Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die letzte Drachenreiterin

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Fili Gandalf OC (Own Character) Smaug
19.06.2020
17.09.2020
10
92.077
6
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
30.07.2020 12.397
 
Chapter 5: Einkaufsbummel und neue Erfindungen…


Raidyns Sicht:


Ich erwachte langsam, wie auch schlaftrunken aus meinem tiefen, erholsamen Schlaf, als das warme Licht der Sonne meine Nase kitzelte. Keck und munter tänzelte es nämlich über meine Haut, küsste mich hier und da zärtlich und gab dadurch dem herumfliegendem, friedlichen Staub meines gemieteten Zimmers eine zarte Gestalt, unterdessen ich nur grummelnd meine Nase kräuselte. Gestern war ich nämlich noch sehr lange aufgeblieben. Und mit sehr lange meinte ich beinahe bis in die frühen Morgenstunden, da ich, zum Einen, einfach so lange mit meinen Haaren beschäftigt gewesen war, was nun natürlich zur Folge hatte, dass ich immer noch todmüde war. Mehr als das sogar. Ich beneidete beinahe schon die Toten, weil die nicht mehr aus ihrem dunklen Grab aufstehen mussten und ich hier von verdammten Sonne angebrannt wurde…

Missmutig knurrte ich daher leise und drehte mich, mit geschlossenen Augen natürlich, träge auf die andere Seite des weichen, warmen Bettes, wo es zum Glück dunkler war, als auf der anderen Seite. Das hölzerne Bett ächzte aufgrund meiner plötzlichen Bewegung leise, beschwerte sich darüber, wie ich es wagen konnte mich jetzt zu bewegen. Doch ich ignorierte es gekonnt, gab lediglich ein zufriedenes Seufzen von mir und kuschelte mein Gesicht tiefer in das weiche, warme, weiße Kissen meines Bettes, währenddessen ich ihm Halbschlaf gedämpft die Geräusche des Wirtshauses und von der Straße draußen hören konnte. Denn auch wenn ich nicht wusste, wie spät es war, so wusste ich dennoch bereits mit Sicherheit, dass mindestens halb Bree auf den Beinen seien musste. Munteres, dumpfes Geplapper war nämlich, gemixt mit dem eiligen Scheppern von Geschirr, von unten zu hören, unterdessen von draußen das Wiehern von Pferden, das Klappern von Eisen, die Rufe der Bauern und das Bellen eines einzelnen Hundes zu hören waren. Also, schlichtweggesagt, das helle Treiben. Doch ich ließ mich davon überhaupt nicht beeindrucken. Nein. Ich blendete die Geräusche vollkommend aus, amtete stattdessen tief den warmen Duft meines Bettes ein und fiel erneut in einen tiefen, bodenlosen, traumlosen Schlaf…




Als ich das nächste Mal fühlte, wie ich der betäubenden Welt der Träume entfloh und langsam in den wachen Zustand zurückglitt, stand die Sonne bereits schon viel höher als beim letzten Mal und flutete so mit ihrem warmen, hellen Licht mein gesamtes Zimmer, dass dadurch nun viel einladender und freundlicher wirkte, als in der Nacht zuvor, in der ich hier ankam. Denn, wie am Morgen bereits zuvor, flog nun auch wieder, durch das Sonnenlicht sichtbar, vereinzelte Staubkörnchen lautlos, wie auch niedlich durch die Luft, suchten sich ihren Weg zu Boden, währenddessen die Geräusche von draußen ebenfalls unverändert geblieben sind. Pferde, einen Hund, die Rufe der Bauern, das Schlagen von Eisen, genau dieselben dumpfen Geräusche, wie bei meinem ersten Erwachen, sodass ich beinahe schon die Zweifel bekam, ob ich überhaupt ein weiteres Mal eingeschlafen war. Doch als ich, mit schlaftrunken, zusammengezogenen Augenbraun und einer irritiert gekräuselten Nase, meinen Körper träge wieder auf die andere Seite meines hölzernen Bettes drehte, wodurch meine Schlafstätte selbstverständlich erneut laut und ätzend protestierte, und verpeilt aus dem Fenster sah, blieben ganz freilich keine Zweifel. Oh nein. Ich war ein weiteres Mal eingeschlafen. Und mittlerweile war es nicht mehr Morgen, sondern, nach dem hohen Sonnenstand zu urteilen, bereits fast Mittag. Wow…Ich hatte fast den halben Tag verpennt. Das dürfte eine neue Meisterleistung meinerseits sein. So lang habe ich nämlich, mit Ausnahme von heute, noch nie geschlafen. Wow. Sollte ich darüber jetzt eher geschockt oder beeindruckt sein? Hmm…

Tief einatmend holte ich langsam eine Hand unter meinem warmen, aber dennoch leicht kratzigen Kissen hervor und fuhr mir mit ihr verschlafen über die Augen, derweilen ich gleichzeitig stockend meine nackten Beine aus dem Bett schwang. Mein leichtes, besticktes Nachtkleid rutschte mir dabei sanft bis zum Ansatz meiner Oberschenkel in die Höhe, entblößte so die kurze Lederhose, die ich darunter trug. Doch da ich ohnehin alleine in diesem Zimmer war, war es mir eigentlich egal, ob mir mein Nachtkleid jetzt so weit raufrutschte. Es sah ja schließlich außer mir niemand zu. Von dem her…Noch immer ziemlich schlaftrunken gähnte ich erst einmal ausgiebig, riss dabei meinen Mund, wie ein hungriges Raubtier weit auf, streckte meinen Rücken zusätzlich so weit durch, dass ich es bereits in meinen Knochen knacken spüren, wie auch hören konnte und spürte anschließend auch, wie sich in meinen Augenwinkeln dann kleine, glänzende Tränchen bildeten, währenddessen ich mir mit meiner anderen Hand instinktiv gemütlich über meinen Kopf fahren wollte. Und Leute, ganz ehrlich? Ganz ehrlich? Beinahe hätte ich, ohne Witz, einen Herzinfarkt bekommen, als ich mit meiner freien Hand sanft über meinen Haupt fuhr und anstatt meiner weichen, langen Haare und weiche Stummeln fühlte, die bei meinen Drüberfahren, in meinen Ohren, ein leises, kaum hörbares Rascheln von sich gaben.  

Für einen wirklich kurzen Augenblick konnte ich daher mein armes, verschlafenes Herz erschrickt in meiner Brust springen fühlen, weshalb ich auch unwillkürlich meine Augen leicht weitete und, wie vom Blitz getroffen, mitten in meiner Bewegung erstarrte. Doch dann erinnerte ich mich an gestern Abend, an die Bewegung mit Milos Schwester, meiner Entscheidung aufzuhören, vor mir selbst wegzulaufen und meiner äußerlichen Veränderung. Ein leichtes Lächeln huschte über meine Lippen, als ich daran dachte, wie ich gestern mein kleines Taschenmesser über meinen Kopf hab gleiten lassen und so meine langen, silber-weißen Haare Stück für Stück von meiner Haut getrennt hatte, unterdessen ich mich gleichzeitig, tiefeinatmend, von meinem kleinen Bauernbett erhob. Das alte Gestell ächzte deswegen erneut und auch die hölzernen Dielen des Fußbodens mischte sich nun lauthals in diesen Protestsong ein, als er mein plötzliches Gewicht auf sich fühlte. Doch, wie immer eigentlich, ignorierte ich diese Geräusche und tapste stattdessen, mit nackten Füßen zu den verwaschenen Fenstern hinüber, die hinaus auf die offene Hauptstraße von Bree zeigte. Denn einen Spiegel besaß ich hier im Zimmer nicht, genauso wenig wie eine Waschstelle. Die wurden nämlich alle zusammen auf ein einziges Badezimmer am Ende des Flurs zusammengelegt, sodass alle Zimmer sich ein Badezimmer teilen mussten. Sehr zu meinem Leid. Aber hey! Wo ein Wille war, da war auch ein Weg und nachdem ich ein Fenster im Zimmer hatte, konnte ich durch diesen schwach meine neue Gestalt ansehen, auch wenn dies bei Tageslicht ein wenig komplizierter werden dürfte. Aber was solls. Der, der nicht wagt, der nicht gewinnt…

Allmählich munter werdend trat ich daher, mit drei leichten Schritten, zu meinem Fenster hinüber, hob stolz mein Kinn und sah dann unerschrocken in meine Spiegelung, die ich mich, zwar ziemlich verblasst, aber trotzdem nicht minder unerschrocken zurückanstarrte. Nur war bei diesem Bild dieses Mal meine Haare wirklich komplett anders. Aber ehrlich total anders. Denn anstatt lange, oftmals ziemlich zerzauste, silber-weiße Haare prangte auf meinem Haupt nun nur noch ein kurzes, silber-weißes Stoppelfeld, dass dicht, wie weicher Flaum, meinen gesamten Kopf abdeckte. Gottseidank konnte man deswegen nicht bis auf meine kahle Kopfhaut durchsehen, da, zum Einen, meine Haare ohnehin weiß waren und, zum Anderen, meine Haare ziemlich dicht waren, was grundsätzlich schon einmal den Blick auf meine Kopfhaut verwehrte. Aber sonst? Naja, was sollte ich sagen?...Das Bild war ziemlich gewöhnungsbedürftig. So kurze Haare hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehabt und die spontane Entscheidung sie bis auf 11 Millimeter hinunterzuschneiden machte es auch nicht unbedingt besser. Aber hey! Der Vorteil von dieser ganzen Geschichte war immerhin, dass meine Kinnlinie besser, wie auch kantiger zum Vorschein kam. Es wirkte auch mich irgendwie authentischer, wenn ihr mich fragen würdet, aber was solls! Ich hatte heute, ohne Witz, einiges vor! Und es blieb mir nur wenig Zeit, wenn ich am Nachmittag wieder aufbrechen wollte…

Entschlossen blies ich die Luft aus meinen Lungen heraus, ließ ein ernstes Funkeln in meinen Augen auftauchen und warf einen letzten Blick auf mein verschwommenes Spiegelbild, ehe ich mich von ihm abwandte und zielstrebig zu dem kleinen Tisch hinüberging, auf dem ich meinen Rucksack und meine Umhängetasche geknallt hatte. Die hölzernen, dunklen Dielen knarrten unter mir deswegen leise, wollten mein Gesicht nicht tragen, unterdessen unterhalb von mir das laute scheppernde Geräusch von zerspringendem Geschirr zu hören war, kombiniert mit dem wüsten Fluchen einer älteren Magd. Anscheinend dürfte ich also ein Zimmer direkt über der Küche bekommen haben, was dann am Abend auch diesen betörenden Duft von Essen erklärte, der mein ganzes Zimmer geflutet hatte. Jedenfalls, wie dem auch sei. Ich ignorierte dieses Geräusch einfach und setzte stattdessen eine konzentrierte Miene auf, als ich bei dem kleinen Holztisch, der parallel zu meinem Bett an der Wand stand, ankam und griff direkt nach meinen neuen, aber trotzdem doch sehr einfachen Reservesachen, die ich in Rohan gekauft hatte. Zugegeben, wirklich schick waren sie zu meinen vorherigen Sachen, die ich im Eifer meines Zorns im Kamin verbrannt hatte, nicht. Eher im Gegenteil. Sie wirkten eher sogar mehrmals zusammengeflickt und wie von einem alten, reisendem Mann. Aber genau das brauchte ich auch für meine Veränderung. Komplett neue Kleidung und Frisur. Denn hab heute, und davon war ich schwer überzeugt, würde ich in meinem Leben so einiges umkrempeln…

Ein schwaches Lächeln zierte meine Lippen als ich meine neue Wäsche auseinanderfaltete und sie so, mit huschenden, aufmerksamen Augen, von oben bis unten betrachtete. „Na dann los…“ murmelte ich leise zu mir selbst, legte meine ausgefaltete Kleidung wieder auf den Tisch zurück und begann mich langsam aus meiner Schlafkleidung zu befreien…



***



Die Dielen unter mir knarrten mörderisch, als ich, mit meinem ledernen Rucksack, meiner gräulichen Umhängetasche und meinem silbernem Kampfstock bewaffnet, die Treppen zu den Gästezimmern herunterkam. Das untere Ende von meiner länglichen Waffe stieß dabei zusätzlich noch mit jedem einzelnen Schritt, den ich tat, gegen das dunkle Holz jeder Stufe, verstärkte so noch die Klänge meiner Schritte, währenddessen ich, mit ernster Miene, meinen Blick über den Innenraum der Taverne gleiten ließ, als ich schweigend am Fuße der Treppen angekommen war. Und ganz ehrlich, Leute? Viele Leute waren nicht hier, selbst zu einer solchen Zeit wie diesen. Nur der Wirt, Herr Butterblum, eine junge Magd, die eilig zwischen den Tischen herumwanderte, abräumte, abwischte oder servierte, ein paar ältere Herren, die, paffend, eine warme Mahlzeit genossen und ein alter, schwarzer Kater, der dösend auf einen der Fenstersims lag und die Ruhe des Gasthauses auskostete. Ansonsten war hier überhaupt nichts los. Wirklich gar nichts. Etwas, was ich selbstverständlich zu meinem Nutzen nutzte. So würde ich nämlich schneller für die Nacht zahlen können und mich auf den Weg machen können. Wer wusste nämlich schon, wie weit es bis ins Auenland war? Oder noch besser…Wer wusste schon, wie weit es bis Beutelsend war und wie lange ich brauchen würde, um diese Tür zu finden, von der der graue Zauberer gesprochen hatte, hmm? Uff, Leute, so viel Stress hatte ich ernsthaft schon seit Jahren nicht mehr gehabt, Leute…

Instinktiv verfestigte ich meinen Griff um meinen Stab, als ich mich von der Treppe aus in Bewegung setzte und meinen Weg zu der großen, blankpolierten Bar antrat. Meine schweren, dunkelbraunen Halbstiefel, die an der Vorderseite mit Schnürsenkeln zusammengebunden werden müssen, trafen dabei dumpf auf den hölzernen Boden des Gasthauses, derweilen sich meine braune Hose, die von knapp oberhalb meiner Kniee bis circa zur Hälfte meiner Schienbeine mit einem zusätzlichen dunkelbraunem Lederausschnitt verstärkt war, leicht schlabbrig an meine Beine schmiegte. Ein blaues, besticktes Tuch hatte ich mir dabei ebenfalls locker um die Hüfte gebunden, fungierte so teilweise als eine Art Gürtel, währenddessen ich mein langärmliges, rotes Shirt auf meiner linken Hüftseite leicht in meine Hose gesteckt hatte, sodass es etwas hochgesteckt wirkte, und gleichzeitig die rechte Seite locker komplett runter fallen ließ. Die braune, schwere Jacke, die ich darüber trug und bis zu meinen Ellbogen hochgekrempelt hatte, war bereits an ein paar Stellen, mit helleren, braunen Stofffetzen zusammengeflickt worden, wirkte dadurch eher schon wirklich sehr abgenutzt und alt, derweilen meine Hände schwarze, fingerlose Lederhandschuhe zierte und um meinen Hals zusätzlich locker ein weiteres, grünes Tuch gebunden war, dass ich wunderbar als Maske nutzen konnte, wenn ich auf mehrere tausend Fuß über der Erde flog. Also alles in einem? Ich war ziemlich zufrieden mit meinen neuen Sachen. So ging ich nämlich überall wirklich kinderleicht als einfacher Wanderer durch, denn unbedingt auffallen wollte ich noch immer nicht…Aber, wie dem auch sei. Jetzt war eigentlich etwas anderes von Bedeutung. Wo war ich also noch gleich stehengeblieben? Ach ja…

Herr Butterblum zog neugierig seine Augenbraun hoch und sah von seiner Tätigkeit, die Gläser abzuwischen hoch, als ich an seine Bar herantrat und, mit einem festen Gesichtsausdruck, zu ihm hochsah. „Guten Tag, Herr Butterblum.“ grüßte ich ihn formell und lehnte mich mit einem Ellbogen gegen den dunkelbraunen, blankpolierten Tresen, meinen Stab dabei gegen meine andere Schulter lehnend. Der jungaussehende Wirt trat deswegen interessiert an den Tresen heran, lehnte sich mit seinem Oberkörper dagegen und stützte sich auf seinen Ellbogen darauf ab, unterdessen er gleichzeitig gemütlich weiter seinen metallenen Bierkrug, mit einem weißen Fetzen, reinigte. „Gleichfalls, Kleine. Was kann ich für Euch tun?“ erwiderte der Wirt freundlich meine Begrüßung und nickte mir dann auffordernd zu, bereits wissend, dass ich etwas von ihm wollte. Ich lächelte deswegen dezent, antwortete jedoch nicht sofort, sondern griff zuerst nach meiner grauen Umhängetasche und öffnete ihren geschmeidigen Deckel. Flink griff ich dann in sein Inneres hinein und kramte, unter Herrn Butterblums wachsamen Blick, für ein paar Sekunden in ihm herum, ehe ich ein rotes, samtenes, klimperndes Bündel aus ihm herausholte. „Ich möchte für die gestrige Nacht und die Unterbringung meines Pferdes bezahlen, mein Herr. Ich habe nämlich vor noch heute abreisen.“ erklärte ich Herrn Butterblum objektiv und ließ dabei sanft den roten, samtenen, klimpernden Beutel auf den Tresen des Wirten fallen. Der Mann musterte mich für einen kurzen Augenblick überrascht und legte dabei seinen Krug, wie auch seinen weißen Putzfetzen beiseite.

„Ihr reist schon so früh ab?“ wiederholte er verblüfft meine Worte und griff mit seine großen Hand nach dem roten, samtenen Beutel, um sich die ausstehende Summe abzuziehen, ehe er fragend fortfuhr. „Hat Euch der Aufenthalt hier in Bree etwa nicht gefallen, Miss?“ wollte er interessiert von mir wissen, öffnete dabei gleichzeitig beiläufig die Verschnürung meines Bündels und schüttelte dieses ein wenig in seiner Hand hin und her, sodass es nur so klimperte und schepperte, währenddessen ich nur knapp mit den Schultern zuckte. „Hab noch nicht viel von Bree gesehen, wenn ich ehrlich sein soll, Herr Butterblum. Als ich gestern Abend hier angekommen bin, war es schon stockfinster und es hat auch noch geschüttet, wie aus allen sieben Eimern. Hätte ich mein Pferd nicht bei mir gehabt, dann wäre ich auf dem Weg zu Eurem Gasthaus bestimmt im Schlamm ertrunken.“ beantwortete ich ihm wahrheitsgemäß seine Antwort, ließ dabei allerdings meinen Blick aufmerksam über den restlichen Teil der Taverne wandern und atmete, in einem tiefen Atemzug, die qualmige und nach Speisen riechende Luft des Gasthauses ein. Herr Butterblum, in der Zwischenzeit, stieß ein heißeres Lachen aus. „Oh ja, das Wetter hier kann selbst zu dieser Jahreszeit sehr eigenwillig sein, Miss.“ stimmte mir der Wirt schmunzelnd zu, währenddessen er konzentriert in meinem Geldbeutel noch der richtigen Summe für eine Nacht und die Unterbringung Agrafinas suchte. Ich drehte, unterdessen, mein Haupt wieder dem fülligen Wirten zu, verengte meine Augen leicht in seine Richtung, und beobachtete ihn aufmerksam.

Klar wusste ich, dass es eigentlich total naiv von mir war einem Fremden mein Geldbeutel in die Hand zu drücken und ihm zu sagen, dass er die richtige Summe abziehen soll. Doch Herr Butterblum schien mir trotzdem ein relativ souveräner Mann zu sein, der keine arme, hilflose Frauen ausrauben würde, weshalb ich ihm auch gestattete das Geld selbst zusammenzukratzen. Doch sollte er im Sinn haben mich zu betrügen…Ohhh, Leute….Lasst euch einfach gesagt sein, dass ich fast mein ganzes Leben lang, unter den scharfen Habichtaugen meines Mentors Atticus, trainiert habe. Hart. Und gnadenlos. Also, von dem her… Wachsam beobachtete ich, wie Herr Butterblum ein paar silberne Münzen aus meinem kleinen, klimpernden Beutel herausnahm und diese dann in seiner weißen Schürze verschwinden ließ. „So, 30 Schillinge haben ich Euch für die Nacht und die Unterbringung Eures Pferdes abgenommen, Miss. Ich hoffe Ihr hattet eine angenehme Nacht in meinem Gasthaus.“ verkündete der Wirt freundlich, schnürte mein samtenes Bündel wieder zusammen und schob es mir in einer geschmeidigen Bewegung, über den blankpolierten Tresen, zurück. Ich fing dieses selbstverständlich mit meiner rechten Hand sofort grob ab, verließ mit meinem Blick dabei allerdings für noch nicht einmal eine Sekunde die hellen, blauen Augen von Herrn Butterblum und starrte ihn stattdessen schweigend warnend an, um so klarzumachen, dass es für ihn keine gute Idee wäre, mich zu bescheißen. Doch, so wie es für den männlichen Teil der Bevölkerung üblich war, nahm er meine Drohung nicht sonderlich ernst, sondern lächelte stattdessen einfach nur gastfreundlich, nickte mir sogar kurz zu, und widmete sich dann wieder, mit einem leisen Räuspern, seinem metallenen Krug zu, der noch gereinigt gehörte.

Also nicht ganz der Plan, nach dem ich spielen wollte. Aber schön. Dann war eben Anpassungsfähigkeit gefragt, weshalb ich wortlos auch einfach, mit meiner rechten Hand, den Beutel anhob und, mit geschickten Fingern, die lederne Verschnürung löste, um selbst zu überprüfen, ob mir Herr Butterblum auch wirklich nur 30 Schillinge abgenommen hatte. Der Preis selbst schien mir nämlich sehr fair, weshalb ich deswegen auch nicht wirklich verhandeln wollte. Man musste schließlich auch beachten, dass ich hier nicht nur mein Bett, sondern auch Agrafinas Unterbringung und wahrscheinlich Verpflegung zahlte, was also im Großen und Ganzen schon auf diese Summe kommen dürfte, wenn ich mich nicht verrechnete. Doch, wie dem auch sei…Meine Gedankengänge waren jetzt nicht von Bedeutung. Etwas anderes war wichtiger, also…Wo waren wir noch gleich stehengeblieben? Ach ja…

Herr Butterblum in der Zwischenzeit, schien zu merken, dass ich seinem Handeln nicht ganz traute, weshalb er, während er beiläufig seinen Bierkrug reinigte, amüsiert zu Brummen anfing. „Keine Sorge, Kleine, ich ziehe schon keine Gäste ab. Das würde nur ein schlechtes Licht auf meinen Gasthof werfen, wenn ich anfangen würde meine Kunden zu beklauen.“ beschwichtigte er mich in einem erheiterten Tonfall, was mich allerdings nur skeptisch die Augenbraue hochziehen und argwöhnisch zu ihm hochschielen ließ. Klar, ich dürfte eigentlich gar nichts melden, da ich doch diejenige war, die ihm den Beutel anvertraut hatte, da ich nicht sonderlich gut mit Münzen zusammensuchen war. Das dauerte bei mir immer eine Ewigkeit, wenn ihr versteht was ich meine. Doch trotzdem hatte Herr Butterblum ehrlichgesagt etwas, von der Art her an sich, dass mich zumindest halbwegs entspannen ließ, weshalb ich auch, mit einem leisen Luftholen, mein Bündel wieder zusammenband und dann klimpernd in meiner grauen Umhängetasche verschwinden ließ. „Verzeiht, Herr Butterblum. Ist nur so eine Angewohnheit.“ murmelte ich dabei entschuldigend, fühlte mich sogar ein wenig schlecht deswegen, was den Wirten allerdings lediglich nur erneut belustigt schnaufen ließ. „Kein Grund sich zu entschuldigen, Kleine. Es sind zwielichtige Gestalten auf der Straße unterwegs. Da kann ich es Euch doch wohl kaum übel nehmen, wenn Ihr mir gegenüber misstrauisch seid.“ wehrte er, mit seinem weißen Lappen in der Hand, freundlich, wie auch verstehend ab und schoss mir von der Seite her ein amüsiertes Lächeln zu, ehe er seine volle Aufmerksamkeit wieder auf seinen Bierkrug umlenkte, wahrscheinlich annehmend, dass ich nun ohnehin meines Weges gehen würde.

Und das würde ich selbstverständlich auch gleich. Schließlich blieb mir nur noch knapp ein bisschen mehr als eine Woche, um nach Beutelsend zu kommen und der Teufel wusste, wo dieses Dorf lag. Doch bevor ich wirklich aufbrechen würde, wollte ich noch unbedingt die Gegenstände einkaufen, wegen denen ich eigentlich hier war. Nämlich Kräuter und Waffen. Alles andere hatte ich ja bekanntlich bereits, was jetzt eigentlich nur mehr bedeutete, dass ich Brees Markt finden musste. Und wieso stundenlang suchen, wenn man vor sich jemanden hatte, der Bree in und auswendig kannte, hmm? Genau. Dasselbe hatte ich auch gerade gedacht… Leise räusperte ich mich daher, schwankte dann mit meinem Kopf beiläufig zu den Tischen hinüber, wo die paffenden, älteren Herren saßen, deren Tabak die gesamte Taverne verpestete, und die junge Magd eilig zwischen den Tischen hereilte, um alles für die Kunden bereitzumachen, und beobachtete diese für einen kurzen Augenblick, ehe ich mich wieder zu Herrn Butterblum umwandte, der zwar so tat als würde er seine ungeteilte Aufmerksamkeit nur der Reinigung seines metallenen Bierkruges schenken, jedoch trotzdem immer mal wieder zu mir runterschielte. Doch ich kümmerte mich nicht um diese kleine Belanglosigkeit, sondern lehnte mich stattdessen interessiert ein kleines Stückchen nach vorne und fixierte den Wirten mit durchdringenden, sturm-grauen Augen „Herr Butterblum, Ihr wisst nicht zufällig, wie ich zum Markt komme, oder?“ fragte ich ihn sowohl ernst, als auch neugierig und legte dabei sogar unbewusst mein Haupt ein wenig schief, unterdessen mein Gegenüber, bei dem Klang meiner Frage, mit einer hochgezogener Augenbraue, langsam, von seinem metallenem Bierkrug, hochsah.  

Für einen kurzen Augenblick starrte mich der junge Wirt dann schweigend an, ehe er schließlich ein amüsiertes Schnauben ausstieß und mich freundlich anlächelte „Aber sicher doch, Miss. Folgt der Hauptstraße einfach bis zum großen Brunnenplatz und nehmt dann die erste Gasse links. Von dort aus kommt Ihr direkt zum Marktplatz. Ihr könnt es gar nicht verpassen.“ erklärte er mir hilfsbereit und deutete mit einem simplen Kopfnicken in Richtung Eingangstüre, die zur Hauptstraße hinausführte. Ich nickte deswegen nur verstehend, prägte mir innerlich haargenau die Beschreibung von Herr Butterblum ein, damit ich mich nicht verlaufen würde, und erwiderte dann abgeschwächt das gastfreundliche Lächeln des Mannes. „Danke, Herr Butterblum. Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag.“ bedankte und verabschiedete ich mich gleichzeitig dann bei dem Wirten, was dieser nur mit einem bedeutungsvollem Nicken erwiderte. „Gleichfalls, junge Dame.“ entgegnete Herr Butterblum mir und wandte sich, tiefluftholend, dann wieder seinen Krügen zu, währenddessen ich, dezent lächelnd, meinen silbernen Kampfstock, der bis dato an meiner Schulter gelehnt hatte, mit meiner linken Hand, fest packte und mich geschmeidig vom Tresen abstieß…

Und ohne auch nur einen einzigen Blick zurückzuwerfen, wandte ich mich wortlos von Herrn Butterblum, seiner Aushilfe und den paffenden, älteren Herren ab und verschwand dann, mit schweren, bestimmten Schritten, in Richtung der großen, hölzerne Eingangstür, die mich hinaus auf die Hauptstraße führen würde…    


***



Die Sonne setzte ihren Weg schon in Richtung Osten an, als ich, mit einer unruhig schnaubenden Agrafina an den Zügeln, den gut befüllten Marktplatz betrat. Und wie Herr Butterblum gesagt hatte, hätte ich diesen Platz kaum verfehlen können. Denn, zum Einen, grenzte dieser Ort wirklich direkt an den kleinen Brunnenplatz und zum Anderen waren die lauten Rufe, Anlockungsversuche und Menschengruppen, die in diese Richtung strömten Anzeichen genug, dass sich der Markt nur dort drüben befinden konnte. Und naja…Was sollte ich sagen? Ich hatte damit wirklich recht gehabt, wie man nur unschwer erkennen konnte. Denn, als ich zusammen mit meinem Pferd, in der ersten linken Gasse nach dem Brunnenplatz einbog, wurde ich sogleich auch direkt von einer gatschigen Straße und mehreren hölzernen, manchmal sogar gutbesuchten Marktständen begrüßt, hinter denen aufmerksame Händler standen, die meistens charmant versuchten ihre Ware zu verkaufen. Doch auch laute Bauern gab es, die auf kleinen, dunkelbraunen Kisten vor ihrem Stand standen und, mit lauter, brüllender Stimme versuchten die Kunden anzulocken. „Frisches Gemüse! Kommt und holt euch euer frisches Gemüse, liebe Leute! Frisches Gemüse, frisch vom Feld!!“ rief dabei, zum Beispiel, ein mittelaltriger Gemüsehändler, in einfacher, abgenutzter und an einigen Stellen sogar aufgerissener Kleidung. Seine Wangen waren, genauso wie seine Hände, dreckig von der Erde seines Feldes, unterdessen auf seiner Stirn Schweißperlen glänzten. Sie Sonne schien ihn, ebenso wie die harte Feldarbeit, zu schaffen zu machen. Doch immerhin lohnte sich seine Arbeit auch ein wenig für ihn, denn mehrere Frauen standen um seinen Stand herum und beäugten skeptisch die Ware des Mannes, abschätzend, ob es sich lohnen würde von ihm zu kaufen.

Ich schnaubte deswegen nur leise und ließ dann meinen Blick neugierig weiter über den Marktplatz wandern, derweilen ich gleichzeitig Agrafina hinter mir herzog. Kinder jagten sich lachend über den gesamten Platz, versuchten sich gegenseitig zu fangen oder flüchteten mit stibitzter Ware in ihren Händen und Beuteln in ihre Geheimverstecke, unterdessen die ärmlichen Männer und Frauen, mit ihren Weidekörben, am Markt gemütlich hier und da mal an einem Stand vorbeischauten und sich seine Ware ansahen. Doch musste man auch dazu sagen, dass es hier nicht sonderlich viele Stände gab. Nein. Das freilich nicht, dass konnte ich sogar mit freiem Auge erkennen. Es waren vielleicht gut ein Dutzend Stände, plus 2 oder 3 standhafte Läden dahinter. Mehr nicht. Aber trotzdem war ich guter Hoffnung, dass ich hier jene Sachen finden würde, für die ich hergekommen war. Nämlich Kräuter und Waffen….

Gemütlich führte ich Agrafina, etwas abseits am Beginn des Marktes, mit durch den gestrigen Regen schmatzenden Schritten, zu einem länglichen, dunkelbraunem Pfahl hinüber, der zum Anbinden von Pferden, Kühen, Maultieren oder sonst was gebaut wurde, und band die dunkelbraune Stute bestimmt dort fest. Zwei weitere Pferde, ein großer, schwarz-weißer Tinker und ein kräftiger Fuchs,  standen ebenfalls entspannt dort, hoben neugierig ihre Köpfe oder legten, im Falle des Fuchses eben, genervt die Ohren an, als ich Agrafina bei ihnen festband, weshalb die Stute auch mit einem unruhigen Schnauben reagierte und instinktiv leicht zurückweichen wollte. Doch ich, beziehungsweise, der Pfahl, hatte sie fest im Griff, sodass sie nicht abhauen konnte, wodurch Agrafina gezwungen war an Ort und Stelle zu bleiben. Ein Umstand, der ihr augenscheinlich so gar nicht gefiel, da sie keine Möglichkeit zur Flucht hatte, als der schwarz-weiße Tinker neben ihr neugierig seine weiche, zartrosafarbene Nase nach ihr ausstreckte und sie ab schnüffeln wollte. Ein mitleidiges Lächeln schlich sich auf meine Lippen und ich hob meine Hand behutsam an, um der dunkelbraunen Stute sanft über ihr mattglänzendes Fell zu streichen. „Schon gut, mein Mädchen. Ich bin gleich wieder da.“ sprach ich ihr aufmunternd zu  und tätschelte sie dann sachte am kräftigen Hals. Agrafina schnaubte deswegen nur unsicher und schlug mit ihrem schwarzen, zerzausten Schweif unwohl um sich, was andersgesagt so viel wie Dann-beeil-dich-besser hieß-…

Ein weiteres mitleidiges Lächeln schlich sich auf meine Züge, als ich ihr Verhalten beobachtete. Agrafinas Heilung dürfte wohl doch komplizierter werden als gedacht, wenn sie sogar schon gegen Gleichartige ankämpfte. Unbewusst seufzte ich. Was haben diese Leute bloß mit dir angestellt, Agrafina?...Ein letztes Mal tätschelte ich aufmunternd den warmen, kräftigen Hals der dunkelbraunen Stute, ehe ich mich schließlich wortlos von ihr losriss und, ohne auch nur einen weiteren Blick zu ihr zurückzuwerfen, meinen Weg über die schlammige Straße hinüber zum Markt antrat. Der feuchte Schlamm unter meinen dunkelbraunen Halbstiefeln schmatzte dabei laut, erschwerte mir so das Gehen erheblich, da, an manchen Stellen, der Gatsch meine Stiefel kaum mehr loslassen wollte, weshalb ich oftmals auch genervt ächzte. Manchmal musste ich sogar mit purer Gewalt eines meiner Beine aus einem kleinen Schlammloch reißen, wenn dieses von Anfang an nicht meinen Fuß freigab, oder um eine große Schlammpfütze herumgehen, die nur so nach Steckenbleiben schrie, was mich selbstverständlich auch von Minute zu Minute gereizter machte. Wie konnte Schlamm bitteschön auch so stark sein, hmm? Und wie schafften es die Bewohner von Bree auch so mühelos über ihn hinwegzukommen, ohne so abgehackt wie ich zu wirken?? Gab es dafür irgendein spezielles Geheimnis, dass nur die Menschen, die hier wohnten wissen durften, oder wie? Grrr, ich hasse Schlamm!!...

Doch trotzdem schaffte ich es, hingegen aller anfänglichen Schwierigkeiten, unbeschwert zu den hölzernen Marktständen und den neugierig schauenden Menschen hinüberzukommen, die aufgeteilt leicht chaotisch der Straße hinabfolgten, weshalb ich mir ein zufriedenes Schnauben auch nicht mehr wirklich verkneifen konnte. Denn hey!! Ich war ohne ein Schlammbad zu den Marktständen gekommen, dass war doch freilich auch ein kleiner Erfolg, nicht? Naja…Wie dem auch sei…Wo waren wir noch gleich stehengeblieben?...Aja…Der erste, hölzerne Stand, der sich rechts von mir aufbaute, war kein sonderlich gut besuchter. Nein. Nur der Händler, einer älterer Herr, mit mittellangem, ungepflegtem Bart und einer schiefen, alten Mütze auf dem Kopf, der mich, mit seinen dunklen Augen, erwartungsvoll ansah, und ich standen dort, wobei ich, mit hochgezogener Augenbraun, skeptisch  über teilweise verbeulten, schwarz-grauen, unordentlich verstreuten Töpfe und Pfannen drüber schaute, die der Händler anbot. Keine hochwertige Ware war es, dass sah selbst ich. Großteils dürften diese Sachen schon benutzt worden sein, weshalb ich davon ausging, dass der Mann ein Schrotthändler sein dürfte. Und nachdem ich weder Schrott, noch Pfannen oder Töpfe brauchte, war dieser Stand auch nicht sehr interessant für mich, was auch der Grund dafür war, warum ich, ohne auch nur ein Wort zu sagen, einfach schweigend, mit leise schmatzenden Schritten, weiter zum nächsten Stand schlenderte, der nur ein paar Schritte von mir entfernt war.

Der ältere Herr hinter mir seufzte deswegen nur enttäuscht und fummelte, leise scheppernd, lustlos an ein paar seiner Artikel herum, unterdessen ich interessiert die Ware des nächsten Händels begutachtete. Dessen Stand hingegen war schon wieder besser besucht, denn eine junge Frau stand, mit ihrem murrendem Sohn, dort und betrachtete interessiert die Seifen und Öle, die der rundliche Herr anbot. Fein säuberlich waren sie über die gesamte Tischfläche verteilt, die viereckigen Seifen vorne und die hübschen Fläschchen mit den duftenden Ölen hinten, und verströmten so einen angehnehmen Geruch, der den Gestank der Straße überdeckte. Und natürlich weckten diese Düfte logischerweise auch die klassische Dame in mir, weshalb ich auch unwillkürlich, mit interessiert hochgezogenen Augenbraun, vorsichtig näher an den Stand herantrat, gerade als die andere junge Dame einen Abflug machte. „Schade. Diese Seifen sind wirklich gut, aber ich brauche das Geld, leider. Vielleicht beim nächsten Mal, mein Herr.“ verabschiedete sich die junge Frau winkend von dem Händler und nahm ihren nörgelnden Sohn dann bestimmt bei der Hand, unterdessen der rundliche Händler nur mit einem charmanten Lächeln die Verabschiedung erwiderte. „Ich nehme Euch beim Wort, meine Liebe.“ dimittierte der Mann, mittleren Alters, lächelnd und verschränkte dann zufrieden seine dicken Arme hinter seinem Rücken, derweilen ich neugierig die Ware in Augenschein nahm, der anbot.

Viele gutduftende, bunte Seifen lagen dicht beieinander, verströmten so süßliche, herbe und frische Gerüche, währenddessen in den hinteren Reihen edle, schöne und aufwendig verzierte Fläschchen standen, in denen sich angenehme Öle zur Pflege der Haut befanden. Und auch diese verströmten verlockende Düfte, was mich unweigerlich interessierter machte. Schlussendlich war ich ja auch nur eine Frau, die es vorzog gut zu riechen…Der Händler, in der Zwischenzeit, schien mitzubekommen, dass ich seine Ware neugierig musterte, denn der aufgequollene Herr wandte sich umgehend, mit einem breiten, charmanten Lächeln auf den schmalen Lippen, zu mir um und fixierte mich mit seinen kleinen, dunklen Augen. „Einen wundervollen guten Tag, wünsche ich Euch, Miss.“ begrüßte er mich überschwänglich und streckte seine dicken Arme dabei demonstrativ zur Seite aus, sodass sie unter seinem dichten, hochwertigen Stoff leicht schwabbelten. Ich zog deswegen nur leicht eine Augenbraue hoch und musterte den Händler ein wenig skeptisch, hielt ich doch nichts von solchen überschwänglichen Begrüßungen. Doch da ich nicht unhöflich sein wollte, erwiderte ich leicht das Lächeln und nickte im dezent zu. „Das Gleiche gilt auch für Euch, mein Herr.“ entgegnete ich distanziert, wie auch formell die Begrüßung, was die kleinen, glitzernden Augen des Händels wahrlich aufleuchten ließ. „Womit kann ich einer Schönheit, wie Euch, heute behilflich sein?“ fragte er mich charmant und klatschte sich erfreut in seine großen Hände, sodass ein lauter Schall über beinahe den gesamten Platz echote.

Ich derweilen, atmete nur tief die duftende Luft des Standes ein und senkte dann, leicht genervt, auf die Ware vor mir hinab, um nicht mehr in seine gierig funkelnden Augen sehen zu müssen. „Ich schaue mich nur ein wenig um, wenn Euch das recht ist, mein Herr.“ antwortete ich ihm objektiv auf seine Frage und langte dabei gleichzeitig vorsichtig nach einem zartrosafarbenen Stück Seife, dass in der zweiten Reihe parallel zu mir lag. Der Händler jedoch schien ein gewiefter Fuchs zu sein, erfahren was das Handeln und verkaufen von Waren anging, denn obwohl ich ihm bereits gesagt hatte, dass ich nach nichts speziellem suchte, stieß der rundliche Mann ein langgezogenes Ahhh aus, als er sah, nach welchem Artikel ich gegriffen hatte. „Eine äußerst gute Wahl, wenn Ihr mich fragt, Miss.“ lobpreiste das Dickerchen sogleich süßlich, wie auch mit einem fetten Grinsen auf den Lippen, und lehnte sich von seinem Platz aus ein  wenig über seinen leise ächzenden Stand, um so besser auf mich und diese Seife eingehen zu können. „Das, was Ihr in Euren Händen haltet, meine Liebe, ist eine Rosenseife, deren Zutaten ich aus den privaten Gärten Gondors hab pflücken dürfen. Nur die schönsten und größten Rosen habe ich persönlich für diese Seife ausgewählt, ehe ich sie mit seltenen Elixieren aus dem Süden vereint habe!“ schwärmte der Händler träumerisch von seinem wertvollem Produkt und gestikulierte dabei theatralisch mit seinen dicken Armen.

Doch ich hatte für sowas nicht viel übrig. Nein. Stattdessen stieß ich nur ein kaum hörbares Brummen aus und legte unbeeindruckt die zartrosafarbene Seife wieder zurück auf ihrem Platz. „Ich hatte noch nie viel für Rosen übrig.“ schmetterte ich kühl dem Händler entgegen und ließ stattdessen meinen Blick interessiert über die restliche Ware des rundlichen Mannes gleiten. Dieser, in der Zwischenzeit, schien aufgrund meiner Antwort einen kleinen Herzinfarkt zu bekommen, was man deutlich an seinem fassungslosen, eingefrorenen Gesichtsausdruck sehen konnte, schien er anscheinend doch nicht gewohnt zu sein, dass weibliche Kunden nicht sofort bei seinen säuselnden Worten dahinschmolzen und seine Artikel kauften. Doch der Herr schien anscheinend auch nicht von einem nachgiebigen Eisen gemacht worden zu sein, denn er schüttelte rasch seinen Kopf, fing sich eilig wieder und setzte erneut ein charmantes Lächeln auf. „Aber natürlich nicht, Miss. Rosenduft würde Euch auch nicht schmeicheln.“ stimmte er mir hastig speichelleckend zu und überflog mit seinen kleinen, dunklen Augen blitzartig seine Ware, die vorne auf dem Holztisch stehen hatte. Ich schoss ihm deswegen einen tödlichen Blick zu, doch das schien das Dickerchen gar nicht mehr mitzubekommen, denn er schien anscheinend gefunden zu haben, wonach er gesucht hatte. „Aha!“ stieß er nämlich zufrieden aus, schnappte sich schnell ein weiteres viereckiges, sanft lilafarbenes Stück Seife und hielt es mir aufdringlich lächelnd unter die Nase. „Hier! Diese Seife besteht aus den feinsten Lavendelextrakten dieses Landes, zudem ich zusätzlich dann auch wildem Honig hinzugefügt habe. Eine hauseigene Kreation, die Ihr nirgendwo sonst finden werdet, Miss.“ pries der rundliche Mann erneut hoch seine Seife an und hielt mir, mit seiner gewaltigen Pranke, seine Seife so weit unter die Nase, dass ich mehr oder weniger dazu gezwungen war an diesen Teil zu riechen.

Gezwungen zog ich tief die Luft ein, ließ den starken Geruch der Seife auf meiner Zunge zergehen, derweilen ich gleichzeitig unwohl meinen Kopf ein wenig nach hinten streckte. Ich musste dieses Ding schließlich nicht in der Nase haben. Doch ich musste ehrlich sein. Auch, wenn der Händler, mit seinem seltsamen Lächeln, seiner aufdringlichen Art und seinen Flirtversuchen sehr nervtötend war, so war doch seine Ware sehr, sehr gut und der Duft angenehm, aber nicht zu stark, dass es beißend werden könnte. Überrascht zog ich daher meine Augenbraun in die Höhe und nickte in Anerkennung dem Händler zu. „Die Seife riecht wirklich sehr gut, mein Herr. Doch spricht mir Lavendel leider genauso wenig wie Rosen zu.“ teilte ich ehrlich meine Meinung dem Herrn mit und machte dabei mit meinen Händen eine distanziert höfliche, verneinende Bewegung. Der Händler schien deswegen erneut einen kleinen Herzinfarkt zu bekommen, denn er verkrampfte sich bei meiner Abweisung leicht und über seine Augen huschte ein erneuter ungläubiger Ausdruck. Beinahe hätte ich sogar gedacht, dass er die Lavendelseife in seinen Händen zerbröseln würde, da er so fest zudrückte. Doch, genauso wie zuvor bereits auch, fing sich der Mann sehr schnell wieder, schüttelte eilig seinen Kopf und legte, lächelnd, hastig die zart-lilafarbene Seife wieder auf ihren Platz zurück. „Selbstverständlich, Miss. Der Geruch wäre auch zu stark für eine zarte Wildblume, wie Euch gewesen.“ schleimte der Typ scharmlos weiter, führte dann seine andere Hand zu seinem Doppelkinn und fuhr sich nachdenklich darüber, unterdessen ich auf seine Antwort hin genervt meine Augen verdrehte. Von wegen zarte Wildblume! Ich hatte bereits auf meiner Reise gegen zahllose Monster gekämpft, um mich selbst und Corrus in Sicherheit zu wissen und ritt auf einem 6 m hohen Drachen durch die Luft! Welche zarte Wildblume würde sowas überleben, huh?! Gar keine, genau!!! Ouuuhhhh, bei Ancalagon, wenn er dies nur noch einmal sagte, dann konnte er aber ein richtiges Donnerwetter erleben!!!

Doch, so wie es bei Gedanken nun einmal üblich war, hörte mich der Händler nicht, sondern ging selbst seinen eigenen Gedanken laut nach. „Hmm…Euch würde etwas Süßes, aber dennoch Sanftes stehen. Ein leichter Geruch, wie die kühle Brise, im Sommer, erfrischend, aber nicht aufdringlich…HA!“ murmelte der Mann leise vor sich hin, bis er schnipsend diesen Ausruf ausstieß und hastig sich nach hinten lehnte, um klirrend zwischen den aufwendig verzierten Fläschchen voll mit wohlduftenden Ölen zu greifen. Ich zog deswegen irritiert nur eine Augenbraue in die Höhe und plante innerlich bereits, wie ich meine Flucht von hier am besten gestalten könnte, währenddessen der dickliche Händler eine mittelgroße, längliche, metallene Flasche, mit wundervollen, dunkelgrünen Gravuren darin, aus der ersten Reihe der Öl-Fläschchen zog und ruppig, wie auch mit einem leisen Plop den spitzen Deckel der Flasche öffnete. „Hier.“ verkündete er dabei stolz, lehnte sich erneut über die hölzerne Tischplatte und streckte mir die geöffnete Flasche entgegen, sodass ich mehr oder weniger erneut dazu gezwungen war ihren Duft einzuatmen.

Ich tat dies selbstverständlich dann auch, unter den aufdringlichen, freundlichen, wie auch auffordernden Augen des Händlers, gezwungenermaßen, hob meine Nase zaghaft, wie auch mit skeptisch zusammengezogenen Augenbraun, über die Öffnung der Flasche und atmete tief ihren Geruch ein, sodass sich meine Schultern bereits deutlich anhoben. Und Leute ganz ehrlich? Ganz ehrlich? Auch wenn dieser Mann eine verdammte Nervensäge war, so musste ich meine Worte von vorhin doch ausdrücklich wiederholen. Er verstand etwas von seiner Arbeit! Der Mann wusste, was er tat, denn der süßliche Geruch, der mir hier entgegenströmte, war genau das, wovon er gesprochen hatte. Süßlich, aber nicht zu aufdringlich und sanft, wie eine Brise im Sommer. Genau etwas, nach was ich riechen wollen würde, um zwar meine Weiblichkeit zu unterstreichen, aber nicht wie eine verwöhnte, aufgedonnerte Adelstochter zu wirken, die wortwörtlich in ätherischen Ölen gebadet hatte…Interessiert und begeistert zugleich hob ich daher meinen Kopf wieder an und sah, mit funkelnden Augen, zu dem Händler auf, der ein abwartendes Lächeln aufgesetzt hatte und mich genau in meinen Bewegungen beobachtete. „Was ist das für ein Duft, wenn ich fragen darf, mein Herr?“ fragte ich ihn neugierig und legte dabei mein Haupt ein wenig schief, unterdessen in den kleinen, dunklen Augen des rundlichen Mannes ein hoffungsvolles Glimmen aufzuleuchten begann, in der Hoffnung mir heute doch noch was verkaufen zu können.

„Das, meine feinfühlige, junge Freundin, ist ein Öl, hergestellt aus dem Extrakt von wilden Beeren, die in den Tiefen des ehemaligen Grünwaldes wuchsen, verfeinert mit dem Elixier von Gänseblümchen, die ich höchstpersönlich in den weiten Steppen Rohans gepflückt habe. Vermischt verwandelt dieses Öl die Haut einer jeden Frau in sanfte Seide, auf die sogar die hohen Elbendamen persönlich neidisch werden würden, und lässt sie im Nachhinein himmlisch nach Beeren duften.“ lobte der rundliche Händler trällernd sein Öl an, verschloss dabei gleichzeitig die Öffnung mit dem spitzen Deckel und hielt mir die Flasche entgegen, nach dem Motto Kauf es! Es gehört praktisch schon dir!. Und ganz ehrlich? Ich war wirklich kurz davor zuzugreifen! So knapp, dass ich bereits meine Hand danach ausgestreckt hatte, um das Fläschchen zu ergreifen. So nah!! Doch dann überlegte ich es mir anders, zog meine Hand schnell wieder zurück und schüttelte bestimmt mit meinem Kopf. „Tut mir leid, mein Herr. Aber ich bin heute nicht auf den Markt wegen Öle und Seifen gekommen. Habt noch einen schönen Tag.“ verneinte ich ihm formell, wie auch mit einer abwehrenden Bewegung, sein Angebot und verabschiedete mich anschließend distanziert von ihm. Das Geld brauchte ich schließlich noch für die Waffen und Kräuter. Wenn ich mir dazu jetzt auch noch das Öl kaufte, dann würde es freilich knapp werden, also musste ich Prioritäten setzen. Und außerdem, für wen sollte ich schon gut riechen? Ich meine, klar, ich musste nicht stinken wie eine Sau, aber wenn ich die Wahl zwischen Waffen oder gut riechen hatte, dann würden die Seifen und Öle wohl oder übel noch warten müssen. Schließlich reichte es für mich auch, wenn ich nicht einfach nach Schweiß stank, Punkt! Ich hatte immerhin keinen Liebhaber für den ich nach Rosen, Lavendel oder Wildbeeren riechen musste. Und selbst jene Männer, bei denen ich, über die Jahre hinweg, nur für eine Nacht gelegen hatte, interessierte es nicht wirklich viel ob ich jetzt nach Beeren oder nichts gerochen hatte. Von dem her…Ja…Ich musste mir das Geld besser einteilen…

Verabschiedend nickte ich daher dem Verkäufer, der fassungslos die kleinen, dunklen Augen weit aufgerissen hatte, noch einmal höflich zu, ehe ich meinen ledernen Rucksack demonstrativ schulterte und mich, ohne noch ein weiteres Wort an den dicklichen Händler zu verlieren, einfach von dem Stand abwandte, um, mit leicht schmatzenden Schritten, weiter meines Weges zu gehen. Ich hatte immerhin nicht den gesamten Tag Zeit. Der Händler hinter mir in der Zwischenzeit, schien sich anscheinend erneut von seinem erneuten Schock erholt zu haben, denn ich konnte hören, wie er mir Angebote, bezüglich seiner Ware hinterherrief und mir sagte, dass ich doch noch einen Augenblick warten solle. Doch ich ignorierte den Herrn gekonnt, tat so als würde ich ihn nicht hören und schlenderte stattdessen gemütlich, zusammen mit mehreren, interessierten, fremden Frauen und Männern, die nächsten Stände ab.

So verging dann auch einige Zeit, ich klapperte Stand für Stand ab, blieb bei jenen kurz stehen, die mich interessierten und unterhielt mich kurz mit ihrem Verkäufer, kaufte jedoch an keinem Stand etwas, da ich mir mein Geld für die Kräuter und Waffen aufheben musste. Und ganze ehrlich, Leute? Das war leichter gesagt als getan, denn es gab hier in Bree, so weit ich sehen konnte, keinen einzigen Stand der Kräuter verkaufte. Keinen. Einzigen!! Nicht einmal einen winzigen Stand gab es! Nur Händler mit Ölen, Lebensmitteln, zwei Schrotthändler, einmal sogar Stoffen und Seide, Vieh und ein einfacher Schmuckverkäufer. Mehr konnte ich hier nicht ausmachen. Nur diese kleinen Händler waren hier und das nagte zunehmend an mir. Wo sollte ich denn jetzt meine Waffen und meine Kräuter herbekommen? Wie sollte ich so denn jetzt in der Wildnis überleben? Ich meine, klar, im Notfall konnte ich auch in der Wildnis nach Kräutern suchen, das war überhaupt kein Problem. Ringelblumen und Königskraut konnte ich schon selbst finden, aber neue Dolche? Tz, die musste ich schon hier kaufen. Nur mit meinem Kampfstab und meinem kleinen Taschenmesser würde ich nicht weit kommen. Klar, ich meine, ich könnte auch nur mit meinen Fäusten kämpfen, aber eine Klinge bei sich zu haben, war immer besser, als keine bei sich zu haben. Das ist die Weisheit, die ich über die Jahre gelernt hatte. So, aber jetzt wieder zurück zum Thema! Wo waren wir noch gleich stehengeblieben? Ach ja!!....  

Suchend war ich mitten auf dem Marktplatz stehengeblieben und drehte nun forschend meinen Kopf in alle Richtungen, um entweder eine Schmiede, die Waffen verkaufte, oder einen Kräuterhändler zu finden. Viele beschäftigte Frauen und Männer rempelten mich dabei absichtlich oder unabsichtlich an, entschuldigten sich dann aber schnell oder, und das passierte nicht selten, knurrten mir irgendwas bösartiges hinterher. Doch ich ignorierte diese Leute gekonnt, warf ihnen lediglich einen glühenden Blick zu und kümmerte mich dann, konzentriert, wieder weiter darum Ausschau nach jenen Leuten zu halten, die ich suchte. Nicht selten drehte ich mich deshalb auch um meine eigene Achse, hielt meinen silbernen Kampfstock, mit meiner rechten Hand, fester als sonst und überflog, mit huschenden Augen die ausgehängten Schilder und Ausstellungsgegenstände, mit denen die Händler ihre Stände kennzeichneten, bis-….bis ich an der hintersten, verlassensten Ecke des Marktes, bei einer Biegung, die in eine kleine Gasse hineinführte, ein großes, hölzernes Schild, mit einem dunkelbraunem Hammer darauf sah. Das Zeichen der Schmiede…  

Unwillkürlich schlich sich ein Lächeln auf meine Lippen, als ich dieses Symbol sah, und wie von selbst setzten sich meine Beine, mit schmatzenden, schweren Schritten, in Bewegung in Richtung Schmiede. Die Passanten, die mir dabei in die Quere kamen, wichen entweder grummelnd selbst aus oder ich drehte meinen Oberkörper einfach ein wenig, sodass sie leichter vorbeikamen. Nur gelegentlich kam es dabei zu einem kleinen Zusammenstoß, doch mir machte dies nichts. Nein. Ich hatte nämlich nur Augen für die Schmiede, aus deren Schornstein dicker, qualmender Rauch aufstieg, was nur bedeuten konnte, dass die Schmiede besetzt war. Ha, dann konnte für mich heute doch nur ein guter Tag werden, nicht?...

Ein erneutes leises, zufriedenes Schnauben entkam mir, als ich schließlich, mit schweren Schritten, den erstem Fuß, in die offene Einrichtung der Schmiede setzte. Der Boden unter mir war mit Steinplatten ausgelegt und spärlich, wie in einem Stall, mit gelb-braunem Stroh ausgelegt, währenddessen vor mir, in der Mitte der Schmiede ein großer, glühender, metallener, wie auch ziemlich robust aussehender Schmiedeofen stand. Leuchtende, rot-orange Funken stoben dabei aus der geöffneten, zischenden Lucke aus seinem unteren Teil hervor, flogen so glühend durch die Luft und ließen diesen nach Feuer, Schweiß, frischer Eisen und Ruß riechen, derweilen vor dem Schmiedeofen, auf einem kleinen, hölzernen Sockel, ein schwarzer, metallener Amboss stand. Ein frisch benutzter Amboss, wie ich anmerken durfte, denn auf seiner breiten Oberfläche lag, an einer Zange befestigt, ein glühendes Hufeisen, dass augenscheinlich in den danebenstehenden, kalten Wassereimer getaucht gehörte.

Neugierig, aber misstrauisch zugleich, da ich noch keinen Schmied angetroffen hatte, ließ ich mein Haupt, mit hüpfenden Augen, weiter über die Inneneinrichtung der Schmiede wandern und griff dabei meinen silbernen Kampfstock instinktiv fester. Mehrere hölzerne Tische standen hierbei strikt an die rechte Wandseite geschoben, nebeneinander und trugen so auf sich unzählige Hämmer, Brecheisen und sonstige Schmiedegegenstände, die unordentlich durcheinander lagen und so ein Chaos hervorrufen, indem selbst der größte Chaot unterging. Und selbst das war noch untertrieben. Ehrlich. Ich meine, selbst an der Wand dahinter hingen noch einige Schmiedegegenstände, die ich jedoch nicht identifizieren konnte, da ich keine Ahnung vom Schmieden hatte. Aber dafür erkannte ich die gutgeschmiedeten Hufeisen, die eine Reihe über den Werkzeugen hingen und so wahrscheinlich entweder zum Schutz des Gebäudes beitrugen oder aber als Vorzeigewaren für potenzielle Kunden herhielten…

Interessiert legte ich deswegen meinen Kopf leicht schief, zog fragend meine Augenbraun leicht hoch und trat vorsichtig einen Schritt auf die unordentliche Werkzeugwand zu. Oder bessergesagt, ich hatte vor einen Schritt auf die Werkzeugwand zuzutreten, denn urplötzlich wurde ich von einem lauten Rumpeln im hinteren Teil der Schmiede abgelenkt, sodass ich unwillkürlich erschrocken zusammenzuckte und dann instinktiv in Verteidigungshaltung überging. Mein Herz begann dabei ungewollt schneller zu schlagen, trommelte hart gegen die Innenseite meiner Brust, unterdessen ich mit kontrollierte Atmung, wie auch angriffsbereitem Kampfstock, aufmerksam den hinteren, verdunkelten Teil der Schmiede in Augenschein nahm, von wo lautes, aber dennoch undeutliches Fluchen zu hören war. Irritiert zog ich deswegen meine Augenbraue bis zum Ansatz in die Höhe und setzte eine deutlich verwirrte Miene auf, wusste ich doch nicht was hier vor sich ging. Doch zum Glück hatte Ancalagon beschlossen, dass sich dieses Mysterium sehr schnell aufklären sollte, denn genau 3 Herzschläge nach diesem lauten, rumpelnden Geräusch waren dumpfe, schwere Schritte zu hören, die sich, zusammen mit einer fluchenden Stimme, eilig dem vorderen Teil der Schmiede nährten.

Und tja…Was sollte ich dazu noch sagen, hmm? Was sollte ich dazu noch sagen, außer, als jene Person in den vorderen Teil der Schmiede, und somit auch ins helle Tageslicht, trat, musste ich ehrlich zugeben, dass ich mehr als nur angenehm überrascht war. Oh Ancalagon, JAAA!!! Und das war sogar noch herrlich untertrieben. Denn ein junger, hochgewachsener Mann, mit einer wilden, roten Mähne, einem ungepflegten, kurzen Drei-Tage-Bart, wie auch einem rußverschmiertem, kantigem Gesicht trat grummelnd an den großen Schmiedeofen heran und wischte sich dabei mit einem gräulichen, schmutzigen Tuch dabei über seine großen, rauen Hände. Und Leute, sollte ich euch was verraten? Hmm? Sollte ich euch was verraten? Das war noch nicht einmal das Beste and dieser ganzen Geschichte, ohhh nein. Das Beste an dieser Geschichte war eher, dass sich die orange-rote Glut des Schmiedeofens im nackten, vollkommend entblößten, muskulösen Oberkörper des jungen Mannes wiederspiegelte und die leicht rußverschmierte Haut so bronzefarben aussehen ließ, unterdessen die schweißnassen Muskeln darunter sichtbar arbeiteten. Ein Anblick, bei der jede Dame, die anständig, wie auch sittsam erzogen wurde, sicherlich errötet wäre und sich von ihm abgewandt hätte. Denn der Mann trug nur eine dunkelbraune, abgenutzte Hose und schwere, alte Stiefel darunter, da es hier in der Schmiede, Ancalagon sei Dank, deutlich zu warm war, um irgendwelche überflüssigen Hemden zu tragen…

Schelmisch angehaucht setzte ich ein schwaches Grinsen auf, gab dabei meine Kampfhaltung lässig auf und stellte mich wieder normal hin, mit meinem silbernen Kampfstock neben mir, derweilen meine Augen neugierig die breiten, arbeitenden Schulterblätter des jungen Mannes inspizierten, die angespannt in meine Richtung zeigten. Schön hoben sie sich nämlich schon der Haut ab, spielten sich unter ihr aufmerksamkeitserregend, unterdessen der junge Rotschopf genervt damit beschäftigt war seine schmutzigen Hände zu reinigen, mich so nicht in seiner Stube bemerkte. Leider, ein Umstand, den ich ändern musste, auch wenn ich liebend gern den ganzen Tag damit verbracht hatte, diese Prachtexemplare von Schultern bei der Arbeit zu beobachten. Immerhin war ich auch nur eine Frau. Aber leider rief die Pflicht und die Zeit nach mir, weshalb ich auch, mit einem lautlosen Seufzen, geschlagen meine Augen verdrehte, ehe ich, lautlos seufzend, das Ende meines Kampfstabes geräuschvoll zweimal auf die Steinplatten des Bodens schlug, um so die Aufmerksamkeit des jungen Schmieds zu bekommen. Eine Mission, die ohne anzugeben, ein voller Erfolg wurde, denn bereits beim ersten Schlag, zuckte der Rotschopf erschrocken zusammen und fuhr, mit schreckgeweiteten, grünen Augen, in meine Richtung herum, starrte mich dann verwirrt, erschrocken und überrascht zugleich an. Sein gräuliches Tuch ließ er dabei übrigens fallen.

Ein leises Schnauben kam über meine Lippen, als ich die sprunghafte Reaktion des Schmiedes mit ansah, verlagerte dabei aber auch gleichzeitig mein Gewicht in eine bequemere Position, unterdessen der junge Schmied erleichtert ausatmete, als er mich zu registrieren schien, dass ich nur eine einfache Frau war. „Oh, bitte verzeiht mir meine Sprunghaftigkeit, Miss. Ich habe Euch nicht die Schmiede betreten hören und-… und-…“ wollte der junge Rotschopf zaghaft, mit einen leichten, südlichen Akzent in der Stimme, von sich geben, fuhr sich mit einer Hand sogar in den Nacken und rieb sich dort unangenehm, musste allerdings mitten in seinem Satz abbrechen und nach Worten suchen, um sein Verhalten zu erklären. Ich konnte deswegen nur belustigt meine Augen blitzen lassen, verzog jedoch kontrolliert keine Miene und legte stattdessen einfach nur ein wenig den Kopf schief. „-…Und habt Euch deshalb erschreckt?“ beendete ich leicht vorlaut seinen Satz und blickte ihn mit einer undurchdringlichen Miene objektiv an. Der junge Schmied sah deswegen für einen kurzen Augenblick, mit leicht offenstehendem Mund und glühenden, moosgrünen Augen, überrascht drein, ehe er, mit leicht gerötteten Wangen, seinen Blick von mir abwandte und trotzig die muskulösen Arme vor der breiten Brust verschränkte, sodass sich diese, im orange-roten Schein des Schmiedeofens deutlich anspannte. „Ich wollte eigentlich sagen, dass ich dachte von einem hinterlistigen Dieb überfallen zu werden, aber wenn Ihr es so nennen wollt, dann bitte.“ brummte er mir aufgeplustert, um seine Ehre zu verteidigen zurück und machte mit seiner linken, großen Hand eine kleine, wegwischende Bewegung.

Ich zog deswegen leicht meine Augenbraun hoch und lehnte mich leicht auf meinen Kampfstab drauf. Etwas sagen wollte ich dazu nämlich nicht, mit Fremden interagieren war nicht besonders meine Stärke, musstet ihr Wissen, doch zum Glück, musste ich dies hier bei dem Schmied auch nicht. Nein. Denn diesen Part übernahm er selbst für mich, als er sich, mit einer neugierigen Miene, wieder zu mir umwandte und mich, mit flackernden, moosgrünen Augen, von oben bis unten musterte. „Es ist nicht gewöhnlich das Fremde in meine Schmiede kommen. Und Frauen, wie Ihr, schon gar nicht. Was kann ich also für Euch tun, Miss? Habt Ihr Euren Gatten auf dem Weg hierher verloren oder wollt Ihr für den 18. Geburtstag Eures Sohnes, oder was auch immer, ein Geschenk aus meiner Schmiede kaufen?“ fragte mich der junge Schmied interessiert, wenn auch ein wenig zynisch, drehte sich dabei am Absatz um und trat, mit zwei schweren Schritten, hinter seinen Amboss, um kraftvoll die schwarze Zange, samt dem glühenden Hufeisen darauf aufzuheben. Ich schoss ihm deshalb einen meiner tödlichsten Blicke überhaupt zu, hatte er mir doch besser gefallen, wo er den Mund gehalten und einfach nur hübsch ausgesehen hatte. Doch ich verkniff mir ein bissiges Kommentar und trat stattdessen unerschrocken näher an den Schmied heran, als er zischend das Hufeisen in den kalten Eimer eintauchte.

„Weder noch. Ich bin hier, um mir eine Waffe zu kaufen. Vorzugsweise einen Dolch, oder ein großes Messer, dass sich leicht verstecken lässt. Habt Ihr hier sowas auf Lager oder stellt Ihr nur zweitklassige Hufeisen her?“ stellte ich schlagfertig die Gegenfrage und wedelte mit der Hand unbeeindruckt vor meiner Nase herum, als zischende, kleine, weiße Wolken aus dem Eimer auftauchten und die ohnehin schon stickige Luft hier drinnen nur noch mehr verpesteten. Der Schmied, in der Zwischenzeit, sog nur fassungslos scharf die Luft ein, als er meine Erwiderung hörte und wandte schlagartig, mit hochgezogenen Augenbraun, seinen Blick freidenkerisch wieder zu mir um, um mich, mit einem provozierendem Blick, zu fixieren. „Zweitklassige Hufeisen?“ wiederholte er ungläubig meinen Vorwurf und wandte drohend seinen gesamten Oberkörper zu mir um. In mir machte sich deswegen unwillkürlich das Gefühl breit, dass ich ein wenig zu weit gegangen war, doch aufgrund meines Stolzes zeigte ich dies natürlich nicht, sondern reckte stattdessen kühl mein Kinn in die Höhe und fasste sicherheitshalber meinen silbernen Kampfstock fester, währenddessen der rothaarige Schmied, mit einem Ruck, sein ehemaliges, glühendes Hufeisen aus dem kalten Wasser zog „Missy.“ begann er dann anklagend und schob mir dabei, mit zuckenden Armmuskeln, seine schwarze Zange, samt den draufhängenden, noch immer leicht glühenden Hufeisen unter die Nase, sodass ich jedes feine Detail von ihm sehen konnte, ehe der Schmied, mit scharfer Stimme, fortfuhr. „Ich stelle die besten und hochwertigsten Hufeisen in ganz Bree her. Die Stadtwache, reiche Händler, Arbeiter und Wirte, alle geben ihre Aufträge bei mir ab, weil sie wissen, dass ich der Beste hier bin. Egal ob es um Waffen, Nägel, Eisenketten oder Hufeisen geht.“ ratterte der junge Rotschopf leicht arrogant herunter und fuchtelte dabei, mit einer Eisenzange, leicht vor meinem Gesicht herum, sodass ich beinahe schon ein wenig Angst bekam, dass er mir das Auge ausstechen würde. Doch da ich Haltung bewahren wollte, zuckte ich stoisch noch nicht einmal mit der Wimper, als er mit seiner Rechtfertigung geendet hatte, sondern starrte ihn einfach, mit glühenden, stahlgrauen Augen, unerschrocken an.

„Dann dürfte es Euch ja sicherlich nicht kümmern, wenn ich mich bei Euren ausgestellten Waffen einmal umsehe, oder?“ entgegnete ich ihm unbeeindruckt, mit einer kühlen Stimme, und versuchte dabei so gut es ging seinen nackten, muskulösen, rußverschmierten Oberkörper zu ignorieren, der mich förmlich anschrie ihn anzusehen. Sowas würde sich in unserem kleinem Kräftemessen nämlich überhaupt nicht gut machen, von dem her…Ja…Ich hielt meine Augen, mit aller Selbstbeherrschung, die ich aufbringen konnte, auf die Moosgrünen  des Schmiedes vor mir gerichtet, der just in diesem Moment, ungläubig kopfschüttelnd, die Luft aus seiner Nase ausstieß und gleichzeitig seinen Zange, mit dem Hufeisen darauf sinken ließ. „Was wollt Ihr überhaupt mit seinem Dolch, Missy? Wollt Ihr damit vor Euren Freundinnen angeben oder werdet Ihr es als drohendes Schneidemesser benutzen, wenn Euer Gatte Euch mal wieder verärgert hat?“ feixte der Rotschopf schließlich geschlagen und legte die schwarze Eisenzange dabei erneut behutsam, wie auch mit einem leisen, metallischen Klirren, auf den Amboss ab, damit seinem geschmiedeten Hufeisen ja nichts passieren konnte, währenddessen ich nur gleichgültig mit den Schultern zuckte. „Fragt Ihr all Eure Kunden, was sie mit Euren Waren zu tun gedenken, oder fragt Ihr das nur mich, weil ich eine Fremde und noch dazu eine Frau bin?“ stellte ich kühl die Gegenfrage und zog dabei leicht meine Augenbraue in die Höhe, war ich nämlich nicht gewillt, dem Schmied alles über meine Pläne zu erzählen. Der Schmied, in der Zwischenzeit, lachte nur leicht bei meiner Antwort. „Ihr seid augenscheinlich nicht auf den Mund gefallen, Missy. Das gefällt mir.“ schnaubte er amüsiert, ehe er , mit einem tiefen Seufzen, wie auch einem simplen Nicken, in den hinteren Teil der Schmiede deutete. „Kommt. Die Waffen liegen dort hinten.“ erklärte er mir, etwas freundlicher als zuvor, und bedeutete mir dann ihm zu folgen, als er sich von seinem Platz hinter dem Amboss entfernte und den verdunkelten, hinteren Teil der Schmiede ansteuerte. Seine dumpfen Schritte hallten dabei gedämpft durch die gesamte Schmiede, übertönten sogar leicht das Zwischen des Schmiedeofens und Trubel von draußen, unterdessen sich seine Rückenmuskulatur bei jeden seiner Schritte schön hervorhob.

Ich zögerte deswegen einen kurzen Augenblick, spannte zusätzlich leicht mein Kiefer an, sodass man dessen Muskeln schön arbeiten sehen konnte, ehe ich mich schließlich, mit einem lautlosen Schnauben, in Bewegung setzte und mit etwas leichteren Schritten dem Rotschopf in den hinteren Teil folgte. Das orange-rote Licht der Schmiede warf dabei, für einen kurzen Augenblick, als ich an ihm vorbeischritt, sein warmes, flackerndes Licht auf mich, ließ meine kühle Haut so, für den Bruchteil einer Sekunde, gebräunt aussehen, da ich von Natur aus doch eine ehr helle Haut hatte, und spiegelte sich ebenfalls tanzend in dem Silber meines Stabes, ehe ich schließlich in den verdunkelten Teil der Schmiede eintauchte. So von deren Schatten eingenommen wurde. Nur fahles Nachmittagslicht fiel von den morschen Balken über dem rothaarigen Schmied und mir, auf uns herab, erhellte diesen Teil so schwach und gab dem herumfliegendem, fliegendem Staub so seine Gestalt. Ich kräuselte deswegen kurz meine Nase, war die Luft hier hinten doch ziemlich stickig, ehe ich meinen Blick weiter zu dem jungen Schmied gleiten ließ, der sich gerade, am Ende des breiten Gangs, der den hinteren Teil der schmiede ausmachte, geschickt ein einfaches, lockeres Leinenhemd über den Kopf stülpte, um nicht mehr Oberkörperfrei durch seine Schmiede laufen zu müssen. Sehr zu meinem Bedauern, denn wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte er von mir aus auch weiterhin das Hemd weglassen können. Nur hätte er dafür seinen Mund halten müssen, denn er war deutlich hübscher anzusehen, als wenn man ihm zuhören würde. Doch da ich immerhin noch eine gute Erziehung genossen hatte, ließ ich dieses Kommentar schnell wegfallen und reckte stattdessen stolz mein Kinn in die Höhe, als der Rotschopf, mit einem tiefen, lockeren Halsausschnitt, dann an einen der länglichen, hölzernen Tische herantrat, die, wie im vorderen Bereich auch, bei der Wand standen und viele, komplett durcheinandergewürfelte Dinge auf seiner Platte trug.

„Nur zu, Missy. Hier werdet Ihr alles finden, was Euer teuflisch-veranlagtes Herz nur begehren könnte.“ witzelte der Rotschopf zynisch und machte mit seiner Hand dabei eine einladende Geste auf den massiven, hölzernen Tisch zu. Ich verdrehte deswegen leicht genervt meine Augen, hörte absichtlich darüber hinweg, dass mich der Schmied die ganze Zeit über schon Missy nannte, und trat dann, schweigend, wie auch mit 3 dumpfen, schweren Schritten, näher an den Tisch heran, auf den der junge Schmied deutete. Und tatsächlich! Der Typ hatte tatsächlich recht! Hier lag wirklich fast alles, was mein kleines, dämonisches Herz an Dolchen und langen Messern begehrte. Die verschiedensten Größen lagen nämlich hier, große, kleine, mittellange, kurze, sichelförmige und klappbare, wobei deren scharfe Klingen unheimlich im fahlen Nachmittagslicht funkelten. Helle Schatten fielen daher, nicht selten auf mein Gesicht, blendeten mich gelegentlich in den Augen, unterdessen gleichzeitig jeder einzelne Griff einzigartig ausgearbeitet worden war. Manchmal war er nämlich mit Leder umfasst, manchmal mit glänzendem Holz verkleidet und ein paar hatten einen gewöhnlichen, metallenen Griff, doch dafür waren diese dort schön verziert worden, sodass sie locker mit den anderen mithalten konnten…

Leicht begeistert trat ich, unter den wachsamen, forschenden Augen des rothaarigen Schmiedes, der lässig, mit vor der Brust verschränkten Armen, am Ende des Tisches lehnte, vorsichtig ein bisschen näher heran und überflog, mit huschenden Lidern, die dargebotenen Dolche und Messer. Meine freie Hand hob ich dabei ehrfürchtig an und strich mit ihr sanft über die kalten Griffe der Dolche hinweg, währenddessen meine Augen kritisch auf der Suche nach der perfekten Stichwaffe waren. Schließlich musste sie einem auch gefallen, ansonsten würde man sie, bei einem Kampf zum Beispiel, nur noch leichter verlieren. Das war auf jeden Fall die Lehre, die ich über die Jahre gelernt hatte, denn auf meinen Reisen hatte ich sicherlich schon sowas an die hundert Messer und Dolche verloren, da ich nicht gut genug auf sie aufgepasst hatte oder sie im Eifer des Gefechts verworfen hatte. Umso wichtiger war es daher, dass ich nun einen Dolch fand, der mir gefiel, damit sich diese Geschichte nicht wiederholte.

Neugierig ließ ich meine Hand auch weiterhin über die Messer und Dolche gleiten, folgte ihr dabei kritisch mit meinen Augen, unterdessen ich langsam den gesamten Tisch abging, ohne auch nur annährend etwas zu finden, was mir gefallen könnte, bis-…Bis meine Hand schließlich nicht, zufälligerweise, an einem Paar Sicheldolche hängenblieb, die gekreuzt, neben einem netten Langdolch und einem simplen Klappmesser lagen. Interessiert zog ich deswegen meine Augenbraue leicht in die Höhe, zögerte jedoch nicht, sondern, nahm meinen silbernen Kampfstock und lehnte ihn sachte gegen die Tischplatte, ehe ich direkt nach diesen zwei hübschen Teilen griff und sie elegant hochnahm. Der rothaarige Schmied neben mir reckte deswegen leicht sein behaartes Kinn in die Höhe und spannte sowohl Armmuskulatur, als auch Brustmuskulatur an, als er sah, was ich da hochgenommen hatte. „Das sind Sicheldolche, Missy. Hab sie vor circa 4 Monaten angefertigt und hier dann untergebracht. Die Sensen der Feldarbeiter hier in der Nähe, haben mir als Inspiration gedient.“ fing er dann jedoch, mit einem leichten, schelmischen Grinsen auf den Lippen, lässig zum Erzählen an und deutete mit einem kecken Nicken auf die Waffen in meinen Händen. Ich warf ihm deswegen einen knappen Blick zu, sagte zu seiner Erklärung jedoch nichts, sondern trat stattdessen einen Schritt zurück und fing dann geschickt an, die Klingen über meine Hände tanzen zu lassen.

Geschickt, ja nahezu elegant, wirbelte ich die Sicheldolche konzentriert durch die Luft, ließ es so aussehen, als würde ich mit den beiden Stichwaffen tanzen und erzeugte so gleichzeitig ein zischendes, schneidendes Geräusch, dass sowohl laut, als auch leise, die glimmende Stille der Schmiede zertrümmerte. Gleichzeitig dazu aber noch, und das musste ich auch erwähnen, reflektierten die Klingen gelegentlich das fahle, durch die morschen Dachbalken hereinfallende Licht der Nachmittagssonne, wodurch sie manchmal den Anschein erweckten ein einziger, stechender Lichtpunkt zu sein, derweilen ich mich, mit einer angestrengten Miene, hochkonzentriert einmal um mich selbst drehte, die Sicheldolche dabei angewinkelt zur Seite ausgestreckt. Von mir persönlich auch gerne Der Kreisel des Todes genannt. Aber naja…Wie dem auch sei…Es ging hier nicht wirklich um mich, also…Wo waren wir noch gleich stehengeblieben?...Ach ja!...

Der rothaarige Schmied, in der Zwischenzeit, zog minimal beeindruckt beide Augenbrauen in die Höhe und machte gleichzeitig ein langes Gesicht, als ich mit einer eleganten, aber dennoch drohenden Schlusspose, die erhobene, angriffsbereite Sicheln zeigte, direkt in seine Richtung, meine kleine Vorführung beendete. „Ihr könnt mit Klingen also umgehen, ohne Euch selbst abzustechen.“ stellte er dann trocken fest, rührte dabei jedoch keinen einzigen Muskel und sah mich lediglich, mit seinen glühenden, moosgrünen Augen, durchdringend an, derweilen mir nur ein leises Schnauben entkam. „Hab so das Ein oder Andere aufgeschnappt.“ erwiderte ich leicht distanziert, log ihn dabei allerdings indirekt an, da ich eigentlich mehrere Jahre Ausbildung hinter mir hatte, unterdessen ich meine Schlusspose, mit angespannten Kiefern, aufgab und wieder in eine entspannte Körperhaltung wechselte, die Sicheldolche dabei langsam sinken lassend. Der Rotschopf schnitt indessen eine kleine Grimasse. „Sollte ich deswegen eher beeindruckt sein oder Angst haben?“ feixte der Schmied, mit einem spitzbübischen Lächeln auf den Lippen, was ich nur mit einem Augenverdrehen kommentierte, derweilen ich gleichzeitig die Sicheldolche respektvoll, wie auch mit einem leisen Klirren, wieder auf ihren Platz am dunklen Tisch zurücklegte. Denn sie waren zwar nett, doch freilich nichts für mich. Ich suchte nämlich nach einer Klinge, die sich leicht verstecken ließ, nicht nach Dolchen, die ich als Hauptwaffe benutzen konnte. Dafür hatte ich nämlich meinen Kampfstock und denn würde ich für nichts auf der Welt hergeben. Nichts. Denn er war ein Geschenk meiner Mutter, weshalb er mir auch sehr viel bedeutete…

Schwereinatmend ließ ich meine Hände von den warmen Griffen der Sicheldolche gleiten, warf ihnen noch einen letzten, kurzen Blick zu, ehe ich mich kühl von ihnen abwenden wollte. Und dabei betonte ich absichtlich das wollte. Denn gerade als ich mich dazu anschicken wollte die letzten Reihen der Dolche und Messer zu inspizieren, sprang mir eine reflektierende Klinge ins Auge, die auf einer Ablage unterhalb des massiven, dunklen Tisches lag. Irritiert zog ich deswegen meine Augenbraue hoch und legte meinen Kopf leicht schief. Wieso lag schließlich auch eine Klinge, die zum Verkauf stand, hier unten? Da würde sie doch nie einer sehen und wenn sie gut geschmiedet war, dann war es doch auch ein Verlust, wenn der Rotschopf sie nicht verkaufen könnte, weil sie niemand sah. Ohne zu Zögern bückte ich mich daher neugierig und langte nach der Klinge, die dort unten verborgen lag. „Was ist das?“ fragte ich den rothaarigen Schmied dabei interessiert, als ich den Gegenstand zu fassen bekam und aus seinem Versteck herauszog. Rothaar, der zu spät gemerkt hatte, was ich da eigentlich tat, weitete entsetzt seine Augen und sprang beinahe schon hektisch von seinem lässigen Anlehnen gegen den Tisch auf. „Oh-…Nein!...Äh…Fasst-…Fasst das nicht an, Missy. Das ist-…äh-…“ stammelte der Schmied, überraschend unsicher, vor sich hin und streckte dabei hektisch die Hand nach mir aus, um mir dieses Teil abzunehmen. Doch ich war schneller als er und drehte mich einfach geschickt von mir weg, sodass ich nun mit dem Rücken zu ihm stand und so genügend Raum hatte dieses seltsame Ding zu inspizieren. Und ganz ehrlich?

Was Schlaueres hätte mir heute auch nicht einfallen können, denn diese Klinge war wirklich, wirklich sehr, sehr merkwürdig. Was ich damit meinte? Nun…Angeschnallt an eine dunkelbraune, verstränkte Armschiene, mit leichten, dunklen Mustern in ihr, war sie, die den ganzen Unterarm und sogar den oberen Handrücken abdeckte, währenddessen die scharfe, silberne Klinge selbst unten, also an der Unterseite des Unterarms, an einen merkwürdigen, länglichen, silber-bronzefarbenen Mechanismus eingearbeitet worden war, die irgendwie etwas mit einer Klingenhülle etwas gemeinsam hatte. Vergleichbares hatte ich noch nie in meinem ganzen Leben gesehen, weshalb ich auch zunächst total verwirrt war, als ich diese Konstruktion in den Händen hielt und mich fragend zu dem rothaarigen Schmied umdrehte, der mich finster musterte. „Was ist das für eine Waffe? Sowas habe ich noch nie in meinem ganzen Leben gesehen.“ wiederholte ich wissbegierig meine Frage und hielt dabei demonstrativ die Armschiene, samt der drinsteckenden Klinge in die Höhe, um so meine Aussage zu unterstreichen. Und Leute, ganz ehrlich? Das hätte ich besser nicht machen sollen. Ehrlich. Denn noch bevor ich überhaupt hätte reagieren oder sonst was machen können, verdrehte der junge Schmied, Zunge schnalzend, die Augen und schnellte, mit seiner rechten Hand so blitzartig nach vorne, dass ich gar keine Gelegenheit hatte zu reagieren. „Weil ich auch der Erste bin, der sowas in ganz Mittelerde konstruiert hat, Missy. Es ist ein empfindliches Prototyp, eine Waffe in ihrem Anfangsstadium.“ schnappte der Rotschopf, mit seinem leichten, südlichen Akzent, leicht schnippisch in meine Richtung, als er mir grob diesen seltsamen Mechanismus aus den Händen riss und fest in seiner großen, rauen Hand hielt, so als hätte er Angst, dass ich es ihm erneut wegnehmen würde.

Ich zog deswegen nur meine Augenbraun in die Höhe und verschränkte, aufgrund seines kindischen Verhaltens, meine Arme vor der Brust. „Und was ist es jetzt genau? Für mich sieht es nach einer Art Dolch aus.“ hakte ich hartnäckig nach, ignorierte gekonnt seine abwehrende Haltung und trat stattdessen wissbegierig näher an ihn heran, um einen weiteren Blick auf diesen Mechanismus zu werfen. Der Rotschopf verdrehte deswegen genervt die Augen, drehte sich jedoch nicht von mir weg, um es vor mir zu verbergen, da sein Ego wahrscheinlich größer war, als seine Scham. „Es ist auch ein Dolch, Missy. Nur ist er an diese Armschiene befestigt und lässt sich durch diesen Mechanismus, auf Wunsch, ein und ausfahren.“ erklärte mir der Rotschopf seufzend und hielt mit einer Hand vorsichtig seine Kreation, unterdessen der mit der anderen Hand auf den silber-bronzefarbenen Mechanismus auf der Unterseite der Armschiene deutete, die anscheinend für das Ein- und Ausfahren der Klinge zuständig war. Ich zog deswegen nur meine Stirn kraus und setzte eine verwirrte Miene auf. „Beeindruckend, aber wie funktioniert dieser Mechanismus? Gibt es dafür irgendein Strick das ich ziehen muss, um die Klinge auszufahren oder fährt er sich von selbst aus, sobald ich meine Hand senke?“ erkundigte ich mich neugierig bei dem Mann, was diesen jedoch nur erheitert Schnauben ließ. Meine Wissbegierde schien ihn anscheinend zu gefallen, denn er trat einen Schritt zur Seite, sodass er nun mir gegenüber stand und streckte mir dann auffordernd seine freie Hand entgegen.

„Gebt mir Eure Hand.“ verlangte er dann geheimnisvoll von mir und setzte gespielt eine ernste Miene auf, derweilen er die Armschiene aufrecht in seiner anderen Hand hielt. Ich setzte daher nur einen skeptischen Blick auf, wirkte zunächst unsicher, doch da ich vor dem Rotschopf nicht als Weichei dastehen wollte, überwand ich schnell meine Zweifel und streckte ihm, zumindest ein wenig zaghaft, meine rechte Hand entgegen. Der junge Mann setzte ein Lächeln auf, als er sah, dass ich tat, was er von mir verlangte, und griff sanft nach meiner Hand, die ein wenig kleiner als seine war. Seine Hand fühlte sich dabei rau und grobschlächtig an, was wohl von dem jahrelangen Schmiedearbeiten kam. Doch trotzdem hatten sie auch eine gewisse Wärme an sich, was aber hauptsächlich von der ganzen Nähe zu dem Feuer zu kommen schien, da sich der Rest seines Armes eigentlich relativ kühl anfühlte. Aber, wie dem auch sei. Meine Mädchenschwärmereien waren hier nicht von Belang. Also…Wo war ich noch gleich stehengeblieben?....Ach ja…

Forschend legte ich meinen Kopf ein wenig schief, als ich, leicht angespannt, beobachtete, wie der rothaarige, junge Schmied, behutsam die Armschiene auf meinen rechten Unterarm drauflegte, der von meinem weinroten Shirt bedeckt war, und dann an den inneren Seiten die metallenen Schnallen fest zuzog, damit die Konstruktion nicht von meinem Arm rutschen konnte. Das Gewicht, dass dieses Teil dabei auf meinen gesamten Unterarm ausübte, war zwar gewöhnungsbedürftig, jedoch nicht sonderlich schwer, was ich bei seinen ganzen Bestandteilen, kaum für möglich gehalten hätte, weshalb ich auch beeindruckt meine Augenbraue in die Höhe zog. Doch der Schmied war noch lange nicht fertig. Ohh nein. Denn, und das hatte ich völlig übersehen, an der Seite hing, ganz klein und fein, ein kleiner, metallener Ring herunter, der augenscheinlich mit der Konstruktion verbunden zu sein schien und auch sofort, von dem jungen Mann neben mir, sachte über meinen kleinen Finger gestülpt wurde, sodass die aufgelegte Ausrüstung, die man auf meinem weinroten Shirt kaum sah, nun kaum mehr sah. „So. Fertig.“ verkündete der Rotschopf dann auch alsbald, als er den Ring über meinen kleinen Finger gezogen hatte, trat dann einen kleinen Schritt zurück und verschränkte zufrieden seine breiten Arme vor der Brust, währenddessen ich….Nunja…Währenddessen ich konfus, aber dennoch äußerst vorsichtig meinen Arm anhob und von allen Seiten betrachtete, war er doch ungewohnt schwer.

Der Rotschopf, in der Zwischenzeit, beobachtete mich ungeduldig von der Seite her und sah immer wieder zwischen mir und meinem Arm hin und her, so als erwarte er, dass ich wüsste, wie dieses Ding jetzt funktionierte. Leicht überfordert drehte ich daher verwirrt meinen Kopf in Richtung des jungen Mannes und sah diesen fragend an, bat so stumm um Hilfe. Rotschopf verdrehte deswegen leicht genervt seine Augen und entließ ein ungläubiges Stöhnen aus seinem Mund, ehe er mit seiner linken Hand bedeutungsvoll auf meinen kleinen Finger deutete, an dem der Ring befestigt war. „Ihr müsst Euren kleinen Finger herunterziehen, Missy. Dann löst sich der Mechanismus von selbst.“ erklärte er mir eifrig und rieb sich dann vorfreudig seine großen, rauen Schmiedehände.

Ich zog deswegen ein wenig misstrauisch meine Augenbraun in die Höhe, war ich wegen dieser ganzen Geschichte doch ein wenig skeptisch. Doch trotzdem tat ich, was der junge Schmied mir aufgetragen hatte, holte tief Luft und spannte sämtliche Muskeln in meinem Körper an, um in Notfall auf plötzlichen Schmerz gefasst zu sein, ehe ich ruckartig schließlich meinen kleinen Finger herunterzog und gleichzeitig meinen gesamten Unterarm demonstrativ nach unten sausen ließ…


Klick-Swoosh-Klick

Leute…Ihr werdet mir das jetzt nicht glauben. Ehrlich. Ich weiß, es klang verrückt. Und ich war genauso überrascht, wie ihr. Doch als ich an meinem rechten Arm heruntersah, ragte an meinem Handgelenk, bis über meine Hand hinaus, ein spitzer Dolch heraus, der im fahlen Licht des hinteren Teils der Schmiede bedrohlich funkelte. „Unfassbar.“ murmelte ich leise zu mir selbst und hob ungläubig meinen Arm an, um diesen ganzen Schabernack genauer zu inspizieren, derweilen der rothaarige Schmied lachend begann in seine gewaltigen Hände zu klatschen. „Ausgezeichnet, Missy. Wirklich Ausgezeichnet! Und Ihr habt sogar noch all Eure Finger. Ha, Willkommen in der Zukunft!“ lachte der junge Mann begeistert und trat wieder näher an mich heran, um mir aus der Armschiene zu helfen, derweilen sich auf meine Lippen unwillkürlich ebenfalls ein kleines Lächeln schlich. „Ich bin wirklich beeindruckt von Eurer Arbeit, Herr-…“ wollte ich beeindruckt die Arbeit des jungen Herrn loben, realisierte in diesem Moment jedoch, dass ich die gesamte Zeit über keinen Namen von ihm bekommen hatte, weshalb ich jetzt auch fragend zu ihm hochblickte. Der Rotschopf schnaubte deswegen amüsiert, als er neben mir zum Stehen kam und bereits die Finger an die ledernen, seitlichen Riemen legte, die die Armschiene auf meinem Unterarm hielten. „Ihr dürft mich gerne Gott aller Götter nennen, Missy. Aber, sollte Euch dieser Name nicht gefallen, was ich aus tiefsten Herzen bezweifle, könnt Ihr mich auch einfach Gawen nennen.“ stellte sich Gawen scherzend vor, was ich nur mit einem spielerischen Augenverdrehen kommentierte. „Es ist mir eine Freude Eure Bekanntschaft zu machen, Gawen. Mein Name ist-…“

„NEIN, BITTE!!! MILO!!!!!“

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Heeeeyy…

Ja, ich weiß, ist ein beschissener Cliffhänger, aber zu meiner Verteidigung, ich muss die Geschichte irgendwie interessant halten, oke? Ich musste hier abschneiden, sonst wäre es zu lange geworden und wir sind jetzt schon auf 21 Seiten, k? Aber dafür werde ich mich mit dem nächsten Kapi beeilen, dass verspreche ich euch, ehehe. So, aber jetzt, wie findet ihr Rais neue Waffe? Ist es übertrieben oder passt es so? Wollte schon immer einmal unbedingt so eine versteckte Klinge in meine Storys einbauen, wenn ich ehrlich sein soll. Assassins Creed hat mich einfach angesteckt…

So, aber jetzt zu euch…5 EMPEFLUNGEN?!?!?! 5?!?!?!?! Seid ihr des Wahnsinns?!?!? Leute, WAAAAASSSSSSS?!?!?!?! Omg, DANKE!!!!! DANKKKKEEEEEEE!!!!! Und auch für die neuen Favos und das superliebe Review von Tintentraum bedanke ich mich. Omg, leute ich pack mein Leben gerade nicht….ich packe es gerade einfach nicht….Ihr seid so toll *anfang zu heul*….

Lasst mir ruhig Sternchen, Herzen und Reviews da! Freue mich über alles!!

Und wir sehen uns beim nächsten Mal!

Lg little-chaos-queen
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast