allerdings für einen winzigen Moment und blickte, mit kühlen Augen, stattdessen einen langen Herzschlaglang zu dem grauen Zauberer hinauf, der geduldig im Türrahmen stand und abwartend, mit ruhiger, faltiger Miene, zu mir herabsah. Seine himmelblauen Augen bildeten dabei, wegen dem orange-gelblichen Lichteinfall von der Hobbithöhle und dem kalten Mondlicht von draußen, einen starken Kontrast zu seinem restlichen, so hell wirkendem Gesicht, derweilen sein langer, weißer Bart so zerzaust, wie immer, bis zur Hälfte seines Brustkorbes reichte und fein über seiner einfachen, grauen Robe lag, für die er so bekannt war. Also einfachgesagt, er hatte sich seit unserem Treffen in Rohan nicht verändert… Tief atmete ich ein, als ich schließlich mein Zögern überwand, nickte dann diplomatisch, wie auch dankend dem Zauberer zu, dass er mich hereinbat und folgte dann schließlich stillschweigend seiner Aufforderung hereinzukommen, wissend das es für mich nun kein Zurück mehr gab. Das ich nun eine Entscheidung getroffen hatte, die mein ganzes Leben auf den Kopf stellen würde. Doch ich war nun vollkommend in Ordnung damit. Denn ich wusste, dass dies das Richtige war und ich so Ehre über meinen verstorbenen Clan bringen konnte. Aber, wie dem auch sei….Es gab im Moment Wichtigeres, also! Wo waren wir noch gleich stehengeblieben? Ach ja!!!

Ein leichtes, unwohles Gefühl begann in meiner Magengegend zu rumoren, als ich meinen Körper schließlich langsam in das Innere der Höhle schob und direkt von einem Haufen misstrauischer Augenpaare begrüßt wurde, die argwöhnisch in den rundlichen Türrahmen der Durchgänge zu den anderen Räumen lauerten, die sich nach rechts und geradeaus breit erstreckten, und mich, wie Raubtiere, misstrauisch von oben bis unten musterten. Abwiegend ob ich Freundin oder Feindin war, berechnend wer zum Teufel ich war, dass ich es wagen konnte hier aufzutauchen. Ebenfalls unterstützt wurde dies durch leises, aber für mich dennoch deutlich vernehmbares Flüstern wie „Wer ist das?“, „Ich dachte wir wären vollzählig.“, „Wer von euch Schürzenjägern hat die Frau hergebracht? Fíli, Kíli ich sehe euch Beide dabei an!“, „Oi, Dwalin, wir waren das nicht!“, „Ja, wir haben sie noch nie in unserem Leben gesehen!“ oder „Warum ist ihr Kopf geschoren? Ist sie verbannt worden?“, weshalb ich auch knapp einen kühlen Blick zu ihnen hinüberwarf, ihnen so deutlich machen wollte, dass ich ihre Worte ganz gut verstanden hatte. Aber die kleinen Männer interessierte dies eigentlich recht wenig. Jawohl.

Denn mein kühler Blick wurde sogleich auch argwöhnisch von einem ziemlich großen, sehr finster dreinschauendem Zwerg, mit einer Halbglatze, einem dichten, dunklem Bart und einigen Tätowierungen auf den Unterarmen, die sich abweisend vor der breiten Brust kreuzten, wie auch einem etwas kleinerem, rothaarigen Zwerg, der knapp oberhalb vom rechten Auge eine leichte Narbe hatte und, mit dunklen, funkensprühenden Augen, düster zu mir herüberstarrte abgefangen und um das Hundertfache böser zurückgeworfen, sodass ich fast schon Angst bekam, dass sie mich hier an Ort und Stelle totstarren wollten. Beinahe wirkte sie auf mich nämlich wie Wachhunde, die wortwörtlich nur darauf warteten sich auf mich zu stürzen und in Fetzen zu reißen, derweilen die restlichen Zwerge eher skeptisch und misstrauisch wirkten. Sie wechselten untereinander oft Blicke oder sahen fassungslos zu Gandalf hinüber, der, mit einem schweren Seufzen, gerade knarrend die rundliche, grüne Eingangstür hinter mir schloss und sich dann, mit einer möglichst neutralen Miene, neben mich gesellte.

Ich, derweilen, sah abwartend zu ihm hoch, wagte es in dieser schweren Stille nicht mein Wort zu erheben, befürchtete ich doch dadurch eine Lawine auszulösen, die gefährlicher als Drachenfeuer war. Doch das musste ich auch nicht. Denn dieser gewisse Thorin, den Gandalf zuvor erwähnt hatte, übernahm diesen Part knurrig für mich, als er, mit Stolz erhobenen Hauptes, wie auch mit vor der Brust verschränkten Armen, von vorne, aus dem hinteren Teil des mit braunen Fließen ausgelegten Eingangsbereiches, mit dumpfen, schweren Schritten, wie wahrlich nur Zwerge es konnten, auf den grauen Zauberer und mich zutrat. Seine azurblauen, ausdrucksstarken Augen waren dabei misstrauisch allein auf mich gerichtet, durchbohrten mich regelrecht, in dem Versuch mich zu brechen oder zum Wegsehen zu bewegen, derweilen sein rabenschwarzes Haar, dass an einigen Stellen allerdings schon weiße Strähnen hatte, leicht wellig bis zu seinen breiten Schultern hinabfielen. Edel waren dabei einige Haarsträhnen zu kleinen Zöpfen und mit metallenen Schließen verschlossen worden, die sich hauptsächlich in der Nähe seiner Schläfen befanden, wenn ich das von meinem Standpunkt aus jetzt richtig sah. Doch dies war nicht das Sonderbarste an ihm. Oh nein. Das Sonderbarste an ihm war eher, dass sein schwarzer Vollbart nicht so lang, wie bei üblichen Zwergen war. Ich meine, gut, ich kannte mich bei Zwergen ohnehin nicht viel aus, doch wusste ich trotzdem mit Sicherheit das dieses Völkchen doch wirklich sehr penibel war, was ihre Haare anging. Tja und dann stand da ein Zwerg, dessen Bart gestutzt war…

Tz, und mir wollten sie etwas vormachen, weil ich meine Haare auf gut 11 Millimeter gestutzt hatte. Einfach nur unfassbar. Doch nichtsdestotrotz strahlte dieser Thorin etwas Königliches, etwas Starkes und etwas Gebieterisches aus. Seine Haltung, die Art und Weise, wie er sich bewegte, ja selbst die Art, wie er mich abwertend musterte, hatte etwas Majestätisches an sich, weshalb sich unweigerlich in meinem Kopf die Theorie formte, dass er royale Verwandte haben musste oder selbst sogar aus einer königlichen Familie stammte. Vielleicht war er sogar ein Überlebender von der Königsfamilie aus Erebor, doch genau an die Mitglieder konnte ich mich nicht erinnern. Ich wusste nur noch, dass der damalige König Thrór einen Sohn hatte, Thraín. Mehr nicht. Ab da hatte ich mich immer ausgelinkt, wenn man mir versucht hat den Stammbaum der Zwerge zu erklären, da ich dachte, dass es für mich nie wichtig sein würde. Aber naja…Wie dem auch sei…Wo waren wir noch gleich stehengeblieben? Ach ja!!

Instinktiv versuchte ich unauffällig die Körperhaltung des großen, dunkelhaarigen Zwerges zu kopieren, reckte stolz, aber dennoch mit einem äußerst kühlem Blick, mein Kinn in die Luft und straffte trotzig meine Schultern, um größer zu wirken, als Thorin, mit finsterer Miene, direkt vor mir stehenblieb, nur ein paar Zentimeter uns trennend, und, mit seinen durchdringenden, azurblauen Augen, bohrend auf mich herabstarrte, in dem Versuch mich dazuzubekommen wegzusehen oder den Blick unterwürfig zu senken. „Ihr habt meine Frage nicht beantwortet, Gandalf. Wer ist diese Person und was hat sie hier zu suchen?“  brummte er, mit überraschend tiefer, ruhiger Stimme, die von Misstrauen und Argwohn jedoch nur so geprägt war, dem grauen Zauberer zu, ohne dabei auch nur eine Sekunde den Blickkontakt zu mir zu unterbrechen. Für mich fühlte sich dies daher so an, als wolle er mich auf die Probe stellen, als wolle er meine Standhaftigkeit testen, so wie man es anscheinend unter Zwergen immer tat, wenn ein neuer Fremder dazustieß, derweilen um uns herum eine luftanhaltende Stille herrschte.

Bei Ancalagon, es war sogar so still, dass ich von draußen das Zirpen der Grillen vernehmen konnte, so leise war es. Tja, und diese Stille nutzten die umstehenden Zwerge sogleich aus, um skeptisch, misstrauisch, finster, verwirrt und neugierig zugleich zwischen unseren drei Parteien, sprich also Gandalf, Thorin und mich, hin und hersehen, abwartend was nun als Nächstes passieren würde, währenddessen der graue Zauberer, mit einem diplomatischen Lächeln auf den Lippen, mir wohlbesonnen eine Hand auf die Schulter legte. „Nun, Thorin Eichenschild, meine Herren-…“ der graue Zauberer nickte kurz zu den umstehenden Zwergen, von denen einige daraufhin, mit vor der Brust verschränkten Armen, stolz das Kinn erhoben, ehe er sich wieder zu Thorin umwandte und ihn wissend ansah. „-…erlaubt mir euch Raidyn, aus dem Norden vorzustellen. Sie ist das 16. Mitglied von dem ich euch erzählt habe und wird uns auf diese Reise begleiten.“ stellte mich Gandalf schließlich, mit einem unüberhörbaren Stolz in der Stimme, vor und klopfte mir zudem noch einmal sanft auf die Schulter. Doch ich beachtete dies, genauso wenig, wie den Fakt das der alte Mann für mich im Allgemeinen sprach, überhaupt nicht, sondern war stattdessen auch weiterhin damit beschäftigt stoisch stillschweigend den bohrenden Blickkontakt zu Thorin zu halten, der, just in diesem Moment, leicht fassungslos, genauso wie 90% der umstehenden, gaffenden Zwerge, sein Augenmerk zu dem magischen Spitzhut herumfahren ließ und ihn ungläubig ansah.

„Als Ihr von unserem 16. Mitglied berichtet habt, Gandalf, sagtet Ihr er wäre ein fähiger Krieger, ein unerschrockener Kämpfer, mit einer Jahrzentelangen Waffen- und Kampfausbildung und fähig Smaug ein für alle Mal zu vernichten. Nicht das sie eine-…“ kurz stoppte der dunkelhaarige Zwerg in seiner säuerlichen, immer bissiger werdenden Anmerkung, gestikulierte leicht stinkig mit einer großen, schweren Zwergenpranke durch die Luft, um seinen Ärger Ausdruck zu verleihen und schien gleichzeitig nach den richtigen Worten zu suchen, derweilen von um uns herum zustimmendes Gemurmel kam, dass die Seitenverteilung in dieser Diskussion deutlicher nicht hätte aufteilen können. Sachen wie „Er nimmt uns doch bestimmt auf den Arm.“, „Das ist ein Witz.“, „Eine Frau, die gegen Smaug ziehen soll?! Das ist ihr sicherer Tod. Was hat sich Gandalf bloß dabei gedacht?“ oder „Sie wird diese Reise nie im Leben überleben.“ hörte ich dabei am deutlichsten heraus und eigentlich hätte dies die lodernde Wut in mir um ein tausendfaches in die Höhe treiben müssen.

Doch ich ignorierte dies so gut, wie es im Moment ging, setzte meine eiskalte, undurchschaubare Maske auf und verengte einfach nur meine stahlgrauen Augen zu schmalen Schlitzen, um so zu zeigen, dass mich die feinen Herren gerade ziemlich verärgert hatten. „Das ich was? Dass ich eine Frau bin?“ beendete ich monoton Thorins Satz und sah ihm unerschrocken in die azurblauen, wutfunkelnden Augen, als er seinen Kopf schnappend zurück zu mir herumfahren ließ und mich düster anstarrte. Seine Kiefermuskeln arbeiteten dabei gefährlich, so als müsse er sich fest auf die Zähne beißen, um nicht ein böses Kommentar in meine Richtung abzuwerfen, weshalb ich auch leicht triumphierend leise schnaubte und meinen Augen gestattete kurz auf zu funkeln, um Thorin so zu zeigen, dass es mir gefiel ihn so wütend zu machen.

Doch bevor noch irgendwas Schlimmeres hätte passieren können mischte sich Gandalf auch schon wieder als Streitschlichter ein und hob beruhigend seine andere freie Hand, derweilen seine Linke hartnäckig auf meiner Schulter liegen blieb, sie gelegentlich fest drückte, wenn er meinte, dass ich zu frech wurde. „Aber, aber, Thorin.“ gab der graue Zauberer besänftigend von sich und zog so die Aufmerksamkeit von Allen wieder auf sich. „Alles was ich Euch erzählte, entspricht auch der Wahrheit. Raidyn ist unsere beste Möglichkeit Smaug für immer loszuwerden. Da habe ich vollstes Vertrauen in sie.“ verteidigte mich Gandalf in einem ruhigen Ton und sah lächelnd dann zu mir herab, seine Hand, die auf meiner Schulter lag, diese dabei sanft drückend. Ich schielte deswegen leicht zu ihm hinauf, ein dankender Ausdruck dabei über meine Irden huschend. Ich meine, klar, ich hätte es auch alleine mit diesem Zwerg aufnehmen können, war er schließlich über die Jahre nicht der Erste, der mich aufgrund meines Geschlechts nicht für voll nehmen wollte. Man erinnere sich nur an Bree und den Torwächter zurück. Aber, wie dem auch sei…Ich war dankbar dafür, dass sich der Zauberer für mich einsetzte und das zeigte ich auch in dem knappen Blick, dem ich kurz zu dem alten Mann hinaufwarf. Gandalf bemerkte diesen und zwinkerte mir als Antwort unauffällig zu. Hö, vielleicht waren Zauberer doch nicht so anstrengend, wie ich zunächst angenommen hatte, was meint ihr?

Tja, aber dafür dürften es die Zwerge anscheinend umso mehr sein, denn von Thorin kam unterdessen nur ein missbilligendes Schnauben, dass seinen ganzen Unmut mehr als nur deutlich machte. „Und wie gedenkt sie Smaug erledigen zu wollen, wenn ich fragen darf? Will sie ihn vielleicht mit ihrem Waschweibertratsch in die Flucht schlagen?“ fragte der dunkelhaarige Zwerg höhend an Gandalf gewandt und ignorierte mich dabei demonstrativ, derweilen unter den zuschauenden Zwergen leises Lachen ausbrach. Zornig spannte ich deswegen mein Kiefer an, sodass man bereits die Muskelstränge darunter arbeiten sehen konnte, unterdessen das Lachen der Zwerge widerwärtig laut in meinen Ohren hallte, mir unwillkürlich die Hitze der Wut, wie auch der Scham in die Knochen jagte. Dieser!!! Dieser verfluchte Mistkerl!!! Was bildet er sich eigentlich ein, wer er war?!?!?! Wie kann er es wagen, so mit mir zu reden??? Ich wusste, dass Zwerge rüde waren, hatte ich  doch fast meine gesamte Kindheit über ihnen gelebt, aber eine solche Respektlosigkeit war einfach nur-….Grrrr, ich hatte nicht einmal Worte dafür, so wütend war ich!!!!!

Zornig ließ ich meine Augen Funken sprühen, ballte unauffällig meine Hände so fest zu Fäusten, dass meine Knöchel bereits weiß hervorstachen, währenddessen ich fühlen konnte, wie die Wut in mir, wie heißes Feuer, zu brodeln und zu köcheln begann. Sie stieg mir langsam von meiner Magengegend, bis zu meinem Hals an, hinterließ auf ihrem Weg durch meinen Körper eine heiße Spur, die alles anderen Empfindungen niederbrannte, weshalb ich auch fühlen konnte, wie meine Körpertemperatur um ein paar Grad anstieg. Etwas, dass wir von unseren Drachen gelernt hatten. Gandalf warf mir deshalb warnend einen Blick von der Seite zu, so nach dem Motto, Mach-jetzt-nichts-Falsches-,-Raidyn. Doch ganz ehrlich? Das hatte ich auch nicht vor. Ich wusste, wie ich mit solchen Typen umzugehen hatte, auch wenn ich ihnen am liebsten den Kopf abreisen würde…

Daher atmete ich auch ganz einfach tief durch, schluckte meine Wut so gut es ging hinunter, straffte stattdessen trotzig meine Schultern, um so größer zu wirken und setzte dann noch meine kühlste Maske auf, die ich im Augenblick aufbringen konnte, ehe ich, mit brennenden, bohrenden, stahlgrauen Augen finster Thorin vor mir fixierte. „Nein.“ antwortete ich im simpel auf seine höhnende Frage und lenkte so seine Aufmerksamkeit wieder auf mich um, unterdessen das Lachen um uns herum überrascht endete. Stattdessen kehrte eine verblüffte, luftanhaltende Stille ein, die der große, schwarzhaarige Zwerg vor mir nutzte, um mich kalt anzustarren. Seine azurblauen Augen schienen dabei förmlich zu Glühen und sich in eine wirbelnde See aus Missgunst und Wut zu verwandeln, als er aufmüpfig das Gesicht leicht, ja beinahe kaum merklich, verzog. „Nein?“ wiederholte er spöttisch meine Verneinung und zog rechtlich amüsiert seine Augenbraue in die Höhe. „Und wie wollt Ihr es dann tun? Oder nein, wartet ich habe eine bessere Frage: Habt Ihr überhaupt einen Plan, wie Ihr Smaug töten wollt oder hofft Ihr einfach auf wohlgesinntes Glück und das der Drache bereits tot ist, wenn Ihr ankommt?“ wollte Thorin höhnend von mir wissen und spuckte mir dabei praktisch die Wörter überhaupt und Plan vor die Füße, wofür ihm jede andere Frau aus meinem Clan wahrscheinlich eine gescheuert hätte. Die Frauen der Drachenreiter waren nämlich durchaus für ihr feuriges Temperament bekannt und auch dafür, dass sie nicht respektlos mit sich reden ließen. Aber gut, Thorin wusste wahrscheinlich nicht, genauso wenig wie seine Gemeinschaft von welcher Herkunft ich war, weshalb ich mich auch dazu entschied einfach über seine Wortwahl hinwegzuhören und einfach als Warnung meine Augen leicht zu verengen.

Gandalf, in der Zwischenzeit, schien die ansteigende Spannung zu spüren, denn er drückte beruhigend meine Schulter und warf dem dunkelhaarigen Zwerg einen warnenden Blick zu. „Thorin.“ mahnte er ebenfalls in einem ruhigen Ton den kleinen, bärtigen Mann vor mir, damit er ja keine Grenze überschritt, die er besser nicht überschreiten sollte. Genannter jedoch warf nur einen knappen Blick zu dem Zauberer hinauf, so deutlich machend, dass er alles andere als zufrieden mit seiner Auswahl bezüglich des 16. Mitglieds war. Und so wie er dreinschaute, war er augenscheinlich auch kurz davor irgendwas zu Gandalf zu sagen, dass ganz offensichtlich gegen mich feuern sollte. Doch bevor er überhaupt den Mund aufmachen konnte, um irgendwas zu sagen, war überraschenderweise ich diejenige, die sich einmischte, da ich mir den Spott der Männer nicht mehr länger geben wollte. „Ich werde Feuer mit Feuer bekämpfen, das ist mein Plan, Herr Zwerg.“ verkündete ich klipp und klar, in einem äußerst kühlen Ton, meinen Plan zur Vernichtung Smaugs und reckte dabei Stolz mein Kinn in die Höhe, derweilen meine Augen unerschrocken die Azurblauen von Thorin fixierten. Den Fakt, dass ich eigentlich gar keinen Plan hatte und einfach situationsbedingt vorgehabt hatte zu handeln, dabei ganz leise, still und heimlich unter meinen Teppich kehrend. Wie würde sich das schließlich vor so einem Mistkerl, wie Thorin, geben, wenn er mit seinen ganzen Vorurteilen mir gegenüber recht hatte? Ich würde zum Gespött der Truppe werden, na große Klasse, gell? So, von dem her….Die kleine Notlüge, die indirekt auch keine Notlüge war, da Corrus ganz sicher sogar mit mir gegen Smaug ziehen würde, war also irgendwo gerechtfertigt, wenn ihr versteht was ich meinte, fandet ihr nicht auch??...Gut, dann konnten wir ja im Text weiter, denn jetzt wurde es erst so richtig spannend, wenn ich dies überhaupt so sagen durfte. Also Lauscher aufgesperrt!...

Thorin, der bis dato noch einen wortlosen Starrkampf mit Gandalf ausgeführt hatte, wandte sowohl überrascht, als auch ungläubig zugleich seinen Kopf wieder mir zu herum und sah mich irritiert, mit zusammengezogenen, buschigen Augenbraun an, so nach dem Motto, Was-hast-du-da-gerade-gesagt?. Und seine Männer handelten in diesem Punkt nicht anders. Ohh nein. Sie handelten alle genauso wie Thorin, sahen mich an als wäre ich komplett verrückt, tauschten ratlos Blicke untereinander aus oder flüsterten sich leise Sachen zu, die ich jedoch leider nicht verstehen konnte, bis einer von ihnen, dieser glatzköpfige Hüne, der mich bei meinem ersten Auftreten mit seinen Blicken umbringen wollte, urplötzlich einen lauten, schnalzenden Laut mit seiner Zunge verlauten ließ und nur amüsiert seinen Kopf schüttelte. „Feuer mit Feuer bekämpfen, tz. Das ist doch lächerlich, Kleine. Du wirst sterben, noch bevor du überhaupt in die Nähe von diesem Biest kommst.“ kommentierte der tätowierte Zwerg belustigt, lehnte dabei lässig im rundlichen, breiten Türrahmen, der ins längliche Wohnzimmer der Hobbithöhle führte, und kassierte dafür von einigen anderen Zwergen zustimmendes, brummendes Gemurmel, derweilen Thorin einen kurzen, zustimmenden Blick zu ihm hinüberwarf.

Seine Arme waren dabei nach wie vor strikt vor seiner breiten Brust verschränkt. Ich, derweilen, verengte nur verärgert meine Augen zu schmalen Schlitzen und warf stillschweigend dem Hünen einen tödlichen Blick zu, ohne dabei jedoch etwas zu sagen. Würde ich jetzt nämlich meinen Mund öffnen, dann würde es definitiv zu einem Schlagabtausch zwischen mir, dem Glatzkopf und Thorin kommen. Und das wollte ich verhindern, musste ich doch so diplomatisch, wie nur möglich bleiben, um die werten Herren hier nicht zu verärgern, weshalb ich mich auch einfach darauf beschränkte wortlos feurige, blitzende Blicke zu dem tätowierten Zwerg hinüberzuwerfen, der diese mit Leidenschaft zurückschickte. Hätten nur noch aufgestellte Nackenhaare und grantiges Fauchen gefehlt, dann hätten dieser Typ und ich wirklich wie zwei angepisste Straßenkatzen ausgesehen, die sich jeden Augenblick gegenseitig an die Gurgel gegangen wären…

Doch in diesem Fall hatte ich ehrlich dann meine Rechnung ohne Gandalf gemacht, denn urplötzlich konnte ich fühlen, wie der graue Zauberer seinen Griff von meiner Schulter löste und, mit einem sowohl wissenden, als auch ernsten Funkeln in den himmelblauen Augen, sein Augenmerk zu dem Hünen und den protestierenden Zwergen hinüberwandte. „Nicht, wenn man die richtigen Mittel dafür hat, Meister Dwalin.“ verteidigte mich der Graubart erneut gegen die Zwergenmannschaft und richtete sich dabei, mit einem leisen Ächzen, selbst ein bisschen auf, um sein armes, altes Kreuz ein wenig zu entlasten. Sein weißhaariger Kopf kam daher der hölzernen Decke der Höhle, samt ihren tiefhängenden Balken, gefährlich nahe, während seine rechte Hand unauffällig zu seinem Rücken wanderte, sich dort eine anscheinend bestimmte Stelle hielt. Ich zog deswegen leicht besorgt meine Augenbraue in die Höhe, musterte aufmerksam die Haltung des grauen Zauberers, unterdessen die Zwerge überrascht zu dem alten, weißbärtigen Mann aufsahen, hatten sie anscheinend doch nicht erwartet, dass er mich so derartig verteidigen würde. Nur dieser anscheinende Dwalin und der Rotschopf neben ihm gaben ein leises, widersterbendes Schnauben von sich und sahen grantig zur Seite, schien es ihnen anscheinend doch nicht zu passen, dass ich indirekt unter dem Schutz Gandalfs stand. Doch dies schien anscheinend einen gewissen, älteren, weißbärtigen Zwerg, dessen weißer Bart schön gepflegt glatt bis zur Mitte seines fülligen Bauches reichte und sich ab da in zwei Richtungen abspaltete und dessen Körper in einem markanten, weinroten, mit feinen, zwergischen Stickereien ausgestatteten Mantel steckte, nicht daran zu hindern aus der Menge der gaffenden Zwerge interessiert neben den Hünen zu treten und abwechselnd zwischen mir und dem Zauberer hin und herzusehen.

„Und welche Mittel wären das, Gandalf? Welche Mittel wären so stark, dass sie gegen eine Feuerschlange aus dem Norden ankommen, aber dennoch uns Zwergen unbekannt sind, den Menschen aber anscheinend nicht?“ wollte der weißbärtige Zwerg, mit ruhiger, ja beinahe schon väterlicher Stimme, von dem alten Mann wissen, deutete mit einer einfachen Geste auf mich und sah dann blinzelnd zwischen mir und dem Spitzhut hin und her. Doch an seiner Haltung und einem leichten, verräterischen Blitzen seiner Augen konnte ich erkennen, dass mir der Zwerg eigentlich genauso sehr misstraute, wie jeder andere hier auch. Nur hatte dieser hier eben den Anstand es zumindest so gut zu verbergen, dass ich zweimal hinsehen musste, um überhaupt etwas zu erkennen, derweilen alle anderen es ganz offen trugen. Thorin, Rotschopf und der tätowierte Hüne Dwalin dabei an vorderster Front, währenddessen die Anderen auf die Frage des weißbärtigen Zwergs hin nur zustimmend brummten und auffordernd zu dem grauen Zauberer hochblickten. Und Gandalf?

Naja…Diesem wurde bei der Frage rechtlich unwohl, fuhr sich überlegend mit seiner Zungenspitze über die Lippen und schielte kurz zu mir hinunter, nicht wissend, ob er mein Geheimnis jetzt bereits preisgeben sollte. „Ähm-…“ gab er zunächst langgezogen von sich und warf mir von der Seite einen kurzen Blick zu, so als müsse er selbst erst kurz überlegen, ob es eine gute Idee wäre, mein Geheimnis bereits preiszugeben, konnte ich anhand der Gesichtsausdrücke der Zwerge doch erkennen, dass sie noch lange nicht wussten, wer ich wirklich war. Und das sollten sie auch so lange wie möglich nicht wissen, hatte ich doch irgendwie Angst vor ihrer Reaktion, wenn sie herausfinden würden, dass die Drachenreiter doch nicht alle tot waren, was auch der Grund war, warum ich dem grauen Zauberer unbemerkt einen bittenden, verneinenden Seitenblick zurückwarf. Dieser verstand sofort, nickte unauffällig verstehend in meine Richtung und wandte sich dann, mit einem überspielenden, weisen Lächeln auf den schmalen Lippen, wieder den restlichen Zwergen zu, die wie gebannt an Gandalfs Lippen hingen, wobei Dwalin und Rotschopf eher abweisend die Arme vor der Brust verschränkt und die buschigen Augenbrauen zusammengezogen hatten.

„Ich denke, dass wird Fräulein Raidyn uns mitteilen, wenn die Zeit dafür reif ist, Meister Balin.“ erklärte er dann schließlich simpel den kleinen, bärtigen Männern, sprach so verdeckt ein Machtwort aus, dass weder von Thorin, noch von jemand anderen irgendeinen Widerspruch duldete, wobei Letzterer misstrauisch die durchdringenden, azurblauen Augen zusammenkniff und argwöhnisch zwischen mir und dem Graubart hin und hersah. Er muss den kurzen Blickwechsel zwischen Gandalf und mir mitbekommen haben, denn anders konnte ich mir seine Reaktion nicht wirklich erklären, weshalb ich mir unauffällig auch kurz nervös über die Lippen leckte, derweilen unter den Zwergen eine kleine Unruhe ausbrach. Wildes Gemurmel und herbes Getuschel ging durch die Reihen der Männer, Empörung und Enttäuschung dabei eine ganz große Rolle spielend, wie ich an ihren Tonlagen vernehmen konnte, doch bevor es noch rüder ausbrechen konnte, unterband der alte Graubart sofort jeglichen weiteren Protest, indem er erneut beherrscht die Stimme erhob. „Nun meine Herren…und meine Dame-…!“ begann Gandalf ernst, machte eine kurze Pause und nickte in meine Richtung, um mich aktiv einzubinden und zog so dann die gesamte Aufmerksamkeit sämtlicher Anwesenden auf sich, wodurch in Nullkomanichts wieder eine Totenstille über die Hobbithöhle hereinbrach, ehe er gefasst fortfuhr „Es gibt noch einiges zu besprechen. Der Plan zur Rückeroberung Erebors plant sich nicht von selbst.“ beendete er strikt seinen Ansatz und gestikulierte dabei sanft, mit einer Hand, hinüber zum Durchgang, der zum überfüllten, aber gemütlichen Wohnzimmer und in weiterer Folge auch ins rustikale Esszimmer führte und in dem auch die meisten Zwerge standen.

Apropos Zwerge…Diese sahen auf Gandalfs Worte hin zunächst leicht ratlos drein, tauschten untereinander erneut kurze, skeptische Blicke aus, so als könnten sie noch immer nicht ganz fassen, dass sie jetzt eine Frau mit auf die Reise nehmen sollten, ehe sie ratsuchend zu Thorin blickten, der noch immer argwöhnisch, wie auch gefährlich schweigsam zwischen Gandalf und mir hin- und hersah. Man sah ihm deutlich an, dass sich alles in ihm widerstrebte dem grauen Zauberer nachzugeben und mich mitzunehmen, könnte ich doch als Frau eine Belastung für die Unternehmung sein und mich selbst, wie auch die restlichen Mitglieder der Gemeinschaft in Gefahr bringen, weshalb ich auch aus reinem Trotz heraus ein arrogantes Blitzen über meine Irden wandern ließ, als ich Blickkontakt mit ihm hatte. Thorin sah dies natürlich und knirschte unzufrieden mit seinem Kiefer, sodass ich die Muskulatur darunter deutlich arbeiten sehen konnte, währenddessen sich um uns herum eine Spannung aufbaute, wie man sie nur kurz vor einem Überfall auf eine Orkhorde kannte. Spannung, die das Herz schneller schlagen ließ, Spannung, die dir die glitzernden Schweißperlen auf die Stirn trieb, Spannung, die deine Hände fest zu Fäusten ballen ließ und Spannung, die dich starr deinen Gegenüber anstarren ließ, derweilen um dich herum die Zeit stillzustehen schien und nur das gedämpfte Geräusch der Grillen von draußen die unheimliche Stille durchbrach.

Oder naja…Wo nur eine Zeitlang das Geräusch der Grillen von draußen die unheimliche Stille durchbrach, denn Thorin atmete nach wenigen Herzschlägen, die für mich allerdings wie eine kleine Ewigkeit vorgekommen waren in der ich einen unerbittlichen Kampf gegen seine azurblauen, unergründlichen Irden geführt hatte, geräuschvoll tief ein, straffte seine breiten Schultern und reckte trotzig sein bärtiges, schwarzes Kinn in die Höhe, ehe er Gandalf schließlich einen langen, vorwurfsvollen, wie auch sichtlich verärgerten Blick zuwarf. Dieser reagierte darauf allerdings nicht wirklich und spannte lediglich sein Kiefer ein wenig an und hob stolz seinen Kopf an, mit der Gefahr seinen Schädel an der tiefen, gewölbten, hölzernen Decke zu stoßen, die mit dicken, dunkelbraunen Querbalken gestützt war, weshalb sich Thorin anscheinend, und zu meinem großen Überraschen, auch als geschlagen gab.

Denn mit einem geknurrten „Auf Eure eigene Verantwortung.“ in sowohl meine, als auch Gandalfs Richtung, wie auch zwei verdeutlichenden, bitterbösen Blicken, wandte sich der schwarzhaarige Zwerg wortlos von dem grauen Zauberer und mir ab und stapfte, mit dumpfen, schweren Schritten, schließlich in Richtung Durchgang zu Wohnzimmer und Esszimmer davon. Seine Männer reagierten dabei auf seine Worte und sein Handeln instinktiv, warfen mir noch argwöhnische, wie auch manchmal herablassende Blicke zu, ehe sie sich eilig polternd zurückzogen oder Platz machten, damit Thorin vorbeikonnte. Mich beschlich durch dieses Verhalten daher immer mehr das Gefühl, dass Thorin der Anführer dieses ganzen Kindergartens zu sein schien, weshalb ich auch unbewusst leicht mein Kinn in die Höhe streckte und einen langen, finsteren Blick dem großen, schwarzhaarigen Zwerg nachwarf. Uhh, das dürften interessante Wochen werden, wenn er sich immer so arschig gegenüber Verbündeten verhielt…Aber wie dem auch sei. Ich hatte mich selbst, Dankeschön an diesen Punkt an Corrus, da reingeritten, also musste ich es jetzt auch ausbaden. Schwanz einziehen gab es nicht, sonst würde ich den Zwergen genug Lästerstoff für die gesamte Reise zum Erebor und zwei Jahrzehnte darauf geben. Also…Wo waren wir noch gleich stehengeblieben? Ach ja!!!....

„Das lief besser als erwartet.“ brummte Gandalf plötzlich leise neben mir, als er sich sicher war, dass auch der letzte Zwerg außer Hörweite war und schielte, dezent lächelnd, zu mir hinüber, weshalb ich mir ein sarkastisches Schnauben auch nicht wirklich verkneifen konnte. „Ich denke, wir Beide haben eine unterschiedliche Auffassung, was in diesem Fall das Wort besser anbelangt, Gandalf.“ erwiderte ich kühl und sah, mit einem leicht vorwurfsvollem Blick, zu dem grauen Zauberer hoch, derweilen ich beiläufig meine Arme vor der Brust verschränkte. Der Istari in der Zwischenzeit schmunzelte auf meine Aussage hin leicht in seinen langen, weißen Bart hinein und wollte anscheinend darauf noch etwas erwidern, wurde allerdings von einer hellen, aufgebrachten Stimme, wie auch leichteren, dumpfen Schritten unterbrochen, die hastig aus der Richtung des zweiten Durchgangs kamen, der sich gegenüber der rundlichen, breiten, dunkelgrünen Tür, am hinteren Ende des Eingangsbereiches befand.

„Gandalf!!“ rief die Stimme aufgeregt, sodass der Spitzhut und ich instinktiv synchron unsere Köpfe in die Richtung herumfahren ließen, aus der wir die aufgeschreckte Stimme vernommen hatten, wo auch, die Sekunde darauf, völlig außer sich ein kastanienbrauner, lockiger Wuschelkopf auftauchte, der wild durch die Luft gestikulierend, wie auch mit sichtlich überforderten Blick in den haselnussbraunen Augen, watschelnd eilig auf uns zuhielt. „Gandalf! D-D-D-Die Zwerge!...Die Zwerge haben meine Rohrleitungen im Badezimmer herausgerissen! U-U-Und die Speisekammer! Die Speisekammer haben sie komplett leergeräumt! Da haben sie nicht einmal meine preisgekrönten Tomaten verschont! Und-…!“ brabbelte eine kleine Gestalt, mit großen, spitzzulaufenden Ohren, die ebenfalls ein einfaches, weißes Hemd, wie auch eine simple, grüne Hose, mit braunen, ledernen Trägern daran trug, geschockt vor sich hin, fuhr sich mit ihren Händen mehrmals über seinen Kopf und fuchtelte seinen Armen wirr durch die Luft herum, so als wolle er irgendein nerviges Insekt verscheuchen, weshalb ich auch nur ein wenig irritiert die Augenbraue in die Höhe zog und mein Haupt ein wenig schieflegte.

Denn mich schien der Lockenkopf zunächst gar nicht zu bemerken, war seine Aufmerksamkeit doch mehr auf sein Herumgefuchtel, als auch auf den alten Mann neben mir gerichtet, dem die Lage allerdings ein wenig zu viel wurde, da er prompt freundlich, aber dennoch äußerst bestimmt die kleine Gestalt vor uns mitten im Satz unterbrach. „Bilbo.“ gab der graue Zauberer lediglich sanft von sich und hob dabei unterbrechend seine Hand, was allein anscheinend schon genügte, um den kleinen Herren vor uns zum Verstummen zu bringen. Denn dieser stoppte augenblicklich in seinem stotterndem Redefluss und sah, mit geweiteten, wie auch wirklich müde aussehenden haselnussbraunen Augen, und einem offenstehendem, nach Sauerstoff schnappenden Mund völlig am Ende mit seinen Nerven zu Gandalf hoch. „Hm?!“ stieß er ungewöhnlich schrill aus und zog seine Augenbraun verzweifelt bis zu ihrem Ansatz in die Höhe, derweilen seine rechte Hand ratlos in seinem lockigen, hellbraunem Haar hängen blieb und seine Linke sich fest gegen seine Hüfte stemmte. Deutliche Zeichen der Verzweiflung, wenn man mich fragen würde, weshalb ich auch ein wenig mitleidig den Mund verzog, sah der Kleine doch wirklich am Ende mit seinen Nerven aus. Doch der alte Istari ignorierte gekonnt diese Zeichen der Verzweiflung, genauso wie seine vorherige Beschwerde bezüglich der angeblichen Sachbeschädigung, und ging stattdessen dazu über mir erneut eine Hand gutgemeint auf die Schulter zu legen und ein freundliches Lächeln aufzusetzen. „Darf ich dir Raidyn vorstellen? Sie ist eine alte Bekannte meinerseits.“ stellte mich Gandalf diplomatisch dem augenscheinlichen Herren dieser Höhle vor und klopfte mir dabei, wie zur Untermalung seiner Worte, kurz auf die Schulter drauf.

Ich warf deswegen einen knappen Blick über die Schulter zu dem alten Graubart hinauf, war es mir doch neuerdings nicht bekannt gewesen, dass wir uns jetzt schon Bekannte nannten. Doch der alte Mann ließ sich daran nicht stören, sondern lächelte lieber höflich dem Halbling zu, der für einige Momente überfordert und perplex zugleich zwischen mir und dem Zauberer hin und hersah. Sein Mund stand dabei nach wie vor offen und auch seine großen Augen blieben geweitet, so als könne er noch immer nicht ganz glauben, was hier eigentlich vor sich ging, wobei ich an seinen zuckenden Irden deutlich erkennen konnte, wie er andauernd zu meinen kurzgeschorenen Haaren hinaufsah. Unwohl fühlte ich mich deswegen selbstverständlich überhaupt nicht, hatte die Kurzhaarfrisur in meinem Clan, wie bereits erwähnt einen total normalen, meist kriegerischen Aspekt, aber dennoch verdrehte ich, aufgrund der Reaktion Bilbos, leicht gereizt Augen und räusperte mich anschließend etwas, um den Halbling aus seiner Starre zu holen, war ich heute, für meinen Geschmack auf jeden Fall, doch schon genug von den Zwergen angestarrt worden.

Und, zu meinem Glück auf jeden Fall, reagierte dieser Bilbo auch sofort auf meinen kleinen Hinweis, schüttelte eilig seinen Kopf und fuhr sich peinlich berührt über seinen wuscheligen Kopf. „Äh-…Ja, natürlich.“ murmelte er dabei unwohl, als auch resigniert leise vor sich hin und tippte sich selbstbestraffend, wie auch Augen zusammenkneifend, einmal kurz an die Stirn, ehe er schließlich seufzend seine Schultern straffte und leicht widerwillig eine gerade Körperhaltung einnahm. „Ähm-…Verzeiht meine Unmanierlichkeit, Fräulein Raidyn. Mein Name ist Bilbo Beutlin, zu ihrem Diensten und Ihr…seid hier in meinem…Haus.“ begrüßte mich Meister Beutlin in einem deutlich geschlagenem Ton, so als wäre er es bereits ein bisschen gewohnt, dass einfach so mir-nichts-dir-nichts ein paar Wildfremde in seine Höhle marschierten und randalierten was das Zeug hielt, und gestikulierte mit einer einfachen Handbewegung auf die Räumlichkeiten in denen wir uns befanden. Ich folgte dabei, zusammen mit Gandalf, unbewusst der Deutung des Halblings und ließ meine Augen interessiert über die Innenausstattung der kleinen Behausung wandern, für die die Halblinge doch in irgendeine Art und Weise bekannt sein sollten. „Es sieht sehr nett aus.“ komplimentierte ich einsilbig die Behausung des Herrn Beutlins und ließ mein Hauptaugenmerk dann wieder ungeniert zurück zu dem Wuschelkopf wandern, der mir deswegen dankend zunickte und zeitgleich seine Hände in seine Seiten stemmte. „Danke. Es ist schon lange in Familienbesitz-…Ähm, wenn-…wenn Ihr möchtet könnt Ihr dort hinten Euren Mantel aufhängen, Fräulein.“ erzählte er mir nebensächlich über seine kleine Höhle, ehe er seufzend auf einen kleinen rundlichen, dunkelbraunen Nebendurchgang im hinteren Teil des Eingangsbereiches deutete, durch den er selbst zuvor ebenfalls gekommen war.

Ich selbst vermutete, dass dort die Kleiderständer sein mussten, weshalb ich dem Halbling auch einfach nur wortlos, aber dennoch dankend zunickte. Gandalf warf ich in Zwischenzeit noch einen letzten anklagenden Blick zu, den der graue Zauberer jedoch gewitzt zu ignorieren wusste, ehe ich mich schließlich langsam, wie auch mit langen, leichten, dumpfen Schritten in Bewegung in Richtung der Kleiderständer setzte, war es mit der Jacke hier drinnen doch relativ warm. Bilbo wich instinktiv zur Seite aus, als ich bei ihm vorbeikam, wollte mir so Platz machen, damit ich mich nicht auf irgendeine Art und Weise an ihm vorbeiquetschen musste, was eigentlich bei der Größe des mit braunen Fließen ausgelegten Eingangsbereiches ein totaler Schwachsinn war. Aber naja…Ich meldete dazu gar nichts und warf lediglich einen kurzen Seitenblick zu Herrn Beutlin hinüber, als ich an ihm vorbeischritt. Dabei viel mir zum ersten Mal so wirklich seine großen, behaarten Füße auf, die beinahe die doppelte Größe von einem gewöhnlichen Menschenfuß hatten und auch nicht in Hausschuhen oder irgendeine anderen Form von Schuh steckten. Nein. Er wanderte rundherum barfuß durch seine Höhle, was mich kurz über die Eigenschaften der Halblinge nachdenken ließ. Viel über sie wusste ich selbstverständlich nicht, waren sie doch nicht im Norden vertreten. Und auch in unseren Aufzeichnungen hatte ich über die Jahre nie irgendwas über Halblinge gelesen. Nur ein paar sehr alte Krieger aus meinem Clan hatten einmal ein paar Geschichten über Hobbits gekannt, weshalb ich mich auch noch vage daran erinnern konnte, gehört zu haben, dass sie kleiner als Zwerge waren, große, behaarte Füße hatten und lieber unter sich blieben. Und sehr helle sollten sie auch nicht sein, dass war alles, was ich über sie wusste, mehr nicht. Jaja, nicht wirklich sehr hilfreich, aber woher sollten wir sonst Informationen über Halblinge haben, wenn wir nie mit ihnen zu tun hatten?

Lautlos holte ich daher, leicht genervt, tief Luft, als ich schweigend in den kleinen, rundlichen, dunkelbraunen Nebendurchgang einbog, in den mich Herr Beutlin geschickt hatte, um meine Jacke aufzuhängen. Diese Informationslosigkeit nervte mich, reizte mich, da ich dadurch vollkommend auf das Wissen und das Urteilsvermögen anderer angewiesen war, wodurch ich indirekt auch irgendwie aufgeschmissen war, wenn ihr versteht was ich meinte. Näher erklären konnte ich das irgendwie nicht, aber vertraut mir. Dieses Gefühl nichts über ein bestimmtes Thema zu wissen, mit dem du aber die nächsten Wochen konfrontiert werden würdest, war eines der schlimmsten Gefühle überhaupt. Und ich wusste wovon ich sprach. Also….Wo waren wir noch gleich stehengeblieben? Ach ja!!!....    

Dämmriges, schummriges Licht begrüßte mich herzlichst, als ich den schmalen Seitengang betrat, der an den hinteren Teil des Eingangsbereiches grenzte, gab mir so unwillkürlich das Gefühl von Vertrautheit, wie auch Geborgenheit, derweilen, im typisch auenländischen Stil, knorrige, verschlungene Äste, an den Seiten des Ganges, als entbehrliche Stützbalken fungierten. Einladend und gemütlich sahen sie an ihren Plätzen aus, dienten manchmal sogar als Halter für irgendwelche aufhängbaren Gegenstände, währenddessen verteilt auf den gesamten Flur ein paar einzelne hölzerne Truhen und Kisten an die Wand geschoben waren. Alt sahen sie aus und hatten auch schöne eingeschnitzte Muster in sich, weshalb ich unweigerlich davon ausging, dass ein Großteil von ihnen an Bilbo weitervererbt worden sein musste. Denn so alt, wie die Dinger aussahen, konnte man sie wahrlich nicht einfach auf irgendeinem Markt kaufen. Aber wie dem auch sei…Wo waren wir stehengeblieben? Oh ja!....Auf ein paar der Truhen stapelten sich ungeöffnete Briefe und Umschläge, die alle an den Hausherren adressiert waren, derweilen weiter oben an den Wänden fein einzeln ein paar Bilder hangen, die den flackernden Schein der montierten Kerzen schimmernd reflektierten. Was daher auf diesen Bildern drauf war, konnte ich nicht wirklich erkennen, doch das musste ich auch nicht. Denn, als ich mit langsamen, leichten, dumpfen Schritten, circa die Mitte des Ganges erreicht hatte, konnte ich sehen, wie sich links von mir, dicht an die etwas gewölbte Wand geschoben, eine kleine, hölzerne Langbank, mit samtenen, weinroten Kissen darauf, und darüber eiserne, kunstvoll gebogene Kleiderhacken befanden, die bereits über und über mit schweren Mänteln überhäuft waren.

Kritisch zog ich daher leicht meine Augenbraue in die Höhe, zweifelte ich doch sehr stark an, dass ich auf einem dieser Hacken Platz für meine eigene Jacke finden würde. Doch da ich nicht unhöflich wirken wollte, verdrehte ich anschließend kaum merklich meine Augen und ließ, in einer einzigen, flüssigen Bewegung, meine braune, geflickte, schwere Jacke von meinen Schultern gleiten. Ein raschelndes Geräusch ertönte deswegen in dem verlassenen Gang, derweilen ich fühlen konnte, wie kühle, frische Luft in Kontakt mit meinem Oberkörper kam, als ich meine Jacke ablegte und fein säuberlich auf die kleine Langbank legte, die direkt unter den Kleiderhacken stand. So müsste ich mir immerhin keinen Platz auf den überfüllten Kleiderhacken suchen…Leise schnaubte ich als ich fertig war und klatschte mir die Hände ab, ehe ich neugierig meinen Kopf den dämmrigen Nebengang hinabdrehte und zum Ende des Flurs schaute, der in einem weiteren Quergang endete. Denn von dort aus konnte ich leise brummende Stimmen hören, die anscheinend über irgendwas zu diskutieren schienen. Für mich war sofort klar, dass dort nur die Zwerge sein konnten, weshalb ich auch keinen Augenblick zögerte und mich sofort in Bewegung setzte.

Nur in meinem langärmligen, weinroten Hemd bekleidet also, wobei auf meinem rechten Arm noch immer die Lederschiene, mit der versteckten Klinge darin befestigt war, schritt ich gemütlich, wie auch mit leichten, dumpfen Schritten zum Ende des Ganges und gelangte so direkt erneut zu einem großen, rundlichen, hellbraunen Durchgang, der sich auf meiner linken Seite befand und freies Sichtfeld auf das Esszimmer des Halblings gab. Das Esszimmer, dass im Augenblick über und über mit Zwergen ausgefüllt war, die, mit todernsten Gesichtern, schweigend an einem langen, massiven Tisch saßen, dessen glatte Oberfläche matt im Dämmerlicht glänzte. Nur zwei große, schmale Kerzen befanden sich am oberen, wie auch am unteren Ende des Tisches, erleuchteten so das kleine Zimmerchen, unterdessen Gandalf, mit einer Pfeife zwischen den Lippen, parallel zu mir, auf einem kleinen, beigestellten Hocker saß und nachdenklich an ihr zog. Genauso wie 50% der anwesenden Zwerge auch, weshalb auch schon bereits ein gewisser sichtbarerer Qualm in der Luft lag, der, für mich zumindest, die ganze Raumluft verpestete. Ich wagte es daher noch nicht einmal mich in den Raum zu begeben, sondern begnügte mich einfach damit die Arme vor meiner Brust zu verschränken und mich gegen den hellbraunen, hölzernen Rahmen des Durchgangs zu lehnen und, mit kühler Miene, das Szenario hier zu beobachten. Gandalf, wie auch viele der Zwerge, bemerkten mein lautloses Erscheinen und warfen mir, im Falle der bärtigen, kleinen Männer, argwöhnische Blicke zu, während der graue Zauberer mir nur einen kurzen, überprüfenden Seitenblick zuwarf. So als eine Art Kontrolle, wenn ihr versteht was ich meinte…Und was Thorin anbelangte…Nun…Der Typ saß zum Glück mit dem Rücken zu mir und löffelte wortlos in einer Suppe herum, weshalb er mich auch nicht sehen konnte. Ich behauptete jetzt einmal, dass Ancalagon mir so in die Hände gespielt hätte, aber ob es auch wirklich so war, würde sich noch in den nächsten Minuten zeigen. Aber, wie dem auch sei….Jetzt gab es Wichtigeres zu bereden…

„Was gibt es Neues von dem Treffen in den Ered Luin? Sind alle gekommen?“ eröffnete nach einer kleinen Weile des Schweigens schließlich der kleine, älter wirkende, weißbärtige Zwerg, der zuvor von Gandalf Balin genannt wurde, das Gespräch und sah erwartungsvoll zu Thorin, der, just in diesem Augenblick, einen weiteren Löffel Suppe in den Mund schob. Die restlichen anwesenden Zwerge hoben daraufhin gespannt ihre Köpfe, ruckten ein wenig näher an den Tisch heran, ließen aufmerksam ihre Pfeifen sinken oder kneteten leicht ihre gefalteten Hände, was mich daraus schließen ließ, dass dieses Treffen in den Ered Luin anscheinend wichtig gewesen sein musste. Ich meine, wie gesagt, ich wusste nichts von dem Vorhaben der Zwerge. Das Einzige worüber ich informiert war, war, dass es diese Rückeroberungsaktion gab, mehr nicht. Deshalb spitzte ich ebenfalls einigermaßen interessiert meine Ohren und lente mich neugierig ein wenig vor, um mithören zu können, wusste ich doch, dass es in ganz Mittelerde mehr als nur ein Zwergenreich gab. „Aye, Abgesandte aller sieben Königreiche.“ antwortete in der Zwischenzeit Thorin brummend auf Balins Frage, worauf unter den Männern kleiner Jubel ausbrach. Einer, es war ebenfalls bereits ein älterer Zwerg, mit ergrautem Haar und einem merkwürdigen Trichter am Ohr, erhob sogar triumphierend die in einem dicken, grauen Fäustling steckende Hand in die Luft und stieß ein erfreutes Lachen aus. Ich zog deswegen nur ein wenig irritiert die Augenbraue in die Höhe, sagte jedoch nichts, sondern schwieg lieber und beobachtete von meiner Position aus auch weiterhin, wie das Gespräch weiterging.

„Was ist mit den Zwergen aus den Eisenbergen? Schließt sich Dain uns an?“ wollte, als der Jubel zumindest einigermaßen abgeklungen war, der glatzköpfige, tätowierte Hüne Dwalin von Thorin wissen und sah ihn von der Seite her erwartungsvoll an. Eine Hand, die beinahe so groß wie mein Kopf war, hatte der Zwerg dabei auf der Tischplatte abgelegt, wo er ein wenig unruhig mit seinen Fingern spielte, derweilen er die andere fest gegen seine Seite gestemmt hatte und breitbeinig auf seinem Platz auf der Bank neben Gandalf und einem weiteren schwarz-weißhaarigen Zwerg saß, der ein wenig ratlos seinen Kopf schiefleget hatte und so als würde er nichts verstehen schweigend Thorin anstarrte. Aus seinem Schädel ragte dabei übrigens der Kopf einer rostige, abgebrochenen Orkaxt heraus, weshalb ich zunächst auch ein wenig perplex meinen Mund öffnete, als es mir auffiel. Doch wirklich dazu reagieren konnte ich nicht, denn Thorin unterbrach mich wunderbar darin, indem er lautlos seufzend seinen Holzlöffel zurück in seine Schüssel gleiten ließ und diese betreten leicht wegschubste. „Sie werden nicht kommen.“ berichtete der Schwarzhaarige ernst seinen Männern und blickte ihnen leicht niedergeschlagen in die Gesichter, als ein Raunen der Enttäuschung durch ihre Reihen ging. Dwalin ließ sogar desillusioniert seinen Blick sinken und ballte seine Hand auf dem Tisch zu einer festen Faust. „Sie sagen diese Reise wäre unsere Sache…unsere allein.“ fuhr Thorin in der Zwischenzeit brummend fort, die schwache Niedergeschlagenheit in seiner ohnehin schon tiefen Stimme dabei leicht zu überhören, überspielte er sie doch mit seiner Kühle, währenddessen unter den Männern nur noch mehr Raunen ausbrach, schienen sie mehr als nur enttäuscht zu sein, dass ihre Freunde aus den Eisenbergen ihnen die Hilfe verwehrten.

Nur Gandalf schien es irgendwie geahnt zu haben, denn dieser nickte nur stumm auf seinem Platz, unterdessen sein Blick weit in die Ferne zu gehen schien und er paffend an seiner Pfeife zog. Wahrscheinlich zur Beruhigung, ansonsten könnte ich mir nicht erklären, weshalb er rauchen sollte. Und ich in der Zwischenzeit? Naja…Verstehend spannte ich mein Kiefer an und senkte langsam, wie auch mit huschenden, stahlgrauen Augen, meinen Blick von der Versammlung, denn jetzt verstand ich ein wenig, was hier vor sich ging. Oder bessergesagt, glaubte ich ein wenig zu verstehen, was der Plan der Zwerge gewesen war. Ich vermutete mal nämlich, dass Thorin bei den anderen sieben Königreichen um militärische Unterstützung im Kampf gegen Smaug anfragen wollte, diese es aber verweigert hatten, aus einem Grund, denn ich nicht ganz verstand. Vielleicht hatte es etwas mit Smaug zu tun und sie fürchteten sich einfach zu sehr und wollten das Risiko nicht eingehen noch mehr Leute zu verlieren, ich wusste es nicht. Ich kannte mich mit der Regierungsform der Zwerge nicht aus. Und wie zuvor bereits erwähnt, war das Einzige worüber ich informiert war, dass es eine Rückeroberungsaktion für Erebor gab und ich und Corrus diejenigen sein sollten, die Smaug ein für alle Mal den Gar ausmachten. Mehr nicht. Mehr musste ich ehrlichgesagt auch nicht wissen. Aber es schadete auch nicht wirklich besser informiert zu sein, also hob ich lautlos ausatmend meinen Blick auch wieder an und schaute interessiert in die angeschlagene Mannschaft, die untereinander zweifelnde Blicke austauschte, genau dann, als, wie aus dem Nichts heraus, Bilbo im zweiten Durchgang, der sich parallel zu meinem, also hinter Gandalfs Rücken, befand, auftauchte und neugierig seinen Hals reckte, um alle zu sehen. „Ihr geht auf eine Reise?“ fragte der Halbling vorsichtig und spielte dabei unwohl mit seinen Fingern vor seinem Körper herum.

Sofort schossen sämtliche Köpfe in seine Richtung herum, fixierten den armen Kerl und überflogen ihn von oben bis unten. Nicht selten bekam der arme Hobbit auch einen relativ giftigen Blick ab, war diese schlechte Nachricht für manche Zwerge doch schon Grund genug einem Außenstehenden den Kopf abzureißen und ihn als Kauknochen zu benutzen, weshalb ich auch deutlich beobachten konnte, wie der arme Herr Beutlin auf seinem Platz, aufgrund der ganzen durchdringenden, fremden Blicke, sichtbar in sich zusammenzuschrumpfen schien. Sich anscheinend wünschend, nie den Mund aufgemacht zu haben. Doch zum Glück hatte Bilbo, ähnlich wie ich, einen Schutzpatron auf seiner Seite, Gandalf, der sogleich einschritt und freundlich das Wort an den kleinen Hausherren richtete. „Bilbo, mein Freund!“ wandte sich der graue Zauberer höflich an seinen langjährigen Freund, nahm dabei seine qualmende Pfeife aus dem Mund und legte dem Halbling wohlgesonnen eine Hand auf die Schulter, derweilen Letzterer aufmerksam seinen Kopf zu dem alten Mann wandern ließ und ihn, mit hochgezogenen Augenbrauen, ansah. „Könnten wir wohl etwas mehr Licht haben?“ bat der graue Zauberer freundlich den Halbling und ließ seine Hand dabei gleichzeitig wieder sinken. Bilbo blinzelte für ein paar Sekunden überrascht, fing sich jedoch schnell wieder und nickte auf seine Frage hin bejahend. „Äh-..J-Ja, natürlich. Einen Augenblick, bitte.“ haspelte er leise und tapste dann eilig zu meinem Durchgang hinüber. Aus reiner Höflichkeit drehte ich dabei meine Schulter ein wenig weg, damit der Halbling besser an mir vorbeikam, was von ihm natürlich nicht unbemerkt blieb.

Dankend warf er mir ein knappes Lächeln zu und verschwand dann hastig um die Ecke, um eine weitere Kerze zu holen, unterdessen ich meine Aufmerksamkeit, mit einer interessiert in Falten gelegten Stirn, wieder auf Gandalf und die Zwerge vor mir richtete, die fleißig gerade dabei waren, und damit meinte ich grundsätzlich nur Dwalin und ein wenig auch Thorin, die Suppenschüssel und andere im Weg stehende Gegenstände wegzuräumen. „Weit im Osten, über Wälder und Flüsse hinweg, liegt ein einzelner, einsamer Berg.“ begann der alte Istari, in der Zwischenzeit, geheimnisvoll und zog aus seiner Robenmanteltasche eine altaussehende Karte heraus, die er vorsichtig knitternd entfaltete und dann behutsam auf die leergeräumte Tischoberfläche legte. Die restlichen Zwerge reckten deswegen, genauso wie ich auch, neugierig ihren Hals, wollten auch sehen, wie die Karte aussah. Doch nur Thorin, Gandalf, Dwalin, ein weiterer Zwerg, mit einer markanten Fellmütze, einer Holzpfeife zwischen den Zähnen und einem mittellangen, dünnen, kastanienbraunem Bart, und Bilbo, als dieser endlich mit einer zusätzlichen Kerze in der Hand zurückkam und sich vorsichtig über Thorins Schulter beugte, konnten die Karte wirklich sehen, was man auch deutlich erkennen konnte, da sie alle brütend ihre Augenbrauen zusammenzogen und ihre Stirne in Falten legten. „Der einsame Berg.“ las der Halbling dann jedoch glücklicherweise nachdenklich laut vor, was auf der Karte stand. Viele der Zwerge nickten zustimmend oder brummten leise bejahend, als sie den Namen des Berges hörten, füllte doch Stolz ihre Adern, als sie nach so langer Zeit wieder den Klang des Namens des alten Königreichs von Erebor vernahmen, doch mich füllte dies nur mit einem stechenden Schmerz aus. Schmerz, der aus der Vergangenheit kam, Schmerz um meinen Verlust und am liebsten hätte ich das Gesicht verzogen. Doch ich riss mich mit aller Macht zusammen, setzte die kühlste Fassade auf, die ich zu bieten hatte und blickte stattdessen eisig zu dem Rotschopf von vorhin hinüber, der stolz die Stimme erhob, als Bilbo Erebors Namen aussprach.

„Aye! Oìn hat die Zeichen gelesen und die Zeichen sagen, dass es Zeit ist!“ beharrte der Rotschopf eindringlich und betonte dabei ausführlich das Wort Zeit, während sein Blick weißmachend über seine Kameraden wanderte. Sein Sitznachbar, ein Zwerg, mit kurzen, kunstvoll geflochtenen, weißen Haaren, die noch nicht einmal bis zur Brust reichten, stattdessen hinten aber zu einem hohen Dutt zusammengesteckt waren, verdrehte deswegen seufzend seine Augen und fasste sich leicht entnervt an seine Nasenwurzel, was mich nur wieder dazu führte die Augenbraue in die Höhe zu ziehen, wusste ich selbst doch nicht was dieser Vogel mit Zeichen meinte. Aber dafür tat es anscheinend dieser grauhaarige Zwerg, mit dem merkwürdigen Trichter an seinem Ohr, denn, mit einem ernsten Ausdruck in seinem Gesicht, wandte sich dieser zu Gandalf und Thorin um. „Raben wurden gesichtet, wie sie zurück zum Berg flogen, so wie es vor langer Zeit prophezeit wurde! Und mit der Rückkehr der Raben, wird die Herrschaft der Bestie enden.“ berichtete der Trichterzwerg leicht aufgeregt und warf dann ebenfalls einen bedeutungsvollen Blick in die Runde, die deswegen leicht ermutigt ihre Köpfe reckten und ihre Brust herausstreckten, derweilen ich…Naja…Sagen wir es so…Mein Blick derzeit bestand nur aus eingefrorener Perplexität…

Ich meine, was zum Teufel meinten diese Gartenzwerge mit, Mit der Rückkehr der Raben wird die Herrschaft der Bestie enden???? Hatte ich irgendwas verpasst, oder wie?? Und von welcher Prophezeiung sprachen die da bitte?? Ich meine, klar, ich war knapp 60 Jahre im Exil, aber in all meiner Zeit, hatte ich nie irgendwas über Raben, eine Rückkehr oder eine Prophezeiung gehört. Woher, zum Teufel also, nahem die all dieses Schabernack? War das vielleicht Mundart aus dem Volk der Zwerge, die sie sich irgendwann in Hoffnung auf ein besseres Leben zusammengeschustert hatten, oder wie?? Oh, bei Ancalagons mächtigen Flügeln, worauf hatte ich mich hier bloß eingelassen????....Bilbo, in der Zwischenzeit, der irgendwann, ohne dass ich es bemerkt hatte, das Esszimmer verlassen haben musste, und nun bei der Speisekammer direkt gegenüber an einem leeren, von Bröseln übersehenen Holzregal lehnte, drehte sich bei dem Wort Bestie irritiert zu uns um. „Umm….B-Bestie?! Was für eine Bestie?“ echote der Halbling leicht verunsichert und schritt unsicher ein paar Schritte auf das Esszimmer zu, seine Hände dabei nervös miteinander spielend. Ich drehte mich deswegen, wie auch knapp die ganze Mannschaft hier, überrascht zu dem Halbling um und warf ihm, über die Schulter hinweg, einen zunächst langen, kühlen analysierenden Blick zu. Doch als ich dann seine Körperhaltung und die Verunsicherung in seinem Gesicht sah, konnte ich nicht anders, als meinem Gesicht zu gestatten auf einen leichten, mitleidigen Blick zu wechseln, konnte ich mir schließlich doch ganz gut vorstellen, dass diese ganze Abendteuer-Drachen-Geschichte relativ viel für diesen armen Kerl war.

Wer sich dies allerdings nicht vorstellen konnte, war dieser merkwürdige Fellmützenzwerg, der Pfeife rauchend, seinen Kopf gegen die hölzerne Wand des Esszimmers gelehnt hatte und lässig einen großen Rauchring in die Luft paffte. „Oh…damit ist wohl Smaug, der Schreckliche gemeint. Das größte Verhängnis unseres Zeitalters.“ erklärte der braunhaarige Zwerg dem Halbling, mit einer Lässigkeit, die wahrlich seinesgleichen suchte und blickte lächelnd zu Bilbo hinüber, der ein wenig perplex im Durchgang neben mir stehengeblieben war und nur noch nervöser mit seinen Fingern zu spielen begann, derweilen der Fellmützenzwerg sorglos weiter zu berichten begann. „Fliegender Feuerspucker. Zähne, wie Rasiermesser und Klauen wie Fleischerhacken…mit einer Vorliebe für Edelmetall.“ beschrieb er explizit die Eigenschaften eines Drachen, hob dabei bei jedes Mal seine Pfeife an, wenn er seiner Liste etwas hinzufügte und blickte, am Ende dann, lächelnd zu dem Hobbit, der ein deswegen ein wenig Farbe im Gesicht verloren hatte und fest seine Hände knetete, sodass seine Fingerknöchel weiß hervorstachen. „J-Ja, ich weiß was ein Drache ist.“ beeilte sich der Hobbit schnell zu sagen und trat dabei unwohl von einem Bein aufs andere, war es ihm anscheinend doch sehr unangenehm über dieses Thema, vor allem bei so vielen Zuschauern, die musternd, analysierend, argwöhnisch und herablassend zu ihm sahen, zu reden, wobei ich eigentlich schwer davon ausging, dass die argwöhnischen und herablassenden Blicke mir galten. Aber, wie dem auch sei. Ich ignorierte sie alle gekonnt und hob stattdessen einfach trotzig mein Kinn an…

Von Glück konnte man reden, als die Sekunde darauf am oberen Ende des Tisches ein junger Zwerg, mit großen, braunen Knopfaugen, einem leichten Bartbewuchs, dem noch keine Schmuckschließen hinzugefügt werden konnten und einer niedlichen Topffrisur von seinem Platz aufsprang und euphorisch in die Runde blickte, und so die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog. „Ich habe keine Angst, auf mich könnt ihr zählen! Ich werde Smaug einen Vorgeschmack einer zwergischen Klinge direkt in seiner Allerwertesten geben!“ prahlte der junge Zwerg stolz vor sich hin, streckte dabei selbstbewusst seine Brust heraus, die versteckt hinter einem dicken, gekitteten, grau-braunem Pullover lag, unterdessen er von seinen Kameraden zustimmendes, unterstützendes Gejubel bekam. Ich, derweilen, zog nur meine Augenbraue hoch und bedachte den jungen Zwerg, mit einem sehr, sehr langen Blick, wusste ich doch nicht ob ich ihm für seine Worte Respekt zollen oder ihn lieber für einen naiven Narren halten sollte, da er anscheinend nicht wusste, wie gefährlich und stark Smaug wirklich war. Tz, tja, aber dafür schien es sein Sitznachbar, der weißhaarige Zwerg, mit den kunstvoll geflochtenen Haaren, zu wissen, denn er schien nicht so begeistert von dem Handeln des Jüngeren zu sein und packte ihn daher prompt am Arm, um ihn wieder auf seinen Platz zu ziehen. „Setz dich hin!“ fuhr er schnippisch den Jüngeren an und verfrachtete ihn gezielt wieder auf seine vier Buchstaben zurück. Der Jüngere warf ihm deswegen einen beleidigten Blick zu, wagte es jedoch nicht irgendeinen Laut des Protestes von sich zu geben, unterdessen das Wort weiter an Balin, ja ich hatte mir seinen Namen gemerkt, gereicht wurde.

„Der Weg wäre auch schwer genug, mit einer Armee hinter uns! Und wir sind nur 13. Und weder 13 der Besten, noch Schlausten.“ dämpfte der erfahrene Zwerg, mit einem wortwörtlichen Kriegshammerschlag, die Euphorie seiner Mitstreiter und wandelte sie prompt in Empörung um. Ich konnte mir deswegen ein Schmunzeln kaum verkneifen, wusste ich jetzt schon bereits wer mein Lieblingszwerg in diesem Chaos werden würde, derweilen ein beleidigtes Grummeln durch die Reihen der Zwerge ging. Vieles Unverständliches wurde gemurmelt, dass in der Masse unterging, währenddessen einige Zwerge Balin für seine Worte, mit ihren Blicken zu erdolchen versuchten. Tja, dann bestätigte sich hier wohl das Gerücht, dass Zwerge wirklich leicht eingeschnappt waren. Und das selbst, wenn sie untereinander waren…Rechtlich amüsiert, was ich natürlich nicht so offen zeigte, sondern eher hinter meiner eiskalten Maske verbarg, über dieses Verhalten warf ich belustigt einen kurzen Seitenblick zu Gandalf hinüber, der lediglich, mit hochgezogenen, buschigen Augenbrauen, schweigend an seiner Pfeife zog und den Rauch durch seine Nase abziehen ließ. Meinen Blick bemerkte er dabei nicht, aber dass war auch nicht wirklich nötig, denn sein Blick verriet mir, dass er über diese ganze Sache genauso dachte, wie Balin.

Und das amüsierte mich umso mehr, weshalb ich auch stillschweigend in mich hineinlachte, unterdessen das beleidigte Grummeln der Zwerge weiterging, bis ein relativ junger, blonder Zwerg, der ebenfalls am unteren Ende des Tisches saß, fest seine flache Hand auf die glatte Tischoberfläche schlug, um so die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zu ziehen. „Wir sind vielleicht nicht viele. Aber wir sind Kämpfer! Jeder einzelne von uns! Bis zum letzten Zwerg!“ stieß der Blondschopf animierend aus und schlug mit seiner flachen Hand leidenschaftlich ein weiteres Mal auf die flache Tischoberfläche auf. Seine eisblauen Augen flogen dabei entschlossen über seine Kameraden hinweg, schienen so etwas in seinen Mitstreitern auszulösen, denn viele von ihnen nickten begeistert bei seinen Worten und brummten zustimmend. Sogar Thorin, dem man anmerkte, dass er ein wenig stolz auf den jungen Zwerg war, nickte leicht bei seinen Worten, währenddessen der Blondschopf auch weiterhin mit seinen Augen über den Tisch blickte, bis seine Irden nicht urplötzlich an mir hängen blieben. Einfach so. Sie blieben einfach so an mir hängen, fixierten mich für einen kurzen Augenblick, im Dämmerlicht des Esszimmers, leicht überrascht. So, als würde er zum ersten Mal wirklich registrieren, dass ich auch da war. Tja, und nachdem ich bei einem Blickkontakt nie als Erste nachgab, erwiderte ich stoisch selbstverständlich den Blickkontakt und fixierte seine eisblauen Augen, die im schummrigen Licht des Raumes, wie nördliche Gletschereisseen wirkten. Und Leute ganz ehrlich? Ganz ehrlich?

Irgendwas an diesem Augenkontakt war seltsam. Und wenn ich seltsam meinte, dann war es wirklich seltsam. Denn seine Augen schienen mich in den Bann zu ziehen, in einen reißenden Strudel aus kaltem Eiswasser, aus dem ich nicht entkommen konnte, derweilen sich in meiner Brust ein beklemmendes Gefühl breitmachte. Ein Gefühl an dem ich drohte zu ersticken und je länger der intensive Blickkontakt zwischen dem blonden Zwerg und mir hielt, desto schlimmer würde dieses 66Gefühl, sodass ich schon bald die Angst vorm Ersticken verspürte. Aber selbstverständlich, so stur wie ich nun einmal war, zeigte ich dieses wirren Gefühle nicht, sondern starrte weiterhin stoisch den blonden Zwerg an, der anscheinend auch nicht im Entferntesten daran dachte, wegzusehen. Oder naja…Zumindest nicht im Entferntesten daran gedacht hatte wegzusehen, denn sein Sitznachbar, ein ebenfalls sehr junger, braunhaariger Zwerg, der so gut wie gar keinen Bartwuchs und einen niedlichen Pony hatte, machte ihm einen gewitzten Strich durch die Rechnung, als er sich begeistert vorlehnte und grinsend das Wort ergriff. „Und ihr vergesst, wir haben einen Zauberer auf unserer Seite! Gandalf wird sicher schon hunderte Dachen getötet haben!“ verkündete der junge Braunhaarige im Eifer des Gefechts enthusiastisch und gestikulierte mit seiner Pranke von einer Hand zu dem alten Zauberer hinüber. Und naja….Was sollte ich dazu noch sagen? Hmm? Was sollte ich dazu noch sagen, meine Freunde?

Gandalf verschluckte sich beinahe an seiner Pfeife, als er die Worte des jungen Zwerges hörte und musste erst einmal ein paar Mal kräftig husten, um den Rauch aus seinen Lungen herauszubekommen. Die restlichen Zwerge schauten ihn deswegen fragend, aber dennoch äußerst erwartungsvoll an, so als würden sie wirklich glauben, dass Gandalf Drachen getötet hatte. Der alte Istari wedelte daher abwehrend mit seiner Hand vor seinem Gesicht herum, um den Männern so klarzumachen, dass er keine Erfahrung im Drachentöten hatte und versuchte hustend ein paar Wörter aus sich herauszubekommen. „Oh-…Ich würde nicht sagen-…“ versuchte sich der graue Zauberer, mit rauer Stimme, irgendwie zu retten, doch diesen Teil übernahm überraschenderweise ich selbst für ihn, denn ich schaffte es nicht länger ein Lachen zu unterdrücken. Ich meine, Leute kommt schon. Für jemanden wie mich, der tagtäglich mit Drachen zutun hat, sogar einen besten Freund als Drachen hat und mit diesen Viechern aufgewachsen war, war es absoluter Blödsinn zu hören, dass Gandalf Drachen getötet hatte. Ja gut, vielleicht konnte er es einmal mit einem Urulokí aufgenommen haben, einen Kaltdrachen, aber ich redete hier von echten Drachen. Echten, feuerspeienden Drachen. Nicht irgendwelchen übergroßen Echsen, denen durch Zufall ein paar Flügel gewachsen waren und deren Hirn die Größe einer Walnuss hatte. Von dem her…Ja…Ich musste einfach lachen…

Lachend hielt ich mir also die Hand vor den Mund, spürte schon ein leichtes Ziehen in meiner Seitenmuskulatur, da ich nach so langer Zeit so starkes Lachen einfach nicht gewohnt war, derweilen ich von allen Seiten perplexe, verwirrte, argwöhnische und abfällige Blicke zugeworfen bekam oder sich die Zwerge eben untereinander verständnislose Blicke zuwarfen. Von allen ein bisschen was, wenn man es kurz zusammengefasst haben möchte, denn sogar Thorin drehte sich auf seinem Stuhl zu mir um und sah mich irritiert, mit hochgezogener Augenbraue an, so als könne er entweder nicht fassen, dass ich es wirklich wagte in seiner Gegenwart ein Laut von mir zu geben oder dass ich es wagte in seiner Gegenwart überhaupt zu atmen. Ich persönlich tippte eher stark auf die Nummer 2, aber das war jetzt nicht von Belang…Wo waren wir also stehengeblieben? Ach ja!... „Was gibt es da zu Lachen, Mädel?“ schnauzte mich grantig Dwalin von seinem Platz aus an und bedachte mich dabei mit einem so finsteren Blick, dass jeder normaldenkende Mensch sofort die Fliege gemacht hätte, da es für ihn anscheinend eine Art Beleidigung war, dass ich über die naive Aussage des jungen, braunhaarigen Zwerges lachte, der mich übrigens auch versuchte mit seinen Blicken aufzuspießen, unterdessen Gandalf unwohl seinen Blick auf den Tisch richtete, wusste er doch sehr genau warum ich lachte.

Doch ich brauchte erst einmal ein paar Sekunden, um mich auszulachen, ging dann sogar schon so weit, dass ich meine Seite halten musste, um nicht umzukippen, weshalb ich by the way, von Bilbo den fassungslosesten Blick aller fassungslosen Blicke abbekam, ehe ich mich schließlich beruhigen konnte und leicht außer Atem zu dem glatzköpfigen Hünen blickte, er ohne Witz so aussah, als würde er mir jeden Augenblick an die Gurgel springen. „Magie wird euch bei einem Drachen nichts bringen, Herr Zwerg. Die Magie mag zwar älter sein, als sie, aber Drachen wurden durch sie geschaffen. Ihr werdet also mehr Glück darin haben, Mordor mit Streichhölzern anzugreifen, als einen Drachen mit Magie von der Welt zu fegen.“ erklärte ich der versammelten Mannschaft in einem leicht überheblichen Ton, wie auch mit einem dezenten, amüsierten Schmunzeln auf den Lippen, derweilen ich meine Arme lässig meine Arme wieder vor meiner Brust verschränkte und mich gegen den rundlichen Türrahmen lehnte. Gandalf brummte deswegen eine leise Zustimmung, die noch nicht einmal für seine Nachbarn verständlich war und zog nachdenklich an seiner qualmenden Pfeife, währenddessen Bilbo fassungslos seinen Blick von mir abwandte und hilflos in die Runde blickte. Sein Mund stand dabei leicht offen und seine Arme hingen schlaff an seinen Seiten herab. Mehr gefasst dabei wirkte Thorin, der lediglich seine azurblauen Augen, die jenen des blonden Zwerges wirklich verdammt ähnlich waren, verengte zu schmalen Schlitzen und fixierte mich mit ihnen, wie ein Raubtier, dass gerade seine nächste ahnungslose Beute auserwählt hatte. „Und Ihr wisst das woher?“ knurrte mich der Schwarzhaarige argwöhnisch an und erhielt dabei zustimmendes, dunkles Brummen von Dwalin, den ich anscheinend wirklich gekränkt hatte, unterdessen ich, den Hünen dabei vollkommend ignorierend, desinteressiert mein Augenmerk zu dem großen Zwerg vor mir wandern ließ und ihn einmal von oben bis unten musterte. „Ich habe meine Erfahrungen.“ erwiderte ich simpel, wie auch kühl auf seine bissige Frage, wofür ich von ihm ein abwertendes Schnauben erhielt.

Er war nicht zufrieden mit einer Erwiderung, dass sah man deutlich. Er war generell nicht zufrieden mit mir, dass sah man noch deutlicher. Aber ich war schließlich nicht wegen ihm hier, sondern wegen meinem Clan. Nur wegen meinem Clan und der Widergutmachung ihnen gegenüber, also wegen Rache, war ich hier. Sonst wegen nichts, weshalb es mir auch egal sein konnte, was diese Männer von mir hielten, solange ich das erreichte, was ich wollte. Also war es mir auch einigermaßen gleichgültig, als einer der hinteren Zwerge, der Rotschopf, der es anscheinend wie Dwalin auf mich abgesehen hatte, zynisch die Stimme erhob. „Ach ja? Wie viele Drachen habt Ihr dann auf Eurem Gewissen, Missy? Zwei? Sechs? Fünfzehn?“ feuerte der temperamentvolle Zwerg garstig gegen mich und fixierte mich, mit einem herausfordernden, funkensprühendem Blick, der im Normalfall sicherlich jedem anderen das Fleisch von den Knochen geätzt hätte, wobei er von den anderen Zwergen zustimmendes Geraune erhielt. Doch, und hierbei war ich wirklich von mir selbst ein wenig überrascht, trotz dieser giftigen Angriffe, blieb ich erstaunlich ruhig, fühlte lediglich in meinem Inneren die Hitze der Wut leicht aufsteigen und spannte deswegen mein Kiefer an, sodass man die Muskulatur darunter arbeiten sehen konnte, derweilen ich angesäuert den Rotschopf anstarrte. Denn eigentlich hatte ich noch nie in meinem Leben einen Drachen getötet. Klar, ich hatte gegen sie gekämpft, aber nie einen ermordet. Denn ich meine, wieso sollte ich auch meine Verbündeten, meine Freunde, töten wollen? Aber das konnte ich jetzt ja schlecht diesen sturen Gartenzwergen sagen, weshalb ich mich auch damit begnügte wütend den rothaarigen Zwerg, mit der tiefen Narbe oberhalb von seinem rechten Auge in Grund und Boden zu starren.

Eine Entscheidung, die im Nachhinein gesehen, vielleicht nicht unbedingt meine Klügste war, denn so schaffte ich es den Rest der Mannschaft auch noch gegen mich aufzubringen. „Na los! Nennt uns eine Zahl, Mädchen!“ bellte zum Beispiel der ältere, weißhaarige Zwerg, mit den kurzen, kunstvoll geflochtenen Haaren, der neben dem jungen Topffrisuren-Zwerg hockte, und sprang dabei förmlich von seinem Platz auf. Danach ging alles wortwörtlich den Bach runter. Alle anderen sprangen auch auf geiferten wild durcheinander, drohten mit Schlägen, mir natürlich nicht, aber sich gegenseitig, und sprachen auf ihrer Sprache wüste Verwünschungen aus. Es war wirklich, wie einem Rudel wilder Hunde beim Machtkampf zuzusehen. Viel lautes , furchteinflößendes Gekäppel, aber wenig dahinter, weshalb ich auch rechtlich unbeeindruckt meine Augenbraue hochzog und gelangweilt dabei zusah, wie Dwalin, den Fellmützenzwerg über den Tisch hinweg am Kragen packte und näher zu sich heranzog. Fluchend, auf seiner Muttersprache natürlich. Der Fellmützenzwerg wehrte sich dagegen natürlich, drohte wüst mit Prügelei und was weiß ich noch alles, wobei ihm der schwarz-weißhaarige Zwerg, mit der Axt im Kopf, grob zur Hilfe kam und versuchte ihn aus Dwalins Händen loszubekommen. Tja, und so ging es über den gesamten Tisch. Den gesamten, verdammten Tisch. Nur ich, Thorin, der mich deswegen finster ansah, Gandalf, der mich vorwurfsvoll ansah und Bilbo, der hilflos mit „M-Meine Herren, bitte! Da-Das können wir auch anders lösen!“ versuchte, die Streitenden zu beruhigen, waren die einzigen Personen, die sich an diesem Schauspiel nicht beteiligt hatten. Und naja, was sollte sich sagen. Ich war schon irgendwo ein wenig Stolz, dass ich es geschafft hatte, ohne auch nur ein einziges Mal meine Stimme zu erheben, so ein Chaos zu verursachen. Gab es irgendwo auch ein Stellenangebot, wo man sowas professionell machen konnte?

Aber naja…Alles Gute musste ja irgendwann einmal enden. Und so auch diese keifende Streiterei, als Thorin schließlich endgültig der Geduldsfaden riss. „ATKÂT!!“ donnerte Thorin, mit tiefer, durchdringender Stimme, autoritär, sodass seine Stimme bestimmt durch die ganze Höhle hallte und erhob sich dabei sprunghaft von seinem Platz, thronte mit seiner Größe über alle anderen auf. Diese verstummten zu meinem großen Überraschen sofort, ließen ihre Streitigkeiten sofort verstummen und pflanzten sich eilig auf ihre Plätze zurück, aus Respekt vor ihrem Anführer, und sahen mit entschuldigenden Mienen schuldbewusst zu ihm auf. Leichter Neid machte sich deswegen in meiner Magengegend breit, als ich dezent beeindruckt zwischen Thorin und seinen Leuten hin und herschaute, als dieser erneut seine Stimme erhob.

„Wenn wir schon diese Zeichen gelesen haben, denkt ihr nicht auch, dass es andere ebenfalls getan haben?“ fragte er ernst in die Runde und ließ seinen Blick über seine Leute wandern, seine königliche Aura dabei voll und ganz den Platz um ihn herum einnehmend und ihn nur noch respekteinflößender wirken lassend. „Gerüchte wurden verbreitet, der Drache Smaug wurde für 60 Jahre nicht gesehen.“ berichtete er uns vielsagend und gestikulierte mit seiner Hand zu der Ereborkarte, wo ein kleines Abbild von Smaug, dem Feuerdrachen zu sehen war, ehe er schließlich raunend fortfuhr. „Augen wenden sich dem Erebor zu, wundernd, das Risiko abwiegend. Der Reichtum unserer Vorfahren liegt ungeschützt in diesem Berg. Sollen wir zusehen, wie andere sich holen, was rechtmäßig uns gehört oder ergreifen wir diese Chance und holen uns den Erebor zurück?“ fragte Thorin enthusiastisch, wie auch ermutigend in die Runde, wie man es für gewöhnlich nur dann tun würde, wenn man kurz vor einem Kriegszug stand, und hielt dabei mit Passion seine Faust ausgesteckt über den Tisch, wofür er von seinen Leuten tosendes Gejubel erhielt. Begeistert warfen die Zwerge ihre Fäuste in die Luft, jubelten und stießen zwergische Ausrufe aus, die ich allerdings nicht ganz verstehen konnte. Nur als Thorin in den Beifall mit einstieg und euphorisch „Du Bekâr! Du Bekâr!“ von sich gab, konnte ich verstehen, aber nicht dessen Bedeutung. Allerdings musste ich das auch nicht, denn ich konnte mir schon denken, was es wirklich hieß und den Tatendrang den Thorin dadurch in uns allen, ja auch in mir, ausgelöst hatte, war genug. Zwar nicht genug, dass ich ebenfalls in den Jubel miteinstieg, aber dennoch das ich leicht Schmunzeln musste, als ich an Erebor zurückdachte, ohne direkt wieder einen Messerstich ins Herz zu bekommen.

Aber, so wie jedes verdammte Mal auch, gab es auch hier eine Spaßbremse. Und diese Spaßbremse war genau jene, von der ich eigentlich gedacht hätte, dass sie mein Lieblingszwerg werden würde. „Ihr vergesst, der Haupteingang ist verschlossen. Da ist kein Weg in den Berg hinein.“ bremste Balin ernst die Freude seiner Kameraden aus und machte mit seiner Hand dabei eine wegwischende Bewegung, die sogleich auch sämtliche Euphorie mit sich nahm. Die lächelnden Gesichter verschwanden abrupt und die Fäuste senkten sich wieder auf den Tisch hinab, selbst Thorin schien gedämpft in seiner Freude, denn er ließ sich schnaubend wieder auf seinen Platz fallen, die azurblauen Augen dabei leicht enttäuscht auf dir glatte Oberfläche des Tisches gerichtet, so als hätte er wirklich vergessen, dass der Haupteingang verschlossen war. Ich, derweilen, teilte nicht ihre Enttäuschung, wusste ich doch, dass es mehr als nur einen Eingang in den Berg gab. Und zwar über den Eingang der Drachenreiter, der sich weit oben auf einem Plateau, flankiert von zwei mächtigen Steinwachtürmen, befand. Der dürfte noch offen sein, da die Tore für die Krieger zum Ausschwärmen geöffnet wurden. Wenn wir dann von dort aus eindrangen, konnten wir die Botengänge benutzen, um hinunter zu dem Zwergenkönigreich zu kommen, vorausgesetzt, sie waren bei Smaugs Wutanfall nicht eingestürzt. Aber wer wusste schon, was in all den Jahren alles passiert war? Vielleicht waren die Tore wieder verschlossen worden, dann gab es wirklich kein Weg mehr hinein. Doch konnte es Schaden, wenn ich meine Weisheit mit den Zwergen teilte? Nein, oder? Ich war schließlich nur eine Hilfe, sie konnten mir nichts vorwerfen und außerdem waren die Drachenreiter im ganzen Norden bekannt, was mich nicht verraten dürfte….Also, von dem her? Freier Weg, oder?

Kurz haderte ich mit mir, wog noch einmal das Risiko erkennt zu werden ab, ehe ich schließlich seufzend leicht meinen Kopf schüttelte und meine Augen verdrehte und dazu ansetzen wollte, meinen Mund zu öffnen, um mit den Zwergen mein Wissen zu teilen. Und dabei betonte ich lautstark das Wort wollt, denn gerade als ich meinen Mund aufmachen wollte, begegnete ich Gandalfs warnenden, verneinenden Blick. Überrascht zog ich deshalb meinen Kopf zurück und hievte meine Augenbraue bis zu ihrem Ansatz in die Höhe, war ich doch verwirrt warum ich nichts über die Eingänge der Drachenreiter sagen sollte. Doch Gandalf, dem es irgendwann anscheinend gelungen war die Eigenschaft des Gedankenlesens freizuschalten, behaarte eindringlich auf seine stumme Bitte und schüttelte, wie zur Untermalung seiner Warnung, ganz, ganz unauffällig seinen Kopf. Ich zögerte erneut einen Moment, konnte ich doch einfach nicht verstehen, wieso ich eine solch wichtige Information verheimlichen sollte. Jedoch wollte ich mich besser nicht mit einem Zauberer anlegen und trat, als Zeichen das ich verstanden hatte, einen kleinen Schritt zurück. Gandalf nickte daraufhin unauffällig, ehe er sich mit einem wissenden Lächeln im Gesicht, an Balin und Thorin wandte, die noch immer nachdenklich und enttäuscht zugleich die Tischplatte anstarrten. „Das, mein lieber Balin, ist nicht ganz richtig.“ gab der alte Istari geheimnisvoll von sich, erntete so von allen Seiten, auch von mir und vor allem von Thorin, verwirrte Blicke, ehe er, mir nichts, dir nichts, aus seinem langen, grauen Ärmel, in einer fließenden, wirklich beeindruckend aussehenden Bewegung einen großen, alten, kunstvoll angefertigten Eisenschlüssel hervorholte, der auf übliche kantige Zwergenart hergestellt wurde.

Ich und Bilbo, die die ganze Zeit nebeneinander gestanden hatten, verstanden nicht ganz, was Gandalf mit diesem Schlüssel wollte, weshalb wir auch verwirrt unsere Augenbrauen in die Höhe zogen und untereinander einen irritierten Blick austauschten. Doch für die Zwerge schien diese Schlüssel von großer Bedeutung zu sein, denn ich konnte deutlich sehen, wie sich die Augen eines jeden bärtigen, kleinen Mannes hier drinnen ungläubig weitete, während Thorin nur fassungslos hörbar ausatmete. „Wie bist du an diesen Schlüssel gekommen, Gandalf?“ fragte der schwarzhaarige Zwerg, mit einer Mischung aus Unglaube, Hoffnung, Misstrauen und Verständnislosigkeit in der Stimme und sah, mit großen Augen, zu dem grauen Istari hoch. Doch dieser lächelte erneut einfach nur wissend und hielt den Eisenschlüssel demonstrativ leicht in die Höhe. „Er wurde mir von deinem Vater gegeben. Von Thraín, um ihn sicher aufzubewahren.“ erklärte Gandalf ruhig dem Zwerg die Umstände, während dieser noch immer ungläubig zwischen dem Schlüssel und dem Zauberer hin- und hersah. „Er gehört jetzt dir.“ fuhr der Graubart dann fort und reichte den Schlüssel langsam zu Thorin hinüber, welcher diesen auch ehrfürchtig annahm. Ich verstand noch immer nicht wirklich wieso dieser Schlüssel jetzt so wichtig war, aber immerhin hatte ich jetzt herausgefunden, dass Thorin der König, beziehungsweise der König der Zwerge im Exil, war, hatte ich vorhin doch bereits gewusst, dass König Thror einen Sohn hatte, Thraín. Und wenn Thorin dessen Sohn war, ja…Ich glaube ihr könnt eins und eins zusammenziehen, oder?    

„Wenn es einen Schlüssel gibt, dann gibt es auch eine Tür.“ stellte, in der Zwischenzeit, der Blondschopf, mit dem ich zuvor diesen wirklich intensiven Blickkontakt hatte, raunend fest und sah überlegend zu dem großen, schweren Eisenschlüssel hinüber, den Thorin begutachtend in der Hand hielt, weshalb ich auch sämtliche Gesichtszüge in Ironie verlor. Jetzt war ich aber überrascht, dass es zu einem Schlüssel eine Tür gab. Ich hatte schon fast angenommen, wir müssten eine hineinsprengen….Doch da ich keinen weiteren Streit anzetteln wollte, verbiss ich mir mein Kommentar und dachte es mir einfach nur, währenddessen Gandalf zustimmend in die Richtung des jungen, blonden Zwergs nickte. „Diese Runen weisen auf einen geheimen Pfad hin, der uns in die unteren Hallen führt.“ informierte er uns ernst und deutete mit dem Ende seiner Pfeife auf die krakeligen Runen, am Rande der Karte. Etwas, was beim besten Willen noch nicht einmal der gelehrteste Mann meines Volkes hätte lesen können, weshalb ich auch irritiert meinen Kopf schieflegte.

Doch trotzdem hinderte dies den jungen, braunhaarigen Zwerg, der neben Blondie saß, nicht daran, dass laut auszusprechen, was wir alle dachten. „Es gibt einen anderen Weg hinein…“

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Khuzdul – Deutsch

Atkât! : Ruhe!

Du Bekâr! : Zu den Waffen!



Heyyyyyyy!!!!!

Kiddies, ich bin wieder da!!! Letztes Kapitel, bevor die Schule beginnt und ich in Depressionen verfalle, wuhu!!! Wer freut sich!!!...Nur ich? Sehr schön….Ok….  

Naja, wie dem auch sei, wie fandet ihr dieses Kapitel? Ich bin mir mit Rais Vorstellung ein wenig unsicher. Ich wollte eigentlich noch einen Streit hineinschreiben, allerdings habe ich hier auch deutlich geschrieben, dass Gandalf sie in Schutz nimmt. Und keiner stellt sich gegen Gandalf, nicht einmal Thorin. Er befolgt meistens schließlich auch seinen Rat. Also, was meint ihr? Vor allem wollte ich ihn nicht ausrasten lassen, immerhin ist er eine Autoritätsperson und muss immer als eine Art Vorbild fungieren, da kann er nicht wie ein Kleinkind reagieren, wenn mal etwas gegen seinen Strich geht. Sagt mir ruhig eure Meinung, bin mir deswegen echt unsicher…

So, was sonst noch?....Ach ja….DANKESCHÖN, für das neue Favo, und DANKESCHÖN, Tintentraum, du geile Sau, für dein Review. War echt lieb von dir und ich habe mich mega gefreut. Euch für die 600+ Aufrufe möchte ich mich bedanken, uhhh, wir nähern uns der 1000 Marke, ich freue mich!!!

Lasst mir ruhig Sternchen, Herzchen oder eine kurze Rückmeldung da, wenns euch gefallen hat. Ich freue mich echt über alles. Ein DU STINKST reicht auch, haha. Verbesserungsvorschläge und Kritik nehme ich mit Handkuss auf, Leute! HANDKUSS!!!!

So, jetzt lasse ich euch aber in Ruhe!

Habt eine schöne Woche, lg little-chaos-queen

PS: Kapitel werden jetzt sehr, sehr unregelmäßig kommen, da nächste Woche für mich Schulstart ist!
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