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Die letzte Drachenreiterin

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Fili Gandalf OC (Own Character) Smaug
19.06.2020
17.09.2020
10
92.077
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24.08.2020 7.750
 
Chapter 7: Versöhnung und der Beginn eines neuen Abenteuers…


Corrus` Sicht:


„Was, bei Ancalagons mächtigen Schwingen, meinst du bitte mit Du hast vergessen mir zu erzählen, dass Gandalf der Graue dich im Namen des Erebors um Hilfe angesucht hat, damit wir die Rückeroberung des Berges unterstützen???? Wie kann man sowas bloß vergessen, Rai?! Und überhaupt, was zum Teufel, ist eigentlich mit deinen Haaren passiert?! Wurdest du von irgendeinem wilden Rudel Beile angegriffen, oder was?!“ fauchte ich völlig am Enden mit meinen armen Nerven meine nun geschorene Partnerin an, deren schneeweiße Haut zwar nicht durch ihr stoppeliges, verdammt kurzes, silber-weißes Haar zu sehen war, mich aber dennoch beinahe zu Tode erschreckt hatte. Ich meine, dass letzte Mal als ich sie gestern gesehen hatte, hatte sie noch schulterlange, klatschnasse Haare gehabt und nun??? Nichts!! Da war nur noch ein vielleicht 12 millimeterlanges Stoppelfeld auf ihrem Kopf, dass ihr ganzes Gesicht unheimlich schmal und zart aussehen ließ. Doch das war nicht der Punkt, oder zumindest nicht der ausschlaggebende Punkt, wieso ich so aufgebracht war. Nein. Dazu trug eher der Fakt bei, dass Rai mir verschwiegen hatte, dass sie einen Auftrag von einem Istari für Erebor und seine Rückeroberung bekommen hatte und diesen weder angenommen, noch mir davon berichtet hatte!! Also JAA!!! Ich war stocksauer, was man deutlich an meinen geblähten Nüstern und den daraus aufsteigenden, kohlschwarzen Rauchschwaden erkennen konnte, derweilen ich bitterböse auf meine Partnerin neben mir herabstarrte, die, auf einer relativ nervösen Agrafina, neben mir auf einer verlassenen, sonnenbeschienen Hauptstraße her ritt.

Doch anstatt das Raidyn wegen meiner Wut ihren Kopf einzog und sich beschämt gab, verdrehte sie lediglich ihre stahlgrauen Augen leicht, atmete tief ein und fasste Agrafinas Zügel knirschend fester, um so die dunkelbraune Stute besser unter Kontrolle zu halten, ehe sie schließlich gereizt zu mir hochsah und mich durchdringend, ja beinahe sogar schon bohrend, ansah. „Tu jetzt nicht so, Corrus, als hättest du mir nicht auch Sachen verschwiegen! Denn wenn ich mich an deine kleine Romanze mit Cahira erinnere, dann durfte ich ebenfalls knapp 7 Monate warten, bevor du mich eingeweiht hast!“ merkte die Silber-Weißhaarige leicht schnippisch mündlich, also nicht über unser geistiges Band hinweg, an und presste dabei ihre Kiefer so hart aufeinander, dass man deren Muskulatur darunter schon fest arbeiten sehen konnte und man beinahe schon das Gefühl bekam, dass sie sich ihre Zähne herausbrechen wollte. Doch dies war mir im Moment vollkommend egal! Ohh ja, dass war mir im Moment sowas von egal, denn Rai hatte wieder etwas zur Sprache gebracht, was sie nicht hätte tun sollen. Und dann auch noch in solch einem Ton, in einem solch vorwurfsvollen Ton, dass sich unweigerlich eine eiserne, schmerzende Kralle kalt um mein Herz legte und so fest zudrückte, dass ich augenblicklich das Gefühl bekam, an Ort und Stelle ersticken zu müssen.

Denn Cahira war jene Drachendame gewesen, mit der ich mir eine Zukunft vorgestellt hatte. Jene, mit der ich, sobald ich meine Ausbildung zum Krieger abgeschlossen hätte und zum Beta des Clans ernannt worden wäre, ein Leben aufbauen hätte wollen. Eine gemeinsame Höhle teilen und all dies machen hätte wollen, was Drachenpaare sonst so auch getan hätten. Doch sie wurde mir bei Smaugs Überfall genommen. Sie starb bei dem Versuch, zusammen mit ihrer Reiterin, ein paar Kinder und Drachenjunge aus dem Berg herauszuholen und ich hatte nichts tun können, um sie zu beschützen, da ich in diesen Augenblick eine Priorität gesetzt hatte. Für mich war es in diesem einen Augenblick, als ich mit Cahira auf den östlichen Feldern war und die Kriegsglocken geläutet wurden, einfach wichtiger Rai zu finden und an ihrer Seite zu sein, anstatt an Cahiras, da ich dachte, dass sie auf den Feldern sicher sein würde oder zumindest so weit weg vom Kampf blieb, dass ihr nichts passieren konnte. Doch ich hatte mich geirrt und nun warf mir Rai diesen Unsinn vor, da sie einfach zu stolz war, um sich einzugestehen, dass sie einen Fehler gemacht hatte. Und das verletzte mich und machte mich gleichermaßen so wütend zugleich, dass ich gar nicht merkte, wie sich die tiefe Zornesfalte auf meiner schuppigen Stirn einbrachte, ich tief knurrend meine Lefzen hochzog, sodass man einen einwandfreien Blick auf meine blitzenden, weiß-gelblichen, rasiermesserscharfen Reißzähne hatte und sich in der Tiefe meiner Brust ein zorniges, loderndes, gelb-grünes Feuer entfachte, dass zischend in den schmalen, gelblichen Rillen zwischen meinen Schuppen bemerkbar machte.

Agrafina war in diesem Fall natürlich sofort die Erste, die meine Stimmungsschwankung bemerkte und wich demnach sofort, mit weit aufgerissenen, glänzenden Augen, in denen sich meine glühende Brust und meine gefährlich blitzenden Irden wiederspiegelten, trampelnd, wie auch schrill wiehernd, vor mir zurück, wobei ihr dichter, schwarzer Schweif wild um sich schlug. Rai schnappte deswegen anfänglich überrascht nach Luft, hatte sie eine solch heftige Reaktion jetzt doch nicht erwartet, spannte aber jedoch instinktiv all ihre Muskeln an und presste ihre Oberschenkel fest gegen Agrafinas bebende Flanken, um sie so zumindest halbwegs unter Kontrolle zu halten und so zu verhindern, dass sie wie verrückt durchging. Ein angespannter Ausdruck fing dabei auf Rais Gesicht aufzuleuchten, ließ sie so ihren Stirn zusammenziehen, wie auch ihren Mund verziehen, derweilen sie hektisch mit den klimpernden, schwarzen Lederzügeln Agrafinas herumhantierte, die schrill wiehernd und dumpf schnaubend ihren hübschen Kopf in den Nacken warf und immer mehr auf ihre zitternde Hinterhand zurückwich. Denn sie hatte deutlich Angst vor mir, was ihren Fluchtinstinkt selbstverständlich nur noch mehr antrieb und für Rai immer schwerer machte, sie ruhig zu halten. „Ruth nii, Corrus!“ hörte ich meine Partnerin daher auch ungeniert fluchen, als sie sich mit ihrem ganzen Gewicht knirschend in den Sattel pflanzte und ihre Hacken tief in den Steigbügeln vergrub, um die immer wilder werdende Stute nicht durchgehen zu lassen. Doch das war mir im Moment sowas von egal. Denn meine Wut auf Rais Worte trieb mich unverfroren dazu, schwanzpeitschend, wie auch mit bedrohlich, leicht abgespreizten Schwingen, die so einen kleinen Schatten auf die Silber-Weißhaarige und Agrafina warfen, stampfend, sodass sich unter meiner Klaue bereits eine tiefe Mulde eingrub, prompt in ihren Weg zu treten und zornig auf die Beiden herabzusehen, die nun doch ein wenig überrascht zu mir hochsahen.

„Vergleiche meine Entscheidung um Cahira, nicht mit deiner Entscheidung, den Auftrag des Istari zu verheimlichen, Rai! Im Gegensatz zu dir habe ich dich nämlich immer in alle wichtigen Entscheidungen, die uns Beide betreffen miteingebunden!“ fauchte ich dunkel an und ließ dabei gleichzeitig mehrere rußschwarze Rauchwolken aus meinen Nüstern aufsteigen, derweilen ich zuließ, dass das gelb-grüne Feuer in meiner Brust quälend langsam und heiß meinen Hals hinaufwanderte. Rai beobachtete mich dabei, mit erbost zusammengekniffenen, glühenden, stahlgrauen Augen, jeglicher Anflug von Überraschung zu diesem Zeitpunkt bereits komplett verschwunden. Jedoch wagte sie es nicht weder ihren Mund, noch ihre Gedanken für mich zu öffnen, denn sie wusste, dass ich mit meiner Ansprache noch nicht fertig war.

Und bei den Göttern, dass war ich wahrlich noch lange nicht, was ich auch deutlich zeigte, als ich, mit hochgezogenen Lefzen, wie auch einem peitschendem Schweif, wütend einen Schritt näher auf Rai und Agrafina zumachte. Meine Augen dabei lodernd vor Schmerz und Wut. „Zum Beispiel, als ich von Orion das Angebot bekommen habe, nach meiner Ausbildung, in Cetos Leibgarde zu dienen! Da habe ich dich auch miteinbezogen, da du reintheoretisch, durch mich, auch einen Platz in der Leibgarde hättest! Oder als ich von Ceto persönlich, zusammen mit Bo und zwei weiteren Kriegern auf eine Geheimmission geschickt wurde, um die Trupp-Bewegung der Orks zu überwachen! Da habe ich dich trotz des Verbotes auch miteingebunden, oder etwa nicht?! Wie kannst du dir also nur anmaßen mir vorzuwerfen, dass ich Sachen vor dir geheim halte?!!“ rechtfertigte ich mich, mit tiefer, rauchiger Stimme, in voller Rage vor Rai und zählte ihr immer mehr Beispiele auf, wo ich sie in meine Entscheidungen miteingebunden hatte oder zumindest mit ihr darüber gesprochen hatte.

Denn manche Sachen, wie zum Beispiel Cetos Auftrag bezüglich der Spionage, konnte man nicht ablehnen. Nicht wenn es vom Alpha persönlich kam. Aber trotzdem hatte ich mit ihr darüber gesprochen. Ich hatte mit ihr darüber gesprochen, obwohl mir ausdrücklich verboten worden war, mit irgendjemanden außerhalb meiner Truppe darüber zu reden. Und deshalb verletzte mich Rais teils egoistisches Verhalten nur noch mehr. Ich meine, wie konnte sie mir sowas verheimlichen? Wie? Ich dachte unsere Beziehung ginge tiefer, als bei vielen anderen Drachenreitern, aber anscheinend hatte ich mich geirrt, wenn sie mir nun schon solche großen Dinge verheimlichte. Hier ging es schließlich auch darum, dass wir unserem Eid Folge leisten mussten, denn wir gegenüber dem Thron geschworen hatten, es-…Es ging einfach um so verdammt viel, dass Rai gar nicht begriff und durch ihr Handeln dann uns Beide immer mehr in die Ungnade unserer Vorfahren stürzte. Und ich hatte einfach überhaupt keine Ahnung, wie ich sie aus diesem verfluchten Teufelskreis wieder herausbekommen sollte…Tz, vielleicht war diese Sternschnuppe gestern doch kein Zeichen gewesen, sondern nur ein einfaches Himmelsphänomen…

Wütend und emotional aufgewirbelt starrten Rai und ich uns für einige Minuten schweigend an. Tobendes Gewitter, traf dabei auf brechende Blitze, ließ so alles zu einem gewaltigen Strudel an hochkochende Emotionen entstehen, die sich gegenseitig zu verschlingen drohten. Die gesagten Worte hingen dabei noch sehr schwer in der Luft, drückten auf unserer beiden Gemüter und ließen uns nur noch angespannter werden. Es war beinahe wie diese unangenehme Schwüle vor dem heftigen Gewitter, der dann frischen Regen und Abkühlung bringen würde, kombiniert mit dieser verhassten Stille, welche nur durch Agrafinas armseliges Schnauben, wie auch ihrem Hufe scharren, dem Zwitschern der Vögel, dem leisen Zirpen, als auch Brummen der Insekten und dem Rauschen des Blätterdaches unterbrochen wurde. Und ich hasste dies, da ich wusste, dass diese Gefühle nur durch Rais und meinen Streit kamen. Aber ich würde mir von ihr nicht solche Sachen vorwerfen lassen. Nicht, wenn sie eigentlich selbst die Trägerin der Schuld war, weshalb ich auch unerbittlich, mit glühenden Augen, als auch leise knurrend, auf Rai niederstarrte, noch nicht einmal im entferntesten dabei denkend zu blinzeln oder schnaubend wegzusehen. Denn in diesem Kampf war ich im Recht und das wusste Rai auch, selbst wenn es ihr Stolz nicht zuließ. Oder naja…Sagten wir es so…Von dem Stolz, von dem ich zumindest dachte, dass er Rais Einsehen verhindern könnte, denn anscheinend hatte Rai heute genug Kraft um ihrem stoischen Ich die Stirn zu bieten, denn, mit einem Mal, entkam ihr ein reuevolles, schweres Seufzen und sie unterbrach, stumm fluchend, unseren Blickkontakt, um kopfschüttelnd zum begrünten Rand des Waldes zu blicken. Ihre Hände dabei nervös mit den Zügeln Agrafinas spielend.  

Ich zog deswegen irritiert meine nichtvorhandene Augenbraun in die Höhe, war ich so ein Verhalten von Rai doch grundsätzlich nicht gewöhnt, und ließ vorsichtshalber meine Lefzen wieder sinken, sodass sie wieder meine messerscharfen, blitzenden Reißzähne bedecken konnten. Auch meine gewaltigen Schwingen drückte ich unbewusst, wie auch leise raschelnd, wieder an meinen Leib heran, um nicht mehr so bedrohlich auf Agrafina und Rai zu wirken, ehe ich schließlich gedanklich dazu ansetzen wollte, um zu fragen, was zum Teufel jetzt mit meiner Partnerin los war. Aber…Nun ja…Die Frau war einfach fünfmal so schnell wie ich, wenn ich dies gelinde ausrücken dürfte… „Ich habe es dir nicht erzählt, Corrus, weil ich-…“ begann die Silber-Weißhaarige schließlich gepresst und atmete dabei widerwillig tief ein, so als müsse sie erst mit sich kämpfen, bevor sie diese Worte über ihre Lippen bringen konnte. Ich legte deswegen meinen Kopf ein wenig schief, war ich doch neugierig worauf meine Partnerin hinauswollte. Jedoch hütete ich mich davor sie zu unterbrechen und hörte ihr stattdessen, mit einem immer noch leichten Groll in der Brust wegen vorhin, schweigend zu, wie sie tiefeinatmend fortfuhr„-…weil ich noch immer Angst vor diesem Berg habe, verstehst du? Ich meine, ja, natürlich ich bin wütend und ich will Smaug schmorren sehen, aber ich habe genauso viel Angst, dass sich diese ganze Geschichte wiederholen könnte, wenn wir ihn herausfordern, Corrus. Nur das dieses Mal mir auch du genommen wirst und ich dann-….“ wieder musste Rai tief Luft holen, ehe sie eindringlich ihren Blick anhob und mich mit einem ihrer ehrlichsten Blicke ansah, die ich je gesehen hatte…

„-…und ich dann alleine auf dieser gottverdammten Welt bleiben muss.“ beendete Rai dann schließlich beinahe schon kleinlaut an zu reden und wandte gegen Ende ihres Satzes hin leicht reuevoll ihren Blick auf ihre Hände nieder, die sich leicht in den schwarzen Zügeln Agrafinas verkrampften, da sie es nicht länger schaffte meinem Blick, der sich unweigerlich in überrascht verwandelt hatte, standzuhalten. Die dunkelbraune Stute derweilen legte deswegen unwohl ihre schmalen Ohren auf ihrem Hinterkopf an, warf leicht ihren Kopf in den Nacken und begann nervös schnaubend auf dem Pfad zu tänzeln, anstatt normal, wie jedes andere Ackervieh auch, normal zu stehen, wobei ihre geweiteten, großen Augen ängstlich auf mich gerichtet waren. Doch weder Rai, noch ich beachteten Agrafinas Verhalten gerade, gab es im Moment doch durchaus wichtigere Sachen, die geklärt werden mussten, wie zum Beispiel Raidyns Angst vor dem Auftrag, weshalb unweigerlich meine wütende Maske viel und sich in ehrliche Besorgnis umwandelte, die man deutlich in meinen gelben Augen reflektieren sehen konnte.

„Rai…“ murmelte ich deshalb leise erschüttert, wie auch fürsorglich, derweilen ich leicht überfordert einen kleinen, dumpfen Schritt zurückmachte, nicht wissend, wie ich mit so viel Emotionalität auf einmal von meiner Partnerin umgehen sollte. Doch diese ließ nicht zu, dass ich weiterreden konnte, sondern schnitt mir, mit einer knappen Handbewegung ihrerseits, das Wort ab und sah dann schuldbewusst von unten leicht zu mir herauf. „Ich weiß, dass ich mit dir darüber hätte reden sollen, Corrus. Und es tut mir leid. Es war nicht richtig von mir sowas wichtiges vor dir zu verbergen. Aber-…Aber irgendein kleiner Teil von mir hat irgendwie einfach gehofft, dass wenn ich über diesen Fakt schlichtweg hinwegsehe und so tue, als wäre es nie passiert, dann würde das Problem von selbst verschwinden und wir könnten in Ruhe da weitermachen, wo wir aufgehört hatten“ sprach Rai leise, aber dennoch ehrlich weiter und senkte dann unsicher wieder ihren Kopf, nicht fähig mir noch länger in die Augen zu sehen, was mir eine kleine Art von Stich ins Herz versetzte. Ich meine, ich kannte Rai schon mein Lebenlang und wusste mittlerweile, dass sie es mit Entschuldigungen nicht sonderlich hatte. Tz, bei Ancalagon, eher würde sich dieser sturer Bock einen Hang hinabstürzen oder sich lebendig verbrennen lassen, bevor sie auch nur einen Gedanken daran verschwendete sich zu entschuldigen. Und nun standen wir hier und Rai redete, zum ersten Mal seit langer Zeit, direkt aus ihrer Seele, mit einer Entschuldigung mitten vorne dran, was es mir beinahe schon unmöglich machte, böse auf sie zu sein, verstand ich sie zum Teil ja doch…

Tiefeinatmend, sodass sich mein Brustkorb auf seine doppelte Größe vergrößerte und dadurch die feinen gelben Linien unter meinem Schuppenpanzer zum Vorschein kamen, wandte ich langsam meinen Blick von meiner Partnerin ab und schaute nach vorne auf die verlassene, sonnenbeschiene Hauptstraße hinter ihr, die rechts und links von hohen, leise flüsternden, schattenspendenden Bäumen und Büschen flankiert wurden. Vögel zwitscherten dabei munter in ihren Blätterdächern oder, im Falle der Büsche, in ihren Geästen, derweilen in der Ferne des Waldes das alltägliche Leben der Waldtiere zu vernehmen waren, die nach dem gestrigen Sturm nun wieder ihrem gewöhnlichen Unterfangen nachgingen. Erstaunlich für mich war es im Allgemeinen ohnehin, dass der Sturm hier im Wald so wenig Schaden angerichtet hatte. Ich meine, klar, hier und da, wenn man genau hinschaute, konnte man abgebrochene Zweige, Äste oder manchmal sogar umgefallene Bäume sehen und auch die funkelnden Blätter der Bäume und das glänzende Gras des Waldbodens deuteten noch deutlich auf den Sturm von gestern Abend hin. Und auch die frische, stechende Luft, die noch immer den satten Geruch nach nassem Holz und kaltem Wasser in sich trug, verriet was sich gestern hier zugetragen hatte.

Doch meine Aufmerksamkeit lag im Moment nicht auf meiner Umgebung. Nein. Das tat sie wahrlich nicht. Denn trotz Rais plötzlichen Geständnis bezüglich ihres Schweigens und ihrer Angst, ging mir eine bestimmte Frage nicht aus dem Kopf. Sie spuckte mir, wie ein albernder Ohrwurm im Kopf herum und ließ mich nachdenklich die Stirn kraus ziehen. Denn ich meine, wenn sich Rai doch so sehr vor diesem Auftrag und dem Berg fürchtete, wieso nahm sie diesen Auftrag dann an? Wieso um alles in der Welt änderte sie jetzt so plötzlich ihre Meinung? Was war vorgefallen?...Zumal besorgt, als auch neugierig zugleich ließ ich daher meinen Blick wieder zu der jungen silber-weißhaarigen Frau gleiten, die vor mir auf ihrem übergroßen Maultier saß, und schaute sie einfühlsam an, jegliche Wut von vorhin dabei komplett verrauchend, wie die milchigen, kühlen Dunstschwaden in den frühen Morgenstunden. „Was hat dich umgestimmt?“ fragte ich Rai lediglich in einem ruhigen, tiefen Ton und trat dabei, mit einem sanft peitschendem Schweif, zur Seite, um die Straße wieder freizumachen. Die junge Frau verstand den Wink sofort, sah daher kurz dankbar zu mir hoch, wissend, dass ich nicht mehr böse auf sie war, und gab Agrafina dann leicht die Sporen in die Seiten, um sie vorsichtig anzutreiben. Die Stute zögerte dabei natürlich keine Sekunde, machte aufgrund des plötzlichen Kontakts mit Rais Ferse einen kleinen, dumpfen Sprung nach vorne und schlug mit ihrem dichten, schwarzen Schweif wild um sich, so als wäre eine Armee von Fliegen auf ihrem Allerwertesten, ehe sie in einem zügigen Tempo vorwärtsmarschierte. Ihre Aufmerksamkeit dabei immer auf mich gerichtet, falls ich auf irgendwelche dummen Gedanken kommen sollte. Doch Rai und ich kümmerten uns, so wie Großteiles eigentlich auch, nicht wirklich darum, sondern sahen eher der hellen, sonnenbeschienen Hauptstraße entgegen, die friedlich vor uns lag, wobei ich gestehen musste, dass ich immer wieder verstohlene Blicke zu meiner Partnerin hinüberwarf, die ein wenig zerknirscht mit den schwarzen Lederzügeln von Agrafina herumspielte.

„Erinnerst du dich noch an die Frau, von der ich dir erzählt habe? Die, die im Wald angegriffen wurde?“ wollte sie dann vorsichtig von mir wissen und sah seitlich zu mir herauf. Ich nickte nur stumm, derweilen ich in langgezogenen, dumpfen Schritten, die meine ausgeprägten Schultern schön kreisen ließen, neben Rai herging. „Ja.“ antwortete ich ihr ruhig und beobachtete sie auch weiterhin eingehend von der Seite. Die junge, silber-weißhaarige Frau neben mir nickte daraufhin nur stumm, als Zeichen das sie mich verstanden hatte, ehe sie stolz oder eher trotzig ihre Schultern straffte und sich ein wenig gerader in den leicht schwenkenden, knirschenden Sattel hineinsetzte. „Ich habe sie in Bree wiedergesehen.“ erläuterte sie mir dann monoton und blickte starr die lange Hauptstraße entlang, so als müsse sie sich wieder zuerst sammeln, bevor sie weiterreden konnte. Doch mir machte dies nichts. Ich war sehr geduldig was sowas anbelangte und hörte daher einfach nur schweigend, ohne auch nur einmal gedanklich das Wort zu erheben. „Ihr Auge war-…komplett blaugeschlagen und zugeschwollen, Corrus. Sie hat ausgesehen, wie einer unserer Arenakämpfer nach der 3. Runde. Tz, und dabei sah sie so zart und zerbrechlich aus, wie eine kleine Porzellanpuppe.“ erzählte mir Rai dann langsam weiter, ihre Stimme dabei vor Reue und Selbsthass gefüllt, dass es mir beinahe schon wehtat nur zuzuhören. Doch ich wusste auch, dass diese ganze Geschichte auf ihrem eigenen Mist gewachsen war, sie all dies hätte verhindern können, hätte sie sich nicht wie ein Bock quergestellt, weshalb ich mich mit meinen beruhigenden Worten zunächst auch zurückhielt. Denn wenn ich jetzt sagen würde, dass es nicht Rais Schuld war, dann würde ich lügen und ihr ein falsches Gefühl der Befriedigung geben. Und das wollte ich unter gar keinen Umständen…

Aus diesem Grund atmete ich daher auch noch einmal tief ein, sodass sich meine Nüstern auf ihre doppelte Größe aufblähten, und suchte gedanklich nach den richtigen Worten für meine Partnerin, um sowohl Moral, Strafpredigt und Beschwichtigung zu verbinden, ohne dabei allerdings zu viel von einem zu benutzen. Denn zu viel von einem konnte ganz, ganz, ganz schnell wieder in die falsche Richtung ausarten und jetzt einen weiteren Streit mit Rai zu beginnen oder sie gar noch weiter in ihre Festung aus Eis zu treiben, waren gerade jene Dinge, die ich unter gar keinen Umständen wollte…Also handelte ich auch folgendermaßen… „Ich verstehe…“ sagte ich einfach schlichtweg, ohne weitere große Worte zu schwingen, lag es für mich doch ganz klar auf der Klaue, dass Rai durch ihr eigenes Handeln ohnehin schon genug litt. Und das war für mich Strafe oder Rüge genug. Doch die junge Frau schien da anscheinend einer komplett anderen Meinung zu sein, als ich, denn als sie meine Worte vernahm, zog sie verwundert ihre Augenbraun in die Höhe und wandte abrupt ihren Kopf in meine Richtung, um mich mit großen, stahlgrauen Augen anzusehen. „Was?“ fragte sie mich dann verwundert, sodass ich verwirrt meinen Kopf ebenfalls in ihre Richtung drehte, um sie mit irritiert hochgezogener Augenbraue anzusehen. „Keine Strafpredigt? Keine Moral? Keine Reflektion von meinem Handeln oder Aufzählung unserer Gesetze, die ich gebrochen hatte?!“ zählte sie perplex meine Methoden auf, mit denen ich normal Rai für ihr ungebührliches Handeln den Kopf gewaschen hätte und sah mich dabei immer fassungsloser an, so als könne sie nicht glauben, was ich da gerade nicht machte. Doch ich schnaubte auf ihre Aussage hin nur tief und schüttelte leicht mein Haupt, ehe ich unbeeindruckt mein Augenmerk wieder nach vorne auf die Waldstraße gleiten ließ, um auch diese im Auge zu behalten. „Für dich ist es Strafe genug, dass du weißt, wie es sich anfühlt einer Person wieder zu begegnen, die du im Stich gelassen hast, Rai. Eine Strafpredigt halte ich daher für nicht sonderlich sinnvoll.“ klatschte ich ihr eiskalt die Dinge aus meiner Sicht ins Gesicht und schob meine Schwingen dabei gleichzeitig, leise raschelnd, an meinen Seiten ein wenig höher, um sie an Ort und Stelle zu halten, hatte ich es doch nicht gern, wenn sie mir zu weit nach unten rutschten…

Raidyn derweilen, biss sich innerlich deutlich auf die Wange, hatte sie anscheinend mit so einer harten Erwiderung nicht wirklich gerechnet und sah, mit einem schuldvollen Blick in ihren Augen, wieder nach vorne auf die Straße, hatte sie jetzt doch nichts mehr zu sagen. Doch aber dafür hatte ich noch etwas zu sagen. Denn, ohne meinen Blick von der Straße abzuwenden, erhob ich gedanklich deutlich meine Stimme und brachte so Rai dazu überrascht aufzusehen. „Aber immerhin hast du dich dadurch für das Richtige entschieden. Und das gehört auch gelobt.“ lobte ich sie in gewissermaßen sanft und warf ihr von der Seite her einen gutmütigen Blick zu. Ich meine, klar, wegen dem im Stich lassen werden Rai und ich uns noch einmal ausführlich zusammensetzen müssen, um das zu klären, aber fürs Erste reichte es mir, dass sie eingesehen hatte, dass es keinen Sinn machte wegzulaufen. Dämonen und Probleme würden einen immer irgendwann einholen, egal wie schnell oder weit man rannte. Sie würden einen immer finden. Daher kam ich auch nicht ganz drumherum, dass ich irgendwie stolz auf meine Partnerin war, dass sie selbst beschlossen hatte einen 180° Drehung zu machen und kehrtzumachen. Tja, vielleicht war diese Sternschnuppe gestern Abend doch nicht ganz ohne Bedeutung?...

Rai, in der Zwischenzeit, hatte ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen aufgesetzt. Zwar nicht so stark, wie man es für gewöhnlich tun würde, wenn man gelobt wurde, da ja noch der bittere Beigeschmack des Verlassens dabei war, aber immerhin war ein ganz schwaches Lächeln da, dass doch irgendwie von Freude sprach. Und das genügte mir…Beiläufig warf ich daher, aus dem Augenwinkel, erneut einen kurzen Blick zu meiner Partnerin herüber und musterte sie für einen winzigen Herzschlag, wie sie leicht vor sich hinlächelte, ehe ich wieder mein Augenmerk nach vorne auf die Hauptstraße richtete und das goldene Ende des Weges fixierte. „Ach und übrigens-…“ rutschte es mir dabei gedanklich, mit tiefer Stimme, heraus, sodass Rai ein weiteres Mal fragend ihren Blick anhob und, mit leicht schiefgelegtem Haupt, wie ein junger Welpe, zu mir aufsah. „Der Haarschnitt. Er steht dir.“ komplimentierte ich die neue Frisur meiner Partnerin und deutete mit einem simplen Kopfnicken auf diese, als ich mein Haupt leicht in ihre Richtung neigte und sie warm ansah, um ihr so meine ehrliche Zustimmung zu zeigen. Denn das, was ich gesagt hatte, meinte ich auch so.

Ich meine, klar, selbstverständlich. Die Frisur war total ungewohnt für mich, war ich schließlich doch eine Raidyn mit schulterlangen, silber-weißen Haaren gewohnt, die nie das tun wollten, was die junge Frau wollte und daher so gut wie immer wild, zerzaust und leicht struppig ausgesehen hatten. Doch dieser Kurzhaarschnitt hatte auch etwas Starkes und Unerschrockenes an sich, dass Rais Gesichtszüge perfekt hervorhob, sie kantiger, schmaler und auch in gewissermaßen gefährlicher aussehen ließ, was auf Angreifer abschreckender wirken könnte. Sehr zu ihrem Glück, wenn ihr versteht, was ich meinte. Denn in anderen Kulturen galt der geschorene Kopf als Zeichen des Verbrechens, der Verbannung. Nicht, in den Kreisen der Drachenreiter natürlich. Da hatte der geschorene Kopf gar keine Bedeutung. Er wurde nämlich sowohl von Frauen, als auch von Männern getragen, da es nicht selten schonmal vorgekommen war, dass beim Training einem menschlichen Partner die Haare weggebrannt wurden und man am Ende mit einem verkohlten, qualmenden Kopf geendet hatte, wenn man nicht richtig aufgepasst hatte oder zu unvorsichtig gewesen war. Doch in den anderen Kulturkreisen? Naja….wie gesagt….Dort galt der geschorene Kopf als Zeichen der Verbannung, als Zeichen der Schande, weshalb ich auch wieder irgendwie einen kleinen Bonuspunkt für Rai darin sah, denn wer würde schon eine Frau angreifen wollen, die so etwas Schweres verbrochen hatte, dass sie verbannt wurde, wenn ihr versteht was ich meine? Ne?...Hatte ich recht oder hatte ich recht???...Aber wie dem auch sei….Wo waren wir noch gleich stehengeblieben? Ach ja!!  

Rai, in der Zwischenzeit, fuhr sich, aufgrund meiner Worte, mit leicht roten Wangen, über ihren geschorenen, silber-weißen Kopf und blickte verlegen zurück auf die Straße. „Findest du?“ fragte sie mich mündlich, in einer normalen Lautstärke, und schielte aus dem Augenwinkel verwegen zu mir hinauf, in ihrem Inneren dabei deutlich die wilde, urinstinktive Frau hochkommend, die es liebte Komplimente für ihre Haare zu bekommen. Ich schmunzelte deswegen nur amüsiert und schnaubte einmal tief aus, sodass Agrafina neben mir leicht zusammenzuckte. „Sonst hätte ich es dir ja nicht gesagt, oder?“ stellte ich belustigt die Gegenfrage und peitschte dabei ein wenig mit meinem langen, schuppigen Schweif durch die Luft, war es mir doch auch ein wenig zu doof ihn die ganze Zeit durch den Dreck zu ziehen, währenddessen Rai schnaubend die Luft durch die Nase ausstieß. „Nein, du hättest dich eher die ganze Zeit über mich lustig gemacht und bei jeder Gelegenheit irgendwelche Witze gerissen.“ entgegnete sie mir in einem resignierten Ton und warf mir, halb spielerisch, halb anklagend, einen knappen Blick von der Seite zu, unterdessen sie gleichzeitig ein wenig mit den schwarzen, knirschenden Lederzügeln ihrer dunkelbraunen Stute herumhantierte. Ich stieß deswegen nur ein kehliges Lachen aus, öffnete mein kräftiges Maul dabei leicht, wodurch meine spitzen, rasiermesserscharfen Reißzähne zum Vorschein kamen und schüttelte mein Haupt in Amüsiertheit leicht. „Das kommt noch, Rai. Vertrau mir, dass kommt noch.“ versicherte ich ihr lachend und zwinkerte ich, als Zeichen des Versprechens, schelmisch von der Seite her zu. Rai konnte daraufhin auch nicht mehr länger an sich halten, hatte sich in diesem Fall jedoch ein wenig besser unter Kontrolle als ich und verdrehte daher lediglich einfach grinsend ihre hübschen, stahlgrauen Augen. „Quatschkopf.“ konnte ich sie in diesen Augenblick belustigt in Gedanken murmeln hören, derweilen wir nebeneinander friedlich in Richtung Auenland wanderten und von diesem Moment an wusste ich, dass es mit dieser ganzen Geschichte nur noch bergauf gehen konnte.

Denn wir befanden uns wieder auf Kurs zurück in unsere Heimat…



***




Raidyns Sicht:

Es dämmerte schon bereits lange ich endlich, nach einer schier Unendlichkeit, die ersten, sanften Hügeln des Auenlandes erreichte, die sachte im glutroten Abendrot der untergehenden Sonne ihre Wellen über das weiche, grüne Land zogen und somit ihr Terrain markierten. Mehre Tage waren nämlich seit Corrus` und meinem Aufbruch von Bree vergangen und seitdem war nichts nennenswertes passiert. Außer….Naja….Einmal hatten wir uns verlaufen, waren an einer Weggabelung anstatt rechts, links gegangen und hatten erst nach einem halben Tag gemerkt, dass wir auf falschem Kurs waren, weshalb wir im Endeffekt, beziehungsweise ich, da ich Corrus gebeten hatte sich vorläufig noch vor fremden Augen zu verbergen, bei einem Einheimischen nach dem Weg fragen musste, da ich selbst keine präzise Karte vom Auenland besaß. Aber daraufhin, der einheimische Halbling war wirklich sehr hilfsbereit, wenn auch ein wenig argwöhnisch gewesen, hatten Corrus und ich wieder unseren Weg gefunden und waren dann, mit einem halben Tag Verzögerung, weiter in Richtung Hobbigen/ Beutelsend gereist. Wir hatten auf unserer Reise nur kleine Pausen für den Toilettengang gemacht, Essenspausen hatten wir, aufgrund des Zeitdrucks, komplett weggelassen und Verschnaufpausen hatten wir nur einmal am Tag gemacht, um im Zeitplan zu bleiben. Denn zu spät zu diesem mysteriösen Treffen kommen, wollte ich auch nicht unbedingt. Die Aufmerksamkeit die ich dadurch bekommen würde, würde ich nämlich mit Sicherheit einfach nur verabscheuen. Denn Zwerge waren auf Fremde noch nie gut zu sprechen gewesen und würden es mit Sicherheit auch niemals sein. Auch nicht auf uns Drachenreiter und das obwohl unsere Völker zusammen die Heimat geteilt hatten. Aber naja….Wie dem auch sei….Gandalf hatte Corrus und mich aufgefordert dem Ruf des Königs zu folgen und nachdem unser Eid es gebot dem steinernem Thron der Zwerge die Treue zu schwören, waren Corrus und ich auch dazu verpflichtet diesem Aufruf zu folgen und gegen Smaug in die Schlacht zu ziehen. Egal ob wir wollten oder nicht…

Unwohl zog ich sachte, wie auch leise klirrend an Agrafinas Zügeln, brachte die dunkelbraune Stute so dazu schnaubend, als auch mit einem kräftig aufstampfenden Vorderhuf, stehenzubleiben, und schaute, mit einem flauen Gefühl im Magen, vom zirpenden, lichten Waldrand aus auf das friedliche Hügeldorf vor mir, dass nach und nach in die Dunkelheit der Nacht eingehüllt wurde und sich der Kühle der Nacht hingab. Ein sanfter Wind fegte dabei über meinen geschorenen Kopf hinweg, zog leicht an meinem moosgrünem Halstuch, dass ich mir um den Hals gebunden hatte und verschaffte mir eine leichte Gänsehaut, derweilen ich fühlen konnte, wie sich unwillkürlich mein Puls beschleunigte. Nicht viel natürlich, war ich doch sehr diszipliniert, aber dennoch für mich deutlich spürbar, unterdessen meine Augen sprunghaft über die Landschaft glitten, die sich vor mir bot. Häuser waren aus den sanften Erhebungen der begrünten Hügeln gemacht worden und ähnelten so nun kleinen, unscheinbaren Höhlen, die durch kleine, breite, rundliche Türen zu betreten waren. Oft waren diese Eingänge dann auch mit blühenden Blumentöpfen oder anderen netten, wohlriechenden Gewächsen verziert, die sachte im kühlen Abendwind wehten, damit das Ganze heimischer und einladender wirkte, unterdessen am grasüberzogenem Dach der Höhlen immer ein steinerner, rauchender Schornstein vorzufinden war, aus denen gelegentlich funkensprühend die Ascherückstände des Kamins emporstiegen. An manchen Hügelhöhlendächern war aber auch sogar eine Wäscheleine vorzufinden, auf der gespannt, wie auch leise flatternd Wäsche trocknete, die über den Tag anscheinend nicht schnell genug getrocknet war und nun über Nacht auch draußen bleiben musste, damit sie am Morgen trocken von den Besitzerin eingesammelt werden konnte.

Doch dies war nicht alles. Oh nein. Das war nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was ich hier auf dem ersten Blick im Dorf sehen konnte…Denn dreibrettige, schmale, wie auch breite Zirpenholzzäune trennten sorgfältig die meist großen, blühenden Grundstücke voneinander, zeigten so, was zu wem gehörte, wobei schicke Briefkästen an den Gartentoren ebenfalls ihre Beiträge beitrugen, derweilen auf einigen eingezäunten Gärten grasend Kühe, Schafe und Ziegen standen und entspannt die zirpende Ruhe des hereinbrechenden Abends genossen. Auch einige Hühner und Gänse konnte man hier und da vorbeihuschen sehen oder in der Ferne empört gackern und schnattern hören, wenn sie sich über irgendwas aufregten, doch bis auf diese Laute war es hier im Dorf vollkommend still. Oder naja….In der Ferne, auf der anderen Seite des großen, glitzernden Sees, dass direkt in der Mitte von Hobbigen lag, konnte man dumpf Musik und das Gelächter von vielen Personen hören, weshalb ich instinktiv davon ausging, dass dort irgendwo ein Gasthaus sein musste, in dem sich die Einheimischen abends entspannen und den Feierabend ausklingen lassen konnten, wenn sie einen harten Arbeitstag hinter sich hatten. Und tatsächlich! Als ich meine Augen leicht zusammenkniff, mein Gewicht, leise knirschend, im Sattel leicht nach vorne verlagerte und mich auf die Ferne konzentrierte, konnte ich auf der anderen Seite des Sees, der mystisch und glitzernd den einsetzenden Nachthimmel reflektierte, ein großes, beleuchtetes, scheunenartiges Gebäude erkennen, dass direkt auf einem gepflasterten Hauptplatz lag und von einer kleinen Gruppe Einheimischen gerade lachend betreten wurde. Also definitiv ein Gasthaus…

Tiefeinatmend lehnte ich mich wieder im Sattel zurück und lockerte unbewusst meinen verkrampften Griff um Agrafinas Zügel, sodass sie nun locker an ihren Seiten hinabhängen konnten. Da war es wieder. Da war wieder dieses beschissene, böse Gefühl in mir, dass mich förmlich anschrie sofort wieder umzudrehen und fortzureiten. Fortzureiten von meiner Verantwortung. Fortzureiten von meiner Pflicht. Einfach nur fort, ohne auch nur einen einzigen Blick zurückzuwerfen. Denn wie Gift schlängelte sich dieses Gefühl nämlich durch meinen Körper, erfasste jede Faser meines Daseins und jeden Gedanken meines Kopfes, versuchte mich dadurch dazuzubekommen nachzugeben und wirklich fortzureiten, doch das Gespräch mit Corrus vor ein paar Tagen hielt mich zurück, fesselte mich an Ort und Stelle und ließ mich nachdenklich auf die Hügellandschaft von Hobbigen starren. Direkt vor mir lag nämlich die Chance auf Widergutmachung. Die Chance auf ein neues Leben. Doch was kam mit dem neuen Leben? Teile meines alten Lebens? Neue Verantwortungen? Konfrontationen, die ich nicht wollte? Verluste? Errungenschaften? Ich wusste es wirklich nicht. Aber ich wusste, was ich zu tun hatte. Was meine Pflicht war. Und dennoch zögerte ich, weil ich Angst hatte. Angst vor Veränderung. Angst vor Schmerz. Angst vor Verlust….

Und anscheinend schien mein Wirbelsturm an Gefühlen so stark zu sein, dass selbst Corrus, über unser geistiges Band hinweg, Wind davon bekam, denn mit einem Mal fühlte ich, wie sich etwas ganz, ganz sanft und behutsam an meine gepeinigte Seele schmiegte und sie friedlich berührte, sodass ich unwillkürlich auf Agrafinas Rücken zusammenzucken musste. „Du zögerst.“ hörte ich kurz darauf dann Corrus` Stimme in meinem Kopf, hatte mich der Grünling doch kurz vor der Waldgrenze verlassen und sich im üppigen Wald versteckt, um die Einheimischen nicht zu verschrecken, was ich nur mit einem zittrigen Einatmen der kühlen Abendluft kommentierte. „Ja.“ beantwortete ich gedanklich seine nüchterne Feststellung und straffte dabei, wie zur Verteidigung vor einem Angriff, meine Schultern und konnte überdeutlich meinen Puls in meinen Ohren vernehmen, derweilen sich in meinem Kopf eine schwere Stille der Enttäuschung breitmachte. Ich meine, klar, ich fühlte noch das Corrus` Geist mit meinem verlinkt war, also das sie noch verbunden waren, aber trotzdem war da oben diese entsetzliche Stille, die man sonst nur dann hatte, wenn man eine enttäuschende Erkenntnis gemacht hatte. Eine missfallende, schwere Erkenntnis, weshalb ich auch deutlich fühlen konnte, wie sich schmerzvoll ein Dolch in mein Herz bohrte, als nach mehreren Sekunden, die sich für mich allerdings wie Jahre anfühlten, ein schweres Seufzen in meinen Gedanken breitmachte, dass grundsätzlich nur eins bedeutete. Enttäuschung… „Du weißt, was du zutun hast, Rai. Die Entscheidung liegt bei dir.“ erklang kurz darauf in meinem Kopf ein letztes Mal die ernste Stimme meines Partners, ehe ich fühlen konnte, wie der Drache die seelische Verbindung zu mir kappte und mich mit meinen Gedanken und Zweifeln alleine zurückließ. Mutterseelenallein…

Aber Corrus hatte recht…Scheiße, dieser verfluchte Mistkerl hatte recht. Ich wusste, was ich zutun hatte…Bilder von Mina blitzten vor meinem Inneren Auge auf. Bilder von ihrem blaugeschlagenem Auge, Bilder von der Hoffnung in ihren Augen als ich sie und ihren Bruder vor Merrick beschützte, Bilder von meiner Heimat, Bilder von Erebor, bevor er angegriffen wurde, Bilder von der Wiese auf der Corrus und ich immer gespielt hatten und schließlich auch….Bilder von meiner Mutter, wie sie mich liebevoll anlächelte, derweilen der kühle Bergwind sachte durch ihr langes, silber-weißes Haar wehte…

Für einen kurzen Augenblick schloss ich daher meine Augen und spannte schmerzvoll sämtliche Muskeln in meinem Körper an. Diese Erinnerungen taten so verdammt weh. All die Fehler, all die schönen Augenblicke, all dies schmerzte so unheimlich…Doch ich musste das Richtige tun, denn genau das war es, was mein Volk von mir gewollt hätte. Die Ehre aufrecht erhalten und für den einsamen Berg kämpfen…Ein letztes Mal holte ich daher tief Luft, spürte die Kühle der Nacht brennend in meinen Lungen, ehe ich schließlich meine Augen entschlossen öffnete und Agrafina, mit einem behutsamen Tritt in die Seite zu verstehen gab, dass es an der Zeit war vorwärtszugehen. Die dunkelbraune Stute ließ sich dies natürlich nicht zweimal sagen, legte vorfreudig ihre flauschigen Ohren an und erhob sich dann leicht, mit einem leisen Wiehern, enthusiastisch auf ihre Hinterhand, so als hätte sie gespürt, was ich gerade durchgemacht hatte, und preschte dann in einem flotten Galopp den Feldweg vor uns hinab, der zu den Hügeln der Hobbits führte.  

Trockener Staub wurde dabei wie wild unter ihren dumpf trommelnden Hufen aufgewirbelt, währenddessen ihre dunkle Mähne, wie auch ihr dunkler Schweif taktvoll im Rhythmus ihres Laufes flatterten. Mein Körper passte sich dabei wie von alleine Agrafina an, presste instinktiv meine Oberschenkel so dicht wie nur möglich an ihre bebenden Flanken und krallte von selbst meine Finger fest in das Leder der Zügel, um nicht den Halt zu verlieren, unterdessen ich die Energie, wie auch die Kraft spüren konnte, die von der Stute ausgingen, als sie hektisch schnaubend dem Feldweg folgte. Kurve, um Kurve sprintete sie ab, galoppierte einen Hügel hinauf und preschte ihn wieder hinab, wenn es sein musste, wofür wir von den ruhenden Kühen, Ziegen und Schafen ganz schön doof angeschaut wurden. Auch ein einheimischer Hobbit, mit einem lustigen, großen Gartenhut und einer dicken Knollnase, der gerade vor die Tür gegangen war, um ein paar Scheitel Holz zu holen, guckte ganz verblüfft und gab ein überraschtes „Na sowas!“ von sich, als er Agrafina und mich vorbeigaloppieren sah. Doch weder meine Stute, noch ich schenkten ihm Beachtung…Nein. Wir jagten zusammen einfach weiter unseren Weg entlang, bis der Feldweg nicht schlussendlich von einer Pflasterstraße abgelöst wurde und ich Agrafina, aus Sicherheitsgründen, wie auch mithilfe des klirrenden Ziehens ihrer Zügel, zum Trab und dann zum Schritt durchparierte.

„Langsam, mein Mädchen. Langsam. Brav.“ murmelte ich dabei beruhigend auf mein Pferd ein und tätschelte ihr lobend den warmen, kräftigen Hals, als Agrafina leicht widerwillig meinem Kommando nachgab und, mit einem sich in den Nacken werfenden Kopf, langsam, wie auch tänzelnd, in den Schritt überging, ihre starken Hufe dabei auf den hellen Pflaster klackernd. Ihre flauschigen Ohren zuckten dabei aufgeregt, wie auch leicht nervös, in alle Richtungen, konnte mein Pferd doch spüren, dass etwas im Busch war, währenddessen sie, mit geblähten Nüstern, neugierig die Luft witterte und leise schnaubende Laute ausstieß. Oh ja, Agrafina wusste, dass etwas im Busch war. Das wir uns quasi am Anfang eines neuen Abenteuers befanden….Ein leichtes Schmunzeln zeichnete sich daher auf meine Lippen ab, als ich Agrafinas Verhalten für einen kleinen Moment beobachtete, ehe ich schließlich, hörbar einatmend, meine Aufmerksamkeit auf den langsam ansteigenden Hügel lenkte, zu dem die Pflasterstraße führte. Wie die anderen Hügelhäuser auch, schlängelte sich auf meiner rechten Seite, neben der Straße, ein breiter, dreiteiliger Gartenzaun entlang, kennzeichnete so, wo der Grund des Besitzers startete, derweilen auf der anderen Seite des Zaunes wundervoll ein Garten blühte. Zwei Bäume, Sträucher, Blumen, alles wuchs prachtvoll auf der anderen Seite, setzte so einen betörenden, frischen Duft frei, den man am liebsten den ganzen Tag riechen wollte, unterdessen aus dem schwarzen Schornstein am Dach Rauch und Qualm emporstieg. Es war also jemand zu Hause…

Sanft zog ich an Agrafinas Zügeln und brachte sie somit schnaubend, direkt vor dem kleinen, hüfthohen Gartenzaun, zum Stehen, sodass unser Schatten vom Mond auf den Vorgarten und auch die Tür geworfen wurde. Hmm, was hatte der Zauberer noch einmal gesagt? Kehre am Abend in Beutelsend ein, die Tür, die du suchst, ist markiert. Markiert. Markiert? Irritiert raufte ich zunächst meine Augenbraun und sah mich suchend nach anderen Höhlen um, die auf die Beschreibung des grauen Zauberers hätte passen können. Agrafinas Sattel knirschte dabei leise unter meinem Hintern als ich mich suchend nach vorn und zurück lehnte und hinab auf die anderen Höhlen weiter unten schaute, um das gesuchte Ziel zu finden. Doch nichts. Ich fand in der kalten Schwärze der Nacht absolut gar nichts. Nur ein paar orange Lichter, die irgendwo in der zirpenden Ferne leuchteten und so zeigten, dass um diese Uhrzeit noch jemand wach war, weshalb ich auch, mit einem eigentlich relativ frustrierten Schnauben, mein Kopf wieder herumfahren ließ und zu der Höhle rechts von mir blickte und-….

Überrascht zog ich eine Augenbraue in die Höhe als ich im Schatten der kleinen, rundlichen, dunkelgrünen Tür, ein krakeliges, dunkelblaues Zeichen aufleuchten sah, dass mystisch die Verkleidung der Eingangstür ruinierte. Doch das interessierte mich nicht. Nein. Mehr interessierte mich, dass ich Gandalfs geheimen Treffpunkt gefunden hatte, von dem er mir berichtet hatte, und nun direkt davor stand. Vor der Chance auf Widergutmachung, Rache und ein neues Leben…Zaghaft atmete ich daher ein letztes Mal tief ein, fühlte irgendwo in meinem Inneren noch immer diesen Drang davonzurennen. Doch dieses Mal hörte ich diesem Drang noch nicht einmal für eine Sekunde zu, sondern schwang mich stattdessen schwungvoll, wie auch knirschend, aus Agrafinas schwarzem Sattel. Dieser rutschte dabei leicht in meine Richtung, zog so dann auch den Körper meiner Stute leicht zu mir herüber, weshalb das Pferd auch ein wenig empört ihren Kopf in den Nacken warf und die Ohren anlegte. Aber ich beachtete dies nicht wirklich, war ich doch schließlich, mit einem dumpfen Aufschlag, sicher auf dem Boden angekommen, und ging stattdessen zielsicher zu Agrafinas Kopf nach vorne, um sie unterhalb ihres weichen Kinns an den Zügeln zu packen. Es klirrte leise, als die Trensen aufeinanderschlugen, derweilen ich geschickt mein Pferd hinüber zum kleinen Gartenzaun führte, der mir vielleicht gerade einmal bis zur Hüfte reichte, wenn es gut darauf hinkam. Die dunkelbraune Stute folgte mir, mit klappernden Schritten, wie auch einem tiefen Schnauben, vertrauenswürdig und ließ sich auch widerstandslos von mir am Zaun festbinden, sodass sie über Nacht nicht davonlaufen konnte.

Ich tätschelte ihr dafür sanft, wie auch lobend den Hals. „Gutes Mädchen, Agrafina. Benimm dich, bis ich zurückkomme.“ flüsterte ich ihr wohlwollend ins Ohr und strich ihr noch einmal behutsam über die weichen, warmen Nüstern, ehe ich entschlossen meinen Blick zu der kleinen, runden, dunkelgrünen Tür wandern ließ und diesen fest fixierte. Agrafina, in der Zwischenzeit, schnaubte auf meine gemurmelten Worte hin nur leise, neigte sich dann allerdings kopfschüttelnd zum hohen, saftigen Gras hinab, dass unterhalb es Zaunes wuchs und begann diesen genüsslich abzunagen, derweilen ich zielsicher die kleine Gartentür, mit einem leisen Quietschen, öffnete und hindurchschritt. Mein Herz schlug mir dabei schmerzvoll schnell in der Brust, machte so den Anschein als wolle es jeden Augenblick aus meinem Brustkorb herausbrechen, davonrennen und mich hier ausblutend zurücklassen. Doch ich hatte mich selbst, dank meinem Lehrmeister, ziemlich gut unter Kontrolle, ignorierte daher einfach mein rasendes Herz und schritt, mit butterweichen Knieen, eilig zu der markierten Tür hinüber, von dessen anderen Seite ich dumpfe, leise, aber auch ernste Stimmen vernehmen konnte.

Meinen silbernen Kampfstab hatte ich dabei absichtlich bei Agrafina gelassen, hatte ich mir doch irgendwie gedacht, dass die Zwerge dies als Drohung wahrnehmen könnten. Und dies wollte ich unter gar keinen Umständen. Ich war in diesem Fall schließlich nicht der Feind, sondern ein Freund. Und außerdem! Ich hatte ohnehin noch meine versteckte Klinge, die ich Gawen abgenommen hatte. Also war ich für dieses Treffen weder zu viel, noch zu wenig bewaffnet. Ich hatte genau die goldene Mitte gefunden. Von dem her…Wo waren wir noch gleich stehengeblieben? Ach ja!... Stockend atmete ich ein letztes Mal tief ein, als ich direkt vor der kleinen, runden, dunkelgrünen Gartentür zum Stehen gekommen war und warf noch einmal prüfend einen allerletzten Blick auf die blaue Rune an der Seite, um wirklich sicher zu sein, dass dies die richtige Tür war, ehe ich schließlich meine Hand anhob und dreimal kräftig gegen das Holz klopfte…

Auf der anderen Seite verstummten daraufhin augenblicklich sämtliche Gespräche, wodurch eine Stille entstand, die mir selbst hier draußen unangenehm war. Kanntet ihr dieses Gefühl, wenn ihr in irgendeinem unbekannten Kaff einem einheimischen Gasthof betratet und dann alle auf einmal zum Reden aufhörten und euch einfach nur schweigend ansahen? Ja, genau von diesem Gefühl sprach ich, nur war ich noch nicht einmal in dieser Hobbithöhle drinnen, sondern stand nur davor. Grrr, ohh großer Ancalagon, dass würde sicher eine ganz spannende Geschichte werden….

Unwohl wartete ich, mit donnerndem Herzen, einige Herzschläge lang regungslos vor der Tür, wollte dann eigentlich schon dazu ansetzen ein weiteres Mal zu klopfen, aus dem Glauben heraus, dass mich die Eierköpfe dadrinnen nicht gehört hatten, als mit einem Mal jedoch urplötzlich die Tür knarrend nach Innen aufschwang. Schritte hatte ich gar keine gehört, weshalb ich umso überraschter dreinblickte, das warme, orange Licht der Inneneinrichtung so plötzlich auf mein unterkühltes Gesicht fiel, mir der betörende Duft von Speisen, Tabak und Wärme ins Gesicht klatschte und ich dann auch noch direkt in das altbekannte Gesicht von Gandalf, dem Grauen blickte, der mich, in einer gebeugten Haltung, zunächst skeptisch ansah. Musternd flogen seine Augen meine Gestalt ab, so als müsse er erst erkennen wer ich war, was ich selbstverständlich auch, in der merkwürdigen Stille zwischen uns, gestattete, bis schließlich nicht in seinen himmelblauen Augen ein Blitzen auftrat. Ein Blitzen, dass nur das erschien, wenn du jemanden sahst, denn du erkanntest…. „Ich hatte keinen Augenblick gezweifelt, dass Ihr nicht kommen würdet, Raidyn.“ begrüßte mich der graue Zauberer in einem ruhigen, rauchigen Ton und nickte mir grüßend knapp zu. Zunächst war ich noch ein wenig perplex aufgrund der plötzlichen Begrüßung, doch ich fing mich ganz schnell wieder und setzte nur ein ganz dezentes Lächeln der Höflichkeitswegen auf. „Dafür tat ich es umso mehr.“  entgegnete ich ihm wahrheitsgetreu und nickte ihm respektvoll zu „Kul orin, sadon Kro.“ begrüßte ich ihn höflich in meiner Muttersprache, worauf Gandalf eigentlich noch etwas erwidern wollte, doch bevor er überhaupt die Chance hatte den Mund aufzumachen wurde er von einer tiefen, argwöhnischen Stimme hinter sich unterbrochen…

„Und wer ist das, wenn ich fragen darf, Gandalf?“
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Dovazuhl – Deutsch

Ruth nii, Corrus! : Verdammt, Corrus!

Kul orin, sadon Kro : Guten Abend, grauer Zauberer



Darling! Darling! DARLING!!!

ICH BIN ZURÜCK AUS DEN FERIEN!!!! Wuhuuu!!! Und mit meiner Rückkehr gibt es direkt auch ein neues Kapitel. So ich fasse mich kurz, da ich keinem von euch auf den Sack gehen will….Tintentraum DANKE für dein megaliebes Review! Ich habe mich ultra drüber gefreut!!! Und an den Rest!! Danke für die 500+ Aufrufe!! Ihr seid echt der helle Wahnsinn!!!!

Lasst mir ruhig ein Sternchen, Herzchen oder ein Review da, ich freue mich über alles!! Verbesserungsvorschläge und Kritik sind auch gerne gesehen!!!

Bis dahin!! Wir sehen uns alle im nächsten Kapitel!!

Lg little-chaos-queen
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