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The Entire History of You

von darker22
KurzgeschichteSchmerz/Trost / P16
16.06.2020
16.06.2020
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412
 
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16.06.2020 412
 
Nacht. Die Dunkelheit umschließt mich. Ich greife in meine Jacke und ziehe mein zippo und eine Zigarette heraus. Das aufflammen des Benzins bringt Helligkeit in die Nacht. Das Ende der Zigarette färbt sich langsam blutrot. Ich ziehe an, spüre den Rauch, der sich um meine Nase windet. Wankend nehme ich mein Handy zur Hand und öffne die Taschenlampe. Ich greife zu meiner Flasche Wein am Boden. Öffne sie. Trinke. Ein betäubendes Gefühl rinnt meine kehle herunter, der Eigen Geschmack des Weins, so bitter, erinnert mich an vergangene Tage. Ebenso bitter ist die traurige Wahrheit, das es nie wieder so sein wird wie früher. Der Alkohol in meiner Blutbahn lässt mich wanken. Der Schein der Lampe bleibt an einer Bank kleben, die vor mir auftaucht. Müde ließ ich mich auf sie sinken. Ein Blick auf mein Handy. Keine Nachricht von dir. Der Wunsch dich anzurufen wird groß, doch der Verstand blockiert. 3:28 Uhr, die stille um mich erdrückt mich langsam und ich nehme noch einen Schluck. Noch einen. Noch einen. Ich kann trotz Taschenlampe keine drei Meter vor mich schauen, alles verschwommen. Mein Handy vibriert. Ein Snap von dir. Ein Spiegel Selfie. Ich zünde noch eine an. Das knistern des verbrennenden Tabaks beruhigt mich. Sonst keine Nachricht. Keine freunde. Langsam kommen die Tränen. Der Wunsch nach Erlösung wird größer. Keine Worte könnten beschreiben was ich dir sagen will, keine Geste beschreiben was ich für dich tun würde. Mittlerweile weiß ich das liebe nur mittel zum zweck ist, genauso wie Freundschaft. Alles nur um selber Vorteile zu haben. Ich fange an zu hyperventilieren. Der krebs zerfrisst mich. Mir wäre all das egal, wenn du mich lieben würdest. Wenn irgendjemand für mich da wäre. Doch es liegt an mir. Ich mach es niemandem leicht. Ist Freundschaft für mich vielleicht nicht vorgesehen? Dann kann ich auch gleich auf alles scheißen. Bevor ich aufhöre um mein Atem zu kämpfen, erscheinen zwei Lichtkegel in der Ferne. Eine Minute später ist das Auto nur noch 250 Meter entfernt. Ich nehme meine letzten Kräfte zusammen und renne auf die Straße. Kein Wort, keine Tat reicht aus um zu definieren in welcher Leere ich mich befinde. Fernab von menschlichen Grundbedürfnissen oder Moral, lediglich der Wunsch, die Leere in einem auszufüllen. Doch niemand da wenn du suchst, niemand auf den man sich verlassen kann. Keiner der an deiner Seite steht komme was wolle, alles nur eine Illusion und Schönrederei. Ein letzter Zug, ein letzter Schluck bevor mich das Licht erfasst.
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