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Die letzte Drachenreiterin

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Fili Gandalf OC (Own Character) Smaug
19.06.2020
17.09.2020
10
92.077
6
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08.07.2020 7.547
 
Chapter 2: Von Erinnerungen und einem alten Schwur…


Corrus` Sicht:


Faul lag ich rücklings, zwischen einigen, großen, grauen Steinen, auf der spröden, gelbgrünen Wiese der hügeligen Landschaft von Rohan und genoss, mit genießerisch geschlossenen Augen, die warmen Strahlen der Vormittagssonne auf meinem schuppigen Bauch, währenddessen ich den kühlen Steppenwind sanft über mich hinwegfegen spürte. Meine gewaltigen, ledernen, grün-gelben Schwingen lagen dabei ausgebreitet, wie ein flauschiger Fellteppich, unter mir und ließen sich an ihren empfindlichen Stellen von dem spröden, leicht picksenden Gras kitzeln, wobei gleichzeitig die ledernen, dreckig-gelben Flughäute meiner Flügel sich sanft im Wind mitbewegten, mit ihm etwas tanzten und so den Anschein erweckten, als könnten sie es kaum erwarten sich wieder in die Lüfte zu erheben und sorglos über den Wolken zu schweben. Doch mein restlicher Körper schien da ein wenig anders darüber zu denken. Ehrlich. Denn meine Muskeln fühlten sich momentan, ohne Witz, wie schwerer Granit an, genossen einfach die Ruhe, die ich ihnen gönnte und dachten noch nicht einmal im entferntesten daran auch nur im Geringsten so etwas wie Arbeit zu verrichten, währenddessen meine beiden Vorder- und Hinterbeine entspannt von mir weggestreckt zum wolkenlosen Himmel hinaufzeigten. Sogar mein langer, kräftiger Schweif lag regungslos hinter mir und zuckte nur gelegentlich leicht genervt, wenn ein kleines, nerviges Insekt zu viel oder zu lange auf meiner Haut herumkrabbelte, um es so zu verscheuchen, unterdessen ich dösend wartete. Ja, ich wartete. Wartete auf meine beste Freundin und Partnerin Raidyn, die für ein paar Tage in ein kleines Dorf hier in der Nähe einkehren wollte, um lebensnotwenige Vorräte, wie haltbare Speisen, Kleidung, Heilkräuter und Karten, wieder aufzufüllen. Und naja…Heute war eigentlich der Tag, an dem wir uns hier treffen sollten, damit wir in unser nächstes Abenteuer starten konnten. Denn es ging weit hinauf in den hohen Nordwesten, zur Eisbucht von Forochee…

Ein tiefes, kehliges Brummen entfuhr mir, wandelte sich gegen Ende hin in ein träges Klackern um, unterdessen ich müde dem Lied des Windes zuhörte, das rauschend über die sanften Hügel, und weiter unten auch über die gleichmäßige Ebene, von Rohan glitt und so das teilweise hohe und teilweise kurze, spröde Gras zum Tanzen, wie auch Rascheln brachte. Matte Wellen entstanden dadurch auf den vereinzelten Wiesen der Ebene, rollten friedlich über ihr Territorium hinweg und gaben so dem Ausblick etwas harmonisches und friedvolles, das die Idylle beinahe perfekt machte. Aber wirklich nur beinahe. Denn für mich persönlich fehlte noch das berühmte Vogelgezwitscher. Fröhliches, heiteres Vogelgezwitscher, dass hier allerdings gar nicht oder nur kaum existieren konnte, da es für die Vögel keine Bäume gab, in die sie sich zurückziehen konnten. Nur gelegentliche Steppenvögel konnte man hier und da am Boden fiepsend vorbeihüpfen sehen, wenn sie auf der Suche nach Nestmaterial oder Nahrung waren. Und selbst dabei blieben diese kleinen Tierchen Großteiles ruhig…Doch dies störte mich nicht sonderlich. Es war ruhig, die Vormittagssonne schien warm auf meinen Bauch, ich konnte den Wind Flüstern hören und konnte mich komplett entspannen. Was könnte ich denn noch verlangen?...

Die Zeit verstrich, wurde so nach und nach zu einem anhaltendem Strudel, in dem ich jegliches Gefühl für die Uhrzeit verlor, wodurch ich nur noch dösend vor mich hindämmerte und dem Klang der Ebene verfiel, bis ich mit einem Mal urplötzlich nicht etwas vernahm, was so ganz und gar nicht in dieses Bild passte. Nein. Es passte so wirklich überhaupt nicht in dieses Gemisch aus Windgeflüster und Grasrascheln. Denn es war das dumpfe Donnern von den Hufen eines einzelnen, herannahenden Pferdes, die diese friedliche Symphonie störten, weshalb ich auch augenblicklich abrupt meine hellgelben Augen aufriss und meine Pupillen, wie bei einer aufgeschreckten Katze, zu schmalen, schwarzen Schlitzen verengte. Das eilige Hufgetrappel derweilen nährte sich rasant, vermischte sich mit dem hellen Schnauben eines Pferdes und kam aus dem Südosten, von der anderen Seite der großen, grauen Felsen, die ich als Deckung gewählt hatte, weshalb ich auch instinktiv meine Muskeln anspannte, sodass sich bereits kleine Mulden in meinem Muskelfleisch bildeten, und mich instinktiv, leise knurrend, zur Seite rollte. Meine grünlichen Schuppen und meine dreckig-gelben Flughäute knirschten und ächzten dabei in Protest, doch ich hatte keine Zeit um auf diese Rücksicht zu nehmen. Nein. Stattdessen stemmte ich mich, mit aufgefahrenen, zentimeterlangen, weißen Krallen, die tief in das Fleisch der weichen Erde reichten, blitzschnell auf meine kräftigen Beine, breitete angriffslustig meine gewaltigen Schwingen aus, um so größer zu wirken, fletschte leicht meine dolchartigen, rasiermesserscharfen Reißzähne, sodass sie im warmen Morgenlicht bedrohlich funkeln konnten, und hob dann, knurrend, mein Haupt etwas in die Höhe, um die Witterung aufzunehmen. Denn wenn ich wusste, wer da auf mich zukam, dann konnte ich dementsprechend auch handeln…

Tief atmete ich daher, mit langsam schneller schlagendem Herzen, die frische, stechende Morgenluft ein, zog diese gründlich über meinen Gaumen und schmeckte so alle Witterungen ab, die sich in der Luft verbargen. Und raus kam dabei der Duft des spröden Grases, der Geschmack des kalkigen Gesteins um mich herum, der Geruch des spärlichen, dunkelgrünen Mooses darauf, die stinkende Fährte des herannahenden Pferdes und der vertraute Duft von Leder, Regen und frischer Luft, den sich selbst unter tausenden Menschen wiedererkennen würde. Denn es war meine Partnerin Rai, die sich meinem Versteck eilig auf ihrem Fußabtreter von einem Pferd näherte, weshalb ich auch schleunigst meine Kampfhaltung aufgab, meine Muskeln entspannte, meine Lefzen sinken ließ und stattdessen eher neugierig, wie auch erwartungsvoll meinen Kopf schieflegte, als ich hörte, wie das donnernde Hufgeklapper von der kleinen Plage um die Ecke meiner Felsen schoss und so wiehernd und schnaubend in mein Sichtfeld trat. Und naja, was sollte ich dazu noch sagen, hmm?...Widerspenstig flatterte die dunkle, dichte Mähne des Pferdes im kühlen Steppenwind durch die Luft, fiel jedoch schwungvoll an seinem kräftigen, muskulösen Hals hinab, als es so plötzlich seine starken, dunklen Hufe in den weichen Boden stemmte, sein gesamtes Gewicht mit einem Mal nach hinten verlagerte und so geräuschvoll, wie auch schrill wiehernd, einige Meter vorwärtsschlitterte. Faustgroße Erd- und Moosteile wurden dabei unter seinen Hufen aufgewirbelt, flogen in einem hohen Bogen durch die Luft, unterdessen das dunkelbraune Pferd, dessen mattes Fell beneidenswert im Sonnenlicht glänzte, mit weit aufgerissenen Augen, wie auch nervös angelegten Ohren, schnaubend, einige Schritte wieder zurücktänzelte, als es aus seinem Schlittern wieder herausgekommen war. Seine glasigen, großen Augen dabei immer mich fixierend, so als hätte er noch immer Angst vor mir, was ich ihm aber nicht verübeln kann. Schließlich war dieses Tier ein Beutetier und ich ein Raubtier. Logisch daher, dass er in meiner Gegenwart immer nervös wurde, aber nun ja…Wir weichten wieder vom Thema ab…Wo waren wir also noch gleich stehengeblieben? Ach ja…

Rai, in der Zwischenzeit, zog heftig an den schwarzen, ledernen Zügeln ihres Pferdes, griff, mit hochkonzentrierter Miene, auch manchmal nach, wenn sie das Gefühl bekam die Kontrolle zu verlieren, presste ihre Schenkel dicht an die Bauchdecke des Tieres, um nicht den Halt zu verlieren und versuchte so ihren Reitgefährten zu beruhigen. „Ho, ho, ganz ruhig Agrafina! Ganz ruhig, altes Mädchen! Ruhig! Alles ist in Ordnung!“ versuchte sie dabei gleichzeitig mit einer beruhigender Stimme auf die dunkelbraune Stute, die unwohl ihr Haupt in den Nacken geworfen hatte, einzureden, währenddessen diese noch immer ängstlich an Ort und Stelle herumtänzelte. Ich derweilen, beobachtete dieses Schauspiel nur gelangweilt mit hochgezogener Augenbraun, legte mir allerdings gedanklich bereits ein paar giftige Kommentare bereit, die ich dem Schaf entgegenwerfen konnte, unterdessen Argafina jedoch wirklich durch Rais Worte ruhiger zu werden schien. Zwar nicht wirklich schnell, aber immerhin wurde ihr Widerstand und ihr unruhiges Tänzeln nach und nach immer ruhiger, bis sie nicht irgendwann nur noch, mit unruhig angelegten Ohren und einem nervös peitschendem, pechschwarzen Schweif, ein paar Schritte entfernt von mir stand und mich, mit weit aufgerissenen, dunklen Augen, misstrauisch anstarrte. Dabei immer dazu bereit bei auch nur der kleinsten, falschen Bewegung sofort Reißaus zu nehmen und in die ferne, weite Steppe davonzujagen, weshalb ich deswegen auch relativ genervt meine gelblichen Augen verdrehte.

„Und das ist der Grund, wieso du Agrafina nur zur Hälfte ihres Preises bekommen hast, Rai. Dieses Schaf bekommt ja schon einen Herzinfarkt, wenn ich in ihre Richtung atme.“ spottete ich gedanklich, mit tiefer Stimme, über das geistige Band, das Rai und ich teilten und setzte dazu noch ein höhnisches Grinsen auf, währenddessen ich mich gleichzeitig demonstrativ auf meinen Hintern fallen ließ und meinen langen, hellgrünen Schweif anschließend, leise raschelnd, sorgfältig über meine Klauen legte. Nicht um sie vor dem Fußabtreter zu verstecken, versteht sich, sondern eher dafür, damit es eleganter aussah und einen gewissen Charme hatte. Drachen waren in dieser Hinsicht sehr penibel, müsst ihr wissen. Männliche Drachen waren davon selbstverständlich nicht ausgeschlossen…Aber naja…Ich weichte schon wieder vom Thema ab…Wo waren wir also noch gleich stehengeblieben? Ach ja….

Rai derweilen, schoss mir nur einen tadelnden Blick zu. „Sei nicht so garstig, Corrus. Du weißt genau, wieso ich Agrafina nur zur Hälfte ihres Ursprungspreises bekommen habe. Sie braucht bloß genügend Aufmerksamkeit, Training und einen Reiter, der auf sie eingehen kann und zu ihr eine Bindung aufbaut, dass ihr hilft über ihr Trauma hinwegzukommen. Dann würde aus ihr bestimmt ein begnadetes Reitpferd werden, nach dem sich selbst die feinen Herren, die Finger abschlecken würden. Darauf verwette ich alles, was ich habe!“ rügte mich die Silber-Weißhaarige sofort einigermaßen streng und schwang sich gleichzeitig schwungvoll aus dem schwarzen, leise knirschendem Sattel von Agrafina. Die dunkelbraune Stute, mit der dichten, rabenschwarzen Mähne und den kohlschwarzen, kniehohen Fesseln, warf deswegen noch ein letztes Mal unruhig ihren stämmigen Kopf in den Nacken, gab ein nervöses, helles Schnauben von sich und behielt mich, mit geweiteten, glasigen Augen, unsicher im Blick, versuchte allerdings auch nicht unbedingt mehr, da sie anscheinend doch irgendwie eine Art des Vertrauens zu Rai aufbauen konnte. Die silber-weißhaarige Frau jedoch, überließ überhaupt nichts dem Zufall, und da sie ohnehin Agrafina in meiner Gegenwart nicht wirklich traute, griff die junge Frau ohne lange zu zögern nach den durchhängenden, schwarzen Zügeln der Stute, hielt sie somit bestimmt fest, währenddessen ich das ganze Schauspiel nur mit einem gelangweilten Augenrollen kommentierte. „Und du glaubst, dass du diese Person bist, die sie von ihrem Trauma befreien kann?…“ entgegnete ich ihr gleichermaßen desinteressiert, als auch mit hochgezogener Augenbraun, so verdeutlichend dass ich ihre Ansicht bezüglich Agrafina nicht teilte, da ich von diesem Schaf ohnehin nicht viel hielt, egal ob sie in der Vergangenheit wegen einem wilden Wolfsrudel, bei einem Ausritt mit ihrem Vorbesitzer, schwer verletzt wurde und nun deswegen noch immer schwer traumatisiert war. Ich hatte nämlich schon von Grund auf keine sonderlich gute Meinung von Pferden, da sie nur jenen treu waren, die derzeit auf ihrem Rücken hockten und nicht jenen, die sich um sie kümmerten und sie fütterten. Aber naja…

Rai wollte sie damals unbedingt ihrem Vorbesitzer abkaufen, der sie eigentlich aufgrund ihrer Verletzungen und ihres Traumas, schlachten wollte und hatte es geschafft ihren gewöhnlichen Preis auf ein Viertel herunterzuhandeln…Von dem her…Ja, hatte Raidyn eigentlich, sogar gegen meinen Rat, ein nutzloses Pferd gekauft…Aber naja…Wie dem auch sei…Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja!...Rai hielt bei meiner Frage für einen kurzen Augenblick in ihrem Tun inne, blickte für einen winzigen Augenblick in die Leere des Bodens, so als müsse sie erst überlegen was sie jetzt auf meine Frage antwortete, ehe sie schließlich ratlos mit den Schultern zuckte. „Das weiß ich nicht, aber ich glaube daran, dass Agrafina geheilt werden kann. Und ich werde nichts unversucht lassen, um dieses Ziel zu erreichen. Immerhin habe ich ja Zeit, nichts drängt mich. Ich habe keine Verpflichtungen-…“ begann die junge Frau gedankenverloren, hob dabei unbewusst eine Hand und strich mit ihr sanft über den kräftigen, weichen Hals der dunkelbraunen Stute, deren Haut bei ihrer sachten Berührung leicht zuckte, unterdessen ich sie schweigend von oben eingehend beobachtete. „-…oder zumindest keine, die ich nicht will.“ fügte Rai dann noch leise nuschelnd hinzu, anscheinend in der Hoffnung, dass ich es nicht hören würde. Doch da hatte die Silber-Weißhaarige dann definitiv mein feines Gehör unterschätzt, dass man mit jenem der Elben gleichsetzen konnte, denn ich hatte jedes einzelne ihrer Worte verstanden, weshalb ich nun auch verwirrt den Kopf schieflegte und meine nichtvorhandene Augenbraun bis zum Ansatz in die Höhe schob.

„Was meinst du damit?“ wollte ich über unser geistiges Band hinweg irritiert von meiner Partnerin wissen, fixierte sie dabei, mit meinen hell-gelblichen Augen, durchdringend und hob meine gewaltigen, ledrigen Schwingen, leise raschelnd, auf ihre Plätze an meine Seiten zurück, was Agrafina nur mit einem verängstigten, hellen Schnauben, wie auch mit einem harten Aufstampfen ihrer Vorderhufe beantwortete. Doch weder Rai, noch ich schenkten der dunkelbraunen Stute in diesem Augenblick unsere Aufmerksamkeit, denn die silber-weißhaarige, junge Frau erstarrte ertappt bei meiner Frage und weitete leicht ihre stahlgrauen Augen, so als hätte sie nicht damit gerechnet, dass ich ihren genuschelten Satz hören würde, währenddessen der kühle Steppenwind sanft an ihrem hohen Pferdeschwanz zog. Aber wie bereits gesagt, wir Drachen besaßen ebenfalls ein äußerst feines Gehör. Von dem her…

Misstrauisch kniff ich meine Augen leicht zusammen, bekam das arge Gefühl, dass Rai etwas vor mir verbergen wollte, als sie mir nach einigen Herzschlägen immer noch nicht antwortete, sondern es lieber vorzog, mit großen Augen, in die Leere zu starren. „Rai.“ wiederholte ich ihren Namen daher mit einer deutlichen Mischung Verwirrung in meiner rauchigen Stimme und begann dabei ebenfalls unbewusst leicht ungeduldig mit meiner grünlichen, von zwei spitzen, weißen Stacheln an jeder Seite geprägten Schweifspitze auf und ab zu wippen. Meine Partnerin unterdessen zuckte leicht, so als wäre sie gerade brutal aus einer Starre herausgerissen worden, zusammen, sah dann, mit großen, unschuldigen Augen, zu mir auf, Agrafinas Zügel dabei noch immer fest umschlossen. „Hmm?“ gab sie dann scheinheilig von sich, was grundsätzlich schonmal ein riesengroßes Zeichen dafür war, dass die Kleine etwas verheimlichte, weshalb ich auch skeptisch meine schuppige Stirn in Falten legte und meine Krallen leicht in die weiche, feuchte Erde der Steppe bohrte. „Ich habe dich gefragt, was du mit Ich habe keine Verpflichtungen, oder zumindest keine die ich nicht will meinst.“ zitierte ich monoton, um so neutral wie möglich zu klingen, Rais Worte, damit nicht versehentlich irgendein Zündstoff entstehen konnte, und blähte dabei leicht meine Nüstern auf, sodass sie auf ihre doppelte Größe anschwollen, um so zumindest für ein bisschen Einschüchterung zu sorgen. Allerdings ließ sich meine Partnerin davon überhaupt nicht beeindrucken. Nein. Wirklich überhaupt nicht. Noch nicht einmal ein bisschen.

Denn stattdessen machte Rai mit ihrer Hand einfach eine wegwerfende Bewegung mit der Hand und zuckte dann kurz sorglos mit ihren Schultern. „Ach, gar nichts. Das war nur so daher gesagt. Mach dir keine Sorgen.“ stritt die junge Frau lächelnd meinen Vorwurf ab, was mich jedoch nur leicht die Augenbraun hochziehen und mit meinen Pupillen prüfend die kleine Gestalt meiner Partnerin auf, wie auch hinabfahren ließ. Ich meine, natürlich vertraute ich Rai. Ich vertraute ihr mehr, als jedem anderen Lebewesen auf dieser Welt, weshalb ich mich auch irgendwie dazu entschloss nicht weiter nachzufragen. Doch trotzdem flüsterte irgendwo in meinem Hinterkopf eine leise Stimme, dass sie irgendwas vor mir verbarg, irgendwas verheimlichte. Das irgendwas nicht stimmte. Das irgendwas ganz und gar nicht stimmte, was auf jeden Fall einer der Gründe war, weshalb ich sicherheitshalber fragend mein Kopf schieflegte und ein leises, gurrendes Geräusch von mir gab. „Sicher?“ ließ ich dabei teilweise neugierig, teilweise aber auch besorgt gedanklich von mir verlauten, konnte ich diese leise Stimme in meinem Kopf doch nicht so einfach ignorieren, die mir sagte, dass mit Rai etwas nicht stimmte. Doch diese wimmelte mich bloß mit einem bestimmten Kopfschütteln ab. „Sicher. Alles ist in bester Ordnung, Corrus. Mach dir keinen Kopf.“ beschwichtigte sie mich sanft und warf mir obendrein noch ein breites, beruhigendes Lächeln zu. Für mich auf jeden Fall vorrübergehend ein Zeichen, dass es ihr wirklich gut ging, weshalb ich auch einfach nur zaghaft mit meinem Haupt nickte und mit meinem gelblichen Augen ein paar Mal stark blinzelte, um aus diesen Starrmodus rauszukommen. „Hmm…Wenn du meinst.“ erwiderte ich dabei gleichzeitig nuschelnd, schloss dann, für einen winzigen Augenblick, meine Lider und schüttelte mich einmal ordentlich, wie ein nasser Hund, aus, sodass meine grünlichen Schuppen und der lederne Sattel, wie auch die daran befestigten Taschen, leise zu ächzen und zu rascheln begannen.

Agrafina verschaffte dies selbstverständlich beinahe einen kompletten Herzinfarkt und konnte nur dank Rai an Ort und Stelle gehalten werden, da die junge Frau glücklicherweise irgendwie damit gerechnet hatte, dass das Schaf auf meine plötzliche Bewegung regieren würde. Und naja…Was sollte ich dazu noch sagen?...Ich bekam eben einen bösen Blick von ihr zugeworfen, der es ernsthaft in sich hatte. Aber naja…Ich wäre schließlich nicht Rais Partner, wenn ich nicht mit solchen Kleinigkeiten nicht umgehen hätte können, weshalb ich auch einfach nur ein schiefes Drachengrinsen aufsetzte, als ich mich schwerfällig, und mit einem kräftigen Ruck, aus meiner sitzenden Position erhob. „Hast du in dem Dorf alles bekommen, was wir für die Weiterreise brauchen?“ wollte ich dann neugierig von der Silber-Weißhaarigen wissen und sah, mit kuriosen, leuchtenden, gelblichen Augen, auf meine Partnerin hinab, die allerdings, aufgrund meiner Frage, nur kurz mit ihrem Kopf schüttelte und sich kurzerhand Agrafinas Hals zuwandte. „Nein, leider. Ich konnte nur einfache Reservekleidung, eine Karte und ein paar Kleinigkeiten zum Essen auftreiben. Waffen und Heilkräuter, oder zumindest die, die ich brauche, hatten sie nicht.“ antwortete mir Rai teilweise niedergeschlagen, teilweise genervt, hob dabei sanft ihre rechte Hand und fuhr mit ihr sachte über den warmen, kräftigen Hals ihrer Stute.

Die Dunkelbraune stieß deswegen ein knappes Schnauben aus, wagte sie es doch nicht in meiner Gegenwart sich zu sehr zu entspannen, unterdessen ich auf Rais Antwort nur verstehend nickte. „Verstehe. Gerade das Wichtigste hatten sie nicht…“ murmelte ich gedanklich leise vor mich hin, was von Rai mit einem genuschelten „Mhm.“ unterstützt wurde. Nahrung konnten wir uns immerhin mit der Jagd selbst beschaffen, was bedeutete, dass wir weniger Geld dafür ausgeben mussten. Und Karten waren im Notfall auch nicht sonderlich wichtig für Rai und mich, da wir schlimmsten Falls einfach von oben aus, sprich aus der Luft, einen Weg finden könnten, was schlussendlich nur noch bedeutete das Kleidung, Waffen und Heilkräuter oder Tinkturen wirklich wichtig für uns zum Kaufen waren. Denn ganz ehrlich, weder ich noch Rai, hatten auch nur die leiseste Ahnung von Heilkunst. Wir konnten vielleicht eine Schnittwunde behandeln, eine Erkältung auskurieren oder eine Wunde ausbrennen, aber das wars auch schon. Wir hatten nur eine Grundausbildung in der Heilkunst bekommen, da jeder Drachenreiter, laut unserer damaligen Anführerin Vaia, zumindest die Grundkenntnisse der Medizin haben sollte. Aber-…Naja…Ich schreddere und verbrenne Leute besser, als das ich sie heile, von dem her…Ja…Und mit dem Schmieden war es haargenau das Gleiche…Wir hatten keinen blassen Schimmer und mussten daher regelmäßig kleinere Waffen, wie Wurfmesser und Dolche kaufen, da Rai, das Naturtalent, es dauernd schaffte ihre Wurfmesser so zu werfen, dass sie für immer unauffindbar wurden…Also…Ja…Mussten wir regelmäßig Waffen und Heilkräuter kaufen…Was die Kleidung betraf, da konntet ihr euch selbst einen Reim draufmachen, oder? Perfekt…

Doch anders als Rai, blieb ich ein wenig optimistischer und zuckte dann einfach nur mit den Schultern. „Gut, dann werden wir die Waffen und die Heilkräuter einfach in einem anderen Dorf kaufen. Auf unserem Weg zur Eisbucht von Forochee werden wir bestimmt an genug anderen Dörfern vorbeikommen, die das haben, was wir brauchen.“ heiterte ich, mit rauer Stimme, freundlich meine Partnerin auf und zwinkerte ihr aufmunternd zu, was die Silber-Weißhaarige nur amüsiert schnauben ließ, als sie aufsah. „Da gebe ich dir ausnahmsweise Recht, Corrus.“ neckte sie mich freundschaftlich, legte dann jedoch nachdenklich ihren Zeigefinger und Daumen an ihr Kinn und fuhr sich nachdenklich darüber, währenddessen ich ihr spielerisch beleidigt geräuschvoll eine schwarze Rauchwolke aus meinen Nüstern entgegenschnaubte. So oft falsch lag ich schließlich nicht. Nur die paar Male, wo wir uns verlaufen hatten, aber da hatte immerhin auch das Wetter schuld gehabt, nicht ich. Von dem her…Ja…Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja…Rai ignorierte meine schwarze Rauchwolken-Attacke komplett, fuchtelte nur gleichgültig mit ihrer Hand vor ihrem Gesicht herum, um die Schaden dort loszuwerden, ehe sie schließlich, mit einer gedankenverlorenen Miene, wieder zu mir hochsah. „Wenn ich mir nicht sogar irre, dann müssten wir auf unserem Weg zur Eisbucht an Bree vorbeikommen. Und die Händler dort haben sicher, die Gegenstände, die wir brauchen.“ teilte sie mir dann nachdenklich mit, was meine gelblichen Augen nur erfreut aufleuchten ließ. „Perfekt!“ stieß ich gedanklich zufrieden aus und setzte äußerlich ein großes Lächeln auf, dass ein Teil meiner scharfen, blitzenden Reißzähne entblößte. Agrafina scheute deswegen ein wenig, gab ein helles, schrilles Wiehern von sich und versuchte sich ängstlich aus Rais Griff zu lösen, damit sie in die Steppe von Rohan davonlaufen konnte. Doch meine Partnerin hatte sie fest im Griff, ließ nicht zu das sie sich loßriss und warf mir stattdessen einfach nur einen vorwurfsvollen Blick zu, so in der Art Du-weißt-das-sie-schreckhaft-ist-wieso-machst-du-diesen-Mist-dann?. Doch dieses Mal ignorierte ich ihren Vorwurf einfach. Ja, ich ignorierte ihn einfach, ließ ihn an meinem Arsch vorbeigehen. Denn ich hatte bereits etwas ganz anderes im Kopf vor…

„Und, sind du und dein Fußabtreter bereit für ein neues Abenteuer, Rai?“ fragte ich sie dann nämlich, mit einem Hauch einer Herausforderung im Unterton, und funkelte sie schelmisch an, was sie natürlich unwillkürlich herausfordernd lächeln ließ. „Wahrscheinlich bereiter als du, Partner.“ konterte sie vorlaut auf meine Frage. Ich schnaubte deswegen amüsiert. „Das werden wir schon noch sehen, Partner.“ neckte ich Rai überheblich und entfaltete noch in der Sekunde langsam, wie auch gedämpft raschelnd meine gewaltigen, ledernen Schwingen, sodass sie nach und nach Rai und Agrafina in ihren Schatten einhüllten. Die dunkelbraune Stute warf deswegen verständlicherweise ängstlich schnaubend ihr hübsches Haupt in den Nacken und machte anstalten sich auf ihre Hinterhand zu erheben, damit sie so weit weg wie nur möglich von mir kommen konnte. Doch Rai ignorierte einfach ihr störrisches Verhalten, griff ihre schwarzen Zügel nur noch fester, drehte sich lächelnd zu ihr um und schwang sich dann in einer einzigen fließenden Bewegung auf ihren Rücken hinauf.

Agrafina, in der Zwischenzeit, nutzte diese Gelegenheit natürlich sofort, legte ihre dunkelbraunen, beinahe schon schwarzen Ohren dicht an ihren Hinterkopf an, weitete unruhig ihre großen Augen und stieg dann ohne Vorwarnung auf ihre Hinterhand, dabei ein schrilles Wiehern ihre Nüstern verlassend, unterdessen sich Rai meisterhaft an den Zügeln und dem Sattel festhielt. Und für mich ganz offensichtlich das Zeichen zum Start…Denn ohne noch einen Augenblick länger zu warten, schob ich meine Schwingen bis zu ihrem Ansatz in die Höhe, drückte mich mit meinem Brustkorb so weit wie es im Moment nur möglich war auf die Erde hinab, spannte meine Muskeln so sehr an, dass es beinahe schon weh und die ersten Mulden sich bereits in meinem grünlichen Muskelfleisch abbildeten, und sprang dann schließlich mit einem kraftvollen Satz in die Höhe. Meine gewaltigen Flügel gleich darauf heftig, wie auch geräuschvoll auf und ab schlagend, damit mein schwerer Körper überhaupt in die Lüfte kam, währenddessen ich unter mir das donnernde Getrappel von Agrafinas Hufen hören konnte, gemischt mit der euphorischen Stimme meiner Partnerin…

„Aal fin miiraad do faal yol neh oblaan!”  

Tja…Und so begann es meine Freunde…So begann ein neues Abenteuer für mich, meine beste Freundin Rai und ihre übergroße Ziege…


***




Raidyns Sicht:


3 Tage. 3 ganze Tage waren seit Corrus` und meinem Aufbruch von Rohan vergangen. 3 ganze Tage, seitdem wir uns kopfüber in ein neues Abenteuer gewagt hatten. 3 ganze Tage, in denen Agrafina und ich querfeldein über Stock und über Stein geritten waren, während Corrus uns über die Luftrouten gefolgt war und gleichzeitig von seiner Position aus in der Ferne nach Feinden Ausschau hielt. Und, vor allem, 3 ganze Tage, seit der Besuch des Zauberers nun schon zurücklag. Tz, für gewöhnlich auf jeden Fall eine Zeitspanne, in der ich normalerweise vergaß, dass mich überhaupt einer aufgesucht hatte…Doch aber kurioserweise nicht in diesem Fall. Nein. Denn der graue Zauberer spukte mir, wie der nervtötende Ohrwurm eines Liedes, in meinem Kopf herum, nagte frech an meinem schlechten Gewissen und ließ mich immer wieder nachdenklich in Gedanken versinken, wo ich, ohne das ich es eigentlich überhaupt wollte, stillschweigend über seine Worte nachdachte…

„Vergesst nicht, was Eure Mutter in einem solchen Fall getan hätte!“  

Dieser Satz kreiste mir dabei am lautesten um die Ohren. Was hätte meine Mutter getan? Ja, was hätte sie denn getan? Tz, wahrscheinlich hätte sie Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um Erebor und unsere geliebte Drachenstadt Veteria in Sicherheit zu wissen. Ja, dass hätte sie bestimmt getan. Sie hätte alles versucht, um uns alle zu beschützen, selbst wenn der Preis für dieses Unterfangen ihr eigenes Leben gewesen wäre, was ihr im Endeffekt schließlich auch genommen wurde. Und dieser Gedanke, beziehungsweise diese Erinnerung schmerzte mich mittlerweile so sehr, dass ich manchmal sogar glaubte Atemschwierigkeiten zu bekommen. Tz, was viele nämlich nicht wussten, oder heutzutage keiner mehr, mit Ausnahme des Zauberers vielleicht, war, dass meine Mutter, Vaia zusammen mit ihrer Drachendame Ceto, die Anführerinnen unseres Clans gewesen waren, was mich und Corrus unweigerlich zu den Erben des Nordclans machte. Wir waren jene, die eines Tages in die Fußstapfen dieser wundervollen und starken Frau und ihrer einzigartigen Partnerin treten sollten. Es wäre, oder es ist noch immer, unsere Bestimmung diesen Clan anzuführen, ihn wieder aufzubauen, doch was machten wir stattdessen? Wir versteckten uns, verkrochen uns in den hintersten Winkeln von Mittelerde, in der Hoffnung das uns dort nie einer finden würde. Ich meine, klar, wir wurden nicht verfolgt und kein anderes Volk hegte Hass, mit Ausnahme der Zwerge vielleicht, da wir in ihren Augen unseren Schwur gebrochen hatten, gegen uns, was eigentlich bedeutete, dass wir uns ohne Probleme zeigen konnten und in einem der größeren Städte oder Länder um Asyl bitten könnten. Doch das taten wir nicht. Denn ich fürchtete die dadurch kommende Verantwortung, die Erwartungen an mich und Corrus, die die Leute an uns hätten, würden wir uns zeigen und die Vorurteile, die sie wahrscheinlich gegen mich haben würden, denn ich meine, Halloo? Ich und Corrus waren die einzigen Überlebenden des Flammeninfernos von Erebor, während alle anderen eines qualvollen Todes gestorben waren, klang dies nicht ein wenig verdächtig? Eben…Und genau diesen Vorwürfen wollte ich mich nicht aussetzen. Oder der Verantwortung. Oder den Erwartungen. Hach…Es war für uns Beide wirklich einfacher Totgeglaubte zu sein…

Schwer atmete ich die frische Luft des Waldes ein, durch den Agrafina und ich gerade gemütlich ritten, schloss meine Augen und lehnte mich, leise seufzend, im schwarzen Ledersattel zurück. Wir hatten die Steppen von Rohan bereits vorgestern, beziehungsweise noch am selben Tag unseres Aufbruchs, verlassen und waren für einige Zeit durch eine Einöde gewandert, bevor Agrafina und ich vor wenigen Stunden die Grenze zu den Wäldern in der Umgebung von Bree überschritten hatten. Und ganz ehrlich? Ich genoss es wieder in den Wäldern zu sein, auch wenn meine Gedanken die ganze Zeit zu meiner Vergangenheit zurückschweiften, die ich mit aller Macht versuchte zu vergessen…Mit einer gewissen Traurigkeit in mir lauschte ich stillschweigend dem leisen Rascheln der tiefgrünen Baumkronen über mir, als der sanfte Wind durch ihr Blattwerk fuhr und genoss zur selben Zeit die goldenen Sprenkel der Sonnenstrahlen, die sich vereinzelt einen Weg durch das dichte Dach der Bäume gekämpft hatten und nun hell, wie auch freundlich auf mich herabschienen, meine kühle Haut wärmten. Dazu gab es dann noch das wundervolle Zwitschern und Singen der Vögel, die versteckt in den Baumkronen hockten und von dort aus, den gesamten Wald mit ihrem Gesang versorgten, so eine Atmosphäre erschufen, die von Ruhe und Sicherheit geprägt war, unterdessen nur das dumpfe, gleichmäßige Aufschlagen von Agrafinas Hufen auf der unebenen, trockenen Hauptstraße diese Symphonie durchbrach. Doch das störte mich ausnahmsweise nicht. Nein. Ich fand, ehrlichgesagt sogar, dass der gleichmäßige Takt von den Hufen der dunkelbraunen Stute gut zu dem Rauschen des Windes, dem Rascheln der Blätter und dem Singen der Vögel dazu passte, weshalb ich mich auch mehr und mehr in dieser friedlichen Umgebung entspannen konnte, mehr und mehr die Zügel von Agrafina losließ, sodass die Stute in ihrem gemütlichen Gang ihren Kopf nach unten hängen lassen konnte, und, ohne das ich es hätte wirklich kontrollieren hätte können, unweigerlich in einen Tagtraum aus meiner Vergangenheit eintauchte…



Flashback:

Gedämpft lachend kugelte ich mich, wie eine kleine, spielende Katze, durch das hohe, saftig grüne Gras der weiten Wiese, dass in der sanften, warmen Sommerbrise friedlich tanzte und kraulte eilig, mit kinnlangen, zerzausten und von Grashalmen beschmückten Haaren, bäuchlings auf dem weichen, teilweise moosbedeckten Boden entlang, dabei vollkommend den Fakt ignorierend das mein hübsches, weißes Sommerkleidchen, dass mir erst kürzlich meine Mutter gekauft hatte, den ganzen Dreck auflas, durch den ich mich hier wühlte. Denn ich hatte im Moment viel zu sehr Spaß, als das ich auf solche kleinen Belanglosigkeiten achten hätte können, weshalb ich auch grinsend damit fortfuhr die hohen Grasbüschel beiseite zudrücken und flink zwischen sie hindurchzukriechen, um schnellstmöglich vorranzukommen. Die hohen, picksenden, hellgrünen Grashalme raschelten dabei leicht protestierend, beschwerten sich so über meine Ruppigkeit, gaben jedoch im Endeffekt aufgrund meines Gewichts nach und vielen leise ächzend zur Seite weg, währenddessen ich kichernd immer weiter durch das hohe Gras schlängelte. Wieso? Nun…Ich war auf der Flucht. Ja, ihr habt richtig gehört! Ich war flüchtig und mein Verfolger war niemand anderes als die grausamste Bestie, die Mittelerde gesehen hatte!! Er war sogar so grausam, dass selbst die Orks Angst vor ihm hatten!! Und diese Bestie war…mein bester Freund Corrus!...

Und wie auf Stichwort hörte ich irgendwo, in der nahen Ferne hinter mir, das helle Jaulen eines jungen Drachen, dass sich allerdings eher mehr anhörte, wie ein Wolf mit Zahnschmerzen, gemischt mit dem eiligen Rascheln von einigen, hohen Grasbüscheln. Instinktiv hielt deswegen für einen kurzen Augenblick in meinen Bewegungen inne und drehte ich, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, mein Haupt in die Richtung, aus der ich das Geräusch gehört hatte. Und naja…Was sollte ich euch noch sagen? Hehe…Das hohe Gras hinter mir wackelte und zitterte bereits ziemlich heftig, wie auch laut, was nur bedeuten konnte, dass Corrus mir ganz dicht auf den Fersen war. Und mit ganz dicht meinte ich eigentlich, dass er mir schon fast am Allerwertesten klebte. Doch trotzdem war ich nicht gewillt aufzugeben! Nein! Ich war eine Drachenreiterin und dazu auch nur die Tochter von Anführerin Vaia, was bedeutete, dass aufgeben für mich keine Option war! Aufgeben war nie eine Option für uns, weshalb ich mich auch, mit einem entschlossenen Schnauben und einem leisen Kichern, wieder umdrehte und hastig zusah, dass ich weiter vorwärtskroch. Aufstehen und laufen konnte ich im Moment nämlich nicht. So würde mich Corrus nämlich bestimmt noch schneller finden. Wenn ich aber am Boden blieb, dann hatte ich eine höhere Chance dieses Spiel zu gewinnen und, auch wenn es fast unmöglich war, so wollte ich doch auch einmal das Jagdspiel mit meinem Partner gewinnen. Bis jetzt hatte Corrus nämlich mit seinen feinen Drachensinnen immer gewonnen und mich bereits in den ersten 10 Minuten in der hohen Wiese aufgespürt. Doch heute hatte ich das Gefühl, dass ich gewinnen würde. HEUTE WÜRDE ICH DIESES SPIEL GEWINNEN!!

Warm fielen die goldenen Strahlen der späten Vormittagssonne auf mich und das Land herab, wärmten so angenehm meine generell kühle Haut, unterdessen am wolkenlosen, tiefblauen Himmel gelegentlich ein Schwarm zwitschernder Vögel oder aber ein paar einzelne Drachenreiter zu sehen waren, die mit ihren Partnern geräuschvoll ihre Runden um den einsamen Berg flogen. Manchmal waren es auch kleinere Gruppen, die sich wahrscheinlich, bei einem so schönen Tag, nach Thal aufgemacht hatten, um Einkaufen oder am nahegelegenem See schwimmen zu gehen, währenddessen Corrus und ich diese schwerzugängliche Bergwiese für unser Jagdspiel nutzten. Denn ob man glaubte oder nicht, aber einige Drachen unter uns waren wirklich verrückt nach Wasser. Man konnte sie kaum von dort fernhalten und musste sogar aufpassen, dass sie sich nicht Hals über Kopf in eine Pfütze stürzten, wenn ich das glaubte, was mir mein Mentor über sie erzählt hatte. Aber wie dem auch sei. Das war mir im Moment ohnehin egal, denn ich war sichtlich mit etwas komplett anderem beschäftigt…

So leise und eilig wie es mir nur möglich war kroch ich, auf meinen Ellbogen abgestützt, immer weiter durch die Wiese, rollte zu große Steine geschickt beiseite, schob zu dichte Grasbüschel auseinander, damit ich durchkonnte und robbte mich geschwind durch jede erdenkliche Schlammpfütze, die sich auf meinem Weg auftat. Für mein hübsches, weißes Sommerkleidchen war dies natürlich der totale Albtraum auf Erden, denn mittlerweile hatte es anstatt seiner ursprünglichen, schönen, weißen Farbe, durch die Wiese und dessen Gatsch, eher ein gemischtes Braun-Grün angenommen, dass meiner Mutter freilich einen bösen Herzinfarkt bescheren würde. Doch für mich war diese Tarnung total praktisch, denn so hatte es Corrus schwerer meine Fährte aufzuspüren, auch wenn ich wusste, dass er dicht hinter mir sein musste. Aber hey!! Es gab doch sowas wie Wunder, oder etwa nicht? Vielleicht passierte heute ja ein Wunder und ich würde dieses Spiel doch nur gewinnen, ha!!! Dann konnte ich Corrus auch endlich mal unter der Nase reiben, wie gut ich in tarnen und verstecken war und-…

Doch bevor ich meinen Gedanken überhaupt zu Ende denken konnte, hörte ich direkt hinter mir ein lautes Rascheln, gefolgt von einem hellen, angriffslustigem Knurren, dass eher mehr an einen kleinen Welpen erinnerte, der versuchte der große, böse Wolf zu sein. Trotzdem jedoch blieb ich, mit einem rasendem, wie auch donnerndem Herzen, bei diesem Geräusch instinktiv stehen, erstarrte noch an Ort und Stelle und wagte es auch nicht auch nur einen einzigen Muskel zu bewegen, da ich so verhindern wollte irgendwelche Geräusche zu machen, durch die mich mein Drache schneller hätte finden können. Doch ganz ehrlich? Genau das hätte ich in diesem Augenblick besser nicht tun sollen. Ohne Witz. Ich hätte besser aufstehen, einfach loslaufen und das beste darauf hoffen sollen. Was passiert war? Nun…Ich wartete, mit einem angehaltenem Atem, für einen kurzen Augenblick, hörte dem Rascheln des Grases, dem Zirpen der Insekten und dem leisen, hellen Knurren für ein paar Herzschläge zu und betete dabei noch insgeheim zu Ancalagon höchstpersönlich, dass Corrus mich jetzt nicht finden würde, bis sie nicht schlussendlich verstummt waren und ich unentdeckt im hohen Gras liegenblieb. Freude durchflutete daraufhin meinen Körper, ließ mich breit, wie ein Honigkuchenpferd, strahlen und sogar ein kleines, zischendes „Ja!“ von mir geben, wobei ich mit meiner Faust auch noch eine passende Triumpf-Geste vollzog, währenddessen über meinen Kopf ganz fein ein hübscher, blauer Schmetterling flatterte, der mich anscheinend für eine Blume hielt. Und naja…Was sollte ich dazu noch sagen?? Ich hätte es besser nicht machen sollen, denn keinen Herzschlag darauf, als dieses Wort meinen Mund verlassen hatte, hörte ich hinter mir erneut ein heftiges, lautes Rascheln, gefolgt von einem schweren Körper der sich spielerisch fauchend von der Erde abstieß, einem dunklen Schatten der sich über mir auftat und dann einem schweren Körper, der direkt auf mich drauffiel…

Überrascht schrie ich deswegen schrill auf, weitete überfordert meine stahlgrauen Augen und zappelte, wie ein gestrandeter Fisch, wild am Boden herum, währenddessen das schwere Gewicht auf meinem Rücken ein kleinen, hellen, krächzenden Sieges-Brüller ausstieß, der schallend über die gesamte Bergwiese echote. Einige ruhende Vögel und Fasane, die sich im hohen Gras verborgen hatten, schreckten deswegen nun auch hoch und erhoben sich eilig kreischend, wie auch mit hastigen, flatternden Flügelschlägen, von ihren Versteck in die Lüfte, um der drohenden Gefahr so schnell wie möglich zu entkommen, unterdessen mein Freund Corrus auf meinem Rücken, stolz die Brust herausstreckte. „HA! Ich habe dich gefangen, Rai! Du hast verloren, ich bin der bessere Jäger!!“ prahlte er dabei, mit kindlicher Stimme, hochmütig und stolz, plusterte sich, wie ein eitler Gockel auf, und drückte mir, wie zum Unterstreichen seiner Worte, seine beiden, schweren Vorderpfoten tief in mein Kreuz hinein, wobei er selbstzufrieden seine gelblichen Augen schloss. Ich seufzte deswegen nur geschlagen und verdrehte genervt meine Augen. Na toll. Vielen Dank auch Ancalagon!! Ich sagte doch, er sollte mich NICHT finden!! NICHT finden!! Da ist ein Unterschied dazwischen!!!!...

„Geh runter von mir, Corrus! Du bist schwer!“ meckerte ich meinen besten Freund missgelaunt an, versuchte mich dabei gleichzeitig, mithilfe meiner Arme, vom Boden in die Höhe zu stemmen und den Grünling somit von meinem Rücken hinunterzuschieben. Doch Corrus vereitelte meine Pläne meisterhaft, indem er seine Pranken einfach erneut in mein Kreuz drückte und mich somit wieder auf den Boden nagelte. „Erst wenn du zugibst, dass ich der beste Jäger, der mutigste Krieger und der stärkste Drache von ganz Mittelerde bin!“  verlangte er bestimmt von mir und entfaltete dabei, leise knirschend, leicht seine eigentlich noch relativ kleinen, grün-gelben, ledernen Schwingen, um so mehr Eindruck zu schinden. Doch ganz bestimmt nicht bei mir. Dafür kannte ich diesen kleinen Teufel zu gut, weshalb ich einfach gereizt die Lippen hart aufeinanderpresste und einen neuerlichen Angriff wagte diesen kleinen Schnösel von mir herunterzubekommen. „Gar nichts werde ich zugeben! Und jetzt geh runter von mir!!“ wetterte ich schnippisch zurück und pustete mir knurrig eine verrutschte, wilde, silber-weiße Strähne aus meinem Gesicht, was anscheinend Grund genug für Corrus war eine kleine Rauferei zwischen uns Beiden anzufangen. Tz, was ich damit meinte? Hmm, schon mal mit einem hundsgroßen Drachen gerauft??

Mit einem kriegerischen „Gib es schon zu!!“ ließ sich der kleine Grünling nämlich schwer auf mich drauffallen, klammerte sich mit seinen Pranken an meinen Schultern fest und trommelte mit seinen Hinterpfoten hart gegen meinen schmalen Rücken, damit ich mich ihm endlich ergab. Seine kleinen, ledernen Flügel flatterten dabei aufgeregt, wie bei einer jungen Fledermaus, auf und ab, versetzte so das hohe Gras um uns herum in Unruhe, währenddessen ich nur einen angriffslustigen Schrei ausstieß. „Niemals!“ stieß ich ihm aufgebracht entgegen, sammelte dabei all meine Kraft und rollte mich kreischend zur Seite, sodass Corrus und ich, als ein windendes Knäul aus Armen, Pfoten, Beinen, Flügeln und Schweif, den sanft herabfallenden Hang hinunterkugelten und dabei spielerisch einander bekämpften, bissen und kratzten…

Haha…Oh, hätte ich zu diesem Zeitpunkt doch bloß gewusst, dass in der Ferne der hohen Bergwiese, auf einer kleinen Anhöhe, eine hellhaarige Frau, mit einer traditionellen Drachenmaske auf dem Kopf, zusammen mit einer himmelblauen-schneeweißen Drachendame stand und Corrus und mir, mit einem Schmunzeln im Gesicht, bei unserer Rauferei zusah-…

Flashback-Ende
 


„HILFE!! BITTE!!“

Brutal wurde ich aus meinen Erinnerungen herausgerissen und, mit einem harten Schlag, zurück in die eiskalte Realität katapultiert, als mit einem Mal die flehentlichen Rufe einer jungen Dame meine Ohren erfüllten, diese zum Klingeln brachten. Instinktiv schreckte ich deswegen hoch, zog unwillkürlich grob an den schwarzen Lederzügeln von Agrafina und brachte die Stute so dazu, mit einem empörten Schnauben, ihr Haupt in die Höhe zu reißen und mit ihren starken Hufen protestierend auf den staubigen Boden aufzustampfen. Kleine, bräunliche Staubwolken stoben deswegen vom Boden auf, während mein Pferd, mit geblähten Nüstern, ängstlich ihre dunklen Augen aufriss. Doch ich beachtete sie im Moment nicht. Nein. Stattdessen schoss mein Haupt triebhaft in die Richtung des tiefgrünen Unterholzes aus dem ich geglaubt hatte die Schreie zu hören und scannte, mit zusammengekniffenen Augen, misstrauisch die Umgebung… „HILF-…FASS MICH NICHT AN, DU BASTARD!! HILFE!!!“, „Halt den Mund, Schlampe, sonst muss ich dich schlagen!“, „NEIN, LASS MICH ZUFRIEDEN!! BITTE HELFT MIR, IRGENDWER!!!“, tönten in der Zwischenzeit erneut die Stimme der verzweifelten, jungen Frau, jedoch nun gemixt mit der schnarrenden Stimme eines Mannes, mittleren Alters, zwischen den dichtbeieinanderstehenden Bäumen des Waldrandes hervor, stritten sich hörbar über irgendwas, was in mir unwillkürlich den Drang zum Helfen auslöste. Den Drang sofort, mit gezücktem Kampfstab und eine eingenommen Kampfhaltung, in die Büsche zu stürzen und der jungen Frau zu helfen oder zumindest zu klären, was dort vor sich ging. Denn nach den Hilferufen der Frau zu urteilen, dürfte der Mann ihr etwas zu aufdringlich sein, und sie selbst war in diesem Fall nicht stark genug, um sich gegen ihn zu wehren, weshalb sie nun auch so verzweifelt um Hilfe rief.

Ihn mir löste dies daher, wie bereits gesagt, umgehend den Drang aus zu helfen, die Frau zu beschützen, sollte sie ehrlich in Gefahr sein, doch trotzdem hielt mich etwas zurück. Die Stimme in meinem Kopf, die sagte, dass ich mich nirgendwo einmischen, mich bedeckt halten und dem Lauf des Schicksals freie Hand lassen sollte, hielt mich zurück, was auch der Grund war, wieso ich, mit einem zaghaften Gesichtsausdruck, mich wieder ein wenig im Sattel zurücklehnte und unsicher zu dem Punkt zwischen den dichten, dunkelgrünen Büschen und den hohen, dichtbeieinanderstehenden Bäumen blickte, von wo ich die Schreie hörte. Auch das Rascheln von Blattwerk war aus dieser Richtung zu hören, währenddessen die Stimme der jungen Frau erneut die bis dato ruhige Luft zerschellte „AHHHHHHH!!! WARUM HILFT MIR NIEMAND, BITT-….ARGH, GEH WEG VON MIR, ICH WARNE DICH!!“ schrie die junge Frau schrill um sich, was allerdings nur dazu führte, dass ihr Angreifer, Freund, Ehemann, oder sonst was, höhnisch zu lachen begann. „Sonst willst du genau was tun, Miststück? Schrei hier so laut du willst, hier wird dich niemand hören!“ spottete der Mann abfällig, worauf kurz darauf der schallende Klang einer Ohrfeige erfolgte, der sich, wie ein grausames Echo, in meine Ohrmuscheln einbrannte, sie so haarsträubend zum Klingeln brachte, was im Endeffekt schließlich auch die heiße, rasende Wut in meinem Körper entflammte. Wie flüssiges Feuer schoss es blitzartig durch meine Venen, durchflutete jede einzelne Zelle in meinem Leib und brachte diesen auch dazu sich leicht zu erhitzen, unterdessen sich meine Hände, in denen ich noch immer Agrafinas Zügel hielt, stark verkrampften. Wie konnte sich dieser Mann schließlich auch anmaßen eine Frau zu schlagen?? Hmm? Hatte er keine Manieren gelernt oder war er vom Charakter her einfach nur so schwach, dass er gar nicht anders konnte, als eine Frau zu schlagen?? Grr, widerwärtiger Abschaum! In Veteria wäre sowas nie passiert. Oder…Naja…Vielleicht schon, aber dann hätte sich der Drache der Frau oder deren Angehörigen, um ihren Peiniger kümmern dürfen, was in den meisten Fällen dazu führte, dass der Peiniger seine Hand verlor und halb tot geschlagen wurde, aber naja…Andere Sitten, andere Rieten…Also, wo waren wir noch gleich stehen geblieben? Ach ja….

Die brennende Wut erfüllte meinen Körper, drang in jede Pore meiner Haut ein und löste in mir den Drang zu Handeln aus, währenddessen ein erneuter gellender, verzweifelter Schrei durch den Wald echote…Doch trotzdem hielt ich mich, mit einem düsteren Schnauben, zurück. Ich konnte, so sehr es mich schmerzte, nicht eingreifen. Für euch mochte es jetzt wahrscheinlich barbarisch oder kaltherzig klingen, aber für mich war es total logisch. Denn überlegt einmal, wenn ich nun überall den Helden spielen würde, dann würde sich meine Geschichte herumerzählen und, ob ihr es nun glaubt oder nicht, aber mit meinen silber-weißen Haaren war nicht gerade unauffällig. Ich würde zu einer Art Bekanntheit heranwachsen. Die Frau mit den silber-weißen Haaren hat hier geholfen, die Frau mit den silber-weißen Haaren hat dort geholfen, die Frau mit den silber-weißen Haaren hat dies getan, die Frau mit den silber-weißen Haaren hat das getan, und so weiter und so fort. Ich würde, egal in welches Dorf ich ziehen würde, auffallen und dass war für jemanden wie mich, der eigentlich als Totgeglaubte leben wollte, nicht vorteilhaft. Noch dazu setzte ich mich und Corrus der Gefahr aus entdeckt zu werden, wenn alle nach mir Ausschau hielten, was auch nicht unbedingt ein Ziel auf meiner Liste war. Und, was vor allem ein großer Grund für mein jetziges Handeln war, war, dass ich dadurch wieder an mein Volk, an meinen Kodex schmerzhaft erinnert wurde. Denn, ob ihr es nun wusstet oder nicht, aber die dritte Regel in unserem Ehrenkodex war, dass die Waffe des Drachenreiters immer die Schwachen und Armen verteidigte, sie beschützte und vor allen Gefahren wahrte. Und bei aller Liebe, aber ich wollte mich nicht mehr daran halten, noch erinnern. Es gab für mich keinen Nordclan mehr, keine Drachenreiter, warum sollte ich mich also an ihren Kodex halten? Tz, ich wollte doch bloß nur meine Vergangenheit hinter mir lassen. Ich wollte ehrlichgesagt nichts mehr damit zu tun haben… Also, kurzrumgesagt, ich konnte dieser armen Seele leider nicht helfen, so leid es mir auch tat...

Schweren Herzes seufzte ich deswegen leise, ließ geschlagen meinen Kopf hängen, währenddessen ich gleichzeitig, mit verhärteter Miene, die Zügel wieder aufnahm und mit leichtem Schenkeldruck Agrafina so zu verstehen gab, dass wir besser weitergehen sollten. Die dunkelbraune Stute ließ sich dies natürlich nicht zweimal sagen, stieß lediglich ein ungeduldiges Schnauben aus, und trabte dann sofort, mit dumpfen, klackernden Hufschritten, an, um von diesen lauten Stimmen wegzukommen, die sich gegenseitig anschrien und sehr wahrscheinlich auch verletzten. Und genau das wollte ich auch. Ich wollte so schnell wie möglich weg von hier, weshalb ich meiner Stute ein wenig mehr Schenkeldruck gab, um ihr so zu sagen, dass sie galoppieren sollte…Bree war schließlich nicht mehr weit von hier, was bedeutete, dass ich es am Abend erreichen dürfte…

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Dovazuhl – Deutsch

Aal fin miiraad do faal yol neh oblaan! : Möge der Pfad des Feuers niemals enden.



Heeyyy!!

Ja, das habt ihr ned erwartet, dass sowas passiert, geh? Haha, bin selber ein bisschen schockiert von mir, aber naja…Rai wird die Konsequenzen dafür später bezahlen glaubt mir, hehe…So, aber jetzt zu euch Schlingel!! Tintentraum, Apaam, ihr geilen Socken!! Danke für eure lieben Worte, ich habe mich haushoch gefreut, was ihr geschrieben habt! Bin super mega dankbar dafür!!! Und auch möchte ich mich für das neue Favo bedanken!!! Danke!!!!! Woho, Leute!! Wir haben zudem noch die 100 Aufrufe geknackt!!! 100 Aufrufe!!! Ich fass es nicht!!! Danke Leute, ihr seid wirklich die besten!!!

Freue mich über alles, was ihr dalässt!!

Lg und habt eine schöne Restwoche!!

little-chaos-queen
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