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Awaiting fate

Kurzbeschreibung
DrabbleDrama / P16 / Gen
Grenadier Tommy
16.06.2020
16.06.2020
1
545
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16.06.2020 545
 
Disclaimer: Ich kenne keinen der vorkommenden Prominenten persönlich, habe keinerlei Rechte an ihnen oder an sonst irgendwas, das mit ihnen zusammenhängt, und selbstverständlich verdiene ich mit dieser Geschichte kein Geld. Was es hier zu lesen gibt, ist Fiktion und basiert demzufolge auch nicht auf irgendwelchen realen Ereignissen.

Beim Titel handelt es sich auch hier wieder um ein Zitat aus dem Film.English Version: I do not own anyone, this is purely fictional. If you got here by googling yourself please I urge you go back now!

A/N: Hier kommt nun die vierundzwanzigste Kurzgeschichte in meiner kleinen, mehr oder weniger unzusammenhängenden Kurzgeschichten-und-Drabble-Reihe zu Christopher Nolans Film Dunkirk.
Die dreiundzwanzigste Kurzgeschichte findet ihr hier: Survival is not fair

Ihr wisst ja, Reviews und Sternchen sind das Brot des Fanfictionautors – lasst mich bitte nicht hungern!






Awaiting fate


Er warf einen Blick nach vorne. Die Reihe der Männer vor ihm schien sich ins Endlose zu erstrecken. Unter seinen Stiefeln knirschte lediglich feuchter Sand, während weiter vorne an den Stiefeln anderer Grenadiere bereits die Wellen des Kanals leckten. Sobald die Flut hereingekommen war, würden sie den vordersten bis zur Hüfte reichen und ihnen würde es gleich sein. Ihnen war alles gleich, solange es nur bedeutete, vor so vielen anderen wie möglich mit der Überfahrt in die Heimat an der Reihe zu sein.

Und er stand hier noch immer als letzter in der Reihe! Wenn sich drüben an der Mole nicht bald mehr tat, dann würde er hier auch noch stehen, wenn die Deutschen mit Panzern und Männern den Strand überrollten. Er schauderte innerlich. Als ob ihre Flugzeuge nicht lange genug wären!

Es war auch keine Hilfe, dass vor ein paar Stunden einer der Männer vor ihm aus der Reihe gezerrt und abgeführt worden war. Er solle ein Spion der Deutschen sein und nun verhört werden, wurde gemunkelt. Vielleicht war es auch nur ein bösartiges Gerücht, dass einer der hinter ihm stehenden Männer in die Welt gesetzt hatte, um einen Platz in der Reihe aufzurücken. Wer wusste das schon… Es schossen so viele Gerüchte ins Kraut und erwiesen sich bald als schöner, trügerischer Schein oder falsch. Der Mann war kein Spion und auch kein Verräter, er kannte ihn von der Grundausbildung, sein Name war Davis und er kam aus Leeds. Trotzdem würde man ihn verhören. Man würde ihn fragen, nach welchem System sie sich einreihten und dann… Er rieb sich den neuerlichen Ansatz einer Salzkruste vom Gesicht, den Wind und hauchfeine Wassertropfen unablässig bis zu ihm trugen. Dann würde man ihn fragen, wie der Tee bei ihm zuhause zubereitet würde. Oder umgekehrt. Dass es so ablief, hatte er ja auch nur gerüchteweise aufgeschnappt.

Er richtete den Blick wieder nach vorne. Alles unverändert. Hinter ihm knirschte der Sand und er spürte deutlich, dass dort jemand stehenblieb. Vielleicht war Davis schon zurück, dann… Er wandte sich um, wollte nachsehen und… Nein. Der Soldat dort war keiner von ihnen.

„Nur für Grenadiere“*, schnappte er und schickte ihn mit einem Nicken weiter in Richtung der Mole, ehe er sich wieder dem Meer zuwandte. Wenn Davis zurückkam, stand so niemand fälschlicherweise vor ihm und für den anderen war es auch besser, wenn er sich dort einreihte, wo er hingehörte. Es würde ihm das Verhör ersparen.

[400 Wörter]




***


* Zitat aus dem Film
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