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Schattenseele

von cbra
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / Het
Astrid Hofferson Dagur der Durchgeknallte Grobian der Rülpser Haudrauf der Stoische Hicks der Hüne Ohnezahn
18.06.2020
05.05.2021
54
137.763
33
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
18.06.2020 539
 
Copyright: Drachenzähmen leicht gemacht / How to train your dragon (HTTYD) gehört DREAMWORKS ANIMATION SKG und Cressida Cowell. Ich leihe mir nur die Figuren und Orte aus und spiele ein wenig mit ihnen. Geld verdiene ich hiermit natürlich auch nicht.



Ein kleines Banner findet ihr hier: Schattenseele





Hicks fühlte den harten Holzboden des Lagerraums unter sich. Vereinzelte getrocknete Maiskörner bohrten sich in seinen Rücken und er stöhnte auf, als er noch fester auf den Untergrund gepreßt wurde.  Dagur saß auf ihm, die Knie schmerzhaft in seine Hüftknochen gebohrt und zerrte mit der linken Hand seine Arme über den Kopf. Er lachte dieses absurd schrille Lachen, das Hicks regelmäßig Schmerzen prophezeite. Es war dieser eine ganz spezielle hohe Ton, der Grausamkeiten ankündigte. Er wand sich unter ihm, oder versuchte es zumindest. Was hatte er nur diesmal falsch gemacht? Er hatte die Waffen gereinigt, unter Deck verstaut und den Boden gefegt. So wie es ihm aufgetragen worden war. Er hatte seine Arbeit erledigt und in einem Buch geblättert, um sich zu zerstreuen. Er war weder faul gewesen noch hatte er sich etwas zu schulden kommen lassen.

„Wenn du schreist, werfe ich dich über Bord, Bruder“, drohte der drei Jahre Ältere über ihm. „Wir wissen beide, daß du ein miserabler Schwimmer bist und der taube Mats heute an der Reling arbeitet. Keiner wird dich hören und es könnte durchaus dauern, bis ich ein Seil werfen lasse.“

Hicks hatte zu viel Stolz, um zu schreien. Mal abgesehen, daß eh wahrscheinlich keiner kam. Keiner der Mannschaft legte sich mit dem Erstgeborenen des Anführers an. Die größte Hoffnung würde er in ihren Vater setzen. Aber wenn der Dagurs Gewalt Einhalt gebieten müßte, würde er später die Rache seines Bruders doppelt büßen müssen.

„Laß mich“, flehte Hicks. Manchmal hatte er Glück und wenn er sich unterwürfig zeigte, ließ er schneller von ihm ab. In knapp sechzehn Jahren hatte er schon alle Strategien durch: Zum wehren war er zu schmächtig, nach Hilfe schreien brachte ihm zusätzlichen Ärger, Nahkampf lag ihm nicht, mal abgesehen, daß diese Disziplin in Kombination mit seinem Bruder lebensgefährlich war. Gar nichts zu machen, ließ Dagur wahnsinnig auf ihn einschlagen – mit der Faust, mit einer Peitsche oder was auch immer herum lag, bis er Hicks eine Reaktion abrang oder dieser bewußtlos wurde. Unterwürfigkeit ekelte Dagur an und war die einzige Waffe, die Hicks blieb. Mal ließ er schneller von ihm ab, mal quälte er ihn um so länger. Wie seine Chancen heute standen, wußte er nicht.

„Bitte“, flehte Hicks.

Der Rothaarige lachte noch schriller und der schmächtige Junge unter ihm schluckte, als er den Dolch in seiner rechten Hand sah. Seine Aussichten hatten sich soeben verschlechtert. Heute war kein guter Tag. Er hatte miese Laune, weshalb auch immer. In seinem Kopf kreisten wirren Gedanken, die nicht zum Abschluß kamen und von Angst gefressen wurden. Flucht, war alles woran Hicks denken konnte, aber er konnte nicht wegkriechen, nicht schützend seine Hände vor das Gesicht heben, er war ihm ausgeliefert.

„Dagur, bitte“, flüsterte er. „Bitte nicht.“




*****
Ihr merkt schon, die Geschichte wird etwas fies. Falls nötig verteile ich jedoch gerne Kekse am Reviewbutton. :)
PS: Ich schreibe in der alten deutschen Rechtschreibung. Die neue benutze ich ausschließlich auf der Arbeit; privat möchte ich sie nicht nutzen.
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