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2020 06 16: Live is not as it seems [by Driakuna]

Kurzbeschreibung
OneshotFamilie / P12 / Gen
16.06.2020
16.06.2020
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16.06.2020 1.099
 
Tag der Veröffentlichung: 6. Juni
Zitat: “Der Herr ist gar nicht so übel, wenn man ihn erstmal kennt.” (Die Schöne und das Biest)
Titel der Geschichte: Live is not as it seems
Autor: Driakuna
Hauptcharaktere: ------------------
Nebencharaktere: -------------
Pairings: ------
Kommentar des Autors: Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen. ^^





Gelangweilt sah Inola aus dem Fenster und beobachtete wie der Regen auf den Weg prasselte und Pfützen bildete.
Wenigstens spiegelte das Wetter ihr Gemüt wieder.
Die Rothaarige hatte seit der Hochzeit niemanden von ihrer Familie mehr gesehen und Nefertari war auch schon seit Tagen verschwunden.
Die junge Hexe konnte es dem Elementargeist nicht verübeln, wenn sie nicht wieder kam.
Wenn Inola es könnte, würde sie es ihrem Vertrauten gleich tun und einfach nur verschwinden.
Inola wünschte sich nach nicht einmal einer Woche nichts mehr als dieser verfluchten Ehe entkommen zu können.
Und das alles nur wegen ihrer naiven Einstellung mit allem fertigzuwerden, nur weil sie sich theoretisch mit vielem schon auskannte.

Für einen Moment löste Inola ihren Blick von dem regnerischen Nachmittag und sah zu der Uhr in dem tristen Raum, den sie nun ihr Eigen nannte.

16:45

Man würde bald ihre Anwesenheit verlangen.
Kurz schloss die Rothaarige die Augen und atmete einmal durch, bevor sie sich aufrichtete und sich aus ihrem viel zu großen Strickpulli befreite.
Eines der wenigen Sachen, die sie noch mit ihrer Familie verbanden und ihr als Anker dienten.
Mit einem leichten Seufzen schlurfte sie in ihr Bad, das Gott sei Dank an ihr Zimmer angrenzte, und zog ihr traditionelles Zeremonienkleid an.
Der einzige Weg, den sie wusste, wie sie rebellieren konnte, ohne die von ihrem Mann aufgestellten Regeln zu verletzen.
Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht es zu tragen, sobald sie ihr Zimmer verließ.
Nur um diesem Mann zu zeigen, dass sie sich nicht komplett zum Schweigen bringen ließ.
Immerhin lag ihr das Hexendasein im Blut und sie ließ es sich nicht verbieten es zumindest zu zeigen, wenn man ihr schon alles andere verbot.
Insgeheim genoss sie den genervten Blick, den sie jedes Mal von ihm zugeworfen bekam.
Es schien ihm immens gegen den Strich zu gehen und hatte ihm auch schon einige verwirrte Blicke seines Rudels eingehandelt und doch ließ er sie gewähren.

Noch einmal strich sie ihr Kleid glatt und betrachtete sich schnell im Spiegel, der in ihre Schranktüre eingearbeitet war, bevor sie den Raum verließ.
Auf ihrem Weg zum Esszimmer kam Inola die Chefbedienstete entgegen.
Miss Smith warf ihr einen tadelnden Blick zu, jedoch sagte sie kein Wort, sondern lief nur neben ihr her.
„Der Herr wird heute nicht zum Essen erscheinen“, Inola zuckte nur unbeteiligt mit den Schultern.
Umso besser, dann musste sie ihn ja nicht einmal sehen.
Unbedarft ließ sie sich auf einen der Plätze fallen und wartete brav darauf, dass man ihr das Abendessen servierte, aus der Küche hatte man sie ja recht schnell heraus gejagt.
Miss Smith hatte sich ihr gegenüber niedergelassen und wartete geduldig darauf, dass Inola mit dem Essen fertig war.
„Wissen Sie, der Herr ist gar nicht so übel, wenn man sich denn die Mühe macht ihn kennenzulernen“, kurz hielt die Rothaarige inne und sah ihr Gegenüber genervt an, anscheinend hatte sie sich geirrt.
„Das ist es ja, ich will ihn gar nicht genauer kennenlernen. Mir reicht das, was ich über Werwölfe weiß, um ihm nicht über den Weg zutrauen“, mit einem Murren legte sie ihr Besteck ab. „Also lassen Sie Vorurteile über den Herrn richten, die vielleicht gar nicht der Wahrheit entsprechen“, leicht genervt sah Inola auf, sie hatte keine Lust auf eine Predigt.
Dazu hatte ihrer Meinung nach keiner das Recht.
Immerhin wurde sie dazu gezwungen dieses Biest zu heiraten und jetzt verlangte man von ihr auch noch, dass sie Verständnis zeigte und artig die brave Hausfrau mimte und alles zu akzeptieren?
Nicht mit ihr. Niemals!
„Ach also ist es besser, wenn ich alles hinnehme und ganz brav mich beuge? Darauf können Sie lange warten“  Missbilligend sah Miss Smith sie an. „Das habe ich nicht gesagt. Sie sehen nur das, was Sie sehen wollen. Der Herr hat auch nicht gebeten zu heiraten. Im Leben passieren oft Dinge, die man nicht möchte. Dann ist es aber wichtig das Beste aus der Situation zu machen und nach vorne zu blicken“, streng blickte die Ältere sie über ihre Brille hinweg an. „Ich sage ja nicht, dass Sie sich von Heut auf Morgen mit allem abfinden sollen, ich sage nur, dass es vielleicht gut wäre den Blickwinkel etwas zu ändern und das ganze Dilemma aus einer anderen Perspektive zu betrachten“, mit einer fließenden Bewegung stand die Dame auf und verließ den Tisch. „Manchmal ist es sinnvoll den ersten Schritt zu wagen, um voranzukommen. Vielleicht sind dann auch andere gewillt etwas zu verändern“
Ohne eine Antwort abzuwarten, ging Miss Smith aus dem Raum und ließ Inola alleine zurück.
Grübelnd starrte sie ihr Essen an.
Der Appetit war ihr vergangen. Nicht, dass sie einen verspürt hatte.
Grummelnd stand die Rothaarige auf und verließ ebenfalls den Raum, ihr Geschirr würde man wegräumen.
Obwohl sie es nicht wollte, hatte das Gespräch mit Smith doch einige Zweifel aufgeworfen.
Vielleicht sollte sie sich wirklich etwas bemühen und offener sein, auch wenn sie nicht wollte.
Es wäre dumm sich selbst das Leben schwer zu machen.
Überrascht blickte Inola auf, als die Eingangstüre lautstark ins Schloss fiel und den Herrn des Hauses ankündigte.
Das war ungewöhnlich. In den paar Tagen, die sie nun schon hier wohnte, hatte sie bemerkt wie leise ihr Ehemann war.
Neugierig schlich sie den Gang hinunter zur Haustüre.
Wo sie auch schon ein genervter Blick begrüßte.
Sich zusammenreißend lächelte Inola leicht und widerstand dem Drang aufmüpfig zu sein.
„Ich dachte du kommst erst später, Miss Smith sagte du wärst heute Abend unterwegs“, grimmige rote Augen betrachteten sie abschätzend. „Mach dir nicht die Mühe. Es ging um nichts, was dich zu interessieren hätte“, grummelig wie immer ging er an ihr vorbei.
Beim Vorübergehen wehte ihr kurz der Geruch von nassem Hund und Blut entgegen, bevor er mit dem Biest um die Ecke verschwand.
Einen Moment lang sah Inola ihm nach und zwang sich zur Ruhe, bevor sie schnaufte und zu ihrem Zimmer ging.
Er hatte immerhin mit ihr gesprochen und strafte sie nicht mit eisiger Stille, wie er es, seitdem sie ihn kannte, tat.
Vielleicht hatte ja Miss Smith doch Recht und es gab für sie in dieser Ehe doch einen Lichtstreifen am Horizont.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine schöne Geschichte. Das Zitat wurde wirklich gut umgesetzt.

Eure lula-chan
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